Sonntag, 25. Februar 2024

Bücherhöhlenmenschen

Bücherhöhlenmenschen

Als ich diese Verse plante war
Der Arbeitstitel Turmbewohner
In Gedanken bei Montaigne wie
Seinem Bücherturm in dem er
Seine Essays verfasste wie an
Die eigene gerade so ferne
Bibliothek am Helmholtzplatz

Dann überlegte ich ob es mir
Um die Aussicht aus einem Turm
Eher geht oder den Rückzug in
Eine Höhle die meine Heimat ist
Von geliebten Büchern umgeben

Dabei spürte ich wie fern der erste
Arbeitstitel dem lang was ich mit
Dem Rückzug in Bücherwelten
Sagen wollte in denen ich lebe
Wie mein geistiges Glück finde

Belanglos scheinen mir meist die
Gespräche mit anderen dagegen
Finde ich gute Lektüre noch immer
Bereichernd und ziehe mich dazu
Lieber zurück als im Café ganz
Dekorativ den Leser darzustellen
Was manche ja attraktiv finden

Lesen ist für mich Rückzug in die
Geistigen Welten in denen ich
Zuhause bin wie finde was immer
Gesucht wird bin ich sicher die
Antwort steht in einem Buch

Der Traum vom Leben wäre
Eine Erdhöhle im friedlichen
Auenland voller Bücher wie
Mit Kamin und Bank vor der Tür
Für die Pfeife zum Genuss

Während manche Lesungen
Wie anderen Karneval um Bücher
Lieben graut mir vor allen Massen
Die Nichtigkeiten zu Büchern sagen
Besuchte ich nie Lesezirkel will nicht
Mit anderen darüber reden wohin
Die Bücherreisen mich geistig führen

Lebe für mich in meiner Bücherhöhle
Dabei interessiert die Aussicht mich
Eher peripher weil es mehr um die
Inneren Welten mir dabei geht 
Welche gute Literatur erleuchtet

So finde ich das hellste geistige Licht
Tief eingegraben zwischen Bänden
In meiner Bücherhöhle ungestört
Frage mich manchmal ob es auch
Anderen Leserinnen so geht oder ich
Zur ausgestorbenen Spezies des
Bücherhöhlenmenschen gehöre der
Mit sich und seinen geliebten Bänden
Genug in dieser Welt gefunden hat
Wie Ablenkungen eher lästig findet
Auf der Suche nach den richtigen
Worten meiner Lebensgeschichte
Die eine erlesene sein soll

jens tuengerthal 25.2.24

Perspektivverwechslung

Perspektivverwechslung

Manchmal genügt ein Wechsel
Der Perspektive alles anders
Sehen zu können dann wird
Was vorher unmöglich schien
Plötzlich einfach machbar was
Zumindest eine Aussicht ist die
Hoffnung geben kann auch wenn
Dies manchmal sehr viel Phantasie
Erfordert tut es besser den trüben
Blick zu verlassen um nicht länger
Frustriert auf das Problem zu starren
Sondern lieber mal woanders hin
Zu schauen neues zu entdecken
Dies ist ein geistiger Vorgang der
Ein Umdenken ermöglicht was
Viele mit Wegfahren verwechseln
Dabei ändert sich zwar gelegentlich
Die Aussicht vor dem Fenster aber
An der Einstellung ändert sich nix
Womit diese Verwechslung zwar
Die Tourismusindustrie stärkt aber
Im Wesen nichts verändert bloß die
Gewohnheit einen Moment unterbricht
Die schnell wieder ihren Platz fordert
Wer also eine Perspektivwechsel
Braucht um Land zu gewinnen
Sollte bei sich zuhause mit dem
Denken anfangen wie sich dabei
Auf das konzentrieren was besser
Wäre als die Fortschreibung dessen
Was vorher aussichtslos war aber
Durch den Perspektivwechsel in uns
Ein anderes uns werden kann
Vielleicht ginge es vielen besser
Wenn sie statt etwas zu machen
Sich Zeit nähmen eine schönere
Aussicht in sich zu finden denke ich
Aber vielleicht verwechsle ich da
Die vernünftige eigene Perspektive
Mit dem Lebensgefühl der anderen
Welche lieber etwas machen statt
Eine Aussicht in sich zu haben

jens tuengerthal 25.2.24

Jämmerlich

Jämmerlich

Wie ist das Leben jämmerlich
Nach einer kurzen Hochphase
Mit Kraft und Lust baut unser
Körper ab spätestens fünfzig
Nur noch ab bis wir wie am
Anfang hilfsbedürftig werden

Nur noch dazu ständig an
Schmerzen leiden oder wie
Es ein französischer Freund
So treffend ausdrückte wenn
Du ab fünfzig ohne Schmerzen
Aufwachst weißt du es ist nun
Wohl vorbei ohne zu wissen
Ob das eine gute Perspektive
Oder eher keine mehr ist weil
Am Ende alles vorbei sein wird
Ohne alles Leiden wie ohne jede
Aussicht auf Besserung zuvor

Während ich nun meine längst
Über achtzigjährige Mutter nach
Einem Sturz pflegen muss weil
Sie vieles nicht mehr alleine kann
Jämmerlich wie jammernd leidet
Frage ich mich was noch kommt
Die Hälfte vermutlich längst selbst
Überschritten ist die Aussicht auf
Das Alter relativ düster so sehr
Wir uns dies gerne schön reden

Will ich jämmerlich wie jammernd
Unter hohen Kosten langsam enden
Oder frei entschieden vorher gehen
Um selbstbestimmt gelebt zu haben
Meine Welt auf mich allein zu stellen

Bewundere meinen Vater der ging
Bevor es nicht mehr ging um nie
Ein Pflegefall zu werden und denke
Genau das will ich auch aber
Werde ich dann den Mut haben

Die Aussichten sind also jämmerlich
Irgendwann kommt das Krankenbett
Wie der Rollator und wir quälen uns
Noch ein wenig bis endlich Schluss ist
Das Leben bleibt ein Trauerspiel stets

Doch können wir mit etwas Abstand
Zumindest über uns lachen wie als
Gute Komödianten von der Bühne
Gehen bevor die Komödie kippt
Zum jämmerlichen Trauerspiel wird
Zumindest eine Wahl die etwas bringt

jens tuengerthal 25.2.24

Schlangenverführung

Schlangenverführung

In der Geschichte von Adam und Eva
Verführt die Schlange Eva vom Baum
Der Erkenntnis zu essen um so
Gut und Böse zu unterscheiden
Womit die Menschen ihre Unschuld
Verloren wie aus dem Paradies
Vertrieben wurden die Geschichte
Vom Apfel der die Scham begründete
Doch geht es um Erkenntnis dabei
Oder eigentlich nur um Sex

Unschuldig ohne jede Erkenntnis
Waren wir noch schamlos nach
Dem monotheistischen Mythos
Von der Schöpfung der Welt
Eine eher schlichte Geschichte
Dachte ich solange bis ich einer
Schlange tief ins Maul geschaut

Wer je die auch Scham genannte
Vulva einer Frau erregt offen sah
Sich ihr zungig näherte war von
Dem verführt was dem Maul der
Schlange gleicht so fragt sich ob
Der seltsame Umgang mit der
Sexualität wie der Rolle der Frau
Hier bildlichen Ausdruck fand

Der Ursprung der Welt wie ihn
Courbet 1866 malte als noch
Skandal gleicht dem Blick in
Den Rachen der Schlange
Die uns unsere Unschuld
Aus der Natur des Bösen raubte
Wenn wir noch tiefer blicken
Oder lustvoll ganz nah kommen

Der Gründungsmythos der drei
Großen monotheistischen Religionen
Judentum Christentum und Islam
Also die Geschichte von Adam und Eva
Der den schlichten Chauvinismus
Wie die Lustfeindlichkeit begründete
Nutzt die sprechende Schlange als
Verkörperung des Bösen was
Durch etwas was wie der
Weibliche Schoss aussieht
Wenn es den Mund öffnet
Dargestellt wird

So gleicht der Ursprung der Welt
Aus dem die Menschen geboren
In dem die erfundene Zeugung
Nach der Natur real stattfindet
Dem geöffneten Maul der Schlange
Als spräche diese zu uns womit
Die elende Gedichte von Adam und Eva
Eine sexuelle Seite bekommt denn was
Sagt uns eine symbolische Geschichte
In welcher ein Wesen was wenn es
Das Maul aufreißt also zu uns spricht
Um zur Erkenntnis zu verführen dem
Offenen weiblichen Schoss gleicht

Dem was Mann beim oralen Verkehr
Offen vor sich sieht gleicht oder bei
Der analen Lust wenn sie auf ihm
Reitet was die Religionen lange
Verpönten vielleicht auch weil so
Der nervus pudendus ganz direkt
Bei jeder Frau stimulierbar ist
Während der Verkehr in dem
Was dem Rachen der Schlange
Gleicht nur sehr wenigen Frauen
Dabei Befriedigung schenken kann
Was der biblischen Verführung durch
Die sprechende Schlange noch eine
Stark sexuell gefärbte Note gibt die
Viele Tabus verständlich macht wie
Von der Angst der Männer vor der
Weit überlegenen Potenz der Frauen
Denen sie unterlegen sind kündet

Hat die Schlange zur Erkenntnis
Wider das Verbot des erfundenen
Gottes nach dem monotheistischen
Aberglauben uns verführt oder ist
Die Schlange wo sie spricht also
Ihr Maul vor uns aufreißt nicht mehr
Zeichen für befriedigenden Sex
Der die Macht der Männer bedroht
Weil er weibliche Überlegenheit
Auch im sexuellen verdeutlicht
Was die Zunahme weiblicher Potenz
Nach der Menopause der dafür die
Abnahme der männlichen geradezu
Sinnbildlich gegenübersteht bestätigt

Drückt die Schlange die als Körper
Dem schlaffen Glied gleicht das
Zum Wurm wird wenn die Natur
Männliche Kraft schwinden lässt
Mehr vom sexuellen Kampf der
Geschlechter aus als geahnt
Wie der Anblick ihres offenen
Maules natürlich erregt aber
Mann seine Grenzen aufzeigt

Mit dem kleinen Tod der uns im
Rachen der Schlange droht
Als irdisches Paradies was
Alle Götter entbehrlich macht
Schließt sich der Kreis dieser
Schöpfungsgeschichte die mehr
Von männlicher Angst um Macht
Erzählt als vom Teufel der das
Böse verkörpern soll denn nie
Geht es uns so gut wie wenn
Wir uns gegenseitig befriedigten
Womit kein Paradies ohne Erkenntnis
Noch je konkurrieren könnte was
Allen Aberglauben auch wenn er
Sich Glaube nennt entbehrlich
Durch guten Sex uns macht
Der erst menschlich nahe bringt

Wer um chauvinistische Macht
Als Grundlage seiner Identität
Sich fürchtet sollte den Blick
In den Rachen der Schlange
Lieber meiden die Angst macht
Alle anderen schauten besser
Genau hin um sich ein Paradies
Auf Erden sexuell zu suchen
Was zum Glück völlig genügt
Ohne einen oder viele Götter
Nur nach unserer Natur

jens tuengerthal 25.2.24

Samstag, 24. Februar 2024

Frühlingszart

Frühlingszart

Zart zeigt sich der Frühling
In ersten Blüten direkt an
Der Straße in der Kurpfalz
Ob sie Gewitter oder Sturm
Überständen scheint ungewiss
Noch ist es mehr ein Hauch
Der sich dem Verkehr hier
Blühend entgegenstellt aber
Wie schön ist es das Leben
Auch fast unbeachtet einfach
Weiterbüht als wäre kein Krieg
Denke ich und freue mich am
Zarten Frühlingswunder wohin
Auch immer es uns tragen mag
Fühlt es sich im letzten Licht
Wunderbar nach Aufbruch an
Vielleicht lohnt es sich weiter
Zu hoffen es könnte doch alles
So gut werden wie diese noch
So zarten Blüten schön sind
Denke ich und finde Illusionen
Manchmal ganz zauberhaft

jens tuengerthal 24.2.24

Liebeszirkus

Liebeszirkus

Könnte die Liebe ein großer Zirkus sein
Der uns das Leben mit viel Show dazu
Vorspielt als sei es wirklich so wie es
Verliebt in rosarot uns scheint ohne
Dabei daran zu denken dass jede
Zirkusvorstellung irgendwann endet
Wir nur Erinnerungen und Bilder
Mitnehmen können in das Leben
Jenseits aller Träume was wir dann
Wirklichkeit gerne nennen ohne zu
Wissen wie wirklich diese noch ist
Dann sehnen wir uns nach dem
Zirkus wieder und wollen ihn am
Liebsten mit der Liebsten immer
Leben als ob wir nicht aus jedem
Traum irgendwann erwachen so
Schön es dort auch war könnte es
Besser tun die Liebe und die Lust
Als Besuch im Zirkus zu sehen
Der wunderschön ist aber nach
Dem letzten Vorhang endet um
Mit den Träumen in Erinnerung
Etwas glücklicher als vorher
Weiterzuleben was doch
Glück genug wäre auch
Ohne jede Beziehung

jens tuengerthal 24.2.24

Toleranzedition

Toleranzedition

Die Edition eines Werkes ist die
Vorbereitung zur Veröffentlichung
Oder diese selbst wle manche ganz
Besondere Ausgaben von Büchern
Die durch die Art ihrer Edition für
Verrückte Sammler wie mich der
Bücher fast mehr als alles liebt
Sehen wir von den gelegentlichen
Verirrungen mit Damen mal ab die
Nicht nur ihres Geschlechtes wegen
Von mir verehrt werden aber doch
Gelegentlich auch wie genau da
Die aber nie so lange Bestand hatten
Wie die Liebe zu den Büchern die
Durch mein ganzes Leben reicht

Für die Reise in die Kurpfalz die
Ungewiss lange nun dauern wird
Nahm ich nur neun Bände mit die
Gerade aktuell mich beschäftigen
Was viel zu wenig wie immer war
Auch wenn es mir unterwegs als
Absurdes Übermaß schon schien
Was ich quer durch Deutschland
Schleppte etwas zu lesen zu haben
In der Provinz die daran gemessen
Zu fern meiner Bücherhöhle liegt
Auf das niemand sich ein l für ein h
Von egal wem vormachen ließe

Doch zum Glück sind hier im sich
Für wild haltenden Südwesten der
Verglichen mit Berlin etwa doch
Eher wohl geordnet mir scheint
Ganz egal ob das für ein Sein je
Ein Vorteil sein kann ist es doch
Zumindest etwas was alles im
Chaos schneller wieder findet lässt
Genug lesbare Bücher vorhanden
Wie lange auch immer ich bleibe
Nicht ohne Lesestoff zu sein was
Die Erträglichkeit eines Ortes
Allein bestimmt wie ausmacht

Gleich entdeckte ich zwei Bände
Welche die neun noch ergänzen
Das Lesevergnügen erhöhen
Auch wenn mir die Ausgabe der
Anderen Bibliothek fehlt die sonst
Den Dichterschlaf behütet falls
Nicht zufällig eine verehrte Dame
Den schmalen Raum einnimmt
Der zwischen Bänden noch bleibt
Zumindest einen geliebten Band
Dieser Edition nahm ich mit um
Die Zeit gut zu überstehen den
Letzten seiner Hoheit des Prinzen
Asfa-Wossen Asserate der darin
Mit viel Humor lexikalisch geordnet
Über Deutsch vom Scheitel bis
Zur Sohle schreibt was so sehr
Aufklärung wie Humor auch ist

Wie Settembrini im Zauberberg
Träume ich ganz tief von der
Großen Edition im Geiste der
Aufklärung und Schönheit die
Getragen vom Geist der Toleranz
Den unsere Zeit so nötig hätte
Bücherschönheit mit geistiger
Größe bei genug Humor zur
Idealen Toleranz Edition verbindet
Der vollkommenen Ausgabe vom
Bibliophilen Dichter ediert als Werk
Was Aufklärung mit Schönheit
Voller Lust in Freiheit vereint wie
Einst die große Enzyklopädie die
Viel mehr eine Philosophie der
Aufklärung als nur Lexikon war
Weil nicht nur Wissen zählt sondern
Der Geist der es beflügelt

jens tuengerthal 24.2.24

Freitag, 23. Februar 2024

Gestaltungsraum

Gestaltungsraum

Wieviel Raum bleibt uns zur
Gestaltung noch frei im Leben
Ist diese Freiheit immer mehr
Illusion als Realität im Alltag
In dem ich funktionieren muss
Die nötigen Aufgaben auch
Ordnungsgemäß zu erledigen
Wann mache ich mir wirklich
Die Welt wie sie mir gefällt
Könnte ich mit völliger Freiheit
Leben oder frisst diese mich
Auf weil alles beliebig wird
Muss ich Raum gestalten ihn
Als meinen zu erobern oder
Schwebe ich lieber in luftleeren
Räumen irgendwo dazwischen
Sich nicht festzulegen wie alle
Optionen offen zu halten was
Zumindest ganz sicher die
Enttäuschung verhindert wenn
Irgendwas nicht so kommt wie
Vorher von mir geträumt auf
Basis von Träumen oder gar
Gefühlen die im Nichts verflogen
Was sie real immer waren denn
Wie wenig das scheinbar größte
Nur war merken wir bald ohne
Zumindest gibt uns weniger
Mehr Raum zur Gestaltung
Was ein wertvoller Vorteil
Gegenüber dem Nichts ist
Das von allem am Ende bleibt
Zumindest so lange wir sind
Danach ist alles egal wer
Auch immer den Freiraum
Den wir hinterlassen dann
Noch mit Liebe gestaltet

jens tuengerthal 23.2.24

Lichtwechsel

Lichtwechsel

Nach den dunklen Tagen um
Den Jahreswechsel an denen
Es kaum hell wird beginnt der
Frühling spürbar im Tageslicht
Mit jedem weiteren Tag wird es
Ein wenig länger hell die ersten
Triebe treiben Knospen schon
Öffnen sich die frühen Blüten
Die Natur zeigt uns triebhaft
Wie mehr Licht alles sein kann
Was immer Goethes letzte Worte
Wirklich waren passten sie zum
Gerade Schauspiel der Natur die
Wieder will wie manche auch
Einander während andere sich
Zurückziehen frei zu blühen was
Dem Frühling schönste Reize gibt

jens tuengerthal 23.2.24

Assmannkultur

Assmannkultur

Mit Jan Assmann starb am 19. Februar 2024
Einer der bedeutendsten Ägyptologen wie
Kulturwissenschaftler unserer Zeit der es
Gemeinsam mit seiner Frau Aleida sich einst
Zur Aufgabe gemacht hat Kultur und Religion
Frei wie neu zu denken getragen von einem
Geist der Toleranz und des Miteinander
Seine wissenschaftlichen Verdienste wie
Die großen Erfolge als Autor und all seine
Ehrungen zählten andere kenntnisreicher
In vielen Nachrufen schon auf wichtiger
Scheint mir als Aufklärer sein Geist der
Für dringend nötige Toleranz wirkte die
Idee des Nebeneinanders wie er im
Pluralismus des antiken Pantheons sich
Einst zeigte den der Monotheismus mit
Seinem Anspruch auf letzte Wahrheit
Verdrängte der uns bis heute in so viele
Grausame Krieger der Wahrheitsbesitzer
Führte und wie wichtig es darum auch ist
Die Spuren des kulturellen Gedächtnisses
Zu betrachten wie undogmatisch weiterhin
Erforschen zu wollen um einander künftig
Besser verstehen zu können was heute
Viel dringender wäre als der Sieg einer
Kultur über die andere um dafür mehr
Der Einflüsse verstehen zu lernen
Was wurzelt an Gemeinsamkeiten im
Kulturellen Gedächtnis das über viele
Generation hinweg die Erinnerung in
Kollektiven noch prägt deren Gründe
Durch die verdrängende Wahrheit des
Monotheismus vielfach verschwanden
Aber tiefer noch weiter wirken wie es
In den Frauenrollen der verschiedenen
Kulturen sich auch zeigte aus denen
Soziale Strukturen sich entwickelten
Die uns verstehen lassen wer wir sind
Wie was uns dabei zuerst ausmacht
Dies mit Toleranz und Offenheit im
Geist der bürgerlichen Bildungskultur
Weiterhin zu tun wie danach zu streben
Schiene mir die würdigste Erinnerung
An Jan Assmann wie die durch ihn über
Lange Zeiten geprägte Kultur die viele
Götter neben einem oder keinem ohne
Kampf zulassen kann um aus der nur
Suche nach Erkenntnis neue Wege
Ohne Dogmen finden zu können die
Uns unsere Kultur als schon immer
Multikulturell begreifen lässt wie die
Abgrenzung überflüssig macht um
Gemeinsamer Erinnerung mehr Raum
Im kulturellen Gedächtnis zu geben
Behalten wir Jan Assmann für die
Assmannkultur die auch eine im
Besten Sinne bürgerliche war gut
In unserem kollektiven Gedächtnis
Es wäre seiner Erinnerung würdig
Möge es seiner Frau gut gehen die
Einen wesentlichen Anteil an diesem
Vorbildlichen Weg der Verständigung
Trug in Gedanken bei seiner Familie

jens tuengerthal 23.2.24

Donnerstag, 22. Februar 2024

Liebesfolter

Liebesfolter

Die Liebe ist die brutalste aller
Sadomasochistischen Foltern
Wir unterwerfen uns ihr freiwillig
Um immer weiter zu leiden statt
Die Flucht zu ergreifen wo sie
Droht Freiheit und Verstand mit
Floskeln zu vernebeln schließen
Wir verliebt die Augen lieber fest
Haben immer wieder das Gefühl
Diesmal lohne es sich wirklich bis
Der Schmerz von vorne beginnt
Als lernten wir nichts aus Erfahrung
Für etwas Lust und Hoffnung wird
Freiheit aufgegeben wie sich zum
Verletzbaren Narren gemacht der
Eide schwört die noch nie hielten
Wir begeben uns also sehenden
Auges in kommenden Schmerz
Aber spielen lieber blind um die
Fülle des Gefühls zu erspüren
Die Menschheit ist dies betreffend
Unbelehrbar und scheint den stets
Folgenden Schmerz wie die Folter
Auf die uns Liebe wieder spannt
Gerne hinzunehmen für die kurzen
Momente der Illusion von Ewigkeit
Weise wäre wer diese Achterbahn
Rechtzeitig verlässt um unnahbar
Aber dennoch Genießer zu bleiben
Um nicht an jeder Liebe zu sterben
Reden wir uns danach ein es wäre
Diesmal eine Täuschung gewesen
Wir könnten froh sein es wieder
Los zu sein um frei zu leben bis die
Folter von vorne beginnt und wir wie
Narren die Wirkung der Folterwerkzeuge
Durch wirre Gedanken noch verstärken
Schlimmer nur wäre nicht mehr um der
Liebe wegen alles zu riskieren und so
Geht es weiter solange es noch
Menschen mit Gefühl gibt
Vielleicht ist es gut so

jens tuengerthal 22.2.24

Bindungslos

Bindungslos

Wer in Freiheit leben will
Bleibt besser bindungslos
Weil jede enge Beziehung
Unsere Freiheit immer weiter
Einschränkt auch wenn dies
Der Preis der Liebe sein mag
Sollte sich jeder gut überlegen
Was diese wert ist und welcher
Gewinn dabei zu erwarten ist

Was ein müßiger Ratschlag bleibt
Weil wer liebt nicht vernünftig die
Vor und Nachteile abwägt sondern
Liebend dem Gefühl lieber folgt bis
Wieder gefesselt es Zeit für einen
Befreiungsschlag wird der dich das
Glück der Freiheit schätzen lässt die
Immer auch etwas einsamer ist aber
Vor allem Flügel nach überall verleiht

An die Liebe zu glauben fühlt sich
Wunderbar an ganz freiwillig lassen
Wir uns dafür fesseln und merken
Oft erst zu spät was wir verloren
Wenn nichts von uns übrig blieb
Im Netzwerk der Nichtigkeiten die
Dann bedeutend werden doch wie
Lustvoll lebt sich bindungslos mit
Frei fliegender Liebe die nie fesselt
Dafür einander Flügel verleiht die
Geteilten Momente zu genießen

Lange fürchtete ich Einsamkeit
Flüchtete in Beziehungen hielt
Freundschaften für unentbehrlich
Bis mir klar wurde ich bleibe ein
Solitär der für sich lieber ist weil
Jede zu nahe Bindung schmerzt
Wie sicher enttäuschen wird was
Kein Gewinn an miteinander für
Länger als den Moment aufwiegt

Während wer lustvoll bindungslos
Momente nur teilt glücklich auch
Für sich bleibt was besser nie
Vergisst wer glücklich gelassen lebt
Um es ein Leben kurz zu bleiben

jens tuengerthal 22.2.24

Stellvertreter

Stellvertreter

Stellvertreter sind manchmal nötig
Zu oft aber eine feige Flucht nur
Sie handeln für jemand anders was
Bei den Stellvertreterkriegen die im
Kalten Krieg in Mode kamen der
Durch Putin wieder aktuell wurde
Zu oft erst auf den zweiten Blick
Sichtbar wird weil sich fragt wer sich
Für wen totschießen lassen will warum
Immer andere Interessen vorgeschoben
Werden die zusammenhanglos scheinen
Wie oft meinen auch die Stellvertreter
Sie kämpften für ihre Sache obwohl die
Supermächte sie nur benutzen um ihre
Konflikte an anderer Stelle auszutragen
Spannend wird dies doppelte Spiel wo
Alle Beteiligten sich überzeugt geben
Für ihre oder eine andere Sache noch
Zu kämpfen auch wenn der weite Blick
Wie Kenntnis der Umstände deutlich
Offenbaren in diesem Kampf geht es
Um Macht und Vorherrschaft in der Welt
So verteidigt der freie Westen zu feige
Seine Werte in der Ukraine mit den
Viel zu zögerlichen Waffenlieferungen
Hier fungiert die Ukraine als Stellvertreter
Für den freien Westen der nur ein wenig
Zubehör liefern möchte um nicht gleich
Zur Kriegspartei zu werden damit sich
Die Russen vorher schon verausgaben
Was eine naive Hoffnung sein könnte
Dabei bedroht Putins Propaganda
Wie seine Förderung der Feinde der
Freiheitlichen Demokratien bereits
Seit langem unsere Grundfesten
Führt er auf vielen Ebenen seit Jahren
Einen gefährlichen Kalten Krieg gegen
Die Freiheit mit subtilen Methoden
Danach sind wir Kriegspartei längst
In einer Schlacht die nur zufällig auf
Dem Boden der Ukraine geschlagen wird
Genauso im Baltikum auch drohte doch
Sind diese durch die NATO geschützt
Die Putin zu feige ist anzugreifen
Russland führt den Krieg offiziell als
Stellvertreter der Russen in der Ukraine
Zumindest in deren Osten wie real um
Den Traum von der Sowjetunion in
Neuer Pracht wiederaufleben zu lassen
Ist darum Kriegspartei mit Verlusten die
Sonst auf Stellvertreter delegiert werden
Was der Westen mit der Ukraine macht
Doch statt zu seinen Werten zu stehen
Sind NATO Staaten bisher zu feige der
Ukraine wirkungsvolle Mittel zu geben
Obwohl alle zu gerne behaupten das
In der Ukraine unsere Freiheit verteidigt
Würde geben wir dem Stellvertreter nur
Eine sehr beschränkte Vollmacht was
Nichts gutes ahnen lässt für das Ende
Der Geschichte solange einer wie Putin
Für den Stalin ein Vorbild ist noch an
Den russischen Atomknöpfen sitzt der
Krieg um die Werte der Freiheit taugt
So wenig wie Beischlaf zur bloßen
Stellvertretung bekennen wir endlich
Putin hat mit der Ukraine auch uns
Angegriffen was er seit Jahren durch
Eine Armee von Hackern und Agenten
In ganz Europa als Kalter Krieg tut
Wir brauchen keine Stellvertreter mehr
Es geht um unsere Werte die wir ohne
Kampf um ihre Verteidigung verspielen
Wie beim Beischlaf die persönliche
Befriedigung nicht delegierbar ist 
Werden wir diesen Krieg den die
Böse Macht im Osten uns erklärte
Entschlossen kämpfen müssen wenn
Am Ende die Freiheit siegen soll die
Feinde der Demokratie wie die AfD
Oder der Stalinfan Wagenknecht
Wird nur besiegen wer Russland
Um der Freiheit willen Grenzen zeigt
Gut wenn der Krieg nicht weiter geht
Endlich wieder Frieden einkehrt aber
Um der Freiheit willen muss sich
Deren Feinden endlich entschlossen
Mit aller nötigen Gewalt entgegegestellt
Werden bevor es zu spät ist nach zu
Großer Feigheit zuvor die sich nicht
Zu dem Krieg bekannte der sie wie
Ihre Werte und Prinzipien bekämpft

jens tuengerthal 22.2.24

Teslaus

Teslaus

Brandenburg hat die Teslaus
Im Pelz was zuerst nach einer
Wunderbaren Investition vom
Reichsten Mann der Welt klang
Der Berlin irgendwie mag wie
Im armen Speckgürtel dort in
Brandenburg für seine Autos
Investieren wollte trotz der auch
Rechtsradikalen Umtriebe im
Osten der Republik der schon
Manche Investoren verscheuchte
Beginnt die Bürger zu jucken
Denn langsam entpuppte sich
Die Nähe dieses Investors zu
Eher rechtsradikalen Ideen die
Es dort längst genug schon gab
Dazu sein Desinteresse an den
Fragen des Umweltschutzes was
Die großen Wälder der Umgebung
Bedrohen könnte und so wandten
Sich die befragten Bürger nun
Gegen die Erweiterung der Fabrik
Des größten Großmauls unter den
Milliardären dieser Welt auch wenn
Dieser Volksentscheid nicht bindend
Sondern beschränkt wirksam nur ist
Scheinen die Brandenburger zu merken
Welche Laus sie sich mit Tesla und Musk
Eingefangen haben auch wenn das den
Großinvestor nicht jucken wird könnte
Der Rechtsstaat ihn wirkungsvoller nun
Ausbremsen der sich für die AfD jüngst
Sogar aussprach und er könnte sich
Wundern wie gut deutsche Verwaltung
Blockieren kann wenn die Politik nicht
Aus höherem Interesse schützt ob er
Dann beleidigt wieder wegzieht um
Östlicher weiter zu investieren wird
Die Zeit uns offenbaren aber es ist
Ein gutes Zeichen dass nun die
Brandenburger ihre Laus bemerkten
Sie juckt was sie einfach anflog

jens tuengerthal 22.2.24

Mittwoch, 21. Februar 2024

Liebeserledigung

Liebeserledigung

Manchmal erledigt sich eine Liebe
Die noch wie ein Wunder begann
Im Nichts der Wortlosigkeit in der
Alle Schwärmerei echolos verhallt
Was sich einst mit Herzen oder
Zärtlichen Küssen überschwemmte
Erledigt dann nur noch sein Pflicht
Mit einem kleinen Kuss am Ende
Dann hat sich die Liebe erledigt
Manche bleiben dann noch in einer
Beziehung wenn sie eine brauchen
Um Sex Anerkennung sonstiges
Voneinander weiter zu haben bis
Auch das sich für neue Hoffnung
Irgendwann wieder erledigt
So ist der Lauf der Liebe über den
Zu jammern müßig ist weil es eben
So stürmisch kommt wie geht wenn
Die Zeit der Liebe vorbei ist sich
Gefühllos ausplätschert dann können
Zwei noch miteinander reden wo ihre
Verlorene Liebe denn blieb aber sie
Können es auch lassen weil es dann
Vorbei mit Liebeserledigung ist mehr
Braucht es nicht mehr um zu neuen
Ufern aufzubrechen manchmal nur
Ist schade was sich so erledigt aber
Müßig ist es sich zu grämen weil die
Welt sich rasend weiter dreht wir nur
Entscheiden ob wir es genießen
Oder um erledigte Liebe jammern
Was noch nie lohnte das ist dann
Mit der Liebe wie am Markt wer
Zuviel davon hat verliert an Wert
Ersparen wir uns das lieber um
Einander wertvoll zu bleiben

jens tuengerthal 21.2.24