Montag, 2. Januar 2023

Literatentratsch

Literatentratsch

Wie herrlich beschreibt Hermann Kesten
In meine Freunde die Poeten den eher
Elitär elegischen Hugo von Hofmannsthal
Besonders im Briefwechsel mit dem auch
Eher sphärischen Dichter Stefan George
Deren beständigen Versuchen einer
Literarischen Vereinnahmung wie dabei
Zugleich Umarmung sich Hugo lieber so
Dezent und höflich wie noch möglich
Entzieht wie aber zugleich um Anerkennung
Vom älteren George buhlt dessen
Konsequente Kleinschreibung nicht ohne
Eine gewisse Lächerlichkeit dabei ist
Zwei große Literaten die sich für noch
Größer halten und auf den Rest eher
Herabschauen sind nicht ohne eine
Gewisse Lächerlichkeit zu lesen
Vor allem wie George versucht den
Weniger interessierten Hofmannsthal
Immer noch rumzukriegen durch eine
Anbiedernde Elitenpartnerschaft ist die
Offenbarung charakterlicher Niederungen
Eher als große Literatur womit diese
Korrespondenz an die Tagebücher der
Brüder Goncourt erinnert ohne deren
Ironische Größe je zu haben weil hier
George und Hofmannsthal als zwei
Sich schrieben die sich zu ernst
Ohne allen Humor nahmen was
Hermann Kesten spöttisch bemerkt

jens tuengerthal 1.1.22

Wiederholungstäter

Wiederholungstäter

Ein Wiederholungstäter ist derjenige
Der nach vorheriger Bestrafung das
Gleiche Delikt nochmal begeht was
Zu Strafverschärfungen führen kann
Weil die erzieherische Wirkung der
Strafe offensichtlich wirkungslos war
Was eine so würdelose Haltung dem
Menschen gegenüber ist dass es
Keine angemessene Haltung
Zu diesem autoritären Denken für
Aus ihrer Unmündigkeit Befreite gibt
Es ist ein paternalistischer Staat der
Erziehen will wie bestraft um so die
Rache staatlich zu ordnen was doch
Der falsche Weg immer noch bleibt
Nichts ändert wie Wiederholungstäter
Immer wieder belegen weil sittliches
Handeln im Kopf beginnt und nicht
Aus Furcht vor Sanktionen die nur
Eine ultima ratio zum Schutz der
Gemeinschaft sein sollte die mit
Jeder Bestrafung ihre Unmündigkeit
Wie Unfähigkeit nur beweist was
Kein ewiger Landfriede begründet
Seit dem der Staat die Rache übt
Viel dramatischer jedoch ist unsere
Neigung Wiederholungstäter gegen
Das Klima nicht zu sanktionieren die
Fliegen als gäbe es keine Klimakrise
Deren Verhalten nicht einmal als
Verwerflich betrachtet wird warum
Es weitergeht wie immer mit der
Irreversiblen Zerstörung der Welt
Welche Autorität noch strafen darf
Wenn Mörder ungestraft bleiben
Wäre einer Frage wert wenn es je
Im Recht um Gerechtigkeit ginge
Nicht nur staatliche Macht hier als
Ding an sich gefeiert würde

jens tuengerthal 1.1.22

Paparatzi

Paparatzi

Papst Benedikt XVI der emeritierte
Vereinsvorsitzende der katholischen
Kirche starb zu Rom mit 95 Jahren was
Dem kritischen Aufklärer nur der Worte
Wert ist weil mit diesem Theologen der
Ehemalige Großinquisitor ging der viel
Getan hat Irrgläubige zu bestrafen auch
Wenn es keine Verbrennungen mehr gab
Für Ketzer und andere steht doch die
Heute Glaubenskongregation was noch
So harmlos klingt in direkter Nachfolge
Der einst Inqisition und wenn ein solcher
Richter stirbt der noch seltsam in einige
Missbrauchsfälle verwickelt war als
Erzbischof von München ist es gut
Nicht nur gut über die Toten zu reden
Der bayerische Großinquisitor war ein
Strenger Richter über Andersdenkende
Hat die Befreiung lange noch verhindert
Keine Aufklärung der Skandale erreicht
Nun ist er nicht mehr da uns also egal
Mögen die Katholiken noch Hokuspokus
Um ihn zelebrieren ist es gut an sein
Amt wie seine Wirkung zu erinnern
Ein Antiaufklärer ist verstorben was
Nicht gleich Jubel auslöst aber doch
Freundlich dazu noch grinsen lässt

jens tuengerthal 1.1.23

Perspektivlos

Perspektivlos

Perspektivlos ist was keine Aussicht
Auf Erfolg bietet also keine Zukunft hat
Dies über ein Jahr zu Anfang zu sagen
Scheint ziemlich hart nur weil es einfach
So weitergeht wie das vorher endete
Putin machte wieder Feuerwerk in der
Ukraine eine Besserung ist nicht in Sicht
Solange Putin an der Macht ist oder lebt
Die Russen haben sich festgebissen sind
Bei hohen Verlusten eher erfolglos wie
Die Schäden in der Ukraine immer weiter
Eskalieren und die sichere Versorgung der
Bürger im Land gefährden vielleicht bieten
Amerikanische Patriot Raketen noch eine
Chance die Lage zu verbessern aber es
Sieht gerade eher schlecht aus dann wurde
Dieses Jahr wieder geböllert und so die
Atmosphäre weiter verdreckt wie sich nach
Pause in den Corona Jahren auch wieder
Schlachtfelder in den Städten bildeten wo
Feuerwehr und Polizei angegriffen wurden
Die Menschen haben nichts gelernt sondern
Bleiben so wahnsinnig wie immer dabei
Eine Perspektive ist nirgendwo in Sicht
Die Aussicht auf Befreiung aus der wohl
Selbstverschuldeten Unmündigkeit gibt
Menschen machen sich gerne zu Idioten
Wenn sie dafür im Mittelpunkt stehen
Noch gehe ich davon aus dass sie anders
Könnten wenn sie kritisch nachdächten
Erkläre also nicht alle für zu dumm sondern
Nur für zu faul kritisch zu denken was ihnen
Die Unwürdigkeit ihres Handelns offenbarte
Somit zeigen Putin wie die Feuerwerker
Gleich zu Beginn des Jahres wie völlig
Perpektivlos unsere Zeit ist alleine die
Chance mündig und verantwortlich zu
Handeln gibt noch eine Perspektive die
Einen Hauch von Hoffnung haben könnte
Aber wer der Täter kennt seinen Kant
Weiß wie lächerlich er sich macht mit
Diesem perspektivlosen Tun was so
Unwürdig wie unaufgeklärt ist weil die
Narren nicht ihre Freiheit zeigen wenn
Sie nach Westernart ballern sondern
Wie wenig sie sich befreit haben um
So zu handeln dass ihr Handeln auch
Gesetz für jedermann sein könnte weil
Es dieser vielen Idioten wegen weiter
Gesetze und Verbote braucht um das
Leben in den Städten zu ordnen was
Vielen erst hinterher klar wird wenn
Sie unter Zwang bestraft werden womit
Der Staat seine Hilflosigkeit uns zeigt
So gesehen sieht es nicht gut aus im
Land wie in der Welt aber was wäre
Die Aufklärung ohne Hoffnung auf
Mehr Vernunft im miteinander was
Weiter wirkte als alle Gesetze die
Menschen auf diesem Weg noch
Zu unterstützen und den Verkauf
Von Feuerwerk zu verbieten wäre
Eine Maßnahme die vieles vorab
An Strafen verhindern könnte wie
Der Mündigkeit Vorschub leistete
Wie wir auch keine Waffen einfach
Frei abgeben bräuchte es einen
Strengen Führerschein wie den
Obligatorischen Verwendungsnachweis
Für jedes Stück Feuerwerk leider nur
Verlängern Verbote die Unmündigkeit
Geben keinerlei sittliche Verantwortung
Wenn die Menschen nicht selbst merken
Wie perspektivlos peinlich ihr Handeln ist
Gibt es keine Aussicht auf Besserung
Womit wir am Ende wieder am Anfang
Dieser Verse sind es sieht nicht gut aus
Für die Zukunft der Freiheit nach den
Grundsätzen der Aufklärung warum es
Besser sein könnte jede Hoffnung lieber
Gleich aufzugeben dann können nur
Angenehme Überraschungen kommen
Dahingestellt ob das aufgeklärt kritisch
Noch sein kann oder ist wie es ist

jens tuengerthal 1.1.23

Samstag, 31. Dezember 2022

Horizontale

Horizontale

Die Horizontale sei die einzig aufrechte
Lebenslage belehrt uns Hans Castorp im
Zauberberg von Thomas Mann dem im
Lungensanatorium spielenden Roman
Der auch eine Kulturgeschichte des
Langen 19. Jahrhunderts wie seiner
Geistigen Strömungen ist die sich im
Sanatorium konzentrieren so einen
Spiegel einer untergegangenen Welt
Voller Ironie und Liebe geben was
Thomas Mann seinem Bruder Heinrich
Voraus hat der nur bissig karikiert wie
Im Untertan so ätzend sichtbar wird
Dem hässlichen Bild der Epoche die
Der Nobelpreisträger Mann mit Liebe
Immer malt was Heinrich nur im
Henri Quatre gelingt der Liebeserklärung
An sein französisches Exil während er
Sonst ein bitterer Ironiker von der
Plakativen Grobheit vieler Linker ist
Liebt Thomas Mann was er schafft
Bleibt auch in der Karikatur etwa von
Gerhardt Hauptmann der im Zauberberg
Als Minher Pepperkorn auftaucht noch
Liebevoll bis ins Detail aber bevor ich mich
Hier im Gegensatz der Brüder verliere
Welche im Ersten Weltkrieg noch in den
Bekenntnissen eines Unpolitischen gipfelte
Kehre ich zurück zur Liegekur wie den
Worten Hans Castorps der die Horizontale
Wie sie im Sanatorium Schatzalp üblich war
Die Lungentuberkulose zu heilen ob die
Damit verbundene Horizontale wirklich
Die einzig aufrechte Lebensart ist muss ich
Nicht entscheiden aber in dieser Nacht
Die als Nacht der Nächte unsinnig gilt
Einfach den ganzen Tag liegen zu bleiben
Schönste Nachtstunden hier in Erinnerung
Scheint mir angesichts des Krieges
Auf den Straßen von Berlin passend
Die einzig angemessene Lage zum
Wahnsinn vor der Tür wo alles knallt
Weil alle einen Knall hier haben
So hat mich der Infekt der hoffentlich
Nicht zu Corona nochmal mutiert vor
Dem Wahnsinn da draußen bewahrt
Ist die Horizontale die dem Leser
Einzig angemessene Lebensform
Denke ich und lasse Silvester so
Vorbeiziehen wie alles übrige von
Gelegentlichen Nickerchen unterbrochen
Habe ich den Tag lesend und dichtend
In der Horizontalen halb aufrecht mit
Lesekissen im Rücken verbracht was
Die einzig aufrechte Lage in dieser
Verrückten Nacht mir scheint ohne
Böllerattentaten zum Opfer zu fallen
Und so hat am Ende Hans Casorp
Mit seiner Behauptung richtig gelegen
Denke ich und bleibe lieber liegen
Solange die Idioten hier noch den
Innenhof zusätzlich befeuern was
Ein Wahnsinn mit Echo noch ist

jens tuengerthal 31.12.22

Lustfeuerwerk

Lustfeuerwerk

Lust entfacht ein Feuerwerk der Sinne
Was von alleine brennt wo entfacht
In bunten Flammen über alle Stränge
Schlägt um sich nur nah zu sein das
Wege ineinander findet die ohne ein
Feuerwerk abstrus uns schienen aber
Im Licht der Flammen der Lust zum
Hingebungsvollen Gottesdienst wird
Der einander lustvoll anbeten und wie
Schön ist die Lust wenn du die Schönheit
Hingebungsvoll anbeten kannst was
Den Sex über gewöhnliche Paarung
Zum natürlichen Zweck der Fortpflanzung
Weit erhebt und dafür das Feuerwerk
Entfacht was die Welt so vollkommen
Beleuchtet wie nichts sonst es kann
Egal wie wirklich die Wirklichkeit ist
Scheint sie im Lustfeuerwerk als
Vollkommen schön im Moment

jens tuengerthal 31.12.22

Liebesankunft

Liebesankunft

In der Liebe ankommen wollen ist müßig
Nie geschieht was wir unbedingt wollen
Im Gegenteil verhindert der Wille eher
Was gut und entspannt sein könnte weil
Erwartungen nur dazu da sind enttäuscht
Zu werden was jede Erfahrung bestätigt
Manchmal passiert es dennoch wenn
Am wenigsten damit gerechnet wurde
Dann lächelst du die Erinnerung wie
Dein Telefon bei jeder Nachricht an
Als ständest du unter Drogen noch
Was so ist weil die körpereigenen
Drogen der Hormone den Rausch
Verstärken wie verstetigen noch
Angekommen bist du dabei wenn
Alles in einer gut zu sein scheint
Du im Vertrauen erfüllt bist was
Alle anderen Erfahrungen leicht
Wieder vergessen lässt also eher
Blöd macht aber genau das ist
Die große Macht der Liebe die
Was klug wie berechnend macht
Ausblendet für den Wahn der Liebe
Die ein nur Gefühl wichtiger macht
Als alle sonst leitende Vernunft
Wenn beide nichts erklären müssen
Aber sich vollkommen verstehen
Das zumindest im Rausch meinen
Sind sie beieinander angekommen
Bis Zweifel das Gefühl verdrängen
So ist die kritische Vernunft die uns
Aufgeklärt vernünftig sein lässt ein
Kontrapunkt der Liebe die keinen
Zweifel mehr kennt wie absolut ist
Warum es für Aufklärer schwierig
Sein könnte in der Liebe anzukommen
Weil Aufklärung Befreiung aus der
Selbstverschuldeten Unmündigkeit ist
Während Liebe den freien Willen
Im Rausch des Gefühls betäubt
Aber da die Liebe alles kann wie
Tut was ihr gefällt können auch
Kritische Aufklärer verliebt sein nur
Erwarte bitte keiner dass es irgend
Vernünftiger dabei zugeht als bei
Jedem gefühlsduseligen Romantiker
Am Ende ist die Liebe doch immer
Was sie ist und was bleibt kam an
Der Rest verschwindet wieder

jens tuengerthal 31.12.22

Heinrichshenri

Heinrichshenri

Heute von Hermann Kesten noch in
Meine Freunde die Poeten gelesen
Wo er wunderbar plaudernd über
Dichter die er traf oder las erzählt
Dabei das große Werk auch von
Heinrich Mann vorstellt wie über
Die verschlungenen Wege dieses
Autors der viele Dinge schrieb die
Kesten spürbar so fern sind wie mir
Warum er sie nur aufzählt ohne
Mehr dazu zu sagen sich dafür voll
Auf den Henry Quatre konzentriert
Jenes Meisterwerk des Exils in dem
Heinrich Mann so wunderbar aus
Der Zeit der Hugenottenkriege wie
Damit der späten Renaissance die
Auch die Zeit Montaignes ist der
Ein Berater und Freund Henris war
Erzählt und gewagt Meinung macht
Was ich als ich das Werk vor über
Zwanzig Jahren las noch nicht so
Deutlich bemerkte wie im Untertan
Wo ich die zugespitzte Meinung
Eher hässlich und zu viel fand als
Schelte des Bürgertums dem die
Manns doch auch entstammten
Doch wird im Henri genauso wieder
Meinung gemacht wenn auch viel
Eleganter mit liebevoller Bewunderung
Für Henri den die Franzosen lieben
Sei es für den Hahn im Topf oder
Das Toleranzedikt gegenüber den
Protestanten zu denen er auch noch
Gehörte bevor Paris ihm eine Messe
Wert schien wie die Krone um die er
So lange gekämpft hatte wie schließlich
Für den Hahn Henri der in jedem Dorf
Gerüchten zufolge ein Kind zeugte
Sehr frei und vielfältig die Liebe lebte
Mit zwei Medici verheiratet war um
Die Krone zu bekommen wie zu halten
Seine Schulden zu bezahlen aber der
Seitenwechsel Henris oder sein lange
Schweigen in der Batholomäusnacht
In der seine Schwiegermutter einst die
Protestanten im Land metzeln ließ wie
Heinrich als sicher behauptet was aber
Bis heute in vielem noch unklar ist ob
Es ein Ausbruch des Volkszorns war
Oder die Kirche dies für die Krone
Frankreichs gefordert hatte auch die
Bewertung der Habsburger ist stets
Einseitig ablehnend aber es ist ein
Roman aus dem französischen Exil
Voller Liebe zu Frankreich die den
König so darstellt wie viele ihn noch
Bis heute sehen was jenseits aller
Historischen Wahrheit um die es im
Roman weniger geht als den Mut
Zur Meinung und Handlung dabei
Die Heinrich Mann treffend erfaßt
Er schildert den Henri Quatre von
Dem im ländlichen Frankreich bis
Heute so geschwärmt wird auch als
Liebeserklärung an sein Exilland
Tut dies mit Freude am Fabulieren
Der die Lektüre zum Vergnügen macht
Fand es passend wie Kesten so über
Viele Seiten nur von diesem Werk
Spricht was ich auch für das einzig
Wirklich bedeutende halte und so
Kann es zum Vergnügen gelesen
Ein gutes Gefühl für Frankreich wie
Den dort Geist geben wie ich ihn im
Grand Orient noch kennenlernte
Das ist kein historisch exaktes
Sittenbild einer Zeit sondern das
Liebevolle Bild der Franzosen die
Ihren Henri bis heute noch lieben
Für seine gefühlvoll wilde Art die
Auch dreimal die Kirche wechselte
Das beschreibt Kesten treffend

jens tuengerthal 30.12.22


Erschießungskommando

Erschießungskommando

Dieses Jahr sind wieder Böller erlaubt
Menschen investieren sehr viel Geld
In den großen Knall zum Ende was
Bei mir eher die Motivation weckt alle
Die da knallen sofort zu erschießen
Weil ich es als Angriff empfinde
Was ich natürlich nicht tun werde
Auch weil ich nicht schießen kann
Aber das Extrem zeigt genau wie
Fern sich Welten sein können wo
Die einen gerne laut knallen weil
Lärm für sie Freude ausdrückt
Denke ich dabei eher an Krieg
Lerne wieder Toleranz zu üben
Um keinen zu erschießen noch
Erschießungskommandos mir zu
Wünschen für alle Idioten was eine
Gute Übung in Gelassenheit ist
Damit jeder nach seiner Fasson
Glücklich werden möge und so
Haben die einen einen Knall die
Anderen einen was das Knallen
Betrifft und so sind wir alle etwas
Verrückt und damit lässt sich leben

jens tuengerthal 30.12.22

Endeausblick

Endeausblick

Das Jahr endet doch statt zurück
Was weniger erfreulich nun wäre
Kann ich auch nach vorne schauen
Ein Ende feiern nachdem so vieles
Nur besser werden kann warum 
Die Perspektive positiv für mich ist
Wie es manchmal besser scheint
Weiter zu gehen wenn es so ist wie
Dieses Jahr in vielem war weil es
Dann Vergangenheit einfach ist die
Neubeginn wieder zulässt auch
Wenn gute Aussichten gerade eher
Schwer fallen ist es noch besser
Was schwer war hinter sich zu lassen
Um beflügelt ins Neue zu starten
Aber es kostet zugegeben gerade
Mehr Phantasie als Realismus
Aber dann lebe diese als Hoffnung
Sich sicher sein zu können auch
Die schlimmsten Jahre enden wie
Das Leben irgendwann vorbei ist
Der Ausblick auf das sichere Ende
Kann gerade tröstlich auch sein
Was zumindest eine Perspektive
Ins Nichts am Ende schenkt
Und mehr bleibt nie

jens tuengerthal 30.12.22

Jahresgedenken

Jahresgedenken

Am Ende des Jahres gedenken wir
Gern dessen was war was dieses
Jahr nicht viel Freude machte mit
Krieg Tod und Krisen wie damit eher
Frustrierte als Ressourcen freisetzte
Ob es ein annus horribilis gleich war
Will ich nicht entscheiden trotz auch
Corona-Infektion die nicht so schlimm
Wie erwartet war sondern milde verlief
Aber zufällig neue Tore mir öffnete die
Das weitere Jahr begleiteten und so
Bringt manches Chaos auch schönes
Mit dem vorher nicht zu rechnen war
Es gab manche wunderbare Momente
Voller Freude in diesem Jahr an die ich
Lieber denken will als an das globale
Chaos in dem wir nur überleben und so
Konzentriere ich mein Gedenken statt
Auf die großen Ereignisse des Jahres
Lieber auf das kleine Glück was sich
Voller Liebe und Zärtlichkeit zeigte in
Manchmal überraschenden Begegnungen
Die sich gerne fortsetzen dürfen warum
Das Jahresgedenken überraschend gut
Für mich ausfällt dank der Menschen
Denen ich begegnen durfte was mir
Zeigt im kleinen kann viel mehr liegen
Als es im großen scheint und so endet
Was mit gruseligen Zahnschmerzen
Zum Jahreswechsel wie betäubt noch
Begann friedlich und guter Dinge für
Das was nun kommen mag denn
Auch wenn die Lage der Welt nicht
Wirklich rosig genannt werden kann
Bleibt das kleine Glück größer warum
Der Blick über das Jahr diesmal ganz
Bei mir im kleinen Kreis lieber bleibt
Es fühlt sich viel besser an auch wenn
Das fast biedermeierlich klingt

jens tuengerthal 30.12.22

Donnerstag, 29. Dezember 2022

Lustfließen

Lustfließen

Lust die sich tief erregend spürt
Fließt nicht nur ineinander über
Sondern mehr noch zusammen
Was den Sex zum Tanz um die
Erregte Mitte gleich einem Ballett
Macht das seine Musik findet im
Miteinander der Harmonien die
Keine Grenzen mehr kennen im
Fluß der Zeit durch Räume fliegen
Die einander ganz erfüllen wollen
Was im Überfluss der Lust einerseits
Als Glück für beide auch geschieht
Andererseits in der Harmonie dabei
Schönsten Ausdruck findet der sich
Tief und innig erspürt um auch im
Streben nach Befriedigung noch
Zusammenklang zu finden der
Einfach selig fließt sich im so
Fluss des Seins genug ist

jens tuengerthal 29.12.22

Liebeskampflos

Liebeskampflos

Manche ringen um und mit ihrer Liebe
Ihr Leben wird zum einzigen Wettkampf
In dem ihnen Siegen wichtiger ist als
Der Genuss der noch möglich wäre
Wollten sie weniger erfolgreich statt
Schlicht glücklich sein denke ich nach
Versuchen in der Liebe mit welchen
Die immer die Besten sein wollten
In egal was ehrgeizig damit waren
Sich dafür das Leben zur Hölle mit
Ewigem Kampf gegen alle machen
Möchte mich der Liebe viel lieber
Wenn sie auftaucht kampflos ergeben
Genießen was sein kann statt noch
Mit oder gegen wen zu kämpfen
Sage darum die Liebe ist stärker
Als alles was ich wollen könnte
Ergebe mich und genieße das
Solange wie möglich weil mir
Epikureisch vernünftig scheint
Sich dem was gut tut zu ergeben
Ergibt zumindest mehr davon
Was in der Liebe nie schadet
Kämpfe um keine denn was
Kommt um zu bleiben tut es
Der Rest darf gerne gehen
Sich seine Kämpfer suchen
Liebe lieber kampflos wer
Es zu würdigen weiß
Verdient es auch

jens tuengerthal 29.12.22

Klimatisiert

Klimatisiert

Gerade erzählten meine Schwestern
Wie sie in der Schule und im Büro
In dicker Jacke winterlich gekleidet
Mit eisigen Fingern arbeiteten weil
Die Temperaturen runter geregelt sind
Gas und Energie zu sparen ist was
Lange normal uns schien nicht mehr
Das wohltemperierte Leben scheint
So langsam Geschichte zu werden
Erzählte wie ich in meiner noch bis
Dato nahezu ungeheizten Wohnung
Im Schlafsack auf dem Diwan schrieb
Die Finger am Tee mir nur wärmte
Fragte mich zugleich ob es gut so ist
Weil es ein besseres Gefühl gibt für
Das Jahr und seine eben Wechsel
Die nicht wegklimatisiert werden
Sondern spürbar bleiben doch ist
Schreibtischtätigkeit nicht wirklich
Gut zu bewältigen wenn zu kalt
Was können wir ändern wenn wir
Nicht mehr vollklimatisiert leben
Wie können wir Energie sparen
Ohne dabei frieren zu müssen
Müssen wir uns mehr abhärten
Um weniger zu frieren oder das
Leben neu und anders denken
Statt immer nur weiter so wie
Es blind zu lange gelebt wurde
Vollklimatisiert ist Geschichte
Nun können wir wieder mehr
Mit der Natur leben statt sie
An unsere Wünsche anzupassen
Was gut zum Klimawandel passt
Es stehen andere Zeiten bevor
Vielleicht ist es gut so weil es
Besser tut mit dem zu leben
Was ist statt weiter dagegen

jens tuengerthal 29.12.22

Kosovochaos

Kosovochaos

Durfte im Sommer einer Kosovarin
Nahekommen die länger Berlinerin
Schon ist als die meisten die aber
Ihren Wurzeln verbunden blieb so
Die Amselprinzessin für mich wurde
Was den Kern des Problems dort
Schon sehr treffend beschreibt die
Identität auf doppelt symbolischem
Grund der Identität und Spaltung
Für beide zugleich in sich trägt so
Sorgt der Kosovo wieder für Chaos
Auf dem ewigen Brandherd Balkan
Welcher schwer zu ordnen nur ist
Ein Land was zwei Gruppen wollen
Dessen Mehrheit sich autonom als
Republik erklärte die anzuerkennen
Den Serben bis heute schwer fällt
Um die Serben dort zu schützen
Wie sie gerne noch behaupten
Wie ihre heilige Tradition im Kampf
Gegen die Osmanen zu verteidigen
Was im laizistischen Europa völlig
Egal längst sein sollte aber in den
Köpfen der Menschen weiterbrennt
Was dem Kampf der Basken wie
Der Katalanen und Nordiren gleicht
Wie es mit der Erbfeindschaft einst
Zwischen Deutschen und Franzosen
Nach vielen Kriegen auch noch war
Bis sie zum Kern Europas wurden
Spürte im Gespräch den Hass gegen
Die Serben die ihrer Familie wie so
Vielen Albanern dort im Kosovo einst
Antaten was nicht vergessen ist wie
Von Putin kräftig angefeuert wird weil
Ein Krieg in Europa ihn stärkte und so
Ist der Abbau der Barrikaden durch
Die Serben ein guter erster Schritt
Es ist der Kosovo Kern Europas
Das alte Illyrien aus dem einst
Alexander der Große auch kam
Sollte uns so wichtig sein wie die
Serben als Verteidiger gegen das
Osmanische Reich in Europa waren
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Könnte helfen Serben und Kosovaren
Zu Brüdern zu machen wie es auch
Deutsche und Franzosen wurden
Europas große Aufgabe ist es für
Eine bessere Zukunft zu verbinden
Die jenseits der Nationen liegt was
Polen und Ungarn nicht begriffen
Aber der Kern sein soll der die
Imperialen Kriege verhindert
Damit wir alle Europäer sind

jens tuengerthal 29.12.22