Sonntag, 10. Februar 2019
Verfassungskreislauf
In der Republik lehrten uns schon
Die Größen der Antike wie etwa
Platon und Aristoteles lange Zeit
Darüber lamentieren wie wenig
Aristoteles der Liebling später
Der römischen Kirche Demokratie
Schätzte und verstand ist müßig
Auch Platons Staatsbild ist ja
Eher als Ermahnung in vielem
An Sparta ausgerichtet darum
Kaum zu ernst zu nehmen wie er
Anders dagegen bei Polybios dem
Historiker in römischen Diensten
Der Gemeinwohl und Eigennutz
Als gegenläufig gegenüberstellte
Den drei guten Formen welche sind
Monarchie Aristokratie Demokratie
Stehen die drei Verfallsformen gegenüber
Tyrannis Oligarchie Ochlokratie
Was sich noch theoretisch anhört
Nach ferner griechischer Philosophie
Wird konkret im Osten der Republik
Wo Pegida für die Ochlokratie steht
Die Herrschaft des Pöbels als Abart
Der Demokratie im ungesunden Zustand
Eine Folge des pathologischen Populismus
Greift bei Demokratie unerfahrenem Volk
Ob die Bundesrepublik nun dank des
Undankbaren Ostens der gern Wohlstand
Aber bitte ohne Parteiendemokratie wollte
Ihr Gleichgewicht verliert ist noch unklar
Die von allen Seiten bestärkten Populisten
Bei deren Bekämpfung kollektiv versagt
Wurde aufgrund gewohnter Muster ist wohl
Ein Stück europäischer Normalität nun
Absurd wird die Ochlokratie im Osten
Die von der russischen Tyrannis bezahlt
Wenn sie Alternativen benennen sollte
Zur von ihnen inszenierten Bedrohung
Hätten die Sachsen genug Bildung wie
Intellekt die Bedrohung aus des Polybios
Verfassungskreislauf zu erkennen wäre
Aufklärung der vernünftigste Weg hier
Doch die nachhaltige Zerstörung der
Klassischen Bildung und Werte östlich
Durch die Tyrannis nach Marx-Lenin
Lässt an kulturellen Wurzeln zweifeln
Ist darum dort der Verfassungskreislauf
Unaufhaltsam weil die Pegiden dort den
Untergang der Demokratie durch die
Herrschaft der Populisten selbst wählen
Wie reagiert der Rest der Republik auf
Diese gefährliche Entwicklung der dort
Vermeintlichen Basisdemokraten die
Real nur Pöbelherrschaft erstreben
Polybios sollte wieder gelesen werden
In den Schulen wie den Parlamenten
Alternativen müssen bedacht werden
Demokratie findet dort ihre Grenzen
Wo das Volk Populisten und Lügner
Stellvertetend zur Herrschaft wählt
Zeigt es sich zur Demokratie unfähig
Muss einige Zeit verwaltet werden
Wie auch der Westen vierzig Jahre
Von Demokraten halt besetzt war
Könnten auch einige Regionen
Östlich noch etwas Zeit brauchen
Hier besteht eine Verpflichtung zum
Gleichgewicht aus der Verfassung
Was Populisten fälschlich gefährden
Besonders wo von Moskau bezahlt
Die Demokratie funktioniert gut
Solange die Bürger nicht auf die
Sprüche der Populisten hereinfallen
Wo doch braucht es klare Grenzen
Trumps USA werden insoweit just
Auf die Probe gestellt die sehr bald
Juristisch wohl enden dürfte was zeigt
Demokratie braucht formaler Aufsicht
Sollten die Sachsen tatsächlich nun
Mehrheitlich fern der Mitte wählen
Wird im Notfall Sachsen von Berlin
Bis auf weiteres in zentral verwaltet
Höre schon die Schreie der Demokraten
Wie undemokratisch es wäre nicht den
Willen der Mehrheit anzuerkennen welch
Irrtum wir haben keine Ochlokratie
Nicht der Wille der Masse allein zählt
Bloße Mehrheit muss noch lange nicht
Der Republik und Demokratie dienen
Sondern kann das Gegenteil auch sein
Dies in Zeiten des Populismus wie auch
Der Gelbwesten deutlich zu sagen scheint
Nötig zu sein weil Parteien sich nicht trauen
Demokratie fordert eben Demokraten
Wo die rechte Welle im Osten als quasi
Kontrapunkt und Konsequenz fehlender
Integration die Demokratie bedroht wird
Bekommt diese notwendig engere Grenzen
Der Verfassungskreislauf ist Konsequenz
Fehlender Aufmerksamkeit auf Gefahren
Aber nicht notwendiger Gang der Geschichte
Zeigt nur nötige Grenzen klar auf
jens tuengerthal 10.02.2019
Paradiesgarten
Paradiesgarten
Klingt zauberhaft allen
Die davon träumen
Wo lag Eden nur
Der Garten ihrer Götter
Wo alles begann
Mancher suchte ihn
Im Quellgebiet des Euphrat
Lasen also nicht
Zwischen den Strömen
Der damals bekannten Welt
Mehr kannte keiner
Zumindest keiner
Der biblischen Autoren
Die Juden waren
Älter als alle
Meinten war die Menschheit schon
Unvorstellbar gar
Doch wo lag Eden
Der paradiesische Garten
Wirklich in der Welt
Nirgendwo aber
Überall wo geglaubt als
Phantasieprodukt
Erfunden ist er
Wie die elenden Götter
Eine Illusion
Zugleich aber Ziel
Zahlreicher schöner Träume
Was geben wir auf
Lieber die Träume
Fliegen lassen um frei am
Leben zu leiden
Was ist Wirklichkeit
Am geträumten Paradies
Ist weniger mehr
jens tuengerthal 10.02.2019
Tratschkultur
Es ist Berlinale
Bewegte Bilder eher
Für schlichte Gemüter
Berlin spielt Großstadt
Auf Hollywoodtratschniveau
Es fehlt nur Kultur
Bewegte Bilder
Bewegen Massen gen Kassen
Allein darum geht's
Warum Fördergeld
Dort so massenhaft sprudelt
Bleibt mir rätselhaft
Die Berlinale ist
Regenbogenpresse mit
Staatlicher Förderung
Klatsch und Tratsch haben
Auch mit Bundessiegel nicht
Einen Hauch Kultur
jens tuengerthal 10.02.2019
Lesewelten
So mancher erobert die Welt
Einige tun es mit Anwesenheit
Andere mögen es erlesener
Zu letzteren zähle ich mich
In meiner Bibliothek bin ich
Weder an Orte noch Zeiten
Gebunden sondern ganz frei
Überall immer seitenweise
Es gibt viele gute Gründe
Nicht mehr zu reisen von
Der Ökologie bis zu Kant
Wer es tut bräuchte bessere
Kann keinen erkennen der
Sich vernünftig begründen ließe
Darum lasse ich es und lese
Lieber mehr von überallher
Die Welten meiner Lektüre
Reichen weiter als jede Reise
Nur muss ich dafür nirgendwo hin
Bleibe einfach wo ich bin
Mitleid habe ich für Reisende
Die noch durch die Welt hetzen
Weil sie fälschlich meinen
Gesehen haben zu müssen
Buchläden die Orte bewerben
Die du gesehen haben musst
In den entsprechenden Büchern
Sind kaum einen Besuch wert
Könnte Bücher schreiben über
Alle Orte die du erlesen musst
Wäre es nicht so überflüssig
Jeder Leser hat die Welt für sich
jens tuengerthal 10.02.2019
Kaminwetter
Kaminwetter braucht
Kein offenes Feuer mehr
Guter Tee genügt
Kaminwetter heißt
Innen mehr zu genießen
Auch ineinander
Kaminwetter liest
Lieber mehr gute Bücher
Regen bringt Segen
jens tuengerthal 10.02.2019
Kinderangriff
Wer Kinder angreift
Weil sie Kopftuch tragen ist
Ängstlich und feige
Wer Eltern angreift
Die Kopftuch tragen lassen
Ist genauso blöd
Wer Menschen angreift
Sogar allein mit Worten
Wird zum Brandstifter
Natürlich Marzahn
Die Ossis sind halt rassistisch
Weiß das Vorurteil
Nur warum Neukölln
Das ist doch Multikulti
Fragt ohne Ahnung
Neukölln ist ländlich
Auf mehr Fläche noch dörflich
Als irgend städtisch
Weiß kein Brandstifter
Kennen nur ihre Ängste
Lassen Hass wachsen
Wir bestrafen die
Täter lassen Anstifter
Weiter nur reden
Ängstlich und feige
Wer Anstifter reden lässt
Wird zum Mittäter
jens tuengerthal 10.02.2019
Samstag, 9. Februar 2019
Babelwahn
Von höchsten Türmen
Träumen menschliche Herrscher
Den Himmel fordernd
Beides ist menschlich
Braucht keinen hohen Himmel
Noch Götter dazu
Menschliches Ego
Genügt zur Erklärung ganz
Der schlichte Wahn ist's
Weil dies peinlich ist
Reden sie von Strafe für
Menschliches Streben
Daraus wurden dann
Die allmächtigen Götter
Ohnmachtserklärung
Nicht Bescheidenheit
Lehrte Demut vor Natur
Sondern Größenwahn
Warum noch Menschen
An diesen Unsinn glauben
Bleibt stets rätselhaft
jens tuengerthal 09.02.2019
Überwahn
Wagner und Nietzsche
Bleibt deutsches Wesen ohne
Ein Welt genesen
Wahnhaft wohl beide
Wahnfried des einen Villa
Halt Übermenschlich
Freundschaft zerbrochen
An sexueller Moral
Spionage dabei
Allzu menschlich nur
Wogten dort Emotionen
Zwischen den Genies
Der Übermensch bleibt
Wahnsinnige Phantasie
Für kommende Zeit
Besser sie wären
Alle menschlicher anstatt
Mehr sein zu wollen
jens tuengerthal 09.02.2019
Lichtkraft
Lichter im Winter
Lassen glücklicher leben
In der Dunkelheit
Künstler des Lichtes
Waren Impressionsten
Unübertroffen
Bestes Heilmittel
Gegen Winterdepression
Sind Bäder im Licht
jens tuengerthal 09.02.2019
Lieberwelt
Mache mir die Welt
Zu gern wie sie mir gefällt
Ein Bild vom Leben
Liebermann gemalt
Erscheint alles harmonisch
Fühlt sich besser an
Liebe meine Welt
Mit Liebermann dekoriert
Wie für mich gemacht
Lustvoll Leben heißt
Genau zu tun was gefällt
Genuss statt warum
Bin zuhause im
Licht der Impressionsten
Fühle ich mich wohl
jens tuengerthal 09.02.2019
Liebertag
Jeder Tag beginnt mit
Blick auf Liebermann Bilder
Im Wannseegarten
Die schönste Natur
Im zartesten Licht gemalt
Bleibt die Impression
Nichts ist mir lieber
Als Liebermann zuhause
Nahe zu sehen
jens tuengerthal 09.02.2019
Tagesbeginn
Den Tag voller Lust
Beginnen gibt Energie
Wie Befriedigung
Wer befriedigt ist
Lebt im Überfluss glücklich
Ohne mehr Bedarf
Der Sex am Morgen
Erspart uns vielen Ersatz
Statt Befriedigung
Ökonomisch schlecht
Persönlich beglückend
Wirkt Befriedigung
Bin lieber glücklich
Als ökonomisch wirksam
Dank Befriedigung
jens tuengerthal 09.02.2019
Freitag, 8. Februar 2019
Geniewesen
Was macht zum Genie
Wesen oder mehr Natur
Als bei anderen
Genies in allem
Finden sich eher selten
Goethe war keines
Begabung ist oft
Konzentration auf etwas
Was besonders wird
Ob alle könnten
Konzentrierten sie sich
Kann keiner wissen
Beuys meinte einmal
Jeder Mensch sei ein Künstler
Sofern er mitwirkt
Mitwirkung an der
Sozialen Plastik die
Das Sein gestaltet
Wenige tun es
Noch weniger sehen sich als
Künstler und Genie
Wer sich als Genie
Überschätzt endet peinlich
Im bloßen Anschein
Darum ist genial
Wer eher tiefer stapelt
Genie sprechen lässt
jens tuengerthal 08.02.2019
Kunstwesen
Das Wesen der Kunst
Übersinnlich und Genie
Sei ein höheres
Kunst berührt sinnlich
Ohne es zu verstehen
Wirkt übersinnlich
Was Sinne berührt
Bewegt unsere Natur
Auch ohne Verstand
Unverständnis schöpft
Alleine nichts höheres
Es fehlt nur Verstand
Früher schien alles
Menschen noch übersinnlich
Heute wissen wir
Das Genie erkennt
Künstlerisches in Dingen
Offenbart es uns
Kunst ist Natur
Nur künstlerisch betrachtet
Erkennen was ist
jens tuengerthal 08.02.2019
Musikwesen
Materie meinte Wagner
Nach Schopenhauer
Höheres Wesen
Sei in Klängen verborgen
Ging über Natur
Töne sind Schwingung
Physikalisch nachweisbar
Also auch Natur
Sie regt Gefühl an
Was uns übernatürlich scheint
Aber Natur ist
Alles ist Natur
Nicht ist mehr übersinnlich
Außer Phantasie
Phantasie aber
Sind unsere Gedanken
Bleiben so Natur
jens tuengerthal 08.02.2018
Enthaltsamkeit
Beim Verurteilen des Bösen
Wer ist gerechter
Täter und Opfer
Eines Urteils sind beide
Recht unterworfen
Was einem Recht ist
Mag anderen billig sein
Bleibt eher Zufall
Grenzen verschwimmen
Zwischen falscher Moral und
Ewigem Unrecht
Darum enthält sich
Lieber aller Urteile
Wer nicht böse ist
jens tuengerthal 08.02.2019
Schülerstreik
In aller Welt streiken
Schüler für die Zukunft
Ihre unsere die aller
In Berlin streiken bald
Auch Lehrer wieder
Für mehr Geld für sich
jens tuengerthal 08.02.2019
Zeitgewinn
Zeit gewinnen ist
Immer fragwürdig ohne
Verlust für jemand
Lieber Zeit ohne
Konkurrenz mehr genießen
Könnte mehr bringen
Am Ende ist doch
Alles vorbei egal was
Wir uns ersparten
jens tuengerthal 08.02.2019
Innehalten
Innehalten ist
Hauptgewinn jeder Pause
Hält Innen stabil
Mehr Innehalten
Brächte größeren Gewinn
Als alle Hektik
jens tuengerthal 08.02.2019
Liebeskünstler III
Wahre Liebeskunst
Vereint Erotik und Gefühl
Auf lange Dauer
Schnell kann wohl jeder
Langsam immer wieder auch
Nach Krisen ist Kunst
Liebe ist langsam
Erotik eher schneller
Liebeskunst zeitlos
jens tuengerthal 08.02.2019
Liebeskünstler II
War Casanova
Ein Liebeskünstler oder
Bloß Erotiker
Es relativiert
Menge die große Liebe
Ohne Romantik
Hatte ähnlich viel
Aber eine Richtige
Völlig romantisch
Liebe ist immer
Mehr als Erotik allein
Gefühl dominiert
Casanova war
Frauensammler blieb daher
Am Ende allein
Liebeskünstler ist
Wer eine für immer hält
Auch mit Erotik
jens tuengerthal 08 02.2019
Liebeskünstler
Ovid schreibt über
Liebeskunst aber meinte
Eher Erotik
Gefühl und Körper
Gehören sie zusammen
Oder lieber nie
Vollkommen wird es
Wo beides vereint erregt
Eines genügt nie
jens tuengerthal 08.02.2019
Donnerstag, 7. Februar 2019
Kleiderlust
Heute kamst du wieder
Zu und mit mir zugleich
Aber der Reihe nach
Zuerst wolltest du mir
Neue Kleider vorführen
Dann ging es schnell
Unter dem zweiten Kleid
Trugst du nur ein Höschen
Wie ich sogleich erfühlte
Du erfühltest meine Lust
Hart und fest in der Hose
Wie ich deine nass darunter
Keine drei Minuten später
Lagen wir schon ineinander
Verschlungen längst überall
Du kamst schnell und heftig
Es hatte dir wohl sehr gefehlt
Dann gleich schreiend nochmal
Später kamen wir wieder
Zusammen ganz zerfließend
Neue Kleider machen Lust
Überkochende Leidenschaft
Macht riesigen Hunger also
Kochte ich danach für dich
jens tuengerthal 07.02.2019
Freundesprobe
Sind allerbeste Freunde
Nord Stream belegt es
Sie schützen sich noch
Vor allen falschen Verträgen
Im Geist Europas
Schröder hat Merkel
Vertraglich gebunden an
Seinen Freund Putin
Macron hilft Merkel
Aus vertraglichen Zwängen
Durch den Widerspruch
Politik ist nicht
Immer was offensichtlich
Freundschaft aber schon
jens tuengerthal 07.03.2019
Unsinnsfragen
Also ist Unsinn machen
Bester Weg zum Glück
jens tuengerthal 07.02.2019
Sinnfragen
Sinn sind sinnlos außer den
Tee zu genießen
Tee nicht genießen
Wäre sinnlos er ist ja
Nur dazu gemacht
Genuss ist also
Alleiniger Lebenssinn
Reicht lebenslänglich
jens tuengerthal 07.02.2019
Liebeswege
Hoch und runter
Sind Wege aller Liebe
Rein raus noch besser
Liebe ist heile
Mit genug ineinander
Krankt am zu wenig
So führen alle
Wege der Liebe endlich
Doch zueinander
jens tuengerthal 07.02.2019
Cup of Tea 052
Dreckig schmuddelig und grau
Besonders morgens
Wieviel schöner ist
Eine gute Tasse Tee
Wohlig genossen
Danach scheint einem
Berlin als eine Schönheit
Sogar im Osten
jens tuengerthal 07.02.2019
Mittwoch, 6. Februar 2019
Zeitdiebe
Manche Menschen sind Zeitdiebe
Sie fordern ständige Beschäftigung
Mit sich und ihren Zuständen was
Leben von Zufällen abhängig macht
Ihre Launen diktieren dann den Tag
Was sie anderen emotional zumuten
Erfasst ihr asozialer Autismus nie
Sie dürfen als Opfer alle beschimpfen
Vermutlich merken sie nicht mal
Was sie tun und wie sie anderen
Kostbare Lebenszeit rauben ohne
Etwas dafür zu geben als Wut
Hüte dich vor den Zeitdieben
Sie arbeiten mit emotionaler
Erpressung in ihrem Hass
Sind und wollen alle Böses
Bei Momo half es einst noch
Ihnen die Zigarren zu stehlen
Während die Zeit still stand
Da waren es graue Männer
Kenne es eher von Frauen
Die sich unterkümmert fühlen
Dafür aller Welt misstrauen
Womit jeder verdächtig wird
Um so mehr Zeit du ihnen schenkst
Desto dreister werden die Forderungen
Sie wollen Kontrolle und Herrschaft
Wovor freie Menschen fliehen müssen
Weiß nicht wie lang ich noch lebe
Schnell kann es jeden Tag enden
Da werde ich mich hüten noch
Den Hass der Zeitdiebe zu füttern
Schade nur wenn etwas Schönes
Dafür sterben muss uns von den
Zeitdieben zu befreien aber noch
Hoffe ich mit Kant auf Erkenntnis
Vielleicht sind Liebe und Freiheit
Stärker als der Zwang der Zeitdiebe
Alle verfügbare Zeit für sich zu haben
Manchmal geschehen ja Wunder
jens tuengerthal 06.02.2019
Bürgerordnung
Bürger lieben die Ordnung
Das Genie lebt im Chaos
Fehlt Bürgern darum Genie
Oder sind sie eine Form davon
Alle Bürger die ich kenne
Rangen mit der Ordnung
Die Ihnen Rahmen aber
Auch Begrenzung war
Ist die Ordnung Zweck an sich
Was bezweckt sie eigentlich
Ausser dass alles ordentlich ist
Ist sie eher Zwang oder Freiheit
Bürger die Ordnung hinterfragen
Handeln häufig ethischer als jene
Die nur gehorsam sind weil sie dem
Kategorischen Imperativ folgen
Brauche meine Ordnung dringend
Die anderen chaotisch erscheint
Um im Gleichgewicht zu bleiben
Was Basis meiner Schöpfung ist
jens tuengerthal 06.02.2019
Bürgersex
Sind Sex und Erotik noch
Ein Thema für Bürger
Jenseits des Erhalts der
Familien als ihrer Wurzel
Die christliche Prüderie
Mit ihren kranken Zugaben
Eifersucht und Doppelmoral
Hat auch die Bürger erfasst
Die Befreiung der 70er Jahre
Hat nur einen Teil je erreicht
Viele haben nie genossen was
Die schönste Sache sein kann
Tradition und ihre Bewahrung
Eine bürgerliche Spezialität stets
Trugen wenig zur Befreiung bei
Verpönten eher noch die Natur
Die Großeltern väterlicherseits
Zeigten dass sie Spaß hatten
Die mütterlicherseits dagegen
Hatten getrennte Schlafzimmer
So habe ich beide Varianten der
Bürgerlichen Sexualität in einer
Familie was sich über Generationen
Fortsetzt und ständig wiederholt
Manche haben trotz bürgerlichen
Lebens und seiner Ideale noch
Viel Spaß beim Sex miteinander
Was immer an beiden auch liegt
Es gab Frauen in meinem Leben
Da war der Sex der wahre Himmel
Bei anderen höchstens sportlich
Also auf die Dauer entbehrlich
Mit welchen ich bürgerlicher lebte
Kann ich so nicht sagen auch weil
Sich das nicht nur am Sex festmachte
Der nur eine Variante davon ist
Die bürgerliche Existenz braucht
Keinen Sex um vollkommen zu sein
Unbefriedigt bliebe sie dennoch
Aber mit mehr Wert für anderes
Habe Verwandte meiner Generation
Denen Sex bereits völlig egal ist
Weil sie nichts dabei empfinden
Fand das früher immer tragisch
Heute frage ich mich doch eher
Auf was es im Leben ankommt
Ob Friede und Gelassenheit
Auf Dauer nicht wichtiger sind
Andererseits ist unbefriedigt leben
Für den der geteilte Befriedigung
Je kennengelernt hat unmöglich
Warum alles vereint ideal wäre
Was aber ist schon real ideal
Ist Leben nicht immer Kompromiss
Auf was verzichten wir wofür
Frag ich mich und überlebe irgendwie
Die eine war entspannt im Leben
Dafür im Bett'ne Schlaftablette
Andere genau das Gegenteil
Was wählt der gute Bürger da
Wahre bürgerlich das Gesicht
Achte auf gutes Gleichgewicht
Manchmal gelingt mir das mehr
Häufiger leider auch weniger
jens tuengerthal 06.02.2019
Sperrzone
Alle paar Monate werde ich
Auf Facebook wieder gesperrt
Weil irgendein Frömmler ein Bild
Zu erotisch fand und zensierte
Das kenne ich schon länger
Nehme es als Dichter eher
Amüsiert zur Kenntnis weil bei mir
Der Sex zwischen den Zeilen steckt
So zensieren die lächerlichen Amis
Das scheinbar offensichtliche aber
Bemerken nicht die wahre Pornographie
Weil sie es ohnehin nie verstünden
Freue mich über die gewonnene Zeit
Lache über die immer bigotte Moral
Bin froh völlig frei davon zu sein
Und weiß die Leser kommen auch so
Nur wer liest und versteht bemerkt
Die schönen Schweinereien der Sprache
Kann echte Erotik leicht erkennen wer
Bilder dazu braucht ist eh zu blöd
Kann unzensiert vom Analverkehr so
Schwärmen wenn ich Blümchen poste
Alle Orgasmen detailliert beschreiben
Unter dem Bild eines Wasserfalls
Manchmal benutze ich dennoch gern
Erotische Bilder um Prüde zu warnen
Damit sie es lieber nicht lesen sollen
Was offensichtlich nichts für sie ist
Könnte mir Facebook künftig sparen
Erreichte es nicht so viele Menschen
So amüsiert mich die Ami-Zensur
Die perfekt zum Porno Trump passt
jens tuengerthal 06 02.2019
Dienstag, 5. Februar 2019
Lustdank
Dankbarkeit für genossene Lust
Hält das Miteinander erotischer
Als alle Varianten sonst dabei
Weil es zurückgeben will
Genießer geben zu gerne
Im Wissen was kommt
Nicht nur zurück sondern
Überhaupt und dabei
Bin gerne ein Genießer
Weiß was ich an ihr habe
Nicht nur dabei sondern
Überhaupt aber auch mit
Erwarte lange nichts mehr
Freue mich um so mehr
Voller Dankbarkeit darüber
Wenn es einfach passiert
jens tuengerthal 05.02.2019
Bürgerlektüre
Was liest der gute Bürger
Anderes als der schlechte
Oder entscheidet das ob
Mehr als es ein wie könnte
Ist wer liest quasi automatisch
Ein besserer Bürger da belesen
Oder können wir ohne Lektüre
Überhaupt gute Bürger sein
Entschiede allein das Lesen
Käme es auf das was nicht an
Wäre Mein Kampf mehr als Arte
Was nicht nur absurd klingt
Irgendwo dazwischen liegt die
Bürgerliche Bildung am Buch
Ein Wert an sich aber im Kontext
Unausgesprochen völlig sicher
jens tuengerthal 05.02.2019
Cup of Tea 051
Die erste Tasse
Die erste Tasse Tee am Tag
Prägt die Sicht auf folgendes
Glücklich wer sich erwärmt
Kann davon wieder abgeben
jens tuengerthal 05.02.2019
Oberbürgerin
Bundeskanzler vertreten das Land
Darum tun sie gut daran dabei eine
Position der Mitte einzunehmen die
Allen Seiten Identifikation ermöglicht
Merkel tut dies mit großer Bravour
Noch mehr als nicht mehr Vorsitzende
Ihre Position ist meist liberal bürgerlich
Und die Mitte hassen Ränder besonders
Auf Moderation und Zusammenarbeit
Setzt sie lieber als auf Konfrontation
Ist damit Erzfeind aller Populisten
Von Trump bis Putin wie in Polen
Hierzulande sammelte sie viele Hass
Besonders im Osten unter Pegiden
Von Russland finanzierten Extremisten
Die Angst schüren statt Kompromissen
Die Lautstärke der Extremisten wäre
Egal sofern die bürgerliche Mitte stünde
Der Merkels liberaler Kurs entspricht
Sie eine klare Mehrheit noch hätte
Im Osten fehlt Bürgerlichkeit völlig
Sie wurde den Fronten des Sozialismus
Geopfert und durch Propaganda ersetzt
Damit fehlt die Basis der Demokratie
Das nun ausrechnet Merkel zur
Oberbürgerin wurde die selbst noch
Aus dem östlichen Pfarrhaus kam
Scheint paradox ist aber konsequent
Sie schätzt den Wert der Mitte hoch
Auch wenn sie bürgerliche Rituale
Teilweise erst erlernen musste wie
Kohl noch lästernd einst bemerkte
Warum so viele Bürger der ehemals
DDR sie für diese Anpassung hassen
Weil sie ihnen den Weg vorlebt der
Zu Erfolg unter den Bürgern führt
Merkel steht für den Sieg liberaler
Bürgerlichkeit über die Extremisten
Um so härter bekämpfen diese sie
Mit schlichten populären Formeln
Wo sie greifen fehlt die Basis der
Mitte als bürgerliche Mehrheit im
Ideal von Aufstieg und Erfolg
Sie wird durch Lautstärke ersetzt
Nun zeigte die Oberbürgerin
Noch einmal bürgerliche Größe
Zog sich selbstbestimmt zurück
Kündigte den Zeitplan dazu an
Muss kein CDU Anhänger sein
Um ihre bürgerliche Größe im
Amt wie für das Land zu erkennen
Den Respekt erntet sie in der Welt
Aber diese Verkörperung aller Werte
Der bürgerlichen Welt von Bildung
Bis Bescheidenheit unterscheidet sie
Von ihrem Vorgänger dem Aufsteiger
Der Respekt für diese Grundlage
Der bürgerlichen Gesellschaft zeigt
Wie es mit der Bürgerlichkeit künftig
Weiter geht im Land des Biedermeier
Vielleicht sollten die Bürger wieder
Mehr auf die leisen Töne achten um
Der Bürgerlichkeit auf Dauer Werte
Zu vermitteln statt zu polarisieren
Auch insofern handelte Merkel noch
Vorbildlich als Oberbürgerin mied sie
Jede Konfrontation die immer höher
Um den Felsen der Mitte wogte
Dies machte sie erstmal zum Objekt
Von Hass und Spott der Extremisten
Doch vertrauen wir ruhig darauf die
Vernunft der Mitte setzt sich durch
Gut geht es Deutschland künftig
Wenn die Mehrheit vernünftig statt
Polarisiert denkt und auch wählt
Weil die Bürger Wohlstand wollen
Ob sich aber bürgerliche Vernunft
Auch im Osten gegen Ideologie so
Bald durchsetzt scheint fraglich da
Basis und Einsicht dazu dort fehlen
jens tuengerthal 05.02.2019
Montag, 4. Februar 2019
Grundnahrungsmittel
Brauche sie ganz regelmäßig in
Ausreichender Menge um gesund
Durch geistige Trübsal zu kommen
Nehme sie meist lesend zu mir
In Ausnahmefällen auch mal
Vorgelesen aber nichts ersetzt
Das Lesen als geistiges Glück
Andere brauchen Wein oder Bier
Viele halte ihren Kaffee dafür
Merke aber ganz genau wenn ich
Nicht genug lese wird mir flau
Darum nehme ich mir komme was
Wolle ausreichend Lesezeit stets
Was nicht jeder Mensch versteht
Der nur ein Buch auf einmal liest
Ausreichend in verschiedenen
Büchern zu lesen ist Bedingung
Eines ausgeglichenen Daseins
Für mich als überzeugten Leser
Auch leidet meine Sprache sofort
Wenn ich an Tagen zu wenig lese
Würde auf alles im Leben verzichten
Aber nie auf ausreichend Lesezeit
Manchen erscheint dies als Nichtstun
Oder Müßiggang eines Faulenzers
Was völlig den Sinn des Lesens verkehrt
Der Aktivität fürs innere Gleichgewicht ist
Sicher brauche ich auch meinen Tee
Ein wenig Brot oder Haferflocken doch
Ist alles irgendwie ersetzbar außer der
Ausreichenden Lesezeit für den Geist
Hohl und flach würde ich zu schnell
Schaute ich anstatt flimmernde Bilder
Nur an denn Fernsehen bildet nicht
Es berieselt nur entleerte Opfer weiter
Vielleicht geht es anderen ganz anders
Die fühlen sich auch ohne Bücher gut
Gebildet und wissen genau bescheid
Was sie online vielen gern mitteilen
Bin nur ein Homo Liber der nur mit
Aber keinesfalls ohne Bücher leben
Oder im Leben zufrieden sein kann
Was bin ich froh das nun zu wissen
Die Spezies des Homo Liber ist dabei
So verschieden wie die des sonst hier
Vorkommenden Sapiens sapienses
Es ernährte mich auch nicht jedes Buch
Zum Glück weiß ich mittlerweile wie
Der Koala in Australien von welchen
Speziellen Büschen ich naschen darf
Um Ausgeglichenheit zu finden dabei
Es ist lebenslanger Weg zum Leser
Zu werden und dabei vollziehen sich
Immer wieder Wandlungen wenn auch
Grundtendenzen des Glücks bleiben
Von Thomas Mann und gut geschriebener
Kulturgeschichte nasche ich stets bedenkenlos
Ansonsten schaue ich lieber zweimal hin bevor
In zu triviales ich mich länger noch vertiefe
Auch religiöses liegt mir eher fern außer
Der Aberglaube wird kulturkritisch betrachtet
Was für neuere Sekten wie die marxsche etwa
Ganz genauso gilt der vielen Dogmen wegen
Manche ernähren sich gerne vegan was
Gerade wieder sehr in Mode auch ist
Von den Jüngern gern online verkündet
Andere brauchen dafür viel Fleisch
Ist mir alles relativ schnuppe beim Essen
Solange mir Zeit genug zum Lesen bleibt
Der Tee grün und von guter Temperatur ist
Brauche ich allein Bücher zum Glück
jens tuengerthal 04.02.2019
Stapelglück
Wachsende Bücherstapel
Als Erwartung der Zukunft
Gelesene Bücher weglegen
Ist für mich eher etwas trauriges
Weil ich eine Welt verlasse
Was ich noch alles lesen will
Hält mich ans Leben gebunden
Gibt eine belesene Perspektive
Bücherstapel sind Kraftwerke
Mit bester Aussicht ins Leben
Seitenweise Glücksmomente
Bibliotheken sind für mich daher
Jungbrunnen jenseits der Zeit ein
Tauchgang ins sinnliche Paradies
Sehe ich was noch alles vor mir liegt
Könnte ich noch hundert Jahre leben
Und hätte doch nie alles gelesen
Die Aussicht stresst glückliche Leser
Nie sondern hebt nur die Grenzen
Ihres Paradieses unerwartet auf
jens tuengerthal 04.022019
Nachtlust
Als du heute Nacht kamst
War ich schon am einschlafen
Noch mit Buch in der Hand
Aber schon zugefallenen Augen
Nur im Augenwinkel sah ich
Wie du dich ganz auszogst
Nackt über mich stiegst
Um endlich zu kuscheln
War eigentlich ganz müde
Doch als ich dich nah spürte
Nach des Tages Unwetter
Stand er einfach ungefragt
Wollte ihn nur zum einschlafen
Kurz mal reinstecken du warst
Sowieso schon wieder nass
Daraus wurde aber nichts
Kaum ineinander packte es uns
Als wäre nie etwas gewesen
Wollten wir nicht lieber schlafen
Ritten wie wild durch die Nacht
Wie gut schläft es sich erst
Nach der Lust miteinander ein
Tief befriedigt voneinander noch
Soweit es nur geht erfüllt
jens tuengerthal 04.02.2019
Bürgerlust
Gibt sich der Bürger gern
Der Lust hin oder ist solches
Epikureisches Tun unbürgerlich
Weil es keine Pflichterfüllung ist
Das Streben nach Unerschütterlichkeit
Im Rahmen des natürlichen Strebens
Nach Lust und ihrer Befriedigung ist
Sehr passend zum bürgerlichen Leben
Insofern Bescheidenheit das Mittel ist
Unsere natürliche Lust zu genießen
Entspricht es völlig der Haltung des
Guten Bürgers zum lustvollen Leben
Ein Konflikt könnte bestanden haben
Mit der bürgerlichen Moral die doch
Arbeit höher hält als die reine Lust
Pflichterfüllung als ihre Aufgabe sieht
Der Traum von Glück und Erfüllung
Treibt das bürgerliche Leben genauso
Der bigotte christliche Rahmen darum
War stets nur Spiegel staatlicher Ordnung
Die Pflicht zur Freude werden zu lassen
Ist das höchste ideal bürgerlichen Glücks
Weil es natürliche Lust mit Pflichterfüllung
Zum besten aller mit Gewinn dabei vereint
Dabei wie es die Buddenbrooks als Ideal
Stehen hatten am Tag nur die Geschäfte
Zu machen die des Nachts gut schlafen
Lassen drückt Moral und Gewissen aus
Nichts scheint also der Bürgerlichkeit
Mehr zu entsprechen als Epikur der
Ohne Einfluss irgendwelcher Götter
Uns fürs Glück verantwortlich macht
Gern schläft der Bürger befriedigt ein
Was sonst wünscht sich meine Natur
Als nach Tages Pflicht lustvoll zu sein
Um so dauerhaft glücklich zu sein
Doch steht für den Bürger die Lust
Nicht im Gegensatz zur Ataraxie
Diese ist ihm höchste Befriedigung
Was Epikurs Ideal völlig entspricht
Sich frei und lustvoll mit Freunden
Unter Gleichen im Garten zu treffen
Entspricht dem bürgerlichen Ideal
Mehr als platonische Kleingärtnerei
Jenseits aller Dogmen dennoch aber
Für sich und bescheiden das Leben
Zu genießen wie es die Natur gibt
Entspricht der bürgerlichen Ordnung
Ein Brot einen Käse und einen Wein
Lässt Epikur als Höhepunkt des Glücks
Mit den Freunden im Garten genossen
Als bürgerlichen Philosophen stehen
Die Lust auch als Gelassenheit die
Ihrer Natur genüsslich folgt entspricht
Dem Ideal bürgerlichen Lebens ganz
Das darin noch Bescheidenheit lobt
Die neureiche Übertreibung wie sie
Die USA gerade peinlich präsidiert
Ist keinesfalls bürgerliche Lust da
Ohne Gelassenheit Weisheit fehlt
Der Bürger ist gern mehr als er scheint
Gibt sich auf hohem Niveau bescheiden
Überrascht mit unstillbarer Lust lieber
Hinter ordentlich bürgerlicher Fassade
jens tuengerthal 04.02.2019
Sonntag, 3. Februar 2019
Schema F
Individuell und ganz besonders
Unvergleichlich noch dazu auch
Wenn es fast nie so sein sollte
Den größten Teil aller Dinge
Wiederholen wir nach Schemen
Die schon vor dem ersten mal
In unserer Natur angelegt sind
Das ist in vieler Hinsicht gut so
Erleichtert die Zusammenarbeit
Mach die Paarung erst möglich
Warum Schema F auch passt
Was für unser Paarungsverhalten
Gilt bei dem wir beim Sex einfach
Instinktiv wissen wie es richtig geht
Ist im emotionalen Bereich genauso
So gibt es bestimmte Schemen die
Nach aller Erfahrung schon deutlich
Auf das Ende einer Beziehung hindeuten
Schlimmer ist nur es so auch zu sagen
Wer dies in bester Absicht tut wird
Der bösen Prophetie geziehen oder
Als bösartiger Ignorant beschimpft
Auch wenn ihm das nur Recht gibt
Weil keiner in ein Schema passen will
Wehrt sich jeder gegen den Vorwurf
Sein Handeln sei schlicht schematisch
Was den Eindruck egal wie bestärkt
Erst wenn wir uns bewusst werden
Wieviel unseres Handelns schlicht
Den immer gleichen Schemen folgt
Können wir uns daraus befreien
Manche Menschen halten lieber
Weiter an den Schemen fest deren
Existenz sie entschieden verleugnen
Auch wenn dies nur noch bestätigt
Es ist in Ordnung schematisch bei
Schwierigen Fragen zu handeln um
Einer bewussten Entscheidung noch
Durch Gewohnheit zu entgehen
Schwierig nur wird die Verständigung
Wenn eine Seite schematisch handelt
Aber die Existenz eines solchen leugnet
Dem anderen die Erkenntnis vorwirft
Dann ist es besser auch künftig sich
An die gewohnten Schemen zu halten
Die andere noch nicht mal mehr bemerken
Dann können sie es allein erkennen
So gelten die Prinzipien von Kants
Kategorischem Imperativ also auch
Für das Schema F als gültige Norm
Des Paarungsverhaltens im Alltag
jens tuengerthal 03.02.2019
Sonntagsbürger
Sich für die Arbeitswoche zu erholen
Früher diente er dem Gottesdienst
War damit eine soziale Institution
Dort zeigten sich die Bürger gern
In feinem teuren Gewande um
Angeblich Gott zu ehren real aber
Den Neid der Nachbarn zu wecken
Der Wegfall des Gottesdienstes
Wurde durch Autoheilige ersetzt
Deren sonntägliche Pflege zur
Statusdemonstration gleich wirkt
Smartphones beim Sonntagsspaziergang
Gerne offensichtlich gezückt nicht etwa
Um Langeweile mit der Familie zu zeigen
Sondern den eigenen Status zu betonen
Am Gürtel tragen sie nur noch Landwirte
Oder Handwerker aus beruflichen Gründen
Der Rest beschädigt die eigene Potenz
Lieber mit ausgebeulter Hosentasche
Dann gibt zumindest etwas noch den
Anschein vom aufrechten Stand in den
Hosen bürgerlicher Männer die durch
Hormongeschwängertes Wasser längst
Geschlechtslose Gendersternchen wurden
Der Sonntag ist eine bürgerliche Einrichtung
Wie hassten die Kinder ohne Familien diese
Tage voller Einsamkeit wenn andere Ausflüge
Mit der Familie dafür lange ertragen mussten
Liebte Sonntage besonders wenn ich nicht
In der Familie eingebunden war sondern
Bloß entschlossen nichts tun musste also
Frei lesen und tun konnte was ich wollte
Sonntag heißt nichts müssen heute mehr
Als Besinnlichkeit und Gottesdienste die
Vermutlich nur noch die Wachturmnarren
Andächtig regelmäßig besuchen werden
Manche verplanen ihre Sonntage zu gerne
Für Ausflüge ins Freizeitbad oder andere
Kostspielige Formen der Beschäftigung
Weil sie mit sich nichts anfangen können
Die Ruhe an Sonntagen an denen auch
Meist nichts uns zum Shopping anstatt
Drängen kann ist das schönste überhaupt
Denke ich und lächle meine Bücher an
Manche schauen fern oder tragen gerne
Jogginghosen an Sonntagen was weniger
Bürgerlich als proletarischer Brauch wohl
Warum es keiner Erwähnung hier bedarf
Wäre das Leben ein ewiger Sonntag
Käme ich genug zum Lesen was jedoch
Keine Pflicht sondern Luxus für mich ist
Dem ich mich zu gerne ganz hingebe
Die Vorstellung mit Büchern zu arbeiten
Wäre daher wohl äußerst lästig für mich
Weil sie dem schönsten am Sonntag die
Unschuld mit Geschäftlichem raubte
Der Bürger macht Sonntags eher keine
Geschäfte außer ausnahmsweise mal
Dann etwa auf Flohmärkten was schon
Fast wie ein Zirkusbesuch wieder ist
Die Sonderrolle des Sonntags stammt
Aus seinen religiösen Wurzeln die als
Variante zum Judentum sich auch in
Anderen Religionen versetzt fortsetzte
Der Sabbat wurde zum Sonntag oder
Wird beim Freitagsgebet zelebriert
Zumindest ein Tag ist ihnen heilig
Den sie ihren Göttern gern weihen
Die postreligiöse Gesellschaft steht
Bei der Behandlung des Sonntags
Wie bei anderen Feiertagen derzeit
An einem Wendepunkt ihrer Identität
Die bürgerliche Gesellschaft entstand
In Deutschland mit dem Sonntag der
Damit Teil ihrer kulturellen Identität
Etwa bei der Sonntagsmusik wurde
Insofern es nur einen Sonntag gibt
Bin ich froh ihn nicht noch mit der
Musik teilen zu müssen was ich eher
Anstrengend und störend empfände
Tee Bücher und noch ein Spaziergang
Als Flaneur durch relativ leere Straßen
Genügen den Sonntag lustvoll zu füllen
Auch die Lust darf gerne dabei sein
Lebe nun endlich das Leben was ich
Sonntags von Bücherwelten träumend
Schon immer leben wollte und bin darum
Äußerst unwillig anderes daneben zu tun
Manche Menschen pflegen am Sonntag
Ihren Freundeskreis und ein soziales Leben
Halte so etwas meist für völlig überschätzt
Zumindest im Vergleich zu guten Büchern
Das Gespräch mit gebildeten Menschen
Die belesen genug Zwischentöne zu hören
Könnte an einem Sonntag im Café nett sein
Doch deren Seltenheit macht es entbehrlich
Der Bücher liebende Sonntagsbürger
Zieht sich an diesem Tag gern zurück
Hofft die Nachbarskinder halten noch
Die Sonntagsruhe zumindest zeitweise
Ob dann am Sonntag die Sonne scheint
Oder es grau feucht dunkel ist wie heute
Ist mir über meinen Büchern völlig egal
Der Blick vom Sessel geht nach innen
Vielleicht ist dies meine Art von Gottesdienst
Eine Art konzentrierte Meditation über meinen
Büchern die ich möglichst ungestört genieße
Fragt sich der Atheist dabei ein wenig grinsend
jens tuengerthal 03.02.2019
Bürgeranarchie
Betroffenheit hat sich hier
Die größte kriminelle Organisation
Für Kindesmissbrauch eingerichtet
Der Staat sammelt für diese noch
Die Erpressungsgelder weiter ein
Setzt die Strafverfolgung eher aus
Nennt dies Freiheit für den Glauben
Die Zahlen sind bekannt wie auch
Dass die Dunkelziffer viel höher ist
Wozu sich noch aufregen es ist so
Gewollt wie offensichtlich geduldet
Spannender ist was aus der Duldung
Dieser mafiösen Strukturen für die
Freiheit der Bürger folgt wenn sie
Kriminalität traditionell begründen
Der Staat kümmert sich nicht um euch
Außer er will etwas von euch wie etwa
Steuern oder keine Leistungen zahlen
Die Bürgern in Not zustehen sollten
Wer beim kriminellen Handeln ertappt
Muss sich ein wenig betroffen geben
Wie gut seine Steuern nur zahlen dann
Hat sich das Interesse bald erledigt
Oberste Pflicht des Staates ist ja
Seit Jahren nur noch Sparen warum
Wir ihn uns eigentlich auch sparen
Könnten insbesondere moralisch
Gleichzeitig gestehen wir diesem Staat
Noch zu harte Strafen zu erlassen falls
Einer nicht im Namen des Aberglaubens
Missbraucht oder Menschen betrügt
Wer als Priester das Himmelreich verspricht
Wird für diesen Betrug staatlich gut versorgt
Wer diese Lüge eine Lüge nennt bestraft
Weil der Glaube den Gehorsam sichert
Erkennen wir endlich der Staat sorgt nicht
Für uns und kümmert sich nur um sein Geld
Wer das System stützt wird hier finanziert
Alle anderen sind kriminelle Anarchisten
Warum wir einem Staat angehören wollen
Seine Autorität überhaupt noch anerkennen
Wird im Schatten mafiösen Missbrauchs
Vernünftigen Menschen immer fragwürdiger
Wieso sich Menschen der katholischen Kirche
Immer noch moralisch unterwerfen die seit
Jahrtausenden ihre Lügen dogmatisch sichert
Eine kriminelle Organisation ist bleibt rätselhaft
Menschen haben scheinbar ein viel höheres
Bedürfnis nach Tradition als ihnen Vernunft
Von Natur aus gegeben scheint im Gegenteil
Geben sie diese gern für den Glauben ab
Warum unser Staat es dabei zulässt dass
Schon neugeborene Kinder ungefragt in
Diese kriminellen Organisationen integriert
Werden könnte noch ein Rätsel sein
Doch ergibt sich dies auch aus der Tradition
Die was sie auch bewirkt vielen Menschen
Zum Wert an sich auch ohne Wert wurde
Etwas scheint uns wertvoll weil traditionell
Ob diese Feststellung auf offene Ohren stößt
Darf bezweifelt werden vielmehr werden sich
Viele Gläubige auf die Tradition berufen die
Schon Folter und Hexenfeuer rechtfertigte
Wer kann wird erkennen der Staat benutzt
Seine Bürger gerne zu finanziellen Zwecken
Seine Gegenleistung ist dafür mehr Kontrolle
Beim Eintreiben seiner angeblichen Ansprüche
Vernunft geböte nun dringend sich gegen diesen
Kriminellen Staat zu stellen der als Organisation
Nichts als mehr Ausbeutung uns zu bieten hat
Allein Tradition und Gewohnheit verhindern es
So bin auch ich der sich eigentlich lieber als
Vernünftig kritisch betrachtet viel zu gerne
Ein guter Bürger nach meiner Tradition
Dessen erste Pflicht bekanntlich Ruhe ist
Weil also keiner wirklich etwas tut
Alle lieber davon profitieren wollen
Ihren Gewinn dabei retten möchten
Funktioniert die Mafia weiter gut
Die Unterscheidung von kriminell
Und moralisch integer hat sich heute
Völlig verwischt und wurde willkürlich
Aber was macht das wenn es uns gut geht
Es gibt keine Sicherheit außer Anpassung
Die uns zu Trägern des Systems macht
Dessen Kriminalität auch unsere wird
Warum wir sie nie anklagen werden
Vor allem fragte sich vor welchem Gericht
Wir die Autorität eines Staates infrage stellen
In dessen Namen die Urteile gesprochen werden
Aber jeder tut eben auch nur was er kann
So könnten wir über die Erkenntnis klagen
Wie schlimm die Zustände eigentlich sind
Was der Staat sich anmaßt für das wenige
Was er den Bürgern bietet aber lohnt das
Lieber passen wir uns in das System ein
Meist bleibt auch sonst keine Zeit mehr
Um ordnungsgemäß zu funktionieren als
Rädchen der Ordnung die uns missbraucht
Ein Aufstand des Nichtstuns wird durch die
Ökonomisierung aller Lebensbereiche ganz
Konsequent verhindert wer könnte sich das
Heute schon noch leisten als Träger des Systems
Die eigentlich nötige Anarchie hat sich erledigt
Keiner hat mehr Zeit für solchen Unsinn oder
Sich klarzumachen wie er betrogen wird weil
Ständige Mitarbeit daran überall gefordert wird
Die bürgerliche Freiheit wurde ersetzt durch
Das Funktionieren um irgendwie zu überleben
Eine Wahl bleibt uns dabei natürlich nicht
Darum dürfen wir auch ab und zu wählen
jens tuengerthal 03.02.2019
Samstag, 2. Februar 2019
Bürgerbildung
Der bürgerlichen Gesellschaft
Gibt es einen solchen noch
War er je mehr als historisch
Vielfach heute klang es so
Als klagten nur die Alten
Über den Verlust der Bildung
Wie es schon Sokrates tat
Ist es das immer gleiche
Problem der Generationen
Im Konsens über Notwendiges
Wie der Trotz gegen Pflichten
Was Konsens der Älteren noch
Scheint den Jungen oft überholt
Doch was braucht es an Konsens
Zur Vermittlung der Bildung noch
Ohne klassische Bildung zu der
Sagen der Antike gehören wie
Geschichten aus der Bibel auch
Bleibt viel der Kultur verschlossen
Wer von den Sagen der Bibel spricht
Behandelt sie bewusst als Literatur
Ein sagenhaftes Märchenbuch das
Bestandteil des Wertekonsenses ist
Ob wir die Werte dabei transzendieren
Oder vernünftig im Naturrecht anlegen
Dürfte Geschmackssache eher sein als
Entscheidung über das ob der Werte
Wer nicht die gleiche Sprache spricht
Kann sich nur schwer verständigen
Warum das humboldtsche Ideal der
Bildung noch immer aktuell bleibt
Wer nie in Odyssee oder Ilias las
Die griechischen Sagen nicht kennt
Versteht unsere Kultur in ganz vielen
Ihrer Anspielungen nicht wirklich
Eine gebildete Unterhaltung ist
Mit ungebildeten Menschen nicht
Möglich und muss neue Wege der
Verständigung im Alltag sich suchen
Verlören wir alle Brücken in unsere
Kulturgeschichte durch den Mangel
An literarisch philosophischer Bildung
Gingen wir unserer Wurzeln verlustig
Was an sich noch nicht schlimm wäre
Wenn es durch etwas besseres ersetzt
Hinterlässt meist nur eine Leerstelle die
Den Zugang zu Werten ganz verhindert
Der Konsens einer Gesellschaft auf dem
Die spätere Wertsetzung wurzelt wird von
Traditionen und Geschichten geschaffen
Wo sie fehlen bindet uns nichts mehr
Bindungslose Freiheit muß nicht schlecht sein
Wenn sie aus sich einen Konsens entwickelte
Der die Werte der Zukunft dann tragen kann
Leider ist nichts ersichtlich worauf dieser ruhte
Rousseau entwickelte den contrat social
Als gedachten Vertrag sozialer Bindung
Den freie Menschen mit dem Staat schließen
Aus Montesquieus Geist der Gesetze erst
Was gut war den volonté générale erst
Statt Gottesgnadentum zu entwickeln
Um staatliche Macht zu legitimieren
Sagt nichts über die Basis des Konsens
Ist es wie Habermas meinte der Diskurs
Der offen und frei allein vor allem steht
Oder braucht nicht gerade dieser Konsens
Sprachlicher Verständigung durch Bildung
Diskutierte es einst ganz bürgerlich auch
Mit Habermas und seinem Doktorvater
Gadamer noch in der Aula der Universität
Von Heidelberg auf der Suche nach Konsens
Während Habermas den Diskurs absolut sah
Gab Gadamer meinem Einwand statt dass
Unser Grundgesetz die Verantwortung
Als eine vor Gott also transzendierte sieht
Die habermassche Forderung nach Streichung
Der für den Diskurs unpassenden Formulierung
Des Diskurses in Verantwortung vor Gott aus
Der Präambel wies Gadamer streng zurück
Wenn der Konsens der Verfassung dies
Vorsieht und dieser demokratisch längst
Legitimiert gemeinsame Verfassung wurde
Kann Streichung nicht den Diskurs begründen
Ob dieser Halbsatz der Präambel noch immer
Dem Rechtsgefühl einer Mehrheit entspricht
Mag im Diskurs gestritten werden jedoch gilt
Solange er dasteht dieser als Konsens
Die Basis der Werte und des Konsens
Auf dem diese ruhen wandelt sich just
Dies drückt sich im Konflikt darüber aus
Was wir noch sozial verträglich finden
Viele kündigten den alten Konsens auf
Darunter besonders viele im alten Osten
Die mit anderen Werten noch aufwuchsen
Sich dem Konsens radikal entgegenstellen
Die Bildung der Bürger aber ist die Basis
Auf der das Miteinander und seine Werte
Erst aufbauen ein sehr feines bereits über
Generationen gesponnenes Netzwerk
Vielleicht könnten wir einen neuen Konsens
Für die Werte der Zukunft finden allerdings
Fragt sich wie dieser aus dem Nichts ohne
Eine gewachsene Basis entstehen sollte
Aus dieser Erfahrung könnte es klüger sein
Lieber auf bewährte Werte zurückzugreifen
Um dort einen Konsens wieder zu finden
Der nachhaltig Verständigung ermöglicht
Der Konsens bürgerlicher Bildung wie er
Im 19 Jahrhundert maßgeblich durch die
Preußischen Reformer mitgeprägt wurde
Hat sich als Basis der Werte bewährt
Fraglich ist ob wir nach 1945 noch auf die
Älteren Werte zurückgreifen konnten oder
Diese in Auschwitz durch den Schornstein
Der historischen Schuld endgültig gingen
Zwar fragte schon Celan ob danach noch
Kunst in deutscher Sprache möglich wäre
In der die Vernichtung einfach befohlen
Doch bewiesen seine Geschichte es schon
Aus dem Schrecken für die Zukunft lernen
Heißt ihn in Verantwortung umzusetzen
Darum auf die Basis der Werte zu achten
Sie nach Kant im Einzelnen zu fundieren
Nur wer mündig und aufgeklärt also ist
Dem kategorischen Imperativ entsprechend
Im Alltag bestmöglich zu Handeln sich bemüht
Handelt ethisch entsprechend verantwortlich
Als Grundlage solchen Handelns scheint
Der bürgerliche Bildungskonsens geeignet
Insofern kein besserer in Sichtweite ist
Sollten wir alles tun diesen zu erhalten
Die Komplexität bürgerlicher Bildung
Wie ihrer Entwicklung begründet erst
Die ethische Haltung der Mitglieder
Unserer bürgerlichen Gesellschaft
Demokratie und Rechtsstaat sind
Eine stete Herausforderung in ihrer
Entwicklung die einer guten Basis
Für den Konsens der Werte bedarf
Eine Gesellschaft die sich weiter
Von kirchlichen Traditionen entfernt
Braucht eine Basis auf der sie sich
Dem kantschen Ideal nähern kann
Der kategorische Imperativ braucht
Keine Götter mehr als letzte Instanz
Aber ein Gewissen und also Bildung
Die ein ethisches Handeln ermöglicht
Nötiger als je scheint also heute auch
In einer durch Zuwanderung veränderten
Gesellschaft ein neuer Konsens der Werte
Der eine breite gebildete Basis braucht
Wer nicht vom Untergang des Abendlandes
Phantasieren will sollte dafür etwas setzen
Was hilft das Wertvolle im Diskurs zu erhalten
Einen Konsens durch Bildung zu schaffen
Erhalten werden die Werte wenn überhaupt
An den Pflanzstätten bürgerlicher Bildung
Schulen und Lehrer stehen an vorderster Front
Was die Rettung anbelangt nicht Leitartikler
Ein nachhaltiger Konsens muss wachsen
Aus der Mitte der Gesellschaft die dafür
Ihre bewährten Traditionen nutzen sollte
Also den bürgerlichen Bildungskanon
Wie sich diesen neuen Bedingungen anpasst
Was erhalten bleibt und was sich verändert
Kann gerne und offen gestritten werden doch
Bitte in einer dann gemeinsamen Sprache
jens tuengerthal 02.02.2019
Bürgerheimat
Ist es der Ort an dem ich wohne
Ist es wichtiger woher ich stamme
Zählen überhaupt Orte je dafür
Zuhause bin ich wo meine Bücher
Stehen fiel mir dabei als erstes ein
Die kleine Bibliothek mit den Stücken
Aus altem Familienbesitz ist es wohl
Doch sind nicht Menschen wichtiger
Ist Heimat dort wo sich Familie trifft
Wir mit den Verwandten verweilen
Oder zählen schon Freunde mehr
Bin als in Deutschland mein Leben
Hin und her gezogener heimatlos
Habe viele Orte mit Verbindung
Aber keinen der ausschließlich ist
Weile meist nur in Berlin weil ich
Reisen als ungeistig und störend
Möglichst ablehene und verweigere
Aber das könnte auch woanders sein
Deutschland wohl müsste es sein
Der Sprache schon wegen darum
Auch eher der Norden als der Süden
Hansestädte vielleicht etwas mehr
Geboren in Bremen fühle ich mich
Dem alten Hansenest verbunden
Warum weiß ich auch nicht genau
Fühle mich relativ wohler dort
In Frankfurt am Main aufgewachsen
Ist mir Frankfurt nicht näher als Berlin
Empfinde ich bei Städel und Senckenberg
Mehr Heimat als bei der Stadt an sich
Beides sind typisch bürgerliche Museen
Institute des Gemeinsinns reicher Bürger
Ähnliches empfand ich bei Bremer Museen
Wie in Berlin wenn auch etwas weniger
Die Berliner Singakademie die heute
Noch vom Gorki-Theater östlich besetzt
Drückt hier den Verlust der bürgerlichen
Gesellschaft für lange Zeit perfekt aus
Der Berliner Osten hat keine bürgerliche
Geschichte oder Tradition und mühsam
Müssen Orte erst zurückerobert werden
Von den überall präsenten linken Populisten
Es gibt einzelne Menschen die sich noch
In bürgerlicher Tradition gegen alle sonst
Umstände hier sehen doch sind wir eher
Die Dinosaurier in feindlicher Umgebung
Der Westen Berlins dagegen hat eine
Bürgerliche Tradition aus der Inselzeit
Aber nicht vergleichbar der Hanse
Die ihre Freiheit stolz immer verteidigte
Berlin wurde mit Preußen erst groß
Wäre ohne Preußen nur ein Dorf am
Märkischen Sand der Spree geblieben
Aber Preußen lag eher sehr weit östlich
Diese Schizophrenie Berlins als die
Hauptstadt Preußens und des Reichs
In einem nach einer Provinz die tief
Im Osten gelegen benannten Land
Bis heute ist die Kultur Berlins zutiefst
Preußisch auch wenn sich die Erben
Der SED dort zu gerne überall zeigen
Als sei die Kultur natürlich hier links
Das gespaltene Berlin dem östlich
Die bürgerliche Basis abhanden kam
Ist im alten Kern östlich nur gelegen
Was nachkam ist noch aufgesetzt
Ob ich im Westen Berlins mehr
Heimat fände in bürgerlicher Tradition
Oder Berlin immer östliche Provinz bleibt
Weiß ich noch nicht zu beantworten
So lebe ich im zu lange bürgerlosen
Osten noch ein wenig heimatlos doch
Bin ich als Bürger ohnehin in meiner
Bibliothek zuerst immer Zuhause
Ob es einmal einen Ort gibt der
Familie Stadt und Bibliothek als
Vollständige Heimat vereint scheint
Eher fraglich was immer künftig wird
Genieße meine Heimatlosigkeit sehr
Weil sie mich auch ungebunden macht
Zuhause mir gibt wo meine Bücher stehen
Während andere voller Sehnsucht sind
Andererseits wärmt der Gedanke doch
Irgendwann in einer Hansestadt noch
Zu leben weil es sich so eben ergab
Ohne erklären zu können warum
Vielleicht sind Hansestädte überhaupt
Auch unabhängig von Thomas Mann
Die traditionelle Heimat der Bürger
Weil sie Freiheit und Kultur stolz tragen
jens tuengerthal 02.02.2019
Cup of Tea 050
Bei einer Tasse Tee beginnt
Der Tag zufrieden dampfend
Nie beginne ich ihn anders
Als mit einer guten Tasse Tee
Die sich ausbreitende Wärme
Vorher übergossener Blätter
Gibt zufriedene Sicherheit
Vor aller eventuellen Unruhe
Flüssige Wärme mit Geschmack
Stilvoll getrunken als Zeremonie
Zum größtmöglichen Genuss
Gibt dem Leben einen Rahmen
Komme was wolle unter allen
Nur denkbaren Umständen
Mit einer guten Tasse Tee davor
Kann alles überstanden werden
jens tuengerthal 02.02.2019
Wutbürgerlich
Wutbürger sind meist auch
Besserwisser im speziellen
Ganz allgemein gesprochen
Wut bringt immer Unruhe
Also das logische Gegenteil
Der ersten Bürgerpflicht
Fraglich ob anderes gilt wenn
Sie nur ihre Ruhe verteidigen
Mit lautstarkem Engagement
Jenes Paradoxon zeigt uns
Der Wutbürger ist eher nicht
Bürgerlich im guten Sinne
Anderseits verteidigen die
Wutbürger biedermeierliche
Ruhe für sich als Lebensziel
Aber Bürgerlichkeit wütet nicht
Sie erhält Ruhe und Ordnung
Als ihr Wesen und ihre Natur
Andererseits ist das grüne Klientel
Der Wutbürger so biedermeierlich
Dass es die Kehrwoche inkarnierte
So sind auch die Wutbürger aus'm
Ländle längst gutbürgerlich schon
Integriert ob grün schwarz oder braun
jens tuengerthal 02.02.2019
Lustwach
Am Morgen noch in der Nacht
Gemeinsam erwachen um sich
Einen Moment ineinander zu
Vertiefen ist der schönste
Tagesbeginn immer
jens tuengerthal 02.02.2019
Propagandalügen
Wer staatliche Propaganda betreibt
Weiß zu gut wie deren Lügen wirken
Warum es diesem auch so leicht fällt
Die Wirkung anderen zu unterstellen
Russische Sender betreiben schon
Seit Jahren Propaganda in Europa
Mit dem Versuch die Demokratie
Durch Lügen zu unterminieren
Wen wundert es da wenn der Kreml
Genau dieses Verhalten plötzlich den
Hiesigen freien Medien unterstellt
Um von seinem Tun abzulenken
So gesehen führt Russland schon
Länger Krieg in Europa als vielen
Verteidigern der Freiheit klar war
Mit Hackern und Propagandafunk
Von Pegiden bis Gelbwesten ließ
Sich die undemokratische Opposition
Indirekt aus Russland finanzieren
Dies ist auch beim AfD zu prüfen
Fraglich welche Chance Europa hat
Mit einem naiven Idioten in Washington
Als großmäuligster Präsident aller Zeiten
Die Werte des Westens zu verteidigen
Einen heißen Krieg können wir allein
Kaum gegen dies Russland gewinnen
Im Medienkrieg sind wir zu angreifbar
Die innere Opposition schwächt daazu
Die Verteidigung der Freiheit durch
Ihre Aufhebung wäre wohl fragwürdig
Die Frage ist was Russland wohl will
Um zufrieden friedlich zu werden
Sollten wir Russland in die EU nun
Gemeinsam mit der Ukraine aufnehmen
Um sie zum Rechtsstaat zu verpflichten
Weil der Kampf nicht zu gewinnen ist
Es wäre eine Kapitulation vor dem
Unrecht des Populismus den der Kreml
Hier noch zersetzend fördert fraglich nur
Welche Alternativen wir noch haben
Auf das Prinzip pochen bringt wenig
Es änderte nichts an der Situation
Dagegen brächte die Einbindung
Für alle langfristig mehr Sicherheit
Ob Russland sich noch binden will
NATO und EU Mitglied gern würde
Oder jetzt den vorher Kalten Krieg
Umdrehen will wissen wir nicht
So fragt sich trotz allem Widerwillen
Gegen die Methoden der Russen
Ob Kooperation uns nicht weiter
Führte als die lästige Konfrontation
Die Aufkündigung des INF-Vertrages
Durch die unberechenbaren USA
Wo der Dealkmaker unberechenbar
Gefährdet zuerst Leben in Europa
In dieser Situation gilt es zuerst die
Ruhe und Vernunft zu bewahren
Nicht wie die USA ständig dabei
Noch die Richtung zu wechseln
Rechtsstaat und Demokratie sind
Langsam und umständlich nach
Ihrer ordnungsgemäßen Natur
Was sie angreifbar schwächt
Solange auf die USA Verlass war
Als Rechtsstaat und Ordnungsmacht
Stand der Willkür genug entgegen
Heute lügen auch diese mehr
Die neuen Propagandalügen stellen
Neue geostrategische Fragen weil sie
Offenbaren wie weit der Gegner für
Den Machterhalt gehen würde
Konsequente Offenheit statt neuer
Tricks eines geistig beschränkten
Dealmakers könnten ein Mittel aus
Der weltweiten Krise der Freiheit sein
Wen wir nicht schlagen können künftig
Um so enger einbinden damit auch dort
Die Gesetze der Freiheit weiter wirken
Infusiv wirkt besser als offensiv hier
jens tuengerthal 02.02.2019
Freitag, 1. Februar 2019
Haarig
Das Bundesverwaltungsgericht
Entschied über die zulässige
Haarlänge der Soldaten nicht
Sondern forderte die Regelung
Werden dazu wie beim Tempolimit
Wieder Welten zusammenstoßen
Wenn nicht das Abendland untergehen
Weil Soldaten geschoren gehören
Es ist mir völlig gleichgültig welche
Haarlänge die Bundeswehr zulässt
Männer und Frauen sind dabei nach
Möglichkeit gleich zu behandeln
Nur eine Arme mit Soldaten ohne
Unterordnung und Gehorsam braucht
Braucht auch keiner künftig mehr
Sie sollen sich totschießen lassen
Gilt was für den Kopf dann gilt auch
Im Intimbereich oder bleibt dieser
Nomen est omen tatsächlich intim
Was geht wenn etwas jemals an
Natürlich kann wer Frauen den Zopf
Gestattet ihn Männern nicht verbieten
Außer mit sachlicher guter Begründung
Sehen wir es als Auftraggeber quasi
Wenn der Gesetzgeber künftig schon
Alberne Frisuren regelt dann bitte auch
Die anständige Schamhaarfrisur wie das
Ultimative Nacktschneckenverbot
Nachweislich fördert die Nacktrasur dort
Pädophilie ist also gemeingefährlich auch
Insofern besteht dringend Regelungsbedarf
Zumindest genau wie bei der Bundeswehr
Wir könnten auch erwachsen werden
Feststellen wie albern es doch ist noch
Alles regeln zu wollen was keiner braucht
Sonst wird bald das Lachen verboten
Das Abendland hängt an keiner Frisur
Eher geht es dabei doch um Kultur
Womit Soldaten eher nichts zu tun haben
Zumindest nach statistischen Angaben
Der Rechtsstreit bis vor höchste Gerichte
Zeigt die echten Probleme der Bundeswehr
Ach bräuchte sie doch irgendwo irgendwer
Machten sie sich weniger lächerlich
jens tuengerthal 01.02.2019
Feuchtmitte
Lust macht uns nass
Besonders in der Mitte
Wie um deren Ränder
Und Lippen egal wo
Denke ich an die Liebste
Schaue gar Bilder von ihr an
Bin ich kurz darauf nass
Wie es ihr wohl auch geht
Wenn alles fließt
Ist alles gut
Sagt die Natur
Oh welch Überfluss
Wie gerne möchte ich
Die Liebste wieder mit
Meiner feuchten Zunge
Zum überlaufen bringen
Um danach noch leichter
In ihre feuchten Löcher
Alle tief einzudringen
Dass es nur so flutscht
Bei manchen ändert sich nichts
Sie laufen beim Sex nie über
Haben kienen Morgentau
Voll geiler Erwartung schon
Bei ausreichend Reibung vorab
Wird der Lippenzischenraum dort
Gerade ausreichend feucht noch
Um überhaupt eindringen zu können
Andere brauchen dazu Vaseline
Weil ihre Natur nicht überläuft
Zumindest nicht miteinander
Ein Grund es lieber zu lassen
Wie anders die lustvollen Weiber
Die wie meine vor Glück zucken
Am Höhepunkt richtig überlaufen
Weil sie sich wie du ganz geben
Wer sich nicht von alleine erregt
Nie vor Lust miteinander überläuft
Passt zumindest physisch nicht
Sollte lieber noch weitersuchen
Als guter Bürger liebe ich die Mitte
Nur bitte keinen mittelmäßigen Sex
Bei dem keiner vor Lust mehr schreit
Alles flau cool und gelassen bleibt
Wo wir uns mittig ganz vereinen
Soll alles fließen wie es nur kann
Wer nicht kann ließe es darum lieber
Leben im Überfluss ist erst Genuss
Manche mögen es wohl lieber eher
Sauber und trocken ohne Leidenschaft
Da lebe ich lieber im Überfluss
Stets feucht mit feuchter Liebster
Nur ein kleiner Teil der Frauen genießt
Sex wirklich und kann überhaupt dabei
Noch weniger passen mittig zusammen
Was hab ich da für ein doppeltes Glück
Lebe gerne im Feuchtgebiet unserer
Ungestillten Lust jeden Tag meines
Verbleibenden Lebens mit der Liebsten
Mehr Glück und Befriedigung ist nie
jens tuengerthal 01.02.2019
Bürgermitte
Früher war noch ganz klar
Die Mehrheit steht in der Mitte
Extreme Positionen haben nie
Eine Zukunft außer am Rand
Das Erstarken des Populismus
Auch mithilfe sozialer Netzwerke
Hält die Menschen in Filterblasen
Als wären wir im Meinungszoo
Gehege für Gehege lebt dort
Jede Spezies ganz für sich
Kann sich bestenfalls blocken
Zumindest erfolgreich ignorieren
Extremisten scheinen spannend
Sie passen sich dem Zulauf an
Am linken oder rechten Rand
Verschaffen sie sich viel Gehör
Die Mitte gilt dann als langweilig
Weil an den Rändern mehr los ist
Auch wenn das Chaos nur schadet
Wogt die Masse plötzlich zum Rand
Halten wir ein Plädoyer für die Mitte
Loben Ausgleich und Kompromiss
Mehr als jede mögliche Revolution
Die irgendwann ihre Kinder frisst
Bürger waren einst eine kleine Elite
Heute ist jeder ein Staatsbürger aber
Kaum einer weiß noch was Bürger
Adelt als das Privileg der Bildung
Das ruhige gute Fundament der
Humanistischen Bildung das statt
Latein und Griechisch Kultur besser
Verstehen lernt ist entscheidend
Bürgerlichkeit ist längst international
Wie der Erfolg der Buddenbrooks zeigte
Steht grenzenlos mittig konservativ aber
Kritisch aufgeklärt gegen alle Extreme
Während ungebildete Massen hinter
Populistischen Extremisten wanken
Ob nach rechts oder links ganz egal
Sucht der Bürger Ausgleich mittig
Einem Land geht es immer dann gut
Wenn die Mehrheit in der Mitte bleibt
Denken wir an uns und merken es nun
Bevor das Gleichgewicht verschwindet
jens tuengerthal 01.02.2019
Blickliebe
Es war Liebe auf den ersten Blick
Die mit jedem Anblick wächst
Den die Liebste mir schenkt
Auf sich und ihre ganze Schönheit
Jede Nacht teilen wir nackt das Bett
Aber noch immer finde ich es so
Aufregend sie nackt vor mir zu sehen
In vollendeter Elfen Schönheit
Ihre Brüste ihre Lippen erregen mich
Schon beim Gedanken an ihren Po
Steht die Lust wild von mir ab um
Wieder ganz eins mit ihr zu werden
Was du so gut kennst wie den Körper
Deiner Liebsten könnte ja irgendwann
Langweilig werden behauptet gerne
Die Gewohnheit gegen die Liebe
Vielleicht ist es da größte Wunder
Der Liebe wie sie Aufregung hält
Lust sogar noch wachsen lässt
Den Blick für Schönheit öffnet
Was liebe ich den Anblick meiner
Liebsten und wie verrückt macht
Ihre unendliche immer Lust mich
Die dabei sicht- wie fühlbar wird
So gesehen ist es jeden Trag
Wieder und aufs neue für uns
Liebe auf den ersten Blick der
Erinnerung mehr Lust schenkt
Liebe ist eine Innerlichkeit eher
Ein Gefühl als nur Anblick diese
Bloße Äußerlichkeit doch wie gut
Wenn es sich so perfekt ergänzt
Weiß nicht ob nur die Liebe sie
Zur Schönsten mir macht was
Ganz objektiv mir doch scheint
Aber was weiß ich schon jemals
Solange sie mich täglich so erregt
Ihre Liebe mich so glücklich macht
Habe ich mit ihr die schönste Welt
Da ist alles andere völlig egal
Wie wirklich ist die Wirklichkeit
Fragte uns schon Watzlawick
Wie ich sie mir täglich mache
Antwortet da die Pipi in mir
Auch wenn meine Liebste ganz
Objektiv der perfekt schönste Anblick
Bereits ist gönne ich allen großzügig
Das irrende Gefühl ihre sei es auch
Dann sind alle so zufrieden wie ich
Sehen es als ihre Wirklichkeit die es
Damit irgendwie wird und ich habe
Am Ende natürlich immer Recht
jens tuengerthal 01.02.2019
Donnerstag, 31. Januar 2019
Brodern
Ist Broders große Spezialität
Provozieren und so anregen
Konnte er schon immer gut
Themen zur Diskussion stellen
Mit steilen Thesen dabei noch
Mehr polarisieren ist die Kunst
Des Drahtseilgängers Broder
Muss nicht seiner Meinung sein
Sehe manches anders als er
Doch zeigt er uns die Folgen
Unserer Intoleranz zu deutlich
Wer seine Rede liest wird merken
Wie Broder der AfD Grenzen zeigt
Sie in Vorurteilen scheinbar bestätigt
Um ihnen Probleme aufzuzeigen
Funktioniert der Diskurs künftig besser
Wenn wir die AfD nach antifaschistischem
Ritual ignorieren und sie Nazis nennen
Oder braucht es intelligente Erwiderung
Brodern heißt dabei provozieren
Brodern lässt infolge nachdenken
Brodern steht für viel Aufregung
Brodern meint größere Toleranz
Nicht ob er an Klimawandel glaubt
Ist dabei wichtig sondern wie er
Gewohnheiten infragestellt ohne
Den Blick für nötiges zu verlieren
Viele Dinge galten als erwiesen
Für eine fest überzeugte Gruppe
Waren völliger Unsinn aber später
Von Hexen bis zur flachen Erde
Natürlich gibt es den Klimawandel
Doch wie weit wir ihn beeinflussen
Darüber muss frei diskutiert werden
Statt nur Formeln dazu nachzubeten
Brodern heißt Toleranz trainieren
Statt in gewohnte Muster zu fallen
Radikal provokativ infragezustellen
Wie wirklich die Wirklichkeit ist
Gegen jede Political Correctness
Spricht er einfach mit allen statt
Sich nur Konsens und Bestätigung
Zu suchen kann er etwas verändern
Brodern kann auch mal weh tun
Weil es aufrüttelt im ruhigen Takt
Aber vielleicht ist genau das nötig
Damit sich noch mal etwas bewegt
jens tuengerthal 31.01.2019
Winterwanderung
Wenn Frost und Sonne wetteifern
Ist von überwältigender Schönheit
Nie scheint die Luft mir so klar
Auch wenn das erste Stück Weg
Die graue Storkower entlang bis
Zur grauenvollen Jobcenter-Platte
Wenig aussichtsreich mir schien
Doch viel schöner als erwartet
Ging in zartem rosa schon über
Dem Planetarium die Sonne auf
Färbte den Himmel hoffnungsvoll
Der Weg zum in jeder Hinsicht
Historisch wie ästhetisch einfach
Furchtbaren Thälmann Denkmal
Wurde in sanftes rosa getaucht
Die am Thälmann-Park der noch
Immer nach dem Jugendhelden
Der untergegangenen DDR heißt
Stehenden Platten wirkten sanfter
Umbenennung und Sprengung des
Real sozialistisch unästhetischen
Brocken dort wünsche ich mir sonst
Heute ging der Blick nur nach Osten
Nicht rot sondern rosa glänzte es
Von Osten her im noch sanften
Morgenlicht an der Greifswalder
Was vieles schöner scheinen lässt
Die Storkower hinunter wandernd
Das übliche Autograuen nur noch
Etwas duch letztes rosa gemildert
Ging es zur widerlichen Platte dort
Schon Teile der Gebäude am Rand
Leicht angegammelt eher moribund
Künden vom Untergang der DDR
Geben dem Jobcenter den Rahmen
Eine Behörde eben wenn auch mit
Zumindest schnellem Aufzug ist die
Tristesse dort nicht der Rede wert
Sei an dieser Stelle übergangen
Schöner wurde es danach auf dem
Weg in den Prenzlauer Berg Park
Der dort liegt wo keiner mehr an
Diesen Öko-Schicki-Kiez denkt
Hinauf auf alle dort Hügel gestiegen
Den Rundblick im Dunst genossen
Gibt für Momente ein Gefühl von Natur
Stille neben dem sonst Verkehr
So betrachtet ist der Park mit dem
Abwegigen Namen in dem zumindest
Ein guter Wein heute angebaut wird
Grüne Oase und Erholungsort wohl
Grün zu anderen Jahreszeiten vielleicht
Einige Nadelbäume trugen noch Farbe
Ansonsten eben ein grauer Winterpark
Mit langer Schlittenstrecke ohne Schnee
An der angrenzenden Kleingartensiedlung
Vorbei an schmucken Häuschen die aber
Eher an Brandenburg als Berlin erinnerten
Was sandige Gehwege noch bestätigten
Wieder an mächtig hässlichen Spuren
Der dort nicht untergegangenen DDR
In Form der einst begehrten Platten
Vorbei zum jüdischen Friedhof
Dessen Mauer folgend bis zur heute
Passend zu den neuen Bewohnern
Des anderen Prenzlauer Bergs nun
Schön gemachten Waldorfschule
Der jüdische Friedhof ist schon Weißensee
Die Schule noch Prenzlauer Berg sozusagen
Grenzgebiet mit sehr östlicher Färbung noch
Wo Weißensee nach Brandenburg riecht
Von dort oben ging es hinunter zum
Namensgebenden Weißensee den ich
Wie üblich umrundete dabei voll Freude
Das dort beginnende Eis betrachtend
Noch trägt es keine Schlittschuhläufer
Bricht an den Rändern wieder auf doch
Gibt es eine Ahnung vom Winterzauber
Der noch von Osten kommen könnte
Vereister See in glänzender Sonne
Störten auch die Baumarbeiten wenig
Wenn auch schmerzte was dort alles
An riesigen alten Bäumen zersägt wurde
Gemütlich vom See an den Weißenseer
Klinkerbauten im alten Stil vorbei wurde
Die Sonne im langsam Vormittag nun
Immer stärker teilweise gar blendend
Wie schön ist es im Winter zu wandern
Wenn alles nur warm eingepackt sonst
Von einem warmen Ort zum nächsten
Hetzt statt den Winter zu genießen
jens tuengerthal 31.01.2019
Liebeskraft
Liebe ist ein Zaubertrank
Der unendlich Kraft gibt
Oder bei Kummer jede raubt
Die Nacht mit der Liebsten
Lässt mich wie neu aufstehen
Ohne sie bin ich gerädert
Darum pflegt seine Liebe lieber
Beizeiten wer mehr genießen will
Um stark und glücklich zu bleiben
jens tuengerthal 31.01.2019
Kreuzzügler
Kreuzzügler werden fanatische
Gläubige zumeist genannt die
Für ihren Aberglauben töteten
Es fing im Mittelalter schon an
Wo das Kreuz nahm wer gegen
Ungläubige in Jerusalem zog
Rückeroberung der heiligen Stätten
Für die Christenheit war damals
Das vom Papst gesegnete Ziel
Das ist zum Glück nun Geschichte
Kein Christ will heut Jerusalem erobern
Wer davon redet gilt eher als verrückt
Geblieben ist der Kreuzzug noch
In der Sprache als Ausdruck für
Fanatische Verfolgung der Gegner
So warnt die Automobilindustrie
Vor einem Kreuzzug gegen das Auto
Der deutsche Arbeitsplätze gefährdete
Fraglich nur wer hier ein Fanatiker ist
Wer Geschwindigkeitsbegrenzung fordert
Oder wer Vernunft Aberglauben nennt
Die heilige Kuh der Deutschen ist ihre
Freiheit beim Fahren die es real nie gibt
Wie in den USA die Karren dies sind
Gegen solchen Glauben kommt keine
Vernunft weit dafür offenbart der Versuch
Immer den Fanatismus der Anhänger
Dafür werden deutlich mehr Tote riskiert
Als alle Kreuzzüge zusammen kosteten
Es geschähe für die Freiheit heißt es
Darum hüte dich Mensch stets wenn
Gläubige zum Kreuzzug aufrufen aber
Mehr noch wenn sie davor warnen
jens tuengerthal 31.01.2019
Dienstag, 29. Januar 2019
Bürgerruhe
Rief Graf von der Schulenburg
Als der Gouverneur den Berlinern
Die Niederlage 1806 bekanntgab
So hieß es immer um die Ruhe
Und Ordnung im Staate zu wahren
Unruhen zu vermeiden die doch
Nicht bürgerlich also wären
Die Worte des Grafen wurden
Zu geflügelten im Deutschen
Beschreiben gut die Einstellung
Vieler Deutscher zur Revolution
Auch Thomas Mann betonte
Immer wieder die Bedeutung
Der Ruhe für ihn als Bürger
Was Teil seiner Identität war
Bedingt den Bürger als Wesen
Die Ruhe oder ist es weniger
Wesenheit als der Versuch
Bürgerlichkeit zu sichern
Bürger leben in einer Ordnung
Die ihr Wesen stark geprägt hat
Sie macht die Bürgerlichkeit aus
Ohne sie fehlt entscheidendes
Ob Kommandant Schulenburg 1806
Richtig lag oder nur schlimmeres so
Verhindern wollte kann dahinstehen
Wenn er im Sinne der Bürger handelte
Eine rasende Flucht wäre gefährlicher
Die Besetzung durch Napoleon lief dann
Zwar kostspielig aber relativ friedlich ab
Die Ruhe zu bewahren war also klug
Ohne ein Stoiker zu sein fragt sich ob
Die Ruhe auch Zweck an sich wurde
So zur Bürgerlichkeit bereits gehört
Ihre Wahrung selbige Existenz bedingt
Für manche Revolutionäre klingt schon
Der Begriff Bürgerlichkeit klein und eng
Sie denken an die Bourgeoisie als Feind
Begreifen nicht deren kulturellen Wert
Bürgerlichkeit als Lebensform wie sie
Thomas Mann oder Joachim Fest meinen
Bezieht sich auf das Großbürgertum als
Die Träger von Wirtschaft und Kultur
Es ist eine Gemeinschaft mit Ritualen
Die sich auf ihren Stand so beziehen
Diese Ordnung zu wahren und auch
Für die Zukunft erhalten gehört dazu
Wer eine Ordnung wahren will
Dem wird die Ruhe zum Zweck
Weil sie der Kultur Raum gibt
Ist sie eine bürgerliche Pflicht
Die Ordnung gibt Sicherheit in der
Die Bürger ihrem Wesen entsprechend
Mit größtmöglicher Freiheit leben wie
Erfolgreich wirtschaften können
So mag Schulenburgs Satz zwar sicher
Im staatlichen königlichen Interesse
Gewesen sein diente aber auch den
Bürgern als Profiteuren der Ordnung
Bürger haben logisch ein Interesse
An der Wahrung der Ordnung die
Ihren Wohlstand dauerhaft sichert
Daher ist Bürgerlichkeit konservativ
Dabei können nötige Veränderungen
Wie sie Revolutionen oft anstießen
Dem Bestand und künftigen Erfolg
Bürgerlichen Lebens dennoch dienen
Bürgerlichkeit ist im Wesen bewahrend
Soweit dies Veränderung nötig macht
Werden die Bürger den Wandel tragen
Um den Bestand auf Dauer zu sichern
Als Träger der Kultur sind die Bürger
Auch an der Spitze der Veränderung
Die künstlerische Avantgarde fordert
Spielen damit eine Doppelrolle stets
Vielleicht darum ist Bürgerlichkeit heute
Für viele ein so schwer greifbarer Begriff
Den sie gern in Schubladen nur stecken
Wenn Ruhe und Revolution sich treffen
Sicher kann die Pflicht der Bürger zur Ruhe
Helfen wesensmäßige Ausbrüche in einem
Vernünftigen Rahmen kontrolliert zu halten
So schenkt sie uns Freiheit von der Natur
Die Bürgerruhe als ordnendes Element
Des bürgerlichen Charakters hilft auch
Cholerischen Charakteren zur Ordnung
Als Chance von Freiheit und Glück
jens tuengerthal 29.01.2019
Montag, 28. Januar 2019
Lustschlaf
Nach wilder Lust
Tief befriedigt einschlafen
Ist der intensivste Schlaf
Nur vier Stunden später
Wachte ich wieder auf
Eine Stunde nach Mitternacht
Und war völlig erholt wach
Den Rest der Nacht gelesen
Und die Liebste beobachtet
Bei ihren wilden Träumen
Dankbar für all die Kraft
Die ihre Liebe und Lust
So täglich mir schenkt
jens tuengerthal 28.01.2019
Leserliebe
Als Leser liebe ich meine
Leserin wie meine Bücher
Lesezeit ist glückliche Zeit
Schöner nur wenn geteilt
Bücher werden nicht nur erledigt
Viel vor sich zu haben ist Glück
Um mich stapeln sich Bücher
Die gelesen werden wollen
So gehe ich gespannt neugierig
Durch ein aussichtsreiches Leben
Was mehr sollte ich noch wollen
Als glücklicher Leser im Leben
jens tuengerthal 28.01.2019
Autoritätsliebe
Manche lieben es autoritär
Dann müssen sie nicht denken
Was richtig oder gut sein könnte
Sie gehorchen dazu anderen
jens tuengerthal 28.01.2019
Liebesautorität
Die Liebste hat immer recht
Ist es nicht so tun wir so um
Für immer glücklich zu sein
Auf was sonst käme es an
jens tuengerthal 28.01.2019
Bücherautorität
Bücher haben für mich mehr
Autorität als Rechenmaschinen
Was auf bloßem Gefühl beruht
Achte sie noch voller Liebe
Doch ist das vernünftig
jens tuengerthal 28.01.2019
Bildungsautorität
Hat Bildung noch Autorität
Oder ersetzt diese das Netz
Geht es nur noch um Zugriff
Nur wo bleibt dann der Kontext
jens tuengerthal 28.01.2019
Naturautorität
Hat Natur Autorität aus sich
Wirkt weil sie ist ohne jede
Begründung oder ist sie am
Ende damit der einzige Grund
jens tuengerthal 28.01.2019
Autoritätsglaube
Rettung durch Verbot
Ist größte deutsche Hoffnung
Ohne allen Grund
Geschwindigkeit wird
Beschränkt aber geflogen
Als gäb's kein Klima
Unvernunft herrscht mit
Stets fester Überzeugung
Glaube ist alles
Eine feste Burg
Sang Antisemit Luther
Über seinen Herrn
Burgmentalität
Lieben Deutsche bis heute
Mehr brauchte es nie
Glaube das die da
Oben schon besser wüssten
Was alle bräuchten
Pegida ist gut
Deutsch hört eben auf Russen
Im Osten üblich
jens tuengerthal 28.01.2019
Sonntag, 27. Januar 2019
Bürgermoral
Außer der üblichen Sitten
Die als Ethik gesehen werden
Sich den Umständen anpassen
Müssen wir Moral lernen
Oder liegt sie in unserer Natur
Aus der Gewohnheit angelegt
Was ist wann und wo richtig
Normen des Rechts sollen im
Staat die Einhaltung sichern
Auch wenn sie damit paradox
Handeln ethisch wertlos machen
Den strengsten Maßstab lehrte
Kant der das was du nicht willst
Das man dir tut füg auch keinem zu
Auf die abstrakte Metaebene hob
Der kategorische Imperativ besagt
Stets so zu handeln dass danach
Ein allgemeines Gesetz gelten könnte
Was den Willen für die Tat nimmt
Gäbe es dieses Gesetz aber wäre
Das entsprechende Handeln wieder
Moralisch völlig wertlos weil wir dann
Nicht dem Gewissen mehr folgten
Andererseits ist der bürgerliche Staat
Gerade durch seine große rechtliche
Zuverlässigkeit geprägt die Geschäfte
Auf Dauer für alle sicherer machen
Geschäfte lassen sich nur gut machen
Wenn das nicht normierte Wort auch gilt
Die Beteiligten sich aufeinander verlassen
Was wiederum keine Norm regeln kann
Auf dem schmalen Grat zwischen der
Inneren Haltung und ihrer Bindung an
Die rechtliche Ordnung liegt immer das
Funktionieren einer Gemeinschaft
Die bürgerliche Moral als Basis der
Bürgerlichen Kultur enthält wenig
Was normiert wäre und erwartet viel
Mehr als je ein Gesetz regeln kann
Der Konsens über erlangte Bildung
Welche das Gespräch ermöglicht
Aus dem sich Bilder erst ergeben
Die tieferes Verständnis geben etwa
Die Bürger wissen eigentlich was
Gemeint ist wenn vom trojanischen
Pferd als Gefahr gesprochen wird
Auch wenn wenige die Ilias lasen
Der Konsens über die Bildung diente
Der sozialen Abgrenzung einerseits
Aber auch der Bindung andererseits
Die auf sozialer Verabredung beruht
Hier liegt der Schlüssel zur Moral
Die sich auch laufend verändert
Waren die Rollen früher ganz klar
Wechselt es heute pragmatischer
Wo sich die Sitten ändern aufgrund
Anderer Lebensumstände wird sich
Auch die Moral entsprechend an die
Neuen Bedingungen anpassen
Sexualität und Partnerschaft sind
Ein typischerweise moralisch auch
Geregelter Bereich der Beziehungen
Die einem steten Wandel unterliegen
Wurde früher Jungfräulichkeit von Frau
Erwartet lachen Paare inzwischen darüber
Zerstörte bei Effie Briest eine Leidenschaft
Die ganze Ehe würde heute erstmal geredet
Galten Künstler noch zu Manns Zeiten
Als anrüchige unzuverlässige Existenzen
Sind sie je nach Einkommen heute auch
Hoch angesehene sogenannte Kreative
Der Bürger-Künstler-Konflikt den Mann
In seinen Werken immer wieder genau
Betrachtet ist heute eher verlagert auf
Andere soziale Ebenen der Ausbildung
Hätte ich nach dem Abitur etwa gesagt
Dass ich nun Schriftsteller und Genie
Werden wolle wie Mann und Goethe
Wäre das kaum ernst genommen worden
So habe ich einen Brotberuf studiert
Die Jurisprudenz die ich nie ausübte
Mangels Neigung und Befähigung wohl
Statt mich gleich der Kultur zu widmen
Nicht weil ich es unbedingt musste
Der Vater sah mich auch als Arzt
Die Mutter sah viele Wege für mich
Sondern weil ich genügen wollte
Auch dieser Prozess der Anpassung
An ein Korsett bürgerlicher Moral
Die mein innerer Anarchismus ablehnte
Gehört zur normalen bürgerlichen Existenz
Nach Sitte und Gewohnheit der Familie
Sollte ich studieren und am besten dabei
Noch akademischer Turner werden oder
Eine Promotion zumindest erreichen
Der Vater war habilitiert wie eine sehr
Große Koryphäe in seinem Fach also
Musste der Sohn ihn mindestens wohl
Überbieten um vor sich etwas zu gelten
So ging und geht es Generationen
Der bürgerlichen Existenzen auf
Dem Weg nach oben was immer das
Ominöse oben dann für wen sein soll
Wir folgen Sitten und Regeln die
Keiner vor uns ausdrücklich aussprach
Die aber eine Frage der Ehre waren
Worüber natürlich keiner mehr sprach
Brach alle Regeln immer wieder
Um so höher wurde das spätere
Bedürfnis nach bürgerlicher Existenz
Zumindest etwas erreicht zu haben
Das stete Streben nach einem Höheren
Ist vielleicht typisches Element bürgerlicher
Befindlichkeit wie Ausdruck der Einbahnstraße
In der die bürgerliche Gesellschaft lang steckte
So wurde ich der sonst nichts wurde
Zumindest akademisch nichts war
Ein Künstler ohne es je zu sein
Der besonders bürgerlich leben wollte
Der Anschein bürgerlicher Moral als
Ausdruck konventioneller Sitten hilft
Den abgedrifteten Existenzen sich den
Doch nötigen Rahmen noch zu geben
Ob es vielleicht allen Bürgern so geht
Sein sie nun seriöse Existenzen als
Akademiker oder gehobene Beamte
Bleibt die ewig offene Frage im Chaos
jens tuengerthal 27.01.2019
Bürgerkultur
Literarische Kultur ist zutiefst
Bürgerlich in ihrem Wesen
Der selbständigen Wissenssuche
Strahlt was sie groß machte
Auch wenn sie sich mal
Proletarisch verkleidet
Trägt sie Bürgergeist allein
Warum Thomas Mann lesen
Die Literaturkultur lebt
Unsere Kultur verkörpert
Fremd bleibt er dauerhaft
Denen die Bürgerlichkeit
Spießig immer erschien
Weil sie aus Angst davor
Auch Spießer zu werden
Seine Ironie völlig verkennen
Der Bürger trägt sich selbst
Egal in welcher Rolle wie
Mann in Lübeck als Lebensform
Geistig den Mitbürgern verrät
Bleibt es und trägt es Stolz
Als Bürger ein Träger der Kultur
Die sich literarisch ausdrückt
Von ihren Sitten noch lebt
Nachdem sie lange totgesagt
Wird Bürgerlichkeit zur Kultur
So wird der gesellschaftliche Stand
Zum Wesen an sich was Kultur trägt
Weil es ihrer Freiheit auch entspricht
Sich kreativ ihrem Wesen gemäß
In besonderer Form zu zeigen
Über diese Form der Bürgerlichkeit
Die Kultur schöpft wie traditionell trägt
Weil Bildung Teil ihres Selbstverständnisses
Ist noch manches künftig zu schreiben
Es ist der historische Kern unserer Kultur
Im Preußen des vorvorigen Jahrhundert
Von Humboldt und Freunden begonnen
In jüdischen Salons aufgewachsen wie
Am humanistischen Gymnasium beschult
Ist es als Lebensform eine Kultur für sich
jens tuengerthal 27.01.2019
Verantwortungsreich
Verantwortung übernehmen macht
Reich und stolz dagegen ist arm dran
Wer sich schuldlos beschuldigt fühlt
So gesehen könnte ich stolz sein
Ein verantwortlicher Deutscher zu sein
Die sich stolz Deutsche nennen sind es nie
Wären Stolz und Nation nicht so
Peinlich gegenüber 6 Millionen Toten
Offenbarte Verantwortung sehr viel
Muss mich nicht schämen für die
Taten der Vorfahren noch bin ich
Stolz auf was ich niemals tat
Übernehme aber Verantwortung
Für eine Zukunft ohne Hass wie
Die Geschichte in meinem Namen
Das macht mich so viel reicher
Als alle die mehr Angst haben vor
Schuld als Verantwortung übernehmen
Habe kein Mitleid mit diesen Armen
Teile meinen Reichtum aber gerne
Weil er aufgeklärt vernünftig ist
jens tuengerthal 27.01.2019
Gretamut
Greta ist mutig
Mut macht Angst
So reden nun alle
Denen der Mut fehlt
Schlecht über Greta
Frage nicht wer unreif
Es ist ja offensichtlich
jens tuengerthal 27.01.2019
Bescheuert
Verkehrsminister Scheuer will
Bayerisch christlich wie er ist
Freie Fahrt für freie Bürger die
Dafür freiwillig der Datennutzung
Aber niemals auch nur einer Geschwindigkeitsbeschränkung
Voller Vertrauen zustimmen sollen
So erlaubt er was allen schadet
Damit alle sich freiwillig verkaufen
Klingt irgendwie bescheuert
jens tuengerthal 27.01.2019