Samstag, 21. Februar 2026

Nachtriesling

Nachtriesling 

Gegen halb zwei im Crossroads
Angekommen wo noch was los ist
Tino Selma und Phil II der heute nur 
Privat hier ist freundlich begrüßt

Sogleich brachte Selma heute wieder 
In ihrem wunderbaren Möwenkleid mit 
Möwenschiss auf dem Rücken den
Wie immer Rheingauer Riesling

Unten sitzt noch Dunja mit anderen 
Am runden Tisch als noch Verena
Mit ihrer immer Begleitung kommt
Ist die Theke schon gut gefüllt 

Oben sitzen zwei Damen in blond
Und dunkel in Sesseln und plaudern
Ohne Pause dass es fast scheint 
Als wäre dort noch gut gefüllt 

Sie liegen bequem in den Sesseln
Erzählen sich in hohem Tempo
Scheinbar ganz wichtige Dinge
Trinken dazu Rosé und Gin

Tino wieder gut gelaunt foppt
Verena und ihr älterer Knabe
Amüsiert sich auch darüber wohl 
Wie Stammgäste es so tun 

Drei Damen vom Stehtisch gingen 
Inzwischen mit ihrem Hund sie
Waren höflich und nett am Ende
Wollte auch ihr Hund was sagen

jens tuengerthal 21.2.26

Freitag, 20. Februar 2026

Lektürentagebuch 19.-20..2.26

Lektürentagebuch 19.-20..2.26

In der Nacht wieder über den guten
Tucholskys in vorn die Ostsee hinten
Die Friedrichstraße amüsiert diesmal
In Was soll er denn einmal werden

Dabei geht es um den Sohn und was
Der eines Tages mal werden soll so
Nach seinem Charakter der eher zur
Trägheit und Feigheit wohl neigt

Aus dem unverantwortlichen König
Der Ausrede wird dann wohl am 
Besten ein Beamter und Politiker
Die nichts tun und nur erledigen

Fein karikiert Tucholsky hier den 
Preußischen Staat und seine noch
Tragende Säule die Beamten die
Besonders in der Politik zu gerne

Vor jeder Verantwortung fliehen
Wie der kritische Beobachter von
Außen ohne alle Beteiligung aber
Mit populärem Humor bemerkt

Das ist Satire als guter Rat für
Den schwierigen Sohn der sich
Besonders gern vor aller noch
Verantwortung drücken würde 

Was zur fein böse karikierten
Politik gut passt die Bekenntnisse
Wie Appelle zur Verantwortung
Lieber abgibt als sie zu übernehmen

Beamter zu werden sei einfach
Das gefahrloseste wie zugleich
Verantwortungsloseste Metier
Der Welt was Haftung ausschließt

Darauf noch das herrliche Gedicht 
Danach gelesen dass berlinert über
Das gewöhnliche Abblenden beim
Happy End was doch besser so wäre

Oder fragt sich wer und nun was
Kommt dann was Tucholsky nun
Mit Humor schildert vom Bett mit
Lust zur verbrühten Milch darauf

So denkt der Alte der schon lange
Schlaff machte die Ehe war doch 
Zum größten Teile verbrühte Milch 
Mit an Langeweile und genau darum

Wird in den Filmen nach dem
Happy End auch ausgeblendet 
Denn was uns in der Ehe erwartet
Ist verbrühte Milch und Langeweile 

Das noch leicht berlinernd bringt
Tucholskys den Kern der Liebe
Ganz praktisch auf den Punkt mit
Verbrühte Milch und Langeweile


Im 7. Brief an Thomas Pennant 
Esquire schreibt Gilbert White von
Der Jagd in Die Erkundung von
Selborne die zu uns natürlich gehörte

Weil der Jagdinstinkt in unserer Natur
Läge waren die Gesetze gegen die 
Wilderei nur mäßig erfolgreich und
Wie alle sich zu gerne noch beim Bier

Die alten Jäger Geschichten erzählten
Welche sich wie bei allen Hobbys so
Ähnlich sind als sei all das eines nur 
Berichtet von diesen ausführlich

Das interessanteste daran ist noch
Zu bemerken wie wenig sich diese
Geschichten seit dem 18. Jahrhundert
Geändert hätten bis heute öde 

Das im typisch englischen Humor
Der leichte Ironie mit Sport mischt
Auf Mängel damit hinweist aber es
Lachend mit einem Zwinkern tut

Klagt über die illegalen Feuer die
Große Schäden anrichten etwa
Auch Wurzeln des Ginster angreifen
Ein kahles Land hinterlassen

Auch von den zwei Lodges die aus
Eichenbohlen errichtet werden auf
Den Hügeln für deren Ausstattung
Jeweils eine Gemeinde zuständig

Erfahren neugierige Leserinnen
Von White der hier vermutet es
Müsse sich um einen uralten Brauch
Wohl handeln ohne weitere Gründe


In den Wundern des Nordens von
Olaus Magnus einiges über die 
Beiden Brüder Magnus gelesen
Deren Aufstieg und deren Ende

Dabei ist Johannes als designierter
Bischof von Uppsala zunächst der
Bedeutendere von beiden für den
Olaus als Sekretär auch arbeitete

Beide gingen nach Danzig als sich
In Schweden die Reformation weiter
Durchzusetzen begann wo sie sich
Offensichtlich sehr wohl auch fühlten 

Dies zum einem durch die freie
Internationale Atmosphäre der
Hansestadt Danzig die schon seit
1361 auch Mitglied der Hanse war

Hier fanden sich noch zahlreiche 
Humanisten mit denen sie auf Latein 
Sprachen und schrieben es fand
Sich eine geistige katholische Welt

Während sie in Danzig waren hat
Gustav Wasa ihr Eigentum an
Immobilien und Pelzen und Gold
Einfach beschlagnahmen lassen 

So hatten die Brüder außer dem 
Haus in Danzig was teils schon
Durch Spenden von Freunden
Finanziert wurde kein Vermögen

Als das Gerücht von einem Konzil 
Im Norden Italiens aufkam haben
Beide ihr Haus in Danzig verkauft
Um so die Reise zu finanzieren

Leider erfuhren sie als sie in 
Monza ankamen dass dieses
Um ein Jahr verschoben wurde
Nahezu mittellos reisten sie nun

Weiter nach Rom wo Olaus den
Kranken Bruder Johannes im
Hospiz für Schweden unterbrachte 
Wie selbst auch pflegen musste

Die Reisen unterbrachen ihre Arbeit
Am jeweiligen Werk bei Johannes
Der Geschichte von Uppsala und 
Gothland bei Olaus die Karte

Dann hieß es in Rom nun käme
Wirklich das Konzil in Triest beide
Machten sich mit teils geliehenen
Geldern auf es dort zu versuchen 

Sie wollten ihre Heimat retten
Den wahren Glauben zurück
In den Norden bringen und glauben
Wirklich an ihre Mission dabei

Auch diesmal verschob sich das
Geplante Konzil wieder und die
Beiden hatten nichts erreicht aber
Eine Einladung nach Venedig 

Der dortige Patriarch lud beide
Brüder ein in seinem Palast zu
Leben warum Karte und Bücher
Auch später ihm gewidmet wurden 

Hier konnten sie nun endlich in
Der Lagune ihre Werke in Ruhe
Vollenden der Patriarch finanzierte
Sogar noch den Druck ihrer Werke 

Sehr spannend wie zwei große
Intellektuelle zu Flüchtlingen der
Reformation wurden aber für den
Glauben alles wieder riskierten

Schweden dagegen versank infolge
Der Reformation erstmal in großen
Unruhen und verlor an Bildung so
Wurde die Universität geschlossen

Andererseits wurde Schweden nur
Hundert Jahre später unter dem
Großen Wasa König Gustav Adolph 
Zur neuen europäischen Großmacht

In hundert Jahren von der neuen
Nation die sich gerade erst von
Den Dänen lossagte zur Großmacht
Die sich im nordischen Krieg erledigte

So wird an der Geschichte der ersten
Karte des Nordens die Geschichte
Hinter der Geschichte deutlich was
Den kulturellen Kontext neu erklärt 

jens tuengerthal 20.2.26

Standbild

Standbild

Schaue nahezu keine bewegten
Bilder mehr an weil diese mit mir
Etwas tun das mir Freiheit raubt
Wie mein Denken beeinträchtigt

Filme oder sonst Sendungen werden
Lieber gemieden weil sie das Denken
Beeinflussen was mir die Möglichkeit
Nimmt sich selbst ein Bild zu machen

Vielleicht bin ich langsamer als die
Anderen Menschen alle die sich ganz
Nebenbei von rasenden Bildern auch
Noch berieseln lassen ohne Pause 

Oder sensibler als Anarch für das
Was meine Freiheit raubt die das
Geistig kostbarste Gut immer ist
Zumindest für mich ist es gut so

Nur stehende Bilder kann ich als
Beobachter und Flaneur betrachten 
Genieße sie in Ruhe mit Liebe auf
Die bewegten verzichte ich lieber

jens tuengerthal 20.2.26

Jenseitsstille

Jenseitsstille

Jenseits der Stille liegt die Welt
Der Töne die uns überall bedrängen 
Unterhalten bewegen sollen was
Auch immer ihr Einsatz beabsichtigt

Wer beschallt wird ist nicht mehr
Frei sondern unterwirft sich dem
Klang als unbegrenzter Macht 
Die unser Bewusstsein verändert

Früher hörte ich auch gern Musik
Dichtete gelegentlich auch wie
Schwungvoll barocke Takte wogen 
Manche Musik macht Stimmung 

Geordnet aufgeräumt im Geist bei
Barocken Klängen dagegen nahe 
Dem Wahn bei Anne Clark mit ihrer
Erstaunlich psychologischen Wirkung 

Bestimmte Musik ist für mich mit
Stimmungen verbunden wie etwa
Stand by me oder The Wall auch
Bach und Mozart wirken ganz

Unterschiedlich auf mein Gemüt
Noch deutlicher bei Mahler und
Wagner und klassische Musik
Anders als Rock oder Pop 

Bevorzuge insbesondere zum
Lesen inzwischen Stille um der
Lektüre ganz zu folgen statt nur
Den Stimmungen hingegeben 

Überall beschallt uns die Welt mit
Geräuschen die Spuren legen denen
Wir oft nicht mehr bewusst folgen
Als Junkies dauernder Beschallung

Jenseits der Stille liegt auch die
Tiefe schöne Welt der Ruhe 
Viele Menschen fürchten sie
Geben sich Stimmungen hin 

Launen des Moments die uns
Bewegen statt dass ich als freier
Mensch die Welt auf mich stelle 
Sind Ausdruck völliger Unfreiheit 

Musik auch wo sie mathematisch
Exakt vermessen wie die Fugen
Von Bach ist wie ein Rausch der
Gerne uns das Denken abnimmt 

Es steht uns frei uns zu berauschen 
Aber nur wenn wir je frei waren 
Nicht von Rausch zu Rausch taumeln
Im überall Lärm der uns umgibt

Nur wer aus der Stille kommt und
Sie geistig bewusst erträgt sollte den
Führerschein für die Klangwelt als
Damit freier Mensch bekommen

jens tuengerthal 20.2.26

Liebeshaiku

Liebeshaiku 

Liebe in nur drei
Zeilen fassen kann keiner
Frau gerecht werden

jens tuengerthal 20.2.26

Ausbalanciert

Ausbalanciert

Wir balancieren
Unsere Leben zwischen
Büchern und Tee nur

jens tuengerthal 20.2.26

Teezeitig

Teezeitig

Teezeit ist immer
Beim Teetrinken natürlich
Sonst gleich anfangen

jens tuengerthal 20.2.26

Liebesrichtig

Liebesrichtig

Was ist die richtige Liebe
Bin ich dann nicht mehr verliebt
Ist es also mehr oder weniger
Gibt es die richtige nur einmal

Wie oft dachte ich schon aber die
Ist nun wirklich die Richtige egal
Wo es gerade perfekt passte ob 
Zusammen oder ineinander eher

So alles und überall ist ja eher
Selten in der täglichen Liebe 
Damit sollte niemand rechnen
Sich angemessen zu freuen

Aber wie schön ist es mit diesem
Gefühl leben zu können es gäbe
Die eine egal wieviele davor schon
Genau die Richtige einfach waren 

Ist es ein Märchen der Liebe oder
Ein alberner Aberglaube es gäbe 
Das passende Puzzlestück was
Einfach in allem irgendwie passt

Frage mich ob ich diese Frage
Wirklich und ernsthaft beantworten
Kann oder lieber dem Gefühl folge 
Was immer wieder so tun kann

Die jetzt aber wirklich denk ich dann
Nur was bedeutet es dann für wen 
Von den Beteiligten und welche
Erwartungen knüpfen sich daran 

Wie relativ lang ist die Wirklichkeit
Die aus dieser Geschichte folgt
Überlege ich und weiß doch die
Ewigkeit bleibt gerne noch flexibel

Was sehr dafür eher spricht von
Der Richtigen lieber abzusehen 
So innerlich um ihr zumindest noch
Eine Chance emotional zu geben 

Wissen wir doch längst Erwartung
Ist der Tod der Liebe was keiner
Vorab schon riskieren sollte denn 
Wozu solltest du dir nahe kommen

Wenn du das Gefühl schon vorher
Durch deine unerfüllbaren Erwartung
Erstickt hast bleibt wenig nur noch
Eine Annäherung zu begründen

Da es die meisten dennoch so tun 
Und so tun als seien sie glücklich
Dabei und überhaupt was ich ja
Vorsichtig eher bin zu behaupten

Fragt sich was richtig wäre ob es
Die richtige Liebe so ganz ohne
Erwartung und Eifersucht gibt
Oder das eher illusorisch klingt

Vielleicht ist der beste Trick mit
Der Liebe gut klarzukommen von
Allen Absichten und Hoffnungen
Lieber ganz und gar abzusehen 

Was dann dennoch bleibt oder
Den Antiamourösenschutzwall
Überwindet ist schon was bis
Es irgendwie anders weitergeht

Patentrezepte für die Liebe machen
Ähnlich misstrauisch wie Wahrheiten
Über das Leben nach langer Suche
Ist doch alles irgendwie Blubb

jens tuengerthal 19.2.26

Donnerstag, 19. Februar 2026

Lebensgenuss

Lebensgenuss

Wie genieße ich das Leben
Am meisten frage ich mich 
Womit bin ich am glücklichsten
Was nur an mir alleine liegt 

Mit einem feinen Tee oder Wein
Wie in Ruhe mit guten Büchern 
Also Lektüre die mich weiter bringt
Alles andere lenkt nur davon ab

Sich bewusst zu machen was mich
Zufrieden und glücklich macht ist
Der Anfang davon es zu sein
Danach zu streben ist eine Freude

Statt unruhig ständig noch etwas
Erledigen zu wollen genieße ich
Lieber weniges was mir gut tut mehr
Möglichst genussreich zu leben

Nirgendwo mehr hin zu wollen
Lieber zufrieden da zu bleiben
Um mehr in Ruhe zu genießen
Mehrt sicher den Lebensgenuss 

Es sich dort schön zu machen
Wo ich bin erleichtert den Weg
Zur Zufriedenheit weil ich dann
Nur bleiben muss zufrieden zu sein

Weniger zu wollen um leichter 
Zur Zufriedenheit bei und mit sich
Finden zu können ist der Anfang
Denke ich und lasse es gut sein

jens tuengerthal 19.2.26

Krisengenuss

Krisengenuss

Wie kann ich in Krisenzeiten
Noch genießen was bleibt
Statt mich verrückt zu machen
Wie am Chaos zu ersticken

Ist es besser die Krisen lieber
Auszublenden um vernünftig 
Weiterzuleben oder ist das
Dann schnell lebensgefährlich

Ein auf mich einstürzendes Chaos
Verursacht eher Panik die mehr
Schadet als Lösungen bringt
Weil alles auf einmal zuviel ist 

Weniger tut hier immer besser
Sich Zeit nehmen lohnt mehr
Schenkt Ruhe und Gelassenheit
Dann geht alles irgendwie weiter

Eine Parzellierung von Problemen
In kleine lösbare Happen führt weiter
Als alles auf einmal zu wollen was 
Regelmäßig zu nichts führt 

Sich klar machen was kann ich
Tun und was tue ich jetzt gerne
Hilft überhaupt etwas zu beginnen
Darum zuerst in Ruhe nachdenken

Das große Chaos verdrängen um
Sich an kleinen Schritten zu freuen
Ist effektiver als einfach machen
Weil es zu meinem Weg führt

Im Prinzip ist es ganz einfach
Erstmal sich viel Zeit lassen
Das große Chaos zerhacken
In kleine lösbare Schritte

Vieles löst sich von alleine
Wenn ich geduldig genug bin
Herauszufinden was wichtig ist
Führt weiter als irgendwas machen

So zeigt mir eine große Krise 
Lass dir in Ruhe Zeit damit du
Langsam Lösungen entdeckst
Die zu deinem Weg führen

Wäre eigentlich alles einfach
Wenn ich mir genug Zeit nehme
Statt irgendwas zu machen was nur
Scheinbar geboten tun was gut tut

Weil Krisen erfordern sich viel
Zeit zu nehmen könnte es mir
Besser liegen als gedacht alles
Anderes erledigt sich von alleine

Vielleicht ist das der beste Weg
Um Krisen gut zu überstehen 
Zumindest entspricht er mir
Also warte ich erstmal ab 

jens tuengerthal 19.2.26

Lektürentagebuch 18.2.26

Lektürentagebuch 18.2.26

In der Nacht oder am Morgen was
Gegen sechs Uhr für wen auch ist
Wieder Tucholsky gelesen der als
Pazifist sich nun zeigte in 

Vorn die Ostsee hinten dafür die 
Friedrichstrasse dem Inselband
Unter dem Titel Rausch Suff und
Katzenjammer passend mahnt 

Erinnert die Deutschen 1920 daran
Wie sie sich 6 Jahre zuvor noch in
Den Ersten Weltkrieg stürzten dabei
Jubelten bis in den schnellen Tod

Vom Rausch der Presse in dem alle
Jubelten und sangen um sich so an
Den Massakern vor Verdun noch mit
Nationalem Stolz munter zu beteiligen 

Zeigt die Folgen die so viele trafen
Die nie aus dem Felde wiederkehrten
Mit Stolz und Ehre fürs Vaterland das
Es nach dem Krieg nicht mehr gab

Denkt an den besoffenen Preußen
Der in schwarz-weiß-rot bepisst von
Den Kötern im Graben lag meinte 
Es war eine große Zeit jawoll 

An diese und die toten Burschen
Wollen wir anderen uns erinnern 
Um sorgsam darauf zu achten dass
Der Rausch nie wieder kommt 

Das Gedicht für Fritzi Massary
Mir ist heut so nach Tamerlan
Über den Herzog in Kirgisien ist
Eine ironische Sprachspielerei

Wo Tamerlan hintrat wuchs kein 
Gras mehr und die Mädchen fielen
Alle mit wenn er kam in dieser für
Asien schönen Zeit was er noch

In zahlreichen Refrain wiederholt
In diesem liedhaft ironischen Gedicht 
Dessen tieferer Sinn so es einem hat 
Nicht nur ein Scherz war erst aus der

Doppelten Ironie damit deutlich wird
Wenn die vertiefte Forschung dazu
Nicht im Lachen vorher stecken bleibt 
Was dem Autor wohl nicht fremd war


Mit Olaus Magnus einige Seiten bei
Den Wundern des Nordens verweilt 
Die staunen lassen wie taktisch und
Friedlich dort die Reformation kam 

Olaus Magnus war zu dieser Zeit
Nicht in Schweden sondern auf
Abenteuerlicher Reise mit Boot
Wie teils zu Pferd nach Rom

Dort sollte er bei Papst Hadrian für
Seinen Bruder die Genehmigung
Erwirken Bischof zu werden doch
Bis er ankam war Hadrian tot

Der Nachfolger Papst Clemens VII.
War zwar der Lehrer seines Bruders
Diesem nicht abgeneigt doch war die
Ernennung eines Bischofs nicht mehr

Aktuell nachdem sich Gustav Wasa
Von deutschen Kaufleuten geworben
Der Reformation anschloss auch um
An die Kirchengüter zu kommen

Gustav war bedürftig nach Geld
Hatte hohe Schulden bei der Hanse 
In Lübeck gemacht um seinen Griff
Nach der Macht zu finanzieren 

Die Lübecker hatten also den Sieg
Gegen den dänischen Christian noch
Finanziert und waren auch reformiert
Es gab also eher pekuniäre Gründe

Geschickt überzeugte der König
Nun den Reichstag der getrennt
Verhandelte nach Ständen noch
Also Klerus Adel Bürger Bauern

Als sich schließlich der wichtigste
Katholische Bischof bei einem Besuch
In Gotland nach Danzig absetzte
Hatte die Reformation gewonnen 

Es gab noch kleine örtliche Kämpfe
Um Besitz und Glaube aber nie
Vergleichbar denen in Europa sonst
Wo bis 1648 gekämpft wurde

Denke ich an die Niederlande und
Spanien ging es über hundert Jahre
Um Land und den richtigen Glauben 
Worauf sie sich dann auch teilten

In Schweden fädelte ein König um
An die Güter der Kirche zu kommen
Wie diese ihm zu unterstellen die
Reformation als guten Deal ein

Soll doch der Aberglaube einfach
Eine Privatsache unter Erwachsenen
Sein erledigte sich das Thema rasch
Es gäbe auch keine Könige mehr 

Deren Gottesgnadentum braucht die
Götter als Begründung ihrer Macht 
Sonst würden sie einfach nur gewählt 
Was sicher zeitgemäßer auch wäre

Gustav Wasa erkannte als kluger
Stratege wann es Zeit für den 
Umbruch der Reformation war
Nutzte diese sich zu bereichern 

So wie es viele Landesfürsten in
Deutschland auch gemacht haben
Die Macht und Vermögen ausbauten
Was taktisch natürlich klug war

Wie sehr es wem bei der Reformation
Je um Glaubensfragen ging ist auch
Eine der Fragen der Kulturgeschichte
Die viele Betrachtungen ermöglicht


In seinem 6. Brief schreibt der gute
Beobachter Gilbert White an seinen
Freund Thomas Pennant Esquire über
Den Wolmer Forest der dazu gehöre

Dieser königliche Forst wird nun
Geographisch genau positioniert auch
Warum er ihm als Jäger viel Freude 
Macht auf sandigem Grund nahezu 

Ohne Bäume dafür Farn wie in den 
Niederungen teilweise Sümpfe der
Autor meint aufgrund der Funde von
Dunklem Holz im Moor sicher zu sein

Die Gegend wäre einst dichtbewaldet
Gewesen es gäbe einen große Menge
Wilder Hühnerarten wie Rebhühner
Auch Rotwild habe einst noch einen

Bestand von über 500 Exemplaren 
Noch zu Zeiten von Queen Anne
Gehabt der stark geschrumpft sei 
Wie auch die Hühner überjagt wären 

Als vor einigen Jahren berittene
Königliche Jäger mit Meute in ihren
Rotgoldenen Fräcken auftauchten
Fanden sie nur 50 für Windsor noch

Interessant ist wie viele Gedanken 
Zur ökologisch nachhaltigen Bejagung
White sich schon um 1740 machte 
Es war all dies schon länger bekannt

jens tuengerthal 18.3.26