Montag, 15. September 2025

Nahtod Finissage

Nahtod Finissage

Zur Finissage nochmal Gisela Getty in
Ihrer wunderbaren Ausstellung mit dem
Titel Ashes to Rishikesh in Weißensee besucht die Bilder in mir wirken zu lassen 

Welche Gedanken löst der nahe Tod aus 
Sind die Bilder dort eher erdrückend oder
Schenkt der offene Umgang mit dem Ende
Uns mehr Freiheit als das nur Nichts

Was könnte näher kommen als der Tod
Des eigenen Zwilling der Jutta Winkelmann 
Für Gisela Getty war und wie schwer ist es
Diesen noch als Kunst zu dokumentieren

Brauchte es darum die acht Jahre seit
Juttas Tod 2017 bevor die Sammlung 
Zur Ausstellung werden konnte hatte ich
Schon bei der Vernissage überlegt

Dort war im Andrang und Gewusel
Keine Zeit für Gespräche gewesen 
Dafür war diesmal etwas mehr Zeit
Ihre Gedanken und Gefühle zu spüren

Von Nahtoderfahrung berichten jene die
Nicht wirklich starben aber dem Tod
Nochmal von der Schippe sprangen
Wie ich bei meiner Reanimation 1987

Allerdings erlebte ich dabei nichts
War einfach bewusstlos wie noch
Monate danach habe also eigentlich
Keine Nahtoderfahrung gemacht

Zumindest nichts spannendes davon
Zu berichten es war einfach nichts los
Was ich sehr entspannend finde so
Ganz ohne Aberglaube und Wiedergeburt

Später durfte ich in der Pflege noch
Einige Patienten in den Tod begleiten
Das war einfach die übliche Arbeit dort
Aber wann kommt der Tod wirklich nah

Auch der Tod des Vaters kam nur von
Ferne nah zwar plötzlich aber erwartet
Weil das Herz schon lange schwach war
Musste ihn nicht mal Tod noch sehen

Lange mit Gisela und einem Freund noch 
Geredet und gelauscht was sie den doch 
Zahlreichen Besuchern dort erzählte von
Schwere und Leichtigkeit zugleich

Dies entsprach auch meinem Empfinden
Beim Blick auf die todkranke Jutta der den
Langsamen Tod fühlbar nah brachte aber
Dennoch seine Leichtigkeit behielt

Was Rainer Langhans und Gisela Getty 
Beim Gespräch zur Vernissage den 
Übergang nannten nahm dem Tod
Auch für die Betrachter alle Schwere 

Habe keinerlei Aberglauben an ein
Weiteres Leben oder eine unsterbliche
Seele der Mensch ist Natur im Wandel
Was war wird zu Nichts um daraus wieder

Neues anderes Leben natürlich wachsen
Zu lassen wir sind und bleiben dabei
Ob verbrannt oder verfault nur Natur 
Über und neben dieser ist nichts

Wie befreiend schön waren dazu die
Bilder die den Abschluss der Ausstellung
In Weißensee bildeten auf denen Rainer
Die Asche von Jutta dem Ganges gibt

Hier endete der Rundgang und hier hatte
Der Titel Ashes to Rishikesh seine tiefe
Bedeutung her wie alles fließt dachte ich
Vielleicht war das die Leichtigkeit dort

Später kam noch wie ein Wirbelwind
Giselas russisch ukrainisch stämmige
Assistentin Natalia die eine begnadete
Künstlerin und wunderschön dazu ist

Sie erzählte in hohem Tempo von allem
Was sie erlebt hatte und sonst war brachte
Statt Blumen Erdbeeren und Minze und
Verzauberte den ganzen Raum damit

Ebenfalls beschwingt und verzaubert
Von Giselas und Natalias Umarmung
Zum Abschied radelte ich heiter nach
Hause an den Helmholtzplatz wieder 

Diese Ausstellung zum Krebsstod der
Zwillingsschwester brachte eine neue
Leichtigkeit im Umgang mit dem Tod
Die allen am Ende gut tun könnte

Den Tod nicht tabuisieren sondern offen
Betrachten und darüber reden weil er ein
Teil unseres Lebens eben auch ist wäre
Eine Revolution für unser Denken

jens tuengerthal 15.9.25

Lektürentagebuch 14.9.25

Lektürentagebuch 14.9.25

Schon in der Nacht ging es mit Tony
Buddenbrook und Morten Schwarzkopf 
An den Strand für diese am Tag aber
Die Lektüre begann in der Dunkelheit

Dann las sich besonders schön von
Der gerade Sommerhitze die Tony dazu
Nötigte einen Sonnenschirm zu tragen
Während Morten nur sein Buch trug 

Endlich traut sie sich seinen Namen
Den sie vorher nie verstand zu erfragen
Der von seinem norwegischen Großvater
Einem Kapitän zur See noch stammte 

Sie plaudern über ihre Lektüre wobei 
Morten ein medizinisches Fachbuch liest
Während Tony noch E.T.A. Hoffmann bei
Sich führt was ja nur Literatur eben sei 

Wie Morten bemerkt er als Mann müsse
Sich da schon an die Fachliteratur halten
Wie wenig sich die Zeiten doch wandeln
Denke ich lächelnd bei der Romanlektüre 

Als der Pavillon mit den guten Lübecker
Familien auftaucht verabschiedet sich
Morten um auf den Felsen zu lesen
Während Tony die Gesellschaft begrüßt

Einige wie Möllendorps Kistenmaker und
Konsul Döhlmann begrüßen sie sogleich
Sehr herzlich Hagenströms dagegen etwas
Kühl und erkundigen sich nach ihr dabei

Es wird sehr originell gefunden dass sie
Beim Lotsenkommandeur wohnt dann
Geht sie mit den jungen Damen baden
Begleitet vom Suitier Konsul Döhlmann

Auf dem Weg grüßt sie Morten zweimal
Sehr freundlich worauf Julchen sich gleich
Erkundigt und Tony sie soweit aufklärt
Badend den Tag an der See genießt


In der 35. Erzählung des alten indischen
Papageienbuch genießt Diener Halapala
Die Tochter seines Herren aber überzeugt
Diesen von seiner Unschuld noch dabei

Der Papagei erzählt der Prinzessin diese
Geschichte als Beispiel dafür wie sie
Andere von ihrer Unschuld überzeugen
Sollte damit diese ihr alles glauben würden

Der Knecht Halapala zog immer den Pflug
Auf dem Feld und täglich kam die Tochter
Des Bauern und brachte ihm das Essen
Aufs Feld und dann genossen sich beide

Dieses Liebesspiele beobachteten nun die
Einwohner des Dorfes und erzählten es 
Dem Bauern der sich darauf versteckte 
Um sich von der Wahrheit zu überzeugen

Mitten im lustvollen Liebesspiel jedoch
Sah der Knecht den Bauern in seinem
Versteck und sagte zur Tochter sie solle
Die Augen schließen und schweigen

Währenddessen redete er laut vor sich hin
Dass er die Stelle kündigen werde weil es
Nun wirklich langsam zu viel wird wo er
Neben der Arbeit nun auch noch die

Kranke Tochter versorgen und massieren
Müsste nachdem sie sich den Arm auf dem
Weg wieder ausgerenkt hatte was neben
Allem nun zuviel der Arbeit doch wäre

Der Bauer hörte es und war zufrieden
Dachte die Leute hätten immer nur die
Versorgung der Tochter für Liebesspiele
Gehalten und ging wieder nach Hause

So konnten der Knecht und die Tochter
Des Bauern weiter auf dem Feld ihrer Lust
Folgen und der Bauer glaubte keine der
Gerüchte die das Dorf erzählte mehr

Eine ganz wunderbare Geschichte über
Die relative Wahrnehmung verbunden
Mit der Kunst der Täuschung um der
Liebe willen die hier alles erlaubt 

Du kannst also tun was du willst wenn
Es dir gelingt alle die es etwas angeht
Vom Gegenteil zu überzeugen wie
Liebe und Lust jede Lüge rechtfertigen

Mit dieser Sichtweise gelassener
Umzugehen löste vermutlich viele
Konflikte in Ehen in Wohlgefallen auf
Was sicher allen Beteiligten gut täte


Bei Helen Hessel in Ich schreibe aus Paris
Kommt Persephoné am Boulevard dabei
Berichtet sie vom Lavabo genannten
Waschbecken im Grande Hôtel

Die Luft sei dampfig warm und sie überlegt
Ob vielleicht die großen Heizkessel sich 
Hier nebenan befinden es tropfte von den 
Marmorwänden und behauchte die Spiegel

Auf dem königlichen Kamin standen zwei
Empirevasen und eine dunkelblaue Schale
Mit goldenem Sternenmuster beim sich
Waschen und pudern beobachtet sie

Das junge Wesen das hier wacht sieht
Unsagbar kostbar aus mit zartem Kopf
Der sich auf zarte Hände stützt dabei liegt
Die sorgsam lose Welle wie Schlaf über ihr

Auf der matten Helle ihres Halses liegt
Das Schimmern ihrer Perlenkette graurosa
Wie ihre seidenen Strümpfe über den 
Glimmernden edlen Schuhschnallen

Sie blinzelt aus halbgeschlossenen Augen
Müde und verträumt und Helen sagt es sei
Heiß hier während sie ihr Geldstück zu den
Anderen auf den Teller legt zu dieser

Ohne sich zu rühren antwortet sie mit Ja
Sie gewöhnte sich daran ob sie immer hier
Sei erkundigt sich die Autorin und erfährt
Seit vier Jahren täglich bis Mitternacht

Nicht weit vom Étoile wäre ein Restaurant 
Dessen Name mit Vorsicht weitergegeben
Um die ausgesuchte Kunst ihrer Küche so
Nicht zu gefährden ihre echt französischen

Traditionen zu verlieren wie so viele welche
Die Mühe des genialen Raffinements nicht
Mehr lohnend fanden seit die zahlenden
Engländer und Amerikaner nur Roastbeef 

Verlangten ohne die Delikatessen dort
Würdigen zu können dabei kommt noch
Die dunkle entlegene Straße der Diskretion
Hier zu Hilfe davor hielten viele Autos

 Drinnen an der Kasse saß die jugendliche 
Wachsbüste der Wirtin in ihrer eisgrauen
Frisur dahinter ein enger Korridor der in der
Enge einige Wände noch durchbrach 

Sie haben Glück einem Platz zu finden
Viele Wartende stehen beharrlich als 
Hindernisse herum es gibt keine Kapelle
Der klingende Schwall der Worte bleibt

Hier konkurrenzlos ungedämpft in allen
Zungen des Erdballs wie es scheint sie
Schaut sich um während ihr Begleiter
Mit dem Kellner das Menüs noch berät

Zum erstenmal sah sie dabei in Paris
Die Köpfe von Männern einzeln deutlich
Lebendig unterschieden die Frauen sind
Hier nur als schmückendes Beiwerk 

Zu vielen der Physiognomien wusste
Ihr Begleiter Geschichten zu erzählen
Wie der Kunsthändler mit den kleinen
Harten Augen im knochigen Gesicht 

Auf dem viel graues Haargestrüpp stand
Der ein unfehlbares flair hat dessen Käufe
Oder auch Verkäufe den Weltmarktpreis
Von Bildern heben oder senken er ist

Begleitet von einer sehr blonden Schwedin
Im Sombrero die einen orange gestreiften 
Schal überm ärmellosen Lederhemd trägt 
Der Sonnenbrünette mit irdischer Nase 

Ist der große Maler der die Farben und
Formen der Welt zerbricht um sie in neue
Schönheit zurückzuverwandeln und sich
Für ein neues Bild aus dem Fenster wirft

Ein glatter Japaner bedient seine wertvolle
Perlenblasse Dame ist ein immer wieder
Abberufener und zurückgekehrter Diplomat
Der nicht ohne sein Maskenlächeln geht 

Ganz nah von ihnen heben sich die
Schwermütig orientalischen Augenlider
Von tauschenden schwarzen Augen dem
Einzig weichen im so präzisen Gesicht 

Ein Filmdichter und Regisseur der von
Europa und Amerika mit Riesensummen
Versorgt wird die der Weltfilm nötig hat
Für den zu Tränen rührenden Öldruck

Sie hört eine zögernde wählende Stimme
Deren Phrasen gelbliche Hände abrunden
Welche die Architektur einer Behauptung 
Schneiden klein und kühl dagegen ist

Das Slawengesicht seiner Begleiterin
Die eine nackte unabhängige Stirn hat
So beschreibt Helen Hessel wieder mit
Ihrer schon lyrischen Sprache den Ort

Die Autorin malt Bilder die fühlbar machen
Was an diesem Ort mit wem passiert in
Kurzen schnellen Blicken trifft sie so
Den Kern und lässt ihn weiter leben

jens tuengerthal 14.9.25

Sonntag, 14. September 2025

Liebeserfahrung

Liebeserfahrung

Erfahrung lehrt viel
Liebe vergisst es schneller
Ewiger Kreislauf

jens tuengerthal 14.9.25

Erfahrung

Erfahrung

Schon lange genug
Erfahrung mit Arabern
Hat Israel wohl

Siebenundsiebzig
Jahre Überlebenskampf
Machen gelassen

jens tuengerthal 14.9.25

Provokationsreaktion

Provokationsreaktion 

Drohnen in Polen
Fordern harte Drohungen
Gegen die Täter

Was passte noch als
Provokationsreaktion
Zu Putins Russland 

Kinderspiele der
Diktatoren gefährden
Europas Frieden

jens tuengerthal 14.9.25

Kulturliebe

Kulturliebe 

Heute im Museum merkte ich wieder
Was ich wirklich liebe ist die Kultur
Kunst die so vielfältig sinnlich auch
Den Geist bewegt und vor allem
Literatur meine immer große Liebe

Wie wenig Zeit bleibt doch nur im
Leben für die schönsten Dinge
Wieviel verschwenden wir noch
Für Verwaltung Geld und Gier
Dabei ist Muße für die Kultur

Arbeit an der eigenen Kunst
Wie Betrachtung dieser was mich
Wirklich erfüllt und glücklich macht
Es mag Menschen geben die es
Lieben ihr Geld zu zählen oder

Dieses möglichst zu vermehren
Mich ekelt schon der Gedanke
Sich mit so etwas zu beschäftigen
Dagegen macht mich jeder Besuch
Im Museum glücklicher lässt jede

Ausstellung die ich sehe und noch
Viel mehr jedes Buch in dem ich lese
Das Leben mir viel schöner scheinen
Wie quält mich dagegen schon das
Bewusstsein sich mit Geld oder der

Verwaltung beschäftigen zu müssen
Da lebte ich lieber schon nicht mehr 
Während Lesezeit Dichtung oder
Betrachtung von Kunst mich erfüllt
Bereichert glücklich und stark macht 

Bewirkt das andere das Gegenteil
Weil ich Kultur und Kunst liebe
Dieser Berufung zu folgen ist ein Traum
Alles andere Verschwendung von so
Kostbarer wie knapper Lebenszeit 

Für die Liebe zu Kunst und Kultur
Leben ist die größtmögliche Erfüllung
Wenn es eine Aufgabe im Leben gibt
Ist meine dieser Berufung zu folgen
Die Liebe zu leben statt anderer

Am Ende zählt nur das
Was aus Liebe geschah

jens tuengerthal 14.9.25

Samstag, 13. September 2025

Berlin Art Week Garten

Berlin Art Week Garten

Heute mit dem Fahrrad das Zentrum
Der Berlin Art Week im Garten des
Hamburger Bahnhofs wie diesen 
Noch mit besucht und erkundet

Wieder ein riesiges Happening für alle
Mit DJs und Filmen vor dem Museum
Zu dem es noch für alle die sich dafür
Anstellten Kulinarisches zu genießen gab

Hab auf das Essen und den Tanz erstmal
Verzichtet um die Sammlung dort in Ruhe
Erkunden zu können was mit einer großen
Installation in der Halle gut begann 

Danach eine eindrucksvolle Präsentation
Eines in Berlin lebenden Künstlers aus
Dem Kosovo gesehen Petrit Halilaj hat
Oper und Kunst außer der Zeit vereint

Dabei nutzt er viele der alten Mythen 
Wie das Adam und Eva aus dem Kosovo
Stammten und schafft so eine intensive
Anschauung dieser europäischen Kultur

In diesem Flügel beeindruckte mich noch
Eine Fotogalerie die Alltagsgegenstände
Berühmter Künstler und Personen zeigte
Wie etwa das Hörgerät von Beethoven 

Auf der anderen Seite der Haupthalle
Des Hamburger Bahnhofs der auch als
Heute Museum an seine frühere Funktion
Erinnert die Beuys Sammlung gesehen

Hier wird vielfältig an die revolutionäre
Neue Betrachtung von Kunst durch den
Deutschen Ausnahmekünstler erinnert 
Dazu kam noch eine lebende Erdskulptur

Im Obergeschoss war ein afrikanischer
Künstler zu sehen dessen Bilder sehr
Konkret Personen darstellen die mit ihren
Gesichtern besonders schön waren

Der westliche Seitenflügel widmet sich
Berlin in der Kunst der Teilung dabei 
Beeindruckte mich neben ihrer Kunst
Ein Film über eine Ostberliner Fotografin

Auch das Gegenüber der Kunst auf den
Zwei Seiten der Mauer wurde durch die
Räumliche Gestaltung sehr gut gezeigt
Ein lohnender Gang durch die Moderne

Draußen dann noch zwei künstlerische
Filme im Liegestuhl betrachtet und die
Party Stimmung im Garten genossen 
Ein lohnender Ausflug zur Art Week 

jens tuengerthal 13.9.25

Lektürentagebuch 13.9.25

Lektürentagebuch 13.9.25

Bei Buddenbrooks erholt sich Tony ganz
Wunderbar in Travemünde schläft lang
Nach genug Punsch am Abend bis neun
Aus während ihr Bruder schon früh fuhr 

Als sie die Treppe hinuntergeht riecht sie
Schon den Kaffeeduft und freut sich auf
Ihr Frühstück das Frau Schwarzkopf die
Schon Mittagessen kocht stehen ließ

Mit Tony sitzt Morten Schwarzkopf am 
Tisch raucht seine Pfeife und beide
Plaudern flirtend miteinander dabei
Lästert Morten über die Zeitung

Deutet dabei an dass in anderen Blättern
Wie der Rheinischen Zeitung ganz andere
Dinge über den preußischen König ständen
Die er einer Dame nicht erzählen könnte

Tony ist neugierig auf alles was er ihr
Zu erzählen hat und fordert ihn auf doch 
Mit ihr zum Strand zu gehen sie wolle 
Nun da es nicht regnet baden gehen

Es beginnt ein zarter Flirt zwischen den
Beiden etwa gleich alten damit auch das
Gegenteil von dem was der Konsul sich
Von diesem Erholungsurlaub wünschte 

Tony taucht durch den politisch auch
Interessierten Medizinstudenten Morten
In ganz neue spannende Welten ein
Wie der kritischen Sicht auf den Adel

Sie hatte vorher nur ganz unkritisch
An ihre Pensionatsfreundin Armgard von
Schilling deren Gut von Travemünde aus
Auf dem Priwall weiß sichtbar war

Sie fühlt sich wohl bei Schwarzkopfs
Genießt ihren Urlaub und Grünlich 
Verschwindet auch dank Morten aus
Ihren Gedanken was ihr sichtbar gut tut


Auf dass Aufatmen von Tony Buddenbrook
In Travemünde folgt das in Paris von der
Mode Korrespondentin der Frankfurter 
Zeitung Helen Hessel ganz passend

In einer Seitenstraße des Boulevard
Haussmann finden sie den unscheinbaren
Eingang eines Restaurants in dem die 
Angestellten der Warenhäuser essen

Sie haben eine muntere Mittagsstunde
Das Innere des zweistöckigen Restaurants
Gleicht einem Käfig voll zwitschernder
Bunter Mädchen der mit Bronze umrankt ist

Sie sieht dort lachende Gesichter wie auch
Leuchtende Ellenbogen während grüne 
Laubenrauten die Wände verkleiden wo
Nicht Spiegel die bunte Vielfalt erweitern

Eine Gruppe südlich temperamentvoller
Geiger im Frack führt die kleine Kapelle
Es gibt Carmen zu hören und Rubinstein
Wie sonst eher leicht verdauliches pikant

Was zu den Menüs dort passt die eilig
Serviert und zierlich genossen werden
Dabei bedienen Kollegen und Freunde
Ihre Damen mit roten und weißen Wein 

Leuchtende Lippen lachen trinken essen
Schwatzen sie erkennt ein Mannequins
An ihrem kecken Gesicht die sie gleich
Vertraulich grüßt wie ein freudiges Kind

Ein zu eiliger Kellner schüttete einem
Herren Kaffee über das Knie worauf eine
Dame vom Nachbartisch ruft beruhigen
Sie sich ohne Zucker keine Flecken 

Immer neue Miniatur Portionen werden
Aus der Küche aufgetragen alles ist im
Schwung die Eile der anderen wird hier
Respektiert schon beginnt der Aufbruch

Die Spiegeldecken der Handtaschen
Werden aufgeklappt Puder stäubt im Raum
Die rote Kuppe des Lippenstiftes fährt ganz
Exakt über gespitzte gezogene Münder 

Fertig ist die Frau und es geht wieder an 
Die Arbeit eine fröhliche Pause zwischen 
Zwei Arbeitszeiten bevor es ganz bald
Am Nachmittag noch voller wieder wird

Dort in Galeries Lafayette, Printemps
Oder Trois Quartiers wird weiter gezeigt
Angepriesen und Rat gegeben ohne sich
Von egal was verdrießen zu lassen

Einmal nur hätte sie eine Verdrossene
Erlebt die noch sehr jung und sehr lang war
Die trotz guten Willens eine Amerikanerin 
In ihrem französisch nicht verstand

Sie bekam einen Verweis von der kleinen
Aber imponierenden Directrice die sie 
Ma petite nannte wie sie ihren Kolleginnen
Berichtete was doch übertrieben wohl sei 

jens tuengerthal 13.9.25