Samstag, 6. September 2025

Melspeiche

Melspeiche

Mal wieder Mel in der Speicher hören
Die gut gefüllt war als ich in der Pause 
Dort ankam und erstmal Mel draußen
Sehr herzlich begrüßen durfte um dann

Einen Platz an einem Tisch angeboten
Zu bekommen bei zwei Damen schon
Legt sie wieder mit viel Power los und
Reißt gleich die ganze Speiche mit

Begleitet von einer Gitarre Bass und
Einer Glatze am Schlagzeug schafft
Sie das gemischt ältere Publikum zum 
Mitsingen und Mitklatschen zu bringen

Dann wandert sie durch den Saal und
Fordert sie persönlich die Gäste zum
Mitsingen auf und stellt ihre Band vor
Wieder im Kleid ist sie einfach hinreißend 

Dann wird sie wild und rockig was alle
Begeistert und die Band liefert den 
Sound mit der nötigen Härte dazu
Der Jubel ist entsprechend groß

Im nächsten Song dafür wieder eher
Liedhaft spielt sie wieder selbst Gitarre 
Und groovt sich mit ihrer Band ein und
Fährt noch melodischer danach fort 

Mit dem rockig schwungvollen Song
Über die Liebe begeistert sie wieder 
Die ersten tanzen viele wippen mit
Dann kommt noch eine Pause

Nach dieser beginnt sie ihr Publikum
Wieder wach zu spielen in dem zum
Glück etwas gelüfteten Raum spielt
Nun der Gitarrist ein grandioses Solo

Nun kommt eines der schönsten
Liebeslieder mit Dein ist mein ganzes Herz
Wie sie ankündigt und gleich singen
Alle mit und strahlen glücklich dabei

Ein Hit nach dem anderen bringt alle
Zum Mitsingen bei Stand by me bebt 
Der ganze Raum und alle singen mit
Und träumen von Liebe es ist wundervoll

Sie holt ihr Publikum ab und begeistert
Mit roling on the River geht es weiter
Wieder singen alle mit dann legt die 
Band mit viel Schwung und Tempo los 

Ein Gast spielt die Luftgitarre dazu
Die zwei Nymphen auf dem Sofa sind
In all ihrer Schönheit ganz entrückt
Die Damen in meinem Rücken tanzen

Dann spielt Wolf der Wirt noch ein
Solo mit der Mundharmonika was
Mit großer Begeisterung bejubelt wird
Nun kommt schon der letzte Song

Wieder was zum mitsingen der so
Laut mitgesungen wird das die Fenster
Im Rahmen hier beben die Stimmung
Ist alle brüllen What’s going on

Noch eine mitreißende Zugabe nach
Lauten Bitten des Publikums reißt
Noch mal alle von den zahlreichen
Hockern hier und Mel tanzt auf der Bühne

jens tuengerthal 6.9.25

Lektürentagebuch 6.9.25

Lektürentagebuch 6.9.25

Mit Helen Hessel geht es in den Zirkus
Unter der Überschrift Cirque Morano
Wird der Pariser Bilderbogen mit dem
Üblichen geschehen dort fortgesetzt

Gefangene dressierte Tiere werden von
Gröhlender Menge bestaunt und Völker 
In ihrer Gegenwart als Schauspiel gezeigt
Was mich schon immer etwas ekelt

Die dünne Fassade des Glanzes über
Dem real traurigen Leben dort das sich
Wie seine Tiere inszeniert schien mir
Schon immer eher fadenscheinig 

Helen Hessel schwärmt und beschreibt
Wie geboten was auch erwartet wird vom
Zirkus in Paris mit seinen traurigen Clowns
Wo wir lernen über andere zu lachen

Das beschreibt die Autorin sehr fein
Mit den üblichen literarischen Metaphern
Die für mich ihre Schönheit nicht mehr
Wirklich entfalten sondern nur tarnen 

Das Elend unter der Fassade zeigen 
Die der Volksbelustigung dient so übel 
Wie das Leben eines Animateur trist ist
Bleibt der Zirkus kritisch betrachtet traurig

Auch die leicht euphorische Beschreibung
Die Helen Hessels hier gibt klingt wie die
Üblichen Erwachsenen die Kindern nur
Erzählen wie toll doch der Zirkus sei 

Insofern gelingt es der Autorin fein die
Zirkusbegeisterung erwartungsgemäß
Zu bedienen aber ich finde das Thema
Davon abgesehen doch eher bedrückend 

Ob es die Anscheinswelt ist oder das 
Fahrende Volk das nie sesshaft wurde
Was für mich schönster Luxus erst ist
Gar die Tierquälerei sei dahingestellt

Literarisch handwerklich gut gemacht
Bleibt ein fader Nachgeschmack von
Bloß populärer Unterhaltung die dazu
Fragwürdige Eigenschaften fördert 


Bei den Buddenbrooks leidet Tony
An ihrer Unentschlossenheit den ihr
So ekligen Grünlich zu heiraten wird 
Aber von allen Seiten dazu gedrängt

So wird die vorher fröhliche freche
Tony immer stiller und blasser kann
Nicht mal mehr richtig essen als der
Pastor sie in der Predigt ermahnt

Sie fühlt sich verfolgt und bedrängt
Grünlich zeigte dem Konsul schon
Seine Bücher die zum einrahmen
Schön gewesen wären meinte dieser 

Im Gespräch mit Bethsy seiner Frau
Drängt der Konsul weiter der seine
Tochter gerne unter der Haube wüsste
Diese versucht es danach auch noch

Als Tony immer kränker aussieht
Beschließt der Konsul natürlich in
Absprache mit Bethsy wieder die
Tochter einige Tage an die See 

Nach Travemünde zu schicken was
Er im Gespräch schon zuvor mit dem
Alten Lotsenkommandeur geklärt hatte
Wozu Tony und Bethsy nicken dürfen 

Er schätzte Frau und Tochter richtig ein
Auch Tom begleitet die Schwester gern
Nach Travemünde wo sie sich erholen
Wie zur Besinnung dann kommen soll

Freudig damit Grünlich zumindest für
Einige Tage zu entkommen packt Tony
Ihren Koffer nach Travemünde mit der 
Großen Krögerschen Equipage zu reisen

jens tuengerthal 6.9.25

Realantisemitismus

Realantisemitismus

Der Platz Deutschland ist nach dem
Holocaust klar an der Seite Israels 
Egal welche Regierung dort gewählt
Was nicht unsere Entscheidung ist

Dies ist eines der Fundamente zur
Gründung der Bundesrepublik nach
Dem Nationalsozialismus die nicht
Zur Diskussion und Disposition stehen

Die Hamas ist eine antisemitische
Terrorgruppe rassistischer Islamisten
Ihre Zerschlagung ist ein legitimes
Ziel aller durch sie bedrohten Staaten

Nebenbei hat die Hamas inzwischen
Einen riesigen Propagandaapparat 
Der orientalische Märchen über die
Zustände in Gaza überall verbreitet 

Inzwischen schaffte es die Macht der
Islamisten Uneinigkeit in Europa zu
Säen wie den Blick vieler zu trüben
Die Israel Völkermord vorwerfen

Es kann und wird auch in Israel über
Die Methoden der Regierung Netanjahu
Gestritten aber es darf keine Diskussion
Zur Solidarität mehr in Europa geben

Die Terroristen der Hamas müssen
Besiegt und zerschlagen werden um
Dauerhaft Frieden zu ermöglichen
Alles andere wird dabei nachrangig

Nicht Israel hat den Krieg begonnen 
Sie verteidigen sich gegen den Angriff 
Der islamistischen Terroristen die einen
Staat über Jahre vollständig besetzten

Alle andere scheinbare Solidarität mit
Den armen Palästinensern ist Ausdruck
Erfolgreicher Hamas Propaganda unter
Naiven westlichen Opfern noch

Es gibt gerade keine Solidarität mit den
Opfern der Hamas in Gaza die nicht
Propaganda für diese wäre warum nun
Alle besser dazu den Mund hielten 

Wer Terroristen unterstützt noch dazu
Rassistische Islamisten stärkt ist ein
Feind der Freiheit und Europas darum
Wie ein Terrorist auch zu behandeln

Der einzige Rechtsstaat der Region die
Den ganzen islamischen Raum erfasst
Wird die Probleme alleine lösen ohne
Mit Hamas Propaganda belehrt zu werden

Dies sollte sich dringend auch wieder die
Deutsche Regierung bewusst machen
Statt islamistische Terroristen zu stärken
Um Ruhe im eigenen Land zu wahren 

jens tuengerthal 6.9.25

Liebesschatten

Liebesschatten

Schatten der Liebe
Verdunkeln gerne alle
Vernunft mit Gefühl

jens tuengerthal 6.9.25

Bewölkt

Bewölkt

Manche Menschen sind
Innerlich stärker bewölkt
Als ihr Wetter zeigt

jens tuengerthal 6.9.25

Hinterhoflicht

Hinterhoflicht 

Ausschnittsweise nur
Bekommen Hinterhöfe
Licht nach Jahreszeit

jens tuengerthal 6.9.25

Liebesglaubenshoffnung

Liebesglaubenshoffnung

Liebe Glaube Hoffnung ist der Dreiklang 
Im christlichen Aberglauben der trennt
Was eines in unserer Natur eigentlich ist 

Die Liebe ist der Glaube an ein Gefühl
Das von der Hoffnung getragen wird
Sie möge sich gegenseitig erfüllen

Sie braucht keinen Glauben an höhere
Wesen aber den an ein Gefühl das 
Aus unserer Natur kommt oder nicht

So enthält die Liebe Glaube und Hoffnung
Nach ihrer Natur wo eines davon fehlt 
Vergeht die Liebe oder quält uns nur

Nur ohne Glaube an das Gefühl kann
Keine Liebe entstehen die wiederum
Ohne Hoffnung nie glücklich wird 

Bevor wir an eine Liebe zu glauben
Wagen kommt die Hoffnung es könnte
Vielleicht etwas werden mit dem Gefühl

So klingt der Dreiklang in der Liebe
Im Wechsel zusammen und eines
Braucht das andere zum Glück

Nur Götter braucht keiner mehr um
In der Liebe glücklich zu werden aber
Sie müssen auch nicht immer schaden

jens tuengerthal 6.9.25

Sommerherbstriesling

Sommerherbstriesling

Am relativ frischen Abend gegen
Mitternacht im heute noch leeren 
Crossroads eingetroffen und kaum
Saß ich brachte Phil II den Riesling

Tino begrüßt und der mit mir hier 
Eingetroffenen Selma zugewinkt
Die am Tisch mit zwei Stammgästen
An der Theke ihren Platz fand

Die Musik ist heute aufgedrehter als
Die noch ruhig beginnende Nacht 
Wer weiß wer noch alles kommt
Was ruhig beginnt wird manchmal was

Gerade plaudern sie über Theater
In kurzer Sendepause von Selma
Erzählt Tino von einer Aufführung
In Kudamm Umgebung amüsiert

Es geht dann ums Renaissancetheater
Wie die erwartungsgemäß eingerichtete
Bühne dort die immer schicke Blondine
Lauscht und lacht gelegentlich dazu

Der eine Gast erzählt vom frenetischen
Applaus nach einem eher kryptischen
Stück bei dem jeder froh war dass es
Nun endlich vorbei ist und darüber jubelt

Tino meint bei solchen Stücken würde 
Er am liebsten immer Hurz rufen um
Der Sinnlosigkeit Ausdruck zu geben
Während Selma auf Phil einredet

So geht das Gespräch über Theater
Weiter und die Nacht zieht auf ich
Staune still über all diese fundierten
Urteile im Thekengespräch hier 

jens tuengerthal 6.9.25

Freitag, 5. September 2025

Lektürentagebuch 5.9.25

Lektürentagebuch 5.9.25

Noch in der Nacht vor dem Einschlafen
Das 23. Kapitel im abenteuerlichen
Simplicissimus gelesen wo es zuerst
Ein Beispiel für Oliviers Handwerk gab 

Wie Simplicius ihm dabei ein Lehrling
Sein soll warum dieser lieber weg will 
Weil die Räuberei keine Zukunft hätte 
Brutal war und tödlich gern endete

Als Simplicius mit Olivier im Kirchturm
Sitzend gerade seine Geschichte ihm
Zu erzählen beginnt sehen sie in der
Ferne eine Kutsche mit Reitern nahen 

Sie stiegen darauf vom Kirchturm und
Versteckten sich in einem Haus direkt
An der Straße mit geladenem Gewehr
Wo Simplicius bereit sich halten sollte

Doch bevor er etwas tun konnte erschoss
Olivier den einen Reiter und das Pferd und
Weshalb der zweite sogleich floh als er 
Den Kutscher absteigen ließ sprang Olivier

Gleich los und spaltete ihm den Schädel
Mit seinem breiten Schwert bis zu den
Zähnen in einem Schlag und wollte nun
Die Frauen und Kinder in der Kutsche töten

Da stellte sich Simplicius dazwischen
Meinte zuvor müsse er ihn metzeln worauf
Olivier ihn einen Narr nennt der sich nur 
Anstellt was er nie von ihm gedacht hätte

Auf Simplicius Frage was er gegen die
Unschuldigen Kinder hätte meint Olivier nur
Ach was Eier in die Pfanne dann werden
Keine Jungen draus ihr Vater war der Major

Doch er besann sich die Majorsfrau wurde 
Mit Mägden und Kindern in den Keller
Gesperrt wo es nur Obst und Rüben gab 
Danach plünderten sie Wagen und Pferde

So ritten sie mit sieben schönen Pferden
In den Wald wo er am dichtesten war dann
Sieht Simplicius einen Mann am Baum
Worüber Olivier lacht das sei nur ein Jude

Den habe er neulich dort angebunden
Dann sei er leider erfroren und geht zu
Dem Toten am Baum der als er ihm
Den Mund öffnet Dublonen fallen lässt

Ganze zwölf davon findet der dann im
Mund des Juden und einen Rubin den
Schenkt er Simplicius weil der ihm an 
Den vergessenen Schatz erinnert hatte

Als Olivier ging um seinen Bauern zu
Holen kommt Simplicius ins Grübeln
Überlegt ob er lieber fliehen soll doch
Fürchtete er es wäre nur eine Falle

Ging er ohne Pferde war er zu langsam
Würde Olivier ihn schnell einholen zumal
Er sich im Schwarzwald nicht auskannte
Mit Pferden aber würden ihn dann die

Weimaraner als gewöhnlichen Räuber
Aufs Rad flechten was ein noch weniger
Verlockenderer Tod war als von Olivier
Auf der Flucht erschossen zu werden

Dann quälte ihn sein Gewissen ob des
Brutalen Überfalls auf die Kutsche zwar
War er da unschuldig hineingeraten aber
Sonst doch schon schuldig überall genug

Am Ende tat er nichts und betete nur
Gott möge ihn aus seiner Not retten
Dann wollte er wieder fliehen weil er ja
Frei war und es konnte nur überlegte noch

So kam Olivier mit dem Bauern der sie
Mit zu seinem Hof nahm und verpflegte bis
Mitternacht schliefen sie abwechselnd noch
Und ritten dann bis zur Schweizer Grenze

An der Grenze war Olivier beim Wirt bereits
Gut bekannt und sie schlemmen fürstlich
Besonders schmeckten Simplicius dabei 
Die frischen Forellen und Flusskrebse dazu

Den Rückweg traten sie mit reichlich an
Vorräten an die der Bauer tragen durfte 
Dafür pausierten sie bei Regen noch
Einige Tage als Gäste an einem Hof


Ein Exkurs zur Kantstraße 152 wo seit
Dem Jahr 1950 die Paris Bar ist aber
Vor 1925 Tucholsky lebte und dort die
Weltbühne als Erbe noch herausbrachte

Ist ein weiteres wunderbarer Kapitel in 
Zwei Flaneure in Berlin das mit steten
Zitaten zwischen beiden Städten wechselt
Benjamin Hessel und Tucholsky zeigt

Es ist davon auszugehen dass sich
Hessel und Tucholsky kannten da
Letzterer bei Rowohlt verlegt wurde
Wo Franz erster literarischer Lektor war 

Kurt war bekennend politisch Hessel 
Blieb Flaneur und Beobachter der sich
Lieber im politischen enthielt um der
Kunst mehr Freiheit dafür zu geben

Kurt Tucholsky war Freimaurer in Paris
Als Linker natürlich im Grand Orient wo
In der Rue Cadet sein Mitgliedsausweis
Noch Deutschen Brüdern gezeigt wird

Aber davon stand nichts in diesem Kapitel 
Das sich über die Gleichzeitigkeit von
Paris und Berlin und ihre Unterschiede
Freut was sprachlich fein beschrieben wird

Berlin würde als Arbeiterstadt immer 
Fleißig schuften während Paris arbeitete
Daneben aber lebte und die Flanerie
Hier ihren Ursprung im Wesen hatte

Spazieren in Berlin rezensierte Tucholsky
Sehr freundlich in der Weltbühne machte
Auf die irgendwie auch geschlechtliche
Unklarheiten bei Hessel aufmerksam

Dies würde ich als Leser beider Autoren
Aber nicht als Hinweis auf Hessels 
Bisexualität sehen sondern als ein
Dezentes Kompliment an Helen Hessel 

Zumindest die Kapitel über die Mode
Wie die Kaufhäuser sind vermutlich
Ihre Beiträge zum Buch ihres Mannes
Was auch Tucholsky gewusst haben wird

Ein weiteres schönes Kapitel zwischen
Berlin und Paris was noch tiefer in die
Charaktere und Beziehungen aller drei
Beteiligter spekulativ dabei eindringt


Noch eine Geschichte von Helen Hessel 
Aus Ich schreibe aus Paris als Teil vom
Pariser Bilderbogen das bürgerliche Diner 
Was ihrer Herkunft auch gut entspricht

Sie geht in eines der feinen Restaurants
Das erst während des Krieges zu Ansehen 
Gelangte es ist die Stunde des Diners 
Überall in Paris säßen jetzt Schmeckende

Sie kommen die Treppe hinauf in eine
Jazzband an ihr vorbei in mattgoldenes
Licht das sich in Gläsern und Porzellan
Spiegelt um auf Nacktheiten zu ruhen

Zarten und kräftigeren Armen den noch
Eingerahmten Helligkeiten des Halses
Wie der Gesichter die sie zuletzt nennt
Eine lückenlose Galerie von Frauen

Rings um den Raum geht sie nur durch
Die schmale Tafel sich berührender Tische
Noch getrennt vom gegenüber der Männer
Essen en famille unter Reichgewordenen

Männer mit Schatten unter den Augen und
Engen Stirnen sind Ehemänner Verwandte
Verlobte und gierig verlangt ein junges 
Mädchen encore encore als serviert wird

Sie trägt ein herrliches Perlencollier das
Nur vielleicht echt ist während gegenüber 
Einer blasierten Hemdbrust eine Reife sitzt
Eine schwarze Einzellocke zickzackt über

Ihre Stirnmitte die lateinische Nase bebt 
Der gute Wille zur Wollust ist wie eine
Kraft über ihr sichtbar während im Eck
Eine Mimi ihr Köpfchen deutlich wiegt

So werden ihre weichen Locken an die
Schwindsüchtigen Wangen geweht ist der
Bogen ihres Mundes so zart wie nur ein
Einzelner Strich des Lippenstiftes darauf

Sie zwitschert über ihrer Languste den
Refrain des Tanzes der sich keine Mühe
Gibt anders als Bächlein monotoner
Wiederholung des Gewussten zu sein

Grüne Saucen wechseln mit roten Salaten
Zu krustig Überbackenem hilfreiche Kellner
Kommen gerne zuvor und Krümel wehen
Mit den ausgeschlagenen Servietten

Käseplatten verlangen Entschlüsse der 
Wahl dazu Champagner und roter Wein
Grauer Wein duftet in die Höhe wo die
Blumen und Vögel Wände beleben 

Folie nun für die schimmernde Einheit
Der sich fast berührenden nackten
Schultern wie voll von Frauen ist diese 
Stadt wie natürlich verführerisch sind sie

Keine abschätzenden Blicke von einer
Zur anderen keine Geste keine Haltung 
Die anderes bezweckte als zu gefallen
Um zu genießen als Lust und Mitlust

Schwestern nennt Helen Hessel die
Anderen Frauen hier die dabei nicht
Konkurrieren sondern jede für sich
Ihr großes Theater inszenieren

Mit feinem Blick für die Stimmung dort
Beschreibt sie den Moment der durch
Ihre schnelle Sprache spürbar wird die
Lust aneinander wie am Moment lebt 

jens tuengerthal 5.9.25

Depressionssonett

Depressionssonett

Depressionen sind einfach schrecklich
Lassen am Leben und allem verzweifeln
Nur noch auf ein schnelles Ende dieses
Ewigen Elends hoffen weil nichts bleibt

Daran ist nichts nett oder schön zu reden
Diese Krankheit kann wie ein Blinddarm
Schnell tödlich enden wenn die Umstände
So sind was Depressiven verlockend wird 

Doch öffnen sie ein feines Gespür für die
Schönheit stiller Momente die ganz ohne
Qualen genießen lassen was noch bleibt

Weil wer je diesen Horror selbst überlebte
Kann Momente ohne alles erst würdigen
Voller Dankbarkeit diese dann genießen

jens tuengerthal 5.9.25

Geistigewelten

Geistigewelten

Die Realität finde ich ziemlich traurig
Wenn ich in die Welt schaue sehe ich
Wenig Grund sich noch zu freuen eher
Im Gegenteil wird alles immer schlimmer

Totalitäre Diktatoren regieren die Welt
Werden dabei noch von Massen bejubelt 
Die Umwelt wird weiter zerstört damit
Menschen im Urlaub ihren Spaß haben

Frage ich Kant was gut wäre in dieser
Situation noch moralisch zu leben wäre
Die Antwort klar handle verantwortlich und
Folge dem kategorischen Imperativ dabei

Handle also so dass dein Handeln auch
Gesetz für jedermann sein kann und um
Dies zu tun befreie dich zuvor aus der
Selbstverschuldeten Unmündigkeit 

Dieser philosophische Gedanke der
Mit dem Prinzip der Aufklärung beginnt
Also Freiheit an den Anfang stellt scheint
Ein guter Weg für alle Menschen zu sein

Wie überhaupt gedanklich mir die Welt
Viel besser gefällt als in der asozialen
Realität unserer Tage an denen jeder nur
Schaut genug dabei zu verdienen

So sei halt die Wirklichkeit dort gelte das
Jeder gegen jeden und nur der stärkere
Überlebt was wieder fraglich mir macht
Was am Überleben so toll sein soll dann

Darum lebe ich lieber in geistigen Welten
Ignoriere die Wirklichkeit eher für gute 
Bücher und mache mir meine Welt gerne
So wie sie mir auf geistiger Ebene gefällt

Komme in ein Alter in dem langsam die
Körperlichen Kräfte abnehmen wie der
Gedanke an das Ende real näher kommt
Das ich zum Glück keineswegs fürchte 

Reise nur noch geistig in Büchern
Schade damit der Welt so wenig wie
Irgend möglich aus Rücksicht nach
Dem kategorischen Imperativ dabei

Lebe so bescheiden wie möglich von
Weniger was mir mehr wird und dazu
Wichtiger scheint als aller Konsum der
Nur ein lästiges Laster mir scheint

Dinge die ein Leben lang halten sind
Real was mir gefällt statt ständig neu
Bleibe ich gerne beim Alten um so das 
Weniger auch im Alltag zu leben

Führe darum als armer Poet ein schlicht
Bescheidenes Leben und finde es gut so
Reich und grenzenlos aber sind meine
Geistigen Welten die ich lesend bereise 

Kenne im Kopf keine Grenzen kann durch
Raum und Zeit reisen ohne dafür je meinen
Diwan verlassen zu müssen und bin dafür 
Dankbar wie damit glücklich zufrieden

Bedenke ich die Wahl sich täglich für eine
Schlecht bezahlte Arbeit zu knechten um
Wenige Wochen im Jahr noch durch die
Welt hetzen zu können die ich so zerstöre

Scheint mir der Frieden ohne alle Reisen
Den die kleine Bibliothek mir schenkt wie
Dabei zugleich unendliche geistige Welten 
In Zeit und Raum zu reisen paradiesisch

Bei einer feinen Tasse Tee oder einem
Gelegentlichen Glas Wein überall hin zu
Können und unbegrenzt so zu genießen
Macht das Leben für mich vollkommen

Dabei habe ich meine Welt allein auf mich
Geistig gestellt und handle entsprechend
Dem kategorischen Imperativ dabei was
Lektüre Zuhause vollkommen mir macht

Wie friedlich schön wäre doch die Welt
Reisten mehr nur noch geistig statt sich
Ständig irgendwohin zu bewegen denk ich
Lebe es darum und bin damit glücklich

jens tuengerthal 5.9.25

Gefühlvoll

Gefühlvoll

Voller Gefühl ist
Selten vernünftig aber
Gefühlt viel schöner

jens tuengerthal 5.9.25

Heimatgefühl

Heimatgefühl

Heimat ist kein Ort
Sondern ein Lebensgefühl
Gerne auch geteilt

jens tuengerthal 5.9.25

Jupiter

Jupiter

Jupiter ist viel
Planet Gott Computer bleibt
Vielfalt sein Leben

Der römische Zeus
Schwerster im Sonnensystem
Schnellster Europas 

Atheist ohne
Gott betrachtet Planeten
Flaneur von Ferne

jens tuengerthal 5.9.25