Sonntag, 16. Juni 2024

Nationalelfen

Nationalelfen 

Elfen sind zauberhafte Wesen
Ausdruck reicher Phantasie wie
Sie die alte Sage uns erzählen
Vom Zauber und Fluch der Nation

Schweige ich dabei lieber dieses
Nur begrenzt existente Gebiet ist
Ein längst überholtes Gebilde was
Mehr schlechtes als gutes brachte

Während internationaler Meisterschaften
Konkurrieren die Nationen darum wer
Die beste von ihnen sein könnte wie
Ritter es bei Turnieren einst taten

Auch diese Europameisterschaft als
Ein märchenhaftes Rittertunier zu sehen
Was spielerisch miteinander kämpft hat
Mehr Zauber als die Nation noch je

Noch dazu mitten in Europa wo die
Nation in dem was sie einst ausmachte
Also die Hoheit über die Finanzen wie
Die Fähigkeit Kriege so zu führen

Mit der Union und dem Euro längst
Zur nur noch kulturellen Geschichte
Wurde ist dieser Wettstreit um das
Toreschießen wie ein Sängerkrieg

Lachend denke ich an den Sängerkrieg
Der Heidehasen oder Wagners Oper
Um die Meistersinger zu Nürnberg als
Märchen jenseits der Zeiten

Zwar fehlt die musikalische Kultur
Die den Meistersingern innewohnt
Doch lebt dafür die Spielfreude was
Das große Geschäft belächeln lässt

Betrachte es lieber märchenhaft mit
Abstand als einen spielerischen Kampf
Der sich mit Lust um einen Ball balgt
Den Elf als Elfen bunt gewandet dabei

Verteidigen und spielen was in unserem
Postnationalen Europa ein Spiel nur ist
Was der Volksbelustigung dienen soll
Wie manche freudiger jubeln lässt

Das Geschäft Fußball wie die Marke
Der Nationalmannschaft und ihre je
Sponsorenverträge interessieren mich
Um des Zaubers wegen gar nicht

Jeder versucht immer seinen Gewinn
Aus irgendwas zu ziehen wem das
Gelingt sei es gegönnt dazu gehören
Jene die willig dafür zahlen wollen

Ob es wieder ein Sommermärchen gibt
Oder ich die Elf zu Elfen mir zaubere
Als Erzähler meiner Phantasie ist dabei
Egal solange es genug Freude schenkt

Auch findet jedes Märchen noch ein
Gutes Ende was doch Hoffnung gibt
Diese Elfengeschichte um Knaben
Die sich um Bälle balgen zu genießen

jens tuengerthal 15.6.24

Stapelweise

Stapelweise

Bücherstapel zeugen vom Leserleben
In ihnen findet sich aktuell gelesenes
Neben angelesenem just pausierten
Bis zu bereits eroberten Welten

Lebe mit verschiedenen Bücherstapeln
Die gelegentlich umgeschichtet werden
Nach Laune und Interesse mir wieder
Neue oder alte Welten neu eröffnen

Gute Bücher lohnen sich immer wieder
Was mir gefällt verschlinge ich nie
Sondern genieße es als Buchgourmet
In kleinen sehr feinen Portionen

Auch darum sind die Bücherstapel
Ausdruck meines Leserlebens wie
Der eigenen geistigen Reisen die
So erschlossen mit mir leben

Will keine Bücher erledigen sondern
Als Genießer so sie gut sind so lange
Wie irgend möglich mit ihnen leben
Ein Leserleben mit ihnen teilen

Manchmal folgen Stapel auch den
Gesetzen der Schwerkraft was dann
Zu überraschenden Wiederentdeckungen
Als Leser voller Lust führen kann

jens tuengerthal 15.6.24

Erlesen

Erlesen

Wie schön ist es zu lesen welche
Lust liegt darin Bücher zu erobern
Die Exklusivität geistiger Welten
Ist jedem Luxus weit überlegen

Tief in die Gedankenwelt eines
Autoren einzutauchen um dort
Neues zu entdecken wie sich
Im Denken anregen zu lassen

Wie viele gute Bücher gibt es
Auf dieser Welt und wie reich
Ist wer einige bei sich stehen hat
Um nach Laune einzutauchen

Jeder erschließt sich Geschichten
Auf seine eigene Art entsprechend
Dem eigenen Horizont der noch mit
Jedem guten Buch erweitert wird

Die erlesene Welt ist eine eigene
Kann auch geteilt werden wenn
Das Bedürfnis dazu besteht doch
Zunächst ist sie persönlicher Luxus

Reichtum der das Leben verschönert
Wie es Lesern ermöglicht zugleich leicht
Durch Zeit und Raum zu reisen wie
Darin zu genießen was mir gefällt

Quäle mich nie durch Bücher sondern
Lese nur noch nach Lust wie mit der
Leidenschaft erfahrener Leser denen
Wenige Seiten schon genügen können

Ausreichend sind um in andere Welten
Einzutauchen und das eigene Denken
Anzuregen neues kennenzulernen ohne
Vom schönsten Leseort wegzugehen

Die so erlesene Welt ist was wirklich
Zählt und damit der Luxus der gut tut
Mit unserem Geist leben wir immer
Anders als mit nur besuchten Orten

Diese verschwinden im Meer der
Ereignisse aber unsere Gedanken
Wie alles was diese noch erweitert
Lebt für immer in uns weiter

Den Luxus sich in einer oberflächlichen
Umgebung eine geistige Welt zu leisten
Ist unbezahlbar und macht mich reich
Was bin ich dankbar für dieses Glück

jens tuengerthal 15.6.24

Ostwelt

Ostwelt

Der Osten steht noch
Immer Putin näher als
Der Demokratie

jens tuengerthal 16.6.24

Lieblost

Lieblost

Liebe verlieren
Passiert halt schlimmer immer
Sich zu verlieren

jens tuengerthal 16.6.24

Sonntagsruhe

Sonntagsruhe

Sonntagsruhe ist
Kapitulation vor dem
Rest Aberglauben

Depressiv deutscher
Ausdruck von Lebensfreude
Lässt Volk stillhalten

jens tuengerthal 16.6.24

Inseldasein

Inseldasein

Lebe auf einer
Geistigen Insel lieber
Als unter Massen

jens tuengerthal 16.6.24

Samstag, 15. Juni 2024

Lusterwartung

Lusterwartung

Lust zu erwarten
Verhütet Befriedigung
Sicherer als Sex

jens tuengerthal 15.6.24

Erwartungslos

Erwartungslos

Erwartungslos sein
Sicherer Enttäuschungsschutz
Raubt nur Vorfreude

jens tuengerthal 15.6.24

Liebeszufrieden

Liebeszufrieden

Zufrieden leben
Dabei Liebe empfinden
Genügt vollkommen

jens tuengerthal 15.6.24

Morgenregen

Morgenregen

Regen bringt Segen
Lachen Atheisten beim
Frühen Tropfenlauschen

jens tuengerthal 15.6.24

Freitag, 14. Juni 2024

Deutschschottisch

Deutschschottisch

Was für ein Auftakt ins Turnier
Denkt der begeisterte Zuschauer
Der zugegeben noch zweifelte ob
Sich ein Fußballabend lohnt

Das hat er definitiv mit 5:1 schlägt
Eine überlegen Deutsche Mannschaft
Die nur noch zehn Schotten die im
Spiel ihre Sparsamkeit zeigten

Nicht nur schossen sie kein Tor
Der Ehrentreffer war ein Eigentor
Auch ihr Ballbesitz war sparsam
Kaum kamen sie zu Gelegenheiten

Voller Euphorie dagegen das Team
Von Bundestrainer Nagelsmann
Das schon zur Pause 3:0 führte
Durch die drei jüngsten Spieler

Wirtz Musiala Havertz trafen noch
In der ersten Halbzeit danach
Legten Füllkrug sowie der gerade
Erst nachnominierte Can zwei drauf

Die Mannschaft spielte offensiv gut
Hielt den Ball lange in den eigenen
Reihen spannend wird was noch
Gegen stärkeren Gegner kommt

Ob Can nun wie Müller meinte
EMre genannt wird bleibt offen
Zumindest war es mal wieder
Eine Freude Fußball zu sehen

Aus Freude am Spiel sei nun
Lieber nicht überlegt wie sich
Der gute Start ins Turnier auf
Das Bild der Bundesregierung

Medial auswirken wird lasse es
Lieber als schönes Spiel stehen
So könnte es ruhig weitergehen
Auch beim bloß Fußball

jens tuengerthal 14.6.24

Lustlehren 081

Lustlehren 081

Voller Lust scheint uns das Objekt
Unserer Begierde vollkommen geil
Wir sehen nicht die Kleinigkeiten in
Unvollkommenheiten mehr an ihr

So macht der lustvolle Blick die
Begehrte Frau perfekt schön ohne
Zu sehen wie sich im Kern der Lust
Alle gleichen Unterschiede schwinden

Konzentriert auf das Geschlecht was
Ziel und Ausgangspunkt der Lust ist
Könnte ein Anatomiebuch Porno sein
Doch wirkt es so eher weniger je

Gewiss unterscheiden sich die je
Geschlechtsorgane in Form Größe
Beschaffenheit ein wenig doch ist
Das Gefühl dabei sehr ähnlich

Wenn wir uns vereinigen wie
Lustvoll ineinander stecken wird
Alles was wir fühlen ähnlich wie
Das Gefühl dabei entscheidend

Haarfarbe Hautfarbe Geruch wie
Geschmack werden nur noch als
Begleitung des zentralen Aktes der
Lust von uns wahrgenommen

Es wandelt sich der Blick kaum ist
Der Höhepunkt erreicht wie erste
Seligkeit wieder abgeklungen um
Neuem Realismus zu weichen

Wo Liebe die Lust getragen hat
Scheint sie noch ebenso perfekt
Wenn es nur Geilheit war wird
Was perfekt war fehleranfällig

Was wir ungeil plötzlich sehen
Ließe wohl Rückschlüsse auf
Das Gefühl womöglich zu doch
Manches frage ich lieber nicht

Lasse lieber die Lust verzaubern
Wie mich von dieser Magie verführen
Um wo sie abklingt Natur zu sehen
Die unvollkommen wie ich ist

jens tuengerthal 14.6.24

Liebessicht

Liebessicht

Liebe schenkt die Fähigkeit
Liebe in allem zu sehen was
Den Blick auf die Welt wie
Diese selbst ganz verändert

Die völlige Verwandlung aller
Uns berührenden Dinge durch
Den Wandel der Wahrnehmung
Ist das größte Wunder der Natur

Dies nicht weil einem Menschen
Verliebt die Welt gerade rosarot
Wie wundervoll scheint was vorher
Noch ganz gewöhnlich nur war

Sondern weil sich obwohl sich
Ganz real nichts geändert hat
Für Liebende alles verändert
Die Realität sich also relativiert

Wie wirklich welche Wirklichkeit
Nun sein soll vermag wohl keiner
Für alle zu entscheiden wenn sie
Zugleich so verschieden sein kann

Die Liebe zaubert damit aus dem
Was ist ein Neues weil sie uns in
Einen inneren Rausch versetzt der
So lang er währt größtes Glück ist

So können wir erkennen aus der
Natur der Liebe wie diese alles
Was ist für uns verwandeln kann
Unter ihrem Zauber beleuchtet

Dies nehmen wir verliebt als die
Wirklichkeit wahr die um uns ist
Gründe zu zweifeln gibt es nicht
Was als Gefühl soll dieses belegen

Es gibt in der Natur keine Magie
Alles in ihre folgt den Gesetzen
Von Ursache und Wirkung woran
Zu zweifeln es keinen Grund gibt

Dann gibt es noch die die Liebe
Als Teil unserer Natur die alles
Magisch verzaubern kann was
Dann für uns verliebt so ist

Wer eine magische Welt neben
Der wirklichen manchmal sogar
Zeitweise geteilt geglaubt als
Wirklich zaubern kann ist wohl

Die größte Macht der Welt 
Welche mit ihrem Zauber alles
Zum einen oder anderen nach
Laune uns verwandeln kann

Glaube an keinen Hokuspokus
Aber nehme die Liebe wahr als
Größte Macht über allem was
Bescheidener glücklich macht

jens tuengerthal 14.6.24

Genielektüren

Genielektüren

Es gibt geniale Bücher die von
Genies geschrieben Brücken
Über die Zeiten bauen und so
Zusammenhänge neu sehen

Wenigen Autoren nur gelingt
Dieser Geniestreich wirklich
Egon Friedell Thomas Mann
Oder Michel de Montaigne

Gelingt dies so gut wie auch
Alphonse Karr in seiner so
Humorvollen wie französischen
Reise um meinen Garten

In diese Welten einzutauchen
Wie die Brücken zwischen den
Zeiten zu erkennen die dabei
Mit leichter Hand eingeflochten

Auf größere Zusammenhänge
Noch verweisen die Leser sich
Selbst denkend erschließen die
Wagen mit den Autoren zu reisen

Wenig ist je lohnender als dieses
Glück der Erkenntnis was dazu
Noch gut geschrieben eine tiefe
Freude und Zufriedenheit schenkt

Habe lange gebraucht und viel
Gelesen um zu bemerken wie
Glücklich dies weite Denken mich
Als Leser macht wie es bereichert

Viele hangeln sich an ihrem Stoff
Entlang doch genial wird es wo
Sie jenseits von allem zu fliegen
Beginnen durch Raum und Zeit

Laurence Sterne gelingt dies so
Humorvoll wie Stanislaw Lem in
Momenten ironischer Verknüpfung
Die wirklich weiter denken lassen

Goethes Faust kann dies leicht
Seine Farbenlehre dagegen wird
Weil zu naturwissenschaftlich nur
Gedacht zum Treppenwitz heute

Was zeigt wo die Beschränkung
Auf ein Gebiet endet wie Autoren
Den Geist fliegen lassen kann sich
Genie wirklich frei entfalten

Wenig Lektüre tut mir so gut wie
Diese Welten verbindende die
Den Horizont erweitert wie das
Eigene Denken neu bewegt

jens tuengerthal 14.6.24