Dienstag, 28. Mai 2024

Inselempörungstheater

Inselempörungstheater

Die Empörung über erwartbar
Unkultivierte Betrunkene schlägt
Hohe Wellen in allen Medien
Weil die Politik es kommentiert

Vielleicht äußern sich unsere
Volksvertreter auch nur weil die
Medien den Skandal schaumig
Genug aufgeschlagen haben

Finde es nicht der Rede wert
Weil es so peinlich wie dumm ist
Doch keine Märtyrer wert sein sollte
Lieber schnell vergessen wird

Ein Urteil darüber zu fällen erforderte
Genaue Sachkenntnis wie dazu eine
Überprüfung der Beschuldigten wer
Handelte davon noch schuldhaft

Dankbar bin ich jedoch dass es
In meiner Jugend noch keine
Telefonkameras und kein Internet
Gab was alle Dummheiten verbreitete

Sollte jeder Unsinn sanktioniert werden
Wem nutzt der Verfolgungswahn nun
Brauchen wir noch mehr Polarisierung
Oder keine Bühne für Betrunkene

Empörungstheater hilft niemandem
Macht jedoch unendlich viel Lärm
Als Leser bevorzuge ich die Ruhe
Sage darum nichts mehr dazu

jens tuengerthal 27.5.24

Liebesgröße

Liebesgröße

Wie gerne sprach ich schon von meiner
Großen Liebe dabei immer wieder ganz
Sicher dass diese nun bleiben würde
Was meist eine Illusion dann blieb

Ganz egal wer dabei zuerst ging
Ob das vernünftig oder besser war
Weil es ohnehin nie zusammen passte
Fragt sich ob Großes damit klein wird

Ist es noch gerecht sich wieder in eine
Zu verlieben wenn du schon einmal
Die große Liebe hattest weil dann jede
Mit dieser auch konkurrieren muss

Sollte ich die Liebe so etwas großes
Lieber nennen was ich nicht im
Alltag einfach benutzen kann um
Das Gefühl exklusiv zu halten

Bleibt damit jeder Neubeginn nur
Zweitklassig noch als ob alle die
Auf eine große Liebe dann folgen
Nur noch zweite Liebesliga spielen

Weiß nicht mal was ein tauglicher
Maßstab wäre Lieben zu vergleichen
Um eine für größer damit zu halten
Dennoch fühlte es sich schon so an

Möchte am liebsten nur unvergleichliche
Frauen geliebt haben von denen es jede
Immer einmalig unbedingt wert war statt
Einen Vergleichswettbewerb je zu starten

Hatte darum nur große Liebe oder keine
Die sich so unterscheiden lässt nur welche
An denen ich länger oder kürzer noch litt
Was nichts größer macht außer mich klein

Will keine je mehr vergleichen noch an die
Verlorenen Lieben bei neuem Glück länger
Denken um zu genießen was gerade ist
Wie jede für sich zu würdigen dafür

Beruhigend ist nur zu wissen längst
Eigen genug zu sein keine Angst mehr
Haben zu müssen eine bliebe für immer
Alles bleibt unvergleichlich vorübergehend

Große Liebe brauchen nur junge Menschen
Die in ständiger Konkurrenz noch stehen
Wie im Wettkampf bestehen wollen was
In der Liebe nie etwas verloren hat

Was wirklich bliebe zeigte dann Größe
Die sicher Bewunderung verdient doch
Sehe ich das erst hinterher warum sich
So lange jeder Vergleich verbietet

jens tuengerthal 28.5.24

Heimathafen

Heimathafen

Mit dem Wort Heimat komme ich
Nicht wirklich zurecht noch an
Frage mich wo die liegen soll
Was eine solche ausmacht

War dieses Jahr für zwei Monate
Zur Pflege meiner Mutter in deren
Haus in dem ich auch zehn Jahre
Geschätzt lebte was weniger ist

Als die nun bald 24 Jahre in Berlin
Auch weniger als 14 am Helmholtzplatz
Weniger als die 15 in Frankfurt sogar
Nur mehr als das eine Jahr in Bremen

Obwohl zufällig da noch geboren
Bekomme ich dort im Norden doch
Irgendwie Heimatgefühle auch weil
Mutter und Großmutter von da sind

Den Schnack oder die Art zu reden
Wie vieles dort klingt für mich vertraut
Aber habe nie bewusst dort gelebt
Sind nur Urlaubserinnerungen

Die hessische Mundart lernte ich noch
Bei Jugendfeuerwehr und Samaritern
Kurpfälzisch blieb mir völlig fremd stets
Bis ich eine Pfälzerin seltsam liebte

Berlinerisch nahm ich nie wirklich an
Nur Sprüche zum Spaß mal aber ich
Bin kein Berliner sondern bewohne
Eine Bibliothek die in Berlin steht

Wüsste keinen Ort wo auch die
Umgebung so nett ist wie hier
Aber eigentlich wäre mir egal
Wo meine Bibliothek steht

Vielleicht nicht gerade Bayern
Was mir nicht erst seit der Lektüre
Der Buddenbrooks fern lag aber
Auch nur ein Vorurteil wohl ist

Auch Neufünfland als der rechte
Osten der Republik liegt mir eher
Fern als Wohngegend egal wo
Obwohl ich Weimar so liebe

Wüsste nicht wo außer hier ich
Leben und mich wohlfühlen könnte
Vielleicht Bremen Hamburg Lübeck
Frankfurt Mainz oder Heidelberg

Heidelberg doch lieber nicht denk ich
Provinzposse zwischen Bergen am
Neckar romantisch noch verklärt mehr
Ein Friedhof überholter Erinnerungen

Doch gefühlt ist es mir völlig egal
Solange ich meine Bibliothek habe
Wie genug Ruhe zum Lesen dazu
Weil Heimat für mich geistig ist

Es gibt keinen Ort den ich so nenne
Noch einen wo es mich hin zöge
Hier am Platz ist schon in Ordnung
Aber es gibt Bücher die es sind

Der Heimathafen in dem ich gerne
Ankomme steht voller Bücher die
Eine Leseheimat mir sind statt der
Anderen Menschen sind es Bände

Die Teams einiger Bars sind schon
Mit der Zeit vertraut geworden aber
Das wechselt immer wieder auch
Nach deren wie meiner Laune

Bücher dagegen sind nie launisch
Sie sind beständig verlässlich also
Ganz anders als alle Frauen die
Sonst schönster Grund zu leben

Eine Bibliothek als Heimathafen
Ist ein Ort der Einkehr wie Ruhe
Des Rückzugs wie der Lektüre
Steckt dabei voller Geschichten

Gelegentlich verlagere ich mal
Einige Bücherstapel um neue
Wege im Chaos zu finden doch
Eigentlich soll sich nichts ändern

Andere wollen sich alle paar Jahre
Neu einrichten oder umräumen
Renovieren und ähnlicher Unsinn
Eine Bibliothek braucht nur Ruhe

So darf mein Heimathafen wie das
Bücher eben so machen mich gerne
Überleben was immer meine Erbin
Dann damit anfangen kann

Da ich dann nicht mehr bin ist
Es mir völlig gleichgültig wie alles
Was mich nichts mehr angeht
Womit ich Gelassenheit gewann

Habe keine geografische Heimat
Bin in Berlin auch nur zu Gast
Würde nie sagen dass ich ein
Berliner bin obwohl es so ist

Dafür habe ich eine Bibliothek
Die Zuhause für ein Leben ist
Alles enthält was ich lesen wollte
Zufriedenheit damit schenkt

jens tuengerthal 27.5.24

Zeitweise

Zeitweise

Laufen lassen ist
Weiser als weiter eilen
Alles kommt allein

jens tuengerthal 28.5.24

Regentage

Regentage

Regentage sind
Sonnentage für Leser
Einfach Zuhause

jens tuengerthal 28.5.24

Liebesgeduld

Liebesgeduld

Liebe braucht Geduld
Ohne wird alles panisch
Mit passiert wenig

jens tuengerthal 28.5.24

Horizontale

Horizontale

Der Zauberberg lehrt
Die Horizontale als
Aufrechte Lage

jens tuengerthal 28.5.24

Montag, 27. Mai 2024

Lektürenkompass

Lektürenkompass

Bücher sind mir geistige Heimat
Doch wie finde ich mein Zuhause
Im Wust der Neuerscheinungen
Wie vielen Bücher die Verlage

Verkaufen wollen und dafür den
Buchläden anpreisen die genau
Diese Bücher dann prominent
Bewerben wie präsentieren sollen

Dazu gibt es Bestsellerlisten die
Verraten was die meisten lesen
Welchem Trend die Massen nun
Gerade mal wieder hinterherlaufen

Das ist was mich am wenigsten
Interessiert oder reizen kann wie
Der Buchhandel häufig eher lästig
Auf Massenprodukte hinweist

Gelegentlich lohnen die Kritiken
In guten Zeitungen doch auch
Dies erfordert reichlich Lektüre die
Vom Lesevergnügen nur ablenkt

Unter Perlentaucher finden alle
Interessierten Zusammenfassungen
Welche langes Zeitung lesen uns
Bücherliebhabern eher erspart

Seltener sind exklusive Buchläden
Mit kompetenter Beratung wie der
Auswahl seltener guter Bücher doch
Welch Freude solche zu entdecken

Was mich heute wirklich noch reizt
Finde ich am ehesten antiquarisch
In wenigen gut sortierten Läden die
Auch die Andere Bibliothek führen

Es gäbe auch andere Erstausgaben
Signierte seltene Exemplare die das
Sammlerherz höher schlagen lassen
Doch hilft Beschränkung auch dabei

Sich nicht im Meer der Bücher wieder
Zu verlieren sondern einem Weg lieber
Folgen zu können der zufriedenstellt
Wie damit ausreichend glücklich macht

Als Kompass hilft nur Lesen wie eine
Wachsende Erfahrung als Leser für
Bücher die mir kostbar werden wie
Ein schönes Leseerlebnis schenken

Neben der Anderen Bibliothek sind dies
Vor allem kulturgeschichtliche Bände
Wie Biografien die mich noch reizen
Weil alles andere bereits vorhanden ist

Wichtige Klassiker präsent zu haben gibt
Als Leser ein Gefühl von Vollständigkeit
Das zufriedener macht als alle Moden
Denen zu folgen mich eher stresst

Es gibt immer weniger was ich noch will
Bräuchte ohnehin keine Bücher mehr
Hab genug zu lesen für den Rest meines
Lebens und das finde ich entspannend

Merke nach wenigen Seiten oder auch
Sätzen schon was mich reizen könnte
Wie womit ich mich nicht weiter belaste
Weil ich genug Leseerfahrung habe

Diese Kompetenz kann ich nur durch
Ausgedehnte Lektüre erlangen was das
Angenehme bei diesem Kulturerwerb ist
Der Genuss und Gewinn so gut verbindet

Sich einen solchen inneren Kompass
Durch Jahre der Lektüre zuzulegen
Ist eine lohnende wie schöne Tätigkeit
Die den Lesegenuss deutlich mehrt

Aus weniger damit mehr machen wie
Zielgerichtet gutes zu lesen ohne sich
An Moden und Unsinn zu verlieren ist
Ein großer Gewinn an Lesezeit

Das wichtigste Moment bei der Suche
Nach meinem Lektürenkompass war
Der Entschluss keine Bücher mehr
Erledigen zu wollen sondern lieber

Parallel wechselnd seitenweise nur
Zu lesen was mir gerade gut gefällt
Dabei dem Instinkt des Tages folgend
Statt irgend äußeren Vorgaben je

Diesen Stil des Lesens lehrt Montaigne
In seinen Essays der sich dabei auch
Einen schlechten Leser nennt weil er
Nur nach Laune liest was ihm einfällt

In der Schule lernen wir Bücher erledigen
Lesegruppen führen diese Unsitte dann
Im Erwachsenenalter als sozialer Zwang
Noch weiter und rauben Leselust

Lebe mit Büchern ein Leben lang statt
Druckwerke erledigen zu wollen sind
Bücher Freunde und Mitbewohner
MIt denen ich plaudere wie es passt

Dies gepaart mit ständiger Lektüre
Von Büchern verschiedener Gebiete
Schenkt mir im Chaos Orientierung
Gibt dem Leserleben seinen Kurs

Dies ist umso wichtiger als ich
Kein festes Ziel dabei verfolge
Sondern nach Laune nur segle
Wohin der literarische Wind treibt

Früher fühlte ich mich bei der Lektüre
Oft schon getrieben vom Gedanken
Was ich alles noch lesen sollte um
Ein halbgebildeter Literat zu werden

Heute ist mir dies völlig egal weil das
Fundament so fest wie der eigene
Rücken breit einen eigenen Weg
Sich über Jahre erlesen zu haben

Diese Freiheit nach Laune zu lesen
Jenseits aller Moden wie völlig ohne
Sorge noch etwas zu verpassen lässt
Die Lektüre noch lustvoller werden

jens tuengerthal 27.5.24

Morgenliebste

Morgenliebste

Liebste am Morgen
Danach erwacht sich bleiben
Verspricht schon etwas

jens tuengerthal 27.5.24

Teeentfaltung

Teeentfaltung

Übergossene
Blätter entfalten feinstes
Teearoma erst

jens tuengerthal 27.5.24

Morgenliebe

Morgenliebe

Liebe den Morgen
Umso früher desto mehr
Manchmal auch Mittags

jens tuengerthal 27.5.24

Erwachen

Erwachen

Erwachen hört sich
Erstmal positiver an
Als Wirklichkeit wird

jens tuengerthal 27.5.24

Lustlehren 067

Lustlehren 067

“Männer sind Schweine, traue ihnen nicht, mein Kind
Sie wollen alle nur das Eine, für wahre Liebe sind sie blind
Männer sind Ratten, begegne ihnen nur mit List
Sie wollen alles begatten, was nicht bei drei auf den Bäumen ist
Männer sind Autos, nur ohne Reserverad”
Die Ärzte

Sind alle Männer Schweine?

Gestern Abend durfte ich in der
Bösen Buben Bar einer Sängerin
Lauschen auf der Terrasse sitzend
Die Chansons sang wie obiges Lied

Was sie dann in ihren Stil packte
Klang großartig und ließ lachen
Doch blieb in mir die Frage zurück
Ist es wirklich immer so und wann

Schon mein Großvater der noch
Ganz am Anfang des vergangenen
Jahrhunderts geboren wurde hatte
Eine ähnliche Weisheit parat

Danach sitzt das Hirn im richtigen
Moment im Hintern und hilft schieben
Weil der Verstand dann aussetzt
Was sicher auch richtig sein kann

Doch beschränkt sich dieses auf
Männer oder sind Frauen dabei
Wenn erregt genug auch ohne
Allen Verstand einfach geil

Kenne beides von den Damen
In ganz unterschiedlichen Varianten
Immer mehr Frauen nehmen sich
Männer nur eben zur Befriedigung

Habe häufiger von Frauen derbe
Sprüche dazu gehört als ich diese
Je selbst von mir gegeben hätte
Wenn nur auf Aufforderung dabei

Doch fand ich es immer befremdlich
Auch beim wildesten Sex säuisch
Zu sein um das weibliche Schwein
Als Patin für Schweinereien zu wählen

Immer wieder forderten Frauen mich
Auf sie einfach hart zu nehmen statt
Sie vorab lange zu verwöhnen weil
Sie nur gefickt werden wollten

Einige der klügsten Professorinnen
Unter den Geliebten äußerten sich
Beim Sex gerne besonders derb um
Heftig in den Arsch gefickt zu werden

Will nicht leugnen dem dann auch gern
Nachgekommen zu sein soweit es die
Umstände zuließen doch war mir die
Säuische Sprache immer fremd dabei

Liebe und verehre Frauen die ich dabei
Zu gerne voller Lust und Hingabe so
Verwöhne wie ich es nur kann auch
Falls sie es so wünschen mal heftig

Doch rede ich gerne über den Sex
Wie die jeweiligen Vorlieben um so
Zu erspüren was bevorzugt wird wie
Der jeweilige Stil beim Vögeln ist

Gehe gerne mit Damen ins Bett
Warum ich am liebsten auch jede
So behandle und fand es mit Huren
Immer langweilig und schlecht

Huren ficken nur für Geld dabei
Geht es nicht um ihre Lust die
Aber den Sex für mich reizvoll
Erst machen kann als Befriedigung

Dennoch wollen erstaunlich viele
Frauen beim Sex wie eine Hure
Behandelt oder erniedrigt werden
Was mich eher impotent macht

Natürlich kann es auch mal wild
Oder heftig egal wo passieren
Wenn die Triebe uns verführen
Wo beide schreien war es gut

Doch wollte ich dabei nie ein
Schwein sein sondern hatte
Immer eher das Vorbild des die
Frauen liebenden Casanova

Stellte mir schon manches mal
Die Frage ob die Männer die sich
Wie Schweine benehmen nicht
Dazu von Frauen erzogen wurden

Finde Sex voller Verehrung wie
Hingebungsvoller Lust großartig
Der Atheist betet seine Liebsten
Auch dabei zu gerne noch an

Bleibe beim Sex wie in der Liebe
Zu gerne Sohn meines Vaters dabei
Ein schwärmender Euphoriker der
Seine Damen in Versen vergöttert

Auch in den Versen zur Lust wie
Deftigem Sex deute ich lieber an
Als es heftiger zu dichten als nötig
Der Phantasie Raum zu lassen

Spannend wäre zu hören was
Frauen dazu meinen ob es da
Erfahrungswerte gibt die eher
Dafür oder dagegen sprechen

Finde du kannst eine Frau auch
Wunderbar befriedigen sogar
Noch viel hingebungsvoller dabei
Wenn du sie nicht als Hure behandelst

Dennoch träumen viele auf beiden
Seiten des Spiels davon sich beim
Sex zu erniedrigen um so alle
Grenzen der Scham zu überwinden

Kenne keine Scham dabei finde Sex
Der genüsslich die Lust teilt wie sich
Gut tut schöner als Erniedrigung oder
Eine Verhaltensänderung dabei

Fand es immer wieder irritierend
Wenn etwa eine Professorin oder
Eine Nonne mit denen ich vorher
Kulturhistorisch debattierte sich

Beim Sex komplett verwandelten
Während ich auch stöhnend noch
Versuchte ein Gentleman zu bleiben
Was auch nicht immer gelang

Bin ich vielleicht darum ein Schwein
Weil ich denen die so schweinisch
Behandelt werden wollen nur gegen
Die eigene Natur gebe was sie wollen

Bin da noch ein wenig unentschlossen
Auch Gespräche darüber brachten kein
Befriedigendes Ergebnis weil sich die
Welche harten Sex wollten auch gerne

Wann und warum auch immer wandelten
Nichts gilt immer oder ist erklärbar es
Bleibt eine reine Gefühlssache die
Ganz schnell dabei ausrutscht

Dies zu verhindern ziehe ich es vor
Lieber gewohnt den Gentleman auch
Dabei weiter zu spielen denn wie ich
Vom Zuhälter dieser wieder würde

Habe ich noch kein sicheres Rezept
Wie das Terrain von Gewalt oder
Dominanz mit dem erstaunlich viele
Frauen gedanklich gerne spielen

Ein mir eher fremdes bleibt was auch
Die Versuche scheitern ließ als einst
Liebste vergewaltigt werden wollten
Was mein Schwanz ähnlich absurd fand

Dankbar für diese kultivierte Natur die
Gewisse Ausflüge wie Ausrutscher mir
Erspart frage ich mich manchmal ob
Das extremere Rollenspiel beim Sex

Mit einem Verlust der Rollen in der
Sozialen Welt wie dem Status der
Manchmal noch unklar ist viel eher
Zusammenhängt als mit echter Lust

Vielleicht endet auch diese Mode bald
Wieder um lustvoll verwöhnen
Zu dürfen wie einander zu genießen
Was mir beim Sex schöner scheint

Bis dahin wird weiter balanciert
Zwischen den teils absurdesten
Wünschen mancher Damen wie
Der eigenen kultivierten Natur

jens tuengerthal 26.5.24

Sonntag, 26. Mai 2024

Liebeszerstörung

Liebeszerstörung

Ist die Liebe unverletzlich oder
Genügen manchmal Kleinigkeiten
Wie zu gerne Missverständnisse
Zarte Liebespflanzen zu zerstören

Die Erfahrung lehrt leider immer wieder
Wie schnell der Traum von ewiger Liebe
Infolge der Kleinigkeiten verfliegt statt
Zu kommen um zu bleiben 

Geradezu systematisch zerstören die
Liebenden was sie eigentlich verbindet
Also das Vertrauen in ein Gefühl durch
Ängste und kleine Egoismen die uns

Fürchten lassen zu kurz zu kommen
Im gemeinsamen geteilten Leben das
Gerne nach unseren Vorstellungen von
Zweisamkeit dann ablaufen soll

Wenig ist geeigneter schönste Gefühle
Nachhaltig zu zerstören als enttäuschte
Erwartungen wie feste Vorstellungen die
Sich selten oder eigentlich nie erfüllen

Manchmal schafft es die Verblendung
Erster Liebe noch voller Hoffnung uns
Darüber hinweg zu täuschen dass es nie
Geteilte Vorstellungen geben kann

Wir erzählen uns gegenseitig wie wir
Uns auf die geteilte Zeit freuen was
Jeder für sich so meint um dann völlig
Konsterniert zu sein wenn dies differiert

Erwartungen und Hoffnungen sind immer
Nur dazu da enttäuscht zu werden weil
Sie nur in unserem Kopf entstehen was
Wir gemeinsam träumen ist nur unseres

Sogar falls wir darüber vorher reden wie
Eine große Übereinstimmung feststellen
Hat jeder ein anderes Bild davon im Kopf
Was frustrierend enttäuscht dann wird

Voller Hoffnung und Liebe sich dabei
Aufeinander mit völlig unterschiedlichen
Vorstellungen von dem was gut tut zu
Freuen potenziert noch die Enttäuschung

Solange wir uns nicht bewusst werden
Dass es keine Gemeinsamkeiten gibt
Jeder seine Vorstellungen hat werden
Die Enttäuschungen sich wiederholen

Dabei können wir uns sogar über das
Immer gleiche immer mehr aufregen
Statt daraus je irgendwas zu lernen
Eine traurige Serie in Wiederholungen

Darüber offen reden könnte helfen
Wäre es nicht so unmöglich zugleich
Sich zu verstehen wenn beide noch
In ihren Vorstellungen bleiben

Mit besten Absichten hegen wir dann
Schönste Träume noch füreinander
Die um so schmerzhafter enttäuschen
Weil wir nicht verstehen warum es

Der oder die andere nicht versteht
Was zur sicheren Liebeszerstörung
Führen kann aus der es auch keinen
Ausweg gibt wenn das Gefühl flieht

Manchmal nur geschehen dennoch
Kleine Wunder und zwei spüren wie
Gut und liebevoll jeder will statt vom
Misstrauen getrieben zu werden

Dann können wir die Zerstörung
Der Liebe vielleicht aufhalten doch
Wäre dies gegen alle Gewohnheiten
Erschiene uns zuerst völlig absurd

Vielleicht hilft die Vorstellung dabei
Dass weil die Liebe schon absurd ist
Sie nur ein solcher Weg retten kann
Auch wenn ich es nicht verstehe

An das Gute im anderen zu glauben
Alle Zweifel zu verschieben um das
Mögliche wie es ist zu genießen
Könnte ein guter Weg dahin sein

Selten lassen wir von der Zerstörung
Der Liebe wieder ab wenn wir sie
Einmal enttäuscht voller Misstrauen
Begonnen haben was schade ist

Wie schön könnte es sein wenn wir
Versuchten uns mit Liebe lieber zu
Sehen statt uns davor zu fürchten
Nur der Weg dahin ist schwer

jens tuengerthal 26.5.24

Nahgut

Nahgut

Unter Nah gut firmiert der Edeka
Am Helmholtzplatz was mir gleich gefiel
Auch wenn die Preise dort manchmal
Eher vom Los bestimmt scheinen

Der Kunde muss also aufmerksam sein
Beim Einkaufen nicht überrascht zu werden
Ansonsten herrscht dort vertrauensvolle wie
Nachbarschaftliche Kiez-Atmosphäre 

Doch Nahgut ist eine Philosophie die mir
Der immer gerne am Ort bleibt gut gefällt
Nicht als Einkaufsratgeber sondern als
Haltung weil das Gute oft so nah liegt

Nicht irgendwo suchen oder bestellen
Was ich nicht brauche sondern sich
Mehr an dem freuen was nahe liegt
Wie darum allein schon gut ist

Den Wert des naheliegenden wieder
Schätzen statt langer Wege um sich
Wohl zu fühlen und anzukommen ist
Eine Haltung die mir gefällt aus ganz

Vielen Gründen vom Klima das also
Weniger lange Wege schont wie um
Bei sich anzukommen und zu bleiben
Statt irgendwohin zu wollen

Der Helmholtzplatz ist eine kleine Welt
In der ich alles um den Platz herum fast
Finden kann was ihn lebenswert macht
Dazu kommt das Leben am Platz

Auch wenn ich am Wochenende eher
Noch über die Pappelallee gehe um
Dort im Crossroads ruhiger zu sitzen
Trotz der lauteren Straße 

Doch jenseits solcher Befindlichkeiten
Ist Nahgut auch eine Lebenseinstellung
Die eher bleiben als weiterziehen lässt
Was leicht sagt wer alles vor Ort hat

Am nächsten liegt mir natürlich meine
Kleine Bibliothek in der mein Diwan
Als Lese- wie Liebeswiese steht die
Alles an Büchern hat was ich lesen will

Sich bei sich wohl zu fühlen wie es sich
So schön wie möglich zu machen um
Es so nah wie möglich gut zu haben
Schenkt mir große Zufriedenheit

Keine Sehnsucht nach irgendwo wie
Ganz ohne das Gefühl irgendwo etwas
Verpassen zu können weil alles gute
Hier ganz nah liegt wie ich es so mag

Die Zufriedenheit die aus der Nähe
Resultiert die ich so genießen kann
Schenkt große Gelassenheit weil ich
Nichts mehr will oder haben muss

Nahgut zufrieden zu leben ohne die
Ewige Sehnsucht nach anderem ist
Ein von Handel und Werbung gerne
Torpediertes großes Wohlgefühl

Wie gut täte es der Welt strebten
Mehr Menschen nach Zufriedenheit
Mit dem was Nahgut liegt statt noch
Irgendwohin oder etwas zu wollen

Nach langer Zeit ewigen Strebens
Scheint die Zeit des Innehaltens
Gekommen in der Schrumpfen zum
Notwendigen Luxus wird weiter so

Nahgut überleben wie gut leben zu
Können was wir besser mehr genießen
Um weniger zu zerstören für alles was
Keiner zur Zufriedenheit bräuchte

jens tuengerthal 26.5.24

Lesersophie

Lesersophie

Wie sehr prägen Bücher meine
Philosophie und Lebenshaltung
Wurde mir gestern bewusst als ich
Aus der Reise um meinen Garten

Von Alphonse Karr aus der geliebten
Anderen Bibliothek vorlas wie mich so
An die wunderbare Philosophie des
Kleinen das da bleiben erinnerte

Sein liebevoll feiner Blick auf Details
Schenkt eine andere Sicht der Natur
Wie des menschlichen Sein das mit
Karr nirgendwo mehr hin muss

Vielmehr öffnet er den Leserinnen die
Augen für nahe Schönheiten wie das
Aufregende Leben im Busch nebenan
Was so viele in der Ferne vergessen

So hat dieser ironische Briefroman in
Den 66 Briefen an einen Freund der
Gerade um die Welt reist meinen Blick
Auf die Welt wie das Reisen gewandelt

Dabei waren Gärten wie die Arbeit an
Pflanzen und Blumen für mich immer
Eher abschreckend als Tätigkeit oder
Allergien bei mir auslösend jedenfalls

Nichts was mich ins geistige Paradies
Seliger Zufriedenheit führen könnte
Auch sind die Kämpfe wie Schrecken
Der Natur so schrecklich wie brutal

Doch großartig lässt diese kleine
Reise um meinen Garten von Karr
Die Fähigkeit das Große im Kleinen
Voller Zufriedenheit entdecken

Dies gelingt dem Autor dabei auch
Durch den konkurrenten Stil in dem
Er erst neidvoll wie mit der Zeit immer
Selbstbewusster dem Freund schreibt

Erlebnisse Begebenheiten Schönheiten
Mit solcher Begeisterung schildert dass
Der Leser dieser Euphorie andächtig
Folgt Teil der Reise zu sich wird

Wozu noch in die Ferne schweifen
Wenn das Gute liegt so nah wie dessen
Würdigung mich dankbar entspannt wie
Ein Garten durch das Jahr die Welt zeigt

Nirgendwo hin müssen dafür lieber die
Welt bei sich entdecken ob im Garten
Oder in der eigenen Bibliothek ist dabei
Völlig egal was zählt ist die Freude

Sich wieder aufmachen zu solchen
Expeditionen in die Nähe um die
Schönheit dieser neu zu entdecken
Ist eine aufregende Reise zur tiefen

Inneren Zufriedenheit welche nur
Erlangt wer in sich an seinem Ort ruht
Nichts mehr oder weniger mehr will
Sondern zufrieden angekommen ist

Wie Immanuel Kant der Königsberg
Nur einmal verließ was er bereute
Im nahen Umkreis alles finden ist
Eine Zufriedenheit schenkende Gabe

Eine getriebene Welt voller Unruhe
In der aus guten Gründen immer mehr
Gekokst wird geil im Tempo zu bleiben
Verliert jeden Bodenkontakt zu sich

Rast immer mehr zerstörend dem Tod
Der Natur wie blind entgegen statt in
Bescheidener Zufriedenheit zu genießen
In welchem Paradies wir schon leben

Die Lektüre von Karr lässt lächeln wie
Sie den Blick für nahe Schönheit weckt
Bestätigte mich in meinem immer Gefühl
Dass Reisen nichts Gutes sein kann

Vor allem nicht mehr wenn alle es tun
Was logische Konsequenz nur ist des
Sich verbreitenden Wohlstands der für
Zerstörung der Welt verpulvert wird

Besser läsen mehr dieses wunderbare
Buch als Bibel der Bescheidenheit die
Ohne allen Aberglauben in der Natur
Wie ihrer Beobachtung alles findet

Alphonse Karr schrieb damit kein Werk
Der Philosophie noch ein Pamphlet wider
Den Klimawandel den zu seiner Zeit
Nur ein Alexander von Humboldt ahnte

Es ist neben dieser konkreten Auswirkung
Auf klimafreundliches Verhalten was bei
Manchen schon Allergien auslöst auch eine
Philosophie der Ruhe und Gelassenheit

Versteckt in einem ironischen Briefroman
Kann der Leser hier zu sich reisen bei
Der Reise um Karrs fiktiven Garten wie
Eine Meditation der Zufriedenheit pflegen

Wollte dieses Buch nie zur Pflichtlektüre
Für widerwillige Schüler machen dennoch
Sollten es möglichst viele noch lesen um
Ein besseres Leben führen zu können

Der Geist dieses Buches lässt sowohl
Die Langsamkeit entdecken wie es auch
Eine Apologie der nahen Schönheit ist
Die immer einer Entdeckung wert bleibt

jens tuengerthal 26.5.24