Freitag, 31. Juli 2026

Lektürentagebuch 31.7.26

Lektürentagebuch 31.7.26

Noch in der Nacht und am Morgen
Ein wenig Harry Graf Kessler in den
Erinnerungen eines Europäers über
Seine Zeit in Leipzig gelesen

Nach dem längerem Klatsch über
Die Prinzen des sächsischen Hofes 
Welche aus taktischen Gründen in 
Leipzig studierten und wie er diese

Von der Kneipe bei den Canitzern
Mit genug Anstand nach Hause
Auch brachte ging es wieder um
Geistig bedeutendere Dinge

Wobei Harrys Blick auf die Prinzen 
Wie die weltferne des ganzen Hauses
Sachsen viel zum Verständnis beiträgt
Warum die Epoche untergehen muss

Klarer wird ihm dies schließlich in den
Philosophischen Vorlesungen bei 
Wundt der ihnen einen geistigen Blick
Über ihre Epoche hinaus noch gibt

Sehr spannend wird es als Harry von
Seiner Entdeckung von Nietzsche der
Damals aktuell und neu war noch im
Benachbarten Weimar dämmerte

Wie er Nietzsche und den Ausblick
Über die Epoche nutzt um einen
Abgesang auf diese anzustimmen
Weil er spürt die Zeit geht vorbei 

Passend noch die etwas tragische 
Anekdote um den Freund der aus
Weniger wohlhabenden Verhältnissen
Stammt und dessen käufliche Liebste

Am Ende hat dieser sie die ihre ganze
Familie mit ihrer Schönheit ernährt 
Wie ganz offen darüber sprach wohl
Erschossen und sich beinahe getötet

Was auch immer die Gründe sonst
Für dieses gewöhnlich tragische Ende
Waren passt es für Harry auch zum
Geist dieser Epoche einfach zu gut 

Das 18. Jahrhundert der Aufklärung
Wie des kritischen Geistes war am
Anfang schon mit der Romantik ins 
Schlingern geraten und schwankte 

Wilhelm I der für seine Mutter noch
Schwärmte war ein Sohn der zum
Romantischen Denkmal erhobenen 
Königin Luise noch gewesen

Dieser Mecklenburger Prinzessin
In Darmstadt vom späteren FW III 
Getroffen mit Liebe gewählt wie
Lange und tragisch betrauert

Nun regierte mit Wilhelm II der
Enkel von Wilhelm I der eine neue
Epoche mit alten Mitteln einläutete
Im nach 1871 neu gebildeten Reich

Industrialisierung und Automatisierung
Hatten die Welt rasant verändert nun
Gab es Automobile statt Kutschen 
Das Licht wurde elektrisch plötzlich

Vom Geist Kants zu Nietzsche ist der
Religiösen Initiation ähnlich was viele
Vom Genie fasziniert lange nicht mehr
Bemerkten bis heute spannend ist

War ein Heidegger in Nachfolge ein
Immer katholischer Bauer nur der sich
Der nietzschen Intuition auf die
Schwäbische Art Hegels unterwarf

Es bleiben diese Fragen bis heute
Noch spannend auch im längst schon
Laizistischen Europa in dem noch die
Verantwortung vor Gott der Präambel 

Des Grundgesetzes also nicht die
Nötige Vernunft sondern der alberne
Aberglauben eingeschrieben steht
Viele unvernünftig Orientierung noch

Suchen statt kritisch zu denken weil
Sie Aufklärung für dialektisch hielten 
Statt das religiöse Element auch im 
Nationalsozialismus bloß zu legen

Davon weiß Kessler natürlich nichts
Der seine Erinnerungen Anfang der
Dreißiger schrieb und 1937 im Exil
In Frankreich starb inzwischen arm 

Aber wie er diesen sich wandelnden
Geist erfasst der später auch im
Zauberberg literarisch wurde ist
Genial und lohnend zu lesen

jens tuengerthal 31.7.26

Vernunftpolitik

Vernunftpolitik

Eine vernünftige Politik kümmert sich
Um Ressourcen und Perspektiven für 
Die Menschen unter diesen zu leben
Dabei folgt sie dem ganz natürlichen 
Bedürfnis jedes Menschen es damit
So gut wie möglich zu haben und was
Bleibt möglichst zu genießen was also
Eine vernünftige logisch ökologische
Politik ohne Dogmen und Vorurteile 
Wäre die sich an den ganz natürlichen
Bedürfnissen der Menschen orientiert 
Es geht dabei weder um Aberglauben
Noch um irgendeine Ideologie allein
Pragmatische Bedürfnisse der dort
Lebenden Menschen sollen so
Von der Leitung der Verwaltung auf
Effektive Art befriedigt werden denn 
Nichts als Leitung der Verwaltung
Ist Politik konzentrieren wir uns darauf
Wird es meist ziemlich vernünftig
Landet politisch immer in der Mitte
Sucht gute Kompromisse statt es
Denen da oben mal zeigen zu wollen
Oder gegen einzelne zu hetzen
Wer so etwas wählt hat also die
Demokratie so wenig wie den Staat
Je verstanden was im Osten wohl
Fast die Hälfte der Wähler betrifft
Was am Bildungssystem wie der 
Politischen Bildung zweifeln lässt 
Sicher ein Erbe der DDR auch ist 
Des totalitären Staates mit den
Sozialfaschistischen Elementen
Was einige bis heute leugnen 
Nicht ein Viertel der Bevölkerung
Ist heute rechtsradikal geworden
Aber die Quittung der gefährlichen
Ideologischen Politik vom Merz vor
Der Wahl und sein reales völliges 
Versagen in kooperativer Führung
Weil er einfach zu alt schon ist hat
Viele schlichte Gemüter trotzig nun
Gemacht die jene wählen die keine
Lösung bieten aber den Konflikt
Noch weiter verstärken dafür
Biedert sich die Antifa der Linken an
Damit den Erben der SED die einst
Den antifaschistischen Schutzwall
Bauten was keiner vergessen sollte
Der zur totalitären Relativierung
Nicht nur freundlich nicken will 
Vernunftpolitik verwaltet bloß
Steht stabil in der Mitte statt
Zu Extremen zu schwanken 
Davon bräuchten wir dringend mehr
Einfach machen wie Merkel statt
Ständig nur nörgeln wie Merz der
Nicht merkt wie er alles falsch macht
Was Leitung der Verwaltung heißt
Ein kurzsichtiger Ideologe nur ist 
Doch nun braucht es dringend
Vernunftpolitik für eine starke Mitte 

jens tuengerthal 31.7.26

Exklavensturm

Exklavensturm 

Nach dem Ansturm auf die spanische
Exklave in Nordafrika ist der größere 
Teil schon wieder abgezogen was 
Nach viel Lärm um Nichts mehr klingt
Als nach einer ernsthaften Gefahr für
Europäische Sicherheit und Stabilität
Über Social Media soll der Ansturm
Ausgelöst worden sein was keinen 
Größer verwundern wird der die
Soziale Wirkung der Netzwerke kennt 
Das ist normal und ohne alle Hysterie
Wie sie die italienische Faschistin
Oder die deutsche CSU anschlug
Vor Ort lösbar und dazu braucht es
Keine Grenzschließungen sondern 
Langfristige Perspektiven für die
Menschen vor Ort wer Mauern baut
Wird nur mit mehr Druck erstürmt
Naiv ist wer das Risiko für den 
Sozialen Frieden hier übersieht
Warum Merkel nach dem großen 
Ansturm hier nach Afrika fuhr um
Dort langfristige Lösungen zu bieten
Hat wer Merz dort schon gesehen
Stattdessen will die CSU lieber die
Grenzen schließen und damit den
Druck ohne Lösung weiter zu erhöhen
Deutsche Grenzen zu Afrika gibt es
Seit 1918 glücklicherweise nicht mehr
Europa ist eine Exklave des Reichtum
Der durch Ausbeutung der Armen zu
Kolonialen Zeiten angehäuft wurde
Natürlich sind hierzu nicht unbegrenzt 
Flüchtlinge dieser Armut integrierbar
Aber es braucht Perspektiven für die
Menschen vor Ort damit sie bleiben
Zäune hier erhöhen nur den Druck
Auf und in unserer Gesellschaft der
Unfähige Dilletanten die laut brüllen 
An die Macht bringt was meist nur 
Kriege zur Folge hat warum es nun
Nötig ist diesen Ländern auch über
Den Ausbau alternativer Energien
Eine langfristige Perspektive zu geben
Bildung schützt vor Radikalisierung 
Exklaven als Überbleibsel der einst 
Kolonien sollten wir endlich alle
Aufgeben sie sind nur Geschichte
Nordafrika war Teil des großen
Römischen Reichs besser wäre es
Heute ein Teil Europas mit einer
Perspektive für seine Bewohner alle
Dies wäre ein Sieg des europäischen
Laizismus der ihm würdig wäre
Mauern werden es nie sein die
Erhöhen nur den Druck auf uns 

jens tuengerthal 31.7.26

Donnerstag, 30. Juli 2026

Lektürentagebuch 30.7.26

Lektürentagebuch 30.7.26

In der Nacht bis zum frühen Morgen
Noch Stephen Greenblatts sich 
Zum Agententhriller wandelnde
Dunkle Renaissance gelesen

Die dreißig Seiten von Kapitel 7
Unter dem Titel Anwerbung waren
So fesselnd dass ich nicht einfach
Aufhören konnte oder einschlief 

Es ging um die vermutliche oder
Mögliche Tätigkeit von Marlowe für
Den Geheimdienst von Walsingham
Der auch dem Kronrat angehörte

Dieser hatte mit einem dringlichen 
Schreiben dafür gesorgt dass der
Zu oft fehlende Christopher Marlowe 
Doch seinen Magister noch erhielt

Viel sicherere Informationen gibt es
Dazu wie zu Marlowe überhaupt nicht
Warum Greenblatt dafür bekannte
Geschichten gut neu erzählt

Es geht dabei auch um den ganz
Berühmten Konflikt zwischen den
Cousinen Maria Stuart und der
Queen Elizabeth I Tudor noch

Wie Elizabeth die Königin von
Schottland als gekröntes Haupt
Noch lange schonte bis Walsingham
Durch geschmuggelte Briefe seiner 

Spione unter den Katholiken von
Denen Marlowe wohl einer war
Warum er sich auch in Frankreich
Wohl länger noch aufhielt

Nachwies dass Maria und ihre 
Kumpane Elizabeth töten wollten 
Es eine Verschwörung dazu gab 
Die Maria dann den Kopf kostete

Es war diese Tätigkeit für Elizabeth 
Wie die Anglikaner in England auch
Lebenswichtig seit der Bartholomäus
Nacht wie der Order des Papstes

Die Elizabeth exkommunizierte
Wie den Gehorsam ihr gegenüber als
Sünde unter die gleiche Strafe stellte 
Für Katholiken wurde es dramatisch

Entweder sie sündigten gegen ihren 
Glauben oder gegen die Königin 
Beides war mit Todesstrafe bedroht
Egal was sie taten sündigten sie also

In dieser aufgeheizten Atmosphäre
Kam dem Geheimdienst eine quasi
Lebensrettende Funktion zu außer
Du warst katholisch und papsttreu

Die geschickten Techniker von
Walsingham haben dazu sowohl
Die Siegel geöffnet wie auch die
Geheimschrift dort entschlüsselt

Zu was Menschen im Kampf um
Macht wie Aberglaube fähig sind
Ist immer wieder erstaunlich auch
Das Umfeld der Queen fasziniert 

Zu Elizabeth und Maria ist schon
Viel geschrieben und spekuliert
Worden von europäischem Gewicht
Aufgrund der verknüpften Kronen 

Hier spielen Frankreich Spanien wie
Das Reich ihre Rolle zwischen den 
Sich feindlich gesinnten Parteien 
Mord und schlimmeres drohte stets

Philipp II schickte seine Armada gen
England welche diese erfolgreich
Unter Nutzung des Wetters auch
Zwar unterlegen doch versenkten

In diesen aufregenden Zeiten als
In Frankreich Henri Quatre regierte
Elizabeth mit Montaigne schrieb 
Radikale Gläubige gern töteten

Wird Marlowe zum Mitarbeiter des
Geheimdienstes seiner Majestät
Der bereits so bedeutend ist dass 
Die Universität Cambridge vom

Kronrat mit Walsingham bereits die
Sehr deutliche Weisung erhält dem 
Für die Krone wichtigen Marlowe trotz
Fehlzeiten den Magister zu geben

Die Geschichte um Marlowe wurde
Von schwuler Literaturgeschichte 
Zum aufregenden Agententhriller im
Europa im Umbruch der Renaissance 

Wie Greenblatt hier ganz nebenbei
Die Verbindungslinien zieht die geistig
Noch weiter reichen als hier gestriffen
Ist von Neugier weckender Eleganz 

Da taucht Montaigne auf der mit der
Klugen Elizabeth korrespondierte wie
Henri dem Paris eine Messe wert war 
Katharina von Medici schwebt vorbei

Mitten darunter Christopher Marlowe
Das vermutlich schwule Genie was 
Literatur neu dachte als Spion im
Dienste ihrer Majestät bedeutend 

Eine schon ziemlich verrückte und
Kulturhistorisch hoch spannende
Geschichte um das Europa in der
Renaissance zwischen Religionen


Wenn schon Englische Renaissance
Dann auch wirklich in die Quellen
Stürzen dachte ich und nahm den
Wunderbaren Band von Galliani

Diese von Manfred Pfister zusätzlich
Kommentierte Ausgabe kam schon
Im Winter in meine Sammlung aber
Passte gerade ideal zum Thema

Las in sechs Texten von Marlowe
Von Tamberlin ein Liebesgedicht
Zum Juden von Malta ist es spannend
Ihn im Original nun auch zu lesen

Es rundeten diese Texte den Eindruck
Vom hochbegabten Geheimagenten
Weiter ab der auch mit Versen nach
Ganz eigenem Maß zaubern konnte 

Der im gleichen Jahr wie der heute 
Viel bekanntere Shakespeare noch
Geborene Marlowe ist berühmt für
Skandale und Atheismus war aber

Wesentlich gebildeter einflussreicher
Wie intellektuell bedeutender als
Shakespeare es je wurde spielt mit
Philosophischen Fragen elegant

Shakespeare ist gut und sehr nett
Marlowe ist genial und mutig wagt
Auszusprechen woran keiner rührt
Wie albern aller Aberglaube ist

Auch darum natürlich gefällt mir der 
So jung gestorbene Brite der keine
Dreißig werden durfte so sehr er
Lacht über lächerlichen Aberglauben

Das fürchtet das Volk was noch naiv
Am alten Glauben hängt wie der Adel
Dessen Privilegien nur Aberglaube
An Überlegenheit noch begründet

Ob das Volk reif schon ist ganz frei
Also ohne Götter zu leben mögen 
Die nach mir irgendwann entscheiden
Zumindest behandle ich sie als ob 

Unsere Reihe lächelnder Atheisten 
Die von Epikur über Lukrez Montaigne 
Machiavelli zu Friedrich dem Großen 
Kant und Stirner reicht endet so nie 


Noch ein wenig auf einer Bank im
Park am Platz vor meiner Tür in den
Erinnerungen eines Europäers von 
Harry Graf Kessler gelesen

Im Schatten gegen neun war es 
Schon wieder auszuhalten und der
Student Harry erzählt wie er nach
Leipzig wechselte um dort noch

Einige besondere Professoren zu
Hören Brentano in Nationalökonomie 
Wundt in Psychologie und Springer in 
Kunstgeschichte waren entscheidend

Er nahm auch sogleich Kontakt zu
Den Canitzern auf einer Verbindung
Von Adeligen die nicht schlagend war
Bei denen er sich gleich wohl fühlte 

Die Studenten kamen vielfach von
Ostelbischen Gütern aber waren 
Sparsamer und haushalteten darum
Besser als die Preußen in Bonn

Es würden dort die guten künftigen 
Beamten ausgebildet meint Harry
Fühlt sich wohl aber meint es wäre
Alles etwas bescheidener dort 

Die Canitzer hätten auch sehr gute 
Beziehungen zur Regierung auf die
Sie sich viel anrechneten warum die
Mitgliedschaft der Karriere gut tat

Auch tanzten die Leipziger Damen
Lieber mit Canitzern als mit Leutnants
Die Canitzer nannten sich nach dem
Bürgerlichen Namen ihres Wirtes

Bevor es ganz dunkel wurde las ich
Noch die Geschichte von den dort 
Ihr Studium beginnenden sächsischen
Prinzen die sehr bodenständig waren

Die Canitzer dagegen waren eher
Der Meinung der Adel sei besser und
Werde darum mit Grund bevorzugt
Was Harry distanziert nur bemerkt

jens tuengerthal 30.7.26

Klimawetter

Klimawetter 

Es ist Unsinn aus dem
Zufälligen Wetter auf das
Klima schließen zu wollen
Noch dümmer ist nur wer
Meint es wäre früher auch
Schon mal warm gewesen
Um Veränderung zu leugnen
Leider ist die Zahl derer die
So schlicht denken unter 
Den Bewohnern der früher
Sowjetisch Besetzten Zone 
Genannt SBZ oder DDR
Verhältnismäßig höher ob
Das am gerne gelobten so
Guten Bildungssystem der
Ex DDR liegt ist so unklar
Wie ob sie es wirklich glauben
Oder es halt Ossi Trotz ist
Der sich auch in Wahlen zeigt
Intelligent wirkt beides nicht
Aber was will ein Bildungsbürger
Auch nach vierzig Jahren der
Diktatur des Proletariats erwarten
So wenig wie vom Klimawetter 
Früher war ohnehin alles besser
Das Wetter und das Klima auch 
Untereinander warum es noch
Mehr von allem gab außer
Bananen natürlich

jens tuengerthal 30.7.26

Liebeserfüllung

Liebeserfüllung

Wann tritt Liebeserfüllung ein
Wenn mit einer oder einem alles
Perfekt ist und passt oder wenn
Was entscheidend sich anfühlt
Miteinander zumindest manchmal
Relativ gut irgendwie meist bleibt
Braucht Liebe den Superlativ mit
Allem inklusive oder genügt eine
Akzeptable Schnittmenge schon
Von Erfüllung zu reden überlege ich
Und tendiere vom Gefühl her eher
Dazu mit weniger zufrieden zu sein
Was so miteinander mehr sein kann
Die Liebste ist leider verheiratet und
Eine Hälfte des Jahres weit weg
Könnte ein relatives Hindernis sein
Hat aber riesige Vorteile und erspart
Vieles was sonst immer auch stresst 
Keine Beziehung zu haben aber sich 
Innig zu lieben ist für manche völlig
Unmöglich finde es eher befreiend
Habe kein Rezept für die eine alles 
Erfüllende Liebe aber finde einen
Bescheidenen Kompromiss meist
In viel mehr erfüllend als das nie 
Erreichbare Ideal um dafür lieber
Viele glückliche Momente noch
Auf diese oder jene Art zu teilen
Erfüllend ist eine Liebe die gut tut
Im übrigen muss die Liebe nichts
Aber wir können sie genießen

jens tuengerthal 30.7.26

Erdüberlastungstag

Erdüberlastungstag

Heute ist der Erdüberlastungstag
Damit haben wir bereits alle noch
Erneuerbaren Ressourcen verbraucht
In Deutschland war es bereits im Mai

Seitdem leben wir noch über unsere
Verhältnisse wir verbrauchen die
Ressourcen der Natur 73% schneller
Als diese sich wieder erholen können 

Wir leben statistisch betrachtet so
Als hätten wir 1,7 Erden noch zur
Verfügung und die Reichsten Länder
Wie Menschen brauchen am meisten

Hätten alle Menschen noch einen 
Lebensstandard wie Deutschland 
Bräuchte es drei Erden dem noch
Genüge zu tun was bedeutet wir

Leben nicht nur auf Pump sondern
Zu Lasten anderer und immer noch
Schwadroniert der Kanzler vom 
Wachstum er kann nicht rechnen 

Es ist die Aufgabe von jedem von uns
Den ökologischen Fingerabdruck so
Klein wie irgend möglich zu halten 
Ab jetzt ist Nichtstun angesagt

Also keine Reisen keine Flüge keine 
Vermeidbare Autofahrt mehr wenn wir
Verantwortung übernehmen wollen 
Was eher zweifelhaft erscheint

So wird dieser Tag vergehen wie alle
Tage wir werden weiter versiegeln
Wie uns vermehren und reisen weil 
Die Menschheit schlicht asozial ist

Mehr fällt mir zu diesem Tag nicht ein
Außer dass es Zeit für eine Pause ist
Bis zum Ende des Jahres einfach
Zeit zur Erholung nun allem lassen

jens tuengerthal 30.7.26

Mittwoch, 29. Juli 2026

Lektürentagebuch 29.7.26

Lektürentagebuch 29.7.26

Heute morgen noch bis gegen sechs
Harry Graf Kessler aus Erinnerungen 
Eines Europäers gelesen wo es um
Das Studentenleben in Bonn ging

Hier plaudert Harry nett über seine
Kreise in denen er sich bewegte wie
Die Dame von Norderney mit der er 
Tanzte und sich amüsierte dabei

Er meint dann sie hätte ja vielleicht
Mehr werden können als eine nur 
Kleine Studentenliebe wäre da nicht
Die Erinnerung an Paris noch in ihm

Ausführlich erzählt er von aber vom
Besuch im Corps Borussia in Bonn 
Die ihn keilten wie die Einladung dort
Heißt zur bierseligen Versammlung 

Deren studentische Regeln beim
Biertrinken beschreibt er detailliert
Von den Farben schwarz-weiß gut
Preußisch natürlich bis zu den dort

Versammelten Adeligen und Titeln 
Dankbar war er seinem Vater der
Ihm strengstens verboten hatte 
Dort jemals Mitglied zu werden 

Weiß nicht ob das typisch für kluge 
Bankdirektoren ist jedenfalls habe ich
Ähnliches bei einer junkerlichen sehr
Bekannten Familie auch erlebt

Er besucht sie auf dem Haus
Beschreibt ihren Bier Comment
Wie andere Regeln dieser sich
Schlagenden lächerlichen Bünde

Dabei enthält er sich weitestgehend 
Jeder Wertung die Heinrich Mann
Schon platt genug im Untertan abgab
Es hat sich daran bis jetzt wenig

Wenn überhaupt je etwas geändert
Kenne diese Vereine aus Heidelberg
Auch meine Eltern waren in einer aber
Immerhin gemischten Turnverbindung 

Da sie sich dort kennenlernten wo
Schon ihre Väter und Vorfahren sonst
Auch waren enthalte ich mich dazu
Als infolge gezeugter jeder Wertung 

Harry wird von einem noch zu einem
Albernen Duell gefordert was keinem
Wirklich gefiel aber am Ende nie mehr 
Stattfand da der andere verunglückte

Ob das schon Glück im Unglück ist
Sei hier dahingestellt zumindest kann
Harry es nicht unterlassen vorher
Zu erzählen wie er diesen noch

Beim Trinken nach Regeln unter 
Den Tisch trank wonach dieser
Ihn noch in der Kutsche nach Hause
Fuhr und beide verunglückten

Ob die geplante Trunkenheitsfahrt ein
Versuchter Doppelsuizid war kann 
Hier dahinstehen aber beschreibt den
Geist dieser Corps sehr deutlich 

Sie saufen reden von Ehre und
Adel und sind stolz auf ihren großen
Einfluss in der Politik und haben
Die Hohenzollern dort hängen 

Zumindest jene die Mitglied waren
Wie Wilhelm II der seinem Corps
Zu Bonn noch ein Bild von seinem 
Großvater Wilhelm I dazu schenkte 

Gemeinsam besaufen nach Regeln
Kameradschaft und Erziehung alles
Was sich Eltern für Kinder wünschen
Noch dazu ganz traditionell edel

Die Butzenscheiben im großen
Saal der Besäufnisse trugen die
Wappen der einzelnen Mitglieder
Bekannte ostelbische Namen darunter

Diese Organisationen die noch immer
Etwa in Heidelberg Leute keilen die
Dafür günstig wohnen können sind
So fragwürdig wie lächerlich dennoch

War ich auf einigen Festen dort oder
Auf den etwas im Schloss oder dem
Schwetzinger Schloss veranstalteten
Bällen die mich eher langweilten noch

Zum Glück war ich im Studium schon
Lange in der Loge da war der eher 
Bierselige Vorläufer für mich nie eine
Verführung die Damen dort schon

Dafür haben wir im Studium dann den
Stammtisch anonymer Akademiker 
Gegründet der sich Farben tragend
Ironischer Trinkregeln dazu gab 

Da ich Bier nie sonderlich möchte
Noch in rauhen Mengen vertrug
Waren diese Spiele für mich eher
Intellektuell als Flaneur spannend

Die Logenbrüder dagegen zogen
Auch rituell immer Wein vor was mir 
Vom Wesen immer näher lag als dies 
Germanische Hopfengebräu je kam

Neben den Corpsstudenten lernt 
Harry auch zivile kultiviertere
Verbindungen von Menschen nach
Region oder Geist kennen

Dabei kam es zum großen Konflikt
Zwischen dem Zentrum der früher
Katholischen Partei und Katholiken
Die den Kurs Bismarcks vertraten

Er stand als Protestant völlig daneben
Musste keine Partei ergreifen konnte 
Zwischen beiden Seiten vermitteln
Was ihm persönlich gut gefiel

Der damalige Kulturkampf spaltete
Die Familien und wurde im Rheinland
Ganz erbittert geführt aber er durfte 
Sich ganz gelassen enthalten 

Kessler erzählt von den Besuchen
Auf den umliegenden Gütern und
Burgen die er unternahm und was 
Für Menschen er dabei traf 

Eine romantische Rheingeschichte
Mit Bootstour Gesang einer Diva die 
Polnisch oder russisch war und mit
Den jüngeren Herren herrlich spielte 

Gibt es auch noch um dieses erste
Studienkapitel gebührend im Geist
Der deutschen Romantik enden zu
Lassen was zu Bonn gut passt

Auf einige Seiten noch eingetaucht
Bei Ricarda Huch im so ironischen
Lebelauf des Wonnebald Pück der
Heute um Lux und Liebe ging

Nachdem Wonnebald damit leider
Keinen Erfolg hatte etwas zu erfahren
Was den Störer der Alraune verfluchte
Oder zumindest künftig abhielt

Erzählt sie Lando davon und dabei
Kommen sich ihre Münder näher und
Sie versinken umschlungen im Kuss 
Worauf sie sich bald noch zu mehr

Nächtlichen Treffen verabreden wenn 
Die Kinder schlafen und Lando gleich
Sobald seine Mutter tot oder gesund 
Die schöne Lux nun heiraten will

Der Bischof von Geldsorgen gequält 
Trifft sich wieder mit seiner Geliebten
Der Vorsteherin des Damenstiftes die
Ihre Damen stets moralisch so quält

Durch welchen Zufall der Natur auch
Immer wird Hermenegilde plötzlich
Schwanger was den Bischof entsetzt
Der die Kosten fürchtet sie aber dafür 

Selig strahlen lässt worauf er sich
Nicht mehr traut zu sagen sie solle 
Es doch besser wegmachen lassen
Was er zuerst vorsichtig versuchte

Seine Geldnot wird damit immer
Größer und er beschließt es mit
Beten in seiner Kirche zu versuchen
Vielleicht hätte Gott ja ein Einsehen 

Bei dem Gebet in einer kleinen
Seitenkapelle entdeckt er eine
Heiligenfigur mit einer Krone aus
Edelsteinen die er an sich nimmt

Wieder will er Lux losschicken um
Die Steine in der Nachbarstadt zu
Versetzen die ihm alle Sorgen für 
Die nächste Zeit nehmen würden

Dieser wunderbare Spott über den
Bischof und seine Kirche die vor
Reichtum überquillt wie der steten
Relativität des Gewissens infolge

Getragen von feiner Ironie die diese
Geschichte über alle Untiefen trägt
Ein wenig Blindheit der Liebe naht
Die nächste Katastrophe sicher

jens tuengerthal 29.7.26

Frauenführung

Frauenführung


Frauen führen anders als Männer
Die gerne den starken Max markieren 
Sie sind indirekter und oft subtiler
Eher kooperativ als einsame Wölfe 

Deutschland hat sich in vielen Jahren
Unter Merkel positiv verändert sogar
Die konservative CDU wurde plötzlich
Kooperativ und zur Mitte orientiert

Merz versuchte dagegen wieder den
Altherrenstil autoritärer Führung die
Sagt wo es langgeht zu etablieren und
Scheitert schon in seiner Partei klar

Ob er das noch begreifen kann oder
Nur den Deckel fest hält bis zur Wahl
In den Ländern ist entscheidend aber
Auch schon wieder relativ egal wie er 

Merz und sein Stil ist Geschichte
Der verzweifelte Versuch Verstorbene
Zum letzten Gefecht zu reanimieren
Das ausgeht wie Neuers Rückkehr

Die Reaktion der DFB war den jungen
Trainer teuer zu feuern um dafür den
Älteren Kumpel populistisch zu feiern 
Der dessen Ende schon vorhersagte

Ob Klopp nun öffentlich mit Müller
Über Merz Ende witzeln muss damit
Dieser es merkt und freiwillig geht
Bin ich nicht sicher aber fürchte es

Kann Jürgen der neue Bundesberti
Auch Kanzler oder brauchen wir nicht
Dringender eine Bundeskanzlerin den
Postnationalen Tanker zu steuern

Überlege wer es werden könnte 
Denke mit Grauen an die Weinkönigin 
Aber besser die als Friederich der
War schon bei Willem ein Wüterich

jens tuengerthal 29.7.26