Samstag, 4. April 2026

Liebesgedanken

Liebesgedanken 

Gedanken voller Liebe
An die Liebste sind etwas
Ganz wunderbares denke ich
In Gedanken ihr dann ganz nah

Doch kann ich Liebe wirklich
Denken oder eher nur fühlen
Sind Liebesgedanken also eher
Unmöglich weil es um Gefühl geht

Doch lehrte uns Descartes schon
Cogito ergo sum ich denke also
Bin ich was unser Sein betrifft
Nur gilt dies auch für Gefühle

Sich seiner Liebe zweifellos
Voller Gefühl sicher sein könnte
Beides wieder vereinen womit
Liebesgedanken logisch wären 

Ob damit auch die Liebe logisch
Wird oder sich das ausschließt
Kann dahinstehen wenn wir damit
Glücklich sind uns sicher zu sein

Am Ende genügt es also wenn
Liebesgedanken wunderbar sind
Sie als Wirklichkeit zu pflegen um
Zu genießen was ist was es ist

jens tuengerthal 4.4.26

Karriesling

Karriesling

Auch zum Karfreitag wieder im
Crossroads und kaum hatte ich
Tino nachträglich gratuliert und
Selma und ihren Freund begrüßt

Stellte Selma schon den guten
Rheingauer Riesling an meinen 
Stammplatz in der Flaneurloge
In der mäßig gefüllten Bar

Unten noch zwei Herren an der Theke
Ein Paar am Stehtisch aber Tino und
Selma ersetzen die Menge engagiert
Oben noch ein Paar und eine Gruppe

Darunter einige sehr attraktive Damen
Wie ich bei ihrem Abschied bemerke 
Eine darin weniger auffällige Asiatin 
Redet auf englisch auf ihren Typ ein

An der Bar ersetzte inzwischen ein
Stammgast zwei andere ist nach
Erster Unterhaltung in die Karte 
Vertieft und Selma balanciert vorbei

Tino schüttelt wieder gekonnt mit
Viel Liebe die Musik dazu steigert
Sich langsam passend sogar aber
Bleibt sonst eher unauffällig

jens tuengerthal 4.4.26

Freitag, 3. April 2026

Lektürentagebuch 1.-3.4.26

Lektürentagebuch 1.-3.4.26

Lese momentan meist mich was
Manchmal amüsant sein kann
Zumindest ein Ritt durch das
Jahrhundert mit der Familie ist

Über ein Buch dass es noch nicht
Gibt und das weiß nicht wann
Vielleicht erscheinen wird vorher
Viel zu reden wäre eher unsinnig

Bin teilweise in Mecklenburg dazu 
Im Kopf und meist in Familie dabei
Erfinde viel und amüsiere mich falls
Sich jemand fragt wo der Flaneur ist

Es wächst und gedeiht und statt
Ostern in Familie verbringe ich
Die Zeit mit meiner literarischen
Familie die nur reale Vorbilder hat

Im Kaiserreich noch bei den
Großeltern und Urgroßeltern
Begonnen inzwischen bis zur
Großem Inflation gekommen

Neues gewagt um den großen
Rahmen der Geschichte durch
Die Geschichte in der Geschichte
Ein wenig zu sprengen lache ich

Manchmal denke ich vielleicht
Sollte es erst nach mir kommen 
Oder noch besser anonym um
Der Phantasie Raum zu lassen

Danke schon jetzt voller Vergnügen
Allen Teilnehmern für ihren Beitrag
Zum bürgerlichen Familienroman
Der gerne ganz bedeutend tut

jens tuengerthal 3.4.26

Pausenpause

Pausenpause 

Ein Dichter der nicht dichtet
Ist wohl nicht ganz dicht 
Warum es gut sein kann
Pause von der Pause 
Zu machen wenn genug
Gelesen am Tag auch
Wenn unklar ist was
Wem wann wo wie
Genug ist ist genug
Was noch gut tut
Alles andere wäre
Zuviel was nie gut tut
Warum weniger nichts
Zumindest etwas ist
Bei Gelegenheit

jens tuengerthal 3.4.26

Donnerstag, 2. April 2026

Liebeskünstler

Liebeskünstler

Vor 300 Jahren am 3. April 1725 also
Wurde in Venedig der berühmte
Giacomo Girolamo Casanova 
Geboren dem hier gedacht sei

Der Venezianer der vor allem durch
Seine zahlreichen Liebesabenteuer
Berühmt wurde auch wenn er in
Seinen Erinnerungen nur von 116

Damen erzählt wird angenommen
Dass es noch einige gab die darin
Ungenannt blieben weil diese für 
Ein Leben überschaubare Zahl

Einer nach Rekorden strebenden 
Gesellschaft viel zu niedrig schien 
Auch der Autor dieser Zeilen hält 
Sie für eher untertrieben vermutlich

Doch kommt es hier weniger auf
Zahlen und Rekorde an als das
Was diesen Mann so besonders 
Machte im Verhältnis zu Frauen

Es gäbe über den Logenbruder
Der in Lyon in den Grand Orient 
Eingeweiht wurde der auch noch
Die erste Lotterie in Paris erfand

Aus den berüchtigten Bleikammern
In Venedig nach 15 Monaten Haft 
Ohne Urteil oder Begründung mit
Großem Mut abenteuerlich ausbrach

Durch ganz Europa reiste dessen
Herrscher wie die Huren traf auch
Philosoph promovierter Jurist wie
Chemiker Bibliothekar Dichter war

Noch viele Geschichten zu erzählen 
Bei denen seine Versuche auch als
Alchemist eine kleinere Rolle spielen
Als der immer Geist der Aufklärung

Doch sei sich zum Jubiläum hier 
Vor allem der Liebeskunst gewidmet 
Casanova war kein Vielfraß also kein
Gourmand sondern ein Gourmet

Er widmete sich seinen Frauen mit
Liebe und viel Gefühl für die Lust
Sammelte nicht Frauen sondern
Machte sie zu Königinnen zumindest

Für den geteilten Moment der Lust
Widmete sich ihnen die er verehrte
Mit Hingebung und Liebe was ihn 
Zu einem großen Liebhaber machte 

Die Kunst eine Frau zu lieben für 
Das was sie als Frau ist und was 
Jeden Moment so besonders macht
In dem wir ihre Nähe genießen dürfen 

Einer Frau das Gefühl zu geben
Genau sie werde gewollt und darum
Begehrt und verehrt ist die Kunst
Welche Casanova beherrschte

Es ging dem Meister der Verführung
Nie darum eine Frau rumzukriegen
Sondern die geteilte Zeit als Glück
Mit Liebe und Lust zu genießen

Der Frauen liebende Casanova ist
Weniger Eroberer als ein Verwöhner
Der seinen Geliebten das Gefühl
Schenkte darum liebenswert zu sein

Das ist was die Lektüre seiner
Erinnerungen heute noch lesenswert 
Wie wichtig macht weil sie die Kunst
Eine Frau zu lieben gefühlvoll lehren

Casanova hatte nicht viele Frauen
Sondern schenkte sich einigen um
So beide Seiten glücklich zu machen 
Es ist eine Liebe die sich schenkt

Wenn es einen Grund gibt auch noch 
Nach 300 Jahren Casanova zu ehren 
Wie von ihm zu lernen ist es diese 
Kunst Frauen wirklich zu lieben

jens tuengerthal 2.4.26

Mittwoch, 1. April 2026

Lyrische Pause

Lyrische Pause 

Die Verse pausieren nun für
Einige Wochen oder Monate
Den Roman zu vollenden also
Tiefer in Prosa zu tauchen die
Geliebten Leserinnen und alle
Sonst finden die bisher über
19.000 Verse am üblichen Ort
Auf bald meine Lieben alle
Der Dichter und Flaneur ist
Zeitweise im Reich von
Dichtung und Wahrheit
Allein unterwegs

jens tuengerthal 1.4.26

Dienstag, 31. März 2026

Lektürentagebuch 31.3.26

Lektürentagebuch 31.3.26

In der Nacht noch ein wenig mit
Kurt Tucholsky amüsiert über 
Der Kontrollierte eine kleine Glosse
Von der Fahrkartenkontrolle 

Wie der uniformierte Herr in der
Bahn höflich korrekt um das
Vorzeigen der Fahrausweise hier
Sogar uniformiert noch bittet

Jeder kennt diese Szene im
Öffentlichen Nahverkehr wenn
Einer errötend noch selbigen 
In allen Taschen sucht den

Dann die bösen Blicke treffen
Wie kann der Asoziale nur der
Sich wohl mal wieder drücken 
Wollte geben sie ihm zu verstehen

Keine Solidarität mit dem Erwischten 
Eher Verneigung vor der Uniform
Die ja auf gut deutsch dabei nur
Ihre Pflicht wie leider nötig tut

Eine Kleinigkeit ein nur winziger 
Fahrschein wird ganz bedeutend
Macht erwachsene Menschen zu
Kindern oder sogar zu Aussätzigen 

Es errötet dunkel der erwischte 
Schwarzfahrer und leicht rosa
Die übrigen Fahrgäste vor lauter
Aufregung hier dabei zu sein

Froh dass es sie nicht erwischt
Eigentlich geben sie sich eher
Herablassend gegenüber dem
Dem Delinquenten in der Bahn

Solidarität kann hier keiner erwarten
Eher noch den Hass der anderen
Zu kurz gekommenen die sich mit
Dem Staat dennoch solidarisieren

Eine feine Beschreibung dieses fast
Alltäglichen Ereignisses im Verkehr
Der Städte soweit öffentlich was allen 
Passieren kann aber keiner versteht


Weiter nun in der Verfeinerung der
Deutschen über Luthers hysterische
Kampfschrift an den christlichen Adel 
Deutscher Nation welche eine völlig 

Seltsame Mischung aus deutschem 
Patriotismus, radikaler Kirchenreform
Und Kulturpessimismus dazu war die
Zivilisation wie Humanismus aufgab

Eigentlich ging es Deutschland wie
Erwin Seitz schreibt nicht schlecht
Das Luther die elende Nation nannte 
Bis die Reformation kam und störte 

Was in von der Freiheit der Christen
Groß angekündigt wurde gab real nur
Den Fürsten mehr Macht um ihre
Diener in Gottes Namen zu knechten

Nach Luther sollte das gemeine Volk
Stolz darauf sein so anspruchslos zu
Sein wie seine kulturferne Vision die
Die Hochkultur grob erledigte

Nicht städtisch weltoffen und frei
Sondern provinziell rückständig und
Untertänig sollte das Volk werden
Statt Bildung kam das Christentum

Am Rande der Zivilisation wo sich
Luther in Wittenberg befand kam er
Nach Seitz auf manch vorsintflutliche
Ideen beschwor dabei bronzezeitliche

Ideale der Kultur noch nach der Bibel
Wie im ersten Buch Mose gezeigt
So sei die Erde vermaledeit und er
Sollte im Schweiße seines Angesichts

Sein Brot nur essen so hielt der
Doktor der Theologie in seiner aller
Körperlichen Arbeit fernen Stube
Die harte ländliche Arbeit hoch 

Bauern Handwerker Bürger sollten 
Helden der Arbeit und Entbehrung
Dabei werden und damit zufrieden
Gegen den Höllenfürsten gefeit sein

Die Fürsten zeigten sich dankbar
Für die Propaganda in den Schriften 
Nahmen sich gerne den vorher noch
Kirchenbesitz als dann ihre Sache 

Auch die Opposition gegen den noch
Katholischen Kaiser einte die Gruppe
Protestantischer Fürsten die gerne
Die Abgabe an den Papst einsparten

Über die Folgen des Partikularismus
Wurde 30 Jahre Krieg später geführt
Die toten Massen des Volkes hatten
Fürstlichen Egoismus auszubauen

Der Wunsch nach mehr Teilhabe auch 
Durch Bürger der Städte wurde darum
Moralisch gleich platt gewalzt obwohl
Die Schrift von der Freiheit für die

Christenmenschen die Bauern noch
Zu Aufständen quasi aufgewiegelte
Riet Luther den Fürsten sie alle
Besser gleich nieder zu machen

Infolge der Bauernaufstände wurden
Diese zu hunderttausenden noch
Für gerechte Forderungen von den 
Fürsten einfach niedergemetzelt 

Nach Seitz vergaloppierte sich Luther
Scheiterte ein freiheitlicher Ansatz am
Stärkeren Autoritätsspleen er fand nie
Aus den eigenen Paradoxien heraus

In der späten Schrift Von den Juden
Und ihren Lügen legt er der Obrigkeit
Ein fürchterliches Vorgehen nahe will 
Er Synagogen und Häuser anstecken 

Der kluge Erasmus von Rotterdam
Versuchte ihn zu besänftigen riet
Mit bescheidenem Anstand käme 
Er weiter als mit Sturm und Drang

Zwar ist die Kritik an Luther schon
Alt doch gab er viele Gründe dafür er
Förderte sehr deutsche Denkmuster
Vom Kulturpessimismus angefangen 

Das Freund-Feind-Schema und den 
Vorrang des autoritären provinziellen
Den deutschen Ernst und die ewige 
Tugend-Seife verstärkte er noch


Nach so viel unerfreulichem zum
Aberglauben noch etwas schönes 
Zur Liebe weiter geht es mit den
Ghost Stories von Siri Hustvedt

Über ihr Leben nach Pauls Tod
Das mit Gedanken zur Gestalt der
Zeit beginnt mit Erinnerungen an den
Tod und Sophies Schwangerschaft

Sie erzählt wie Paul sich seinen Vater
Mit Strohhut und Mistgabel vorstellte 
Weil seine Mutter Fortpflanzung mit
Der Metapher vom Saatkorn erklärte

Miles wuchs in Sophie so heran wie 
Sie in ihr gewachsen war so würde 
Die Gestalt der Zeit in natürlichen
Rhythmen um uns wahrgenommen

Die Jahreszeiten Tag und Nacht das
Hin und Her der Gezeiten im Meer
Zu und abnehmender Mond wie der
Weibliche Zyklus und Fruchtbarkeit

Sie denkt darüber nach wie die 
Fortgesetzte Zellteilung einen ganzen
Menschen irgendwann bilden der im
Leib eines anderen heranwächst

Wie in den ersten drei Monaten der
Schwangerschaft noch die eigene
Gebärmuttermilch den Embryo nährt 
Die der Uterus selbst produziert

Plazenta und Nabelschnur seien 
Erst ab der vierzehnten Woche
Ausgereift erfährt der neugierige
Leser der auch Vater schon wurde 

Wir machen Menschen schreibt sie
Während Miles in Sophie wuchs war
Sein Großvater gerade mit seiner 
Infusionstherapie fertig die umgekehrt

Das Wachstum des bösartigen Tumor
In seinem Körper bremsen sollte so
Wurde das Zellwachstum in Sophie 
Zu Leben das in ihrem Vater zum Tod

Was für eine starke Betrachtung des
Schlicht natürlichen Wachstums der
Zeller die zu Leben und Tod führen
Denke ich und dichte nun darüber

jens tuengerthal 31.3.26

Liebeschaos

Liebeschaos

Liebe ganz ohne
Chaos wäre niemals echt
Ist in Ordnung so

jens tuengerthal 31.3.26

Abschiebekönig

Abschiebekönig

Abschiebekönig
Einzig verdienter Titel
Für Kanzler Merz wohl

jens tuengerthal 31.3.26

Teezeit

Teezeit

Teezeit ist immer
Trinke nach Laune ständig
Täglich feinen Tee

jens tuengerthal 31.3.26

Glaubensbefreiung

Glaubensbefreiung

Aufklärung ist die Befreiung 
Aus der selbstverschuldeten 
Unmündigkeit wie uns Kant
Schon im Jahr 1784 erklärte 

Nur wer den Mut hat seinem 
Verstand allein zu vertrauen
Also ohne allen Aberglauben
Hat überhaupt die Chance dazu

Unsere Verfassung wie die 
Gesetze des Staates setzen
Die Mündigkeit natürlich voraus
Ohne zu prüfen wer sie erlangte

Ist diese Großzügigkeit eine Chance
Für eine bessere Zukunft oder ein
Risiko dass Angst machen sollte
Weil es Freiheit verspielen könnte

Selbstverschuldet ist Unmündigkeit 
Sofern sie nicht am Mangel des 
Verstandes also natürlicher Dummheit
Liegt sondern an bloßer Trägheit

Seinem Gewissen gegenüber allein
Verantwortlich kann nur sein wer sich
Aus geistiger Unmündigkeit wie sie
Im Glauben besteht befreit hat

Setzt der Staat mündige Bürger
Als Adressaten seiner Gesetze
Voraus muss er alles tun sie auch
Dorthin gelangen zu lassen 

Darum ist Befreiung von Religion
Wie Schutz der Kinder vor jedem
Aberglauben staatliche Aufgabe
Das wäre erst Glaubensfreiheit

Wer zugleich in die Präambel der
Verfassung schreibt diese sei in
Verantwortung vor Gott erlassen 
Offenbart einen großen Mangel 

An Zurechnungsfähigkeit wie der
Zu konsequentem Denken für den 
Schutz überholter Traditionen die
Sich parallel ad absurdum führen

Insofern ansonsten alles Recht
Nur einen autoritären Grund zur
Geltung hat also unmündig machte
Wäre es nötig darüber nachzudenken

Habe schon vor über dreißig Jahren
Mit Habermas und Gadamer darüber
Diskutiert ob es wirklich eine Basis
Im Diskurs mit Göttern geben kann

Nichts hat sich seitdem entwickelt
Deutschland ist nicht laizistischer
Noch immer werden Kinder getauft
Oder sogar beschnitten hier

Denke ich und könnte zornig werden
Doch will ich nach deutscher Schuld
Am Holocaust jemals hier Juden die
Ausübung ihres Glaubens verbieten 

Natürlich nie denke ich und wer wird
Schon für einen Zipfel Vorhaut streiten 
Egal was welcher Aberglaube dazu 
Heute noch zu sagen wagt

Letztlich hat das sapere aude nur
Bedeutung wenn Menschen es
Von sich aus befreit erkennen
Also ist jedes Wort dazu müßig

Ob sich in tausend Jahren etwas
Ändert oder nur Oligarchen allein
Ihre Welt privat verwalten lassen
Ist dabei so ungewiss wie alles

Es geht halt um Aberglauben da
Hat die Vernunft wenig zu sagen
Aber viele kennen eine Wahrheit
Die sie für unumstößlich halten

Mehr Glaubensbefreiung und ein
Hauptfach Ethik forderte ich schon
In meiner Abitur Rede 1992 aber
Viel weiter kamen wir nicht

Schlafen wir halt drüber vielleicht
Kommt ja im Traum eine Eingebung
Ähnlich seriös wie aller Glaube
Denke ich und sage gute Nacht 

jens tuengerthal 31.3.26

Glaubensglücksspiel

Glaubensglücksspiel

Glücksspiel ist etwas für eher
Schlichte Gemüter denen oft 
Die Gier noch im Gesicht steht
Was es noch hässlicher macht

Nach christlichem Aberglauben
Wäre es doppelte Todsünde was
Fast nach Todesstrafe klingt aber
Zum Glück leben wir nur einmal

Letzteres ist nach der Natur leicht
Nachweisbar dagegen ist das ewige
Leben Wiedergeburt Himmel oder
Hölle nur alberner Aberglaube

Für Götter Geister und ähnlichen 
Hokuspokus gibt es keinen Beweis
Die anerkannten katholischen Wunder
Sind so unglaubwürdig wie Märchen

Die Seele ist eine Erfindung des
Aberglaubens sie ist nirgends
In der Natur zu finden auch wenn sie
Als Psyche und Hormone nur gilt 

Dann wäre es ein komplexer Prozess
Mit unklar vielen Einflüssen der nie
Als solcher separat existieren kann
Sondern Zusammenspiel der Natur

Komplexität ist komplex darum nicht
Mit einem Begriff des Aberglaubens
Erfassbar die erfundene Seele wird
Natürlicher Komplexität nicht gerecht

Kann die Annahme einer höheren
Existenz an die wir unsere Zukunft
Im Jenseits hängen oder auf die
Hoffend wir leben ernsthaft sein

Ist Glücksspiel was auf eine nur
Statistische Wahrscheinlichkeit alle
Hoffnung im Leben zu gewinnen
Nicht berechenbar seriös verglichen 

Für ein Leben nach dem Leben das
Biologisch unmöglich ist riskieren 
Nicht wenige Menschen bis heute
Lust Genuss und Freiheit im Leben 

Etwas was nicht in der Natur existiert
Noch irgendwer lebend je sah soll
Nur geglaubt mehr Zufriedenheit uns 
Schenken als ein lustvolles Leben

Menschen geben ihr Leben auf
Negieren natürliche Bedürfnisse
Erfundenen Regeln des Aberglaubens
Ohne alle Vernunft zu folgen 

Eingriffe in körperliche Unversehrtheit 
Schon von Kindern werden bis heute
Auch hier mit Aberglauben legitimiert
Etwa bei der erlaubten Beschneidung

Eine Idee deren Realität durch nichts
Belegbar ist darf über Menschen noch
In vielen Ländern richten begründet in
Den nun faschistischer USA Zensur 

Wäre der Glaube zumindest ein 
Nur lächerliches Glücksspiel gäbe es 
Zumindest noch eine statistische
Hoffnung auf etwas berechenbares

Sollte die Menschheit ernsthaft im
Jahr 2026 noch den Regeln eines 
Solchen Unsinn irgendwo folgen
Unglaublich scheint die Realität

Ein unsinnig nur erfundenes
Spaghetti Monster wird von
Der heiligen Glaubensfreiheit
Genauso heute geschützt 

Die Ähnlichkeit des Wahnsinn
Egal wie ich ihn nun nenne 
Könnte für mehr Vernunft sorgen
Keine Kreuze je in Schulen mehr

Zeit für wieder mehr Vernunft
Wider die Macht des Aberglaubens
Für ein freies lustvolles Leben
Statt eine Hinrichtung zu feiern 

Vor allem aber für eine ganz klare
Trennung von Glaube und Staat 
Den Schutz aller Kinder davor wie
Normalität der Freiheit vom Glauben

So vernünftig könnte Europa sein
Kaum erheben sich je zu dieser
Geistigen Höhe Nationalstaaten
Diese Überbleibsel verlorener Zeit

Haben wir endlich den Mut frei 
Vom Glauben Leben zu genießen 
Es könnte erstaunlich gut werden
Vor allem endlich auch friedlich 

jens tuengerthal 31.3.26