Donnerstag, 25. Januar 2024

Dramafrei

Dramafrei

Liebe neigt zum Drama
Immer weil eben Gefühl
Wie davon noch sehr viel
Geradezu der Superlativ
Es nahezu natürlich bringt
Bei natürlich inkompatiblen
Systemen die sich vereinigen
Wo du sie gänzlich ohne
Jedes solches genießen
Kannst freue dich daran
Bei der Vereinigung und sonst
Mehr kann und wird es nie
Wo dramafrei sich noch
Mit schönem Gefühl wie
Großer Lust verbindet sei
Mensch dir bewusst im
Paradies auf Erden zu leben
Fremd der gegensätzlichen
Natur der Geschlechter sonst
Ohne das eine oder andere
Dem einen oder der anderen
Hier zuschreiben zu wollen
Was für alle Geschlechter gilt
Wobei mein Erfahrungshorizont
Der einer beschränkten Hete hier
Bloß ist was nicht schaden muss
Weil komplizierter als Frau ist mir
Ohnehin nicht mehr vorstellbar
Solange sich jeder daran erinnert
Welch Glück es ist dramafrei in
Völliger Zufriedenheit zu lieben
Wird alles andere nebensächlich
Wie klein verglichen und welche
Chance liegt nun in dieser großen
Überlegenheit des einen über das
Andere in der Frage der Zustände
So will ich meine dramafreie Liebe
Immer zärtlich treu lieben damit
Sie es bleibt sollte sie sich finden
Was zugegeben unwahrscheinlich
Erscheinen mag nun aber weniger
An der Auswahl der Probanden der
Versuche in Sachen Liebe liegt als
Unserer Haltung dazu die sich
Verglichen leicht ändern ließe
Wenn zufällig wer im Paradies
Mit Liebe und Lust leben wollte
Dramafrei genügt zur Zufriedenheit
Dafür toleriere ich gerne vieles
Alles andere fliehe ich heute lieber
Oder belausche ich beim Tee dazu
Plaudernd nur noch denn keine
Mit Neigung zum Drama käme
Je noch nahe außer für Sex
Der ist auch mit Drama lustig
Gelegentlich vielleicht mal doch
Wer braucht noch anderes wenn
Alles ohne Drama sich liebt ist
Die geteilte Welt vollkommen
Mehr geht nicht mehr

jens tuengerthal 25.1.24

Lektürchen

Lektürchen

Liebe es Geschichte zu lesen
Das literarische Tor in der Zeit
Öffnet den Blick neu auf so vieles
Denke ich dankbar während noch
Manche Autoren meinen irgendwo
Gewesen sein zu müssen um so
Möglichst authentisch zu sein aber
Real doch nur Tourismussponsoring
Betreiben eine eher ungeistige so
Lästige wie schädliche Beschäftigung
Die jene Welt weiter nur zerstört die
Sie voller Liebe beschreiben wollen
Was Menschen ohne Phantasie dort
Betreiben weil die größte Authentizität
Aus unserer Identifikation resultiert
Lektüre aus der Zeit eher bringt
Und wo wäre diese je größer als
In meinem Kopf noch der doch die
Basis aller Worte sein sollte wie
Das Nest meiner Geschichten
Wo diese zu wenig Geist haben
Ohne die Stützräder des Besuchs
Rollen zu können ist es sowohl um
Die Geschichte wie mich als Autor
Eher schlecht bestellt der wenn
Etwas dann durch Raum und Zeit
Mit Worten fliegen kann oder es
Besser ließe nur Reisereporter bliebe
Dieser billige Abklatsch nur dessen
Der Geschichten erfindet doch noch
Mehr als die Freiheit der Erfindung
Liebe ich es Historisches mit der
Erdachten Realität zu verknüpfen
Welten miteinander zu verschränken
So der Geschichte Räume zu schaffen
Die erlebbar machen wie für mich so
Fühlbar was war dann die stärkste
Möglichkeit des Verständnisses aus
Der Phantasie im eigenen Kopf die
So zum Bild indirekt nur wird doch
Wort immer bleibt was vielfältig für
Viele Generationen lesbar ist was
Ungeahnte Flügel verleiht die sich
Beim Blick in die Zeit noch über die
Eigene mit leichten Schwingen erheben
Dem Leser so geben zu können
Als ein Türchen zwischen den Zeiten
Welche Geschichte zu verstehen sucht
Wie der Gegenwart phantastisch öffnet
Was ich lesend durchschreiten kann
Womit wir nicht nur durch den Raum
Reisen irgendwo gewesen zu sein
Diese vorgestrige nur von Narren
Noch verfolgte Tätigkeit ohne Geist
Sondern die Zeiten durchquere als
Stünde dies in meinem Gutdünken
Um egal wo egal wann zu sein was
Menschliches Maß sonst überschreitet
Das wir nur im Kopf wirklich können
Wie die Straßen von Paris heute nie
Wie die Straßen von Paris zwischen
Den Jahren 1751 bis 1780 als der
Letzte 35. Band der Enzyklopädie
Einst erschienen war sein werden
Doch breite Lektüre mir viel mehr
Bilder dieser Stadt lieferte als die
Mehrmalige teils auch längere
Anwesenheit dort je brachte weil
Bilder eines Literaten im Kopf noch
Stets entstehen sollten wenn sie es
Wert sein wollen Literatur einst
Genannt zu werden was nur
Wenige überhaupt verdienten
Hier stehen neben Werken Diderots
Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Wie in meinem Rücken die Bände
Rétif de la Bretones griffbereit über
Paris wie seine deutliche Erotik
Kenne die Straßen in denen einst
Diderot wandelte wie das Haus
Des Großen Orient in dessen so
Großer Bibliothek auch jene erste
Enzyklopädie als schönstes Kind
Der so vielfältig schöpferischen
Aufklärung zuhause noch ist
Saß mit dem Großmeister am
Gleichen Kamin wie einst auch
Der Graf Mirabeau als Bruder
Welcher die Revolution anstieß
Mit seinen Brüdern diese plante
Wollte ich über Diderot schreiben
Läse ich in seinem Werk in dem
Jenes großartige Lexikon nur ein
Teilweise von ihm verfasstes Werk
Ist der aber alles einst verband
Durch sein Genie dieses erst zur
Bibel der Aufklärung machte aus
Der die Emanzipation der Bürger
Vom göttlichen König erfolgte was
Aber ihn nur teilweise spiegelt seine
Auch lästige Aufgabe war deren
Vollendung Katharina die Große
Als anhaltinische Prinzessin auf dem
Russischen Thron ermöglichte die
Später Diderots Bibliothek die sie
Ihm großzügig abgekauft hatte um
Sie nach seinem Tod zu erhalten
Nach Petersburg brachte was heute
Angesichts des Antiaufklärers Putin
Wie ein sibirisches Lager scheint
Aus der ich zu gerne den Geist der
Aufklärung befreite um so ein neues
Türchen der Geschichte zu öffnen
Auch wenn es im Gegensatz zu
Manchen Berliner Schätzen dort
Den Russen ganz legitim gehört
Anders etwa als das Gold von Troja
Was Schliemann einst der Sage
Folgend im osmanischen Reich fand
Aber weder muss ich dort hin um
Die Gefangenen in heute fremder
Umgebung die zu Katharinas Zeiten
Noch aufgeklärter war als heute
Befreien zu wollen das tue ich
Geistig in dem ich darüber dichte
Noch zu Schliemanns Schätzen
In den Osten reise wenn mir
Genügt um den Platz zu gehen
Zweimal die Schliemannstraße
Dabei zu überqueren weil was
Uns berührt natürlich nahe liegt
In Gedanken die näher sind als
Je eine Reise irgendwen führte
So mag der Geist der Aufklärung
Im unbefreit sklavischen Russland
Bleiben vielleicht klärt es sie auf
Nach fast achtzig Jahren in der
Sowjetunion wie zu vielen unter
Dem Diktator Putin was Diderot
Wie die Enzyklopädie betreffend
Wiederum das Werk des gebildeten
Wie genialen Philipp Blom mir
Nahe brachte in seinen
Bösen Philosophen die diesen
Wendepunkt der Zeitgeschichte
Als Kind des Salons Holbach
Den Leser verstehen ließ und so
Öffnet jeder Band eine Tür durch
Die das Leben nun anders fließt
Wo sollte ich noch hin wollen
Angesichts solcher Lektüre wie
Allem was noch vor mir liegt um
Die Welt mit Freude zu verstehen
Wie ich bin als Leser aus Liebe
Drehe ich den Kopf sehe ich direkt
Hinter diesem Egon Friedells
Kulturgeschichte der Neuzeit
Wie jene des alten Ägyptens
Neben Thomas Manns Werk
Joseph und seine Brüder stehen
Was beide Welten mir verknüpft
Eine Ahnung von dem geben kann
Wie reich mein Paradies mir ist
Was die Welt in sich trägt wie
In Griffweite zu mir brachte
So steht die Welt um meinen
Diwan wie einst der Adel des
Königlichen Frankreichs um
Das Bett Ludwigs XIV.

jens tuengerthal 24.1.24

Zufriedenheiter

Zufriedenheiter

Am liebsten bin ich zufrieden
Mit allem was ist wie es ist
Könnte wie ein Hobbit vor der
Höhle bei mir voller Bücher mit
Dem Pfeifchen sitzen und genießen
Finde wenig erstrebenswerter als
Ein Leben in gelassener Ruhe
Ohne noch etwas unbedingt
Haben oder sonst wollen zu
Müssen weil alles gut so ist
In dieser Heiterkeit welche die
Höchste Stufe des Seins ist
Die Sekten durch Meditation
Oder spirituelle Versenkung
Zu finden vorgeben was auch
Immer der erfundene Spirit wem
Sein könnte ist diese Chance zu
Entspannten Glück auch Toleranz
Gegenüber dem Hokuspokus wert

jens tuengerthal 24.1.24

Rückzugsglück

Rückzugsglück

Wie schön habe ich es doch
Ganz für mich in der kleinen
Bibliothek friedlich ungestört von
Allen Krisen Streit und Kriegen
Lausche ich Wind und Regen
Schaue auf den elektrischen Kamin
Zu heißem Tee mit guten Büchern
Gerade tost sogar Sturm draußen
Der mich nicht weiter tangiert nur
Den Rückzug noch schöner macht
Habe alles um mich und brauche
Nichts mehr zum Glück außer
Vielleicht die Liebste ganz nah
In schön geträumter Phantasie
Auch wenn Sehnsucht ja etwas
Sinnvoll schönes ist um die sonst
Üblichen Krisen zu umschiffen mit
Guten Gefühlen in die Ferne die
Kein Alltag je stören kann dafür
Das gedankliche Glück vermehrt
Doch abgesehen davon lebe ich
So wie ich es nur träumen konnte
Genieße den Rückzug in mein
Kleines Bücherparadies was ein
Garten Eden meines Geistes ist
Egal wo die Bücher nun ständen
Wichtig ist nur der Rückzusort
Wie die gefühlte Ruhe dadurch
Um mit Büchern leben zu können
Die Zufriedenheit mir schenken
Statt Empörung und Aufregung
Welche Hass und Missgunst als
Reaktion gerne hervorbringen
Wie glücklich ist doch wer dies
Genießen kann denke ich dafür
Dankbar im Rückzugsort zu sein

jens tuengerthal 24.1.24

Mittwoch, 24. Januar 2024

Polarisierungserfolg

Polarisierungserfolg

Wenn die Vernunft flüchtet
Weil der Hass alles dominiert
Gewinnen damit die Anhänger
Schlichter Polarisierung wie wir
Es aus den Vereinigten Staaten
Schon lange genug kennen wo
Einer wie Trump genau damit
Große Erfolge verbuchen konnte
Bisher machte es hier die AfD
Allein im politischen Kontext so
Nach der Empörung über das
Geheime Treffen in Potsdam
Wurde nun die Antifa laut alle
Schreien verbieten und die Demo
Gegen die Rechtsradikalen wird
Genutzt den Slogan zu verbreiten
Ganz Berlin hasse die AfD was für
Die bis zu 25 Prozent ihrer Wähler
Sicher nicht gilt also nur spaltet
Wie mit schlichten Sprüchen polarisiert
Doch weiter als zur Polarisierung
Die vorsätzlich gefördert wird
Scheint keine denken zu wollen
Wer anmahnt Hass sei falsch es
Müsse nach Integration gesucht
Werden für ein Verbot reiche ein
Geheimes Treffen von Privaten
Nicht da bräuchte es einen klaren
Etwa Bezug zu Putin als Förderer
Der Feinde der Demokratie um sie
Verbieten zu können wie auch dem
Feind im Osten seine hier Waffe
Wieder zu entziehen die zur
Politischen Radikalisierung führte
Wird von den Selbstgerechten als
Nazi in Netzwerken beschimpft wie
Im Ton voller Hass angefeindet als
Verfolgten wir nicht das gleiche Ziel
Wer diese durch Hass-Sprüche noch
Potenziert stärkt nur die Extremisten
Dass dies von der Antifa kam muss
Im Kontext keinen wundern warum
Diese sich trotz vielleicht auch guter
Absichten wieder als Problem zeigen
Es braucht keine Radikalisierung nun
Sondern vernünftig abgewogene also
Aussichtsreiche Mittel noch etwas
Gegen die Polarisierung zu erreichen
Die den politische Diskurs enthemmt
Was gerade keiner brauchen kann
Der Empörung Ausdruck zu geben
Ist genug und schadet keinem doch
Kann wer Hass sät ihn einfangen
Wem nutzt Hass als Botschaft allein
Als den radikalen Kräften am Rand
Im Gegenteil braucht es Ruhe wie
Abgewogene Vernunft um eine auch
Tragfähige Lösung zu finden statt
Die Radikalen durch radikale Sprüche
Nur zu bestätigen denn Hass führt
Zu nichts als mehr Hass aber ob
Wer mit Vernunft sich noch freiwillig
Auf den Diskurs hier einlässt scheint
Eher fraglich warum auch ich mich
Lieber zurückziehe nicht weiter mit
Radikalen Kräften darüber zu streiten
Ob ein Feind ist wer vor den Methoden
Der Populisten warnt die zu nichts als
Weiterer Radikalisierung beitragen
Politik bleibt wie so oft hässlich wie
Im Denken schlicht und zu polar
Wer profitiert davon wenn sich Bürger
Von den Demos abwenden weil sie
Zur Radikalisierung missbraucht werden
Welche Gruppe wird dies nur in ihren
Schon Vorurteilen wohl bestätigen ist
Vermutlich gerade müßig zu fragen
Sind es vielleicht auch diejenigen die
Alle Bullen Schweine nennen sich
Aber über Misstrauen ihnen gegenüber
Seitens der Polizei dann wundern
Die Sau wird durchs Dorf getrieben
Um das Gewissen zu beruhigen
Gewonnen wird dadurch nichts
Beruhigt sicher auch nicht aber
Wer es tat hat etwas getan auch
Wenn dies keinem mehr nutzt
Außer denen gegen die jetzt die
Demokratie aufstehen sollte mit
Friedlich demokratischen Mitteln

jens tuengerthal 24.1.24