Montag, 25. August 2025

Konkurrenzlos

Konkurrenzlos

Überall herrscht Wettbewerb
Jeder will jeden überbieten
Wir stehen ständig in Konkurrenz

Solange wir uns noch etwas 
Erhoffen spielen wir das Spiel mit 
Als gäb es etwas zu gewinnen

Auch wenn alle eigentlich längst
Genug von dem Mist haben lieber
In Ruhe ihr Leben genießen würden

Rennen sie nach Dienstschluss
Auf dem Laufband im Fitnessstudio
Weiter in dauernder Konkurrenz

Wie gut tut es da auszusteigen
Niemand besiegen wollen noch
Sich einen Gewinn zu erhoffen 

Dies sei gegen die Natur die ein
Beständiger Konkurrenzkampf sei
In dem nur die stärksten überleben

Wenden die Neoliberalen dagegen ein
Der Idiot Trump ist ihr Ideal weil er
Täglich neue Unruhe noch stiftet

Bin da lieber kultiviert und ziehe mich
Aus dem Wettkampf endgültig zurück 
Gibt nichts mehr dabei zu gewinnen

Das beste Leben führe ich entspannt
Ohne Wettbewerb und Konkurrenz als
Unikat und jens der ich halt so bin

Was manche liebten andere weniger
Will niemanden mehr schlagen noch je
In Konkurrenz mit der Welt treten 

Ihr meint das sei nicht lebensfähig
Könnte nie auf Dauer bestehen
Lache nur darüber noch lebe ich

Gebe mich entspannt genüsslich
Der Lektüre hin statt am Markt je
Zu reüssieren bleib ich wie ich bin

Wenn der Kanzler nochmal meint
Dafür sei kein Platz in Deutschland
Erschieße ich ihn oder mich einfach

Damit bleibe ich völlig konkurrenzlos
Konsequent nachhaltig im Denken
Begriff ich es braucht ein Gegengewicht

jens tuengerthal 25.8.25

Liebeswahl

Liebeswahl

Ausgewählt lieben
Macht Liebste kostbarer sonst
Lieber alleine

jens tuengerthal 25.8.25

Erlesen

Erlesen

Erlesen ist uns 
Besonders kostbar nur zu
Selten Lektüre 

jens tuengerthal 25.8.25

Nachrichtenauslese

Nachrichtenauslese

Lese als erstes
Nachrichten dabei täte
Auslese besser

jens tuengerthal 25.8.25

Lektürentagebuch 24.5.25

Lektürentagebuch 24.5.25

Begonnen mit dem Essay über die
Ablenkung von Michel de Montaigne 
Das mich schon in den ersten Zeilen
Lachen ließ als er erzählt wie er einst

Eine wahrhaft bekümmerte Dame trösten
Musste und gleich dazu erläutert warum
Er wahrhaft nutzte weil die meisten doch
Nur aufgesetzte Bekümmernisse hätten

Dazu zittert er einen schönen Vers der
Zum Lächeln in seinem Humor reizte

Tränen halte ich bereit für alle Fälle, 
Fließen nach Belieben 
Nie versiegt die Quelle 

Denke an all die immer wieder auch
Tränenüberströmten Dramen die ich
Mit Damen jeden Alters schon erlebte
Wie meine stete Hilflosigkeit dabei

Es wäre ein falsches Verfahren lehrt
Montaigne hier ihnen ihren Schmerz 
Ausreden zu wollen denn Widerworte
Verstricken sie tiefer in ihre Trübsal 

Durch rechthaberisches Räsonieren
Würde das Übel noch schlimmer was
Schon normal Widerstand auslöst wird 
Bei dem was berührt noch schlimmer

Es soll doch der Arzt der noch etwas
Erreichen will locker freundlich wie
Einnehmend den Patienten begrüßen
Wer finster blickt richtet nie etwas aus

So zeigt sich Montaigne mit dieser Sicht
Auf die Ärzte schon im 16. Jahrhundert
Als ein Kenner der Psychosomatik wie
Des menschlichen Wesen besonders

Darum soll zunächst auf die Klage
Eingegangen werden wie dazu noch
Ermuntert werden wie bekunden dass 
Sie verständlich wie berechtigt sind

Vermutlich ist es viel wirkungsvoller
Auf diese Art zuzustimmen und zu
Fragen wie sie das nur aushielt als
Jeder vernünftige Versuch zu helfen

Möchte als Mann doch zu gerne für
Frau in der Not da sein wie ihr die
Passende Lösung des Problems
Präsentieren was immer falsch ist

Hier sollte Mann sich vermutlich nur
Im Zuhören üben statt etwas lösen 
Zu wollen wie es in meiner Natur läge 
Was Montaigne schon 1570 wusste 

Dies gewinne das für den nächsten
Schritt nötige Zutrauen langsam
Damit sie so für dem Verschmerzen
Dienliche Argumente zugänglich wird

Montaigne nahm sich vor dem Übel
Mit einem Trostpflaster abzuhelfen da
Er wusste wie ungeschickt er stets bei
Überzeugungsversuchen gewesen war

Wie schön denke ich dass auch der
Kluge wie belesene Michel de Montaigne 
Dies Problem aus leidvoller Erfahrung 
Kennt es könnte in der Natur liegen

Nachdem er eine Weile auf den Schmerz
Der Dame eingegangen war machte er
Nicht mal den Versuch sie davon noch mit
Vernunftgründen irgend zu kurieren

Auch verzichtete er auf die Tröstungen
Welche die Philosophie verspricht wonach
Wir uns sagen sollten worüber wir klagten
Sei überhaupt kein Übel oder ein leichtes

Nicht einmal der seiner Art nahestehenden
Lehre des Epikur der die Gedanken vom 
Unerfreulichen zum erfreulichen lenken 
Wollte bediente er sich dabei

Auch anders als Cicero wählte er nicht
Eine geballte Ladung aus der Masse
Solcher Anweisungen sondern lenkte
Das Gespräch in Ruhe auf anderes 

So versetzte er sie ganz langsam in einen
Völlig entspannten Zustand der anhielt
Solange er noch bei ihr war jedoch war
Die Axt nicht an des Übels Wurzel gelegt

Sodann erzählt Montaigne als Beispiel
Für seine psychologische Taktik wie der
Herr de Himbercourt der in Lüttich im
Auftrag des Herzog von Burgund war

Dort die Übergabe der Stadt noch mit
Den Bürgern verhandeln sollte die des
Nachts empört sein Quartier stürmen
Wollten diese mit Angeboten hinhielt 

Dadurch verrauchte der Zorn der Bürger
Er überstand bis zum Morgen was ja
Alles war was erreichen wollte um die
Nacht als Verhandler zu überstehen

Die andere Geschichte erzählt von der
Außergewöhnlich schönen und schnellen
Atalante die tausend Freier begehrten
Denen sie eine Bedingung stellte 

Sie wolle denjenigen heiraten der sie
Im Wettrennen schlägt wer verliert aber
Sollte mit dem Leben bezahlen müssen
Worauf sich viele meldeten die alle starben

Hippomenes wollte es dennoch versuchen
Wandte sich aber zuvor noch an die Göttin
Der Liebe die ihn erhörte und ihm drei 
Goldene Äpfel überreichte und erklärte

Wie er diese nutzen solle als im Rennen
Atalante ihm auf den Versen schon ist
Lässt er den ersten Apfel fallen worauf
Sie sich neugierig bückt ihn aufzuheben 

Das gleiche wiederholte er noch mit
Den beiden anderen Äpfeln und gewann
So das Rennen und Atalantes Hand was
Zeigt Ablenkung kann zum Sieg führen

Diese funktioniert nur bei genauer
Kenntnis der Psyche der anderen
Also aufmerksamer Beschäftigung
Miteinander was stets ein kluger Rat ist

Die konstruktive Ablenkung die dabei
Der anderen zuvor noch das Gefühl gibt
Ernst genommen zu werden ist sicher
Ein kluger Rat denke ich heute

Wieviele Krisen und emotionale
Katastrophen hätte ich wohl vermieden
Wenn ich dies berücksichtigt hätte statt
Der Herzdame philosophisch zu raten

Denke an John Gray und seine Theorie 
Nach der Männer vom Mars kämen 
Während Frauen von der Venus sind
Wir uns natürlich nicht verstehen

Montaigne hatte diese weisen Gedanken
Verbunden noch mit einer wirklich
Konstruktivistischen Problemlösung
Die ressourcenorientiert ist 400 Jahre eher

Gut gelaunt lache ich über mich der
So oft in Krisen besser wissen wollte
Was ihr nun gut täte was wohl auch
Eine Familienkrankheit bei uns ist

Montaigne lesen lohnt immer wieder
Auch wie passend das Beispiel aus
Dem Krieg hier wäre wo es um Leben
Oder Tod ging wie so gern in der Liebe

Müßig ist es nun zu überlegen welche
Lieben alle noch gerettet worden wären
Hätte ich dies Essay früher gelesen denn
Klar war das eigentlich schon immer

Doch sich vorzunehmen sollte sich
Wider erwarten noch eine finden
Vorher oder dabei daran zu denken
Wenn ich das schaffe schadet nicht

jens tuengerthal 24.8.25

Sonntag, 24. August 2025

Traumerfüllung

Traumerfüllung

Habe den Traum meines Lebens erfüllt
Lebe in einer wunderbaren Bibliothek
Durfte die schönsten Frauen lieben wie
Ihnen zeitweise ganz nah auch sein

Mehr an GIück ist nicht vorstellbar
Denke ich und bin gerne dafür nun
Bescheiden dankbar zufrieden um
Glücklich zu sein mit allem was war

Nichts neues mehr zu erwarten wie
Nach allem was war tief befriedigt
Sich auf dem Diwan zurückzulehnen
Ist das höchste mir mögliche erreicht 

Kenne die dunklen Momente zu gut
In denen sich grauer Nebel über alles
Legt und dich betäubend lähmt doch 
Wie glücklich macht die.Traumerfüllung

Bin in der zugegeben etwas verstaubten
Bibliothek was wohl dazu gehört denk ich
All die wundervollen Frauen in Erinnerung
Die wie im Paradies hier mit mir lagen

Was hatte ich daran gemessen für ein
Wunderbar buntes und reiches Leben
Alle Bücher die ich mir träumte um mich
Höchstens Diderots Enzyklopädie fehlt

Alle Träume schon erfüllt bleibt nun der
Rest Leben um zu genießen was ist
Statt sich für irgendwas zu quälen weil
Weniger im Alter noch viel mehr wird 

Betrachte ich die Welt draußen also
Jenseits meiner literarischen Welt wie
Der lustvoll schönen Erinnerungen
Gäbe es wenig Grund bleiben zu wollen

Doch mit ihnen lässt sich dankbar leben
Wie ertragen was noch kommt weil die
Geistige Welt mit Büchern und schönster
Erinnerung doch alles schöne schon hatte

jens tuengerthal 24.8.25

Gottlos

Gottlos

Es gibt keine Götter mehr
Die Seele ist eine Erfindung 
Welche die Freiheit einschränkt 
Von mir bleibt nach mir nichts 

Habe meine Welt allein auf mich
Gestellt um zu tun was mir gefällt
Doch schaue ich in die Welt bleibt
Bleibt wenig was gefällt als Bücher

Längst sind wir viel zu viele hier
Jeder weniger ist eine Erleichterung
Was zwar keinem gesagt wird doch
Eher zu gehen wäre ein Verdienst

Sinn hat und braucht das Leben nie
Es ist bis es endet mehr nicht 
Wir können es genießen oder nicht
Wenn nicht ist es Zeit zu gehen

Die Suche nach Gründen zu bleiben
Wird angesichts der Situation lächerlich
Ob es mehr Feigheit oder Kraft der
Widerständigen Natur war ist egal

Solange wir sind werden wir uns
Weiter durch das Leben quälen was
Zu ertragen Tapferkeit genug für
Große Verdienstorden wohl wäre

Darüber zu lachen macht es dann
Zumindest für Momente komisch
Nur braucht das wirklich noch wer 
Frage ich mich und weiß es nicht

Leben ist endlich und beschränkt
Im Alter erwartet uns nichts Gutes
Es wird nur schmerzhaft beschissener
Darum genießen was noch gut bleibt

Es gibt keine Hoffnung auf Besserung
Hass und Missgunst regieren die Welt
Aber es gab einige gute Momente noch
Mit Büchern und Frauen das war es

Zumindest gottlos dabei zu bleiben
Auf kein Jenseits oder eine Fortsetzung
Mit neuem Folgen noch zu hoffen ist
Die Hoffnung auf ein Ende das bleibt

jens tuengerthal 24.8.25

Liebesendlich

Liebesendlich

Alle Liebe ist
Endlich also ganz logisch
Irgendwann vorbei

Mehr Hoffnung bleibt nie
Aber zumindest etwas
Als Erinnerung

jens tuengerthal 24.8.25

Endlich

Endlich

Alles ist endlich
Wann endlich ist es vorbei
Fragen hilft nicht mehr

jens tuengerthal 24.8.25

Nichtsfolge

Nichtsfolge

Aus nichts folgt auch nichts
Am Ende bleibt immer mehr
Nichts als vorher war

jens tuengerthal 24.8.25

Lektürentagebuch 23.8.25

Lektürentagebuch 23.8.25

Bei Egon Friedel werden die großen
Geistigen Zusammenhänge sichtbar
Wenn er in der Kulturgeschichte der
Neuzeit vom Tod Ludwigs XIV. schreibt 

Wie mit seinem Tod 1715 der Barock
Endet der bei Friedell noch die weibliche
Barocke ist wobei ich hier offen lasse 
Was zur weiblichen Form eher passt

Er zeigt was um diesen Wendepunkt
Gerade noch alles passierte wie die
Thronbesteigung vom Soldatenkönig
Friedrich Wilhelm I in Preußen 1713 

Oder die Übernahme des englischen 
Thrones durch das Haus Hannover 1714 
Wie parallel 1715 mit Malebranche der 
Wohl bedeutendste Cartesianer stirbt

Leibnitz der als höchste Konzentration
Des Barock gelten kann stirbt 1716
So ist der Tod des Sonnenkönigs auch
Eine Epochenwende zum Spätbarock

Erfahre von Friedell noch mehr über
Den extremen Absolutismus der um
Ludwig XIV errichtet wurde in dem das 
L’état c’est mois als völlig natürlich galt 

Der König war da und aus ihm erst
Entwickelte sich der Staat wer das
Verkannte dachte nicht methodisch
Zählte nicht zu den vernünftigen mehr

Diese Macht nahe Gott begründete
Theoretisch Bossuet in Predigten in
Denen der Adler von Meaux den König
Als Statthalter Gottes auf Erden sah

Nur wer dem König diente diente auch
Dem Staat war seine Überzeugung die
Von den größten Geistern der Zeit noch
Geteilt wurde die allgemeine Sicht war

Damit war Ludwig was bei Hobbes
Der Staat ist ein sterblicher Gott dessen
Gnade beseligte während seine Ungnade 
Tötete wie an Beispielen gezeigt wird

Vom Koch Vattel über Colbert bis hin zu
Racine starben alle infolge der Ungnade
Des gottgleichen Herrschers sehr schnell
Auch an der Verzweiflung darüber wohl

Als Madame de Maintenon etwa ihrem
Bruder gegenüber klagte sie ertrage das
Langweilige Leben an Ludwigs Seite nicht
Fragte er ob sie nun Gott heiraten wollte

Diese kleine Spitze unter Geschwistern
Brachte den Absolutismus auf den Punkt
Meint Friedell und trifft damit den Kern
Des Selbstverständnisses der Zeit

Wie Egon Friedell es schafft eine ganze
Epoche die Europa lange und teilweise
In den Folgen bis heute prägte anhand
Von Anekdoten darzustellen ist genial

Statt nur empört den Finger zu heben
Wird Lesern deutlich warum es nur so
Kommen konnte und damit auch das
Denken der Zeit deutlich gemacht

Kulturgeschichte verstehen heißt bei
Friedell nicht nur mit Abstand sich alles
Anzusehen sondern den Geist erfühlen
Der eine Epoche erst lebendig macht


Als Gegengewicht zum gläubigen 
Absolutismus geht es nun weiter im
Essayband Was ist Aufklärung zur
Gleichnamigen Ausstellung im DHM

Hier beschäftigt sich Michael Hagner
Mit der Frage wie die Menschheit von
Der Selbsterkenntnis zur Rasse kam
Was es mit Carl von Linné zu tun hat

Dieser gab ein Heft heraus indem er
Die drei Naturreiche klassifizierte in
Mineralien Pflanzen und Tiere in das
Auch der Mensch aufgenommen wurde

Hier wurde unterschieden nach der
Hautfarbe in vier Gruppen denen er
Auch noch Charaktereigenschaften
Als Rassenmerkmale zuordnet

Er Verband damit Natur und Kultur
Schrieb Eigenschaften zu ohne eine
Basis als die bekannten Vorurteile wie
Ohne je das Wort Rasse zu verwenden

Jedoch bildet seine Einteilung der
Menschen in Gruppen die Grundlage
Einer späteren Rassenlehrer die dazu
Die Prinzipien der Hierarchie nutzt

Seitdem werden Menschen kategorisiert
Was zugleich mit Eigenschaften noch
Verbunden wird erst Kant sorgte 1785
Für Klarheit was das Wort Rasse betrifft 

Er forderte einen gemeinsamen Ursprung
Wie konstante Vererbung von Merkmalen 
Dies war einerseits aufklärerisch rational
Erfand andererseits Rasse als Entität

Die Korrelation physischer und psychischer
Merkmale von Gruppen waren der Anfang
Dessen was zum Rassismus dann wurde 
Der bis heute in der Politik fortwirkt noch

Im Kapitel cerebrale Anthropologie geht es
Um die zentrale Rolle des Gehirns wobei
Schon der Arzt und Radikalaufklärer de la
Mettrie mit dem es hier beginnt in seiner

Schrift Maschine Mensch darauf hinweist 
Dass sich das Gehirn eines Genies wie 
Descartes oder Newton in seiner Form
Nicht von dem des Arbeiters unterschiede

Dagegen argumentierte eine Generation
Später der Zürcher Physiognom Lavater
Der nichts als ein Pfarrer eigentlich war
Genie passe nicht in primitive Schädel

Dem stellte sich wiederum das eher
Verkrüppelte Genie Lichtenberg mit
Klugen Argumenten entgegen die in 
Der Frage endeten und warum nicht

Damit gestand er der Menschheit als
Ganzes das gleiche Potential zu das
Nach Beseitigung der Sklaverei auch
Gelebt werden könnte was neu war

Dieser Universalismus war auch in
Der Spätaufklärung noch selten obwohl 
Die Gegner der Sklaverei immer mehr
Wurden waren wenige so antirassistisch

Dagegen wandten sich anatomische
Untersuchungen des Gehirns die 1785
Feststellen wollten Afrikaner seien nicht
Zu höherer kultureller Leistung fähig 

So definierte der Anatom Soemmering
Nach Untersuchung dreier Gehirne von
Schwarzen diese näher am Affen als es
Höher entwickelte Europäer seien 

Diese Hirnanatomie bildete damit die
Vermeintlich naturwissenschaftlich noch
Aufgerüstete Version der Physiognomik 
Eines Lavater war reinster Aberglaube

Am Gehirn wurde nun der kulturelle
Rang festgemacht wovon es erst der
Göttinger Anatom Blumenbach befreite
Der auf die Schädelform ab 1775 schaute

So füllten sich unsere naturkundlichen
Museen mit Knochen deren Herkunft
Ihnen heute eher Probleme bereitet wie
Anderen Rassismus zu begründen 

Doch war Blumenbach anders als
Lavater oder in frühen Schriften Kant
Kein Rassist sondern verkündete aus
Dem Blick auf den Schädel die Gleichheit

Was zeigt jeder schaut allein nach seinem
Horizont der Pastor schaut auf den Geist
Sucht aus dem Wesen die Unterschiede 
Der Neurologe schaut schlicht ins Hirn

Begründet aus unverstandener Komplexität
Unterschiede im Wesen was Unsinn bleibt
Der Anatom sieht nur den weißen Schädel
Der logisch keine Hautfarbe mehr kennt

So sehr die Aufklärung mit Menschenrecht
Für die Freiheit noch kämpfte so sehr
Wurden ihre Methoden dazu benutzt
Den Rassismus natürlich zu begründen

Wichtig und lehrreich ist diese auch
Kulturhistorisch wichtige Betrachtung
Der Wissenschaft über den Menschen
Die ihn zugleich verstehen auch wollte

Wo endet die Aufklärung und beginnt
Die rassistische Ideologie was heute
Für viele zu verschwimmen beginnt
Wo die Verantwortung bewusst wird

Ist der natürliche Unterschied etwa
Zwischen Mann und Frau größer als
Der zwischen nicht existenten Rassen
Die nur kulturelle Merkmale prägten 

Bei Mann und Frau zumindest ist der
Unterschied in einem Chromosom als
Teil der Natur bis heute nachweisbar
Für die behaupteten Rassen nicht

Ob damit die Genderlobby mehr gegen
Die Natur verstößt als der lächerliche
Rassismus oder der Unterschied bloß
Kulturell bedingt ist wird noch gestritten

Enthalte mich zu diesem Thema lieber
Da ich nicht mal verstehe warum ich
Frauen so liebe verehre wie begehre
Unwissend ob es Natur oder Kultur ist 

Spannend ist wie zeitgleich mit dem
Absolutismus in Frankreich auch die
Geistige Freiheit der Aufklärung ihren 
Raum in der Gesellschaft sucht

Schnell findet dieser Geist sein Echo
Als wäre nur darauf gewartet worden
Die Vernunft zur Herrschaft zu tragen
Doch bis heute blieb vielen ihr Glaube 

Sind Kirche und alle Religion da nur
Unvernünftig der natürliche Gegner
Von Aufklärung und Freiheit oder
Haben sie einen eigenen Wert 

Viele Fragen schließen sich an die
Samstag begonnene Lektüre zur
Aufklärung und zum Absolutismus an 
Über der ich gestern Nacht einschlief

So wurde der Gegensatz vom Geist
Der Aufklärung zum Absolutismus 
Den die Kirche als heilig legitimierte
Wieder deutlich was weiter führt

Lügen und absolute Macht brauchen
Stets eine transzendente Legitimation
Vernunft dagegen kann sich auf die
Natur allein verlassen was gut tut

jens tuengerthal 24.8.25

Samstag, 23. August 2025

Kulturfischer

Kulturfischer

Während der heutigen Recherchen über
Anton Wilhelm Amo verlor ich mich gleich
Wieder im kulturellen geistigen Netzwerk 
Der Aufklärung wie der Kulturgeschichte

Wie schön ist es doch immer dachte ich
Verbindungen und geistige Netze die
Welten miteinander verknüpfen neu zu
Entdecken und damit zu beleuchten

Die Aufklärung ist die wohl wichtigste 
Epoche der Kulturgeschichte auf dem
Weg zur Entstehung moderner Staaten
In ihr stellte sich Wissen über Glauben

Der erste Versuch dazu nach dem
Untergang Roms in der geistigen
Jauchegrube des Christentums war
Die Renaissance schon gewesen

Deren auch lustvolle Vorstöße zum
Menschenbild der Antike wurde noch
Durch Reformation und folgende Kriege
Zweihundert Jahre leider verzögert 

Die lächerliche Auseinandersetzung über
Den rechten Aberglauben kostete viele 
Leben ohne irgend geistigen Fortschritt
Wie gut dies düstere Kapitel zu beenden

Noch immer zu weit vom laizistischen
Europa in Teilen entfernt ist es wichtig
Zu sehen wo Kultur sich entwickelte 
Was sie dagegen immer nur bremste

Der Aberglaube egal unter welchem
Namen ist immer reaktionär und unfrei
Kritische Denken überwindet Götter führt
Uns dahin wohin es uns gut geht

Dies sah schon 250 Jahre bevor der
Jüdische Rabbi seine Sekte gründete
Der Grieche Epikur philosophisch klar
Tod und Götter gehen uns nichts an

Für ein gutes Leben kommt es allein
Auf unser Streben nach Lust noch an
Das natürlich seine Befriedigung sucht
Um zufrieden glücklich zu leben

So bilden sich geistige Netze die von
Epikur über Lukrez das bloß dunkle
Mittelalter überwinden in der Renaissance
Etwa bei Montaigne neu zu blühen

In der Aufklärung verbreitete sich das
Freie Denken beginnend so etwa
Hundert Jahre nach Beginn des
Dreißigjährigen Krieges während

Sie noch gegen die Jesuiten kämpften
Die einen Diderot zeitweise in die
Bastille steckten müssen wir uns heute
Mit Esoterikern und Astrologen noch

Über den Sieg der Vernunft streiten
Die in den USA gerade an Boden
Für eine korrupte Oligarchie verliert 
In der nur die Reichen alles dürfen

Wer den kulturellen Zusammenhang 
Geistiger Netzwerke sieht und die
Gefahr erkennt die von einer nur
Macht des Geldes droht sieht klarer

Wie lange dieser stupide Rückschritt
Nun dauern wird bei dem Reaktionäre
Auch in Deutschland die Sprache nutzen
Intoleranz zu kultivieren ist unklar

Wie sich die frühe Aufklärung noch mit
Jesuiten und Pietisten quälte tut es
Die Gegenwart mit Trumpisten und
Christlichen Reaktionären jeder Art

Der stupide islamische Fundamentalismus
Tarnte sich als Freiheitsbewegung gegen
US Imperialismus mit guten Gründen 
Welche die Trump USA laut bestätigen

Hier die Netzwerke der Entstehung des
Imperialismus in der Industrialisierung
Wie der Kolonien zu sehen schafft erst
Perspektiven gemeinsamer Freiheit

Der Blick auf kulturelle Zusammenhänge
Wie mehr Verständnis füreinander ist
Was eine gemeinsame friedliche Zukunft
Allen Menschen erst geben kann

Die Netze in der Vergangenheit zu sehen
Wie sie mit unserer Gegenwart dabei zu
Verbinden schenkt uns erst eine bessere
Friedliche Zukunft im Ewigen Frieden 

jens tuengerthal 23.8.25

Amobenennung

Amobenennung

Heute wurde endlich nach langem Streit
Die Mohrenstraße in Berlin Mitte nach
Dem Philosophen Anton Wilhelm Amo
Benannt was Gerichte knapp erlaubten

Wer war dieser Amo fragte ich mich um
Sogleich ausführlich über diesen Mann
Aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts
Noch nachzulesen was spannend wurde

Amo lebte von 1703 bis 1753 wurde in
Ghana an der Westküste Afrikas geboren
Wo er auch nach seiner Rückkehr 1747
Verstarb er galt dort auch als Wahrsager

Schon 1707 also als Kleinkind kam
Amo nach Amsterdam und von dort
An den Hof von Braunschweig Wolfenbüttel
Eines Zweiges des Welfen Geschlechts

Ob er tatsächlich als Sklave kam oder
Von seiner Mutter zu deren Schwester
Nach Amsterdam sollte lässt sich nicht
Klären er gehörte zum Volk der Nzema 

Er wurde am 29. Juli 1708 das ist belegt
In der Schlosskapelle Salzdahlum getauft
Zum protestantischen Glauben seine Paten
Wie Namensgeber waren der Herzog wie 

Dessen Sohn und es wird vermutet dass er
Von 1717 bis 1721 die Ritterakademie in 
Wolfenbüttel besucht hat vielleicht 1721
Auch noch dort konfirmiert wurde 

Im Jahre 1721 ist er als wohnhaft noch
Im Schloss aus Rechnungen nachweisbar
Später wurde der Mohr Anton Wilhelm als
Cammerbedienter der Herzogs genannt

Sein Studium soll er an der Universität
Des Landes in Helmstedt begonnen haben
Was aber nicht nachweisbar bisher ist
Dafür kann aus Wittenberg die Teilnahme

An Lateinstudien nachgewiesen werden
Durch ein Zeugnis wie 1727 seine dann
Einschreibung als Student in Halle an der
Philosophischen Fakultät dort

Dazu studierte er beide Rechte utriusque 
Also Jura und Kirchenrecht noch 1729 
Nannte sich Amo Student Hofbibliothekar
Wie Hofsekretär des Herzogs

Seine Disputation hielt er 1729 über die 
Rechtsstellung der Mohren in Europa
Ging 1730 nach Halte als Student wurde dort zum Magister und hielt Vorlesungen

Seine Dissertation über das Leib Seele 
Problem verteidigte er 1734 unter dem
Titel Über die Empfindungslosigkeit des
Menschlichen Geistes auf Latein

Nach dem Tod des Herzogs geriet Amo
In finanzielle Schwierigkeiten ging wieder
Nach Halle wo er Privatdozent wurde wie
Wissenschaftliche Schriften publizierte

Ab 1739 bemühte wer sich um die
Aufnahme in den Lehrkörper der
Universität von Jena was ihm dann
Auch erfolgreich gestattet wurde 

In Jena unterrichtete er Physiognomik
Chiromantie Geomantie Astrologie wie
Kryptographie ein heute wieder aktuelles
Thema bei technischer Verschlüsselung

Während seines Studiums und später
Als Dozent hielt sich Amo weitgehend
Aus der Auseinandersetzung zwischen
Frühaufklärung und Pietisten heraus

Stattdessen äußerte er sich in seiner
Disputation zum Mohrenrecht was in
Europa wo sie noch rechtlos waren
Eine revolutionäre Neuigkeit war

Im Jahre 1746 reiste Amo wieder
Über Amsterdam zurück nach Afrika
Wo noch seine Mutter und eine seiner
Schwestern lebten der Bruder aber

War als Sklave nach Surinam
Verschleppt worden es wird noch
Vermutet dass ein bekannter 
Staatsrechtler aus Halle sich nach

Lektüre dieser Disputation so klar
Gegen die Sklaverei äußerte deren
Erinnerung die USA gerade wieder
Unter Trump zu relativieren versuchen

Anton Wilhelm Amo ist jedenfalls das
Dürfte offensichtlich gewesen sein ein
Guter Namensgeber für die frühere 
Mohrenstraße und wie gut dass heute

Diese Diskriminierung in Berlin ein
Ende mit der Umbenennung fand
Egal wo Amo in Halle zwischen
Franck und Wolff damals stand 

Steht sein Name heute noch für
Den Geist der Aufklärung der
Berlin doch viel besser steht als
Der nun erledigte Straßenname

jens tuengerthal 23.8.25


Liebeshaftung

Liebeshaftung

Liebe lässt haften
Aneinander mit Gefühl
Wie füreinander

jens tuengerthal 23.8.25

VERANTWORTUNG

VERANTWORTUNG

Politik sollte
VERANTWORTUNG groß schreiben
Statt Schuld verschieben 

jens tuengerthal 23.8.25