Donnerstag, 23. März 2023

Freiheitstod

Freiheitstod

“Give me liberty, or give me Death!”
Patrick Henry

Am 23. März 1775 hält der Rechtsanwalt
Patrick Henry seine berühmte Rede in der
St. John’s Kirche in Richmond Virginia die
Mit den Worten gebt mir Freiheit oder Tod
Endete und die der Grund dafür gewesen
Sein soll, dass Virginia seine Truppen in
Den Unabhängigkeitskrieg schickte es
Dürften Thomas Jefferson und wohl auch
George Washington zu den Zuhörern der
Rede in der Kirche gehört haben dabei
Soll Henry seine Worte noch durch einen
Angedeuteten Suizid mit einem Brieföffner
Den er in der Hand trug unterstützt haben
Die Amis mögen es ja theatralisch gerne
Hollywood lässt heute noch grüßen
Eine wörtliche Überlieferung der Rede
Außer ihrer letzten Worte gibt es nicht
Zeitgenossen zufolge sprang die Menge
Auf und rief zu den Waffe also to the arms
Die Rede erschien 42 Jahre später aber
Ihr historischer Wortlaut ist nicht belegt
Auch ob die Brothers in arms hier noch
Einen Paten fanden ist unklar aber es ist
Ein wichtiges Stück der amerikanischen
Freiheitsgeschichte die gerade auch in
Der Ukraine noch verteidigt wird was
Manche Pazifisten gerne übersehen

jens tuengerthal 23.3.23

Nationalmörder

Nationalmörder

Im nationalen Interesse ermordete der
Burschenschafter Karl Ludwig Sand den
Aus Weimar stammenden Dichter wie
Bekannten Theaterautor und russischen
Generalkonsul August von Kotzebue
In Mannheim mit einem Dolch den er
Im Gewand trug als er den Autor besuchte
Weil er ihn als Feind der Einheit des
Deutschlands seiner Träume sah so
Hatten Burschenschafter schon auf
Der Wartburg Bücher von Kotzebue
Verbrannt und wer Bücher verbrennt
Scheut bekanntlich selten davor zurück
Dies auch mit Menschen zu tun was
Im Fall Sand bestätigt leider wurde
Kotzebue hatte die Turner wie die
Nationale Bewegung verspottet als
Autor was sie ihm sehr übel nahmen
Warum sie es Goethe nicht so übel
Nahmen dass er den Deutschen riet
Sich lieber freier zu Menschen statt
Zur Nation zu bilden was der Dichterfürst
Aus Weimar für vergebens hielt ist so
Unklar wie der Hass auf Kotzebue 
Der die nationalen Taumler lieber
Verspottet hatte dafür mit den Worten
Hier du Verräter des Vaterlandes
Von Sand niedergestochen wurde
Kotzebues Sohn der selbst Mitglied
Der Urburschenschaft war wie Sand
Wurde nach dem Mord zum Austritt
Gezwungen was als Solidarität mit
Dem Mörder gesehen werden kann
Die Tat wurde als Begründung für
Die wenig später eingeführten sehr
Rigorosen Karlsbader Beschlüsse
Genutzt bewirkte also das Gegenteil
Der von den Burschen national so
Erstrebten Freiheit was lehren könnte
Gewalt lohnt nie und alles nationale
Denken ist hierzulande ein Irrweg
Eher und Goethe am Ende wieder
Zuzustimmen weil Mord immer
Unmenschlich intolerant bleibt

jens tuengerthal 23.3.23

Hutaufstand

Hutaufstand

Am 23. März 1766 fand in Madrid der später
Berühmte Hutaufstand statt der sich
Gegen das Verbot breitkrempiger Hüte
Wie langer Mäntel richtete was der aus
Sizilien kommende Bourbone Karl III. als
Neuerung durch den Marques de Esquilache
Hatte einführen lassen um die nach seiner
Meinung rückständigen Spanier an die
Französische Mode von Dreispitz wie
Kurzem Mantel heranzuführen dabei
Wurde behauptet es ginge gegen die
Räuber und Diebe die sich unter den
Langen Hüten und Mänteln versteckten
Der Minister den der aufgeklärte König
Aus Italien mitgebracht hatte wurde
Infolge vertrieben ansonsten blieb der
Aufstand unblutig und das Verbot der
Langen Mäntel und Hüte wurde damit
Wieder aufgehoben die Aufklärung
Mit ihrer Mode ließ Spanien sich nciht
Einfach von einem Italiener diktieren
Vor allem weil dessen Arroganz bereits
Zuvor auf Widerstand gestoßen war
Bei den stolzen Spaniern die sich
Nicht als zurückgeblieben behandeln
Lassen wollten der geflohene König
Konnte eine friedliche Lösung durch
Verhandlung der Jesuiten erreichen
Die seine Rückkehr erst ermöglichten
Dennoch bemühte sich der Aufklärer
Weiter um deren Verbot im Vatikan
Was an dem Gerücht wahr war das
Die Jesuiten die Auslöser dieses
Typisch spanischen Aufruhrs waren
Lässt sich nicht mehr klären jedoch
War ihre Vermittlerrolle sehr in ihrem
Interesse beim Ringen um Macht
Wie Einfluss in Spanien was der
Bourbone französisch geprägt
Lieber verhindern wollte

jens tuengerthal 23.3.23

Revolutionsopfer

Revolutionsopfer

Revolutionen sind historisch wichtig
Sie führten zu ganz entscheidenden
Veränderungen im politischen System
Zumindest manchmal oder kurzfristig
Langfristig dagegen fielen ihr immer
Zu viele zum Opfer auch wenn sich
Die Zahl der Opfer der Unruhen in
Berlin am 18. März 1848 noch in
Grenzen hielt verglichen mit der
Oktoberrevolution in Russland
Oder der Kulturrevolution in China
Waren es doch 183 zivile Opfer
Die größte Gruppe unter diesen
Waren Handwerker und Arbeiter
Doch fanden sich Bürger aus
Allen Schichten der Gesellschaft
Zu ihrer Aufbahrung kamen weit
Über 100.000 Menschen vor den
Deutschen Dom am Gendarmenmarkt
An jenem 22. März des Jahres 1848
In Berlin der Autor Adolf Glaßbrenner
Meint sogar 300.000 gesehen zu haben
Was der Berliner Maler Adolph Menzel
Der gerade erst aus Hamburg wieder
Zurückgekehrt war in seinem Gemälde
Aufbahrung der Märzgefallenen das
Heute in der Hamburger Kunsthalle hängt
Festhielt dieses im Stil der Historienmalerei
Ausgeführte Bild zeigt Menzels Sympathie
Für die Revolution an der er aufgrund seiner
Reise nach Hamburg nicht teilnahm
Wobei Menzel schon vorab über den
Tunnel über der Spree als Gruppe zu
Den eher Sympathisanten gehörte was
Er wie Fontane später lieber verschwieg
Im dann kaiserlichen Preußen um nicht
Unangenehm aufzufallen als Revoluzzer
In der reaktionär nationalen Phase danach
Ob Revolutionen als gewalttätiger Umsturz
Der immer Opfer fordert darum etwas
Eher Gutes oder Schlechtes sind will ich
Nicht abschließend beurteilen auch wenn
König Friedrich Wilhelm IV. dann den
Märzgefallenen auf ihrem Weg zum
Friedhof die letzte Ehre erwies tat er
Unter dann Bismarcks Führung ab 
Herbst alles die errungene Freiheit
Wieder rückgängig zu machen was
Die traurige Seite dieser mutigen
Bürgerlichen Revolution auch war
Deren Ergebnis dann ein nationales
Denken als Untertanen war die dem
Späteren Kaiser zujubelten um sich
Nationaler Überschätzung hinzugeben
Die im sogenannten Dritten Reich
Ihren traurigen Gipfel dann fand
Dem hoffentlich Ende nationaler
Phantasien in Deutschland auch
Wenn Reichsbürger noch von der
Wiedergeburt träumen spricht alle
Vernunft gegen nationalen Kult wie
Dafür Revolutionen nur mit Vorsicht
Zu betrachten als eben immer auch
Lebensgefahr für zu viele

jens tuengerthal 22.3.23

Mittwoch, 22. März 2023

Staatswechsel

Staatswechsel

Können Staaten ihre Zugehörigkeit
Nach Gutdünken wechseln oder ist
Was auf der Krim oder im Donbass
Auf Putins Betreiben geschah immer
Ein Grund Kriege zu führen um das
Staatsgebiet was sonst beliebig noch
Wechselte wie es den Bürgern gefällt
In seinem Bestand zu verteidigen
Andererseits wer soll entscheiden
Als die Einwohner wem sie sich noch
Zugehörig fühlen wollen so entschieden
Die Mainzer etwa am 21. März 1793 im
Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent der
Im Deutschhaus zu Mainz tagte dass sich
Die Mainzer Republik dem französischen
Staat anschloss die Überbringer dieser
Frohen Kunde der Erweiterung nach Paris
Waren Georg Forster Adam Lux und
André Patocki wobei ersterer damals
Als Bibliothekar in Mainz arbeitete aber
Durch seinen Bericht über die Reise
Mit James Cook der den Pazifik viel
Genauer kartographierte als alle vorher
Bereits früh bekannt geworden war
Der 21. März sollte elf Jahre später
Weitere Berühmtheit in Frankreich noch
Erhalten weil dort der bis heute gültige
Code Civil unter Napoleon als erstes
Zivilgesetzbuch erlassen wurde
Der später Kaiser der Franzosen
Ließ an diesem Tag auch den Adligen
Louis Antoine Henri de Bourbon-Condé
In Schloss Vincennes exekutieren den
Er aus Baden wegen seiner Beteiligung
Am Attentatsversuch auf ihn entführte
Die Mainzer Republik bestand noch bis
Juli 1793 ihre Gründung war eine Folge
Des ersten Koalitionskrieges gegen das
Republikanische Frankreich an dem auch
Goethe mit Herzog Carl August teilnahm
Der mit der Kanonade von Valmy dann
Die Wende zugunsten Frankreichs brachte
Auf welche die Besetzung von Mainz folgte
Wo sich der Mainzer Jakobinerklub unter
Dem Motto Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit
Im Oktober 1792 gründete zu diesen gehörte
Der Arzt von Wedekind und Georg Forster
Das schließlich auf Dekret des Konvents
Zu Paris gegründete Mainzer Parlament kam
Am 18. März 1793 erstmals zusammen
Per Dekret wurden die bisherigen dort
Fürstlichen Rechte für erloschen erklärt
Was für das Land von Landau bis Bingen galt
Dabei war Mainz über viele Jahrhunderte
Der Sitz des Reichserzkanzlers gewesen
Also ein bedeutender Teil des wenig später
Aufgelösten Heiligen Römischen Reiches
Weil die Republik alleine nicht lebensfähig
Gewesen wäre beschlossen sie den Anschluss
An die französische Republik am 21.3.1793
Der am 23.3. beim Konvent beantragt wurde
Welcher den Antrag am 30.3. dann annahm
Insofern aber bereits preußische Truppen
Auf das Gebiet vordrangen sowie Mainz
Bis zum 23. Juli 1793 belagerten hatten
Die Beschlüsse kaum noch Auswirkungen
Nach der Besetzung wurden die Klubisten
Wie die Jakobiner genannt wurden verfolgt
Sowie eingekerkert und ihres Eigentums
Beraubt soweit sie nicht wie Forster flohen
Dies endete erst nach der Besetzung der
Linksrheinischen Gebiete durch die dann
Truppen Napoleons 1795 womit der Sitz
Des Reichserzkanzlers für 20 Jahre an
Frankreich angegliedert wurde somit zur
Ersten Deutschen Republik wurde die
Eine beachtenswerte Tradition mutig
Begründete die eines Gedenkens in
Zeiten von Besetzung und Befreiung
Zwischen Russland und Ukraine doch
Wert sein sollte auch als Teil unserer
Deutschen Demokratietradition noch

jens tuengerthal 21.3.23

Dienstag, 21. März 2023

Todesgegenwart

Todesgegenwart

Nie in den letzten Jahren war mein Vater
So gegenwärtig wie nun nach seinem
Friedlichen schnellen Tod denke ich
Dankbar für den guten Abschied ohne
Leiden oder lange Zweifel was fehlte
Wenn er nicht mehr da wäre sondern
Zugleich überraschend wie erwartet
Eine Erlösung bevor es schlimmer
Geworden wäre oder er seine so
Geliebte Freiheit verloren hätte
Ans Bett oder Zimmer gefesselt
Was er mit Gewissheit nie wollte
Aber mir der ich seine Schuhe wie
Seine Pullover trage auch Bilder
Von ihm um mich stehen habe
Ist er präsenter als lange Zeit
Aber mit dankbaren Gedanken
Für alles was er auch war wie
Genauso für das Glück seines
Würdigen Abschieds noch zur
Richtigen Zeit als freier Mann
Und ich merke wie der Tod so
In steter Gegenwart allen sonst
Schrecken verliert denn einerseits
Ist er gefeiert lebendig gewesen
Für alle die ihn kannten wie auch
Nun von allen Leiden erlöst was
Stets ein guter Grund ist zu gehen
Wenn eines das andere überwiegt
Kann über seine Gegenwart ohne
Schmerz lächeln wie mich freuen
Über das was er war wie wann er
Gehen durfte in Freiheit was zeigt
Epikur lag richtig mit seiner Weisheit
Der Tod ist nichts was wir fürchten
Müssten auch wo er so nah kommt
Wie beim eigenen Vater können wir
Gut mit ihm umgehen sofern unser
Geist nicht mit dem hadert was ist
Sondern sich lächelnd dem stellt
Was Natur zur Realität machte

jens tuengerthal 21.3.23

KInderkrankheiten

KInderkrankheiten

Ist Künstliche Intelligenz oder auch KI
Das größte Risiko der Gegenwart wie
Manche furchtsam meinen oder die
Große Chance überlegener Technik
Die sich logisch weiterentwickelt weil
Genau das ihrem Wesen entspricht
Weiß gegenwärtig noch keiner mit
Sicherheit zu beantworten denn was
Mensch aus Technik machen kann
Zeigte die Atombombe wie es uns
Jeder Krieg mit tödlicher Präzision
Wieder vorführt was zumindest so
Belegt was machbar ist wird auch
Gemacht damit einer sich damit dem
Anderen überlegen fühlen kann weil
Wir immer noch uns gerne schlagen
Im Spiel wie im Leben weil diese
Nach Maßstäben des Universums
So junge Menschheit nichts lernt
Immer wieder unzivilisiert ankommt
Jede Generation neu Zivilisation wie
Grundsätze des Friedens lernen muss
Um gut miteinander auszukommen
Ethik nicht im Gencode verankert ist
Wie dessen Feinde zu besiegen warum
Es illusorisch ist wenn der Ethikrat nun
Grenzen der Nutzung vorgibt wie es
Für die Gentechnik schon getan wurde
Welche dadurch nicht weniger gefährlich
In den Händen der Schurken wurde aber
Nicht so nützlich für die Rettung unter
Denen die sich für gut gerne halten
Angst war nie ein guter Ratgeber
Sondern nut als Mittel zur Flucht
Relativ tauglich aber wohin soll es
Gehen auch damit als vorwärts
Bremsen haben immer nur gut
Gebremst aber nichts befördert
Wie das Steuern dabei erschwert
Dessen sollte sich bewusst sein
Wer nun für mehr Grenzen plädiert
Von allem was es ohnehin gibt
Wo nur fraglich ist wer es wie nutzt
Wie gut wir darauf reagieren dazu
Machte Übung immer mehr Meister
Als Kassandras Mahnungen reichten
Wir werden immer tun was möglich ist
Wenn nicht wir tut es ein anderer der
Ethisch noch deutlich fragwürdiger ist
Ob auch China oder Russland dann
Es kommt gewiss fraglich ist nur wie
Gut wir darauf vorbereitet sind 
Welche Seiten der Diskurs offenbart
Statt die Augen zu verschließen weil
Alles gefährlich schrecklich klingt wird
Kenntnis und Vorbereitung über den
Umgang mit der Zukunft entscheiden
Kein Poet fürchtet je Maschinen die
Nie an sein Gefühl heranreichen
Wenn doch braucht es uns
Zumindest nicht länger

jens tuengerthal 21.3.23

Montag, 20. März 2023

Lusterfüllung

Lusterfüllung

Was wäre die größte Erfüllung
Bei der Lust sozusagen der
Superlativ von geilem Sex
Lese es und lache darüber
Habe alles mir vorstellbare
Voller Lust erlebt wie vieles
Ausprobiert was weniger zur
Erfüllung führte aber komisch
Zumindest am Ende stets war
Also irgendwie lohnend auch
Dabei sind mir am schönsten
Die Fälle ohne alle Mühe noch
In Erinnerung die einfach ein
Genuss waren nach unserer
Lustvoll harmonischen Natur
Die von alleine findet was passt
Das kann mal wild mal zart
Gewagt oder konventionell sein
Von vorne oder hinten mal eher
Zungig dann wieder küssend wie
Eng umschlungen verschmust
Erfüllend war was glücklich machte
Wonach beide sich erfüllt fühlten
Weil geteilte Erfüllung vermutlich
Der Schlüssel zum Glück ist bei
Eher komischer sonst Gymnastik
So ist der Superlativ ganz einfach
Gefühlvoll gegenseitig auf egal
Welche Art wo auch immer dabei
Verbunden um sich zu genießen
Mehr ist mir nicht vorstellbar auch
Mehrere hebt das nach aller Erfahrung
Nicht sondern relativiert nur die
Dabei Erlebnisse unnötig was
Schade darum wäre finde ich
Als großer Genießer der gerne
Lust schenkt wie genießt weil
Das Größte ist Gefühlssache
Jedesmal wieder hoffentlich
Wie beim ersten mal

jens tuengerthal 20.3.23

Liebestraum

Liebestraum

Was ist mein Traum in der Liebe
Frage ich mich mit vollem Herzen
Möchte ich etwas damit erreichen
Überlege ich nicht wirklich denn
Alle Ziele und Erwartungen töten
Keimende Liebe wie ihre Chance
Ein Glück im Moment zu sein sofort
Was ich lieber nicht riskiere um
Dafür was sein kann viel lieber mit
Vollem Herzen ohne zu genießen
Wie es eben kommt und dann ist
Weil mehr eher undenkbar scheint
Was sollte auch je noch mehr sein
Als das was in Liebe kommt als
Glück einfach zu genießen
Nichts was darüber je ginge
Fällt mir irgend ein warum ich
Zufrieden die Liebe genieße
Wo und wie sie sich zeigt
Was ziemlich traumhaft
Im Liebesleben immer war
Scheint nicht falsch zu sein
Tut zumindest noch gut und so
Wurde der Liebestraum einfach
Durch traumhafte Realität ersetzt
Wie Träume durch neue Träume

jens tuengerthal 20.3.23

Traumleben

Traumleben

Was wäre ein traumhaftes Leben
Kann ich den Traum davon je so
Leben wie ich es mir träume oder
Verlören die Träume in der dann
Realität zu viel wirklich zu sein
Noch ein Ideal dann zu bleiben
Überlegte ich einen Moment doch
Wurde mir beim nachdenken klar
Eigentlich lebe ich meinen Traum
Längst auf die eine oder andere
Art in immer wieder traumhaften
Teils geteilten teils einsamen Momenten
Voller Schönheit und Lust am dann
Leben was ich schon erlebte von
Geteilter Lust bis geträumter Liebe
Von Büchern bis zu Begegnungen
Vieles ist immer wieder traumhaft
Es fehlt nichts zum Glück dann
Vielleicht kommt es darauf an
Dieses Glück zu würdigen um
Genießen zu können was ist
Das oft mehr ist als je erhofft
Denke ich das Herz voll Sehnsucht
Die sich für Momente mal erfüllte
Woran ich dankbar zurück denke
Es war nicht immer alles ideal
Oft war es auch ziemlich schief
Aber dennoch auch traumhaft
In vielen wunderbaren Momenten
Die in mir weiterleben wie wieder
Neue Glücksgefühle auch kreieren
Die zu genießen traumhaft ist
Mehr erhoffe ich lange nicht mehr
Warum kleines Glück großes wird
In dann traumhafter Realität die
Für Momente genossen wie geteilt
Weiter trägt als alle sonst Ideale
Welche unerfüllt nur mit Gewissheit
Enttäuschen wie auf Dauer einen
Grund zum Jammern nur gäben
Es ändert sich durch die somit
Kleinteilige Betrachtung meines
Traumlebens nichts an der auch
Schwierigen Wirklichkeit die noch
Völlig ungewiss irgendwann endet
Aber durch die Konzentration auf
Lauter kleine traumhafte Momente
Finde ich mein Leben traumhaft
Immer wieder und was mehr 
Sollte ich je erreichen wollen
Überlege ich relativ glücklich

jens tuengerthal 20.3.23

Mitreisender

Mitreisender

Manche Menschen reisen gerne
Blühen unterwegs richtig auf weil
Die Unruhe ihre Passion ist als
Nichtreisender im Geiste Kants
Ist mir diese Sehnsucht fremd
Lieber verweile ich am Ort
In meiner geliebten Bibliothek
Wenn ich dann aber doch mal
Reisen muss betrachte ich mich
Gerne als nur Mitreisender der
Die bewegliche Welt erstaunt
Beobachtet die fremd bleibt
Aber erstaunliches vereinigt
Während die Züge lange Wege
Durch früher viele Länder nehmen
Von der einst Kurpfalz in das
Schon lange nicht mehr Preußen
Wie sich die Klangfarbe auch der
Sprecher an jeder Station ändert
In vielen deutschen Mundarten
Die immer auch überlegen lassen
Ob der Klang den Charakter prägt
Wie was es über wen verrät sich
Auf so etwas lokal einzulassen
Habe keine Antwort darauf 
Wie ich als in Bremen geborener
Der von Frankfurt bis in die eben
Kurpfalz aufwuchs um nun seit
Bald einem Vierteljahrhundert
In Berlin zu sitzen ohne Hoffnung
Wie Furcht je Berliner zu werden
Heimat ein seltsames Wort finde
Außer da wo meine geliebten
Bücher in Reihe ordentlich stehen
Und so muss ich nie irgendwohin
Reisen außer ganz manchmal
Bleibe auch im Zug nur ein
Mitreisender der daneben sitzt
Während das bewegte Volk sein
Nomadeleben mehr oder weniger
Digital lebt bleibe ich sesshaft
Finde diesen großen kulturellen
Fortschritt der was wir Kultur heute
Nennen erst ermöglichte deutlich
Erhaltenswerter als die vermutlich
Überbleibsel der Nomadenzeit
Was manche absurderweise sogar
Im Urlaub betreiben als Erholung
Mache ich nur notgedrungen als
Mitreisender mit Sehnsucht nach
Seinem Diwan in der Bibliothek
In Zeiten in denen keiner mehr
Irgendwohin reisen muss um
Sich überall verständigen zu können
Will hier nicht darüber mutmaßen
Welches Verhalten von einer weiter
Entwickelten Kultur wirklich zeugt
Es könnte zu eitel klingen aber
Daran zu erinnern wie Sesshaftigkeit
Erst Kultur begründete könnte vielen
Helfen zur Ruhe zu kommen was
Mehr Erholung schenkte als jede
Reise egal wohin denke ich
Während ich dem Rattern des
Zuges über abgefahrene Gleise
Zwischen Fulda und Hersfeld lausche

jens tuengerthal 20.3.21

Fusionswahn

Fusionswahn

Die Krise infolge des Konkurses
Der Credit Suisse soll nun durch
Die Fusion mit UBS abgewendet
Werden was zwei unter den bereits
Dreißig größten Banken zu einer
Noch größeren dann verschmilzt
So bekommt die Übernehmerin
Ihre Konkurrenz als Schnäppchen
Für nur drei Milliarden statt zehn
Die sie noch wert sein soll dabei
Wird sicher effektiv saniert also
Viele Arbeitsplätze eingespart
Damit all das sich lohnt und rechnet
Übernimmt die Schweiz Sicherheiten
Für über 100 Milliarden womit die
Schweizer Steuerzahler für das
Zockerspiel Investmentbanking
Gerade stehen müssen den noch
Guten Ruf der Schweiz als Hafen
Für großes Geld zu sichern
Was angesichts russischer aus
Rohstoffen gewonnener Milliarden
Existenziell für die Schweiz als
Standort sein dürfte warum die
Unsummen die nun infolge des
Konkurses der kalifornischen
Silicon Valley Bank nötig sind
Aus Schweizer Sicht eine lohnende
Investition in die Zukunft sind
Doch bedeutet eine nun noch
Größere Bank auch ein viel
Höheres Risiko im Falle des
Scheiterns beim Investmentbanking
Warum es endlich eine Trennung
Dieses Bereiches vom traditionellen
Bankgeschäft geben sollte was
Zwar weniger große Gewinne
An den Börsen verspricht dafür
Stabilität für Verbraucher sicherte
Den Staat nicht zur Rettung von
Angeschlagenen Instituten mehr
Verpflichtet weil sie wie vorliegend
Die Schweizer Raiffeisen Bank aus
Gewinnen an der Börse kauften
Eine klare Trennung wie eine
Strengere Kontrolle aller Fusionen
Wäre nun dringend nötig auch
Wenn unklar ist wie schnell die
Schweiz begreift dass dies auch
Für sie nötig wäre bleibt doch
Zu hoffen die dort starke Demokratie
Wird bei weiteren Milliardenhilfen
Die politische Reißleine ziehen
Damit die Welt zu einer Trennung
Der beiden Formen von Banken
Endlich für Stabilität kommt wie
Sich lokal kleinteiliger organisiert
Es machte Krisen überschaubar
Gäbe Gewinnen ein Maß was
Menschlich noch wäre

jens tuengerthal 20.3.23

Sonntag, 19. März 2023

Lustkontinuum

Lustkontinuum

Können wir unsere Lust halten
Oder verschwindet sie natürlich
Wenn wir einmal miteinander alle
Eingänge und Ausgänge erforschten
Es auf jede Art miteinander taten weil
Alles sich irgendwann wiederholt
Was so viele die Lust verlieren lässt
Wie verbunden mit Treuegelübden
Wider die menschliche Natur
Zur größten Lustbremse wurde
Wofür die Betrachtung auch der
Geschichte der Menschheit spricht
Die stets neue Abwechslung sucht
Um die Spannung zu halten dabei
Ist die höchste Kunst beim Sex die
Kleinen Varianten zu erkennen mit
Denen es jedesmal anders sein wird
Weil wir nie unter gleichen Bedingungen
Aufeinandertreffen sondern unter immer
Anderen Bedingungen was den gerade
Spiegel unserer Hormone wie auch die
Psychische Situation dabei betrifft
Die Bereitschaft den Unterschied
Mit jedem mal neu zu erkennen
Verleiht der Lust stets frische Flügel
Lassen wir sich mit Aufmerksamkeit
Füreinander frei fliegen um unser
Sein so zu genießen

jens tuengerthal 19.3.23

Liebeszeiten

Liebeszeiten

Hat jede Liebe ihre Zeit
Auch wenn wir sie gerne
Als unendlich träumen gar
In der Ehe ewig beschwören
Sogar mit körperlicher Treue
Als ob die mit der Liebe etwas
Zu tun haben müsste aber doch
Machen wir uns verliebt gerne
Zu Opfern des Liebeswahns der
Von Ewigkeit träumt wie damit
Den Moment mehr belastet als
Der Liebe als großes Geschenk
Für den geteilten Moment gut tut
Liebe lieber den Augenblick um
Das Glück ganz zu genießen
Frei von jeder Erwartung die als
Immer enttäuschte noch jede Liebe
Schnell erstickte was keinem gut tut
Vielleicht dauert eine Liebe so lange
Wie wir leben und dann ist es gut so
Es von ihr zu erwarten verhindert
Diesen Weg eher als ihn zu öffnen
So freue ich mich viel lieber am
Moment um zeitlos glücklich die
Liebe jenseits der Zeit zu leben
Möge Marcel traurig die verlorene Zeit
Weiter im irgendwo suchen was sich
In der Erinnerung irgendwann verliert
Lebe lieber in der gefundenen Zeit
Die kommt wie es ihr passt was zur
Liebe als unberechenbarer Größe
Schon immer am besten passte
Erwartungslos glücklich im Moment
Hoffnungslos verliebt in das Leben
Wie das Glück dieses zu teilen für
Die wunderbaren kleinen Momente
Welche manchmal teilbar sind

jens tuengerthal 19.3.23