Sonntag, 21. März 2021

Schicksalswege

Schicksalswege

Wenn Joseph im Auftrag von Jakob
Zu seinen Brüdern reitet die sich doch
Ganz bewusst von ihm distanzierten
Um schlimmeres zu vermeiden ist er
Ahnungslos und verhält sich zumindest
Naiv in seinem guten Glauben er könne
Als von Gott erwählter aller Missgunst
Trotzen die ihn härter prüfen wird als
Einer der Familie ahnen konnte deren
Späterer Retter der nervige Besserwisser
Mit kluger Vorratshaltung wurde die er
Dann in Ägypten im Auftrag des Pharao
Betrieb und die viele Leben rettete was
Das spannende Moment dieser kleinen
Biblischen Geschichte ausmacht die einen
Thomas Mann motivierte sie episch als
Großen Roman auszumalen den er mit
Gründen für seinen besten hielt auch
Wenn er schon Buddenbrooks wie den
Wirklich grandiosen Zauberberg schrieb
Weil er hier im episch biblischen Stil mit
Dennoch typisch mannschen Humor erst
Über alle Untiefen hinweg die Brücke
Zwischen Himmel und Erde schlug oder
Es literarischer zu formulieren alle Grenzen
Der Gattungen spielerisch aufhob sogar
In seiner klaren Prosa verschwommen
Lyrisch teilweise wird und so wagt die
Großen Epen der Geschichte auf seine
Unnachahmlich humorvolle Art noch
Fortzusetzen die gleichsam zwinkern
Wie menschlich voller Verständnis uns
Die Geschichte der Brüder erzählt die
Nach moralischen Maßstäben korrekt
Zumindest menschlich verständlich ja
Vernüftig auf den Göttersohn der doch
Auch ihr Bruder ist reagierten wie alle
Von uns alltäglich geforderte Vernunft
Es von uns verlangt während der Kleine
Als eitler erleuchteter Guru alle Ablehnung
Auch des Aufklärers in mir provozierte
Bei gleichzeitigem auch so innigen
Verständnis für diesen wohl Demian
Der viel facettenreicher ist als Hesses
Dieses netten schwäbischen Erzählers
Welcher Thomas Mann nie vergleichbar
Der seiner Umgebung weit überlegen
Intellektuell wie leider auch anmaßend
Spirituell und so auch alles vereint
Was ein egalitärer Demokrat wohl heute
Aus tiefster Überzeugung ablehnen müsste
Weil es vom rassistischen Geist des sich
Für erwählt haltenden Volks geprägt ist
Was aber selbst wiederum Opfer des
Allerschlimmsten Rassismus wurde der
Von Menschen gegen Menschen erdacht
Lese von den Brüdern für die Verständnis
Nach aller Vernunft da ist weil die noch
Privilegierung des spätgeborenen Sohnes
Ungerecht und gegen die Natur scheint
Die sie noch dazu mit weniger Schönheit
Bestrafte was sie dafür sehr menschlich
Mit mehr Fleiß zu kompensieren suchen
Und so fragt sich ob die Gerechtigkeit ein
Tauglicher Maßstab ist sobald Götter mit
Im Spiel irgendwo sind die auch völlig
Willkürlich urteilen können wenn es
Ihnen für den Verlauf der Geschichte
Angemessen erscheint als wäre Leben
Auch in seiner Ungerechtigkeit eine stete
Prüfung am bösen Schicksal das zeigt
Wie treu wir im Glauben an jene nur
Geaberglaubten Mächte sind auch gegen
Alle Vernunft und sonst Moral was der
Geschichte des Joseph eine Wende gibt
Die den Besserwisser und Scharlatan
Der als eitler Knabe die Brüder tödlich
Nervte zum weisen Seher macht als
Der er sich schon immer sah auch wenn
Aller Anschein gegen ihn sprach sogar
Vater Jakob seinen Liebling rügte dabei
Konnte der Sohn der geliebten Frau
Sich sonst alles fast herausnehmen
Stand vorne in der Gunst des Vaters
Der nur nach außen formelle Gerechtigkeit
Übte die Fasson zu wahren was so
In der einfühlsam realistischen Beschreibung
Zugleich alle Moral infragestellt um so
Den göttlichen Willen oder dessen eben
Willkür über alles zu stellen womit die
Fragliche Begründung einer Moral im
Transzendenten Bereich ihre ganze
Sittliche Wertlosigkeit offenbart zumindest
Im Schatten des kategorischen Imperativ
Wobei sich fragt wollte der Bürger Mann
Der mit einer bürgerlichen Jüdin aus
Bester Münchner Familie verheiratet war
Diese vollkommene Infragestellung des
Moralischen Werts religiöser Moral die
Auch wenn sie ihr Ziel noch erreicht
Dabei völlig willkürlich vorgeht ohne
Auf die Folgen für die Gesinnung zu
Achten weil sie ja höhere Wahrheit
Zu verkünden meint was Mann als
Konflikt in Jakob und seinen Söhnen
Bis auf Joseph so treffend beschreibt
Die natürliche Empörung über die
Ungerechtigkeit des Schicksals was
Immer dies wem auch sein soll ist es
Stets basiert im unfreien Aberglauben
Und so verstehe ich was Mann an der
Kleinen biblischen Familiengeschichte
So fasziniert hat die uns tief in unsere
Abgründe blicken lässt wie zugleich
Die Basis aller Moral hinterfragt den
Begriff des Erwählten neu aufwirft
Gegen das Maß der Gerechtigkeit
Was fragen lässt wie tauglich dieser
Höchste Maßstab der Demokratie
Auf Dauer praktisch sein kann ohne
Eine sichere Antwort zu bieten uns
Mit den großen Fragen des Lebens
Allein lässt die so völlig entsetzlich
Ungerecht sein können immer noch
Wie es Liebe und Glaube lehren auch
Wenn am Ende jeder seines bekommt
Im geaberglaubten Jenseits wird es
Auf Erden was als einziges sicher ist
Immer ungerecht bleiben aber wofür
Vor allem wem dann Glaube dient
Scheint eine logische Frage dem
Kritischen Kant geprägten Geist
Wobei wenig außer der Manifestation
Des Ist-Zustandes erkennbar wird
Was dem Charakter der Religion als
Element des Bestands verdeutlicht
Wer will dass alles bleibt wie es ist
Glaube weiter die übrigen mögen
Sich dem Denken zuwenden was
Die Geschichte von Joseph so
Sicher nicht lehrt aber manchmal
Ist es besser von hinten zu kommen
Moralisch frei zu werden

jens tuengerthal 21.3.21

Samstag, 20. März 2021

Liebeselend


Liebeselend

Gerade mal wieder das ganze Elend
Der Liebe miterleben dürfen die uns
Von uns selbst entfernt mit Selbsthass
Wie Zweifeln in die totale Verzweiflung
Stürzt in der wir uns selbst zerstören
Zum Glück diesmal als nur Beobachter
Eine liebe Freundin war zum Wein
Gekommen und versank kaum war
Sie angekommen im heulenden Elend
Brachte sie dann bald nach Hause
Wo sich die seit Wochen am Rande
Ihrer Kräfte nur noch vegetierende
Ausschlafen wollte und auf dem Weg
Erzählte sie mir noch die Geschichte
Die viel Mitleid in mir weckte bei der
Aber gut ist dass sie schnell vorbei
Eigentlich schon hinter ihr lag aber
Mit jedem zweiten Satz versuchte sie
Ihn zu rechtfertigen wie sich dafür
Zu beschuldigen dass es nicht gut
Ausging weil sie Druck gemacht hätte
Klarheit und Offenheit forderte während
Er sie nur hinhielt und benutzte dabei
Widersprach sie jedem Versuch von mir
Ihr deutlich zu machen was er mit ihr
Gemacht hat und rechtfertigte ihn
Bis ich irgendwann aufgab es ihr
Mit Vernunft klar machen zu wollen
Weil sie nicht zugänglich war lieber
Sich selbst immer weiter verletzte
Versuchte nur ihr zu zeigen dass es
Immer das gleiche Spiel ist und wer
Voll verzweifelter Liebe am Boden liegt
Sich lieber noch treten lässt statt den
Tatsachen ins Auge zu sehen dass
Der andere sich unfair dabei verhielt
Oder eben einfach nicht liebt was
Durch kein Argument zu ändern
Zwischendurch kam etwas an dann
Bemerkte sie wie froh sie sein könne
Dass es so schnell vorbei war aber
Diese kurzen Lichtblitze der Vernunft
Versanken schnell wieder im Elend
Der Verzweiflung alleine alt zu werden
Sie wollte unbedingt eine Beziehung
Mit einem Herz voller Liebe die aber
Schon von der immer enttäuschten
Erwartung so getrübt war dass es
Alles andere erstickte und scheitern
Musste was den Vorwürfen gegen
Sich eine Berechtigung gab aber
Ganz anders als sie dachte weil
Die Sehnsucht und das Gefühl
Alles andere lähmten war sie in einer
Sackgasse des Liebeselend aus der
Solange sie sich selbst hasste kein
Entkommen möglich gefangen hielt
Dabei ist sie doch eigentlich
So eine wunderschöne kluge Frau
Mit der du einfach glücklich wärst
Ein Leben teilen zu können wenn
Die Erwartung ihr nicht im Wege
Auf der Suche nach Glück wäre
Wusste nicht was ich ihr noch
Sagen sollte um sie einerseits
Zu trösten andererseits ihren Stolz
Anzuspornen dass der Typ sie nie
Wert war und irgendwann standen
Wir wieder bei ihr vor der Tür 
Hatte viel gesagt und viel zugehört
Weiß nicht ob ein Wort sie erreichte
Vermutlich nicht darum schreibe ich
Darüber vielleicht liest sie es denn
Eigentlich ist es doch ganz einfach
Glücklich macht die Liebe nur die
Es sind und fraglos genießen können
Jenseits aller enttäuschten Erwartung
Wo diese herrscht kommt nichts mehr
Als die selbsterfüllende Prophezeiung
Des eigenen endlosen Elends das
Sich im täglichen Leiden bestätigt
Warum ich lieber nichts mehr erwarte
Mit dem was ist glücklich bin um
Nicht die Möglichkeit des Glücks vorab
Zu ersticken und den alten Traum
Von großer ewiger Liebe aufgab
Manchmal passt es perfekt dann
Ergibt es sich von alleine und da
Wo nicht lohnt nie die Mühe
Denke ich solange ich mich nicht
Vom verliebten Herz dominieren lasse
Also noch irgendwie denken kann
Warum wohl jeder Rat müßig ist
Dankbar dürfen wir sein wenn wir
Noch so unser Herz verlieren können
Dass ohne alles verloren scheint
Dieser Mut zum Elend der Liebe
Denke ich jenseits aller Besserwisserei
Macht sie so liebenswert möge sie
Sich den Mut dazu erhalten um
Vielleicht für Momente damit noch
Glücklich sein zu können denn mehr
Geht vermutlich nie und genau das
Ist alles was ich ihr hätte sagen sollen
Ihre Verzweiflung und ihr Elend ist
Ausdruck ihrer Größe und darauf
Kann sie stolz sein aber besser
Wird es damit auch auch nicht
Weil die Liebe immer beides ist
Elend und Glück im Wechsel
Mehr als sich darüber zu freuen
Wenn es mal kurz gut geht
Bleibt uns wohl nicht übrig

jens tuengerthal 20.3.21

Erdoganzheit


Erdoganzheit

Erdogan ist ein Islamist in Konsequenz
Versucht durch wirtschaftliche Erfolge
Vom politischen Terror in seiner immer
Mehr Bananenrepublik abzulenken die
Gern an die Tradition des Sultans auch
Historisch anknüpfte was außer in der
Architektur nicht wirklich gelingt und so
Stürzt er sich abstürzend auf das Opfer
An dem sich der politische Islam gern
Auslässt die Frauen was er gerade
Dadurch zeigte dass er die Istanbul
Konvention zum Schutz der Frauen
Verlässt als eben kleiner Feigling der
Auf die Zustimmung der anatolischen
Bauern wohl hoffen wird dafür sein
Land weiter von Europa entfernt aber
Vielleicht ist dieser absehbare Untergang
Eines reaktionären Popanz gut so und
Wird Konstantinopel nach ihm der ein
Zerstörtes unfreies Land zurücklässt
Als griechische Provinz europäisch
Was es länger war als türkisch je
Sein wir geduldig jeder Popanz
Inszeniert seinen Untergang

jens tuengerthal 20.3.21

Frühlingsfülle

Frühlingsfülle

Heute beginnt der Frühling zumindest
Atromomisch betrachtet wegen der
Heute Tagundnachtgleiche die etwa
An diesem Tag in Mitteleuropa wie
Nordamerika stattfindet während er
Meteorologisch schon am 1. März
Begann um das Jahr in drei jeweils
Gleiche Abschnitte zu teilen die nicht
Wie die Gleichen im Jahr variieren
Daneben gibt es noch den religiösen
Wie den phänologischen Anfang des
Frühlings die noch mehr variieren je
Nach Höhe oder Lage in der ich bin
Im Süden Italiens viel eher kommt
Als nahe dem Polarkreis noch je
Warum die breite Mitte als Durchschnitt
Für alle gewählt wurde die auch mit
Tagundnachtgleiche etwa passt aber
Spannend wird es eigentlich erst wenn
Die Frühlingsgefühle beginnen die
Uns völlig kopflos wieder machen
Aber manche nie wirklich erreichen
Der Frühling steht für Fülle und also
Üppiges Wuchern was bei einigen
Noch völlig verpönt ist die lieber ihr
Bescheidenes Leben lang hungern
Alles drängt wieder nach draußen
Um sich zur Paarung zu zeigen
Womit Paaren immer was fehlt
Was sie durch Erneuerung ihrer
Verlogenen Schwüre von stets
Beschränker Haltbarkeit verbergen
Sie zeigen sich dennoch voller
Hoffnung auf Bestätigung wie mit
Geheimer Vorfreude auf stolze
Zurückweisung die aber nur eine
Sublimiert behinderte Form unserer
Natürlichen Bedürfnisse ist die dafür
Anderweitig kompensiert werden was
Uns dem Ursprung des Krieges wohl
Näher bringen könnte als der Dinge
Wie Heraklit fälschlich noch annahm
Aber bis auf Epikur waren die alten
Griechen ohnehin weniger die großen
Frauenversteher was im Orient noch
Bis heute vielen schwer fällt aber
Kein Thema im Frühling ist den wir
Gern der Illusion großer Gefühle
Widmen mit denen aber kaum einer
Den Sommer noch übersteht aber
Vielleicht ist die Illusion des ewigen
Nestbau die schönste von allen die
Uns jeden Frühling wieder verwirren
Nun ist er da und ich genieße es
Komme was und wer wolle

jens tuengerthal 20.3.21

Erderschütterung

Erderschütterung

Gerade freute sich der Planet noch
Über etwas Erholung beim Klima
Dank Corona da streben die ersten
Kaum wieder freigegeben gen Malle
Mit erwartbarem Ergebnis wenn der
Mutantenstadl mit den Briten dort
Feiert als wäre nie etwas gewesen
Wird der Lockdown sicher verlängert
Leider haften die Idioten nicht dafür
Doch werden all diese menschlichen
Auswüchse klein und unwichtig wenn
Die Erde gehörig zu beben beginnt
Hier und dort Feuer spuckt wie just
In Island wieder was schonmal allen
Flugverkehr stoppte wie die Beben
Aller Orten ein wildes Grollen wie
Mögliche Bewegung im Untergrund
Schon sicher uns vorab offenbaren
So könnte ein Vulkan in Island den
Flugverkehr auf andere Inseln nun
Vorab erledigen mit genug Staub
In der Atmosphäre die wieder allen
Klimaschutz müßig scheinen lässt
Was können wir schon machen
Gegen Erdbeben und Ausbrüche
Fragt wer an Kontrolle glaubt die
Möglicherweise eine Illusion ist
Wir können zumindest noch das
Menschenmögliche tun um so
Schlimmeres zu verhindern im
Wissen wir können ganz viel
Nie ändern weil Natur ist wie
Sie eben ist und tut was ihr
Gefällt egal was wir denken
Aber vielleicht hilft diese endlich
Erkenntnis uns mehr zu genießen
Was ist statt ewig zu kämpfen
Gegen Windmühlen des Aberglauben
Lieber die kurze Zeit voller Lust nutzen
Im Schatten des Gebotenen also mit
Rücksicht im Lichte des KI lustvoll
Unserer Natur gemäß zu leben
Da mag die Erde beben oder
Feuer spucken wie sie will
Bis dahin war es gut was
Nicht zu ändern ist
Ist egal für mich

jens tuengerthal 20.3.21

Liebesgelassen


Liebesgelassen

Liebe stiftete große Aufregung
In meinem Leben immer wieder
Schönstes Glück wie schlimmstes
Unglück wechselten sich dabei
Mit großer Intensität regelmäßig
Ab ohne einer Regel zu folgen
Vielmehr verirrte ich mich in dem
Folgenden Chaos immer wieder
Auf das schönste Glück jemals
Zu verzichten schien mir völlig
Unmöglich vor allem angesichts
Der ungestillten Sehnsucht nach
Nähe und Zärtlichkeit wie dem
Hehren Ziel von Familie bis
Die Liebe mich jeden Kontakt
Zum Leben verlieren ließ was ich
Weiß noch nicht wie überlebte
Doch lehrten mich die folgenden
Jahre mit teils wechselnden wie
Bleibenden Geliebten wie gut sich
Ohne alle Aufregung leben lässt
Dann fehlt zwar der Superlativ
Von erfüllender Liebe stattdessen
Bekam ich dauernde Gelassenheit
Wie viel mehr Zeit für mich was
Endlich deutlich machte es braucht
Die Extreme im Leben nicht mehr
Um dauerhaft glücklich zu sein
Gehöre keiner ganz und muss
Nicht alles von einer erhoffen
Erspart viele Enttäuschungen
Macht miteinander zufriedener
Liebe die bleibt kommt ganz
Langsam und in Ruhe was
Geblieben ist war gut so
Aber immer unerwartet
Sondern zufrieden
Mit dem was ist
Alles andere
Kann mich mal
Gern haben
Liebe künftig lieber
Mehr mein Leben
Glücklich zu bleiben

jens tuengerthal 19.3.21

Freitag, 19. März 2021

Coronaachterbahn


Coronaachterbahn

Die Menschen sind genervt
Von der Coronaachterbahn
Die auf und wieder zu macht
Schimpfen auf die Politik statt
Sich selbst angemessen noch
Zu verhalten werden Flüge 
Nach Malle gebucht damit alles
Wieder wie vorher ist keiner
Etwas entbehren will in der
Pandemie sich die Bürger
Genauso idiotisch verhalten
Wie die Ministerpräsidentinnen
Sich aber über das Ergebnis
Den Anstieg der Infektionen
Nach Öffnung der Schulen
Wie weiterer Lockerungen
Weil Politik zu schnell lockert
Um dem Wähler zu gefallen
Noch erstaunt wundern hier
Wird erreichtes wieder verspielt
Wissenschaft und Medizin sagen
Seit Wochen was nun Realität
Letztes Jahr regierte die Kanzlerin
Allein und erreichte sehr viel
Dieses Jahr fahren wir weiter
Auf der Coronaachterbahn
Beschwert euch nicht 
Ihr wolltet es genauso
Machtet alles was erlaubt
Jeder ist verantwortlich
Ändern wir endlich was
Predige es seit Sommer
Immer wieder das gleiche

jens tuengerthal 19.3.21

Vergleichsweise


Vergleichsweise

Wie Montaigne über den Vergleich
Oder die Gegendarstellung denkt
Zeigt er wunderbar in seinem Essay
Zu Seneca und Plutarch gegen Ende
Des II. Buches wo er von sich schon
Als alter Mann spricht der aus unsrer
Sicht mit 61 nicht mal das Rentenalter
Lebendig noch erreichte aber die
Weite seines Horizonts wie seine
Auch journalistische Frechheit die
Wie in einem Feuilleton einen Bodin
Ein vergessener Autor seiner Zeit nur
Vorführt der über Plutarch urteilte ohne
Vermutlich mit tiefen Kenntnis eines
Michel de Montaigne zu rechnen der
Als Humanistenkind schon als Knabe
Die Klassiker fließend lesen konnte
Ist bei jeder Lektüre eine Offenbarung
Egal ob ich seinem Urteil zustimme
Geht es ihm auf seine humorvolle Art
Weniger um Abgrenzung als um eine
Nachhaltige Integration die Verständnis
Für Zeit und Situation noch zeigt die
Geradezu modern noch scheint wie
Bei der Verteidigung des Seneca
Deutlich wird den er vor dem Vergleich
Mit dem Kardinal von Lothringen den
Erzieher von Karl IX. in Schutz nimmt
Auch wenn Seneca als Erzieher Neros
Vielleicht weniger erfolgreich war denn
Als Philosoph und Autor der uns blieb
Weil jener Kardinal so gut er sei was
Montaigne als Teil der katholischen
Partei sagen musste doch geistig weit
Hinter dem römischen Denker liegt
Der eine eigene Schule begründete
Welche die kleinlichen Vorwürfe er
Sei begierig und geizig zur genüge
Widerlegten jedenfalls die Diskussion
Dazu überflüssig machte womit er
Dem Kritiker nicht nur das Argument
Raubt sondern ihn auch lächerlich
Dazu noch macht was auf seine
Dezente Art von echter Überlegenheit
Zeugt die den Leser lächeln lässt
Zumindest mich und hoffentlich so
Manche Leserin künftig auch noch
Denn Montaigne hatte stets Witz
So ernst seine Apologie ihm ist
Mit soviel verstecktem Humor
Kommt sie für denkende Leser
Die dem kleinen großen Mann
Zu gerne darum bis heute folgen
Er bildet lächelnd nebenbei

jens tuengerthal 19.3.21

Donnerstag, 18. März 2021

Manchmal


Manchmal

Manchmal ist 
Weniger mehr
Dann weißt du
Einer denkt an
Dich mit allem
Wie jetzt dann
Ist auch genug
Wir nennen es
Lieber nicht
Was es ist

jens tuengerthal 18.3.21

Impfstoppstopp


Impfstoppstopp

Der Impfstopp wurde gestoppt
Weil Vorteile Risiken überwiegen
Was schon relativ klar war aber
Dennoch ist die Vorsicht besser
Als ein irgendwie Risiko wären
Impfgegner und Covidioten je
Irgend vernünftig könnten sie
Beruhigt sein so dürfen wir
Auf die Verschwörung schon
Gespannt sein wäre es nicht
So peinlich könnte es wohl
Komisch sein was manche
An Panik nun verbreiten
Finde es beruhigend wenn
Trotz aller Kosten einer solchen
Unterbrechung der Staat sofort
Reagierte als ein Risiko auftrat
Dies wurde ordnungsgemäß geklärt
So wird Vertrauen gestärkt
Nun geht es weiter wie vorher
Kein Grund zur Aufregung
Besser einmal zu früh gestoppt
Als zu lange gewartet
Thema erledigt

jens tuengerthal 18.3.21

Märzwert


Märzwert

Die Märzrevolution von 1848 begann
In Berlin am 18. März nach einem
Schuß in der unruhigen Menge die
Sich vor dem Schloss versammelte
Zuvor hatten sie Freiheitsrechte
Wie eine Verfassung gefordert
Nach der Flucht Metternichs aus
Wien am 13. März wurden die
Bürger mutiger und es kam am
16. März zu ersten Kämpfen
Nachrichten brauchten ja noch
Bevor die Unruhen ausbrachen
Verkündete der König noch sehr
Weitgehende Zugeständnisse wie
Pressefreiheit und eine Verfassung
Der Rest wären eine Frage der Zeit
Nur noch gewesen die der Aufstand
Gewaltsam unterbrach und am Ende
Des wilden Jahres 1848 in dem dann
Bismarck politisch erstmals auftaucht
Ins Gegenteil wieder verkehrt wurde
All das wie der Verlauf der ersten
Großen Berliner Revolution sind
Inzwischen bekannt und erforscht
Dort stand ein Fontane auf den
Gegen die Soldaten errichteten
Barrikaden im Osten der Stadt
Wie ein Virchow am damals 
Noch westlichen Rand Berlins
Unweit der Charité während
Der östliche Rand am heute
Alexanderplatz schon war aber
All dies können Interessierte längst
In vielen Büchern nachlesen wurde
Im DHM anschaulich bebildert dessen
Bau anlässlich der Unruhen als da
Noch Zeughaus der preußischen Armee
Auch gestürmt wurde aber darum
Soll es in diesen Versen nicht gehen
Auch nicht um die Märzgefallenen
Die einen Friedhof im hier nahen
Friedrichshain erhielten den noch
Bis heute die Erben der SED für
Typisch linke Propaganda nutzen
Vom Vorspiel in den Zelten wie
Auch bei Lutter & Wegner schon
Damals am Gendarmenmarkt sei
So wenig die Rede wie vom König
Friedrich Wilhelm IV. der den Hut zog
Den Gefallenen die Ehre zu erweisen
Auf Aufforderung der Demonstranten
Was viel interessanter mir scheint
Ist der Mehrwert der Märzrevolution
Was sie am Ende wirklich brachte
Ob eine Revolution des Gedenkens
Je wert war oder Reformen immer
Menschlicher Land und Leuten
Mehr entsprachen als der Umsturz
Der mit viel Radau Opfer forderte
Den dennoch viele weiter verklären
Wie weit der Radau aus der Masse
Ein gutes Ergebnis bringen konnte
Woran zu zweifeln es gute Gründe
Schon immer gab auch ohne ein
Königstreuer Reaktionär zu sein
So forderte die Revolution von 1848
Über das Jahr noch zahlreiche Opfer
Ließ das ambitionierte Parlament in
Der Frankfurter Paulskirche scheitern
Auch die gewährten Freiheitsrechte
Wurden am Ende des Jahres wieder
Kassiert die Reaktion regierte im Reich
Gestärkter als zuvor verzögerte so
Die Entwicklung zur Demokratie noch
Fast 70 Jahre bereitete damit auch
Dem chauvinistischen Nationalismus
In Deutschland den Boden in einer
Breiten bürgerlichen Schicht die sich
Vom Geist der Reformen abwandte
Wie Friedrich Wilhelm IV. die ihm
Vom Parlament angetragene deutsche
Krone ablehnte weil sie ihm mit dem
Sudelgeruch der Revolution behaftet
Keine würdige Ehre zu sein schien
Wogegen sich sein Bruder Wilhelm
Der 48 zur Reaktion gegen Reformen
Zählte sie sich 22 Jahre später dann
In Versailles von Bismarcks Gnaden
Selbst aufs Haupt setzte was das
Zweite Kaiserreich begründete mit
All seinen schrecklichen Folgen
Und so führte 1848 zu nichts gutem
Störte im Gegenteil einen bereits
Begonnenen Prozess der damals
Mit Zugeständnissen Reformen
Einleitete so war das am 18. März
Verkündete Gesetz liberaler als
Vieles was bis 1918 folgen sollte
Hier ähnelt die Revolution der
Reformation die in Deutschland
Wie Europa bis 1648 dauernde
Kriege verursachte obwohl die
Kirche der Renaissance freier war
Als alles was danach aus Rom kam
Zwar hat Luther wichtige Gedanken
Zur Freiheit angestoßen jedoch den
Selbst im Aberglauben verharrend
Den freien Geist zu lange noch im
Mittelalterlichen Denken gefesselt
Auch wenn er sich gegen die Bauern
Mit den Fürsten verbündete die ihm
Nach Worms das Leben retteten
Stoppte seine Reformation den
Geist der Renaissance und also
Der Freiheit in Deutschland was
Zeigt ob Revolution oder Reformation
Von gewaltsamen Umstürzen lassen
Die Deutschen besser ihre Finger weil
Langsame Reifung mehr Erfolg
Für die Freiheit verspricht als der
Versuch gewaltsamer Unstürze
Dagegen sind die liberalen Reformen
Von 1918 und nach 1945 Produkt
Eines verlorenen Krieges damals
Von Siegern oder Zwängen diktiert
Nicht Ergebnis einer Revolution
Auch wenn der 9. November gern
Als deutsche Revolution hochgehalten
Übergab real Prinz Max von Baden
Friedrich Ebert friedlich die Macht um
Die soziale Revolution zu verhindern
Eine Ordnung aufrecht zu erhalten
Was heute gern als unsere Revolution
Verklärt wird die so wenig eine war
Wie die Grenzöffnung am 9.11.1989
Weil wir nicht vergessen sollten dass
Diese außer in den USA nahezu 
Nirgendwo auf der Welt insofern
Mit Gewalt angestoßen mehr Freiheit
Wirklich brachten die USA dagegen
Wie alle ehemaligen Kolonien sind
Mit dem Aufstand gegen das Empire
Den Weg zur Freiheit gegangen
Mußten aber dafür im 19. Jahrhundert
Noch schmerzhaft um diese ringen
Weil mit Sklavenhaltern kein freier
Staat zu machen war und deren
Ungeist verfolgt sie bis zu Trump
Dem Profiteur der Spaltung ob
Diese ihnen erspart geblieben wäre
Bei einem friedlichen Ende des
Empire ist einen Gedanken wert
Der auf die Lösung vieler Konflikte
Uns noch hinweisen kann die besser
Friedlich als revolutionär gelöst
Würden was Zeit braucht die
Revolutionäre selten haben
Warum bei ihnen Misstrauen
Immer eher angebracht wäre
So gedenke ich dem 18. März 1848
Und denke besser wäre es ohne
Der ewige Friede wäre die einzige
Revolution die erstrebenswert wäre
Aber der ist nur friedlich erreichbar
Durch Verträge ohne Gewalt

jens tuengerthal 18.3.21

Glaubensgutachten


Glaubensgutachten

Gerade wurde das Gutachten zum
Missbrauch der kölschen Römer
Veröffentlicht was den dort Kardinal
Woelki in den 7. Himmel schickte
Zumindest vollständig entlastete
Was immer im vorigen stand ist
Der Server des Amtsgerichts zu
Köln schon abgestürzt unter dem
Vorher Andrang der Austritte der
Nach der bestellten Entlastung nun
Vermutlich kaum gefordert wird
Hat die Angelegenheit doch einen
Gewissen kölschen Humor der
Manche dort lachen lassen könnte
Es ist ein Witz wenn der nun vom
Zweiten Gutachten entlastete hart
Als großer Aufklärer durchgreift aber
Es gilt auch hier nulla poena wonach
Als unschuldig zu gelten hat wessen
Schuld nicht nachgewiesen wurde
Dies gilt auch für einen Kardinal ob
Strafrechtlich etwas relevant ist was
Vermutlich längst verjährt dahingestellt
Wer sich dem Verein für Missbrauch
Freiwillig anschließt trägt es weiter mit
Alle die nicht austreten stützen damit
Moralische Verlogenheit wie sie aber
Vielleicht auch manchen entspricht
Und dies nicht nur im Rheinland
Die sehr menschlich wohl tröstet
Es gibt keinen vernünftigen Grund
In dieser Sekte länger zu bleiben
Als das Gefühl von Tradition dabei
Was aber vielen genügt in Zeiten
Der steten Veränderung von allem
Also auch keinen auszutreten weil
Es ist wie es ist und stets war
Ob mit dem Gutachten nun Ruhe
Im katholischen Haufen einkehrt
Wird die Zeit zeigen es hängt wohl
Weniger an Woelki als es dem je
Zeitgeist entsprechen muss was
Mit einem katholischen Kanzler
Laschet vielleicht weiter noch liefe
Könnte ein Protestant Söder ganz
Anders wieder beleuchten ob die
Einst Bonner Republik nach der
Dekade unter der protestantischen
Preußin wieder einen Rheinländer
Feucht fröhlich katholisch braucht
Wird vielleicht wichtiger für die Zukunft
Der Kirche als dieses Gutachten was
Den Kölner Kardinal zu kategorisch
Sauber wäscht als dass es einer
Ernst nehmen könnte denn auch
Die Bigotterie ist ein Teil des alten
Rheinischen Katholizismus wozu
Porentiefe Reinheit kaum passt
Der Bau des Doms brauchte noch
650 Jahre bis zur Vollendung als
Köln Teil des protestantischen Preußen
Für hundert Jahre rund wurde die von
Romantik und Schinkel geführt einen
Schon antagonistoschen Bau vollendeten
Das Gutachten klärt ein wenig auf
Lässt einige Köpfe rollen vermutlich
Auch in Hamburg als nächstes aber
Ändert nichts am Problem der Kirche
Was Moral auf Phantasie aufbaut
Aberglaube zur Grundlage dieser
Macht der damit alles ethische fehlt
Rigorose Regeln anstatt und die
Strafen aus dem Reich der Phantasie
Wie die erfundene Hölle braucht ihre
Schäfchen zu disziplinieren da es an
Intrinsischer Motivation logisch fehlt
Die der allmächtige Gott entbehrlich
Gemacht hatte warum das System
Wie Judentum und Islam so lange
Gut zur unkritischen Disziplinierung
Aus diesen Sekten passte warum
Eher wundert wie lange noch über
Diese historisch gewordenen Sekten
Geredet werden muss die eben jene
Unmoral die sie laut beklagen 
Systemisch in sich tragen aber
Sie sind halt kulturhistorisch bedeutend
Was manche Tradition uns erklärt
Das Gutachten bestätigt nur was
Alle längst wussten aber um das
Wissen geht es im Glauben nie
Wenn der inszenierte Skandal
Drei zum nachdenken bringt
Ist genug erreicht denk ich
Jede Aufklärung ist gut
Auch durch Lügner

jens tuengerthal 18.3.21

Mittwoch, 17. März 2021

Liebesdefinition


Liebesdefinition

Was Liebe ist
Exakt definiert
Hab ich keine Ahnung
Gefühle Hormone Natur Erziehung
Spielen eine Rolle
Macht manchmal glücklich
Mindestens so oft unglücklich
Funktioniert im Wechselspiel
Meist schlicht dialektisch
Stirbt an Erwartungen
Ist hoffnungslos tot
Mehr nicht als
Ist was es ist
Fertig

jens tuengerthal 17.3.21

Zellenklonen

Zellenklonen

Nun wurden erstmals menschliche Zellen
Geklont ohne embryonale Zellen also
Zeugung ohne Zeugung unter Zeugen
Da wissenschaftlich damit erst belegbar
Für jeden an jedem Ort zu jeder Zeit
Was medizinisch große Vorteile bringt
Stellt ethisch entscheidende Fragen
Dürften wir ein Duplikat von uns als
Medizinisches Ersatzteillager klonen
Oder immer nur jedes Organ einzeln
Im Reagenzglas züchten um nicht
Leben für Leben zu vernichten
Wäre ein ewiges Leben technisch
Zumindest theoretisch erreichbar
Dahingestellt ob wünschenswert
Wenn wir so Leben retten können
Müssen wir dann nicht alles tun
Was wir können es zu erreichen
Sind die Grenzen die wir ziehen
Nicht eher religiös geprägt als
Irgend wissenschaftlich vernünftig
Ist alles was heilt auch gut
Was hat es mit dem Zauberlehrling
Zu tun den Goethe scheitern lässt
Brauchen wir mehr Freiheit oder
Gefährden wir mehr in unbekanntem
Terrain als wir gewinnen können
Werden wir es erfahren ohne in
Das Neuland aufzubrechen
Habe keine sichere Antwort
Auf alle sich stellenden Fragen
Mehr ist ungewiss als klar wird
Wer Wissen beschränkt übt damit
Zensur aus nur wer aufs Eis geht
Ohne seine Stärke zu prüfen
Kann schnell einbrechen
Bis sicher ist was passiert
Alle Folgen kalkulierbar sind
Ist dringend Vorsicht geboten
Wir basteln am Schaltplan ohne
Alle Auswirkungen zu kennen
Nur so wird Krebs heilbar
Es wird nun weitergehen
Doch sein wir uns dabei bewusst
Es gibt keine einfache Antwort
Auf all die komplexen Fragen
Es geht irgendwie weiter nur
Weiss ich weder wie noch taugt
Ein Maßstab zu entscheiden
Was kategorisch richtig ist
Die Beziehung von uns Menschen
Zum Leben bleibt kompliziert

jens tuengerthal 17.3.21