Dienstag, 24. Februar 2026

Lebensbücher II

Lebensbücher II

Natürlich gab es schon sehr früh
Noch mehr wunderbare Bücher die
Das Leben als Leser auch prägten
Mit denen alles anfing als Büchernarr

So war meine Mutter eine großartige 
Vorleserin die wirklich Begeisterung
Für Literatur wecken konnte noch bis
Heute Lesepatin an einer Schule ist


Große Begeisterung weckte bei mir
Robbi Tobbi und das Fliewatüüt vom 
Sylter Autor Boy Lornsen von 1967
Das von einer Kinderreise erzählte

Der Roboter Robbi muss Aufgaben
Für die Roboterschule erledigen da
Holt er sich Tobi zu Hilfe der schon 
Das Fliewatüüt als Idee zeichnete 

Ihre gemeinsame Reise in diesem
Von Robi nach Tobis Plan gebauten
Fahrzeug ist wunderbar erzählt die 
Abenteuerliche Reise zweier Freunde


Astrid Lindgren war vielfältig prägend
Natürlich liebe ich Pippi Langstrumpf 
Doch Karlsson vom Dach oder Michel
Später als Vorlesepapi Bullerbü wie

Die Lotta Bücher natürlich die mein Traumbild von Schweden festigten
Das keinen Abgleich mit der Realität
Braucht Astrid Lindgren genügte


Erich Kästner begeisterte mich in
Emil und die Detektive aber machte 
Im Fliegenden Klassenzimmer auch
Angst aber beides war prägend



Das Urmel von Max Kruse hat mich
Auch noch vorlesen teils fasziniert
Die Welt auf der Insel mit Professor
Habakuk Tibatong und die Tiere 

Später vom gleichen Autor auch
Noch Lord Schmetterhemd in
Dessen Schloss es spielte der
Dann in den Wilden Westen reist


Jim Knopf und Lukas der große
Lokomotivführer war auch ein
Innig geliebtes Kinderbuch von
Michael Ende auch wenn ich

Schon damals komisch fand
Wie Jim im Paket auf die Insel
Kam als Kind war diese kleine
Welt Paradies genug für mich


Prägender lange und bis heute
Noch geliebt war Momo vom
Gleichen Autor der Roman über
Die uns gestohlene Zeit

Ob mich darum später sowohl
Der Zauberberg wie la recherche 
So faszinierten liegt schon nahe 
Auch Zeit Physik faszinierte mich


Weiter wirkte Momo sicher bei der
Begeisterung für die Entdeckung 
Der Langsamkeit von Sten Nadolny 
Auf den Spuren von John Franklin


Enid Blyton und ihre 5 Freunde
Haben mich als Kind fasziniert
Habe sie als Vorlesepapi dann
Komplett mit Liebe vorgelesen


Der Wind in den Weiden von 
Kenneth Grahame hat wenn ich
Es richtig erinnere meine Mutter
Uns in England vorgelesen

Wie alle Bücher über auch
Unterirdische Welten habe ich
Sie schnell geliebt und war von
Der Welt der Tiere völlig fasziniert

Vieles aus geliebten Büchern
Der Kindheit habe ich noch bis
Heute im Kopf wie etwa auch
Pipis vollständigen Namen

Es ist wunderschön die eigenen
Geliebten Bücher mit Kindern
Wieder erleben zu dürfen doch 
Sollte andere Reaktion nicht

Wundern muss Begeisterung
Von Kindern nicht geteilt werden
So mied meine Tochter alle zu
Aufregend traurigen Bücher

Das erinnerte mich daran wie
Etwa mein Vater mich immer für
Rudyard Kiplings Kim begeistern
Wollte der als Dschungelbuch 

Besonders im Disney Film mit
Seinen eingängigen Liedern viel
Bekannter noch wurde was der
Literatur nur wenig nutzte


Bestimmt fallen mir irgendwann
Noch andere ein wie gerade der
Privatdetektive Tefan Tiegelmann
Von Åke Holmberg noch auftaucht 

Erinnere ich mich zurück war meine
Kindheit von unendlich vielen ganz
Wundervollen Büchern durch meine
Mutter dabei entscheidend geprägt

Dagegen war mein Vater der große
Euphoriker immer dabei mich für seine
Bücher begeistern zu wollen so auch 
Karl May aber dabei eher erfolglos

Vielleicht weil ich meiner Mutter die
Liebe zu Büchern eher abnahm
Der Vater zu sehr wollte was mich
Eher zum Rückzug dann brachte

Auch ihm zu Ehren werden ich aber
Nun Horst wird Förster nicht lesen
Auch wenn ich den Wald liebe sind
Schon manche Titel zu abschreckend

jens tuengerthal 24.2.26

Lektürentagebuch 23.2.26

Lektürentagebuch 23.2.26

In den frühen Morgenstunden die aber
Gefühlt noch zum Sonntag gehörten 
Genoss ich die 39. Erzählung aus 
Dem alten indischen Papageienbuch

Sie erzählt wie der Minister seinen
König vor dem Ehebruch bewahrte 
Beginnt wie immer mit der Frage der
Prinzessin an den weisen Papagei

Dieser Minister veranstaltete Konzerte
Denen der König zu gerne lauschte
Als einmal eine besonders schöne
Sängerin zu ihrem Gesang tanzte

Dieser Tanz berauschte die Sinne
Des Königs völlig er verlangte vom
Minister er solle ein Treffen mit der
Schönen Sängerin organisieren 

Dieser folgte scheinbar genau dem 
Befehl des Königs und teilte ihm mit
Es käme in der Nacht zum Treffen 
Im Bildersaal wo sie ihn erwarte

Daraufhin begab sich der Minister
Zur Ehefrau des Königs mit den 
Kleidern der Sängerin und deren
Schmuck als Geschenk des Königs

Von dieser hatte sich der König
Zuvor noch getrennt gehabt doch 
Nun sollte es anders kommen hätte 
Der Rat der Minister beschlossen 

Der König ging in den Bildersaal
Bedrängte die Frau die er nach
Ihren Kleidern für die Sängerin hielt
Und die Ehefrau gab dem gerne nach

Als der König danach grübelnd geht
Trifft er den Minister und sagt zu ihm
Rühr mich nicht an auf Nachfrage 
Erklärt er er habe schwere Schuld

Auf sich geladen die er nun mit dem 
Tod büßen müsse weil er mit der
Sängerin geschlafen habe und sich 
Damit nach indischem Kastendenken 

Für immer verunreinigt durch Verkehr
Mit einer aus niederer Kaste worauf
Der Minister dem verzweifelten König
Zeigt es wäre seine Frau gewesen

Der glückliche König ist dankbar sich 
Nicht verunreinigt zu haben und lobt 
Seinen Minister und wenn sie so gut
Täuschen könne sollte sie gehen

Meint der Papagei am Ende zur
Rat suchenden Prinzessin wer einen 
Solchen Ausweg ersinnen könne 
Dürfe ruhig tun was sie wolle 

Ob diese Geschichte auch als Spott
Über das Kastenunwesen gelesen
Werden kann möchte ich nicht sagen
Aber weniger Aberglaube tut gut


Von der königlichen Liebe ist es nur
Ein kleiner Schritt zu Manfred Flügges 
Gesprungene Liebe wo es diesmal
Um die Jahre bis 1933 geht

Hier entfernt sich die Realität teilweise
Vom Roman beschreibt dann nur das
Traurige Ende der verlorenen Liebe
Wie das anstrengende Leben Henris

Begonnen heute mit dem Tod seiner
Mutter der ihn einerseits schockiert
Andererseits auch erleichtert und gut
Bereichert beim Aufräumen ihrer

Wohnung hilft ihm Denise die Kollegin
Aus dem Verlag mit der er erstmals
In der Wohnung seiner Mutter schläft
Die sich ein Kind von ihm wünscht 

Mit Denise hatte er sich zunächst
Nur ihre je Tagebücher vorgelesen
Daraus wurde langsam eine Liebe 
Bei der wirklich ein Kind kommt

Daneben seine Ehefrau Germaine
Wie Helen ab und zu mit Szenen
Am Rande des Wahnsinns wie ihre
Autofahrt durch Paris die aber anders

Als im Roman Jules und Jim nicht
Tödlich endet sondern einfach nur
Heulend vor ihrer Haustür was für
Ein Romanende zu schlicht war

Dann der Tod von Franz Mutter der
Helen und Franz einiges Geld bringt
Sein letzter Besuch in Berlin bei dem
Er friedlich mit Franz zusammen ist

Henri bezahlt das teure Schulgeld
Für Helens Sohn und auch sonst
Quetscht sie ihn ziemlich aus er
Versucht eher Abstand zu halten

Henri hat einen genauen Plan
Für jede Frau zwei Tage und
Nächte eine für sich falls da
Nicht noch andere auftauchen

Er magert immer weiter ab und
Trägt aus Angst vor Helen nun
Ständig einen Revolver bei sich
Nun kommen die brutalen Szenen

Etwa die vom Anfang des Buches
Als Helen ihn erschießen wollte
Vorher aber noch den Schlüssel
Aus dem Fenster geworfen hatte

In dieser Situation die auch im
Roman vorkommt rufen sie die
Berliner Freundin von Helen
Charlotte Wolff an die kommt

Sie ist von Freud ausgebildete
Psychoanalytikerin die gerade
Aus Deutschland geflohen ihr 
Geld mit Handlesen verdient

Inwieweit ein großer Unterschied
Zwischen beiden Formen des
Aberglauben besteht könnte wohl
Vernünftig strittiger sein als es ist

Henri hat Kunden die ihm teils
Nach Indien führen was er sehr
Erleichtert annimmt weg zu sein
Aus der Situation voller Zwang

So kauft er 1000 unverkaufte
Exemplare seines Don Juan zurück 
Der zu schlecht war und er ist nun
Ein normaler Franzose mit Harem

Die drei Frauen die alle auf ihre Art
Mit ihm unzufrieden sind machen
Ihn einerseits fertig und rauben
Andererseits alle Kraft von Projekten

Viele Frauen und ständiger Wechsel
Kostet viel Kraft und erfordert dazu 
Hohe Konzentration wenn eine nichts
Von den anderen wissen darf oder soll

Es hört sich wunderbar reizvoll an
Alle zwei Tage eine andere aber auch
Das wird bald zur öden Gewohnheit
Lohnt auf die Dauer nicht wirklich

Der ständige Wechsel verhindert
Tiefe echte Nähe aber erspart
Aufgrund der Regelmäßigkeit 
Nicht die Beziehungslangeweile

Aus diesem langsam normalen
Leben eines Don Juan der dabei
Immer mehr an Kraft und Lust verlor
Ist literarisch nicht viel zu machen

Darum in Jules und Jim dann eher
Gerafft wenn auch mit genauer
Darstellung aller Beteiligten die
Ganz unterschiedlich reagieren

Erinnere mich an diese Zeiten
Mit mehr als einer Frau was
Einerseits euphorisierte gerade 
Wenn geheim oder verboten

Andererseits viel Energie kostete
Denke ich an den Urlaub am Atlantik
Mit den drei Chanel Models kann ich
Verstehen warum Henri so abmagerte

Damals war ich keine zwanzig noch
Voll jugendlicher Kraft dagegen ist
Henri inzwischen Mitte fünfzig da
Nehmen alle Kräfte spürbar ab

Während Franz sich ganz für die
Literatur entschied wovon Henri
Eigentlich träumte den großen
Roman über seine Frauen noch

Zu schreiben fehlte ihm neben
Den wöchentlichen Pflichten mit
Seinen drei Damen die Energie
Ein großes Werk zu schaffen

Du musst dich auf jede einstellen
Ihre Gewohnheiten kennen und
Achten dabei noch toll wirken da
Bleibt keine Energie für Kreatives

Jules und Jim ist der Bericht
Über eine intensive Freundschaft
Wie die Lieben nebenbei dazu 
Durch den Film bekannt aber

Literarisch unwichtig im Vergleich
Zu den Werken von Franz Hessel
Eine kleine Liebesgeschichte die
Wie später bei Milan Kundera auch

In der unerträglichen Leichtigkeit des
Seins natürlich tödlich im Auto endete
Beide durch erotische Filme berühmt
Als Abweichung von der Liebesnorm

Durfte zuletzt auch mit über fünfzig
Nochmal drei parallel genießen
Die sogar voneinander wussten 
Es verlor bald alles seinen Reiz

Du bist überall und nirgendwo
Gibst dich keiner ganz aber allen
Ein wenig wie es gerade passte
Mehr Beschäftigung als Erfüllung

Denke es geht Henri Roché ähnlich
Die Sehnsucht nach der eigenen
Schöpfung wird größer als der Trieb
Der irgendwann nur noch langweilt

Von Henri und Helen wird von Flügge
Berichtet sie hätten gegen Ende mehr
Schach gegeneinander gespielt als
Noch Sex gehabt der sich erledigt

Wer keinen Sex hat hält nichts für
Wichtiger als diese Lust auszuleben 
Was zu vielen Dummheiten alle
Verführen kann die selten lohnen

Was bleibt und trägt ist dagegen die
Verbindung die über den Sex hinaus
Eine geistig emotionale Nähe schafft
Was bei Denise und Helen auch war

Sex kann in jedem Alter noch eine
Aufregend schöne Erfahrung sein
Doch ein hundert mal gelesenes Buch
Wird nicht plötzlich aufregend neu

Dagegen können in den Gärten 
Einer auch geistigen Verbindung
Ständig neue Blüten blühen die 
Immer anders schön uns scheinen 

Franz der sich aus dem Chaos 
Von Helen und Henri zurückzog
Beiden verbunden noch blieb
Scheint mir bewundernswert weise


Von Paris ging es nun nach Norden 
Zu den Wundern des Nordens von
Olaus Magnus wo ich einiges über
Das sich wandelnde Bild erfuhr

Gegen die Mutmaßungen über den
Hohen Norden etwa bei Ptolemäus 
Oder römischen Historikern waren
Die Angaben von Adam von Bremen 

Aus dessen Geschichte der Kirche
In Hamburg über Skandinavien schon
Etwas weniger nur sagenhaft doch
Die erste relativ exakte Karte auch

Aus eigener Anschauung schuf erst 
Olaus Magnus denn lange noch war
Unklar was alles Inseln dort waren
Wie es mit dem Kontinent verbunden

Dieses Buch zur Karte ist schon im
Vorwort kulturhistorisch so lehrreich
Dass es eine reine Freude ist so die
Welt besser verstehen zu lernen

Anschaulicher auch als der Besuch
Vor Ort ist die Lektüre weil wer da ist
Nur sieht was unmittelbar vor ihm
Eine Erkenntnis die vielen Touristen

Die in Massen noch Orte besuchen 
Von denen sie irgendwo hörten dass 
Sie sie gesehen haben müssten wohl
So fern liegt wie aller Geist meist

jens tuengerthal 23.2.26

Regenlauschen

Regenlauschen

Dem Regen lauschen
Genügt manchmal völlig um
Glücklich zu leben

jens tuengerthal 23.2.26

Montag, 23. Februar 2026

Liebeserklärung

Liebeserklärung 

Liebe braucht keine
Erklärung versteht sich von
Allein mit Gefühl

jens tuengerthal 23.2.26

Leser

Leser 

Leser sind Menschen
Die gute Bücher lieben
Zumindest meistens

jens tuengerthal 23.2.26

Teetrinker

Teetrinker

Teetrinker sind auch
Menschen nur ohne Kaffee
Dafür viel mehr Tee

jens tuengerthal 23.2.26

Wirklichkeitsverweigerung

Wirklichkeitsverweigerung

Und wenn ich nun die Wirklichkeit
Verweigere und ihr keinen Zugang
Zu meinem Geist gebe fragt sich
Ob das total unrealistisch wäre

Stellen wir uns nur spaßeshalber
Vor ich stürbe während ich gerade 
Die Wirklichkeit verweigerte dann 
Hätte meine Phantasie mich überlebt

Da nicht mehr zu sein nichts irgend
Schlimmes an sich hat einfach nichts
Macht wäre der Sieg der Phantasie
Für mich ein schönes Ende

Ob es sich je lohnt in der eher tristen 
Realität anzukommen oder ich viel
Besser in geistigen Welten lebe die
Nach dem Höhlengleichnis ohnehin

Die wahre bessere Welt wären was
Auch ohne eine unfreie Seele zu
Erfinden ein gutes Leben ermöglichte 
Ist für mich keine Frage mehr

So sind Bücher und ihre Geschichten
Zu meiner Wirklichkeit geworden die
Märchenhaft den Dichter leben lässt
Noch 1000 Frauen eben dazu erfindet

Oder vielleicht doch lieber nicht um
Genug Ruhe zum lesen zu haben
Reichen all die die da waren völlig
Der Rest des Lebens ist Geschichte

jens tuengerthal 23.2.26

Osthöhlengleichnis

Osthöhlengleichnis

Der Osten ist anders
Immer mehr reagieren mit
Seltsam viel Verständnis
Auf demokratische Ausfälle

Im geistigen Leben der Nachbarn
Juli Zeh steht dafür als Beispiel
In der Demokratie verwirrte Ossis
Bräuchten mehr Verständnis auch

Aus ihrer Geschichte der Umbrüche
Sollten rechtsradikale Wähler nicht
Ausgegrenzt sondern mit Verständnis
Besser integriert werden weil ihnen

Die alte Sicherheit noch fehle müsse 
Wer Verständnis für ihre Sorgen doch 
Haben sie vermissten halt etwas weil 
Sie in der Demokratie nie ankamen

Die Einheit ist nun 36 Jahre alt was
Zeit genug wäre Demokratie zu lernen
Sofern ein Interesse daran besteht
Nicht einfache Antworten nur zählen 

Viele haben bis heute noch nicht
Begriffen dass der Preis der Einheit
Die Aufgabe der Nation in der EU war 
Träumen noch von deren Größe

Eine zunehmende Verklärung der
DDR stärkt die Feinde der Demokratie
Die keinen totalitären Staat zu nennen
Eine Beleidigung der Demokratie ist

Weil aber die Erben der SED als
Sogenannte Linke toleriert wurden 
Manche die Populisten ernst nahmen 
Haben wir bis heute Probleme

Im Westen wurde die NSDAP klar
Verboten was viele schnell heilte
Der Osten behielt PDS und Linke
Bekam die AfD als Quittung dafür

Radikale links wie rechts paaren und
Befruchten sich traditionell gerne ihr 
Feind ist die bürgerliche Mitte wer
Das verkennt hat schon verloren

Wenn sich die Demokratie nicht
Klar von ihren Feinden abgrenzt
Hat sie keine Zukunft mehr wer
Beseitigt darf nicht zur Wahl stehen

Die SED rettete sich und ihr noch
Parteivermögen in die PDS auf
Anregung des IM Gysi der sich
Als Diener des Regimes zeigte

Wie sich im Osten eine von Putin
Geförderte Opposition festsetzte 
Die den Menschen dabei half ihre
Guten DDR Erinnerungen zu halten

Zeigt wie schnell die Wirklichkeit
Verzerrt wird und alles verkehrt sich
Im Bewusstsein der Erinnerungen
Zum unpolitischen Wohlfühlsumpf 

Platons Höhlengleichnis das 
Eine Geschichte von Sokrates ist
Handelt von einem ähnlichen Thema
Der Wahrnehmung der Wirklichkeit

Wie wirklich diese wirklich ist
Sagte klug schon Watzlawick
Ist eine Frage der Wahrnehmung
Damit auch der relativen Toleranz

Manche meinen immer noch sie 
Müssten irgendwo hin fahren um
Ihren Horizont zu erweitern der
Allein am klaren Blick in sich hängt

Schau in dich stand schon über dem
Orakel von Delphi was leider heute
So unbequem wie damals schon war
Viele darum auch noch abschreckt

Ob der Osten eher rot oder braun
Lange schon war auf ostelbischen 
Gütern die Bismarck in Preußen
Wie später im Reich auch wählten 

Könnte weniger entscheidend sein
Als die Frage der Zeit also ob dort
Wie Bismarck einst meinte alles
Hundert Jahre später erst passiert 

Dann befindet sich Neufünfland in
Den Roaring Twenties noch in denen
Radikale in Deutschland wieder zur
Stärksten Kraft im Land wurden 

Ob der Westen vor dem neuen Stolz 
Des Ostens auf seine Geschichte
Respektvoll erstarrt oder weiter die
DDR eines totalitäre Diktatur mit

Teilweise faschistoiden Elementen 
Nennt könnte entscheidend für den
Fortbestand der Demokratie sein wie
Keine Toleranz gegenüber Intoleranz

Es geht einander zu verstehen um
Geistige Welten zuerst wie uns das
Höhlengleichnis mit erfundener Seele
Noch lehrte nicht um das da sein

Niemand muss irgendwo hin um
Einander besser zu verstehen aber
Sich der eigenen Unmündigkeit 
Bewusst zu werden wäre eine Hilfe

Das schematische Denken nach
Freund und Feind macht unfrei 
Auch sich davon zu befreien wäre
Ein Schritt zur geistigen Aufklärung

Es erfordert die Fähigkeit zum
Kritischen philosophischen Denken 
Das geistige Licht der Aufklärung im
Nebel der Ideologien zu erkennen

Seit 1990 machte ich der nun seit
Dem Jahr 2000 dort auch lebt im
Osten Urlaub Neufünfland voller
Liebe anfänglich neu zu entdecken 

Gelegentlich verlor ich dort auch
Das hochschlagende Herz noch
Auch Thüringen liebte ich sehr die
Wurzeln meiner Familie suchend

Heute meide ich den braunen Sumpf
Dort lieber nicht der Wirklichkeit in
Goethes Wahlheimat zu erliegen 
Wo auf Linke Regierung die AfD folgt

Es fehlt im Osten überall eine
Stabile Mitte die noch eine
Bürgerliche Tradition trüge
Da war die DDR erfolgreich

Das Bürgertum vernichtet
Keinen moralischen Ersatz 
Geboten dafür geöffnet für
Einfache populäre Antworten 

Was wir im Osten der Republik
Beobachten können zeigt sich im
Gesamten Ostblock den wir noch
Mit offenen Armen in die EU holten

Sich davon für geistige Welten
Die aufgeklärt kritisch denken
Zu befreien könnte lohnen nur 
Wer will diese Wirklichkeit sehen

jens tuengerthal 23.2.26

Sonntag, 22. Februar 2026

Lektürentagebuch 22.2.26

Lektürentagebuch 22.2.26

In den frühen Morgenstunden noch
Ein wunderbares Kapitel in den
Buddenbrooks gelesen in dem es
Um Christian und Thomas geht

Fein beschreibt Thomas Mann mit
Der ihm eigenen Ironie wie sich
Die Spirale der Eskalation zwischen
Den Brüdern immer weiter dreht

Dabei genügt schon Christians Wesen
Das alles theatralisch beschreibt um
Thomas seinen Bruder und Chef sich
Immer weiter aufregen zu lassen

Christian geht gerne in den Club
Wo sich andere Junggesellen treffen
Erzählt Geschichten von seinen auch
Wilden Erlebnissen in Südamerika

Zu Beginn seiner Arbeitszeit ist noch
Alles korrekt Christian kommt mit
Thomas zusammen ins Kontor
Beginnt den Tag Anzeigen lesend

Dabei raucht er seine erste Cigarette
Später im Club wo er zu Mittag speist
Seine Pfeife aber lässt es mit jedem
Tag gemütlicher angehen noch dazu

Erzählt Geschichten von seinem
Kollegen Johnny Thursday der dazu
Dem Chef noch eine freche Antwort
Gab als es zu warm einfach war

Die Konsulin lenkt noch ab als der
Konflikt auszubrechen droht aber
Im korrekten erfolgreichen Thomas
Gärt die Wut auf Christian weiter

Die alte Konsulin Buddenbrook die
Eine geborene Kröger war dachte
Es gibt so viel hässliches auf Erden Seinen Bruder für einen faulen

Schwätzer der noch dazu seinen
Beruf viel zu leicht nimmt
Dabei hat Thomas auch seine
Kreativen Seiten wie er es etwa

Liebt Geschäfte nebenbei noch
Mit Gewinn auch zu erledigen
Mit den Gedanken zur Vertuschung
Durch die Konsulin endet das Kapitel

Was nichts gutes ahnen lässt für den
Weiteren Gang der Dinge noch
Mit feinem Blick und Ironie seziert
Mann das Verhältnis der Brüder

Zeigt für beide etwas Verständnis
Christian hat ja beste Absichten
So sind die vor 126 Jahren schon in 2
Bänden erschienenen Buddenbrook

Eine präzise Analyse der Konflikte die
In Familienunternehmen entstehen


Im Zauberberg geht es nun in der
Tafelrunde mit Mynheer Peeperkorn
Um die Niederlage des Gefühls vor
Dem Leben als Weltuntergang

So nennt es die große Persönlichkeit
Neben Hans Castorp die er schon
Dafür restlos bewundert auch wenn
Er unvorsichtig Widerspruch wagt

Wie auf die immer nur Luftblasen
Von sich gebende Persönlichkeit
Die Gerhart Hauptmann karikiert
Reagiert werden soll bleibt unklar

Als dieser gerade von Hans provoziert
Die Faust bedrohlich hebt um sie mit
Voller Kraft auf den Tisch fallen zu
Lassen im entschiedenen Protest

Lenkt Hans ein und stellt eine Frage
Die ihn nachdenklich macht was
Das kurz bedrohliche Szenario für Einen entscheidenden Moment anhält

Dann schaltet sich auch Clawdia ein
Erinnert ihre Reisebegleitung was
Der eindrucksvolle Pepperkorn mit
Kolonialem Hintergrund offiziell ist

An die anderen Gäste und unterbricht
So die für Hans schon bedrohliche
Situation von biblischen Ausmaßen
Ist sie Retterin oder vernachlässigt

Ein genialer Schachzug in dem die
Geliebte beider noch eingreift ein
Drama zu verhindern das Hans
Gerade noch mit Witz verhinderte

Will sie Hans retten oder ihren
Nun Gönner vor Aufregung eher
Beschützen fragt sich der Leser
Bei dieser etwas unklaren Frau

Die schöne selbstbewusste Russin
Mit dem rotblonden Haar hat die
Dinge um sich gerne im Griff
Vor allem zu ihrem Wohl wohl


In Joseph und seine Brüder bekommt
Der intrigante Dûdu nach Erpressung
Wie bösartiger Drohung gepaart mit
Bettelei nach einigen Monaten den

Gewünschten Termin bei Potiphar
Als der entspannte fette Hausherr
Gerade von Sklaven massiert wird
Und beginnt seinen Vortrag auf

Langen Umwegen die Potiphar
Bereits langweilen der nur als
Der da vom zwergwüchsigen
Also deutlich genervt spricht

All dies ignoriert der konzentrierte
Dûdu seinen Vortrag zum Ende
Wie erhofften Erfolg zu bringen
Er wird Erfolg haben lehrt die Bibel

In welchem Märchenbuch sonst
Die alte Sage noch steht kann
Dahinstehen großartig wie Mann
Die Umwege dahin auskostet

Sich daran freuen und die feine
Ironie zu erkennen mit der Mann
Hier die Elemente des totalitären
Staates und der Denunziation zeigt

Derselbe Mann der einem Hauptmann
Karikierte der während der Arbeit am
Josephsroman bereits Mitglied der
NSDAP geworden war und sich die

Endlich Lösung der Judenfrage nach
Dem Anschluss Österreichs erhoffte
Als verheirateter erwachsener Mann
Eine Affäre mit der sechzehnjährigen

Schauspielerin Ida Orloff mit der er
Als Muse noch ein Kind zeugte hatte
Die 27 Jahre jünger als Hauptmann
War aber so etwas passiert ja mal

Denke an meine 25 Jahre jüngere
Muse auch aus dem Osten dem
Südosten zumindest familiär und
Kann nicht über Hauptmann richten

Zumindest kam bei den jüngeren
Geliebten die es auch gab nie ein
Kind heraus dafür brauchte es die
Zehn Jahre ältere erfahrene Frau

Der Peeperkorn aus dem Zauberberg
Ist eine lächerliche Figur und der
Vergleich scheint angesichts von
Hauptmanns weiterem Weg passend

Dies als kleines Nachwort zur
Hauptmann Mann Affäre von 1925
Damals entschuldigte sich Mann
Der Vergleich liege inhaltlich fern

Wie er das acht Jahre später sah
Als Erika mühsam die Materialien Für den Josephsroman ins Exil
In die Schweiz rettete ist spannend

Was verrät der Verrat von Dudû über
Manns Gedanken zum totalitären
Staat noch vor Hannah Arendt die
Mehr er ist als spätere Propaganda

jens tuengerthal 22.2.26