Montag, 8. September 2025

Einrichtungskunst

Einrichtungskunst

Wie du lebst so wirst du auch
Warum das Leben in einer Bibliothek
Sei sie auch noch so klein immer ganz
Anders sozialisiert als ein Beauty Salon

Ob im Herz deines Lebens also deinem
Wohnraum auch weniger ist mehr gilt
Oder hier andere Parameter dominieren
Bleibt eine immer spannende Frage

Bin schon als Kind neben gefühlt ganz
Riesigen Bücherregalen aufgewachsen
Welche die große Schatzkammer waren
In der sich das Wissen der Welt sammelte

Kirschholzmöbel massiv standen bei den
Eltern wie den Großeltern deren feines
Biedermeierzimmer Kinderideal war sie 
Prägen mein Bild vom Guten weiter

So bin ich heute auch eingerichtet in Berlin
Regale im Altbau bis zur Decke gefüllt
Mit den für mich schönsten Bücher die hier
In heiligem Frieden leben den auch kein

Putzen häufiger als lebensnotwendig 
Stören darf um die Ruhe zu genießen
Habe gerade einen Besen gekauft um
Nicht mit Lärm staubsaugen zu müssen 

Zwei Lesesessel und der Diwan sind die
Wichtigsten Sitzmöbel für mich der gern
In der Horizontalen als einzig aufrechter 
Lage im Leben über dieses dichtet 

Ein kleiner elektrischer Kamin mit dem
Eher dekorativen Samowar darauf über
Dem Bilder von Kant und Diderot hängen
Wie vielfältige Drucke von Liebermann

Ob das schon Bionade Biedermeier ist
Oder doch eher etwas eigen mit Büchern
Sei dahingestellt doch zeigt meine
Wohnung mich als Büchermenschen

Alles andere kommt danach oder wenn
Höchstens daneben und wer nicht vor
Den hohen Regalen glänzende Augen
Bekommt passt eher nicht zu mir

Einrichtung und auch der kleine Nippes
Den alle irgendwo haben erzählt viel
Vom Bewohner und seinem Glück
Mehr vielleicht als jede Biografie

Manche sind eingerichtet oder lassen 
Sich von Profis einrichten dann dauert
Es bis die Wohnung auch zu ihrem
Lebensraum wird der von ihnen erzählt

Die Einrichtungskunst ist vermutlich
Die Balance zu halten zwischen dem
Persönlichen Kitsch und einen Stil
Der dabei menschlich variieren kann

Wer dir nahe kommt fühlt das klar
Sieht was dich im Leben ausmacht
Behandelt es gefühlvoll mit Respekt
Alle anderen berühren nur scheinbar

jens tuengerthal 8.9.25

Apolitisch

Apolitisch

Früher war ich mal politisch engagiert
Kämpfte für Meinungen und hatte noch
Überzeugungen für die ich mich auch
An Bäume ketten und wegtragen ließ 

Heute lebe ich lieber im Biedermeier
Bin in keiner Partei mehr und reagiere
Eher genervt mit Rückzug auf jeden
Versuch politischer Polarisierung

Die zunehmende Radikalisierung wie
Der Missbrauch politischer Prozesse
Zu ökonomischen und militärischen
Machtdemonstrationen nahm die Lust

Bräuchte es gerade jetzt Engagement
Oder dringend viel weniger davon um 
In Ruhe leben zu können ist also der
Rückzug die vernünftigste Antwort

Politik ist die gewählte Leitung der
Verwaltung verfolgt keinen höheren
Zweck der Bekehrung oder Überzeugung
Dahin sollten wir wieder zurückkehren 

Lebe lieber im schönen Biedermeier als
Zur Radikalisierung beizutragen fände 
Weniger Politik sehr wünschenswert
Um friedlich miteinander zu leben

Wie Konservative immer noch mit einer
Gewissen Hysterie auf Grüne einschlagen
Ist so nervig wie die Faschismushysterie
Vor einer Minderheit von Rechtsradikalen

Selbst im tiefbraunen Sachsen schaffte
Ein AfD Kandidat in Meißen der früher für
Die NPD noch stand keine Mehrheit 
Mehr merkelsche Langeweile täte gut 

Abgrenzung von Rechtsradikalen ist nötig
Ihr Gebaren offen zu legen kann helfen
Wie Geduld und politische Bildung auch
Die historische Fundamente erst schafft

Dazu gehört eine strafbewehrte strenge
Tabuisierung der Faschismus wie die
Kenntnis der historischen Vorgänge um
Eine breite Front dagegen wach zu halten

Schneller und effektiver wäre ein Verbot
Der Rechtsradikalen die nach dann auch
Genutzten BND Informationen klar vom
Kreml finanziert und geführt wurden

Ein europäischer Skandal der uns hilft
Die schädlichen Populisten als vom
Kreml finanziert zu beseitigen würde 
Viele lange Diskussionen uns ersparen

Politik soll die Verwaltung leiten damit
Sie nach dem von ihr beschlossenen Recht
Arbeitet und unauffällig für Ordnung sorgt 
Das soll so langweilig sein wie es klingt

Im übrigen beschäftige ich mich lieber
Mit Literatur Kunst Liebe und Lust wie
Epikur es schon lehrte statt irgend auf
Politische Wahrheiten noch zu setzen 

Ein starker Rechtsstaat der seine Feinde
Effektiv mit Verboten bekämpft die der
Inneren Stabilität und Sicherheit dienen
Ist der Schlüssel zum Frieden der Bürger

So wenig wie möglich sollte der Staat
Bemerkt werden außer wo nötig um
Die Wurzeln unserer Demokratie zu
Verteidigen gegen alle ihre Feinde

Gut ist ein Staat der unbemerkt bleibt
Die Prinzipien des Grundgesetzes sichert
Seine Bürger in Freiheit leben lässt um
Ein gutes friedliches Leben zu führen 

Schlecht geführt ist ein Staat der ständig
Aufmerksamkeit und Engagement fordert 
Um den richtigen Kurs zu behalten was
Eher pflegebedürftig zu nennen wäre

Es sich leisten zu können apolitisch ein 
Friedliches bürgerliches Leben zu führen
Wäre ein Ausweis für echte Stabilität
Die dauerhaft gutes Leben sichert 

Wie der Rechtsstaat funktioniert habe ich
Im Jura Studium zur genüge gelernt was
Den Dichter und Flaneur nur langweilt weil 
Die Kunst mir immer spannender bleibt 

Sofern aber ein faschistischer russischer
Diktator wie ein amerikanischer Oligarch
Den Frieden bedrohen ist Krieg nötig um
Dauerhaft in Frieden in Europa zu leben

Wenn zwei Gauner die Macht der Welt
Mit Lügen ergriffen braucht es einen 
James Bond der diese beseitigt die dem
Friedlichen Leben stets entgegenstehen

Ansonsten wäre ich lieber apolitisch
Beschäftigte mich mit Literatur und Kunst
Wenn mich nicht Frauen beschäftigen
Was sie schon mein Leben lang taten

Mehr Biedermeier und weniger Politik
Wäre hoffentlich bald wieder schön
Weil die Kunst Glück genug sein kann
Ein völlig erfülltes Leben zu führen

Die Liebe zu den Frauen macht auch
Gerne diesen Eindruck beschäftigt noch
Intensiver als die Kunst immer wieder
Was beiden selten wirklich gut tut

jens tuengerthal 8.9.25

Willenlos

Willenlos

Völlig willenlos
Einander lieben wäre
Wunderbar naiv

jens tuengerthal 8.9 25

Toleranzedikt

Toleranzedikt

Jeder nach seiner
Fasson war gut preußisch als
Toleranzedikt 

Daran erinnern
Könnte helfen in Zukunft
Es auch zu bleiben

jens tuengerthal 8.9.25

Meinungsunbildung

Meinungsunbildung

Eine Meinung hat
Allein wer ungebildet
Vielfalt nicht erkennt

jens tuengerthal 8.9.25

Liebesmüh

Liebesmüh

Vergebene Liebesmüh ist im deutschen
Ausdruck für vergebliche Versuche was
Gerne auch ohne Liebe benutzt wird 
Gescheiterte Versuche zu benennen

Ist denn Liebesmüh je vergeblich
Oder immer Ausdruck von tiefer
Liebe die sich umeinander bemüht
Was schon ziemlich mühsam klingt

Sollte Liebe nicht Flügel verleihen
Die zueinander fliegen lässt wenn
Die Sehnsucht nacheinander wächst
Überlege ich von Liebe träumend

Keine Liebe begann richtig mühsam
Dann ließen beide schnell davon ab
Solange noch genug Vernunft da ist
Die heute schon vorher vorbeugt

Nach genug schmerzhaften Verlusten
Des eigenen Herzens bin ich mit den
Verbliebenen Resten an Gefühl nun
Zumindest theoretisch vorsichtiger

Praktisch funktioniert das selten aber
Was wäre auch eine Liebe wert die
Einer vernünftigen Theorie folgt wo
Doch blindes Vertrauen gefragt ist

Jede Liebe die wir leben wird irgendwann
Auch mühsam wenn wir noch so etwas
Wie eine Beziehung erhalten wollen
Ohne diese Versuche liebt sich leichter

Aber jede Liebe die bleibt und überlebt
Trotz aller verständlichen Zweifel wäre
Aller Mühe wert denke ich heute was 
Sich in Beziehung genervt schnell ändert 

Die Kombination von Liebe und Mühe
Finde ich dennoch eher unpassend aber
Ziemlich realistisch weil eigentlich
Passen wir ja nie wirklich zusammen 

So als Männer und Frauen wie als
Gleichberechtigte Wesen die doch 
Ursprünglich von zwei Planeten kamen
Aber mit etwas Liebesmüh geht es dann

jens tuengerthal 8.9.25

Sonntag, 7. September 2025

Lektürentagebuch 7.9.25

Lektürentagebuch 7.9.25

In der 34. Erzählung des Papageienbuch
Erfahren wir wie Buddhimati doch zu dem 
Seidenkleid kommt dass ihr der Ehemann 
Der Bauer Kalita zunächst verweigert hatte

Sie hatte ihren Mann nach einem solchen
Gefragt und er hatte es abgelehnt weil er
Ein Bauer wäre und die trügen Baumwolle 
Worauf sie sich erst ohne ein Wort fügte

Als der Vater der wohlhabend war mit den 
Anderen Bauern am Dorfrand saß schickte 
Sie den Sohn mit den Worten los er solle
Nun zur Reissuppe nach Hause kommen

Darauf schämte sich der Bauer vor seinen
Freunden weil dies nur ein Essen für Arme
Wäre und schimpfte mit seiner Frau der er
Das Kleid versprach wenn sie dafür seine

Schande im Dorf durch Umdeutung ihrer
Worte wieder auflösen könnte worauf sie
Sprach lade das nächste mal all deine 
Freunde zum Essen mit zu uns ein 

Sie zauberte ein reiches Essen mit ganz
Vielen feinen Zutaten schickte wieder den
Sohn mit den gleichen Worten den Vater
Holen der darauf alle Bauern zu sich einlud

Diese die mit einer nur Reissuppe
Rechneten waren erstaunt und alle
Redeten lobend über seinen Reichtum
Der so ein Mahl eine Reissuppe nennt

Wenn die Prinzessin also ihren Worten
So wie Buddhimati eine ganz andere 
Bedeutung geben könnte solle sie ruhig
Zu ihrem Liebhaber wieder gehen

Damit hat die kluge Frau die ihren Mann
Öffentlich beschämt hatte mit der bloß
Reissuppe ihre Worte umgedeutet und
Der Bauer gewann noch an Ansehen 

Es zeigt wie leicht der öffentliche Klatsch
Umgedreht werden kann durch eine Geste 
Der Großzügigkeit die sich nur mit ihrer
Bescheidenheit dabei noch edel tarnt 

Sie beschämte ihren Mann ob seines
Geizes und erreichte so alles was sie
Durch Behaarung nie erreicht hätte durch
Kluge Taktik und drehte den Sinn um

Wie gut ginge es wohl manchen Ehen
Würden mehr so klug versuchen ihre
Ziele zu erreichen statt mit Gewalt für
Durchsetzung ihrer Macht zu kämpfen

So wird beiden die Chance gegeben
Ihr Gesicht zu wahren und aufrecht
Aus einem sonst Konflikt zu gehen
Was auch der Liebe immer besser tut


Im arabischen Diwan aus der immer
Wunderbaren Anderen Bibliothek die
Verse des Dichters Hâtim al’Tâ’i über
Das Rad des Schicksals gelesen

Hâtim gehört zu den Gestalten mit denen
Goethe sich im westöstlichen Diwan 
Identifizierte wobei dieser meist seine
Großzügigkeit noch selber hoch lobt 

Hâtim zeigt sich als Genussmensch der
Hedonistisch noch vorislamisch denkt
Er zeigte wie mit Reichtum und Erfolg
Ehrenvoll umzugehen sei warum er

Auch im islamischer Zeit verehrt wurde
Die Konflikte mit seiner Frau die seine
Zu große Großzügigkeit beklagt sind
Legende und Vorbild vieler Ehegeschichten

Die vielen Legenden um Hâtim ließen ihn
Goethe zum Alter Ego werden im Diwan 
Der ihn Hatem nennt im Buch Suleika das
Seiner Flamme Marianne von Willemer galt

Ob es Hâtim wirklich gab ist unklar der
Legende nach lebte er um 550 war schon
Als Kind so ruinös großzügig dass seine
Brüder ihn entmündigen ließen dafür 

Er soll sogar nach seinem Tod noch mit
Immer vollen Töpfen an seinem Grab für 
Die Gäste dort gesorgt haben über seine
Frau die ihn verstieß gibt es eine Sage

Danach sorgte er auch noch bereitwillig
Für ihre Gäste die zu ihm wollten worauf
Sie schimpft genau darum verstieß ich
Dich großzügigen Verschwender doch 

Die Verse erzählen vom Rad des Schicksal
Welches das ewiggleiche ein und aus wäre
Das Rad hielte nie an nur wir blieben nicht
Wir schreiten auf der Spur unserer Frist nur

Dort lobt er sich für seine Tapferkeit mit der
Er andere Stämme überfiel und wie er nie
Im Leben die geheimen Orte der Nachbarin 
Betreten hätte also immer treu gewesen sei

Viele seien nur Sklaven ihres Besitzes
Seiner dagegen sei ihm zu Diensten wer
Gutes tun will sieht sich weit nach Gästen
Um während wer geizig ist wegsieht 

Manche seien schon mit Niedertracht 
Zufrieden während andere lieber zu
Den Sternen strebten er hätte viele
Bittende erhört um Gutes ihnen zu tun

Wer taub sich stellt dagegen verdiente
Wohl dass wer sich über ihn empört
Endet sein Selbstlob im Rad des Schicksal
Es ist ein tue Gutes und rede darüber


Nach den uralten indischen und arabischen
Geschichte nun zu den Geschichten einer
Starken Frau im Paris der Zwanziger Jahre 
Helen Hessel in Ich schreibe aus Paris

In ihrem Pariser Bilderbogen geht es nun
Zum Boulevard Rochechouart wo sie 
Durch eine Tür in den verqualmten Raum
Gleich an der Ecke des blanken ‘zinc’ ist

Es fließt aus diesem der Kaffee und
Schnaps aus vielen Flaschen während
Ein zorniges Mädchen auf den Wirt der
Hemdsärmelig ist nackten Armes schimpft

Atemberaubend sei die Enge dort durch
Die das gedämpfte Gedröhn der Kapelle
Klingt als orchestrales Dudeln dabei der
Harmonika und Geschwirr des Banjo

Ihr Gestampfe ist unaufhaltsam selbst im
Gelegentlichen Stocken noch und wo der
Raum sich dehnt wird getanzt dabei lehnen
Zuschauer auf der Galerie in der Haltung

Von Andächtigen in einer Kirche versunken
Bewegungslos dabei während blinde Spiegel die Aufschrift 4 sous la danse
Zu den bunten Blumengewinden tragen 

Die Paare seien ernst vor Inbrunst trotzige
Mädchengesichter fast wütend vor Jugend
Mit kurzen warmen Mähnen wirken sie Hurenherrlich dabei voll zorniger Lust

Während Kleinere mit dünnen Füsschen
Eingebettet an der Brust ihres Geliebten
Ruhen glänzt unter tiefem Hutschatten eine
Nußglatte Nasenspitze über grellen Lippen

Grüner Flitter und staubiger Chiffon dazu
Einzelne sind schön aber alle sind deutlich
Auf den Stufen zur Galerie steht eine völlig
Ungeschminkt deutschaussehende Dicke

Sie sammelt unwillig die Sous der Männer
Die ihre Mädchen auch zahlend nicht mehr
Loslassen und diese Männer seien bleich
Blicklos drehen sie das Warme im Arm

Erschreckend sei es fast als sei das Leben
Aus diesen Gesichtern verzogen irgendwo
Anders hin und tobe dort im Verborgenen
Beschreibt sie die Atmosphäre brutal klar

Die glänzende und die dunkle Seite der
Prostitution und ihrer armen Nutzer die
Sich Körper kaufen ohne Gefühle an 
Denen es mangelt dafür zu bekommen

Wie fühlt sich die ältere Frau zwischen
Den ganzen jungen Huren dort die
Vielleicht auch keine sonst sind als
Freizügige Mutter junger Knaben

War Helen Hessel dort mit Henri der ihr
Viele der Pariser Etablissements zeigte
Gar mit dem Flaneur Franz ihrem Mann
Wurde sie auch als Geliebte ausgeführt 

Weiß es nicht aber ihre starke Sprache
Mit eindrucksvollen Bildern macht die
Erotisch käufliche Stimmung sichtbar
Sie ist Flaneuse und wertet doch dabei

So steht Helen Hessel daneben aber
Drückt die gefühlte Stimmung dabei
Als Frau mit anderen Blick aus als es
Der Pariser Flaneur Hessel gern tat

jens tuengerthal 7.9.25

Wohlstandswahrung

Wohlstandswahrung

Der Kanzler gibt die Parole aus es
Müsse von allen mehr getan werden
Um den Wohlstand zu wahren den 
Wir uns nicht mehr leisten könnten 

Dazu hätten wir über unsere Verhältnisse
Gelebt müssten nun also sparsam sein
Warum den Ärmsten zuerst von ihrem
Bescheidenen Wohlstand genommen wird

Nicht infrage aber kommt für diesen eher
Asozialen dort etwas zu nehmen wo längst
Mehr als genug vorhanden ist also dem
Vorhandenen Wohlstand umzuverteilen

Wer dies wolle gefährde damit den
Deutschen Mittelstand die dicke Bank
Auf die alle gerne setzen weil es Masse
Genug wäre sich an der Macht zu halten

Auch wenn dort nur Politik für Reiche
Gemacht wird deren Vermögen weiter
Zu schützen wird behauptet es müssten
Alle härter arbeiten Wohlstand zu wahren 

Dabei gibt es eine ganz einfache Gleichung
Wir sind längst viel zu viele und müssen
Dringend weniger werden wie aus der
Konzentration den Gewinn schöpfen

Wer den Wohlstand wie das Klima noch
Retten will und beide hängen infolge eng
Zusammen muss auf weniger setzen wie
Dies als großen Gewinn verkaufen können

Wahrung geht nur über weniger also eine
Bewegung radikaler Konzentration womit
Was bleibt genug für alle ohnehin wäre
Ohne Kinder erbt der Staat genug 

Wer Deutschland und die Welt retten will
Muss also weniger arbeiten und wollen
Statt mehr wie der schädliche Merz in
Veralteten Denken gefangen erzählt

jens tuengerthal 7.9.25

Hörbuchplage

Hörbuchplage 

Es gibt immer mehr Menschen
Leider vielfach Frauen die meinen
Hörbücher hören sei wie lesen nur
Viel praktischer weil noch so viel
Nebenbei erledigt werden könnte

Denen Berieselung Freude macht
Beim anderen die so neben all
Dem Haushalt und Job noch
Zum lesen kämen weil ihnen
Jemand die Ohren voll quatscht

Hatte selbst früher sowohl die
Buddenbrooks wie den Zauberberg
Gelesen von Gert Westphal die ich
Auf langen Autofahrten gerne hörte
Weil ich beide schon gelesen hatte

Bis jetzt zum Jubiläum von Thomas Mann
Habe ich die beiden liebsten nicht mehr
Gelesen gehabt weil ich immer dachte
Die kenne ich ja schon auswendig vom
Vorlesen des grandiosen Westphal

Auch Joseph und seine Brüder habe ich
Vom Meister Westphal gelesen noch auf
Irgendeiner mobilen Festplatte aber zum
Glück nie gehört weil ich vorher das Buch
Ganz gelesen haben wollte was Zeit hat

Seit über dreißig Jahren lese ich daran
Immer nur nach Laune und liebe es so
Noch ein Meisterwerk vor mir zu haben
Aber lesen ist nicht hören kein Vergleich
Lektüre braucht Zeit und Konzentration

Ob ich ein Hörbuch höre oder Musik mich
Eben berieselt ist völlig egal wer nicht liest
Sich keine Zeit für Lektüre mehr nimmt
Ist bereits Teil einer verblödeten Masse
Die ihre Bildung aus dem Fernseher haben 

Mit dem Buchdruck kam die Wende die
Wurzeln für die Aufklärung legte die in 
Der Demokratie ihre Vollendung fand 
In der sich ein gebildetes Volk nach
Der Verfassung einen Vertrag gab

Heute liest kaum wer mehr außer
Nachrichten in Sozialen Medien aber
Bücher gibt es höchstens elektronisch
Viel lieber noch als Hörbücher um bei
Sonstiger Tätigkeit unterhalten zu werden

E-Books sofern sie wie Bücher wirklich
Seite für Seite gelesen werden können
Auch funktionieren aber es braucht um
Mündiger Bürger zu werden wie auch
Zu bleiben ständiger Lektüre und wer

Nicht mindestens in einem guten Buch
Liest sollte sein Wahlrecht verlieren weil 
Das zur Mitgestaltung nötige Bewusstsein
Ohne gute Lektüre völlig verloren geht wie
Es dem Geist der Verfassung entspricht

Natürlich können Menschen gerne ihrem
Netflixabo frönen oder sonst schauen
Jede nach ihrer Fasson wie entsprechend
Den eigenen Fähigkeiten nur wählen
Brauchen diese Zuschauer nicht mehr

Die USA führen uns gerade vor wie eine
Alte Demokratie zur mafiösen Oligarchie 
Verkommt wenn auch der Präsident nur
Fernsieht statt Bücher zu lesen ist der
Weg in den Abgrund absehbar wohl 

Davon befreien auch keine Hörbücher
Die nur die Plage ständiger Brieselung
Weiter fortsetzen auch wenn sie noch
Spuren von Bildung enthalten können
Braucht Bildung immer einsame Leser

Es braucht auch kein Gerede über Bücher
In Gruppen von Lesern denen es nur ihre
Kostbare Lesezeit stiehlt aber besser als
Viele andere Beschäftigung sind diese
Nur ersetzen sie nie die einsame Lektüre

Leser sind immer auch einsame Menschen
Die diese Zeit mit guter Lektüre füllen
Der Mut dies sein zu wollen ist derselbe
Den Kant zum Motto der Aufklärung einst
Machte sapere aude gilt heute noch mehr

Habe den Mut für dich zu bleiben um
Allein die Welt der Bücher zu entdecken
Statt nur über irgendwas zu quatschen
Halte Abstand von all dem Gerede und
Wage selbständig kritisch zu denken

jens tuengerthal 7.9.25

Liebesheilige

Liebesheilige

Geliebte sind mir
Heilige zur Anbetung
Tiefer Erfüllung

jens tuengerthal 7.9.25

Vernunftanbetung

Vernunftanbetung

Vernunftanbetung
Täte besser als weiter
Nur Aberglaube

jens tuengerthal 7.9.25

Netzheilige

Netzheilige

Netzheilige sind 
Ablass an Aberglauben
Sichtbar zu bleiben

jens tuengerthal 7.9.25

Liebesverschwinden

Liebesverschwinden

Manchmal verschwindet die Liebe
Als wäre nie etwas gewesen dann
Macht es auch nichts mehr sie ist
Halt weg und es blieb nichts übrig

Die meisten Lieben aber hinterließen
Tiefe Spuren in mir und manche taten
Lange noch weh weil das nicht mehr
Noch nicht wirklich in mir ankam 

Wie gut tut da die Zeit die alles weiter
Relativiert bis nichts mehr da ist von 
Den einmal geteilten Träumen doch 
Nichts wirkt besser als Ablenkung

So verschwindet die alte Liebe am
Besten hinter der neuen Liebe die
Verliebt völlig vollkommen scheint
Glücklich wer solche findet 

jens tuengerthal 7.9.25

Danachriesling

Danachriesling

Nach dem Konzert noch auf einen
Rheingauer Riesling ins Crossroads
Wo wieder eine Mel zu begrüßen war
Neben vielen anderen Stammgästen 

Tino und Phil II machen Bar wie die 
Bedienung und kaum saß ich oben
Reichte Tino mir Riesling und Wasser
Die Bar ist unten gut gefüllt während

Draußen noch zwei Tische oben ein
Pärchen auf dem Sofa das zum etwas
Intensiveren Schmusen zwischendurch auf
Dem Klo verschwindet sei ihnen gegönnt 

Rege Gespräche an der Bar mit später
Auch Selma und Nina und anderen hält 
Die Stimmung hoch und Tino beschäftigt 
Ein gelassener Ausklang vom Konzert

jens tuengerthal 7.9.25