Freitag, 13. Dezember 2024

BVGehtnicht

BVGehtnicht

Berlin und seine Öffis
Wenn du die Bahn brauchst
Fährt sie nicht und steht
Drei Meter vor der Station
Dann kommt viel Blaulicht
Du wartest und frierst
Dann kommt sie und alle
Müssen aussteigen
Die nächste kommt
Nach zwanzig Minuten
Ist der Spuk vorbei
Alles wäre nie was gewesen
Dit is halt Berlin 

jens tuengerthal 13.12.24

Erlesenerwählt

Erlesenerwählt

Massen von Büchern erschlagen
Die Leser auf dem Markt der sich
Mit mehr als wer je lesen könnte
An Neuigkeiten ständig berieselt

Wozu das alles frage ich mich
Liest das wirklich wer und was
Davon bleibt je bedeutend neben
Gerade bejubelten Sternchen

Freue mich da an meiner kleinen
Bescheidenen Bibliothek die längst
Mehr enthält als ich lesen kann
Doch dabei erwählt erlesen ist

Sammle nur noch die Bände der
Anderen Bibliothek sehr ausgewählt
Brauche nahezu nichts neues mehr
Bin mit allem dabei hoch zufrieden 

In der Beschränkung liegt die Kunst
Welche uns Zufriedenheit schenkt
Das Besondere mit Liebe noch als
Leser in Ruhe zu würdigen 

Ignoriere den Markt und bin mit
Allem was ist zufrieden dabei
Vielleicht verpasse ich etwas
Aber gefühlt ist es besser so

jens tuengerthal 13.12.24

Liebesreise

Liebesreise

Liebende reisen
In Gefühlswelten weiter
Als Wege führen

jens tuengerthal 13.12.24

Bücherreisen

Bücherreisen

Reisen in Büchern
Schaden keinem Klima je
Machen es erlesen

jens tuengerthal 13.12.24

Lebenstraum

Lebenstraum

Das Leben träumen
Wäre unrealistisch
Meinen die ohne

jens tuengerthal 13.12.24

Aussichtsreich

Aussichtsreich

Alles würde gut
Meinen manche immer noch
Schwer es zu glauben

jens tuengerthal 13.12.24

Lusthoffnung

Lusthoffnung

Lust hofft auf Erfüllung beim Sex
Welche viel weniger finden als sich 
Umeinander dabei noch bemühen
Was auch immer sie für wen ist

Sicher erfolgreich ist dagegen die
Onanie ohne großen Aufwand
Wie alle riskanten Folgen meidend
Wären wir also im Trieb vernünftig

Sparten weiter uns den so oft
Peinlichen Sex für den immer
Sicheren Weg und schenkten uns 
Vieles lieber um dafür anderes

Gelassen genießen zu können
Doch hier ist wohl alle Hoffnung
Vergebens wir bleiben blöd sobald
Die Triebe herrschen warum auch

Diese Zeilen überflüssig wohl sind
Aber gut darüber gedichtet zu haben
Well Sex immer spannend bleibt für
Uns triebhaft dumme Menschen

jens tuengerthal 13.12.24

Liebeshoffnung

Liebeshoffnung

Liebe hofft auf geteilte Gefühle
Gemeinsam glücklich zu werden
Was gelegentlich erfüllt Hoffnung
Auf Dauer schnell weckt die dann
Als Erwartung jede Liebe tötet
Dazwischen balancieren wir stets
Von der Hoffnung zum Glück um
Am Ende wieder enttäuscht zu sein
Was den großen Vorteil hat sich
Nicht länger tauschen zu müssen
So zumindest Aufklärung wäre
Auf die wir lieber verzichteten 
Und so siegt am Ende die Vernunft
Die wir Liebesdumm gerne noch
Weiter ignorieren würden auch
Wenn wir es nun besser wissen
Macht die Hoffnung glücklich genug
Auf alle Vernunft zu verzichten 
Was zur Liebe vollauf genügt
Etwas blöd aber glücklich und
Vielleicht ist das irgendwie alles
Was wir vom Leben wissen müssen

jens tuengerthal 13.12.24

Donnerstag, 12. Dezember 2024

Rieslingerfrischung

Rieslingerfrischung

Auf einen frischen Rheingauer Riesling
Trotz recht frischer Temperaturen noch
Zum Crossroads an der Kreuzung 
Gelaufen das mäßig gefüllt heute ist

Tino und den jungen Barkeeper vor
Dem Gang auf die Kinobank begrüßt
Ersterer sitzt vor der Bar im Gespräch
Mit zwei Stammgästen geschlechtlich

Gemischt an der Theke sitzen noch
Zwei Herren vor dem Fenster zwei
Paare seperat während Tino wieder
Die Welt anschaulich hörbar erklärt

Oben in den Ledersesseln haben
Zwei Paare seperat Platz genommen
Die Musik ist noch etwas funky aber
Nicht weiter störend dezent heute

Gelegentlich kommt wer vorbei die
Hier Örtlichkeiten aufzusuchen viel
Spannenderes passiert gerade nicht
Außer noch zwei Stammgästen die

Von Tino mit echt Berliner Höflichkeit 
Begrüßt unten Platz finden worauf
Tino zeitweise zweiseitig plaudert 
Was den Anschein gibt es wäre was los

In dem Moment kommt noch unser
Märchenverkäufer und bietet diese
Allen Gästen an begrüßt als alter
Bekannter den Flaneur noch

jens tuengerthal 12.12.24

Lektürentagebuch 12.12.24

Lektürentagebuch 12.12.24

Begonnen mit dem Zauberberg der
Im Kapitel Forschungen zur gleichen
Zeit als der Herbst zum Winter wird 
Spielt der für Hans der erste wird 

Wie die Planung für Weihnachten
Mit dem Geschenk für Behrens das
Aufregung für viele auch wurde die
Sich nach Abwechslung dort sehnten

Vom Schnee erfahren wir der dort
Im Tale über Davos bald schon über
Sechzig Zentimeter hoch liegt wie
Von Walzen geplättet oder auch

Von dafür gedachten Pflügen
Verschoben wurde um sich durch
Die weiße Pracht Wege zu bahnen
Für die gut bespannten Schlitten

Gut eingewickelt mit Pelzsack wie
Doppelten Decken las Hans Castorp
Lang in anatomischen Lehrbüchern
Über die menschliche Natur manches

Ihm völlig neues auch etwa zum
Bewusstsein was Thomas Mann
Wunderbar ironisch distanziert wie
Es keiner so fein je wieder konnte

Das ist ganz großes Theater was
Mann hier teils in nur Nebensätzen
Für die Leser inszeniert ist ein ernster
Diskurs zur Naturphilosophie lächelnd

Mann reißt Dinge an und weckt so
Die Neugier ohne die Leser mit allen
Details der Gedanken zu belasten
Er lässt der Phantasie noch Raum


Ganz anders als Stanislaw Ignacy
Witkiewicz der besser als Maler bei
Seinen Leisten bliebe statt die Leser
In Abschied vom Herbst mit Sätzen

Ohne Offenheit zu ersticken das
Eigene Denken den Lesern durch
Ausmalen entferntester Winkel noch
Abnimmt uns also verblödet eher

Das ist gut und professionell sicher
Hat auch gelegentlich seinen Witz
Ein guter Lektor aber hätte besser
Nahezu die Hälfte davon gestrichen

Es ist wundervoll sich in kleinen
Details und Gedanken zu verlieren
Diesen literarisch wie bei Mann oder
Montaigne voll Freude zu folgen

Doch Witkiewicz hat für einen guten
Satz der wirklich lohnt drei die eher
Zuviel und entbehrlich sind keine Lust
Am Lesen wecken sondern nerven

Wandert wohl erstmal wieder in
Tiefere Regionen des Stapels ist
Keine erfreulich lohnende Lektüre
Sondern nervt mich jedes mal 

Auch wenn ich zu gerne wüsste
Was aus den erotischen Phantasien
Wie den wilden Paarkonstellationen
Noch wird ist zuviel entbehrlich 

Aber vielleicht ist es auch unfair
Mäßige polnische Literatur eines
Malers nach dem Zauberberg im
Direkten Anschluss zu lesen

Wüsste keinen der hier noch an
Witz und Eleganz gewinnen könnte 
Was den Zauberberg unsterblich machte
Anderes entbehrlich scheinen lässt

Warum den Grundschüler lesen
Wo der Meister daneben liegt 
Könnte die freche Frage sein
Die gleich zum nächsten führt


Weiter ging es darum auch mit
Egon Friedell denn keiner hat je
Humorvoll eleganter Kulturgeschichte 
Geschrieben als der kluge Wiener

Wie er die Pracht der barocken
Opern voller Lust beschreibt
Welche die Königin der Epoche
In all ihrem Überschwang wurde 

Wie 1637 die Oper in Venedig
Den Auftakt setzt bis 1650 schon 
Vier Häuser dort begeistern während
Schütz und Opitz Daphne verarbeiten

Es wird die Frühbarocke zum goldenen
Zeitalter Spaniens obwohl diese in der
Epoche politisch wie ökonomisch dem
Untergang längst viel näher sind

Schwache Herrscher trafen auf
Ökonomische Katastrophen durch
Vertreibung von Molukken und Juden
Eine Perspektive gab es dabei nicht

Dafür wurde die Ehre hochgehalten
Für die gerne getötet wurde in einer
Kultur nahe dem Untergang dabei
Was Friedell humorvoll beschreibt

Zitiert dafür Schopenhauer der die
Ehre die Meinung anderer über uns
In Verbindung mit unserer Furcht vor
Deren Meinung sehr treffend beschreibt

Außer den Palästen gab es nur noch
Lehmhütten und alles war dafür von
Sprichwörtlichen Schmutz bedeckt
Besonders galt dies für Madrid

Beleuchtet waren danach höchstens
Die Heiligenbilder und Trottoirs gab es
In ganz Spanien noch lange nicht dafür
Feierten sie ausgiebig ihre Prozessionen 

Ein goldenes Zeitalter der Kultur mit
Vielen berühmten Künstlern aber einem 
Mittelalterlichen Ehrgefühl und lächerlichem
Stolz auf wenig was wirklich war

jens tuengerthal 12.12.24


Liebesharmonie

Liebesharmonie

Harmonie in der
Liebe größtes denkbares
Glück miteinander

jens tuengerthal 12.12.24

Gleichgewicht

Gleichgewicht

Nichts ist kostbarer
Als inneres Gleichgewicht
Schenkt Stabilität

jens tuengerthal 12.12.24

Teezeit

Teezeit

Sich Zeit zu nehmen
In Ruhe Tee zu trinken
Schenkte mir diese

jens tuengerthal 12.12.24

Teevertrauen

Teevertrauen

Grünen Tee trinken
Mit Vanille Aroma
Ein vertrautes Glück

jens tuengerthal 12.12.24

Lustglück

Lustglück

Ist schöner Sex ein Glück
Welcher insbesondere oder
Schon die Tatsache einander
Voller Lust genießen zu dürfen

Geht es um Befriedigung dabei
Das sicher höchste Glück also
Zusammen kommen oder ist die
Geteilte Lust Glück schon genug 

Ist diese je wirklich ein Glück also
Vom Zufall abhängig nicht vom
Willen der Beteiligten dabei fragt
Wer weiß wie wichtig Technik ist

Die größte Lust teilen zu können 
Erfordert Erfahrung und Zufälle der
Natur die es passen lassen was ein
Seltenes Glück dann wohl auch ist 

Wir können auf Erfahrung vertrauen
Dieses Glück finden zu können was
Gelassenheit und Chancen erhöht 
Es gemeinsam zu genießen doch 

Bleibt bei allem ganz vieles was
Völlig unkalkulierbar ist und also
Wohl Glück genannt werden kann
Wenn es mal wieder wirklich passt

Aber egal wie ist schon allein die
Tatsache dass sich Wesen von
Venus und Mars geschlechtlich finden 
Es mittig irgendwie passt genug Glück

So gesehen kann ich jeden Sex als
Großes Glück im Universum genießen
Egal was wem wann dabei kommt 
In einer einfach wunderbaren Welt

jens tuengerthal 12.12.24

Mittwoch, 11. Dezember 2024

Liebesgeschenk

Liebesgeschenk

Mit Liebe schenken ist etwas
Wunderbares und macht zugleich
Furchtbar empfindlich noch dabei
Warum es Weihnachten gern kracht

Dabei ist das schönste Geschenk
Liebe die spürbar beben lässt vor
Glück und Gefühl was einfach da ist
Bedingungslos kommt um zu bleiben

Die vielen enttäuschten Erwartungen
Über nicht erhaltene Geschenke wie
Verloren geglaubte Gefühle sind der
Immer Sprengstoff an Weihnachten

Verschenke zu gerne mein vom
Vater geerbtes übervolles Herz 
Um den Zauber der Liebe die
Uns tanzen lässt zu spüren

Wer mit Liebe schenkt hat den
Zauber der fliegen lässt gefunden
Allein das macht glücklich genug
Da werden alle Geschenke egal

jens tuengerthal 11.12.24