Sonntag, 9. April 2023

Wunderliebe

Wunderliebe

Glaube nicht an Wunder
Habe Magie und Aberglaube
Lange schon hinter mir
Lache eher darüber
Lebe halt in Berlin
Hier sind wir realistisch
Genießen was sich ergibt
Geht eine kommt eine
Für Momente um dann
Wieder weiter zu ziehen
Manchmal treffen wir noch
Zufällig verlorene Lieben wieder
Wenn im falschen Kiez verirrt
Wie das halt so mal passiert
Dann lächeln wir freundlich
Denken uns unseren Teil
Am besten nur das Beste
Den Rest siehst du sofort
Macht unnötig hässlich und
Gehen weiter als wäre nie
Etwas gewesen dabei waren wir
Mal ganz nah am Wunder
Hätten wir es wirklich gewagt
Sich ganz einzulassen aber
Das ist immer gefährlich
Wer nah kommt tut weh
Kann sich keiner mehr leisten
Heute verwundbar zu sein
So schlafen wir miteinander
Sind uns beim Sex ziemlich nah
Zumindest irgendwie körperlich
Wäre ja auch seltsam wenn nicht
Danach ziehen wir uns wieder an
Bleiben verpackt einen Moment
Noch beieinander um uns dann
Wieder im Nichts zu verlieren
Möglichst spurlos ohne Drama
Nur manchmal fühlt es sich an
Als könnte doch etwas bleiben
Das ist dann wie ein Wunder
An die wir nicht mehr glauben
Weiß nicht ob das schon Liebe ist
Aber es fühlt sich so an wie sie
Es in alten Geschichten erzählen
Irgendwie total unrealistisch
Aber vielleicht ist das dann so
Ein Wunder was kam um zu
Bleiben aber an sowas glaubt
Natürlich keiner mehr hier
Wir träumen nur davon
Ganz im Geheimen und
Erzählen keinem vom
Wunder der Liebe
Sind nur verwundert
Bis zum nächsten mal

jens tuengerthal 9.4.23

Frühfeminismus II

Frühfeminismus II

Am 9. April 1848 wurde Helene Lange
In Oldenburg geboren die lange als
Pädagogin Politikerin und Feministin
Für die Rechte der Frauen kämpfte
Sie war Mitglied der DDP gehörte also
Dem liberal bürgerlichen Lager zu
Sie kam aus einem mittelständischen
Elternhaus was sie aber zunächst
Relativ liberal erzog als sie dann
Nach dem Tod ihrer Mutter als
Pensionstocher in ein Pfarrhaus kam
Wie die dortigen Grenzen erfuhr die
Frauen Männern nachordnete regte
Sich ihr Widerstand und sie kämpfte
Um mehr Bildung als Chance zwar hat
Ihr Vormund ihr zunächst verboten das
Erstrebte Lehrerinnenexamen zu machen
Doch ließ sie sich nicht entmutigen
Arbeitete einige Jahre als Erzieherin
Bildete sich selbst weiter und konnte
So 1871 ohne Probleme das Examen
Als Lehrerin bestehen da Frauen im
Gesamten 19. Jahrhundert noch der
Zugang zu Hochschulen versperrt war
Konnte sie nur dank eines ererbten
Vermögens private Studien finanzieren
Aufgrund der erlittenen Diskriminierung
Schloss sie sich der bürgerlichen
Frauenbewegung an und richtete so eine
Petition ans Preußische Abgeordnetenhaus
Sie kämpfte weiter für Frauenbildung da
Mädchen in Preußen auch noch der
Zugang zum Gymnasium versperrt war
So gründete sie einen Lehrerinnenverein
War lange im Vorstand des Allgemeinen
Deutschen Frauenvereins tätig sowie im
Bund deutscher Frauenvereine als sie ab
1899 an einer Augenkrankheit litt lernte sie
Ihre spätere Lebensgefährtin Gertrud Bäumer
Kennen die ihr zunächst assistierte wie
Später als ihre Nachfolgerin aufgebaut
Wurde so edierten beide das Handbuch
Der Frauenbewegung und gaben die
Zeitschrift die Frau heraus bis heute gilt
Lange als eine der wichtigsten Vertreterinnen
Eines gemäßigten Feminismus im Land
Forderte ein Frauenwahlrecht aber suchte
Immer wieder realistische Kompromisse
So war ihr Feminismus differenzialistisch
Sie betonte die Verschiedenheit der
Geschlechter undn hielt Mutterschaft für
Eine conditio sine qua non der Weiblichkeit
Weil Frauen so einen spezifisch weiblichen
Einfluss auf das Gemeinwesen hätten
Sie galt als deutsche Patriotin deren
Helden der Jugend Theodor Körner oder
Giuseppe Garibaldi waren so symbolisierte
Schwarz rot gold für sie die Revolution
Von 1848 ihrem Geburtsjahr so wurde auch
Ihr Sarg mit einer solchen Fahne ihrem
Wunsch gemäß bedeckt sie sollte heute
Als engagierte liberale Vorkämpferin der
Gleichberechtigung erinnert werden

jens tuengerthal 9.3.23

Frühfeminismus I

Frühfeminismus I

Am 9. April 1766 wurde in Genf
Albertine Necker de Saussure geboren
Die Schweizer Schriftstellerin wie
Pädagogin war eine frühe Verfechterin
Der Bildung für Frauen sie wurde von
Ihrem Vater bereits umfassend gebildet
Schrieb Vorlesungen für ihren Mann den
Neffen des Finanzministers Ludwigs XV
Jaques Necker und unterrichtete auch
Ihre Kinder in exakten Wissenschaften
Sie freundete sich mit der Cousine ihres
Mannes Germaine de Stael an sie war
Calvinistin aber offen und tolerant dabei
Sie glaube nicht dass die Ehe das Ziel
Der Frauen sei sondern diese auch für
Ihren Lebensunterhalt durch Bildung
Sorgen sollten selbst betrieb sie auch
Aktiv wissenschaftliche Forschung zog
Sich bei Experimenten mit Sauerstoff
Verbrennungen im Gesicht zu und
Korrespondierte mit Wissenschaftlern
Sie schrieb ein dreibändiges Werk
Über die Bildung von Frauen wie sie
Sich für deren selbstbestimmtes Leben
Bei der Erfüllung ihrer sozialen Aufgaben
Immer einsetzte und schrieb eine gut
Gehende Biografie Germaine de Staels
Wie eine Übersetzung der Vorlesungen
Schlegels über dramatische Literatur
Sie gilt als Genfer Spätaufklärerin
Gedenken wir der starken Frau die
Ihren Weg gegen den Strom ging auch
Als Väter unsere Töchter zu stärken
Eigene Wege zu gehen

jens tuengerthal 9.4.23

Endlösung

Endlösung

Am 9. April 1945 wurden noch nicht
Mal einen Monat vor dem Ende von
Hitlers Schreckensherrschaft mit dem
Sieg der Alliierten über das Nazireich
Auf einmal 7 prominente Gegner des
Regimes in Konzentrationslagern
Ermordet wie Milionen andere auch
Das nationalsozialistische System
Brachte nicht nur seine erfundenen
Rassischen Gegner um sondern auch
Alle die anderer Meinung waren wie
Diese auf ihre Art äußerten darum
Feinde der totalitären Diktatur waren
Wie Putin es teilweise ähnlich macht
Der Gegner in Lager sperrt oder an
Der Front verfeuern lässt um so die
Herrschaft der Angst aufrecht zu halten


Es wurden am 9. April 1945 umgebracht

Im KZ Flossenbürg durch Erhängen

Dietrich Bonhoeffer

Wilhelm Canaris

Ludwig Gehre

Hans Oster

Karl Sack

Theodor Strünck

Im KZ Dachau

Georg Elser hingerichtet

Im KZ Sachsenhausen

Hans von Dohnanyi hingerichtet


Gedenken wir der Opfer
Die für unsere Freiheit starben
jens tuengerthal 9.4.23


Osterfreude

Osterfreude

An Ostern feiern wir den Frühling
Außer wir hören auf die Religionen
Die uns gerne noch lenken wollen
Die Rückkehr des Lebens in die Natur
War ein altes heidnisches Fest wie es
Von der Natur abgeschaut war um den
Rhythmus von werden und vergehen
Voller Freude zu begehen so ist die
Rückkehr des Lebens in den endlich
Vom Eise befreiten Wiesen wie es
Schon Goethe im Osterspaziergang
Bedichtete der das Läuten der Glocke
Nach mystischer Nacht zur Rückkehr
Ins Leben besingt was vom Dorf her
Mit Jubeln und Schreien klingt ihn eben
Mensch sein lassen wie es unserer
Natur entspricht die das Christentum
Einerseits feiert andererseits negiert
Statt die Freude des Lebens was nun
In die Natur zurückkehrt zu feiern
Wird erst der Prophet hingerichtet
Stehen Leid und Qual vor der dann
Himmlischen Erlösung der immer
Geaberglaubten Seele für die es
Keinen Nachweis in der Natur gibt
Die aber das jenseitige Paradies den
Gläubigen dafür verspricht warum das
Irdische Leiden am Kreuz logisch der
Himmlischen Erlösung vorgeschaltet
Werden muss weil es auf Erden kein
Gutes und keine Erlösung gibt die nur
Das erhoffte Jenseits geben soll was
Dem Epikuräer in mir schon immer als
Größter denkbarer Unsinn erschien
Das Leben ist schön und wunderbar
Seine Rückkehr im Frühling mit Lust
Zu feiern ist gut so und braucht auch
Keinen vorgeschalteten Tod weil die
Blumen auch ohne Götter blühen
Wenn sie nur ihrer Natur folgen
Die Tiere sich voller Lust begatten
Auch wir Menschen danach streben
Unsere Lust nach der Natur auszuleben
Aber wir funktionieren viel besser in der
Hierarchie wenn wir auf ein Jenseits
Noch hoffen statt das Diesseits mehr
Genießen zu wollen wie es einzig
Angemessen wäre warum der ganze
Christliche Osterblödsinn mit der
Auferstehung mir noch ferner liegt
Als Weihnachten was zumindest eine
Menschliche Geburtstagsparty ist die
Sich ums Leben statt um den Tod den
Der Glaube überwinden will dreht
Wir müssen keinen Tod geistig je
Überwinden noch können wir es
Nach der Natur weil er natürlich ist
Aber wir können die Rückkehr der
Natur nach dem Winter feiern ihre
Aufbrechende Wollust voller Lust
Miteinander imitieren um so mehr
Zu genießen was ist statt auf ein
Erfundenes anderes noch zu hoffen
Nicht den Tod fürchten weil uns
Das dann Nichts nichts angeht
Lieber das Leben voller Lust noch
Feiern im endlich Frühling und so
Wird Ostern das fröhliche Fest was
Der Osterspaziergang begrüßt ohne
Die erfundenen Geister der Nacht
Wenden wir uns lieber dem Licht zu
Genießen wie schön das Leben ist
Lassen wir die Götter für sich sein
In ihrem geaberglaubten Himmel wie
Der erfundenen Hölle um dafür das
Was an Leben bleibt zu feiern

jens tuengerthal 9.4.23

Liebesgedicht

Liebesgedicht

Können Worte je ausdrücken
Was Gefühle alles umfassen
Frage ich mich während ich
Im Bett meines Vaters liege
Der vor etwas über einem Monat
Erst verstarb wenn auch nicht
In diesem Bett so doch ganz nah
Sind Tod und Liebe verbunden
Wie sage ich der Liebsten
Wofür alle Worte zu klein
Scheinen weil es alles erfasst
Alles was ich nun beschriebe
Trifft immer nur einen Teil
Des großen es ist richtig so
Was unser ganzes Wesen
Mit Gefühl und Leid erfasst
Die Sorge zu vertrauen
Welche Vorsicht uns lehrt
Wie die lustvolle Sehnsucht
Die zärtlich berühren will
Was so euphorische Gefühle
Längst in mir weckte dass ich
Kaum ihnen zu trauen wage
Wer wenn nicht wir Dichter
Sollte dem Gefühl tiefen
Wie innigen Ausdruck je
Verleihen können überlege ich
Weiß keine Antwort darauf
Als zu sagen es ist was es istng
Wie Erich es einst umschrieb
Aber vielleicht ist das alles
Jedes weitere Wort zuviel
Wenn es passt ist es so
Dann findet es sich
Mehr ist es nie aber
Glück genug es also
Zu genießen

jens tuengerthal 9.4.23

Samstag, 8. April 2023

Zugehörigkeit

Zugehörigkeit

Zu wem gehört ein Land
Sind es die Bewohner erst
Welche sich nach Stämmen
Der einen oder anderen Familie
Eher verbunden fühlten fragt sich
Der 8. April ist ein guter Tag um
Über historische Zugehörigkeit
Neu wie jenseits der Nationen
Nachzudenken im Spiegel der
Ereignisse die zeigen können
Wie relativ ewige Bindung ist
So säkularisierte am 8. April 1525
Der Hochmeister des Deutschen Ordens
Albrecht von Brandenburg-Ansbach das
Gebiet des Ordens nachdem er länger
Schon dem Protestantismus zuneigte
Leistete den Huldigungseid zu seinem
Onkel König Sigismund von Polen der
Ihm das Herzogtum Preußen als Lehen
Überließ womit langer Streit einerseits
Endet aber neuer wieder begann denn
Das deutsche Reich erkannte die neue
Säkularisierung des Ordenslandes nicht
An und setzte einen neuen Hochmeister
Für den Ritterorden ein was erfolglos
Blieb das Herzogtum bestand fort fiel
An den Brandenburger Zweig der
Hohenzollern und wurde später als
Ostpreußen der östlichste Zipfel des
Kurfürstentums Brandenburg was dann
Nach der polnischen Teilung welche die
Landverbindung nach Preußen schloß
Friedrich II zum König von Preußen
Machte was er zuvor nur in Preußen
Gewesen weil sein Großvater sich
Dort hatte krönen lassen ohne ein
König im Reich zu werden für den
Titel im Osten viel bezahlte weil das
Deutschordensland verbunden war
Heut ist das was früher einmal das
Ordensland und dann Ostpreußen
War ein Teil Polens und Russlands
Die ältere deutsche Geschichte
War mit dem 2. Weltkrieg zu Ende
Auch am 8. April nur über 250 Jahre
Später also 1783 verkündete Zarin
Katharina die Große die Annexion
Der Krim wie der Halbinsel Taman
Und des Kuban Gebietes durch ihr
Reich Russland was dann so blieb
Bis der Georgier Stalin es änderte
Die Krim und ihr Umland an den
Sowjetischen Bruderstaat Ukraine
Gab was angesichts der engen
Verbindung in der Sowjetunion lange
Kein Problem war aber heute dazu
Wurde und einen Krieg begründete
Der länger und blutiger wurde als
Viele Beteiligten es sich dachten
Dessen Ende nicht absehbar ist
Zu wem das Land nun gehört scheint
Eine vielfältig unklare Frage noch für
Manche auch wenn es völkerrechtlich
Unstrittig Land der Ukraine war sahen
Nicht alle Bewohner sich dieser auch
Zugehörig egal ob es darauf ankommt
Darf Krieg dies besser nicht regeln der
Zu Verbannung und Vertreibung führt
Wie es die Deutschen im Osten auch
Nach dem Weltkrieg erfahren mussten
Den sie unter Hitler noch auslösten
Wiederum am 8. April nur 1812 erklärte
Der russische Zar Alexander Helsinki
Per Dekret zur Hauptstadt des neuen
Großfürstentum Finnland was ein Teil
Des russischen Reiches geworden war
Was wohin gehört und wer sich wem
Dabei zugehörig fühlt war dabei noch
Weniger eine Frage zumal Finnland
Lange Zeit schwedisch besetzt war
Sich große Teile der Eliten dort aus
Schweden rekrutieren was sich erst
Langsam letztes Jahrhundert änderte
So sprachen sich am 8. April 1933 fast
Zweidrittel der Westaustralier für eine
Unabhängigkeit von Australien aus
Doch blieb die Abstimmung folgenlos
Da sie weder vom australischen noch
Vom britischen Parlament anerkannt
Worden ist aber zugehörig fühlten sich
Die Westaustralier offensichtlich nicht
Zwei Jahre später 1935 wurde im
Saargebiet abgestimmt ob es lieber zu
Frankreich oder Deutschland gehören
Wollte wobei sich die Saarländer für
Die Zugehörigkeit zu Deutschland was
Gerade unter Hitler im nationalen Taumel
Verfallen war der seltsam vereinte so
Über neunzig Prozent für den Anschluß
Ans Reich stimmen ließ womit sich 
Zumindest sagen ließ wem sich die
Bevölkerung zugehörig fühlte was
Solche Abstimmungen in Schlesien
Oder Ostpreußen ergeben hätten wäre
Spannend gewesen auch ob dabei
Vor der Flucht oder danach erst die
Zahl der Berechtigten bestimmt würde
Putin ist davon getrieben die Russen
Im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion
Als oberster Russe schützen zu wollen
Wie die Gebiete wo nötig zu integrieren
Grenzen zu verschieben wie es Stalin
Nach dem Zweiten Weltkrieg tat oder
Davor schon im Pakt mit Hitler plante
Wem fühlten sich Polen zugehörig die
Vorher schon von Österreich Preußen
Russland mehrfach geteilt wurden
Sollte es das Ziel sein die Menschen
Vor Ort entscheiden zu lassen wem
Sie sich zugehörig fühlen wie bei der
Inszenierten Abstimmung auf der Krim
Entscheidet die Kultur die Sprache
Ökonomische Interessen oder die
Geschichte quantitativ fraglich dabei
Dann nur bis wann wir was zählen
Sehe mich als Europäer deutscher
Muttersprache der in Bremen geboren
In Frankfurt aufgewachsen wie später
In Heidelberg Abitur gemacht und auch
Studiert hat aber bald 23 Jahre nun in
Berlin lebt was länger ist als irgendwo
Anders zuvor und dennoch bin ich kein
Berliner noch Bremer Hesse oder ein
Kurpfälzer je geworden sondern eher
Europäer vom Gefühl her immer was
Eine Überwindung aller Grenzen heißt
Unter Menschenrechten vereint auf dem
Gemeinsamen Marktplatz der unsere
Nationen ersetzen kann diese seltsame
Krücke der kollektiven Identität die uns
Schon so oft aufeinander einschlagen
Ließ ohne persönlichen Gewinn dabei
Warum es gut tut sich einem Kollektiv wie
Europa zugehörig zu fühlen was dann
Seine Studenten untereinander tauscht
Dadurch Lieben überall findet wie diese
Die Grenzen natürlich aufheben lässt
Zugehörigkeit sollte mehr an Werte
Als an Orte geknüpft werden wie ich
Dort zuhause bin wo meine Bücher sind
Eine grenzenlose geistige Heimat habe
Ohne irgendwo anders hin zu müssen
Vielleicht sollten wir mehr danach streben
Die Identität vom Boden zu lösen um
Grenzenlos geistige Zugehörigkeit zu
Finden die Basis der Identität sein kann
Ohne Grenzen zu verschieben oder um
Zugehörigkeit streiten zu müssen wie
Europa keinen Separatismus braucht
Weil alle zusammen gehören wie jeder
Nach seiner Art dabei leben kann mehr
Ist für die Welt nicht erreichbar warum
Europa immer mehr Teile dieser auch
Sich zugehörig fühlen lassen sollte
Um ein Leben in Freiheit zu führen
Mit den dafür nötigen Mitteln egal
Wo ich gerade zufällig lebe

jens tuengerthal 8.4.23

Kriegskultur

Kriegskultur

Kann Krieg Kultur sein
Ist er nicht das Gegenteil
Zerstört und gefährdet alle
Kultur denke ich beim Blick
Auf die Folgen der Kriege
Die Zerstörung immer waren
Kultur aber sind alle Formen des
Menschlichen Daseins die auf
Bestimmten Wertvorstellungen
Wie erlerntem Verhalten beruhen
Sich dabei in der dauerhaften
Erzeugung wie Erhaltung von Werten
Ausdrücken das Gegenteil von Kultur
Ist die unberührte Natur die nicht vom
Menschen geschaffen oder verändert
Für sich eben natürlich existiert daneben
Wird Kultur synonym für die schönen
Künste verwandt und meint also
Bildende Kunst Literatur und Musik
Kriege haben sicher Wertvorstellungen
Auch wenn ich sie nicht teile schaffen
Diese eigene Werte wie ein Miteinander
Was vom Krieg geprägt wird wie sich
Vom Krieg geprägte Kulturen verändern
Ob sie der dauerhaften Erhaltung dienen
Könnte dagegen zweifelhaft sein da Krieg
Mehr zerstört als schöpft doch nicht ohne
Grund wurde der Krieg als Vater aller Dinge
Immer wieder bezeichnet wie etwa schon
Von Heraklit der sogar meinte der Krieg
Sei der König aller und mache die einen
Zu Göttern die anderen zu Menschen
Die einen zu Sklaven die anderen zu Freien
Er meinte damit dass der Krieg für die
Polarität des Seins stehe aus der alles
Hervorgehe und würde so im Wechselspiel
Der Gegensätze zum schöpferischen Akt
Auch wenn nicht alles Sein polar sein muss
Nicht immer gut und böse notwendig sind
Um ein Ganzes zu bilden ist doch die
Frage inwieweit diese Naturphilosophie
Den Krieg zur Kultur macht oder nur sagt
Er sei eben Teil unserer Natur die sich im
Kampf ausdrücke und forme wäre aber
Damit weniger Kultur als nur Natur die
Dafür durch den Menschen dauerhaft
Geformt wie verändert wird und so
Fällt die Antwort weniger leicht als
Am Anfang gedacht auch wenn ich
Mit Kant die Überwindung des Krieges
Also den ewigen Frieden als Ziel für
Wichtig und richtig halte würde ich
Dennoch bestimmte Kriege für nötig
Halten um die Kultur wie die Freiheit
In dieser als Existenzbedingung auf
Dauer zu erhalten wie etwa gerade
Den Krieg der Ukraine die um ihre
Existenz wie Freiheit kämpft wie
Damit die Europas mit verteidigt
Was aber die Kulturfrage nicht
Beantworten kann denn vieles
Was Krieger sich ausdachten
Wurde Teil unserer Kultur von
Der Ilias als Kriegsbericht aus der
Griechischen Kultur über Cäsars
Bello Gallico hin zu vielen Techniken
Die erst der Krieg hervorbrachte
Clausewitz Vom Kriege oder auch
Remarques Im Westen nichts neues
Aber auch die Bemühungen um
Eine Ordnung des Krieges zeigen
Diesen als Teil unserer Kultur die
Immer dabei diskursiv in einer
Entwicklung begriffen ist aber die
Chancen der Veränderung nutzen
Kann kultivierter noch zu werden

jens tuengerthal 7.4.2

Freitag, 7. April 2023

Liebeszärtlich

Liebeszärtlich

Liebe kann zart wie wild sein
Leidenschaftlich oder ganz sanft
Im Vollzug wie im Gefühl was
Mal erobern dann pflegen will
Beides und noch viel mehr um
Alles sein zu können als das
Umfassendste Gefühl das mich
In den Himmel hob wie schon
Fast umbrachte vor Verzweiflung
Am schönsten aber ist sie für mich
Wo sie voller Lust zärtlich sein kann
Weil diese sanfte Zartheit mehr
Welten öffnet sich gut zu tun
Als Schemen je können in denen
Viele nur miteinander reagieren
Wie seltsame Rollen spielen statt
Das Gefühl frei zu genießen was
Fraglos gut immer noch will
Dann kann es hart und wild sein
Wie ungestüm leidenschaftlich
Wo Zärtlichkeit die Liebe trägt
Überragt sie alles und tut gut

jens tuengerthal 7.4.23

Glaubensbefreit

Glaubensbefreit

Es herrscht Glaubensfreiheit
Versichert uns das Grundgesetz
Wörtlich sagt es die Freiheit des
Glaubens wie des Bekenntnisses
Sei unverletzlich in Artikel 4 Absatz 1
Als ob Freiheit jemals herrschte
Alle Herrschaft nicht unfrei stets ist
Dabei feiern wie die meisten aller
Feiertage für den Glauben von
Weihnachten bis Ostern über
Pfingsten und andere Ereignisse
Wünschen einen frohen Sabbat
Oder einen guten Ramadan weil
Wir weit entfernt davon sind uns
Vom alten Aberglauben zu befreien
Sogar in der Präambel der Verfassung
Die nicht mehr vorläufig nur ist steht
Sie sei in Verantwortung vor Gott
Erlassen worden was alles folgende
Für jeden vernünftigen Atheisten zu
Einem unernsten Witz nur macht
Wer sich nicht vom Glauben befreite
Vielmehr als Kind mit ihm aufwuchs
Seine Feiertage als Kultur nur lebte
Genießt keine Glaubensfreiheit
Sondern ist in Glaubensabhängigkeit
Aufgewachsen kulturell also unfrei
Noch immer dürfen Kinder getauft
Oder beschnitten werden statt mit
Solchen Handlungen der später
Zugehörigkeit bis zur Volljährigkeit
Besser zu warten erlaubt unser
Gesetzgeber die rituelle Einbindung
Von unmündigen Kindern wie den
Massenhaften geistigen Missbrauch
Vom körperlichen ganz zu schweigen
Der ein Problem aller Sekten auch ist
Wer Glaubensfreiheit garantiert muss
Die Voraussetzung dafür schaffen also
Den massenhaften Missbrauch von
Menschen in Abhängigkeit beenden
Damit das Versprechen keine bloße
Hohlformel ohne Inhalt noch wird
Es kann erst jeder glauben was
Wille und Freiheit uns eingeben
Wenn wir den Versuch wagten
Die Freiheit ohne eine Herrschaft
Des Glaubens kennenzulernen
Welche keine Tradition rechtfertigt
Unsere Menschenrechte sind ein
Kind der Aufklärung wie damit dem
Bruch mit der Übermacht des Glaubens
Sie kommen nicht aus den 10 Geboten
Sondern sind Resultat der Vernunft
Wie kritisch aufgeklärten Denken
Dafür gilt es heute noch zu fechten
Damit nicht länger der Aberglaube
Bestimmt wie wir wann feiern was
Einen freien Tag wert sein sollte
Der Aberglaube zum Privatvergnügen
Erwachsener Menschen alleine wird
Dann erst gibt es Glaubensfreiheit
Die nicht mit Traditionen noch herrscht
Wie geistige Freiheit weiter unterdrückt
Sondern eine mündige Entscheidung ist
Fangen wir heute schon damit an den
Laizismus Realität werden zu lassen
Der Grundbedingung der Freiheit ist
Sage ich als radikaler Atheist der
Mitglied der evangelischen Kirche
Aus familiärer Tradition bleibt da
Inzwischen lange erwachsen

jens tuengerthal 7.4.23