Sonntag, 19. März 2023

Zeitreisende

Zeitreisende

Zeit vergeht linear und wir leben mit
Dem Ablauf unserer kontinuierlich
Zeitmaschinen sind noch ein Traum
Auch wenn die Physik es rechnen kann
Bauen und leben können wir sie nicht
Warum es unaufhaltsam uns scheint
Dass die Zeit vergeht wir aus der
Gegenwart in die Vergangenheit nur
Schauen können ohne die Zukunft je
Kennen zu können manche jedoch
Sind dennoch Zeitreisende im Geist
Der keine Grenzen akzeptiert wie
Alle mit etwas Übung überschreitet
Die Zeitreisenden nämlich
Versetzen sich in die Geschichte die
Sie für sich lebendig werden lassen
Weil ihr Einfühlungsvermögen hoch
Das Bewusstsein daran geschult die
Gewohnten Grenzen überschreitet
Zeiten und Räume fühlbar macht
Ohne sich dabei zu verkleiden die
Brücke zwischen den Zeiten baut
Das Wagnis die Zeit aufzuheben
Birgt das Risiko sich im irgendwo
Haltlos zu verlieren wo uns die
Orientierung im Zwischenraum fehlt
Kann uns aber zu Zeitreisenden
Machen so wir den Kompass haben
Die Verbindungen noch zu sehen
Wie dem Geist als Weg vertrauen
Ohne nur auf Gegenwart zu bauen
Können Zeitreisende zugleich am
Selben Ort wie überall sein ohne
Sich um Grenzen zu kümmern
Finde diese Freiheit lohnt das
Risiko einzugehen dem wir durch
Orientierung in der Geschichte
So gut wie möglich vorbeugen
Wer es wagt in die Zeit zu reisen
Findet sich überall zurecht wie
Mit einem Kompass für das Leben
Ein Gerüst der Geschichte ist der
Schlüssel jenseits der Zeiten frei
Als Zeitreisender zu leben

jens tuengerthal 19.3.23

Familienkontinuität

Familienkontinuität

Wenn einer stirbt ist nichts mehr
Wie es vorher war weil dieser nun
Als Teil des Ganzen für immer fehlt
Dennoch gibt es in Familien Wege
Kontinuitäten über Generationen
Weiter bestehen zu lassen was
Dem Abschied die Schwere nimmt
Wie dem miteinander auch ein
Tor in die Zukunft öffnet was der
Trauer die Schwere nimmt wie
Den Abschied uns leichter macht
Nach der Beerdigung meines Vaters
Haben wir im engsten Familienkreise
Noch bis zum späten Abend zusammen
Gesessen geredet und Wein getrunken
Wie wir es immer an Festen tuen seit
Der vor 119 Jahren schon geborene
Großvater diese Tradition belebte
Wir wissen noch nicht wie es alles
Weitergeht aber wir haben damit auch
Ohne den jahrelangen Gastgeber die
Kontinuität fortgesetzt wie ohne den
Plan für die Zukunft sicher zu haben
War die Kontinuität eine Erleichterung
Es fühlte sich fast wie immer an auch
Wenn keiner wissen kann was kommt
Ist die Großfamilie so eine feste Größe
Die Bestand und Trost bietet denn der
Tod kommt immer unaufhaltsam aber
Was bleibt zeigt es gibt ein mehr was
Über die Zeit hinaus verbindet das über
Die Zeiten zu tragen ist Aufgabe wie
Hoffnung zugleich der Familie

jens tuengerthal 19.3.21

Samstag, 18. März 2023

Lustfreidenker

Lustfreidenker 

Lust hat alle Freiheit was ich
Immer wieder gerne betone
Um dem was gut tut noch mehr
Raum zu geben als es schon hat
Doch geht es nicht nur um Sex
Wie die Varianten der Stellungen
All dies sind nur Auswüchse der
Natur auf der Suche nach einer
Irgendwie Befriedigung die eben
Variantenreiche Abwechslung mag
Auch wenn es am Ende doch das
Immer gleiche physisch sein mag
Ist es gefühlt so variantenreich wie
Kaum etwas anderes und zusätzlich
Von ganz vielen Faktoren dabei noch
Abhängig die entscheiden wie es wird
Lernten wir nichts zu erwarten um das
Was kommt frei zu genießen wie es ist
Wären viele viel glücklicher miteinander
Denke ich lächelnd dabei denn wie oft
Beginnen Missverständnisse beim Sex
Wie der Stimmung dabei die leidet wo
Eine Seite nicht genießen kann
Früher dachte ich noch der Gipfel der
Lust sei der gemeinsame Höhepunkt
Heute weiß ich dieser kleine Zufall ist
Viel weniger wert als Harmonie dabei
Die sich gut will und gut tut mit einem
Guten Gefühl füreinander was also
Jede Stimmung zulässt wie integriert
Sex hat keinen bestimmten Weg
So wenig wie ein festes Ziel
Es ist ein Spiel miteinander das
Ein Genuss als solches ist darin
Frei zu sein wie alles zu genießen
Was dabei vorkommt wie gut tut
Ohne etwas erreichen zu wollen
Löst den Sex vom Sport denn um
Ziele geht es weniger als um das
Was gerade passt und gut tut
Sich das zu wollen ist schon
Glück genug wie dies dann
Entspannt unbefangen auch
Ohne jede Moral zu genießen
Wie es der je Natur entspricht
Macht die Lust so wertvoll nicht
Weil sie unmoralisch wäre sondern
Als einander einfach gut wollen

jens tuengerthal 18.3.23

Liebesnähe

Liebesnähe

Braucht Liebe körperliche Nähe
Ist sie erst vollzogen auch real
Kommt es auf den Sex dabei an
Oder ist sie immer ein Konstrukt
Zweier Geister die sich fanden
Ganz egal wo diese gerade sind
Ist Nähe nicht mehr ein Gefühl
Als bloß physische Präsenz die
Wie alles körperliche gerne völlig
Überschätzt wird um den Kern der
Liebe als geistigen Akt zu ignorieren
Wie kostbar ist darum was auch
Ohne die reale Nähe eine viel
Größere innerlich wachsen lässt
Weil zwei sich fühlen können
Ganz egal wo sie gerade sind
Wieviel näher ist es der Liebe
Wie dem was sie ausmacht
Denke ich dankbar lächelnd
Solche Wunder manchmal
Noch erleben zu dürfen

jens tuengerthal 18.3.23

Erbreichtum

Erbreichtum

Habe nicht viel materielles im Leben
Erreicht noch erwartet mich ein Erbe
Das mich zum reichen Mann machte
Was auch besser so ist denke ich
Der alle Gelddinge lieber meidet
All das interessiert mich sehr wenig
Weil mein Elternhaus mir den größten
Reichtum schenkte den es gibt das
Kulturelle Erbe im Geist als Schatz
Leben und würdigen zu können
Was Wissen und Liebe verbindet
Tradition und Respekt vor ihr mit der
Kritischen Vernunft vereinigt die sich
Als Basis unserer Freiheit auch zeigt
Habe in meinem Elternhaus sowohl
Die großen Dichter wie Maler als
Teil meiner Geschichte achten gelernt
Eine Identität mit tiefen Wurzeln im
Kulturellen Haus gefunden was das
Reichste und bunteste im Land ist
Dieses reiche kulturelle Erbe als
Teil von mir zu bekommen ist der
Größte Verdienst meiner Eltern
Trägt mich durch die Zeiten im
Wissen um ihren Kontext was die
Nötige Gelassenheit schenkt unter
Egal welchen Bedingungen noch
Seine reiche Kultur zu behalten
Denke ich dafür dankbar denn
Mehr wäre kein Vermögen wert
Was ich bekam ist unbezahlbar

jens tuengerthal 18.3.23

Halbwaisenharmonie

Halbwaisenharmonie

Durch den Tod unseres Vaters wurden
Die Schwestern und ich Halbwaisen
Doch begann damit nicht etwa der
Große Streit um was nicht da ist
Sondern eine ungeahnte Harmonie
Wir geben uns seit zwei Wochen
Wunderbar Halt und sind einander
So Stütze in dieser Zeit wie wir
Der Mutter zur Seite stehen was
Alle Hoffnungen übertrifft fast schon
Besorgniserregend harmonisch ist
Wäre es nicht gerade so gut so
Weiß nicht ob es der geteilte Verlust
Dessen was unersetzlich ist in dem
Vater dem euphorischen Tausendsassa
Mehr ist oder die Überzeugung es so
Für die Mutter am besten zu machen
Aber für mich steckt darin keinerlei
Mühe sondern liebevolle Natur die
Um keine Gunst in Konkurrenz spielt
Nichts beweisen sich will oder muss
Sondern aus Überzeugung so ist
Wie es ihrem Gefühl entspricht was
Dem Ideal der Verbundenheit in einer
Familie entsprechen sollte und doch so
Selten ist und wie konkurrent waren wir
Früher von Futterneid angefangen bis
Zur Gunst der Eltern irgendwann
Wie es vermutlich normal ist aber
All dies scheint vergessen vorbei
In erschreckender Harmonie waren wir
Einander liebevolle Stütze die sich
Durch die Tage voller Liebe trug
Wüsste ich wie das so klappte
Verriete ich den Trick an andere
Familien die sich dann häufig um
Geld und Erbe zerstreiten was
Zwischen uns keinerlei Thema ist
Vielmehr entdecken wir wie nah wir
Uns wohlwollend sind und dabei
Harmonisch gut auch können
Wenn dies durch den Tod kam
Ist es eines der ganz großen
Verdienste meines Vaters dafür
Gegangen zu sein damit seine
Kinder merken wie gut sie auch
Miteinander können wenn es 
Mal darauf ankommt wie jetzt
So verliert der Tod seinen Schrecken
Wiegt der Gewinn den Verlust etwas
Zumindest zwischen uns auf was
Vielleicht das gerade bestmögliche
Für alle war und wenn ich etwas
Aus all dem gelernt habe ist es
Harmonie gibt sehr viel Kraft
Sie lohnt sich mehr als alles
Was im Streit errungen

jens tuengerthal 18.3.23

Märzfeiertag

Märzfeiertag

Der 18. März ist ein Feiertag für die
Demokratie in Deutschland der an
Eine im Ergebnis dann gescheiterte
Revolution erinnert und es fragt sich
Ob dies einer Demokratie würdig ist
Oder sogar Feiertag werden sollte
Statt dem esoterischen Unsinn den
Der Aberglaube noch veranstaltet
Am 18. März 1848 versammelte sich
Eine große Menge vor dem Berliner
Stadtschloss um Freiheitsrechte für
Alle Bürger in Preußen zu fordern
Die Situation war schon lange sehr
Angespannt gewesen bereits seit
Dem 13. März war Militär gegen
Demonstranten eingesetzt worden
Die Zeit der Unruhe heißt historisch
Auch der deutsche Vormärz in dem
Das Fundament der Freiheit liegt
Als in der Volksmenge dann völlig
Unerwartet ein Schuss fiel brachen
Die Barrikadenkämpfe in Berlin aus
Bei denen auch spätere Größen wie
Fontane oder Virchow auf den bald
Errichteten Barrikaden für die Freiheit
Gegen das Militär kämpfte wie für
Eine Zeit Zugeständnisse erreichte
Von König Friedrich Wilhelm IV. auch
Wenn sein Bruder der Kartätschenprinz
Wie der spätere Kaiser Wilhelm damals
Genannt wurde dazu geraten hatte die
Ganze Menge gleich niederzuschießen
Um Ruhe und Ordnung zu erhalten
Immerhin ein halbes Jahr brachte die
Revolution mehr Mitbestimmung wie
Ersten Parlamentarismus in Preußen
Wie später auch deutschlandweit was
Im Parlament in der Paulskirche gipfelte
Es ist dies der erste Versuch in Preußen
Eine Demokratie durch Revolution wie
Den Aufstand der Massen zu erreichen
Dies ist der Erinnerung sicher würdig
Auch wenn infolge Bismarck aufstieg
Wie das System Metternich gestärkt
Aus allem hervorging war es doch
Ein erster Kampf um Freiheit der uns
Der Erinnerung wert sein sollte wie
Teil unserer Geschichte die nicht nur
Von 1933 bis 1945 ging so wichtig alle
Erinnerung ist sollte diese auch nie
Die Basis der Demokratie vergessen
Lieber Pfingsten streichen mit dem
Esoterischen Unsinn vom angeblich
Heiligen Geist oder Ostermontag um
Als Demokratie an die Wurzeln noch
Weiter zu erinnern die es wert sind
Gefeiert zu werden auch wenn die
Reaktion erstmal noch obsiegte war
Die Freiheit am 18. März 48 spürbar
Gedenken wir mit Hochachtung die
Helden von damals sind Eltern der
Heutigen Freiheit im Grundgesetz

jens tuengerthal 18.3.23

Haftbefehl

Haftbefehl

Der Haftbefehl gegen Putin ist ein
Gutes Zeichen für die Freiheit
Was paradox zunächst klingt
Weil ein Haftbefehl das Gegenteil
Von Freiheit immer doch ist
Staatliche Autorität eher beweist
Mit der hier eine internationale
Organisation einen Staatschef im Amt
Als Straftäter suchen lässt um so
Deutlich zu machen kein Posten kann
Vor Strafverfolgung schützen sofern
Menschenrechte Geltung haben wird
Jeder zur Verantwortung gezogen
Der gegen sie verstoßen hat egal
Ob Russland dies Gericht anerkennt
Oder diese wie gerade leugnet muss
Putin damit rechnen verhaftet zu werden
Sobald er Russland verlässt wie auch
Von seinen Nachfolgern ausgeliefert
Zu werden sofern die Nichtbefolgung
Zusätzlich noch sanktioniert wird
Recht ist besser als Krieg und Mord
Auch wenn dieser Haftbefehl bisher
Kaum durchsetzbar sein wird ist er
Das richtige Zeichen in dieser Zeit
Was alle zur Verantwortung erzieht
Wie damit die völkerrechtliche Basis
Für einen Ewigen Frieden erst legt
Der auf verbindlichen Verträgen ruht
Als verpflichtendes Recht was seine
Einhaltung gegen jeden durchsetzt
Auch der Präsident einer Supermacht
Wie einer Atommacht ist nicht länger
Vor Strafverfolgung geschützt sofern
Sein Verhalten strafbar war dies ist
Auch darum ein wichtiges Zeichen
Weil es deutlich macht die Welt lässt
Keinen ungestraft Verbrechen begehen
Damit wird dem Gleichheitsgrundsatz
Auf staatlicher Ebene genüge getan
Ein Putin wird wie ein kleiner Verbrecher
Gesucht wie verurteilt werden auch
Wenn die Vollstreckung dauern wird
Bedeutet mehr Gleichheit mehr Freiheit
Schützt die Mehrheit der Menschen vor
Der Willkür von diktatorischen Führern
Die sich für ihr Tun verantworten müssen
Was die Freiheit zusätzlich noch stärkt
So ist dieses mal ein Haftbefehl ein
Gutes Zeichen für die Freiheit

jens tuengerthal 18.3.23

Freitag, 17. März 2023

Euphorikerfeier

Euphorikerfeier

Es gibt Menschen die sind wie Teflon
An denen gleitet alles ab und nichts
Begeistert sie wirklich wie ihnen auch
Euphorie eher fremd ist dagegen sind
Die Euphoriker schnell entflammbar
Brennen dann lichterloh vor Freude
Schwärmen mit größter Lust allein
Schon sich daran freuen zu können
So einer war mein Vater denke ich
Der sich für vieles begeistern konnte
Von Blumen und Bildern bis zu den
Gedichten von Rilke oder Sternen
Die er irgendwo am Himmel sah wie
Seinen Zuhörern sofort zeigen musste
Wie einem gerne in Superlativen von
Seinen Erlebnissen vorschwärmte
Dies Glück am liebsten noch teilte
Deinen Kopf in die Hand nahm damit
Auch du die Sterne sahst oder seinen
Unendlichen Horizont teilen konntest
Was viele auch mich oft überforderte
So war er ein großer Beglücker der
Gerne selig von geteilter Freude noch
Tage danach schwärmen konnte wie
Unerwartet dann begeistert umarmte
Finde der Tod des größten bekannten
Euphorikers ist ein guter Grund sich
Ein wenig in der Begeisterung zu üben
Wie alle daran teilhaben zu lassen
An seinem Geburtstag noch habe ich
Am 3.2. mit ihm ein letztes mal telefoniert
Er war munter fröhlich auch wenn
Er schon lange dem Tod
Seines Herzens wegen nah war
Hat er noch Jahre gut gelebt
Manch feines Tröpfchen getrunken
Wie er überhaupt ein volles
Reiches Leben geführt hat
Als Familienvater und Arzt
Beides aus voller Überzeugung
Wie als Maler und Naturforscher
Als Gärtner Kupferstichkenner
Weingenießer wie Gourmet
Liebevoller Großvater Bruder
Verbindungsstudent wie später
Als Alter Herr auf Turnfesten 
Wie besonders den Bällen
War er doch ein begnadeter Tänzer
Liebhaber von Rilkes Dichtung
Die er mit viel Gefühl zitierte
Wenn es ihm gerade einfiel
Der alles mit Leidenschaft tat wie
Vieles euphorisch liebte auch
Seine Frau meine Mutter die
Es mit ihm über 50 Jahre aushielt
Was bei diesem Mann der auch
Mal die Waschmaschine alleine
In den zweiten Stock trug oder
Für Stunden irgendwo verschwand
Keine immer einfache Aufgabe war
Wenn er mal wieder lange weg blieb
Weil er eine Orchidee oder einen Altar 
Entdeckte sich für alles interessierte
Was irgendwo am Wegesrand blühte
Er lebte mit vollem Risiko stets
Aus dem vollen seiner großen Kraft
Die ihn noch über die Alpen radeln
Ließ im fortgeschrittenen Alter
Immer waren Freunde zum Wein
In seinem Haus willkommen was
Eine schöne Erinnerung an einen
Einst bärenstarken Tausendsassa ist
Der ging bevor es nicht mehr ging
Also rechtzeitig und ist nun nicht mehr
Außer als wunderbare Erinnerung
Aller die ihn kannten und wie schön
Wäre es doch die schönsten dieser
Erinnerungen zu wecken um sich
Am Ende über dieses volle reiche
Leben zu freuen wo er nicht mehr ist
Er hat es gut gehabt

jens tuengerthal 17.3.23

Donnerstag, 16. März 2023

Lustwild

Lustwild

Lust darf wild sein
Grenzenlos ohne Scham
Genießen was sie nur kann
Beflügeln wie verzaubern
Zum Schreien wie zugleich
Überlaufen uns reizen
Sie ist der natürliche Pol
Der ein Teil der Zuneigung ist
Sie darf alles was nur gefällt
Muss sich für nichts schämen
Solange alle es genießen
Dabei kann sie auch langsam
Eine Steigerung provozierend
Wie sanft zärtlich zugleich sein
Doch ist sie im Kern dabei wild
Wie die Wildnis der Natur folgt
Ist die Lust unsere Brücke zur
Natur und ihren Spuren in uns
Diese zu entdecken lohnt sehr
Mit sich im reinen zu sein wie
Ein Gleichgewicht zu finden
Das ein Umfallen verhindert
Wenn Lebensstürme toben
Deren einer sie auch ist
Nur konstruktiv gut tut dabei

jens tuengerthal 16.3.23

Liebeszärtlichkeit

Liebeszärtlichkeit

Wie wunderbar zärtlich Liebe macht
Denke ich der auch wilde Lust liebt
Aber die nachhaltige Wirkung der
Zärtlichkeiten der Liebe so mehr als
Alles liebt wo sie uns frei beflügeln
Wie die Welt wunderbar rosa färben
Ob wir verliebt geblendet sind oder
Einzig klar sehen wie den Blick für
Die emotionale Schönheit allein haben
Weiß ich nicht zu entscheiden
Manche einst vergötterte Ex scheint
Heute nur noch trübe in der Erinnerung
Um der nächsten Göttin Raum zu geben
Die mindestens gleiche Verehrung verdient
Vielleicht öffnet die Liebe also erst unsere
Augen für die tiefe Schönheit die uns
So glücklich dankbar machen kann
Überlege ich und weiß doch im Gefühl
Gibt es keine eine Wahrheit sondern
Den individuellen Genuss dessen
Was ist wie es ist warum es auch
Völlig egal ist was wahrer wäre
Ob Liebe also den Blick trübt
Oder klarsichtiger uns macht
Solange wir sie dabei genießen
Wie zur Zärtlichkeit verführt uns
Um die Liebsten gleich sorgen
Wie voller Wonne an die Nähe
Denken die schönstes Glück
Uns scheint ohne mehr noch
Zu wissen oder zu erwarten
Denn die zarten Zärtlichkeiten
Sind der Gipfel des Glücks
Den nur kennt wer je geliebt
Leidenschaft ist wunderbar
Sie folgt schlicht der Natur
Die triebhaft zueinander drängt
Befriedigung noch zu erringen
Kommt von ganz alleine dann
Aber sanfte Zärtlichkeiten sind
Das kulturelle mehr der Liebe
Was zu pflegen uns so gut tut
Hören wir besser nie damit auf
Es macht uns so menschlich

jens tuengerthal 16.3.23

Kleinteilig

Kleinteilig

Alles soll immer größer schneller wie
Besser werden um noch gut zu sein
Was eine Generation noch bejubelte
Will die nächste vielfach übertreffen
Unser Guru ist immer noch Wachstum
Obwohl wir dessen Grenzen kennen
Wissen wie es alles langfristig zerstört
Weil es eine expansive Größe ist die
Zu viel Raum greift noch anderes
Neben sich dulden zu können
Besser dächten wir endlich kleinteilig
Schrumpften in allem um damit eine
Langfristige Koexistenz zu ermöglichen
Denn wir sind längst zu viele geworden
Bei logisch begrenzten Ressourcen
Muss die Zielsetzung sich ändern
Erfolgreich darf nur weniger sein
Haltbarkeit wie kleinteilige Existenz
Als Wert und Luxus zu haben ist
Die Chance dauerhaften Miteinanders
Möglichst klein statt so groß wie möglichst
Wertvoll ist was spurlos gehen kann wie
Das Zusammenleben nicht gefährdet
Lernen wir lieber kleinteilig zu denken
Erwarten wir immer weniger um das
Was ist dauerhaft leben zu lassen
Nicht die Zukunft aller zu gefährden
Sonst wird die Menschheit zum Tumor
Der wo unbegrenzt wachsend wie
In alle Zellen streuend vernichtet
Werden muss um zu überleben
Noch können wir es mit weniger
Wie kleinteiligem Denken retten

jens tuengerthal 16.3.23

Bankendramen

Bankendramen

Gerade spielen sich wieder Dramen um
Banken ab die so erwartbar wie auch
Berechenbar sind insofern zu große
Unternehmen hohe Risiken stets bergen
Zwar wurde zu lange stets fusioniert
Um die eigene Macht am Markt noch
Stärken zu können aber die beiden
Gerade in Schieflage geratenen Banken
Zeigen wie nötig eine Dezentralisierung
Wäre Sicherheit zu gewährleisten die
Auch Immobilienkrisen standhält ohne
Gleich den Markt in Unruhe zu bringen
Nicht mehr auf Maximierung zu setzen
Sondern Schrumpfung wie Konzentration
Weniger utopische Gewinne erhoffen
Dafür solide Stabilität garantieren die
Eine Pleite nicht zur Krise macht der
Selten die Täter zum Opfer fallen
Teilen wir große Unternehmen auf
Schaffen mehr staatliche Kontrolle
Wie langfristig weniger Spekulation
Als größte Gewinnhoffnung dann droht
Kein Erdbeben der Welt nach einer
Pleite irgendwo wie gerade wieder
Ob wir aus der Krise gelernt haben
Wer diesmal die Rechnung zahlt
Ist noch offen wie ungewiss aber
Beschränkung der Macht wäre ein
Anfang zu mehr Sicherheit noch

jens tuengerthal 16.3.23

Infantilo

Infantilo

Fußball ist ein Stück Kulturgeschichte
Auch wenn sich die Fans dabei eher
Wie Barbaren beim sacco di Roma
Benehmen wie es gerade peinlich die
Der Eintracht in Neapel vorführten was
Durch deren Ausschluss aber auch
Provoziert worden war wozu sich der
Dichter im weiteren lieber enthält
Zumindest zeigt es uns wohin Verbote
Auch führen und wie nah sich Gewalt
Oder Freude in Massen sein können
Die wir besser nicht noch provozieren
Warum der Autor jedes Stadion meidet
Wie Jahrmärkte und sonst Massen die
Ohnehin wenig zum Lesen einladen für
Fußball und Lektüre genügen 11 Freunde
Aber darum ging es hier gar nicht
Sondern die Wiederwahl des Präsidenten
Der Mafiaorganisation FIFA die Spiele
Wie Wettbewerbe meistbietend verkauft
Gerade haben sie erwartungsgemäß
Ihren Präsidenten wiedergewählt wie
Damit auf Kontinuität gesetzt auch wenn
Einzelne zum Widerstand aufriefen war
Die Zahl gekaufter Stimmen überwiegend
Es sollen ja alles etwas davon haben
Er verkündete daraufhin alle zu lieben
Auch die ihn hassen von denen es ein
Paar wohl gäbe wie Deutschland etwa
Was mit den Skandinavien gegen den
Fragwürdigen Schweizer stimmte aber
Die Generalsekretärin der FIFA die also
Kein Verein ausschließlich alter Männer
Heute noch ist versicherte dem Präsidenten
Alle würden ihn lieben womit wohl alles
Zum ernst dieser infantilen Wahl ohne
Gegenkandidaten gesagt wurde wer
International erfolgreich sein will wird
Sich vor dem Präsidenten verneigen
Den alle lieben um zu gewinnen aber
Es geht ja nur um infantilen Fußball
Wie etwa elf Milliarden an Geldern
Die manche Bank nun bräuchte
Weil es welche gibt die dafür noch
Viel Geld ausgeben auch wenn
Infaninos Verein infantil ist
Lieben wir ihn alle um
Daran zu verdienen

jens tuengerthal 16.3.23

Staatsverständnis

Staatsverständnis

Das Verständnis vom Staat ist
Entscheidend für den Umgang
Mit diesem wie dann im Ergebnis
Für seine Funktionalität als solcher
Wer den Konsens infrage stellt
Gefährdet damit diesen unnötig
Der Umgang mit Flüchtlingen zeigt
Dies deutlicher als viele Worte die
Im Kanon sonst gedroschen werden
So fordert der Bremer Bürgermeister
Eine hälftige Übernahme der Kosten
Durch den Bund damit die Länder
Finanziell nicht überfordert werden
Vernünftige kaufmännische Art also
Über die verhandelt werden kann
Sachsens Ministerpräsident dagegen
Fordert eine Begrenzung der Zahlen
Was unsinniger Populismus nur ist
Der AfD Vokabular liefert für ihren
Grundgesetzwidrigen Populismus der
Scharf bekämpft werden muss um
Einen Verfassungspatriotismus zu
Stärken der das Grundgesetz dabei
Im Konsens trägt denn natürlich
Können Kommunen wie Bund viel
Mehr an Flüchtlingen bewältigen
Sie verhandeln nur über die Kosten
Was wie auf dem Basar zugeht
Dabei muss ein Konsens bestehen
Keine Grundrechte infrage zu stellen
Wie es in der Forderung nach einer
Beschränkung der Flüchtlinge liegt
Wenn ein Ministerpräsident sei es
Um die AfD nur zu schwächen die
Senkung der Zahl der Flüchtlinge
Fordert setzt er falsche Zeichen
Gefährdet damit den Konsens
Verlässt den Boden der Verfassung
Der nicht verhandelbar sein darf
Um Populisten Stimmen zu rauben
Auch wenn ein Großteil der Sachsen
Es bis heute nicht begriffen hätte
Dann bräuchte es mehr Investitionen
In politische Bildung statt Forderungen
Jenseits der Verfassung zu verbreiten
Es ist dies Staatsverständnis was im
Osten teilweise fehlt jener Konsens
Des Verfassungspatriotismus der nie
Grundrechte infrage stellen würde
Sondern nur darüber streitet wie die
Nötigen Aufgaben bewältigt werden
Wo Schwierigkeiten mit Integration
Bestehen muss da investiert werden
Bestimmte Dinge dürfen dabei nie
Fraglich werden sondern es muss
Ein Konsens über die Werte bestehen
Der im Osten teilweise noch fehlt
Warum Sachsens Ministerpräsident
Hofft den Populisten Stimmen mit
Absurden Forderungen zu nehmen
Dies kann nur schief gehen warum
Hier politische Bildung wohl auch für
Agierende Politiker noch nötig ist um
Auf einer Basis zu stehen mit der das
Grundgesetz uns erfolgreich machte

jens tuengerthal 16.3.23