Freitag, 10. Februar 2023

Buchstabenweise

Buchstabenweise

Macht Lesen klüger oder sagt die Kunst
Buchstaben zusammenfügen noch nichts
Über das Verständnis der Inhalte aus 
Ist der entscheidende Akt zur Bildung
Weniger das Lesen als das darüber
Nachdenken was die Lektüre bedeutet
Könnte für jemand der selbst denkt
Das Lesen für Weisheit überflüssig sein
Überlegte ich und fand es unvorstellbar
Weil alles was Kultur ausmacht an die
Lektüre guter Bücher gebunden ist
Zumindest nach meinem Horizont
Aber Völker ohne Schrift könnten
Eine Weisheit ohne Buchstaben
Wie ihre Lektüre auch entwickeln
Zumindest theoretisch denkbar
Wie es kulturelle Arroganz wäre
Ihnen dies abzusprechen doch auch
In unserer Kultur gibt es Menschen
Die nahezu nichts lesen dafür aber
Eine eigene Weisheit fanden was
Diesen nicht abgesprochen wird
Auch kenne ich viele Idioten die
Dennoch schon einiges lasen
Oder sogar Bücher schrieben
Wie etwa auch Hitler einer war
Der seine Intoleranz der Ideologie
In Mein Kampf Buch werden ließ
Aus dem der Geist verständlich
Wird der den Verbrecher trieb
Ob darum dessen Lektüre wie
Vieler politischer Schriften weiser
Irgendwen machte scheint fraglich
Dagegen würde ich immer sagen
Die Lektüre von Montaigne oder
Thomas Mann macht klüger wie
Gut reflektiert sogar weise doch
Ist Lektüre ohne kritisches Denken
Auch relativ wertlos warum ich am
Ende zugeben muss Lesen sagt
Nichts über die Intelligenz aus
Aber macht mich so glücklich
Dass es dumm wäre es nicht
Mehr zu tun

jens tuengerthal 10.2.23

Solidaritätsjojo

Solidaritätsjojo

Gerade spielen wir Solidaritätsjojo
Mit Erdogan dessen Land nun um
Der Erdbebenopfer wegen sofort
Großzügig geholfen wird dabei im
Wissen um die Pflicht zur danach
Dankbarkeit helfen auch gerade
Die Schweden bei der Rettung
Der Menschen in der Türkei mit
Wie sich der türkische Präsident
Dann noch gegen den Beitritt der
Schweden zur NATO wehren will
Scheint eher unklar so kommt die
Überbordende Großzügigkeit die
Der Norden gerade der Türkei zeigt
Nach Gesetzen der Logik wieder
Zum Absender zurück denkt wohl
Manch erfahrener Verhandler und
Legt noch Millionen Hilfe dazu was
Strategisch klug erscheint könnte
Aber an der Vernunft scheitern
Erdogan ist ein Islamist kein mit
Vernunft gesegneter Verhandler
Der mit Sicherheit noch einen
Knoten in den Jojo baut damit
Nicht alles nun rund läuft er
Wie auf dem Basar lieber weiter
Mit der Macht des Erpressers
Verhandelt was sich nur ändert
Wenn er nicht anders kann
Alle Hilfe an Zustimmung zuvor
Gebunden würde was aber den
Opfern nicht angetan werden kann
Darum merke Jojos laufen nur rund
Nach den Gesetzen der Schwerkraft
Nicht nach denen des Koran aber
Zumindest zeigt es allen Türken
Was ihnen mit Erdogan droht der
Einen islamistischen Knoten in
Seiner Leitung zur Vernunft hat

jens tuengerthal 10.2.23

Donnerstag, 9. Februar 2023

Atemberaubend

Atemberaubend

Vieles kann atemberaubend sein
Manches davon ist wunderbar
Von atemberaubender Schönheit
Bis zu solchen Momenten voller
Gefühl und Glück die egal wie
Gerade errungen wurde nach
Langem Kampf unter Opfern
Dagegen raubt manches uns
Im Schrecken oder aus Not
Wie Krankheit den Atem was ich
Als Allergiker leider zu gut kenne
So können Katzen von geradezu
Atemberaubender Schönheit sein
Sie sind es real immer für mich
Weil ihre Spucke mir den Atem
Ziemlich schnell rauben kann wie
Der Duft gebratener Schalentiere
Bei mir eine ähnliche Wirkung
Ohne große Freude entfaltet
Während eine dieser seltenen
Atemberaubenden Schönheiten
Wo wir ihnen nah sein dürfen mich
Mit größtem Glück erfüllen so dass
Die Zeit stehen bleiben möchte
Welche mir den Atem im Glück
Raubt und zeigt wie nah doch
Das Ende des Seins wie seine
Schönsten Gipfel sich sein können
Der Höhepunkt darum auch bei
Franzosen kleiner Tod heißt
Je nach Blickwinkel sogar auf
Dieselbe Sache es sind in völlig
Nur scheinbar gegensätzlicher
Wirkung weil im Nichts alles ist
Dennoch hoffe ich noch oft den
Atem vor Lust und Glück wieder
Anzuhalten bevor mir die Luft
Endgültig wegbleibt aber dann
Ist wiederum nichts und also
Am Ende auch alles gut

jens tuengerthal 9.2.23

Überbietungswettbewerb

Überbietungswettbewerb

Der Zögerkanzler Scholz warnt vor einem
Überbietungswettbewerb der Aufrüstung
Nachdem er viel zu spät endlich den Export
Des Leopard genehmigte will er erstmal
Auf keinen Fall über Flugzeuge reden
Welche die Ukraine auch braucht was
Ein schlechter Witz von Scholz war
Denn wer der Ukraine helfen will das
Vielfach überlegene Russland noch
Zu besiegen darf nicht länger zögern
Außer er will den Krieg verlängern
Um Russland weiter zu schwächen
Stück für Stück wird Putin nun
Vorgeführt bis zum Zusammenbruch
Muss immer mehr Soldaten opfern
Bis sein Volk ihn dafür hasst weil
Keiner seine Propaganda glaubt
Die den sowjetischen Antifaschismus
Als überholte Lüge beschwört um die
Oligarchie im Zarenreich zu retten
Dahingestellt ob das immer zum so
Gern beschworenen Antifaschismus
Passt oder eher nie frage ich mich
Wie langen unsere Regierungen
Dieses Spiel noch spielen wollen
Was so lächerlich wie verlogen ist
Fragt sich nur ob Olaf Scholz eher
Sein Volk oder seine Partei für zu
Unreif noch für Aufrichtigkeit hält 
Für letztere spricht die Erfahrung
Zu viele in der SPD verneigen sich
Noch gen Osten vor Marx und Lenin
Träumen vom gescheiterten Sozialismus
Dessen Erbe uns den Krieg eingebrockt
Olaf die Rolle von Doof obwohl klein
Als Idiot unter Freunden weiter spielt
Damit die Partei weiter Ruhe gibt
Die noch ungern hören will dass
Wir im Krieg mit Russland sind
Was schon länger ein Fakt leider ist
Ob irgendwer glaubt Putin sei so
Naiv wie die Mitglieder der SPD
Merkte nicht wie der Westen ihn
Langsam eiskalt erwürgt auch
Über Jahre sich damit Zeit lässt
Bis sein Volk ihn voll Hass vertreibt
Die NATO als Befreier begrüßt
Warum dieser Krieg so lange
Dauern wird die NATO längst
In Jahren plant weil sie so den
Russischen Bestand an Waffen
In aller Ruhe zerstören kann wie
Unsere Rüstungsindustrie gut
An diesem Krieg verdient der
Nur Russen und Ukrainer tötet
Liegt auch an den Pazifisten
Wie den Russlandfreunden
Die Putin nicht töten wollen
So lange geht der Krieg weiter
Auch wenn es Jahre noch dauert
So lange belügt Scholz weiter
Die SPD weil so naiv wie diese
Ist die Mehrheit in Deutschland
Schon lange nicht mehr wie uns
Die Außenministerin deutlich zeigte

jens tuengerthal 9.2.23

Erddramen

Erddramen

Die Erde spielt die tollsten Dramen
Katastrophen aus dem Bilderbuch
Ein kurzes Zucken der Platten 
Schon sterben wieder 20.000
Türken Kurden und Syrer
Ein Seebeben mit Wellen danach
Schwupps 230.000 Asiaten weniger
Das alles ohne jeden Rassismus
Oder eine Möglichkeit der Rache
Hilflos sehen wir unsere Träume
Im Nichts verschwinden nur weil
Die Erde für Momente aus dem
Rhythmus springt und dafür uns
Ganz cool unsere Grenzen zeigt
Wenn ein Vulkanausbruch in den
Anden im 15. Jahrhundert eine
Kleine Eiszeit uns beschert der
Hunderttausende zum Opfer fallen
Über hundert Jahre noch wirkte
Wird dies erst viel später wenn
Überhaupt als Ereignis bemerkt
Die Erde spielt ständig Dramen
Der immer viele zum Opfer fallen
Da wir ohnehin zu viele sind
Ist es vermutlich besser so
Auch wenn es ganz schlimm ist
Können dann viele noch so
Ganz nebenbei Ablass betreiben
Und sich mit Spenden freikaufen
Bis zum nächsten Drama dem
Noch mehr zum Opfer fallen
Wäre Zeit für eine Komödie
Oder ist das alles eh ein Witz

jens tuengerthal 9.2.22

Helfersyndromist

Helfersyndromist

Das Helfersyndrom ist ein typischer
Mist der Psychoanalyse die überall
Probleme statt Lösungen sucht auch
Wenn manche daran leiden wie sehr
Sie sich ständig für andere opfern
Andere sich bedrängt fühlen von den
Häufig in sozialen Berufen tätigen
Rettern die alles für andere tun um
Diese wie die Welt und sich zu retten
Mit manchmal fatalen Folgen wie uns
Entwicklungshilfe und Mission zeigen
Die anderen Gutes aufdrängen wollen
Gerade zeigt es sich wieder exzessiv
Nach dem Erdbeben in der Türkei
Diesem teilweise immer noch
Entwicklungsland neben Europa
Wollen plötzlich alle Gutes tun um
Den armen Opfern zu helfen wie
Sich gut dabei zu fühlen und gerne
Stürzen viele sich auf diese Form
Der Ersatzbefriedigung aller Helfer
Das hilft dann allen ein wenig wie
Es vielen ein gutes Gefühl gibt in
Zeiten kollektiver Hysterie was
Zumindest eine Beschäftigung ist
Egal wie sinnvoll diese auch sind
Gibt es irgendwo bestimmt eine
Spendennummer für kollektiven Ablass
Den kein Mensch logisch bräuchte
Aber allen ein gutes Gefühl gibt
Helfen zu wollen ist nicht krank
Wir brauchen dafür kein Syndrom
Es ist menschlich und tut gut
Zumindest allen Helfern denn
Die Opfer können ja wirklich
Mit ihrer Opferrolle zufrieden sein
Stehen nun täglich im Mittelpunkt
Mehr gibt es umsonst nicht um
Was anderes geht es nie
Und Erdogan darf dankbar 
Auch den Schweden bleiben
Wie den Griechen nebenan
Das Helfersyndrom ist Mist
Aber seine Folgen nutzen vielen

jens tuengerthal 9.2.23

Mittwoch, 8. Februar 2023

Liebermannsende

Liebermannsende

“Ick kann janich so viel fressen, wie ick kotzen möchte”
Max Liebermann am 30.1.1933, dem Tag der Machtergreifung anlässlich des Fackelmarsches der Nationalsozialisten durch das Brandenburger Tor.

Am 8. Februar 1935 starb der große
Berliner Künstler Max Liebermann
Zwei Jahre nach der Machtergreifung
Der Nationalsozialisten in Deutschland
Er sei am Abend um sieben Uhr
Friedlich eingeschlafen nachdem er
Einem seiner letzten Besucher noch
Gesagt hatte er lebe nur noch aus
Hass schaue nicht mehr aus dem
Fenster seines Hauses direkt am
Pariser Platz neben dem berühmten
Brandenburger Tor wolle diese neue
Welt um ihn nicht mehr sehen was
In seiner Rolle als Jude im damals
Nationalsozialistischen Deutschland
Mehr als verständlich war er sah was
Kommen würde voraus während
Viele Deutsche in den nationalen
Taumel fielen und jubelten bis sie
Hitler in den totalen Krieg stürzte
Neben dem er noch die Vernichtung
Der jüdischen Bevölkerung betrieb
Die Liebermann nicht mehr erlebte
Während seine Frau dem drohenden
Abtransport in ein Konzentrationslager
Durch Einnahme von Gift vorbeugte
Im Krankenhaus infolge 1943 verstarb
Als Liebermann starb hatten die
Nationalsozialisten ihn bereits aus der
Akademie der Künste vertrieben deren
Ehrenvorsitzender er lange war die er
Über viele Jahre geleitet hatte als ein
Urberliner Künstler der fest mit der
Stadt und ihren Bürgern verbunden
Sich immer gefühlt hatte der viele
Bilder in seinem Berlin malte wie
Zu den größten Impressionisten zählt
In seinem Haus am Wannsee noch
Ein eigenes Paradies sich schuf das
In vielen wunderbaren Bildern uns
Bis in die Gegenwart erhalten blieb
In der auch das Gartenhaus eines
Der schönsten Museen Berlins ist
Was immer eine Reise wert ist
Am Tag nach dem Reichstagsbrand
Dem 28. Februar 1933 besuchte den
Alten Liebermann noch sein Freund
Harry Graf Kessler bevor er sich auf
Den Weg der Flucht nach Frankreich
Machte und mit diesem kam auf die
Bitte Harrys hin mein Großvater nach
Berlin der da in Güstrow arbeitete als
Landwirtschaftsrat und begleitete den
Grafen der auch als ein unehelicher
Sohn von Wilhelm I. gilt welchen er
Am 9. November 1918 noch als ein
Junger Kadett kennenlernte im damals
Auch gerade revolutionären Berlin wie
Der Großvater mir vor seinem Tod noch
Im Jahre 1991 erzählte damals schon
Hätte Max Liebermann klar gesehen
Was käme und mit den Nazis drohte
So hätten Harry und er noch versucht
Den Maler zu beruhigen doch dieser
War sich sicher und das obige Zitat
Das ihn als echten Berliner zeigte
Belegt diese Weitsicht schon Wochen
Vor dem Reichstagsbrand nachdem
Die Machtergreifung sich zementierte
Der Unrechtsstaat seinen Lauf nahm
Heute lieben die Berliner ihren großen
Künstler Liebermann und ehren ihn
Damals vergaßen sie ihn schnell bis
Der Krieg zeigte was vom Führer wie
Seinem Terror übrig blieb in der am
Ende des Krieges zerstörten Stadt
Vom alten Berlin stand nichts mehr
Kaum ein Haus ist noch übrig vom
Kern der alten Stadt gegenüber der
Insel die früher Cölln hieß heute als
Museumsinsel Weltkulturerbe wurde
Auf der Liebermann dafür heute in der
Alten Nationalgalerie an prominenter
Stelle seinen Ehrenplatz auch hat
Viel erinnerte mein Großvater nicht
Von dem Gespräch was ich doch
Kulturhistorisch sehr spannend fand
Nur wie klar Liebermann voraussah
Was unter Hitler dem Land drohte
An seinen Tod zu erinnern in dem
Bewusstsein unserer Geschichte wie
Der Verantwortung für die Zukunft die
Aus dieser Geschichte wächst ist gut
Um den Feinden der Demokratie mit
Der nötigen Aufmerksamkeit heute
Rechtzeitig zu begegnen denn jene
Weimarer Republik wurde zwischen
Rechten und Linken zerrieben wer
Hass Angst und Gewalt sät ist ein
Feind der Freiheit und des Friedens
Besser hätten die Berliner auf ihren
Liebermann hören sollen um sich
Was er voraussah zu ersparen statt
Die NSDAP an die Macht zu wählen
Auch wenn sie nie eine Mehrheit hatte
Steht Liebermann als ein Mahner der
Sah was kommen würde damit wir
Künftig die Freiheit besser verteidigen
Uns an seinem wunderbaren Blick für
Die Schönheit den er zu Lebzeiten in
Wunderbare Bilder brachte lieber noch
Freuen voller Dankbarkeit für diesen
In Zeiten der Not so weisen Berliner

jens tuengerthal 8.2.23

Achtsamen

Achtsamen

Achtsamkeit ist ein Zustand von 
Geistesgegenwart indem jemand
Hellwach die Verfasstheit seiner
Umwelt seines Körpers wie des
Eigenen Gemüts erfährt ohne
Dabei abgelenkt zu sein oder
Nachzudenken oder zu bewerten
Es ist eine Form der Aufmerksamkeit
Die ein besonderes Bewusstsein zeigt
Was Leiden vermindern kann
Sie spielt in der buddhistischen Form
Der Meditation eine große Rolle
Wird in der Psychotherapie verwandt
In der westlichen Philosophie taucht
Das Prinzip bei Epikur schon auf der
Das Streben nach Lust und Vermeiden
Von Leiden zum Kern seiner Lehre
Machte die er in seinem Garten mit
Frauen und Männern diskutierte da
An dem was ist nur Lust findet wer
Sich seiner selbst bewusst ist wie
Auf die Sicht des anderen achtet
Auf die Spitze trieb die Suche nach
Achtsamkeit Altmeister Kant mit
Seinem kategorischen Imperativ
Wie der Definition was Aufklärung
Ist die sich an das Gewissen also
Das Bewusstsein des aus der
Unmündigkeit Befreiten wendet
Wie auf das achten lässt was ein
Allgemeines Gesetz sein könnte
Also für jeden damit Gültigkeit hätte
Was ein Mitbedenken der Gewissen
Anderer wie deren Bedürfnisse damit
Es allgemein gelten könnte bedeutet
Was da logisch als Ziel begründet um
In Freiheit und Frieden zu leben der
Lehre Buddhas noch überlegen ist
Ginge es um eine Konkurrenz dabei
Die hier entbehrlich sind weil noch
Viel wichtiger sein könnte sich der
Aufgabe bewusst zu werden was
Verantwortliche Geistesgegenwart
Bedeuten kann und wo wir uns von
Dieser mutwillig entfernen um dem
Rausch anderer Bedürfnisse dafür
Lieber zu folgen was wertfrei hier
Als Teil unserer Natur gesehen ist
Wie sehr es Achtsamkeit braucht
Beide im Gleichgewicht zu halten
Könnte künftig spannend werden
Ob das langfristige Überleben zählt
Oder die kurzfristige Lust genügt
Wem mehr Achtsamkeit gebührt
In einer Gesellschaft die sich nun
Gerade geschlechtlich neu sucht
Um achtsam mit dem dazwischen
Umzugehen könnte das Gefühl
Für die Ausnahme die Normalität
Verdrängen ohne zu wissen ob
Das für irgendwen ein Schaden ist
Was oder wer wir dabei sind
Werde ich es aufmerksam verfolgen
Um Achtsamkeit zu üben die im
Bewusstsein der Beteiligten als
Haltung zueinander beginnt
Vielleicht ist dies der Samen
Der ein besseres miteinander
Wie Verständnis blühen lässt

jens tuengerthal 7.1.23

Lustfülle

Lustfülle

Die ganze Fülle der Lust zu kosten
Alles nur denkbare auszuprobieren
Sich zu neuen Höhepunkten noch
Miteinander zu bewegen bringt uns
Zu seliger Erfüllung wenn wir diese
Noch zulassen können und nicht
Vom immer neuen getrieben sind
Möchte lieber Erfüllung finden statt
Getrieben ständig zu sein noch den
Nächsten Gipfel zu besteigen oder
Dazu dabei Varianten zu suchen die
Den ultimativen Kick geben können
Habe alles probiert und es hat mich
Irgendwann nicht mehr erfüllt weil
Alles ging was ich nur je mir träumte
Dafür wuchs die Sehnsucht nach
Dem immer neuen Kick der es noch
Toller und einmaliger diesmal machte
Was neue Bedürfnisse dann weckte
Grenzen überschreiten wollte die mir
Vom Wesen her immer fremd waren
Das Freiheit über alles stellt doch
Wie ich beim Büchersammeln auch
Gerne zwischendurch pausiere um
Den Bestand inniger zu lieben wie
Sich durch die Stapel zu lesen ist
Die Lust nicht am Ende wenn wir
Alles denkbare schon hatten
Sofern wir Erfüllung wagen als
Seligen Zustand ohne Ende der
Sich im Genuss dessen was ist
Begnügt und Zufriedenheit genießt
Nach wilden Jahren kommen die
Des wachsenden Genuss mit der
Die kommt um zu bleiben wie dir
Gut tut wie es ist wie du dann selig
Neben ihr einfach schlafen kannst
Statt neue Varianten des mit noch
Weiter suchen zu müssen endlich
In der Lustfülle erfüllt bist

jens tuengerthal 7.1.23

Lustlachen

Lustlachen

Dürfen wir beim Sex lachen oder
Fühlt sich die andere dann in ihrer
Leidenschaft gestört könnte so ein
Lacher an falscher Stelle die Erotik
Zerstören wie die Lust peinlich 
Enden lassen frage ich mich nicht
Mehr denn alle Erfahrung lehrt das
Lachen die Stimmung immer hebt
Lockert und manchmal sogar erregt
Wo wir nicht nur peinlich gackern
Was kann bei unseren erotischen
Turnübungen nicht alles schief gehen
Wie peinlich kann es dann werden
Wenn wir uns und die Sache dabei
Zu ernst nehmen während wir locker
Lachend jede Situation überspielen
Nehme es inzwischen wie es kommt
Lache lauthals oder dezent wie es
Zur Situation passt wobei ein eher
Vorsichtiger Anfang gut sein kann
Die andere dabei mitzunehmen
Finde Sex schon an sich komisch
Wenn ich nüchtern betrachte wie
Zwei sonst gebildet kultivierte Wesen
Stöhnend aufeinander herumturnen
Wie ihre Körperöffnungen liebkosen
Die sie sonst eher verborgen halten
Sich zuckend verkrampft bewegen
Urschreie von sich geben als ob es
Um den Kern des Seins ginge
Wo die Sache an sich komisch ist
Muss keine denken ich lachte sie aus
Was jede Erotik töten kann während
Ein gemeinsames Lachen über die
Komik des Vorgangs der sich noch
Selbst dabei hoch nimmt eher hilft
Jede Situation lachend zu meistern
Wie das Lachen zum Teil des Genuss
Zu machen statt zu dessen Gegenteil
Wer den Sex zu ernst nimmt leidet
Eher daran nicht zu funktionieren
Steht dabei ständig unter Druck
Statt zu genießen was geschieht
Was ich auf alle Fälle vorziehe
Komme was wolle wenn Sex
Schon zum Lachen reizt ist
Der Umgang mit ihm gelassen
Was allen Beteiligten besser tut
Darüber mit Humor reden hilft
Nach meiner Erfahrung mehr
Als einem Plan zu folgen den
Die Natur zu gerne umwirft
Haben wir lieber Spaß dabei
Wie miteinander ineinander

jens tuengerthal 7.1.23

Liebesscherz

Liebesscherz

Die Liebe ist eine ernste Sache
Keiner sollte Scherze mit ihr machen
Zu tief und groß ist das Gefühl aber
Nie ist die Liebe schöner als lachend
Was voriges irgendwie widerlegt
Vielleicht wäre es besser wenn wir
Die Liebe nicht zu ernst nehmen
Nur könnte das die andere dann
Verletzen die es ernst meint
Mit uns wie mit der Liebe auch
Wenn das vernünftig betrachtet
Eher unvorstellbar mir scheint
Kam es schon vor wie ich doch
Tief verletzt war wenn eine meine
Schwüre ewiger Liebe nicht als
Ernst und ehrlich annahm sondern
Humorvoll wie das übliche Theater
Der Liebe betrachtete wozu ich
Zugegeben auch eher neige wenn
Noch Reste von Vernunft vorhanden
Trotz aller Einmaligkeit neigen wir
Zu Wiederholungen in allem was
Bei zu großem Ernst doch einer
Gewissen Komik nicht entbehrt
Nach mehr als drei großen Lieben
Vielleicht braucht eine Liebe die
Gut tut immer genau die Balance
Zwischen ernst und lachen die
Allen Beteiligten gut tut dabei
Kann vielleicht helfen sich selbst
Nicht zu ernst zu nehmen was
Bei so etwas ernsten wie der
Liebe doch seltsam schwer fällt
Vielleicht habe ich ja noch ein
Paar Jahre es zu lernen um es
Irgendwann besser zu wissen
Aber Besserwisserei ist sicher
Noch gefährlicher für die Liebe
Als Lachen an falscher Stelle
So lasst uns lieber lachen um
Bei der Liebe Freude zu haben
Blödes Ende denk ich dabei aber
Irgendwann ist immer Schluss

jens tuengerthal 7.2.23

Liebesromane

Liebesromane

Mag keine Liebesromane
Es ist selten große Literatur
Meistens eher Kitsch der sich
In erwartbaren Gefühlen verliert
Das Unbeschreibliche beschreibt
Ihm damit seinen Zauber nimmt
Mit ein paar Ausnahmen fällt mir
Dabei ein und ich denke etwa an
Tucholsky in Schloss Gripsholm
Der sogar erotisch teilweise ist
Ohne kitschig zu werden oder
Auch von Kurt Rheinsberg ein
Bilderbuch für Verliebte was die
Spielerisch schönste Liebesgeschichte
War während ich den Werther als eine
Tragische Liebesgeschichte mit selbst
Herbeigeführten Ende nie mochte auch
Wenn Goethe meisterhaft schrieb in dem
Briefroman verzweifelter Liebe der mir
Nie gefiel dafür lebte ich den Werther
Selbst innerlich zu oft zu intensiv kam
Das Extrem mit vielleicht zu nah auch
Sonst sind Liebesgeschichten eher
Weniger erste Wahl für mich weil ich
Die Beschreibung großer Gefühle
Von anderen unangenehm finde
Hab auch im Zauberberg die Nacht
Von Hans und Clawdia eher schnell
Überlesen nicht nur des fehlenden
Französisch wegen sondern weil es
Peinlich mir schien diese so große
Kultur und Sittengeschichte mit so
Gewöhnlichen Gefühlen zu belasten
Dabei war ich jünger noch als Hans
Als ich ihn das erste mal verschlang
Für Liebe gibt es Dichtung die das
Gefühl verdichtet was mir eher liegt
Frage mich nur manchmal ob mein
Leben die letzten 52 Jahre nicht ein
Großer Liebesroman mit zu vielen
Frauen die kamen und gingen war
Es nicht Zeit wäre dieses Thema zu
Den Akten zu legen normal zu leben
Was immer das mit oder ohne Liebe
Dann sein soll überlege ich und weiß
Keine Antwort mehr vielleicht werde ich
Liebesromane lesen wenn irgendwann
Die eigene Liebesgeschichte ein gutes
Ende gefunden hat aber dann ist das
Thema noch weniger relevant weil es
Ohnehin dann ist wie es ist und gut so
Sehe also keinen Grund Liebesromane
Künftig mehr zu lesen lebe sie lieber
Weiter nur mit weniger Drama halt

jens tuengerthal 7.2.23