Mittwoch, 4. Januar 2023

Lusterfüllung

Lusterfüllung

Sammler wie Kunden am Markt
Sollen nie Erfüllung finden sondern
Suchen stets den neuen Kick was
Ist wie Sex mit bekoksten Menschen
Die alles grenzenlos wollen aber nie
Erfüllung finden können was ich als
Nicht bekokster Teilnehmer noch in
Den frühen neunzigern erfahren durfte
Und mich vor dem Wunsch es zu testen
Bis heute gut bewahrte denn der Lust
Fehlte dabei vollkommen die Erfüllung
Jenes Moment seliger Entspannung
Bei der du meinst alles Glück der Welt
Zu haben und nichts mehr zu brauchen
Was auch das Getriebensein der Jäger
Für Momente noch selig beendet für
Eine erfüllt schwebende Zweisamkeit
Die sich nicht übertreffen mehr will
Glaube heute diese kleinen Momente
Jenseits der Zeit in der diese stillsteht
Sind die schönste Erfüllung aller Lust
Weil sie alle Bedürfnisse aufheben
Mehr braucht keiner mehr nur wer
Das kennt und hat ist kein guter
Wie gieriger Kunde am Markt mehr
Lächle beim Gedanken zurück an
Diese verrückte Zeit mit den drei
Koksenden Chanel Models als ich
Mit Lagerfeld über Montaigne noch
Plaudern durfte aber weiß warum ich
Sex als Droge ausreichend finde um
Erfüllung zu finden weil es nie mehr
Braucht um ganz da zu sein
Ineinander wie miteinander
Erfüllt überlaufend vor Glück

jens tuengerthal 4.1.23

Liebesspannung

Liebesspannung

Braucht die Liebe zu Anfang immer
Die Spannung der Ungewissheit die
Um das Ende sich sorgen lässt um
Davon erschöpft was nur bleibt als
Großes Glück dann zu ertragen oder
Könnte es auch ganz entspannt sein
Wenn zwei sich sagen wie gut sie
Einander finden und sich tun was
Vielleicht schnell langweilig würde
Die sexuelle Spannung auch verlöre
Aber ob es dafür all diesen Unsinn
Braucht den wir auf uns nehmen
Wäre wohl der Frage wert wenn
Irgendwer verliebt vernünftig wäre
Und so bleibt alles wie es ist
Wie wir möglichst unentspannt
Damit die Liebe wertvoll bleibt
Die sonst weniger ernst nähmen

jens tuengerthal 4.1.23

Bücherreisender

Bücherreisender

Das beste an einem Virus der einen
Ans Bett fesselt ist noch wieviel Zeit
Er mir zum Lesen schenkt sobald die
Etwas vermatschte Birne es zuließ
Machte ich mich wieder auf die Reise
Durch Zeiten und Kulturen wie Räume
So war ich heute wieder in 7 Bänden
Voller Genuss unterwegs um dabei
Schönstes Leserglück zu genießen
Ohne dass sich der Aufklärer an der
Magischen Zahl des Meisters dabei
Störte die mit 4 und 3 das irdische
Mit dem himmlischen verknüpft hier
Denn ein wenig an Hokuspokus
Im Bewusstsein hinter den Dingen hat
Noch keinem auf dem Weg zu sich
Geschadet solange wir darüber lachen
Auch wenn es hehre Lehren sind ist
Der Phantasie keine Grenze gesetzt
Solange wir noch wissen was sie ist
Die Reise vom alten Ägypten in dem
Thomas Manns Joseph immer mehr
Zum Ägypter nun wird bis ins Wien
Der späten Kaiserzeit von Musils
Mann ohne Eigenschaften sind an
Der Entstehung gemessen nur
Ganz wenige Jahre wie sich auch
Der feine spitze Humor ähnelt
Dazwischen Betrachtungen zum
Geist der Aufklärung wie der
Kleinen Eiszeit bis Olympia 1936
Spannt sich ein breites Band von
Literatur bis Kulturgeschichte wie
Der eleganten Vermengung beider
So war ich heute krank unterwegs
Kam weiter als ich gesund schaffe
Freue mich daran wie darüber sehr
Wie sich bald wieder in die Horizontale
Als aufrechteste Lebenslage zumindest
Leidenschaftlicher Leser zu begeben

jens tuengerthal 4.1.22

Reparationsabsage

Reparationsabsage

Die Bundesregierung hat Polens neuen
Reparationsforderungen für die Schäden
Im Zweiten Weltkrieg eine Absage erteilt
Weil diese Frage bereits geregelt wäre
In den Verträgen zur deutschen Einheit
Wie der Anerkennung der Grenzen was
Vielleicht etwas leichtsinnig verfrüht war
Klüger könnte es sein hinsichtlich der
Polnischen Forderungen an Schlesien
Wie Ostpreußen zu erinnern was eine
Sicher völkerrechtswidrige Landnahme
Damals war an der gemessen auch die
Forderungen polnischer Nationalisten
Nur noch lächerlich erscheinen wer es
Dann auf einen Prozess ankommen lässt
Wird mit dem Ergebnis leben müssen
Auch wenn das hier keiner mehr will
Verstehen polnische Nationalisten wohl
Eher diese Sprache der Aufrechnung
Die einer polnischen Teilung gleich käme
Als die Berufung auf legitime Verträge
Weil es um Macht und Geld geht

jens tuengerthal 4.1.23

Migrantenrandale

Migrantenrandale

Alle Jahre wieder gibt es zu Silvester
Randale durch junge gewaltbereite
Männer die in Gruppen ungehemmt
Die Jahreswende als Kriegsspiel eher
Zelebrieren denn als Feierlichkeit die
Mit dem Geknalle die Erinnerungen an
Kriege ihrer Kindheit oft verbinden so
Bestätigung ihrer Männlichkeit suchen
Die nach chauvinistischen Idealen noch
Strebt wie meist islamisch geprägt ist
Von den 145 in Berlin festgenommenen
Hatten nur 45 einen deutschen Pass
Wie viele davon keinen migrantischen
Hintergrund haben verrät keine Statistik
Darum keine Mutmaßungen dazu auch
Wenn viele sich ihren Teil denken
Es nun schnell zu relativieren hilft den
Vielen wunderbar integrierten Bürgern
So wenig wie die Feststellung als nur
Wahlkampfgetöse in Berlin abzutun
Schauen wir hin und achten wir auf
Das Problem was es gibt und wie wir
Damit konstruktiv umgehen können
Warum sind Werte und Ethik noch
Kein Hauptfach für alle Schüler was
Machen wir falsch wenn sich solche
Gewaltbereiten Gruppen bilden statt
Fröhlich miteinander zu feiern wo
Muss hier mehr investiert werden
Sollte die Forderung nach harten
Strafen nun nicht viel eher für die
Politik die versagt hat gelten als
Für jene die tun was sie schon
In Kinderzeiten im Krieg lernten
Wer nun schönredet statt so zu
Reagieren wie es geboten ist also
Lieber leugnet oder ablenkt um
Nicht das Problem zu benennen
Fördert so Ausländerfeindlichkeit
Wie Vorurteile was alle bedenken
Sollten bevor sie nun Gift spritzen
Wie hier schnell punkten wollen
Es gibt das Problem und wir finden
Nur eine Lösung wenn wir es auch
Benennen statt zu verharmlosen
Wer hier leichtfertig ignoriert wird
Es potenzieren und die falschen
Gruppen damit nur stärken wie nun
Statt Wahlkampf konstruktive
Antworten gemeinsam zu suchen
Für ein bekanntes Problem wie seine
Auch gefährlichen Folgen für den
Inneren Frieden ohne Integration

jens tuengerthal 4.1.22

Seuchensturz

Seuchensturz

Die Diktatur von Xi in China stürzt
Über die Folgen von Corona was sie
So wenig in den Griff bekamen wie
Den nötigen Kurswechsel nach den
Protesten der Massen auf die es in
Totalitären Regimen keine Antwort gibt
Der totale Kontrollverlust nun der sich
Weigert die reale Entwicklung wie so
Dringend geboten zu dokumentieren
Belegt die Unzuverlässigkeit einer
Diktatur die keine Kontrolle kennt
Außer durch die Macht selbst die
Darum unfähig ist ihre Fehler wie
So dringend geboten zu korrigieren
Sie übertreiben in beide Richtungen
Haben kein tragfähiges Konzept mehr
Der Zerfall der Macht hat begonnen
Corona sei dank und die Welt kann
Dem Absturz Chinas nun zusehen
Langfristig funktionieren nur freie
Demokratische Rechtsstaaten der
Seuchensturz von Xi ist ein Sieg
Der Freiheit feiern wir ihn so und
Ziehen uns erstmal weit zurück
Aus China bis es vorbei ist wäre
Der naheliegende Rat der wohl
Noch etwas Zeit braucht bis er
Von der Wirtschaft befolgt wird
Sie werden die Verluste dort auf
Kosten aller dann abschreiben
Dem können wir vorbeugen durch
Eine angemessene Bewertung
Der Risiken dort für Kredite was
Viele Probleme schneller löste

jens tuengerthal 4.1.22

Jahresanfangsrülpser

Jahresanfangsrülpser

Alle Jahre wieder zitieren Menschen
Zu Jahresbeginn den Anfang dem ein
Zauber innewohnen soll und damit das
Allerschlechteste Gedicht des ohnehin
Als Dichter mäßigen Hermann Hesse
Der andere literarische Qualitäten hatte
Auch noch jenseits der Pubertät aber
Diese Stufen sind schlicht die billigste
Eso-Postkarte aus dem Supermarkt
Der Beliebigkeit die alle beleidigt die
Ein wenig Gespür für Sprache haben
Weil Hesse hier wie er später auch
Im Briefwechsel mit Mann gestand
Nur schlechte Plattitüden billig reihte
Ohne irgendeine Aussage zu machen
Geben sie sich den Dunstrausch einer
Esoterischen Wahrheit vom geglaubten
Weltgeist hin umarmen autoritär aber
Geben zugleich geglaubte Gewissheit
Funktionieren so zutiefst religiös was
Viele Menschen diese Verse auch so
Ohne kritisches Denken lieben lässt
Nie waren die Worte Kants von den
Träumen eines Geistersehers die
Gegen Swedenborg scharf schossen
Passender und also verbannt dies
Gedicht aus dem Jahresanfang lieber
Für mehr Mut zum Aufbruch in Freiheit
Das alte sapere aude tut und besser
Als diese halbgaren Eso-Rülpser
Noch immer weiter zu verbreiten
Nachdenken gefährdet die Dummheit

jens tuengerthal 4.1.22

Lügenmacht

Lügenmacht

Diktaturen belügen ihre Bürger
So steht ihre Macht stets auf zu
Dünnem Eis ohne Gewalt länger
Sich halten zu können wie uns
Russland und China vorführen
Weil jede Lüge weitere fordert
Nimmt das Elend kein Ende
Sondern absurde Ausmaße an
Wer den Krieg Krieg nennt wird
In Russland dafür bestraft wie
China alle sanktionierte die das
Problem mit Corona benannten
Bevor sie die Kontrolle verloren
Die Toten reden nicht mehr aber
Wie lange nimmt die Masse den
Terror der Macht noch hin die auf
Lügen gebaut sich bereichert ohne
Gerechte Chancen zu bieten aber
Wir können diesen Diktaturen nun
Lächelnd beim Sturz zusehen so
Sehr sie auch alles zensieren wollen
Wird das Netz die Lügen offenbaren
Jede weitere davon dreht den Strick
Um Putins und Xis Hals enger nur
Ob sie es merken bevor sie daran
Ersticken werden ist ungewiss aber
Für die Freiheit die am Ende siegt
Völlig egal denn so haben beide
Keine lange Zukunft vor sich
Was auch gut so ist
Lügen tragen keine Macht

jens tuengerthal 4.1.23

Dienstag, 3. Januar 2023

Nähelust

Nähelust

Wo schon der nur Gedanke
An Nähe die Lust wieder weckt
Alle Sinne tanzen lässt in mir
Hat sie Glut genug als Feuer
Auch in dunklen Zeiten uns zu
Wärmen wie zu erregen
Denk ich und freu mich
Wenn es mal so ist
Still und genieße
Was kommt ohne
Zu wissen was ist

jens tuengerthal 3.1.23

Liebesspiele

Liebesspiele

Die Liebe hat ihre Spielregeln
So beginnt eine Partie immer
Mit den nahezu gleichen Zügen
Bei denen sich beide innerlich
Ganz aufgeregt gelassen geben
Als wären sie unbeteiligt um so
Den eigenen Wert zu erhöhen
Was schlichtes Marketing nur ist
Wie beim Kuhhandel funktioniert
Nichts mit Ehrlichkeit zu tun hat
Aber sehr viel mit Intuition wehe
Eine oder einer hält sich nicht an
Die Regeln das wird dann sofort
Mit Aufmerksamkeitsentzug bestraft
Was auch eher nach Spiel klingt als
Nach dem großen Gefühl was der
Annäherung doch zugrunde liegt
Aber alle Versuche dies logisch
Irgend zu verstehen scheitern stets
Am Gefühl was den Trieb hier führt
Unklar was von beiden dabei mehr
Vielleicht werden wir am ehesten
Damit glücklich wenn wir diese
Rituale des Umschleichens als
Teil echter Annäherung sehen die
Der Natur mehr folgt als ich begreife
Und wenn es gut geht war es Liebe
Sonst geht das Spiel immer weiter

jens tuengerthal 3.1.23

Mannument

Mannument

Wie nah Hermann Kesten mir in seiner
Sicht auf seine Freunde die Poeten ist
Dürfte schon deutlich geworden sein
Doch den Gipfel erreicht er in der Ode
Die Thomas Mann literarisch wie auch
Menschlich in höchste Höhen hebt ihn
Quasi zum guten Menschen des Exils
Wie zum immer verständnisvollen
Freund und Förderer so vieler machte
Der mit seiner Katia zusammen alles
Gab was er geben konnte um noch
Zu retten was zu retten war wie ganz
Nebenbei noch Weltliteratur aus einem
Guß schuf die bis heute groß ist der
Egal welche Welt er beschrieb wie
Wo er auch die Protagonisten ansiedelte
Immer auf seine leicht distanzierte eben
Norddeutsche Art ironisch liebevoll blieb
Kesten hat für jedes Werk gute Worte
Sogar für die Bekenntnisse eines
Unpolitischen die er zeitgemäß sieht
Statt wie Heinrich politisch zu richten
Da schreibt ein wirklicher Freund des
Poeten der Thomas Mann in Amerika
Mehrfach traf und mit ihm auch länger
Zur Hilfe für andere korrespondierte
Ohne dabei seine Leistung zu betonen
Verneigt sich Kesten vor Großmeister
Mann mit liebevoller Zuneigung zeigt
Den vielfältigen Menschen der mit
Größter Disziplin immer zur selben
Zeit schrieb wie zugleich sich um
So vieles anderes noch kümmerte
Wie Kinder Familie Freunde Verfolgte
Ein würdiger Nobelpreisträger auch
Wenn Kesten und ich wohl einer
Meinung sind dass der Zauberberg
Den Nobelpreis eher verdiente noch
Als die schon grandiosen Buddenbrooks
Den er im Joseph nochmal übertraf
Schließe mich der Bewunderung an
Freue mich wie fein Kesten den so
Vielfältigen Mann wahrnimmt der ein
Großes Vorbild immer bleiben wird
Als nur Dichter voller Bewunderung

jens tuengerthal 3.1.23

Hufeisenlos

Hufeisenlos

Am Ende seiner wunderbaren Reise
Mit Montaigne kommt Gaspard Koenig
In Rom an wie geplant und doch anders
Die päpstliche Nuntiatur kommt seinem
Wunsch auf eine Audienz nicht nach
Wie Montaigne sie noch erhielt der
Zumindest gläubiger Katholik war
Kein bekennender Atheist wie Koenig
Dafür bekommt er Ärger mit der Polizei
Weil alles ungewohnte verboten ist
In der vollkommen geordneten Zeit
Die uns alle gern ständig überwacht
Bringt seine Stute Desti dann mit dem
Laster zurück auf den Hof wieder in
Die Normandie und nimmt ihr zum
Abschied die verstärkten Eisen ab
Lässt sie in ihre Herde laufen und
Rasiert sich den Schnurrbart nach
MIchel de Montaigne ab weil es die
Gattin in Paris so wünscht wird also
Wieder ein Stück der angepassten
Zivilisation den Erwartungen zu 
Genügen welche die Liebe fordert
Statt Barfuss im Leben zu bleiben
Es gab immer wieder Grund in den
Geliebten Essais von Montaigne zu
Gedanken und Orten nachzulesen
Er brachte spannende Ideen auf
Zum Liberalismus unserer Zeit was
Freiheit heute bedeuten muss
Warum Neoliberalismus eher das
Gegenteil für ihn ist womit er am
Ende wie Montaigne Franzose ist
Mit sehr sympathischen Zweifeln
Auch an unserer Art zu leben der
Gerne einen eigenen Weg sucht
Mit Montaigne auf Reisen ist eine
Empfehlung für alle Leserinnen

jens tuengerthal 3.1.23

Entzauberung

Entzauberung

Als Zauberer der Worte ist mir wenig
An der Entzauberung der Welt gelegen
Deren magischen Klang meine Verse
Nur wiederzugeben versuchen aber als
Aufklärer strebe ich im Gegenteil ganz
Dringend alles magische zu beseitigen
Was die Verständigung nur behindert
Wie magische Orte zu entzaubern um
Ihnen die aufgeladene Bedeutung zu
Nehmen wie sie manche Orte gerne
Für sich in Anspruch nehmen wie der
Tempelberg wo einer auf den anderen
Achtet wer dort beten darf und wer nicht
Wo der Besuch eines konservativen 
Ministers bereits als Verbrechen gilt das
Eine neue Intifada auslösen könnte was
Hardliner beider Seiten nur hoffen denn
Die Märchen von Mohamed oder weit
Älter König Salomon sind nur Sagen
Sie sollten keine Bedeutung haben
Wer den Hokuspokus entzaubert
Egal ob in Jerusalem Byzanz oder Rom
Kann nur an Freiheit gewinnen wenn
Menschen plötzlich entdecken es ist
Völlig egal wer wo betet oder ob ein
Gebet je überhaupt irgend helfen kann
Außer zur Stärkung der Psyche wäre
Ein Fortschritt für die Menschheit weg
Von der Sklaverei des Aberglaubens hin
Zu einer freien laizistischen Gemeinschaft
In der jeder Glaube Privatsache nur ist
Die auch verspottet werden darf weil es
So lächerlich ist zu glauben ein Prophet
Sei auf einem Pferd in den Himmel geritten
Wie ein anderer wäre von einer Jungfrau
Geboren einer hätte Gebote auf dem Berg
Von Gott in Stein gemeißelt erhalten was
Viele sich erst bewusst machen müssen
Um sich von der Sklaverei zu berfreien
Der Konflikt um den Tempelberg in
Jerusalem oder die Zugehörigkeit der
Stadt die länger Byzanz hieß als Istanbul
All dies sind lächerliche Rituale noch aus
Zeiten pubertärer Machtspiele unreifer
Knaben die dabei noch Jünger fanden
Entzaubert diese Orte um dafür mehr
Raum dem Miteinander zu geben
Diese Magie führt nur Kriege
Schaffen wir sie mit Vernunft ab

jens tuengerthal 3.1.23

Sterbenlernen

Sterbenlernen

Philosophieren heißt sterben lernen
Betitelt Michel de Montaigne das 20.
Essay im ersten Band worauf sich
Gaspard Kœnig in seinem Buch
Mit Montaigne auf Reisen mittlerweile
Im Latium kurz vor Rom angekommen im
Längst Herbst nach der Zeitumstellung
Wie seltsamen italienischen Wegen
Ein wenig vom Ziel gehetzt wobei ihm
Die Bezugnahme auf dieses großartige
Lange Essay was Montaigne mit 39
Schrieb als er dachte dies sei noch
Lange nicht die Hälfte für ihn was
Real schon ⅔ seines Lebens waren
Hilft Gelassenheit wiederzufinden
Wo Montaigne voller Freude der Lust
Huldigt und sich damit zu Epikur bekennt
Als dies nicht ohne Risiko war weil
Die Kirche den Aufschwung den
Die Philosophie des Epikur nach
Der Wiederentdeckung der Verse
Des Lukrez über die Dinge der Natur
Längst durch deren Verbot bannen wollte
Aber die Stärkung des Einzelnen wie
Das Bewusstsein der Individualität war
Einmal ausgebrochen nicht mehr
Aufzuhalten und mit ihr stand die Lust
Im Zentrum des Denkens wie auch den
Tod nicht zu fürchten weil er niemals
Mit uns zusammen irgendwo ist
Das Nichts keiner fürchten muss
Spannend bleibt die Frage wie wir
In der Philosophie sterben lernen
Was eine gute Vorbereitung darauf ist
Als sich mit dem abzufinden was ist
Montaigne rät zunächst zur bewussten
Konfrontation um dem Tod so seinen
Schrecken zu nehmen wie dabei dann
Festzustellen dass dieser ihn nichts
Angeht weil sie nie irgendwo zugleich sind
Somit plädiert Montaigne der früher selbst
Große Todesangst hatte aber in Zeiten
Der Pest ohne Furcht durchs Land reiste
Für mehr Gelassenheit gegenüber dem Tod
Was Kœnig dazu nutzt über seine Zweifel
An den Einschränkungen der Freiheit
Zur Covid Vorbeugung nachzudenken
Ob wir nicht mehr mit dem Tod leben
Sollten statt ihn technisch zu verhindern
Was auch mich nachdenklich stimmte
Wie leicht ich mit dem Strom schwamm
Nur weil Ärzte es für nötig hielten
Ohne auf soziale Schäden zu schauen
Der Trotz Montaignes gegen die Pest
Ein Vorbild für den Umgang mit Covid
Sein könnte was vernünftig wäre wie
Was es sonst bräuchte um dem Tod
Gelassen zu begegnen

jens tuengerthal 2.1.23

Montag, 2. Januar 2023

Spiritualitäten

Spiritualitäten

Was spirituell genau ist bleibt schwer
Zu fassen weil es keine allgemeine
Anerkannte Definition des Begriffs gibt
Der vom lateinischen Geist Hauch oder
Von ich atme kommt warum viele eher
Spirituell beeinflusste Menschen von
Der Bedeutung des Atmens sprechen
Es ist das subjektive Erleben einer sinnlich
Nicht fassbaren und rational nicht
Erklärbaren transzendenten Wirklichkeit
Die der materiellen Welt zugrunde läge
Nach spirituellem Glauben der damit
Im Gegensatz zur Aufklärung steht die
Auf Vernunft und Verständnis setzt um
Wie von Kant ausgeführt einen für alle
Menschen zu jeder Zeit überall gültigen
Maßstab moralischen Handelns zu finden
Während Spiritualität von letzter Wahrheit
Wie höherer Erkenntnis ausgeht gibt es
Solche romantisch subjektiven Wege der
Erkenntnis in der Aufklärung nicht da sie
Weder auf Logik noch auf gedankliche
Einsichten setzen sondern auf ein Gefühl
Was den Anhängern dieser Lehren die
Überzeugung großer Wahrhaftigkeit gibt
Was sozial immer der Anfang einer Diktatur
Sein muss weil nicht beweisbares wie
Undefiniertes Wahrheit beansprucht
Die eine nur geglaubte Welt als den
Ausgangspunkt einer Moral nimmt 
Was nicht zu jeder Zeit an jedem Ort
Für jeden Menschen gelten kann ist
Ohne jeden moralischen Wert wie
Die 10 Gebote die nur eine autoritäre
Anordnung ohne Gewissensentscheidung
Waren was die Freiheit erst begründet
Dennoch suchen heute wie damals viele
Menschen Zuflucht bei Geistersehern
Die sichere Gewissheiten verkünden
Wie damit Halt im Leben bieten weil
Sich auf höherer Wahrheit eher das
Denken einstellen lässt für einen
Zumeist gut gewollten Glauben der nur
Ethisch wie moralisch wertlos ist so
Ist die Spiritualität die Fessel die
Menschen an Religion und Aberglauben
Bis heute zum Preis der Unfreiheit bindet
Aber es ist dieser Welt nie mit Argumenten
Der Logik nahe zu kommen weil ihre
Einsicht wie Überzeugung auf einem
Glauben beruht den auch nicht irgend
Erschüttert die Betroffenen auf ihre
Unbefreite selbstverschuldete Unmündigkeit
Aufmerksam zu machen weil sie ja dank
Spiritueller Erkenntnis höhere Einsicht
Haben die nur Vernunft nie erreichte
Vielleicht können alle nebeneinander sein
Solange Gesetze nur mit Vernunft wie
Ohne jeden Aberglauben erlassen werden
Wovon die unbefreite Welt noch fern ist was
Aber Europa zumindest laizistisch erstrebt
Ob die Liebe Gegensätze überwinden kann
Weil diese rein irrationale Verbindung
Zutiefst spirituelle Wurzeln auch hat
Ist eine noch offene Frage aber da
Die Liebe bekanntlich alles kann
Steht die Vereinigung von Aufklärung
Und Romantik gefühlt noch aus weil
Auch kritische Aufklärer nie die Realität
Der Gefühle leugnen würden die
Manch seltsame Wege uns führen
Wo es diesen Gegensatz im Ursprung
Überwindet ist was verbindet groß
Warum es manchmal lohnt hinter die
Kulissen tiefer zu fühlen als sichtbar

jens tuengerthal 2.1.22

Liebestasten

Liebestasten 

Liebe beginnt meist ganz vorsichtig
Mit einem Betasten geteilter Felder
Gerne berühren wir uns dazu um ein
Gefühl füreinander zu bekommen
Doch aller Anfang ist das Tasten was
Nacheinander vorsichtig greift ohne
Begreifen zu können was anzieht
Entsteht aus den tastenden Versuchen
Aus Berührung ein geistiges Band
Was das größte der Gefühle trägt
Sehnsucht nach Nähe weckt wie
Liebe was immer sie sein soll
In Gewissheit wachsen lässt
Die keine Erklärung mehr braucht
Weil es ist was es ist für beide
Auch wenn keiner es mit Vernunft
Allein erklären kann ist was mit dem
Tasten begann irgendwann real als
Liebe Wirklichkeit geworden die
So lange bleibt wie irgendwer noch
An sie glaubt wie ohne Glauben
Nur Geschichte noch ist

jens tuengerthal 1.1.23