Freitag, 17. Juni 2016

Kulturgeschichten 0261

Glaubenskampf

Die Jünger des IS sehen sich als
Glaubenskämpfer im Auftrag des
Herrn im Himmel gegen den Westen
Auch wenn die Opfer Muslime sind

Wir nennen diese Fanatiker mittelalterlich
Weil ihre Überzeugungen nicht mehr
In unsere Zeit passen in der Aberglaube
Zum Privatvergnügen längst wurde

Das beklagen wiederum besonders jene
Die den Untergang des Abendlandes
Fürchten mehr christliche Gesinnung
Wie Disziplin in den Schulen fordern

Angeblich meinen viele der Muslime
Welche hier leben die Scharia sei
Wichtiger als nur deutsche Gesetze
Was allzu offensichtlicher Unsinn ist

Ob diese Statistik stimmt oder wieder
Wie nahezu jede dieser Huren bloß
Im Interesse ihrer Zuhälter anschafft
Ist egal es zu erwähnen ist ein Grauen

Als Antwort auf die mittelalterliche Scharia
Nun solches im Christentum zu fordern
Zeugt nur von offensichtlich beschränktem
Denken auf beiden Seiten im extrem

Wer seine Überzeugungen mit Gewalt
Verbreiten und durchsetzen muss hat
Meist wenig überzeugende Argumente
Was die Unvernunft seltener stört

Dennoch funktioniert Gewalt noch oft
Erstaunlich gut obwohl es eigentlich
Nur von der Unfähigkeit des anderen
Zu überzeugen zeugt bei zu vielen

Weil IS und Al Quaida die sich zumindest
Etwas fast erledigt haben gerade jedenfalls
Noch nicht zusammenwirken überall morden
In Terrorzellen dürfen wir sie bombadieren

Die Idioten die uns regieren haben die
Einladung in den Krieg angenommen
Als es zum ersten mal knallte als würde
Krieg durch Krieg jemals weniger Terror

Rechnen wir die Opfer des amerikanischen
Rachefeldzuges sind die Muslime derzeit
Noch über eine Millionen im Vorteil gegenüber
Dem friedlichen Westen der nur bombt

Fraglich nur ob sie noch anders konnten
Weil  ihnen rechte Besserwisser längst
Im Nacken säßen verteidigten sie nicht
Das Abendland nun über Syrien

Darum relativiere ich Idioten lieber denn
Welche Antwort ist auf Gewalt angemessen
Sollen wir den atavistischen Aberglauben
Der sich Islam nennt einfach weglächeln

Immer wenn die Angst steigt gewinnen
Radikale einfache Antworten an Zulauf
Dabei wissen wir genau wir bekommen
Jetzt die Quittung für fehlende Integration

Wir antworten auf den Wahnsinn nun
Als seien wir genauso wahnsinnig
Hätten keine Aufklärung je gehabt
Wüssten nichts von Imanuel  Kant

Eigentlich wollte ich über das Rhetorenedikt
Von Kaiser Julian vom 17. Juni 362 schreiben
Mit dem Christen von einem der sich vom
Christentum abwandte diskriminiert wurden

Die Diskriminierung wurde geschickt getarnt
Im Edikt selbst war zunächst nichts zu lesen
Erst in den Ausführungsverordnungen wurde
Wirkte der Kaiser indirekt gegen die Sekte

Damit wurde Christen quasi untersagt
An öffentlichen Schulen zu unterrichten
Er trat nie außer Kraft was angesichts
Der langen Schulmacht dort lustig ist

Oder ähnlich und vergleichbar unschön
Machten es die Preußen viel später nur
Am 17. Juni 1898 mit dem Lex Arons das
Sozialdemokraten als Hochschullehrer bannte

Noch zwanzig Jahre und einen Weltkrieg
Hatte dies Gesetz bis Sozialdemokraten
Selbst die neue Republik regierten womit
Sich dieser letzte Versuch erledigt hatte

Ohnehin traf es mit Arons einen der rechten
Eher bürgerlichen Sozialdemokraten die
Bei von beiden Seiten kritisch gesehen waren
Er blieb der einzige der suspendiert wurde

Das Gesetz ging auf eine patzige Bemerkung
Von Wilhelm II. zurück der meinte er dulde
Keine Sozialisten an kaiserlichen Hochschulen
Woraufhin gehandelt werden musste

Der schließlich 17. Juni 1953 war ein Volksaufstand
In der DDR weil viele Arbeiter eben auch mit dem
Arbeiter und Bauern Staatsmangel unzufrieden waren
Der offiziell natürlich vom Westen gelenkt wurde

Es dauerte noch 36 Jahre bis die DDR an eben solchen
Demonstrationen unzufriedener Bürger scheiterte dabei
Dahingestellt ob die Banane das Symbol der Einheit ist
Oder scharz-rot-goldenes östliches Fahnenmeer

Ähnlich verhält es sich vermutlich mit den Aufständen
In der Ukraine die auch angeblich entweder der
Westen oder Osten hier oder dort finanziert und leitet
Sicher ist nur die Ukraine hat eher gar kein Geld

Nun haben wir die Straßenschlachten der Hooligans
In Frankreich die von Russland gutgehießen werden
Zumindest nicht verurteilt wurden und zugleich werden
Die bösen Russen von Olympia  ausgeschlossen

Wo bei all diesen gerade Kämpfen geht es noch
Um den Glauben und wo um die Macht allein
Kann dies überhaupt je getrennt werden
Ist nicht aller Aberglaube eine Form von Macht

Das Jenseitsversprechen macht die Menschen
Eher willig sich ganz für einen Kampf zu geben
In dem sie eher nichts zu gewinnen haben
Der vor allem ihre Lust um die es geht nie mehrt

Warum sollten Menschen aufeinander schießen
Die nichts miteinander sonst zu tun hätten noch
Sich irgend böse wären schickten sie nicht nur
Mächtige mit Versprechen und Pflicht in den Tod

Wacht lieber auf es gibt nicht außer dem hier
Wir können es nur so sehr wie möglich genießen
Krieg ist nie ein Gewinn außer für diejenigen
Die Waffen und den Tod verkaufen

Kein Glaube lohnt den Kampf auf Leben und Tod
Die Freiheit so zu sein wie wir wollen wäre noch
Das einzige was der Verteidigung lohnte doch
Wäre sie ohne Aberglauben nie in Gefahr

Götter sind Produkte menschlicher Phantasie
Es gibt sie nicht wirklich außer wir machen
Unseren Glauben zur Wirklichkeit ansonsten
Steht es jedem frei zu glauben was gefällt

Ob Gott Jahwe oder Allah sie alle stehen
Mit dem Spagettimonster auf einer Stufe
Sind nicht nötiger als Dada ein bloßes
Überbleibsel vergangener Zeiten

Sie sind keinesfalls die Basis unserer
Werte die wir verlören ohne Glauben
Im Gegenteil wurden die Menschenrechte
Immer gegen den Glauben nur errungen

So ist der immer noch Aberglaube
Quasi der Wurmfortsatz der Evolution
Im Geist der überflüsig geworden nur
Vorhanden ist bis er sich entzündet

Wer weiß  wie der Appendix leiden lässt
Wird stets für schnelle Resektion sein
Damit Leiden und Gefahr ein schnelles
Ende finden sagt die Vernunft

Der Islam leidet gerade an einer sehr
Schweren Apendicitis in Glaubensfrage
Viel zu viele sterben daran mangels
Mehr Vernunft dabei wäre es einfach

Das Christentum ist weitgehend gesund
Auch nicht nötig aber solange es sich
Nicht wieder entzündet störte es nicht
Wie jeder andere private Aberglaube

Es gibt darum nur eine Aufgabe künftig
Aufklärung und Freiheit verbreiten damit
Der Verstand über den Aberglauben siegt
Resektion ist am schnellsten dabei

Wer begriffen hat es kann jeder glauben
Was ihm gefällt und jeder muss mit seinem
Aberglauben in Frieden gelassen werden
Der begreift was am Glaube Wahrheit ist

Diese KO-Tropfen der Vernunft gegen den
Schlichten Aberglauben wirken relativ zügig
Wer dies begreift dem kann der überflüssige
Gott schnell weggeschnitten werden

Ihr wartet auf die vielleicht Jungfrauen im
Nur versprochenen Himmmelreich ihr Idioten
Vögelt lieber die lebendigen Huren am Strand
Und vergesst die Lügen von Göttern alle

Sex ist nur schön mit Liebe und wer liebt
Achtet und schätzt den anderen hoch warum
Sich manches vorm Genießen wandeln muss
Im Bewusstsein der Glückssucher

Sollte es Götter geben was Unsinn ist
Fragte sich Lukrez humorvoll im Geiste
Der Gläubigen warum sollten sie sich nur
Um uns kümmern wenn es den Himmel gibt

Es braucht keinen Glauben mehr als das Glück
Nach ihm hier zu streben und jeden Moment
So glücklich zu sein wie nur möglich ist alles
Was andere Sinn nennen ist mir das Leben
jens tuengerthal 17.6.2016

Lustüberraschung

Als du einfach zu mir kamst
Ganz überraschend ungeplant
Weil du Lust auf mich hattest
Du mich schon auf der Bank
Im Park vor meiner Tür fast
Ganz nahmst obwohl du
Nur einen Kuss wolltest
Bin ich fast geplatzt vor Lust
Als meine Hand in deinen
Nassen Schoss unter deinem
Kleid glitt und du mir dabei
Ins Ohr stöhntest war es
Wieder wie im ersten Moment
Weil ich es aufgegeben hatte
Nach lauter Verletzungen
Es scheint gut zu sein
Manchmal doch alles
Vergessen zu wollen
Um sich ganz frei wieder
Mit neuer Lust zu finden
jens tuengerthal 16.6.2016

Lustspannung

Das Wort Beziehung klingt
Nach dem Gegenteil von Lust
Mehr nach Gewohnheit die
Selten noch spannend ist
Dennoch wissen wir genau
Die Lust ist am schönsten
Wenn wir sie liebend genießen
Was wir haben haben wir
Begehren wir nicht mehr
Genügt die Liebe dazu
Als Klebstoff und Triebkraft
Können wir das verstehen
Oder ist das Unerklärliche
Anhaltender Lust in Liebe
Spannung genug auch
Gegen jede Logik
jens tuengerthal 16.6.2016

Zusammensein

Wann sind zwei zusammen
Einfach doppelt glücklich
Wenn sie sich mittig vereinigen
Oder wenn sie oben fühlen
Was sie unten nur treibt
Wie schwer wiegt die Lust
Wann zählt allein die Liebe
Können wir es je trennen
Wozu überhaupt wenn es
Doch zusammen schöner ist
Zählt mehr das Gefühl
Dabei oder überhaupt
Auch ohne alles oder
Entscheidet der Wille
Ist es erst ganz wenn alles
Miteinander zusammenkommt
Kommt es auf das zusammen
Kommen dabei noch an
Oder ist alles egal wenn
Sie nur glücklich dabei sind
Sollte also vor allem das
Glück gepflegt werden
jens tuengerthal 16.6.2016

Donnerstag, 16. Juni 2016

Fußballfieber

Berlin ist wieder im Fußballfieber
Vor allen Lokalen sitzen Menschen
Auch die Kioske stellen Fernseher raus
Werden zu Biergärten wo sich alle
Jeden Alters und jeder Klasse treffen
Dabei gibt es jetzt keine Unterschiede mehr
Es wird aufgeregt gefachsimpelt
Millionen Bundestrainer finden nun
Ihre eigentliche Berufung im Spiel
Warten wir was kommt schon das
Fest auf der Straße war großartig
Freuen wir uns auf mehr davon
jens tuengerthal 16.6.2016

Kulturgeschichten 0260

Bloomsday

Stattlich und feist erschien Buck Mulligan am Treppenaustritt, ein Seifenbecken in Händen, auf dem gekreuzt ein Spiegel und ein Rasiermesser lagen.

„War das vielleicht grad der Moment, wo er, sie?/ Oh, er hats. In ihr. Sie hats. Geschafft/ Ah!/ Mr. Bloom zog sich mit sorgsamer Hand das nasse Hemd zurecht. Meingott, dieser kleine hinkende Teufel. Fühlt sich langsam doch kalt an und klamm. Die Nachwirkung nicht gerade angenehm. Trotzdem, irgendwie muß mans ja loswerden.“

„Ich möchte ein Abbild von Dublin erschaffen, so vollständig, daß, wenn die Stadt eines Tages plötzlich vom Erdboden verschwände, sie aus meinem Buch heraus vollständig wieder aufgebaut werden könnte.“

Am 16. Juni ist der Bloomsday
Der Tag an dem Leopold Bloom
Der Hauptfigur des Ulysses von
James Joyce gedacht wird

Er ist zwar kein offizieller Feiertag
Steht aber in Irland gleich neben
Dem St. Patricks day und ist der
Einzige einer Romanfigur geweihte Tag

Der Roman Ulysses beschreibt die
Ereignisse am 16. Juni 1904 in Dublin
An diesem Bloomsday besuchen die
Fans und Leser die Orte im Roman

Dies sind die Lebensorte der Akteure
Leopold Bloom seiner Frau Molly des
Jungen Schriftstellers Stephen Dedalus
Denen sie in Dublin nachspüren

Dazu  kaufen sie etwa Zitronenseife
In Sweny’s Shop oder verspeisen ein
Gorgonzolabrot bei David Byrne um
Was im Roman geschieht zu leben

Hintergrund des Tages ist das da
James Joyce sein erstes Date mit
Seiner späteren Frau Nora Barnacle
Hat die ihn tags zuvor versetzte

Es kam vermutlich zu erstem Sex
Weil Nora im Freundeskreis später
Erzählte am 16. Juni 1904 habe sie
Ihren Jim zu einem Mann gemacht

Der erste offizielle Bloomsday fand
Am 16. Juni 1954 statt als sich eine
Kleine Gruppe von Schriftstellern
Zum Ausflug zum Martello-Turm traf

Joyce selbst feierte den ersten
Bloomsday am 16. Juni 1929
Mit seiner Verlegerin und seinem
Kollegen Samuel Beckett

Dabei hatte er diese und seine Familie
In ein Hotel eingeladen und auf dem
Rückweg hielten sie an jeder Kneipe
Um noch weiter und mehr zu saufen

Irgendwann wurde es dem Kutscher
Der die betrunkene Gesellschaft dabei
Begleitete zu bunt und so blieb der bereits
Völlig betrunkene Beckett zurück

In Dublin wird der Tag mit großen Pomp
Zelebriert und viele Touristen kommen
Dazu in die Stadt und wandern die mit
Plaketten makierten Orte der Handlung ab

So wurde die Geschichte des Odysseus
Die Leopold Bloom in Dublin erlebt zu
Einer neuen Reise auf dessen Spuren
Joyce schuf eine vieldeutige Kultfigur

Wie schön wenn ein Roman auch noch
Viele Jahrzehnte nach seinem Erscheinen
So viele Menschen dazu bewegt Unsinn
Zu tun oder sich voll Lust zu betrinken

Wenn sich so die Literatur lustvoll
Mit dem Leben verbindet lebt sie
Erst wirklich wird zum Erlebnis dabei
Das wie ein Rausch vorüberzieht

Rausch und Lust sind etwas in dem
Der Mensch über sich hinaus wächst
Auch wenn es gänzlich unvernünftig ist
Macht es vielleicht auch liebenswert
jens tuengerthal 16.6.2016

Kulturgeschichten 0259

Bekyffhäusert

Das Stoßen des Wagens weckte mich auf,
Doch sanken die Augenlider
Bald wieder zu, und ich entschlief
Und träumte vom Rotbart wieder.

...

»Herr Rotbart« - rief ich laut -, »du bist
Ein altes Fabelwesen,
Geh, leg dich schlafen, wir werden uns
Auch ohne dich erlösen.

Die Republikaner lachen uns aus,
Sehn sie an unserer Spitze
So ein Gespenst mit Zepter und Kron';
Sie rissen schlechte Witze.

Auch deine Fahne gefällt mir nicht mehr,
Die altdeutschen Narren verdarben
Mir schon in der Burschenschaft die Lust
An den schwarzrotgoldnen Farben.

Das beste wäre, du bliebest zu Haus,
Hier in dem alten Kyffhäuser -
Bedenk ich die Sache ganz genau,
So brauchen wir gar keinen Kaiser.«
(Heinrich Heine)

So schrieb der Rheinländer Heine längst
Nach Paris aus deutscher Enge da schon
Geflohen in Deutschland ein Wintermärchen
Über den nationalen Kult fein spottend

Nach der Kyffhäusersage schläft der Kaiser
Unter dem Berg um eines Tages wieder als
Friedenskaiser erwacht zurückzukehren das
Reich zu neuer Herrlichkeit zu führen

Während er schlief wuchs sein Bart weiter
Um einen Steintisch herum den er schon
Zweimal umkreiste und wenn die dritte Runde
Vollendet ist beginnt das Ende der Welt

Alle hundert Jahre erwacht der Kaiser
Wenn dann noch die Raben um den Berg
Kreisen schläft er weitere hundert Jahr
Sobald er enrwacht reitet er zum Walserfeld

Dort am Walser Birnbaum hängt noch sein
Wappenschild das einst der Kurfürst von Bayern
Heinrich der Löwe damals ganz nebenbei
Dort deponierte bis er wieder zu blühen beginnt

Dort schlägt dann der Sage nach der Kaiser
Aus dem Berg die letzte Schlacht zwischen
Gut und Böse bei der noch nicht sicher ist
Wer am Ende gewinnen wird

Gewinnt das Böss soll es Feuer regnen
Die Reiter der Hölle werden dem Boden
Entsteigen um die Seelen aller einzusammeln
Zumindest aller die glauben es gäbe solche

Heute soll der Kaiser den die Besucher mit
Viel Phantasie erkennen können ganz klar
Barbarossa sein doch früher war es sein
Neffe Friedrich II. oder auch Karl der Große

Karl der Große passte dann nicht mehr zum
Erbfeind Frankreich mit denen wir ja diesen
Unseren Vater Abraham teilen als Gründer
Passte nach Europa aber da war es zu spät

Friedrich II. der Sizilianer mit schwäbischen
Wurzeln wie normannischer Hälfte war zu bunt
Als dass er dem deutschen Volk im nationalen
Taumel zur Einigung wirklich passte

Lieber den einfältigeren Großvater als den
Der die Welt staunen ließ mit großem Wissen
Hoher Kunst wie zarter Hand der mit dem
Sultan besser konnte als mit dem Papst

Darum sitzt heute Barbarossa im Berg
In Thüringen der von Raben umkreist
Bis zum jüngsten Tag das Schicksal
Der Deutschen entscheidet oder nicht

Besonders im 19. Jahrhundert war
Mit der Sage der Wunsch nach Einigung
Wie der Wiederstand gegen Napoleon
Verbunden zumindest bis 1871 noch

Nachdem Wilhelm I. die nationale Einigung
Von oben herab ohne Österreich vollzog
Unter Bismarcks Zepter eigentlich eher
Ging die Sage auf das Weltmachtstreben

Dies verinnerlichte der peinliche Enkel
Wilhelm II. noch mehr und baute keine
Sieben Jahre da deutscher Kaiser das
Kyffhäuserdenkmal für Opa und Barbarossa

Am 16. Juni 1896 wurde das Kyffhäuserdenkmal
Auf dem Berg Kyffhäuser in Thüringen eingeweiht
Das 81m hohe Denkmal zu Ehren des Kaisers
Wurde in fünf Jahren in aller Hässlichkeit errichtet

Das Denkmal steht mitten im Nationalpark Kyffhäuser
Dürfte heute nicht mehr errichtet werden aber nun
Steht das wilhelminische Grauen schon in schönster
Thürnigischer Natur inmitten alter Reichsburgen

Wenige Kilometer entfernt liegt Bad Frankenhausen
Wo die DDR Regierung noch mit ihrem Bauernkriegs
Panaroma ähnlich imperiales Grauen auf totalitärer
Basis künstlerisch sozialistisch verbrämt verbreitete

Das Grauen vom Kyffhäuser steht in einer Reihe
Mit dem ähnlich schrecklichen Niederwalddenkmal
Dem Hermannsdenkmal dem Völkerschlachtdenkmal
Oder auch der Walhalla die noch relativ gelungen ist

Nahmen doch die Bayern dort griechische Schönheit
Als ihren Stil zum Gedenken auf was es noch zumindest
Erträglicher macht als den unsäglichen Wilhelminismus
Der immer peinlich hässlich und unerträglich deutsch bleibt

Die Peinlichkeit richtete sich gegen die Sozialdemokratie
Der mit der national sagenhaften Besinnlichkeit nämlich
Schranken gesetzt werden sollten um sich dafür noch
Am erfundenen Erbe undemokratisch fest zu halten

Das Ungetüm wurde statt schöner Wald zu werden noch
Für 14 Millionen Euro saniert die besser in die Bildung
Latent Rechtsradikaler gesteckt worden wäre und wenig
Überraschend gehen die Besucherzahlen weiter zurück

Als der Tourisverband Kyffhäuser darum Insolvenz 2013
Beantragen musste wurde dafür Bad Frankenhausen
Mit seiner Kur & Tourismus GmbH Rechtsnachfolger
Denn Kur geht immer in Deutschland auch ohne Kaiser

Das an die Stauferburgen erinnernde Bildprogramm
Des Mahnmals soll das neue deutsche Reich als den
Legitimen Nachfolger der Schwaben präsentieren wo
Die Hohenzollern ja ursprünglich auch herkamen

Nach der Symbolik des Bildprogramms hat Kaiser
Wilhelm I. die lang erwartete Reichseinigung bereits
Als Barbarblanca eben mit weißem Bart vollendet
Womit das Gute doch noch gesiegt hätte

Neuerdings gehört das grauenvolle Ding dessen
Abriss dem Naturdenkmal in der Umgebung wohl
Besser täte als der geschmacklose Wilhelminismus
Zur Straße der Monumente als  Marketingtrick

Weder lohnt eigentlich der Besuch noch sollte
Weiter Geld in dies peinlichste Kapitel deutscher
Geschichte investiert werden um zumindest
Mit Verfall zu zeigen wir haben etwas gelernt

Der imperiale nationale Taumel der unter dem
Wenig begabten Wilhelm II. einen Höhepunkt
An Peinlichkeit wie Grauen fand sollte nicht als
Kulturerbe sondern als Mahnmal erinnert werden

Die Brücke von diesem nationalen Wahn zum
Folgenden Nationalsozialismus war sehr direkt
Wer nicht in Heinrich Manns Untertan schon die
Später schweigenden Ja-Sager erkennt ist blind

So ist das heutige Gedenken eine Mahnung
Dies Erbe endlich wieder Natur werden
Zu lassen damit eine neue Freiheit kommt
Die keinen Kaiser braucht wie Heine schrieb

Die Sage ist ein Witz wie die 18  Millionen
Für ein Denkmal das besser verfiele in dann
Ungestörter Natur weil es nur die häßliche
Seite des alten Deutschland noch zeigt

Die Deutschen waren zu lange im nationalen
Rausch wie bekifft und sollten darum dies Erbe
Lieber wieder guten Wald werden lassen wo
Irgend möglich der Kaiser kommt nicht wieder
jens tuengerthal 16.6.2016

Nach(t)lust

Denke an unsere erste Lust
Als wir uns nach dem ersten
Kuss noch beherrschten um
Zusammen Tee zu trinken
Statt sich zu verschlingen
Wonach sich alles anfühlte
Wie wir uns dann später
Um so mehr hingaben
Überall waren um ganz
Eins zu sein auf der Suche
Nacheinander ineinander
Innig verschlungen dann
Irgendwann träumend
Eine Hand an deinem Busen
Die andere in deiner Mitte
Nach der Lust ist wieder
Vor der Lust nach der
Nacht sich am Morgen
Wieder liebend um nie
Damit aufzuhören wieder
Bleibt nach uns immer vor
jens tuengerthal 16.6.2016

Kulturgeschichten 0258

Amselfeldspuren

Manche Spuren der Geschichte werden
Teil der Gegenwart und entzünden immer
Wieder den Hass der Völker gegeneinander
Weil sich manche vom Mythos nähren

Selten ist ein Mythos mehr als eine Sage
Real stecken dahinter meist eher ganz
Gegenwärtige Interesse die durch die
Verklärung unangreifbar wurden

Friedlicher wäre es die Dinge nüchtern
Wie vernünftig zu betrachten dennoch
Bildet die Verklärung im Mythos gerade
Wieder ein Stück verlogener Identität

Am 15. Juni 1389 standen in der Schlacht
Auf dem Amselfeld die Armeen Serbiens
Mit seinen Verbündeten dem osmanischen
Heer gegenüber sie wurde zum Volksmythos

Die Schlacht fand unweit von Pristina statt
Nahe dem Fluss Lab im heute Kosovo
Der Konflikt entstand aus dem Vorgehen
Der Osmanen gegen die Christen im Balkan

Die Unterwerfung sollte das Tor nach
Konstantinopel öffnen um endgültig das
Byzantinische Reich zu übernehmen
Die Schlacht endete ohne klaren Sieger

Es fielen die Anführer beider Heere
Der serbische Widerstand war damit
Für die folgenden Jahre entscheidend
Geschwächt worden von den Osmanen

Bei den Friedensverhandlungen musste
Die Tochter der serbischen Fürstin als
Tribut in den Harem des Sultans noch
Übergeben werden wie im Viehhandel

Die tatsächlichen Ereignisse wurden schon
Bald von der serbisch-orthodoxen Kirche
Im Amselfeld-Kult stark mythologisiert
Buis hin zum serbischen Nationalmythos

Der in Serbien am 15. Juni gefeierte Vidovdan
Ist der Gedenktag und der gefallene Fürst Lazar
Wurde schon bald heilig gesprochen und damit
Der wichtigste Heilige der serbischen Orthodoxie

Das Ergebnis dieses auf Aberglauben fußenden
Kultes wurde im Jugoslawienkrieg sichtbar
Rechtfertigte für manche Serben jede Grausamkeit
Da sie sich als Verteidiger des Abendlandes sahen

Wohin mythologisch religiöse Begründung des
Staatlichen Handelns führt wurde deutlich
Warum es Zeit ist diesen Unsinn zu beerdigen
Damit sich die Völker versöhnen können

Leider beobachten wir bei AfD und Pegida
Derzeit das Gegenteil in dem sie sogar noch
Versuchen den Islam zu dämonisieren
Treten sie in die Fußstapfen des Wahns

Es unterscheidet sich diese unaufgeklärte Sicht
Auf Menschen nicht von dem serbischen Kult
Oder dem Antisemitismus der NSDAP
Im Ergebnis und der Sache nach

Den Aberglauben mit Hass und Lügen sowie
Neuem Aberglauben besiegen wollen ist so
Unsinnig wie der religiöse Kult der Serben
Der so viel Hass auf dem Balkan gebar

Dieser wurde 1914 mit dem Attentat auf
Den Thronfolger Franz Ferdinand zum
Zündfunken des Ersten Weltkrieges
Brennt immer wieder gen Osten

Es muss nicht das Abendland gegen den
Islam verteidigt werden sondern vielmehr
Die Werte Europas wie Toleranz und Frieden
Demokratie und Freiheit gegen ihre Feinde

Diese sitzen unter Islamisten so sehr wie
Unter nationalen und religiösen Fanatikern
Gleich welcher Form des Aberglaubens
Es braucht weniger Götter mehr Humanität
jens tuengerthal 15.6.2016

Bettflucht

Müde bin ich längst schon
Sehne mich nach dem Bett
Mehr aber noch nach dir
Die gerade nicht dort liegt
Wo ich sie umarmen kann
So fliehe ich den Schlaf
Um nicht alleine zu sein
Wo ich lieber mit dir wäre
Heute Nacht wie jede
In diesem halben Jahr
Das zur Hälfte schon
Sehnsucht immer war
Wer einen Seemann liebt
Muss die Einsamkeit lieben
Sagen sie alle und doch
Will ich mit dir einschlafen
Fehlst du mir gerade jetzt
Warum ich noch nicht schlafe
Glücklich aber macht mich
Zu wissen du sehnst dich
Ganz genauso hoffe nur
Dass du schon schläfst
jens tuengerthal 16.6.2016

Mittwoch, 15. Juni 2016

Kulturgeschichten 0257

Ballschlacht

Bälle sind dankbar zu beschreiben
Denken wir an den von Lampedusa
Seitenlang im Leoparden geschilderten
Als Abbild untergegangener Welten

Beim Wiener Kongress waren sie beides
Lust am Spiel wie zugleich weit darüber
Ort anderer Stufen der Diplomatie bei
Der Neuaufteilung Europas nach Napoleon

Doch der verbannte Inselkaiser kehrte zurück
Die Europäer mussten sich noch einmal einig
Zeigen um den Korsen zu schlagen wie aus
Dem monarchischen Europa zu vertreiben

Am Vorabend der Schlacht von Waterloo
Genauer am Vorabend der bei Quatre-Bras
Die noch ein Vorgeplänkel zu Waterloo war
Das Napoleon vereinigt den Rest gab

Am 15. Juni 1815 lud die  Herzogin von Richmond
Zum Ball in ihrem Palais in Brüssel also drei Tage
Vor Waterloo und obwohl oder weil nur 25% aller
Anwesenden Frauen waren wurde er berühmt

Die britische Historikerin Elizabeth Pakenham nennt
Ihn den berühmtesten Ball der Geschichte was
Bestimmt ein wenig übertrieben sein mag doch
Der Bedeutung der Anwesenden entspricht

Am gleichen Tag war es bereits zu kleineren
Scharmützeln gekommen bei denen noch die
Keuzung von Quatre-Bras gehalten wurde
Noch während des Balls kamen neue Depeschen

Sie erreichten den Herzog Wellington berichteten
Vom Eintreffen der Preußen wie deren Scharmützeln
Unweit von Brüssel nun auch die er unter Blücher
Bei Waterloo Nachts so sehnlich erwartete

Zwei der Anwesenden fanden in den nächsten Tagen
Den Tod namentlich der Herzog von Wolfenbüttel und
General Picton und alle Anwesenden wussten um
Diese drohende Möglichkeit gegen den genialen Korsen

Der Ball war so gesehen ein feierliches Souper im
Angesicht des Todes der vielen Realität wurde im
Letzten Gefecht des kleinen Franzosen bei Waterloo
Die Anwesenden kannten sich schon aus Wien

Todesnähe und Schlachtenspannung gaben dem
Abend seinen Flair und einige Damen wurden von
Den mehrheitlich Offizieren die im Schatten des Todes
Wie der bevorstehenden Schlacht tuschelten betanzt

Es ist diese Ausnahmesituation die den Ball wohl
In der Erinnerung aller Teilnehmer zu solch einem
Mehr als besonderen Ereignis machten wissend
Am nächsten Tag töten wir heute noch tanzen wir

So gesehen war es die doppelte Spannung der
Typisch ritterlichen Haltung der sich zugleich
Im Kampf wie in der Minne üben soll um sich
In der Liebe wie im Krieg zu vervollkommnen

Vielleicht klingt diese Nähe von Ball und Tanz
Zu Schlachtenlärm und Morden uns pervers
Doch wieviel näher sind wir vermutlich auch
Im Straßenverkehr täglich ungeahnt dem Tod

Diese Spannung aus dem Wissen um die
Gefahr in die sich diese Männer begeben
Den vielleicht letzten Tanz genießend ist
Der Zauber zwischen Leben und Tod

Manchmal wenn wir uns dem einen
Besonders zuneigen sind wir dabei
Dem anderen um so näher was zeigt
Wie relativ alle Zuneigung immer ist

Der schönste Ball fand also historisch
Im Schatten des Todes statt wie die größte
Lust im kleinen Tode gerne endet wird
Mit diesem Ball ein Gipfel erreicht

Frieden erstreben ist fraglos gut
Aber wo nicht auch im Schatten des
Todes noch zu feiern hat zumindest
Viel Größe sogar im Untergang
jens tuengerthal 15.6.2016

Kulturgeschichten 0256

Strandkorbliebesgeschichte

Sag es lieber gleich vorweg damit sich
Keiner beschwert dem Chronisten fehle
Beim Berichten jegliche Objektivität denn
Ich liebe Strandkörbe schon immer

Jetzt ist es raus und nun könnte wieder
Zur Sache gegangen werden nämlich
Der Geschichte des Strandkorbes die
Am 15. Juni 1882 in Warnemünde begann

Auch wenn das aufgestellte noch Strandstuhl hieß
War es doch schon was es bis heute blieb
Ein beschützter Ort am Meer nahe den Wellen
Direkt am Strand und doch ganz für sich

Schon im Beschreiben merke ich es doch
Bricht wieder das Gefühl hindurch und wenn
Mich jemand fragte was mein Traum vom Leben
Wäre antwortete ich verliebt lesend im Strandkorb

Vielleicht noch eine Tasse feinen Tee dazu
Das Ziel der Liebe am liebsten neben mir
Die Beine auf herausgezogenen Fußstützen
Hochgelegt das Meer im Blick oder nicht

Eigentlich kommt es mir gar nicht mehr
Auf den Strand und das Meer dabei an
Was zählt ist das Gefühl im Korb dabei
Draußen und drinnen zugleich zu sein

Ein Picknick im Grünen ist sehr schön
Wäre es nicht irgendwann so unbequem
Im Strandkorb dagegen liegen wir quasi
Ungestört und doch in der Natur gut

Ein Strandkorb um wieder sachlich zu werden
Besteht aus einem zweiteiligen Holzgestell mit
Korbgeflecht dessen oberes Ende die gewölbte
Verstellbare Sitznische mit Dach bildet

Durch Auskleidung mit wetterfestem Stoff
Schützt er vor Sonne Wind Regen und sogar
Sandstürmen gelegentlich die Markise wie
Klapptische und Fußkästen sind der Luxus

Sie gelten als Kultobjekte deutscher Gemütlichkeit
Die in nahezu gleichem Design zwei Weltkriege
Wie alle Moden überstanden in Ost und West
Immer beliebt waren weil schlicht und genial

Der Rostocker Hofkorbmacher-Meister Wilhelm Bartelmann
Gilt als der Erfinder des selbigen von 1882 der  damit eine
Deutsche Kultur begründete die viel mit Ferien und Glück
Für die meisten Menschen zu tun hat und Liebe auch wohl

Das Standardmodell ist der Zweisitzer der
Seine Form seit etwa 1910 nur unwesentlich
Veränderte mit einer Höhe von 160cm wie
Der Breite von 120cm ist er eher gedrungen

Der Strandkorb stellt die feine Mischung aus
Bescheidener Dekadenz mit norddeutschem
Pragmatismus dar der am Meer funktioniert
Ist ein sehr deutscher Luxus geworden

Es wird die Ostseeform von der Nordseeform
Unterschieden wobei letztere kantiger noch ist
Die DDR fertigte sie natürlich in plattenbauweise
Sie sind seltener noch in Mecklenburg zu sehen

Geflochtene Weidensessel mit hochgezogenem
Rückenteil sind bereits seit dem 16. Jahrhundert
Überliefert sie wurden vor allem von älteren Damen
In den damals zugigen Häusern gern genutzt

Die ersten Seebäder entstanden an Nord- und Ostsee
Ende des 18. Jahrhunderts in Heiligendamm wie auf
Norderney was eine eigene Badekultur hervorbrachte
Zur Wahrung der Sitte gab es Badehütten oder Karren

In den 1870ern empfahl ein Berliner Arzt die Nutzung
Von Sitzkörben wie auf Norderney zur Erholung
Theodor Fontane berichtet in einem Brief von 1882
Vom Treffen im Strandkorb aus Norderney

Im Auftrag der an Rheuma erkrankten Elfriede von Maltzahn
Die den Sommer geschützt an der See verbringen wollte
Erfand Bartelmann den Einsitzer aus Korbgeflecht
Der er mit Markisenstoff bezog Strandstühlen ähnlich

Als weitere Bestellungen kamen entwickelte er den Prototyp
Der sich bald an Nord- und Ostsee verbreitete wobei wiederum
Der wirtschaftliche Erfolg dabei auf eine Idee seiner Frau
Zurückgeht die verbesserte und eine Vermietung aufbaute

Der Strandkorb boomte in den Seebädern schnell und mehr
Noch nach der Novemberrevolution von 1918 als sich diese
Auch für die Arbeiter öffneten und der Massentourismus als
Volksbewegung in Deutschland rudelweise begann

Manche sehen im typisch deutschen Strandkorb ein Element
Der deutschen Zaun- und Abgrenzungsmentalität die immer
Vom eigenen Schrebergarten träumt wofür manches spricht
Doch solang es um Müßiggang geht schadet es kaum

Vielleicht ist der entspannt müßige Deutsche sogar
Der beliebteste in der Welt da er weder bedroht
Noch etwas besser weiß oder machen will sondern
Ungestört genießen möchte was ist als Wert an sich

Thomas Mann der die Strandkörbe auch liebte schrieb große
Teile von Josef und seine Brüder am Strand von Nidden in
Seinem Strandkorb und so wurden sie auch ein Stück
Literaturgeschichte die Tucholsky noch weiter ergänzte

Das er sich sein Haus im ostpreußischen Nidden
Auf der kuhrischen Nehrung einst vom Nobelpreis
Als mehr als nur kleine Sommerfrische gönnte sei
Dabei nur nebenbei erwäht es ist polnisch heute

Weiß nicht ob es eine typisch deutsche Liebe ist die sich
Von der Natur in Geborgenheit gerne abgrenzt und doch
Auch gerne in ihr sein möchte oder das Höhlenwesen
Eine Typfrage ist egal woher wer stammen mag

Die Vorstellung mit meiner Liebsten lesend einst
Im Strandkorb zu liegen und sich beim Tee am Meer
So nah wie fern und gut geschützt zu erfreuen ist mir
Mehr Traum immer als irgendwo hin zu fahren

Ein Strandkorb ein feiner Tee und ein gutes Buch
Sind mir so die Welt sogar relativ unabhängig vom
Wetter was eben hier ab und an schwankt ist es
Genug an Glück in meiner Vorstellung immer

Erkennen was glücklich macht ist viel mehr Glück
Als die Erfüllung unendlich großer Träume denen
Manche mit hohem Tempo nacheifern im Gegenteil
Scheint mir das wenige wertvolle so als viel mehr

So ist die Geschichte des Strandkorbes nun auch
Eine Geschichte des Glücks und der Wege zu ihm
Als Entschleunigung und Gegenentwurf vielleicht
Zum Massentourismus sucht er Raum nur für sich
jens tuengerthal 15.6.2016

Halbjahr

Halbjahre gab es in der Schule
Manche bilanzieren noch danach
Als ginge es je um nur Daten

Sechs Monate sind 6 Monate
Stellen wir 6 auf den Kopf ist es 9
Hintereinander noch besser als 69

Manche schreiben 6 mit chs am Ende
Andere denken automatisch an ein x
Mir ist wichtiger dass es kein Ende hat

Miteinander 6 und wieder bei 0 wäre
Wunderbar um jeden Moment ganz
Genießen zu können von jetzt aus

Wir haben nun 6 und immer noch 6
Bis es 1 wird dabei sind wir längst 1
Sahen uns 3 von 6 dabei nicht nah

Solange wir uns noch nah fühlen
Egal wo vor allem auch mittig wie
Am Ende bleibt 6 mehr als eine Zahl
jens tuengerthal 15.6.2016

Leckdicht

Während du Lecks dichtest
Dichte ich wie ich davon träume
Dich dort zu lecken wo du
Am liebsten Liebste überläufst
Wenn meine Zunge zügig
In dir verschwindet bin ich
Immer dichter zungig in dir
Öffne deine Lippen mittig
Um aus dir höher zu lecken
Zahnig an deiner Perle
Saugende Lippenwürdigung
Bis sich alles zusammenzieht
Die Muskeln sich für einen
Winzigen Moment anspannen
Du dich dann endlich undicht
Auf mich feuchtfröhlich ergießt
Sind wir wohl nicht ganz dicht
Nach verliebtem Lecken
Leckst du ganz entspannt
Auslaufend vor Lust nun
Werde alles Liebste
Nur nicht dicht
Jens tuengerthal 15.6.2016

Dienstag, 14. Juni 2016

Unter dir

Manche ringen um Überlegenheit
Liege gern unter dir meine Liebste
Ob nun dabei in dir oder doch mehr
Oberhalb wenn du auf mir sitzt
Meine Zunge dich leckend öffnet
Bis deine Mitte mich überschwemmt
Deine Lust hörbar wird mit jedem
Erhitzten Atemzug immer mehr
Dann bin ich gern dir unterlegen
Überhaupt wird der Rang in der
Liebe meist überschätzt solange
Es die Lust mehrt ist alles gut
Komm wieder über mich
jens tuengerthal 14.6.2016

Felixaustria

k.u.kasien wurde reanimiert
Für zumindest 95 Minuten
Gab es wieder Österreich-Ungarn
Am Ende habe die Ungarn
Eher überraschend gewonnen
Aber egal wie wir es sehen
Für echte Royalisten gewann
Jedenfalls felix Austria
jens tuengerthal 14.6.2016

Russenpoker

Die Russen pokern um alles
Putin pokerte um die Russen
Die in der Ukraine leben
Spielte den starken Mann
Der Sportminister lobt die Hooligans
Nachdem Russland verwarnt wurde
Das Bild vom starken Mann zeigen
Scheint den Russen wichtiger gerade
Als dazuzugehören
Vielleicht wäre es gut
Sie nun rauszuwerfen
Wie ihnen die WM 2018
Wieder zu entziehen
Diese Russen braucht keiner
jens tuengerthal 14.6.2016

Kulturgeschichten 0255

Aufstandsentscheid

Wohin führen Aufstände die alte Ordnung
Mit Gewalt infrage stellen um neues erst
Auf gleiche Art durchzusetzen irgendwann
Oder sind sie nur die Spitze des Eisberges

Wenn Schiffe mit Eisbergen kollidieren ist
Selten der sichtbare Teil daran schuld
Vielmehr lauert die Gefahr im Untergrund
Fragt sich ob es beim Aufstand auch so ist

Zwei Aufstände im Mittelalter seien erinnert
Die am 14. Juni stattfanden geeignet waren
Die Welt zu verändern und im Ergebnis doch
Wirkungslos der eine bleibend der andere

Im Augsburgerschied gibt Kaiser Barbarossa
Am 14. Juni 1158 dem Welfenherzog Heinrich
Dem Löwen das Recht die Isarbrücke zu betreiben
An deren Stelle später die Stadt München entstand

Als Ausgleich für dessen abgerissene Brücke muss
Heinrich Bischof Otto von Freising ⅓ aller Einnahmen
Abgeben was fast salomonisch klingt zumindest wieder
An das ewige Mautthema der Bayern erinnert

Zuvor hatte Heinrich die Brücke des Bischofs schon
Abreißen lassen um sie über seine zu locken was
Insbesondere für die Berchtesgardener Salzhändler
Auf ihrem Weg nach Norden und Westen wichtig war

Damit wurde München Markt- und Münzrecht gewährt
Bei einer Abführung von ⅓ gen Freising und bis 1803
Erfolgten diese Zahlungen und gingen bis 1852 dann
An den bayerischen Staat der gern die Hand aufhielt

Der Tag gilt seitdem als Stadtgründungstag Münchens
Das sich immer noch für den Mitteplunkt der Welt hält
Auch als nun bloß provinzielle Landeshauptstadt mit
Einem weltweit peinlichem Volksfest voller Trachten

Obwohl die Urkunde Schied heißt was nach einem
Urteil oder einer Entscheidung eigentlich klingt
War sie nur die Beurkundung einer Vereinbarung
Die Otto und Heinrich schon vorher trafen

Eigentlich ist es gar keine Stadtgründungsurkunde
Obwohl die Münchner noch gern so tun als ob
Weil nur ein bestehender Markt dort benannt wird
Der außerdem nur bei München gelegen sei

So feiert sich München eher ohne Grund aber
Zumindest mit kaiserlicher Urkunde auch wenn
Nicht drinsteht was gefeiert werden soll haben
Die Münchner heute schon ihren Spaß dabei

Die Landeshauptstadt in der Provinz die gerne
Hauptstadt und so bedeutend wäre wie das
Später erst gegründete Berlin heute spielt mit
Technik Tradition und Fußball anstatt heute

Vielleicht erklären sich die vielen unsinnigen
Bayerischen Initiativen die meist wieder im
Sand des Vergessens verlaufen besser
Aus der Tradition des Augsburger Schied

In Bayern ändert sich nie etwas und was
Früher ein Welfenherzog dem Kaiser an
Ärger brachte bis er ihn absetzte macht
Heute die CSU den Demokraten im Land

Ansonsten enthalte ich mich zu Bayern
Wie zu München oder dem Oktoberfest
Lieber jeglicher Meinungsäußerung hier
Nicht dass es als Rassismus später gilt

Der Aufstand von Heinrich gegen Otto
War erfolgreich er zerstörte die Brücke
Holte sich die Einnahmen von dort
Verhandelte obwohl Terrorist den Frieden

Über 200 Jahre später am 14. Juni 1381
Hörte sich König Richard II. die Forderungen
Der Aufständischen und Bauern bei der
Peasants‘ Revolt an und gestand zuerst zu

Jene Pesants’ Revolte war der größte
Bauernaufstand im mittelalterlichen England
Der ausbrach als die Pest wütete wie der
König Steuern für den Krieg noch erhob

Die Sondersteuern oder Poll Taxes dienten
Der Finanzierung des Hundertjährigen Krieges
Den England gegen Frankreich damals führte
Über den dort Besitz des Haues Plantagenet

Beim Eintreiben der dritten Sondersteuer 1381
Kam es in den Grafschaften Kent und Essex
Zu ersten Aufständen die von Wat Tyler geführt
Canterbury eroberten und gen London zogen

So kam es zu der Unterredung vom 14. Juni
Zwischen dem König und den Aufständischen
Der sich in Mile End deren Forderungen anhörte
Die umfassende Freiheitsrechte nun wollten

Sie forderten die Abschaffung der Leibeigenschaft
Freies Kaufs- und Verkaufsrecht die Begrenzung
Der Pachtgebühren Aufhebung der Grundherrschaft
Gleiche Beteiligung aller an der Herrschaftsausübung

Während beim ersten Treffen noch die gewerbliche
Wie landwirtschaftliche Seite überwog wurde beim
Zweiten die radikale sozialutopische Seite stärker
Was den König vor dem Umsturz warnte

Während des Treffens kam es zu einem Hangemenge
Dem Watt Tyler zum Opfer fiel ob durch den damals
Bürgermeister von London ist nicht zu belegen
Jedoch zogen sich die Rebellen geschockt zurück

Für ihren Rückzug hatte ihnen der König freies Geleit
Bereits gewährt obwohl während des Aufstandes
Bereits Adelige getötet worden waren wie etwa der
Erzbischof von Canterbury und der Schatzkanzler

Als die Bauern abgezogen waren ließ sich Richard II.
Vom Parlament von den verbrieften Rechten wieder
Freisprechen und als sie ihn auf die Leibeigenschaft
Ansprachen sagte er nur sie seien und blieben Knechte

Die Anführer des Aufstandes wurden nun hingerichtet
Allerdings beschränkte sich die Gewalt wohl auf die
Anführer womit sich Richard zumindest teilweise
Dem Volk gegenüber relativ treu verhielt

Der Sohn des schwarzen Prinzen mit dessen Regierung
Bald die Rosenkriege um die Macht begannen die erst
Mit der Krönung eines Tudor viel später endeten wurde
Auch mit Gewalt von der Macht vertrieben

Der Sohn von Edward Woodstock des Schwarzen Prinzen
Wie der Joan of Kent der Fair Maid of Kent war vermutlich
Der erste englische König der auch englisch sprach obwohl
Er die ersten Lebensjahre in Aquitanien verbrachte

Richard wurde nachdem zuerst sein Vater als damaliger
Prince of Wales wie sein Großvater starben in dieser
Reihenfolge mit nur zehn Jahren als da Halbwaise
König was schon unter Edwards Brüdern strittig war

Während des Aufstandes dem einige seiner engsten
Berater zum Opfer fielen war Richard 14 dennoch soll
Er die Verhandlungen mit Geschick geführt wie dann
Eiskalt und machtbewusst reagiert haben

Aufgrund weiterer Steuererhöhungen für den Krieg
Der erfolglos in Frankreich geführt wurde bekam er
Ärger mit den Lords im Parlament und wehrte sich
Gegen das Wundervolle und das Gnadenlose Parlament

Dies erließ mehrere Todesurteile gegen die Berater
Des Königs der sogar kurzzeitig abgesetzt wurde
Durch die Lords Appellants jedoch erlangte er durch
Zwischendurch Frieden in Frankreich wieder Einfluss

Seine Hofhaltung war berühmt prächtig wie üppig
Kultivierte den verfeinerten Lebensstil wie Luxus
Förderte auch die englische Literatur womit sich
Englisch endgültig gegen französisch durchsetzte

Bis 1397 sah er sich so gestärkt gegen die Tyrannei
Des Gnadenlosen Parlaments vorzugehen mir seiner
Dann eigenen Tyrannei der auch Thomas Woodstock
Aus ungeklärter Ursache zum Opfer dann fiel

Von den Apellants blieb nur noch Henry Bolingbroke
Der Sohn des John of Guants und spätere Henry IV.
Den Richard nach dem Tod seines Vaters nochmal
Wirkungslos auf Lebenszeit verbannen ließ

Wem manche Namen nun irgendwie bekannt schon
Vorkommen ohne die Geschichte so zu kennen der
Sei an Shankespeares Richard II. erinnert der genau
Dies thematisiert im großen Drama

Aus Irland zurückkommend wird Richard dann verhaftet
Nachdem sein Heer zu Henry überlief den es doch
Eigentlich verhaften sollte und er landete kurz im Tower
Kam jedoch nach Treueversprechen wieder frei

Was dann bis zu seinem Ende genau geschah ist
Wie so häufig etwas unklar und verliert sich im Dunkel
Der mittelalterlichen Geschichte vermutlich jedoch hat
Henry Richard nach einem Aufstandsversuch töten lassen

Jenseits aller Sagen zu dessen Weiterleben und dem
Späteren Auftauchen eines angeblichen Henry ist sich
Zwar keiner ganz sicher jedoch regierte Henry IV dann
Für das Haus Lancaster das mit York kämpfen musste

So führte der Aufstand der Bauern nicht zum Ziel
Weil sich der Adel nicht an seine Versprechen mehr
Gebunden sah während dafür die Aufstände des Adels
Untereinander die Völker lange beschäftigten

Ob es der Hundertjährige Krieg um das Erbe des Hauses
Plantagenet die einst 1066 nach England erobernd kamen
In Frankreich oder die Rosenkriege waren lohnte sich dort
Scheinbar Gewalt wenn auch dabei keiner überlebte

Die Welfen waren mit Gewalt und Zerstörung wie danach
Erpressung erfolgreich und einigten sich schließlich mit
Ihrem Opfer auf eine Teilung der Gelder untereinander
Womit in Bayern zumindest Gewalt teilweise siegte

Wer um das Verhältnis von Barbarossa und Heinrich
Dem Löwen weiß und dessen späterer Absetzung
Wird erkennen eigentlich gelohnt hat sich die Gewalt
Für die Welfen langfristig nicht die Bayern verloren

Die Häuser Lancaster und York metzelten sich so lang
Bis nur noch ein Tudor-Verwandter übrig war für das
Gemeinsame Erbe des Hauses Plantagenet warum
Vom Distelzweig zerrupft nur wenig übrig blieb

Den Krieg in Frankreich verloren sie weniger der
Heiligen Johanna und deren kleiner Siege wegen
Zu schnell brannte diese selbst sondern weil sie
Sich zu Hause zu sehr aufgerieben hatten

Wer sich in Kriegen engagiert bringt Opfer
Gewalt bringt manchmal schnelle Siege doch
Zahlt sie sich nicht wirklich aus warum es wohl
Weiser ist ihr lieber abzuschwören künftig
jens tuengerthal 14.6.2016

Montag, 13. Juni 2016

Kulturgeschichten 0254

Deutschklassik

Es dreht sich was noch Klasse hat
In Deutschland um eine Kleinstadt
In Thüringen mit Namen Weimar
Und ist damit vielleicht typisch

Ziemlich in der Mitte gelegen
Von Wäldern umgeben mit vielen
Gut sanierten alten Gebäuden mehr
Schein als Sein aber sehr nett

Sicher hat auch Berlin seine Klasse
Einzelne große Autoren die jene Stadt
Im Leben und Sterben beschrieben
Doch bleibt Brecht immer ein Prolet

So beschrieb ihn einst Graf Kessler
Genau die Physiognomie betrachtend
Des unter der Diktatur des Proletariats
So hochgejubelten Schwarzwalddichters

Doch in Weimar hatte auch Kessler schon
Große Pläne für die vereinigte Kultur
Auch wenn die am lokalen Kleingeist
Damals noch scheiterte wie so vieles

Wo Goethe und Schiller um die Ecke
Beieinander wohnten in fußnähe noch
Ist nach des Herzogs Mutter Anna Amalia
Deutschlands schönste Bibliothek genannt

Abgebrannt und wieder aufgebaut im
Strahlend weißen Kleid eben wie neu
Freute mehr was Kulturdeutschland
Bewegte damit sie wieder erstand

Die erweiterten Archive im Keller
In denen eben auch die Geschichte
Der Weimarer Klassik zu Teilen liegt
Wurde eher Bibliothek unserer Zeit

Wer jemals durch Weimar flanierte
Und ich meine flanieren als Flaneur
Nicht gehetzt sondern in Ruhe um
Es zu erspüren versteht was war

Auf einem Raum kleiner fast als die
Nur Museumsinsel in Berlin lebte
Was zur literarischen Klassik wurde
Beisammen von Herzogs Gnaden

Umgeben von Hügeln wie schönsten
Thüringer Wäldern voller Wild auch
Hat sich dort alles konzentriert durch
Den Geist der Mutter Anna Amalia

Am 13. Juni 1794 forderte Schiller
Goethe zur Mitarbeit an den Horen auf
Und erhielt oh Wunder eine Zusage
Nachdem die Zuneigung anfangs gering

Mit dieser Verbindung die weiter wuchs
Bis zu Schillers Tod 1805 beginnt die Zeit
Der Weimarer Klassik die Epoche wurde
Bis heute Literaturgeschichte schrieb

Zur Weimarer Klassik dem Viergestirn
Zählen neben Goethe und Schiller
Noch Herder und Wieland sie begann
Nach Goethes erster Italienreise

Manche meinen sie dauerte bis zu
Goethes Tod andere sahen sie schon
Mit Schiller wieder sterben und den
Alten Goethe romantisch infiziert

Der Begriff selbst wurde erst später
Im 19. Jahrhundert geprägt in der dann
Gern schwülstig unpräzisen Romantik
Keiner der Dichter nannte sich Klassiker

Eine weit gefasste Sicht betrachtet nur
Ort und Zeit des gemeinsamen Wirkens
Der vier Dichter und Denker der sonst
Sich nur von der Frühromantik abgrenzt

Die engere Definition der Klassik dagegen
Beschränkt sich auf die elf Jahre in denen
Goethe und Schiller gemeinsam schufen
Was als ästhetische Allianz ihnen galt

Goethe führte diese Allianz nach dem Tod
Seines engen Freundes Schiller weiter
Auch lebte Schiller bis 1799 als Dozent
Noch in Jena die Allianz war brieflich also

So blieben letztlich sechs Jahre nur um
Zu formen vor Ort was als Weimarer Klassik
Dann Geschichte wurde als Dichterfreundschaft
Zwischen zweien die Klassiker wurden

Die Französische Klassik war der weltweite
Höhepunkt des Strebens seit der Renaissance
Die Dichtung der Antike aufleben zu lassen
Nach Ludwig XIV. 1715 Tod änderte sich dies

Es wurde bald mittelalterlich märchenhaft
Bis sagenhaft kitschig und überladen
Daher rührte das Bemühen die Antike zu retten
Dazu wurde Reiseliteratur und Archäologie genutzt

Johann Heinrich Winkelmann schrieb in seinen
Gedanken über die Nachahmung griechischer Kunst
Dazu ohne zu ahnen welch durchschlagende Wirkung
Seine ästhetischen Betrachtungen haben sollten

Edle Einfalt stille Größe war der Wahlspruch seiner
Bewunderung der antiken Kunst damit wurde die
Kunst und Ästhetik anders als französischer Prunk
Vermittelnd zu bürgerlich Schlichten gebracht

Dieser Vermittlung zwischen Bürgertum und Adel
Blieb auch die Weimarer Klassik prinzipiell treu
Die Günstlinge des Herzogs bauten lieber noch
Brücken als weiter zu polarisieren ohne Grund

So war Schiller und besonders seine Frau
Später wesentlich adelsstolzer und rigider
Als Goethe der früher vom Herzog schon
Erhoben worden war und dennoch frei blieb

Eine Geschichte dazu ist die Aufregung
Wie die Lästereien der Schillers über
Goethes unverheiratetes Zusammenleben
Mit der Mutter seines Sohnes Chistiane Vulpius

Das konnte der Adel um die Stein oder Schillers
Kaum dulden der Hof schimpfte ohnehin über
Die Sitten des Dichters des Werther der früher
Mit dem Herzog durch die Wälder zog

So waren manche Situationen zwischen
Dem vermeintlich einigen Paar die doch
Auf den zweiten Blick die Entfernung andeuten
Schiller der schwäbische Aufsteiger war bemüht

Goethe warf vieles einfach hin aus Genie
Wenn Schiller wissenschaftlich oft exakter
Als Arzt erfolgreich studiert während Goethe
Sein Jurastudium nur mühsam beendete

Schiller reizte den arrivierten Geheimrat
Mit der Aufforderung zur Mitarbeit an den
Horen als neuartigem Werk mit Bezug
Zur hingebungsvoll verehrten Antike

Ihren Anfang nahm die Weimarer Klassik
Als die gerade Herzogenwitwe gewordene
Anna Amalia den Dichter Wieland zur
Erziehung der Söhne nach Weimar rief

Als Goethe 1775 nach Weimar auch als
Erzieher gerufen wurde war er vor allem
Durch die Leiden des jungen Werther
Als Sturm und Drang Verführer bekannt

Danach wurden die Werke kontinuierlich
Reifer und näherten sich dem klassischen
Ideal langsam an im ästhetischen Ideal
Das suchte er auf der Reise nach Italien

Als sich Goethe und Schiller nach Goethes
Rückkehr aus Italien erstmals in Rudolstadt
Trafen waren beide ernüchtert bis enttäuscht
Schätzten sich eher falsch gegenseitig  ein

Beide sahen im anderen den der durch Werke
Die längst hinter beiden lagen berühmt wurde
Nahmen weniger das aktuelle Gegenüber wahr
Die Erwartungen wurden also enttäuscht

Noch 1776 holte Goethe Herder aus Bückeburg
Als Generalsuperintendenten nach Weimar
Worauf sich deren Verhältnis bald abkühlte
Der eine war Günstling der andere Angestellter

Nach seiner Italienreise hatte Goethe seine vorher
Amtsgeschäfte kaum wieder aufgenommen um
Sich lieber ganz der Kunst zu widmen was auch
Schillers absolutem Wesen näher kam

Die frustrierende Erfahrung mit der Realität
Im revolutionären Fankreich das unter den
Jakobinern einfach nur mörderisch wurde
Verband sich mit vorigen Katastrophen

Die Welle von Selbstmorden im Sturm und Drang
Die Dichtung und Realität verwechselten gern
Führte auch bei den Autoren zur Hinwendung
Zur nach klassischem Ideal Suche nach Ausgleich

Während Goethe den universellen Zusammenhang
In der Natur zu erkennen versuchte nach antikem Ideal
Wandte sich Schiller der Geschichtsschreibung zu
Fordert eine evolutionäre Entwicklung statt Revolution

Der revolutionären Unruhe der Zeit wurde das Ideal
Einer ästhetischen Erziehung gegenübergestellt
Durch die Menschen zur Humanität gelangen sollen
Nach dem Erziehungsideal der schönen Seele

Die Epoche wurde zeitlos indem sie Ideale wählte
Die als menschliche Werte über alle Zeit erhaben
Sind wie sich im Streben nach Harmonie in der
Gesellschaft auch zeigt statt vorigem Egoismus

Zu den wichtigsten Motiven der Klassik gehören
Menschlichkeit und Toleranz im Sinne eines
Gelebten Humanismus schreibend nähern sich
Goethe und Schiller dem klassischen Aufbau

Der Name Klassik  bezog sich nicht nur auf
Die klassische Antike sondern machte sie
Auch zu einer klassischen Epoche selbst
Vor allem die Romantik wertete es ab

Getrieben ist die Klassik von einer Mischung
Aus Abgrenzung vom eigenen Sturm und Drang
Wie Hinwendung zum Geist der Aufklärung
Wozu die Antike vernünftig idealisiert wurde

Die Weimarer Klassik versuchte Kunst mit
Dem Geist der Zeit zu versöhnen ein auch
Ganzheitliches ästhetisches Konzept soll
Die Menschen miteinander versöhnen

Die Zusammenarbeit begann mit der
Gründung der Zeitschrift Horen 1795
Durch Friedrich Schiller die als das
Gründungselement der Klassik gilt

Der Verleger Cotta aus Tübingen plante
Noch 1794 eine politische Zeitschrift
Doch Schiller hatte nach der Revolution
Genug von Politik wollte ein Weltbürgerjournal

Sie einigten sich auf zwei Projekte dazu
Die Allgemeine Zeitung wurde dann zur
Bedeutendsten Zeitung des 19. Jahrhunderts
Obwohl oder weil sich Schiller bald zurückzog

Das andere Projekt waren die Horen
Als Mitarbeiter gewann Schiller neben Goethe
Auch Fichte und Wihelm von Humboldt
Zu den Themen Philosophie und Kunst

Die Publikation wurde nach drei Jahren
Wieder eingestellt auch wenn sie vielen
Immer noch als ideale Zeitschrift gelten
Die sich Musen und Schönheit widmete

Schiller wollte sich hehren Ideale widmen
Dem rein menschlichen über alle Zweifel
Erhabenen um die wahre Humanität
Wieder ans Licht zu bringen

Die Rückbesinnung auf die Ideale noch
Der Antike brächten den guten Kern des
Menschen von alleine ins Licht förderten
So die menschliche Entwicklung besser

Die Zeitschrift sollte dem Leser helfen
Sich auf die Ideale aus Philosophie
Wie Geschichte zu besinnen und sie
Für sich anzuwenden um zu wachsen

Schiller glaubte der Mensch würde
Seiner Natur nach diesem Ideal dann
Wenn einmal geweckt nachstreben
Um höheres in sich zu erkennen

Der Wandel der Gesellschaft durch
Die Besinnung auf die Ideale der
Antike schien ihm logisch sollte
Den Leser von der Masse wegleiten

Die Horen wollten die Schönheit mit der
Gelehrten Welt vereinen den Leser von
Den Gedanken der Masse wegleiten
Kunst und Wissenschaft zu vereinen

Die Horen sind als Töchter des Zeus
Wie der Termis Figuren antiker Sagen
Sie sind die Göttinnen der Jahreszeiten
Des Schönen und der Ordnung

Wohlgesinnt wachen sie über das
Menschenwerk und bewachen wie
Homer in der Illias berichtet auch die
Himmelstore mittels verschobener Wolken

Goethes Propyläen steht programmatisch
Wie mythologish in der Tradition von
Schillers Horen der sich trotz aller Ideale
Ein regelmäßiges Einkommen erhoffte

Goethe verdiente bereits zehnmal mehr
Als Geheimrat verfolgte mehr das ideelle
Ziel der Kulturnation ohne Hauptstadt eine
Hauptzeitschrift endlich zu geben

Schiller träumte von der kulturellen Vereinigung
Der Deutschen in einer literarischen Assoziation
So sah sich die Zeitschrift als die Verbindung
Der schönen und der gelehrten Welt

Es sollte lediglich Beiträge von allgemeinem
Interesse geben die mehr als Unterhaltung boten
Sie sollten nicht entzweien oder die Kulturnation
Zerreißen womit Politik und Religion tabu waren

Philosophie und Geschichte wurden dort viel
Debattiert unter Aussparung der Gegenwart
Es ging den Machern um die wahre Humanität
Womit sie antirevolutionäre Akzente betonten

Die Horen sahen sich als weiterhaltende Ordnung
Aus der alles Gute fließt sie sind als Göttinnen
Antirevolutionär voll von schöner Menschlichkeit
Doch zeigten sie die Flucht der Geister aus der Welt

So wurde die überzeitliche Ordnung zur Hypothek
Der deutschen Klassik das hehre Ideal wurde nach
Vier Jahren auch aus verlergerischen Gründen
Wieder eingestellt noch suchen wir nach ihm

Bräuchte es wieder neue Horen für die Schönheit
Eine Konzentration auf die schönen Künste mehr
Als auf den nur politischen Alltag um bleibendes
Zu schaffen statt nur Lärm zu machen

Heute gibt es wieder Die Horen als Zeitschrift
Die viemals jährlich zur Literatur erscheint
Mit dem Ziel junge Autoren zu entdecken wie
Alte dem Vergessen zu entreißen

Elfenbeintürme gibt es heute genug für jeden
Ob es die Welt besser macht wenn wir die
Grausame politische Realität ausblenden
Wäre wohl der Frage wert gerade jetzt

Vielleicht ist Ausschließlichkeit immer
Zu wenig zumindest aber gibt es uns
Einen ästhetischen Blick der im Alltag
Zu leicht verloren geht was ein Wert ist

Ob die reine geistige Schönheit nach dem
Antiken Ideal im Zeitalter von Internet wie
Reality TV ein großes Publikum findet wäre
Vielleicht schon zu ökonomisch gefragt

Natürlich muss sich alles erstmal rechnen
Denken wir und vergessen dabei schnell
Was eigentlich wirklich wertvoll ist denn
Die Horen schufen bleibende Werte

Der Blick auf die Schönheit als Ganzes
Im Geist von Antike und Aufklärung
Könnte den Blick weiter öffnen noch
Als viele Zeitungen es heute tun
jens tuengerthal 13.6.2016

Heldennachbarn

Fußball macht die Helden
Die kommen um zu bleiben
Der deutsche mit albanischen Wurzeln
Mustafi steht richtig und springt
Köpft die Mannschaft zum 1:0
Boateng den jeder zum Nachbarn
Sich wünscht rettet auf der Linie
Mit akrobatischem Einsatz heldenhaft
Der Kapitän sprintet als grauer Wolf
Nach wenigen Sekunden im Spiel
Und schießt sein Team zum 2:0
Auf geniale Vorlage von Özil hin
Der gerade nach Mekka pilgerte
Mehr muss nicht gesagt werden
Deutschland braucht keinen AfD
Sondern Helden wie diese
jens tuengerthal 12.6.2016

Sonntag, 12. Juni 2016

Kulturgeschichten 0253

Gepaltene Gestalten

Der 12.6  ist 2016 wohl für manches
Zahlenspiel manchen gut und doch
Enthält dies Datum schon an sich viel
Mehr als uneingeweihten Augen sichtbar

Ob eingeweihte mehr dort sehen oder
Nur gern mutmaßen als würden sie
Mag offen bleiben lächerlich machte
Schon die Anmaßung es sei so

Die Quersumme des Tages ist 18
Wovon die Quersumme wieder 9
Was 3 mal 3 ist allein die 12 ist
2 mal 6 wie auch 3 mal 4

Wollten wir nun kabbalistisch oder
Sonst leicht verrückt weiter mutmaßen
Fiele uns auf dass die Quersumme 16
7 ist und also 3+4 was auch egal ist

Was zu manchen Mutmaßungen wohl
Esoterikern und anderen Verrückten
Anlass genug gäbe allein was weiß ich
Schon vom Wahnsinn als es zu sein

Es ist mit den Zahlen wie mit den Sternen
Wir können darin viel lesen wenn wir wollen
Der Preis ist unsere Freiheit immer wenn
Wir uns der Prädestination hingeben

Bin ich wahnsinnig ist mein Urteil nichts
Wert allen Vernünftigen meine ich es
Eher nicht zu sein spricht mehr dafür
Enthalte ich mich bloß bleibt nichts

Anders zu sein ist noch kein Wahnsinn
Vielen aber nahe daran sofern es nur
Vom Durchschnitt weit genug abweicht
Außer sie nennen es irgendwann Kunst

Am 12. Juni wurde zwei Künstler geboren
Die für sich anders waren und mühsam
Mancher auch nur kurz überlebte erst
Spät Anerkennung wie Würdigung fanden

Im Jahre 1890 war es Egon Schiele
Im Jahre 1892 Djuna Barnes
Der eine kuk Bahnbeamtensohn noch
Die andere Kind von US Freidenkern

Schiele war das dritte Kind des Tullner
Bahnhofsvorstandes der noch zwei
Ältere und eine jüngere Schwester hatte
Die ihm später auch Modell stand

Schieles Vater starb 1905 an Syphilis
Worauf sein Pate Vormund wurde
Jedoch war dies Ereignis prägend
Für seine spätere Kunst wird gesagt

Nach der Volksschule in Tulln wie dem
Realgymnasium in Krems kam er auf das
Gymnasium Klosterneuburg wo ein
Kunstlehrer seine Begabung entdeckte

Von Lehrer gefördert kam Schiele mit 16
An die Wiener Akademie der Bildenden Künste
Wo er anfangs mit großer Begeisterung studierte
Doch nach zwei Jahren der Akademie müde wurde

Frei von der Akademie gründete er mit Kommilitonen
Die Wiener Neukunstgruppe die kein Ziel hatte
Sondern sich als Abwehr gegen den Stumpfsinn
Der Akademie sah aus der sie sich befreien wollten

Ab 1907 sucht Schiele Kontakt zu seinem Vorbild
Gustav Klimt und bezog in Wien sein erstes Atelier
In der Leopoldsstadt am Rande des Praters ein Jahr
Darauf beiteiligt er sich an seiner ersten Ausstellung

Erste Erfolge erzielt Schiele ab 1909 mit der Ausstellung
Seiner noch sehr an Klimt erinnernden Werke in Wien
Dabei fiel er dem Kunstkritiker Arthur Roessler auf
Der für Schieles Entwicklung entscheidend wurde

Durch Roessler wurde er in der Kunstszene etabliert
Lernte erste Auftraggeber kennen wie Reininghaus
Durch die Freundschaft mit Max Oppenheimer wandte
Er sich vom Jugendstil ab und dem Expressionismus zu

Bald vom Rummel der Hauptstadt übersättigt zog er
Aus Wien weg mit seinem bekanntesten Modell
Wally Neuziel nach Krumlov dem Geburtsort seiner
Mutter wo eine äußerst produktive Phase begann

Die Bevölkerung dort fand seinen Lebensstil anstößig
Vor allem die wilde Ehe mit Wally und der Besuch von
Kindern in seinem Atelier warum sie weg zogen was
Zur Verhaftung wegen Sex mit Kindern führen sollte

Der Missbrauchsvorwurf erwies sich als haltlos
Dennoch wurde er wegen Verbreitung unsittlicher
Zeichnungen veruteilt und verbrachte 24 Tage in Haft
Wo  ihn Wally mit Papier und Stiften versorgte

Als er 1912 nach Wien zurückkehrte fasste er trotz
Des ihm vorauseilenden schlechten Rufes dank
Seines Freundes und Gönners Klimt schnell wieder
Fuß fand ein Atelier und feierte dort große Erfolge

So wurde er 1913 Mitglied im Bund österreichischer
Künstler durch dessen Präsidenten Gustav Klimt
Die Fackel veröffentlichte 1914 erstmals Gedichte
Von Schiele aber ohne dessen Genehmigung

Bis 1916 reichte er mehrfach literarische wie
Theroretische Texte bei der Berliner Zeitschrift
Die Aktion ein die 1916 ein eigenes Schiele Heft
Herausbrachten seit 1915 war er eingezogen

Als Einjährig-Freiwilliger war er in den militärischen
Verwaltungsdienst abgestellt worden dabei
Heiratete er vor der Versetzung nach Prag
Seine langjährige Freundin Edith Harms

Seine Frau forderte dafür aber den Bruch mit Wally
Sie wollte kein Dreiecksverhätnis und schweren
Herzens stimmte Schiele dem zu und tat nebenbei
Seinen Dienst im Kriegsgefangenenlager Mühling

Er malte in dieser Zeit nur ein einziges Ölbild
Die verfallene Mühle die er im Erfttal vorfand
Deren Besitzer auch eingezogen worden
Nichts mehr reparieren konnte die Verwüstung

Nach der militärischen Grundausbildung
Wie den verbundenen Versetzungen dabei
Kam er wieder als Schreiber nach Wien
Diente in der kuk Konsum Anstalt für Gagisten

Nach dem Tod Klimts am 6. Februar 1918 stieg
Klimt in der Wiener Kunstszene auf so wurde die
Ausstellung 49 der Wiener Secession gewidmet
Wozu er 19 Gemälde und 69 Zeichnungen beitrug

Zuletzt wohnte Schiele in Alt-Hietzing als dann
Gegen Ende des Krieges die spanische Grippe
Nach Wien kam und die im 6. Monat schwangere
Edith Schiele ihr erlag starb Egon 3 Tage später

Schieles Werke erzielen heute auf Auktionen
Höchstpreise im zweistelligen Millionenbereich
Seine Werke hängen im Leopold Museum wie
Im Belvedere und der Albertina sowie in Tulln

Das jung verstorbene Genie wurde längst zur
Legende auf einer Stufe mit Klimt auch wenn
Seine Bilder nicht so gefällig für jeden sind
Ob dies der frühe Tod steigerte dahingestellt

Der Faible der Wiener für den Tod hat den
Zu lange verkannten Meister noch zusätzlich
In den Olymp zu jung verstorbener Genies
Wie etwa Mozart gehoben

Djuna Barnes dagegen war 90 Jahre als
Sie am 18. Juni 1982 in New York starb
Die Schriftstellerin und Illustratorin zählt
Zu den wichtigsten Autorinnen der Moderne

Barnes Kindheit war  geprägt durch das Leben
Auf einer ländlichen Farm und den dort erlebten
In ihren Werken verarbeiteten sexuellen Missbrauch
Durch Vater und Großmutter die Freidenker waren

Als solche lehnten sie den Schulbesuch Barnes ab
Der Vater unterrichtete sie lieber zuhause selbst
Die Großmutter blieb trotz des Missbrauchs Vorbild
Durch ihre faszinierend starke Persönlichkeit

Mit 19 zog Barnes in die Bronx um zu malen
Nebenbei arbeitete sie als Journalistin wobei
Sie ab 1912 regelmäßig in Tageszeitungen in
New York erfolgreich veröffentlichte

So zog sie bald in das Künstlerviertel
Greenwich Village wo sie den Theaterkritiker
Courtenay Lemmon kennenlernte mit dem sie
Eine nur drei Jahre dauernde Ehe einging

Nach ihrer Ehe zog sie 1919 nach Paris wo sie
Bald Eingang in den intellektuell-lesbischen Kreis
Natalie Clifford Barney fand und so ab 1923 mit
Thelma Wood in einer Beziehung zusammenlebte

Neben dieser Beziehung hatte sie weitere Affären
Mit Männern und Frauen war jedoch sehr verletzt
Dass auch Wood dauernd Affären hatte warum sie
Wohl ständig zu viel trank während sie schrieb

So erschienen 1928 ihr Roman Ryder und der
Ladies Almanack in dem sie sich über Barney
Wie ihre Freundinnen lustig machte und sie zog
Nach Trennung von Wood zu Peggy Guggenheim

Bei Peggy ihrer zeitlebens nun großen Gönnerin
Wie guten Freundin schrieb sie an ihrem wichtigsten
Roman Nightwood bis sie 1939 wieder zurück nach
New York ging aber nur noch wenig schrieb

Sozialhilfe und Zuwendungen der großen Mäzenatin
Peggy Gugenheim hielten sie noch über Wasser
So fand in Guggenheims Galerie Art of this century
Noch 1943 eine Ausstellung ihrer Bilder statt

Dies war ihre einzige Anerkennung als Künstlerin
Die sie in der Öffentlichkeit je fand und so schrieb
Sie bis 1959 ihren letzten Roman The Antiphon
Ein Bühnenstück über eine Inzestbeziehung

Die literarischen Werke von Barnes zeichnen sich
Durch einen ironisch manchmal grotesken Stil aus
Sie setzt sich dabei mit dem Leben als Frau auseinander
Nahm jedoch nie die Feministinnenrolle ein

Ihre Figuren sind banale Alltagsmenschen die
Völlig überspitzt dargestellt werden warum sie
Bereits zu ihrer Zeit als zu speziell galt um noch
Für ein Massenpublikum tauglich zu sein

Der 1928 anonym veröffentlichte Ladies Almanack
Ist eine erotische Persiflage auf die lesbischen Zirkel
Der 1920er Jahre in Paris orientiert sich sprachlich
An Joyce und war in den USA zunächst verboten

In Ryder beschrieb Barnes die neurotischen Beziehungen
Innerhalb einer Familie die ihrer eigenen sehr ähnlich war
Nightwood ihr wichtigster Roman verarbeitet die Beziehung
Zu Wood nach dem Zerbrechen anhand von 5 Paaren

Eine Frau die sexuell frei und mutig das Paris der 1920er
Beschreibt indem sie eine spöttische Haltung einnimmt
Ohne gleich in den sexuellen Kitsch der Mechanik einer
Annaeis Nin zu verfallen sollte doch heute reizen

Scheinbar sind aber noch die schlichteren Muster
Wie sie in Sex and the city genutzt werden beliebter
Als die ironische Distanz einer klugen Frau die noch
Immer scheinbar vielen unheimlicher ist als Porno

Das Verkennen der Größe in ihrer Zeit ist wohl das
Leid vieler großer Künstler die mühsam überleben
Zwischen dem Drang etwas zu sein und sich dabei
Auch zu verwirklichen in dem was sie sind

Schiele ging ins Gefängnis und Barnes litt an der
Fehlenden Anerkennung die ihr zumindest posthum
In der Literaturtheorie zugesprochen wurde während
Der Maler Schiele inzwischen ganz oben ankam

In der Bildenden Kunst braucht die Masse meist eine
Bis zwei Generationen länger bis die Avantgarde zum
Massengeschmack wird worunter diese logisch leidet
Fraglich nur ob Abhilfe nötig und gewollt sein kann

Wo die Kunst nicht um ihre Existenz ringt wird sie
Schnell auch gewöhnlich und es fehlt ihr das Ringen
Abgesichert fließt es selten so frei wie bedrängt
Ob schreibend malend oder auch komponierend

Eine Existenz am Rande freiwillig führen wollen
Ist nichts was planbar ist sondern ein steter Kampf
Aus dem erst wird was Späteren groß erscheint
Fraglich wie produktiv verbeamtete Künstler wären

Wollte ein Staat die Kunst fördern weil er erkannte
Sie ist die Saat aus der erst Ewigkeit erwächst
Würde er ein bedingungsloses Grundeinkommen
Wohl für alle einführen und erreichte das Gegenteil

Nichts wünschte ich mir mehr als einfach frei
Schreiben zu können war mir gerade einfällt
Wie ich es dennoch seit Jahren irgendwie tue
Und dann auch wieder nicht was es wohl ist

Der unauflösbare Zwiespalt einer Existenz
Jenseits bürgerlicher Grenzen bei zugleich
Um so größerer Sehnsucht danach ist es
Was den Konflikt im Werk sichtbar macht
jens tuengerthal 12.6.2016

Rheinsberg

Rheinsberg ist ein Traum
Einem einmal ein Bilderbuch
Für Verliebte von Berlin aus
Seinem Schöpfer noch ein
Jugendtraum voll Zärtlichkeit
Von Voltaire bis Kronprinz
Dessen Bruder geliebter Ort
Nur dann ohne Frauen
Mir mehr mit und doch
Am schönsten bis jetzt allein
Über das Eis wie in der Oper
Meistens zumindest
Unter dem Himmel wie
Durch die Büsche
Nur ein Traum noch
Aus dem Herbst
Blieb unerfüllt
Manches kommt später
Andres bleibt traumhaft
jens tuengerthal 12.6.2016

Samstag, 11. Juni 2016

Erdowahn

Erdogan leidet unter einer schweren
Zwangsstörung er fühlt sich verfolgt
Wo alle nur noch über ihn lachen
Wird Zeit ihn in Therapie zu geben
Wer sich wohl traut es ihm zu sagen
Oder sind alle Türken so gestört
jens tuengerthal 11.6.2016

Kulturgeschichten 0252

Es gibt Länder, wo was los is
Es gibt Länder, wo richtig was los ist und es gibt
BRANDENBURG BRANDENBURG
In BRANDENBURG in BRANDENBURG ist wieder jemand gegen einen Baum gegurkt!
Was soll man auch machen mit 17, 18 in BRANDENBURG?
Reinald Grebe

Brandengeburtstag

Was ist Brandenburg eigentlich
Das wir heute feiern ist es das
Was Rainald Grebe nahelegt
Oder doch wieder ganz anders

Wie wurde es dazu mit der Zeit
Wo hat sich nichts geändert
Ist es immer noch eher bärig
Oder schlicht bekieferte Einöde

Ist es wirklich so schlimm in Brandenburg
Wie wurde es was es heute ist und was
Hat es mit Krieg und Gewalt zu tun
Muss sich danach noch wer wundern

Heute werden Kriege im Netz gewonnen
Schlachten hinter Rechnern geschlagen
Die über den Flug der Drohnen entscheiden
Das scheint alles sauber und unblutig

So jedenfalls in den zivilisierten Nationen
Nur an den Rändern nach Süden oder Osten
Werden ab und an noch Schlachten geschlagen
Deren blutige Reste bei uns angeschwemmt werden

Früher war das anders als die Ritter sich noch
Mann gegen Mann schlugen nicht Technik allein
Siegte sondern rohe Manneskraft die gern noch
In der Siegfriedsaga beschworen ward

So schlug auch Albrecht der Bär am 11. Juni 1157
Jaxa von Köpenick und eroberte von ihm die Burg
Brandenburg zurück und vertrieb deren Besetzer Jaxa
Der Tag gilt als die Begründung der Mark Brandenburg

Die Mark wurde später kurfürstlich und bekam damit Stimme
Bei der Kaiserwahl weil der Kaiser dem Hohenzollern zu
Nürnberg so dankbar war auch wenn es ihm bald leid tat
Blieb es so und später wurde die Mark zu Preußen

Diese andere größere Geschichte die östlicher beginnt
Beim Deutschen Orden und den Kreuzrittern die keiner
Mehr brauchte ist hier kein Thema wo es doch um die
Marken geht und wie sie wurden was sie sind

Ostpreußen dagegen ist nur noch Legende wie Preußen
Dahingestestellt ob dies Berlin besser tut als ziviles Nest
Stand Albrecht der Bär aus dem Geschlecht der Askanier
Pate für die Mark wie namentlich wohl auch für Berlin

Albrecht der eigentlich Adelbert hieß war der Sohn von
Otto dem Reichen und der Eilika Billung von Sachsen
Warum er der Bär heißt weiß keiner so genau ist halt so
Die Nazis wussten es wie immer zu missbrauchen

Albrecht der Bär führte folgende Titel
Graf von Ballenstedt (1123–1170)
Fürst und Markgraf der Lausitz (1123–1131)
Herzog von Sachsen (1138–1142)
Graf von Weimar-Orlamünde (um 1134–1170)
Markgraf der Nordmark (1134–1157)
Markgraf von Brandenburg (1157–1170)

Albrecht hat im Stile seiner Zeit jede Chance
Zum Machtzuwachs genutzt und sich dabei
Insbesondere auf den wilden Osten konzentriert
Zugleich kämpfte er zeitlebens auch um Sachsen

Warum einer ein gutes Leben als Herzog
Dem steten Kampf vorzog scheint fraglich
Er zog auch zum Wendenkreuzzug 1147
Der Grundlage für die Macht in der Mark war

Auch mit der Mark gab es viel hin und her
Nachdem er die Nordmark vom Vater erbte
Wurde sie ihm von Kaiser Heinrich V. wieder
Genommen der sich über Lothar ärgerte

Der Herzog von Sachsen nämlich hatte
Albrecht unrechtmäßig mit der Lausitz
Noch belehnt was aufgehoben ward
Als Lothar der Sachse dann Kaiser war

Revanchierte er sich für Albrechts Hilfe
Auf dem Italienfeldzug und verlieh ihm
Die just frei gewordene Normark die
Später zur Mark Brandenburg wurde

Infolge der Völkerwanderung zogen die
Elbgermanischen Sueben gen Westen
Gingen in den Schwaben auf was so
Manche heutige Aversion eher erklärt

Den leeren Raum besiedelten nun die
Östlichen Slawen ins Havelland zogen
Die Heveller die sich Stodoranen nannten
Sie errichteten ihre Hauptburg in Brandenburg

Östlich und nördlich lebten noch die Sprewaren
Diese und andere Slawen lagen oft im Krieg
Mit den Nachbarn wie untereinander infolge
War ihr Gebiet kulturell unterentwickelt

Das ganze Gebiet nördlich der Elbe hieß
Nordalbingien und ging unter Karl dem Großen
An seine Verbündeten die Abodriten worauf es
Von 804 bis 928 relativ friedlich dort blieb

Dort wurden die Bistümer Brandenburg wie
Havelberg errichtet und nach 928 wieder
Von den Slawen zersört dann ging es weiter
Hin und her bis Albrecht endlich befriedete

Der getaufte Hevellerfürst Pribislaw-Heinrich
Wurde ins Reich eingebunden vom Kaiser
Während die östlicheren Sprewaren unter
Jaxa von Köpenick heidnische Gegner waren

Als jener Jaxa vor Albrecht floh durch die Havel
Soll er den Christengott um Hilfe angerufen haben
Aus Dankbarkeit für seine Rettung habe er Schild
Und Horn an den Baum gehängt um Christ zu sein

Diese Schildhornsaga wurde zum Gründungsmythos
Von Brandenburg als christlichem Land als der letzte
Widerständige Wendenfürst sich nach sagenhafter
Rettung zum Christentum auch bekannte

Die alte Sage hat jedoch weder mit dem Schildhorn
Das im Grunewald liegt noch mit Jaxa zu tun doch
Passte diese Romantik gut in die Romantik die sie
Gegen 1850 erfand als sei sie uralt

Doch ist sie wie Berlin relativ jung und wild nur
Verkehrt und ausgeschmückt worden bis jetzt
Und zeugt doch von der Sehnsucht der neuen
Nach alten hochkulturellen Wurzeln

Tatsächlich war Jaxa längst Christ und wollte erben
Nachdem Pribislaw starb was dessen Witwe aber
Keineswegs gefiel warum sie lieber wie vom Kaiser
Vorab gewünscht Albrecht das Land übergab

Berlin wird dadurch nicht älter sondern war bis
Preußen unter König Friedrich II. zur Großmacht
Erst wurde ein provinzielles Nest wie die Mark
Es bis heute geblieben ist wohin wir auch schauen

Köpenick war seit dem 9. Jahrhundert Slawenburg
Es setzt sich aus dem slawischen Wort für Hügel
Wie der Endung für Ort namentlich zusammen
Doch wurde slawisches verdrängt mit Gewalt

Die ersten Christen in der Mark sehen wir von
Den Mönchen einmal ab herrschten also wie
Der IS in Syrien und andernorts indem alles
Was vorher war kurzsichtig zerstört werden soll

So ist auch unser Bild voriger Kulturen nur
Der später vom Christentum geprägte noch
Das waren halt Heiden meist unzivilisiert
Dahingestellt ob es dort heute anders ist

Mit Albrecht begann die Mark zu sein
Mit Berlin wollte sie nicht eins werden
Einen Flughafen bauen sie dort noch
Bis zur nächsten Kulturenwende

Begann der Untergang der Provinz als
Sie unter Friedrich Preußen wurde oder
Erst als sie im DDR-Schlaf dämmerte
War Ostelbien nicht immer schon zurück

Spannender ist vielleicht zu bedenken
Die echten Berliner sind die Schwaben
Danach erst kamen die Slawen die aber
Älter berlinisch sind als christlich wohl

Warum Berlin Multikulti gut kann aber
Die Mark eher nicht genau wie Pankow
Marzahn und Köpenick heute noch die
Provinziellen Vororte sind bleibt fraglich

Berlin ist viele Dörfer nebeneinander und
Inmitten noch ein klein wenig Stadt während
Brandenburg Dörfer mit Feld und Misthaufen
Dazwischen ist sonst nichts eigentlich
jens tuengerthal 11.6.2016

BRANDENBURG SONGTEXT

Es gibt Länder, wo was los is
Es gibt Länder, wo richtig was los ist und es gibt
BRANDENBURG BRANDENBURG

In BRANDENBURG in BRANDENBURG ist wieder jemand gegen einen Baum gegurkt!
Was soll man auch machen mit 17, 18 in BRANDENBURG?

Es ist nicht alles Chanel es ist meistens Schlecker.
Kein Wunder, dass so viele von hier weggehen.
Aus BRANDENBURG.

Da stehen 3 Nazis auf dem Hügel und finden keinen zum verprügeln!
In BRANDENBURG, BRANDENBURG!

Ich fühl mich so leer, ich fühl mich BRANDENBURG.

In BERLIN bin ich einer von 3 millionen!
In BRANDENBURG kann ich bald alleine wohnen!
BRANDENBURG

Im Adlon ist Brad Pitt und der Washington, Dancel!
Im Autohaus in Schwedt ein Achim Menzel!
BRANDENBURG
BERLIN
HALELLUJA BERLIN
HALELLUJA BERLIN
alle wollen da hin!
Deshalb will ich das auch!

In BRANDENBURG in BRANDENBURG ist wieder jemand voll in die Allee gegurkt!
Was soll man nur machen mit 17, 18 in BRANDENBURG?

Es ist nicht alles Lafayette es ist meistens LIDL!
Kein Wunder das der Bogen nicht mehr fiedelt!
In BRANDENBURG!

Wenn man Bisamratten im Freibad sieht ist man im Naturschutzgebiet!
MARK-BRANDENBURG BRANDENBURG
Ich fühl mich heut so ausgeBRANDENBURGt!
In BERLIN kann man soviel erleben!
In BRANDENBURG soll es wieder Wölfe geben!
BRANDENBURG

Im Adlon ist heut Nacht Hillary Clinton!
Im Schwedt kann Achim Menzel das Autohaus nicht finden!
BRANDENBURG
BERLIN
HALELLUJA BERLIN
HALELLUJA BERLIN
alle wollen da hin,
deshalb will ich das auch!

Lassen sie mich durch, ich bin Chirurg, ich muss nach BRANDENBURG!
Nimm dir essen mit wir fahren nach BRANDENBURG!
Wenn man zur Ostsee will, muss man durch BRANDENBURG!
(Rainald Grebe)

Freitag, 10. Juni 2016

Liebeswille

Lieben wollen allein hilft eher wenig
Lieben können bringt zu zweit mehr
Lieben ist wohl das Mittel der Wahl
jens tuengerthal 10.6.2016

Freundeskind

Heute rief mich mein Freund an
Er sei Vater geworden
Die Mutter ist wohlauf
Alles ist gut gegangen
Eigentlich alltäglich
Aber wenn du dich seit
Bald 25 Jahren kennst
Ist es doch etwas besonderes

Er hat sich Zeit gelassen
Das war auch gut so
Scheint mir während meine
Tochter bald schon 15 wird
Irgendwann Großvater werde
Vielleicht vermutlich
Was weiß ich schon
Zumindest theoretisch könnte
Geht bei ihm das Wickeln los
Der Kunstkenner und Pianist
Feingeist und Genießer
Wird Vater wie wir alle es wurden
Und ich spüre wie es mich rührt
Für die beiden und überhaupt

Letztes Jahr feierten wir noch
Ihre Hochzeit auf dem Gut
Nun das Kind alles ordnungsgemäß
Bei mir war alles anders
Etwas chaotischer und ungeplant
Und dann ging doch alles gut

Wenig rüht Männer so sehr
Glaube ich wie Vater zu werden
Denke daran und fühle noch
Das Kribbeln im Bauch
Den Jubel der aus mir schrie
Der die ganze Welt umarmen wollte
So wie er sich heute anhörte
Kriege schon feuchte Augen
Vor lauter Rührung wie blöd

Kinder halt die machen eben
Immer ein wenig verrückt
Was freu ich mich für die beiden

Kinder machen ist toll
Kinder haben auch meist
Kinder haben und sich lieben
Das ist eigentlich alles
Was manche Sinn nennen
jens tuengerthal 10.6.2016

Liebesentscheidung

Ist Liebe eine Entscheidung
Oder nur ein Gefühl nur was
Könnte mehr sein und wie
Lieben wir vernünftig noch
Oder ist es genau überlegt
Immer Unsinn warum wir es
Lieber nicht tun und einfach
Lieben solange wir dabei
Noch glücklich sind und
Wenn nicht es lieber lassen
Wären wir noch vernünftig
Doch in der Liebe scheint alles
Vernünftig betrachtet unsinnig
Fraglich nur warum wir es dann
Immer noch unvernünftig tun
jens tuengerthal 10.6.2016

Kulturgeschichten 0251

Tod und Geburt

"Wo hast du diesen Hut her?"
Zu seiner Frau nach der Krönungszeremonie am 2. Juni 1953.

"Sorry, aber ich habe eine Verabredung mit dem Erzbischof von Canterbury."
Am 19. November 1947, einen Tag vor seiner Hochzeit, stoppt ein Polizist Philip im Auto nahe Buckingham Palace, weil er zu schnell gefahren ist.

"Genau wie bei mir."
Prinz Philip fragte 1947 kurz nach der Verlobung mit der damaligen Thronfolgerin Prinzessin Elizabeth einen Bahnarbeiter auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung nach dessen Aufstiegschancen und bekam als Antwort: "Ach, da müßte schon mein Boss sterben."

"Wo hast du diesen Hut her?"
Zu seiner Frau nach der Krönungszeremonie am 2. Juni 1953.

"Sorry, aber ich habe eine Verabredung mit dem Erzbischof von Canterbury."
Am 19. November 1947, einen Tag vor seiner Hochzeit, stoppt ein Polizist Philip im Auto nahe Buckingham Palace, weil er zu schnell gefahren ist.

"Eröffnungs- und Schlußzeremonien sollten verboten werden. Sie sind eine verdammte Plage. Ich habe wirklich genug davon."
Am 27. Mai 2006 in einem Interview mit dem "Daily Telegraph", in dem Philip mitteilte, daß er sowenig wie möglich mit den Olympischen Spielen 2012 in London zu tun haben will.

"Wenn an der Nordostküste von Norfolk - auf der Hauptroute der Zugvögel nach Skandinavien - riesige Windkraftwerke gebaut werden, fliegen die Enten dann in Scheiben zu uns zurück?"
Im Juni 2005 auf einer Veranstaltung der "Royal Society of Arts" zum Klimawandel.

"Ich will trotzdem ein Bier."
Antwort auf die Empfehlung eines Diplomaten auf einem Bankett in Berlin im November 2004, deutschen Wein zu probieren.

"Wenn ein Mann einer Frau die Autotür öffnet, kann das zweierlei bedeuten: Entweder ist es eine neue Frau oder ein neues Auto."
Im Oktober 2004 auf einer Reise mit seinem Biographen Gyles Brandreth.

"Sie sind in dem Ding ein Sicherheitsrisiko."
Vorwurf an eine 29 Jahre alte Rollstuhlfahrerin im Juli 2004. Die Frau konterte: "Ich versichere Ihnen, ich bin eine gute Fahrerin und kein Risiko." Philip verwies auf das Fußpodest: "Darüber kann man leicht stolpern."

"Wie um Himmels willen bringen Sie den unter Ihren Helm?"
Frage an den indischen Polizisten Sarinder Singh, der auf der Weihnachtsfeier der Königin im Dezember 2003 einen Turban trug.

"Sie tragen keine Nerzunterwäsche, oder?"
Frage an die attraktive Modejournalistin Serena French auf einer Party für den World Wide Fund for Nature in Toronto im Oktober 2003. Zuvor hatte er sie gefragt, ob sie nach Leuten Ausschau halte, die Nerzmäntel trügen. Als jemand dazwischenrief, daß niemand zu so einer Veranstaltung einen Pelz trage, antwortete Philip: "Nun ja, Sie wissen aber nie, was die Leute darunter tragen."

"Waren Sie hier in den schlechten alten Zeiten?"
Frage an Eltern von Schülern der Fir-Vale-Schule in Sheffield im Mai 2003. Die Schule, die zuvor Earl Marshall hieß, hatte einen schlechten Ruf, bevor sie 1999 reformiert wurde und einen neuen Namen erhielt. Als zwei Frauen nickten, fügte Philip hinzu: "Das ist der Grund, weshalb Sie nicht schreiben und lesen können."

"Ah, du hast den Brief geschrieben. Also kannst du schreiben? Haha! Gut gemacht."
Begrüßung des sichtlich nervösen 14 Jahre alten George Barlow bei einem Besuch des südenglischen Ortes Romford im März 2003. Der Junge hatte an die Königin geschrieben und sie nach Romford eingeladen. Als sie die Einladung annahm, war er der Star der Stadt.

"Wer steht hier unter Drogen? Er sieht aus, als würde er unter Drogen stehen."
Beim Besuch eines Clubs von Jugendlichen aus Bangladesch in London im Dezember 2002. Der angesprochene 14 Jahre alte Shahin Ullah nannte den Prinzen daraufhin "unverschämt", "nicht nett" und verlangte eine Entschuldigung.

"Die französische Küche im allgemeinen ist sehr gut, aber sie bekommen trotzdem kein anständiges ,English breakfast' hin."
Im Juli 2002 an Bord des Schiffsrestaurants "Il Punto" auf dem Orwell-Fluß in Ipswich nach einem üppigen Frühstück mit Eiern mit Speck, Lachs, Reis, Fisch, Croissants und Pain au chocolat. Das Restaurant gehört dem Franzosen Regis Crepy.

"Londons Problem sind die Touristen. Sie verstopfen die Straßen. Wenn wir den Tourismus stoppen könnten, könnten wir die Staus verhindern."
Im Juli 2002 zur Eröffnung der neuen City Hall in London. In dieser Zeit wurde über die Einführung einer Straßenmaut in Londons Innenstadt debattiert.

"Sind Sie etwa Tamil Tigers?"
Frage an vier tamilische Hohepriester während des Besuchs des Hill-Murugan-Tempels in London im Juni 2002. Die Rebellenorganisation Tamil Tigers kämpft im Norden und Osten Sri Lankas für einen unabhängigen Tamilenstaat. Einer der Priester antwortete: "Nein, wir sind Geistliche, wir haben nichts mit Gewalt zu tun."

"Wenn Sie so viel reisen wie wir, schätzen Sie es, daß die Flugzeuge um so vieles bequemer geworden sind. Außer Sie reisen in der sogenannten Economy Class, was gräßlich klingt."
Kommentar auf einer Veranstaltung der "Aircraft Research Association" im Mai 2002 während der Reisen der Königin zu ihrem 50. Kronjubiläum.

"Wissen Sie, daß es jetzt Hunde gibt, die für Magersüchtige das Essen übernehmen?"
Treffen mit einer Blinden im Rollstuhl mit einem Blindenhund im Mai 2002 während der Feiern zum 50. Kronjubiläum in Exeter.

"Werft ihr immer noch Speere aufeinander?"
Bei einem Treffen mit australischen Ureinwohnern in Cairns im März 2002. William Brim, Unternehmer und Aborigine, antwortete höflich: "Nein, das machen wir nicht mehr."

"Sie haben den da gerade in Brand gesetzt - das ist wie früher bei den Pfadfindern."
Während einer Feuertanz-Aufführung bei dem Treffen mit australischen Ureinwohnern in Cairns im März 2002.

"Ihr spielt diese Instrumente wirklich, oder? Ihr habt keine Kassettenrekorder unter den Stühlen versteckt?"
Ebenfalls auf der Australien-Reise im März 2002, an die Mitglieder der Schulband der "Cairns School of Distance Education" gerichtet, die zu Ehren der Königin "God save the Queen" gespielt hatten.

"Davor müßtest du aber etwas abspecken."
An den 13 Jahre alten Andrew Adams gerichtet, der ihm im Juli 2001 bei einem Besuch der Universität Salford erzählt hatte, er wolle Astronaut werden.

"Da schickt man die Kinder auf die Schule, damit man sie los ist, und dann machen sie ihren Eltern in den Ferien das Leben schwer."
Im Juli 2000 bei der Eröffnung einer jüdischen Schule in Hertfordshire.

"Es ist eine unglaubliche Platzverschwendung."
Während der Eröffnung der neuen 27 Millionen Euro teuren britischen Botschaft in Berlin durch die Königin im Juli 2000.

"Hoffentlich war er nicht eingeschaltet."
Nachdem der australische Ureinwohner und Didgeridoo-Spieler Bob Slockee ihm im März 2000 in Canberra erklärt hatte, daß er mit dem Rohr eines Staubsaugers Didgeridoo-Spielen gelernt hatte.

"Sieht aus, wie wenn er von einem Indianer installiert wurde."
Im August 1999 über einen notdürftig angebrachten Sicherungskasten in einer Elektronikfirma nahe Edinburgh. Eine Woche später sagte er bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung über seine damalige Bemerkung: "Was für eine Aufregung um so viel Blödsinn. Ich wollte Cowboys sagen, aber ich habe Cowboys und Indianer durcheinandergebracht."

"Taub? Ist hier ja auch kein Wunder, daß ihr taub seid."
Beim Besuch des neuen walisischen Parlaments in Cardiff im Mai 1999. Die Bemerkung richtete sich an gehörlose Jugendliche an, die nahe einer laut spielenden jamaikanischen Steelband standen.

"Ihr seht aus wie Draculas Töchter."
Im Oktober 1998 im Gespräch mit Schülerinnen der Queen-Anne's-Schule in Reading, die blutrote Uniformen tragen.

"Sie haben es also geschafft, nicht gegessen zu werden?"
Frage an einen Studenten auf einer Reise nach Papua-Neuguinea 1998. Der Student hatte zu Fuß das Land durchquert.

"Guten Tag, Herr Reichskanzler!"
Begrüßung des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl auf der Hannover-Messe im April 1997.

"Wenn ein Cricketspieler plötzlich in eine Schule rennt und viele Leute mit seinem Schläger totschlägt, was für ihn ein leichtes wäre: Würde man dann Cricketschläger verbieten?"
Beitrag zur Debatte um ein Schußwaffenverbot nach dem Massaker in der Dunblane-Grundschule im März 1996, bei dem 16 Schüler und ein Lehrer von einem Amokläufer erschossen wurden. Nach dem Interview für die BBC im Dezember 1996 sagte er zu dem Journalisten: "Das wird wieder wie die Katze inmitten von Tauben wirken, oder?"

"Wie halten Sie die Eingeborenen hier lange genug vom Saufen ab, so daß sie die Fahrprüfung bestehen?"
Frage an den Fahrlehrer Robert Drummond im schottischen Oban im August 1995.

"Früher liefen keine Therapeuten herum, die sich nach jedem Schuß mit dem Gewehr erkundigten, ob man auch in Ordnung sei. Man hat einfach weitergemacht."
In einem Fernsehbeitrag 1995 über den 50. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie. Philip äußerte sich zum Thema "Moderne Stressbewältigung für Soldaten".

"Stammen nicht die meisten von Ihnen von Piraten ab?"
Frage an den Museumskurator William Tennent auf den Kaimaninseln in der Karibik im Dezember 1994.

"Der Wasserschaden nach einem Brand ist normalerweise das Schlimmste. Wir versuchen immer noch, Windsor Castle trocken zu bekommen."
Während des Besuchs von Lockerbie im Juni 1993 im Gespräch mit einem Mann, der nahe der Absturzstelle der Pan-Am-Maschine fünf Jahre zuvor wohnte. 1992 hatte in Windsor Castle ein Feuer gewütet.

"Sie können noch nicht lange hier sein - Sie haben keinen Bierbauch."
Im Mai 1993 während des Staatsbesuchs in Ungarn an einen britischen Touristen in Budapest gerichtet.

"Ihr Land ist eines der bekanntesten Zentren für den Handel mit vom Aussterben bedrohten Tierarten."
Im Jahr 1991 in Thailand nach der Entgegennahme eines Umweltschutz-Preises.

"Wenn es vier Beine hat und kein Stuhl ist, wenn es zwei Flügel hat und fliegt, aber kein Flugzeug ist und wenn es schwimmt und kein U-Boot ist, werden es die Kantonesen essen."
Im November 1986 auf dem Gipfeltreffen des World Wide Fund for Nature (WWF) zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen des WWF in Assisi. Prinz Philip ist Ehrenpräsident der Organisation.

"Wenn du länger hier bleibst, wirst du Schlitzaugen bekommen."
Rat an den 21 Jahre alten britischen Studenten Simon Kirby während des Staatsbesuchs der Königin in China im Oktober 1986. Auf der gleichen Reise beschrieb Philip Peking - die Stadt hatte das Königspaar mit viel Pomp willkommen geheißen - als "gräßliche Stadt".

"Sie sind doch eine Frau, oder?"
Im Jahr 1984 offeriert ihm eine Eingeborene in Kenia ein kleines Geschenk.

"Gibt es hier keine männlichen Staatsbeamten? Das ist eine Nanny-Stadt."
Im Jahr 1983 nach einem Treffen mit der Bürgermeisterin von San Francisco, Dianne Feinstein, und mehreren weiblichen Mitgliedern der Stadtverwaltung.

"Zuerst fordern alle mehr Freizeit, jetzt beschweren sie sich, daß sie arbeitslos sind."
Bemerkung im Rezessionsjahr 1981.

"Ich würde gerne nach Rußland reisen, auch wenn diese Bastarde meine halbe Familie umgebracht haben."
Im Dezember 1967 auf die Frage, ob er die Sowjetunion bereisen würde, um den Kalten Krieg zu entschärfen.

"Hoffentlich rauchen Ihre Produkte nicht so wie Sie."
Während eines Abendessens des "Verbands der Motorenhersteller und -händler" im Oktober 1956.

"Es tut mir leid, aber ich habe den Sinn Ihrer Rede nicht verstanden. Könnten Sie sie noch einmal wiederholen?"
Im Jahr 1956 nach einer drei Minuten langen Rede eines Unternehmenschefs auf der "Duke-of-Edinburgh-Konferenz" über die soziale Verantwortung der Industrie.

"Ach ja, wir haben dieses Problem in unserer Familie auch."
Philip trifft 1954 in Australien ein Ehepaar, das ihm als Mister und Doktor Robinson vorgestellt wird. Der Ehemann erklärt: "Meine Frau hat einen Doktor in Philosophie und ist viel wichtiger als ich."

"Sie können mir glauben, die Königin besitzt ein Übermaß an Toleranz und Nachsicht."
Anlässlich der Goldenen Hochzeit mit der Queen 1997

„Sie sehen aus, als wären Sie bettfertig.“
Zum Präsident von Nigeria, der das Nationalgewand trug.

„Oh, Ihnen gehört dieses grauenhafte Auto?“
Zu Elton John über dessen goldenen Aston Martin.


Wessen soll der Dichter gedenken
Wenn Tod und Geburt zusammen
Auf einen Tag fallen die Gegensätze
Der Ereignisse gegensätzlich sind

Ein Kaiser ertrank auf Kreuzzug
Ein Dorf wurde völlig ausradiert
Ein humorvoller Prinz geboren
Dessen Frau Königin zufällig ist

Barbarossa und Lidice sollen nicht
Unerwähnt bleiben weil zu wichtig
Doch der dänisch griechische Prinz
Möge am 95. sonnig lächeln lassen

Am 10. Juni 1921 wurde HRH Prinz Philip
Der Duke of Edinburgh auf Schloss Mon Repos
In Korfu als Prinz von Griechenland und
Dänemark geboren nach vier Schwestern

Philip ist der Enkel König Georgs I. von
Griechenland und Prinzessin Alice von
Battenberg woraus Mountbatten wurde
Als 1917 deutsch nicht wohl gelitten war

Väterlicherseits stammt er aus dem Haus
Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg
Einer Nebenlinie des Hauses Oldenburg
Mütterlicherseits Battenberg also Hessen

Philips Mutter landete nach der Trennung
Der Eltern die sie nicht wahrhaben wollte
Mit Schizophrenie in der Psychatrie danach
Wurde Philipp herumgereicht bis nach Salem

Nach der Machtübernahme der NSDAP ging er
Auf französische und englische Internate noch
Verkehrte mit dem Vater nur noch schriftlich
Die Mutter besuchte er gelegentlich in Sanatorien

Während des 2. Weltkrieges diente er in der
Britischen Marine und wurde während der Schlacht
Bei Kap Mantapan für seine Tapferkeit  ausgezeichnet
Er nahm 1947 die britische Staatsangehörigkeit an

Nachdem er als Brite nur noch Mountbatten hieß
Alle Prinzenntitel abgelegt hatte heiratete er dafür
Am 20. November 1947 die damalige Prinzessin
Wie Thronfolgerin Elisabeth und wurde Gatte

Nach Heirat und militärischer Karriere hat er heute
Verschiedene militärische Höchstränge inne so ist er
Lord High Admiral Admiral of the Fleet Field Marshall
Er ist im Savage Club und über 60 Jahre Freimaurer

Prinz Philip ist väterlicherseits wie mütterlicherseits
Ein Vetter dritten Grades der Queen und ist daher
Auf Platz 679 in der Thronfolge vorgesehen so war
Queen Victoria beider Urgroßmutter noch

Philip spricht fließend und humorvoll englisch wie
Deutsch und französisch aber griechisch eher nicht
Auch wenn er gern behauptet es zu verstehen wurde
Nach dem coolen Gatten ein Antarktisgletscher benannt

Philip gilt häufiig als taktlos und derb und wurde so
Im Ausland von den Medien kritisiert während die
Briten ihrem Humor entsprechend ihn genau dafür
Auch lieben der ein liebevoller Großvater sein soll

Sein inzwischen sehr langer offizieller Titel lautet

„His Royal Highness The Prince Philip, Duke of Edinburgh, Earl of Merioneth and Baron Greenwich, Royal Knight of the Most Noble Order of the Garter, Extra Knight of the Most Ancient and Most Noble Order of the Thistle, Member of the Order of Merit, Grand Master and First and Principal Knight of the Most Excellent Order of the British Empire, Knight of the Order of Australia, Companion of the Queen’s Service Order, Lord of Her Majesty's Most Honourable Privy Council, Member of Her Majesty's Privy Council for Canada.“

Nun ist der Gatte der Queen 95 geworden
Feiert mit ihr gemeinsam die just 90 wurde
Mit Selbstironie und Humor hat er seine
Schattenrolle sehr britisch immer gefüllt

Männer in Nebenrollen sind oft Gegenstand
Verbreiteten Spottes in einer immer noch
Vielfach chauvinistisch geprägten Gesellschaft
Dabei sarkastisch werden zeugt von Stil

Der von manchen als böswillig bezeichnete
Prinzgemahl gilt als ein sehr liebevoller
Gatte wie Großvater was im Verhältnis
Zu seinen Enkeln sichtbar wird

Sei ihm noch viel Humor auf seinem Weg
Gewünscht wie lange er auch immer noch
Dauern wird scheint ein Ende doch absehbar
Bei fast hundert möge er dabei lachen
jens tuengerthal 10.6.2016

Reinigungsglück

Das schöne am Liebeskummer ist
Er spült da Herz völlig leer um es
Frei zu machen für neues Glück
jens tuengerthal  9.6.2016

Leidenslust

Wer immer an der Liebe leidet
Wird Lust dabei empfinden
Oder sein L(i)eben ändern
jens tuengerthal 9.6.2016

Donnerstag, 9. Juni 2016

Verlustangst

Wenn die Verlustangst größer ist
Als die Lust miteinander wird es
Zeit die Angst zu verlieren um
Sich nicht verloren zu geben
jens tuengerthal 9.6.2016

Liebessuche

Die Liebe ist eine ewige Suche
Bis wir ankommen oder aufgeben
Manchmal kommmt es zusammen
jens tuengerthal 9.6.2016