Donnerstag, 9. Juni 2016
Kulturgeschichten 0250
Während sich die Radikalen jährlich
Von ganz links bis ganz rechts im
Bündnis mit Verschwörungstheoretikern
Erregen wenn die Bilderberger tagen
Ist an einen Kongress zu erinnern
Der wirklich die Welt neu ordnete
Am 9. Juni 1815 ging der Wiener Kongress
Der Europa politisch völlig neu ordnete
Mit der Unterzeichnung der Kongressakte
Nach fast neun Monaten zu Ende und gebar
Die Friedensordnung mit ihren Grenzen
Nach Napoleon gegen den Papst und Spanien
Der Kongress hatte vom 18. September 1814
An zu Wien getagt um nach der endgültigen
Niederlage und Verbannung Napoleons als
Ergebnis der Koalitionskriege Europa unter
Der Leitung des österreichischen Außenministers
Fürst Metternich vollständig neu zu ordnen
Es verhandelten dort die Vertreter aus rund 200
Europäischen Staaten Herrschaften Städten wie
Körperschaften unter ihnen die bedeutendsten
Mächte Europas außer dem damals schon auch
Vor Wien nicht gern gesehenen Osmanischen Reich
Das sie in Wien schon gar nicht haben wollten
Nach dem Sturz Napoleon 1814 war im ersten
Pariser Frieden beschlossen worden zwischen
Den Mächten der Sechsten Koalition wie der
Just restaurierten Bourbonenmonarchie unter
Ludwig XVIII. auf einem Kongress in Wien eine
Dauerhafte Nachkriegsordnung zu finden
In der Zeit des Kongresses wurde das Wiener
Außenministerium in Palais am Ballhausplatz
Der Amtssitz Metternichs zum politischen Zentrum
Des Kontinents nach der Einladung von
Kaiser Franz I. von Österreich der als Gastgeber
Alles tat die Gesandten bestens zu unterhalten
Dem französischen Gesandten dem Fürsten Ligne
Werden die Worte zugeschrieben
Der Kongress tanzt wobei er noch dazu gegenüber
Taleyrand betonte dass auch nichts durchsickere
Als der Schweiß der tanzenden Herren warum es
Ein Kriegskongress kein Friedenskongress sei
Es würde mehr mit Pracht als Ergebnissen geglänzt
Die politischen Angelegenheiten schienen vielen
Nur noch der Hintergrund eines Bildes zu sein
In dem sich unter versammelten Königen Fürsten
Großfürsten und deren mehr aller Glanz noch des
Untergehenden Absolutismus präsentierte um die
Wiedererrungene Herrschaft dort zu feiern
Auch Marschall Blücher der so erfolgreich noch
Gegen Napoleon focht als es Nacht wurde und
Die Preußen doch noch kamen meinte der Kongress
Gliche einem Jahrmarkt in einer kleinen Stadt
In der jeder sein Vieh treibe um es zu verkaufen
Zu vertauschen einen guten Preis zu erzielen
Der Kongress verhandelte seine Ergebnisse
Erstmals in Kommissionen um der ganzen
Komplexität der Fragen gerecht zu werden
Es gab einen deutschen Ausschuss einen
Europäischen einen für Gebietsfragen wie
Für Flussschifffahrt und den Sklavenhandel
Eine echte Vollversammlung gab es nie
Die Schlussakte trägt nur die Unterschriften
Der acht Hauptmächte die da waren
Österreich Spanien Frankreich Russland
Preußen Portugal Großbritannien Schweden
Die Deutsche Bundesakte war separat
Der wichtigste Gegenspieler Metternichs war
Zar Alexander I. wie der Brite Castlereagh
Auch Talleyrand kämpfte für Frankreich mit
Gutem Erfolg während Preußen dagegen
Durch Hardenberg und Wilhem Humboldt
Vertreten kaum eine Rolle spielen konnte
Dies lag trotz der prominenten wie kompetenten
Besetzung der preußischen Delegation vor allem
Daran dass König Friedrich Wilhelm III. sich selbst
Zu viel persönlich einmischte seine Gesandten oft
Nicht mehr ernst genommen wurden weil keiner
Wusste was der König am Ende anderes wollte
Jenseits der Ballsäle blieb von der Harmonie
Des tanzenden Wien wenig übrig weil die
Gegensätze der Interessen immer deutlicher
Für alle Mitglieder wurden die dabei nach
Fünf Prinzipien unterschieden wurden
Legitimität
Diese rechtfertigt die Ansprüche der Dynastien
Restauration
Meint die Wiederherstellung des Zustandes vor 1792
Solidarität
Gegenseitiger Schutz fürstlicher Interessen vor Revolutionen
Autorität
Eine starke monarchische Autorität nach innen
Gleichgewicht
Ein Gleichgewicht der Mächte sollte Kriege verhindern
Gerade beim Gleichgewicht kollidierten die
Gegensätzlichen Interessen miteinander
Auf machtpolitischem Gebiet die kaum noch
Irgend zu vereinbaren waren was wieder
An heutige Verhandlungen in Europa erinnert
Wo auch jeder den anderen wieder fürchtet
Beinahe wäre der Kongress an Polen gescheitert
Über das sich Preußen Russland und Österreich
Kaum einigen konnten dabei triumphierte Talleyrand
Mit seinem Verhandlungsgeschick das den Konflikt
Von Polen auf Sachsen verlagerte das von einem
Fürsten der Wettiner gemeinsam regiert wurde
Dabei war Preußen das Sachsen ganz wollte
Der große Verlierer schien es und gab sich
Dafür mit westlichen Gebieten zufrieden die aber
Später Preußens industriellen Reichtum ausmachten
So sah Metternich Preußen unrettbar kompromittiert
Als es die Basis späterer Siege erst legte
Die Verhandlungen wurden auch nach Napoleons
Rückkehr von Elba weitergeführt die Schlussakte
Des Kongresses wurde nur neun Tage vor dessen
Endgültiger Niederlage in Waterloo unterzeichnet
Was andernfalls alles wieder verkehrt hätte doch
Wurde der Kongress zur neuen Friedensordnung
Preußen wurde durch seine Teilung in die neuen
Westlichen Gebiete und den alten Osten erst
Gezwungen nach Deutschland hinein zu wachsen
So wurde es zum Motor der deutschen Einigung
Die Versetzung Preußens an den Rhein wurde
Zum Fundament der Reichsgründung von 1866/71
Frankreich musste alle Annexionen rückgängig machen
Wurde jedoch wieder als Großmacht anerkannt
Kehrte in die europäische Völkerfamilie zurück
Dänemark verlor Norwegen und ertauschte Lauenburg
Russland erhielt Kongresspolen und Finnland
Alle waren irgendwie zufrieden und reicher
Als Ergebnis wurde der Deutsche Bund gegründet
Ein relativ loser Bund mit Österreich als prasidiale
Macht dessen Verfassung am 8.Juni 1815 die
Deutsche Bundesakte wurde wonach sich jeder
Bundesstaat eine Verfassung geben müsse wobei
Preußen und Österreich dazu bis 1848 brauchten
Dabei war der Deutsche Bund ausdrücklich nicht
Rechtsnachfolger des alten Deutschen Reichs
Es war nur ein Defensivbündnis mit dem Ziel
Als europäische Macht im Sinne des erstrebten
Mächtegleichgewichts zu wirken ohne eigene
Außenpolitik blieb dies aber eher theoretisch
Am 26. September 1815 gründeten im Rahmen
Des metternichschen Systems noch Preußen
Österreich und Russland die Heilige Allianz
Die zur christlichen Brüderlichkeit aufrief
Als Gegensatz zur revolutionären Brüderlichkeit
Wurden die Herrscher nicht die Völker verbunden
Manches Ergebnis des Kongresses wies weit
In die Zukunft wie die Ächtung der Sklaverei
Auf Antrag der britischen Delegation die Ordnung
Der Flussschifffahrt und der bis heute gültige
Rang der Diplomaten nach Gesandtschaftsrecht
Die Eroberungen wurden wieder rückgänig gemacht
Es entstand das System der Pentarchie in Europa
Bei dem fünf Monarchien zentral gestärkt wurden
Bis 1830 blieb das System Metternich stabil
Danach begann langsam der Umbruch der 1848
In der Vertreibung Metternichs gipfelte als sich
Nationalstaaten neu bildeten und scheiterten
Im Schatten des Wiener Kongresses sind alle
Verhandlungen sogar der G7 nahezu lächerlich
Ob der Freihandel ein Fortschritt wirklich ist
Mehr Besitzstand sichert der Reichen als die
Bürger zu schützen scheint der Frage wert
Doch sollten Bedenkenträger nie siegen
Wer nur mit Misstrauen schaut wird sich bald
Umschauen müssen in welcher Gesellschaft
Sich diejenigen befinden die aus Angst eher
Denn von Vernunft dagegen sind dass sich
Die Mächtigen der Welt treffen um zu verhandeln
Wie die Welt wohl werden soll in Zukunft
Es kommt auch bei diesen Plänen meist alles
Anders als gedacht mehr aber noch zeigt sich
Wer nur dagegen ist als ewiger Reaktionär
Wo Entwicklung nötig ist auch wenn es gut
Ohne Frage ist manches zu kritisieren scheint
Die Angst vor Verschwörung zu lächerlich
Nicht Bilderberger bedrohen den Weltfrieden
Sondern alle die nicht mitspielen dürfen eher
Netzwerke der Macht sind nichts Schlechtes
Im Gegenteil schaffen sie erst eine Basis
Für künftige Einigungen und die Wege wie
Sich jeder am Diskurs beteiligt sind bekannt
Soll der Kongress ruhig tanzen im Schweiße
Seiner Arbeit und so fragt sich manchmal ob
Brüssel nicht mehr Bälle fehlen als Wien wie
Die Freiheit ohne Schönheit und Lust noch
Verteidigt werden kann und was sie so ohne
Quasi ungeschliffen uns noch wert ist
Wer tanzt genießt und ist auch Mensch warum
Ein tanzender Kongress mir lieber ist als ein
Nur alternativlos sachlich verhandelnder warum
Auch die Kommission sich mehr drehen sollte
Um den Menschen näher zu kommen wieder
Die nie nur noch verwaltet werden wollen
jens tuengerthal 9.6.2016
Bilderbergangst
Sie tun es hinter verschlossenen Türen
Was manchen mehr Angst macht
Diese ist nie ein guter Ratgeber
Besser alle dächten mehr in Ruhe
Statt eine Weltregierung zu fürchten
jens tuengerthal 9.6.2016
Liebesbedingung
Die Liebe ist bedingungsfeindlich
Wenn sie ist sucht sie sich Wege
Wo ihr etwas fehlt ist sie nicht
Gerne halten wir uns ans trotzdem
Doch quält halbes nur länger bis
Wir feststellen halbes ist nichts
Wer ganz wagt bekommt alles
Oder hat nichts mehr am Ende
Wer nur halb wagt hat nie etwas
Warum also halb das Risiko nur
Scheinbar minimieren wollen
Wenn es immer nichts bleibt
Lieber auf die Chance ganz lieben
Als nie ganz geliebt zu haben
Und halb leer wieder zu gehen
jens tuengerthal 8.6.2016
Mittwoch, 8. Juni 2016
Kulturgeschichten 0249
Am 8. Juni 1949 erschien George Orwells
Roman 1984 in London vor also 67 Jahren
Die dort prophezeite Zeit ist 32 Jahre her
Ist es nur noch eine Geschichte für uns
Wir schreiben das Jahr 2016 die Welt ist
Vernetzt und kommuniziert elektronisch
Alle unsere Daten sind in irgendwo Rechnern
Nie waren wir besser als heute überwacht
Kleine Lücken reißen in unser Netz noch
Die mittelalterlichen Krieger der Taliban
Oder des IS die aber auch immer gern
Via Mobilfunk geortet totgedrohnt werden
Wie weit wir überwacht werden machte uns
Gerade erst Edward Snowden für die NSA
Bekannt was sonst spioniert wird weiß keiner
Noch ringen wir mit leerer Fassungslosigkeit
Manche finden es nicht schlimm nur so zur
Sicherheit überwacht zu werden sie hätten
Sich ja nichts zu schulden kommen lassen
Besser der Staat passt heute gut auf
Passt auf dass die mittelalterlichen Terroristen
Uns nicht vernichten können auch wenn die
Bisher wenig erreichten dafür aber um so mehr
Von ihnen getötet wurden Millionen gegen Tausend
Nur zur Sicherheit werden alle überwacht auch
Wenn es keine Sicherheit je geben kann tun sie so
Auch wenn es weiter geht als bei der Stasi noch je
Spielen wir in sozialen Netzwerken einfach mit
1984 ist ein dystopischer Roman in dem ein
Totalitärer Überwachungsstaat dargestellt wird
Dessen höchstes Ziel die Prävention ist wobei
Der Protagonis Winston Smith sich schützen will
Der Versuch sich der allgegenwärtigen Überwachung
Für seine Privatsphäre zu entziehen endet mit einer
Gehirnwäsche der Smith vom System unterzogen wird
Der Titel 1984 wurde Sinnbild für den Überwachungsstaat
Im Roman ist die Welt in drei verfeindete Machtblöcke
Aufgeteilt Ozeanien Eurasien und Ostasien wobei die
Handlung in Ozeanien spielt was Amerika Großbritannien
Australien und Südafrika umfasst als totalitärer Staat
Der Staat wird von einer totalitären Parteielite geführt
Hinter der ein unsichtbarer Großer Bruder steckt der alles
Sieht und weiß dabei überwacht die Gedankenpolizei
Die Bevölkerung mit nicht abschaltbaren Geräten
Diese Teleschirme kontrollieren zugleich alle Wohnungen
Wie sie über Propaganda Hass gegen einen Staatsfeind
Namens Emanuel Goldstein und seine Bruderschaft säen
Damit der eingehämmerte Hass das Volk im Inneren eint
Die Sprache wurde im Neusprech von gefährlichen Worten
Wie Freiheit gereinigt stattdessen gibt es täglich Parolen
Die gegen die natürlichen Instinkte gerichtet sind aber
Durch ständige Wiederholung selbstverständlich werden
Krieg ist Frieden
Freiheit ist Sklaverei
Unwissenheit ist Stärke
Es wird die Frage gestellt ob die Partei den angeblichen
Terror von Goldstein inszeniert um die totale Überwachung
Den permanenten Ausnahmezustand wie die umfassende
Unterdrückung schaffen zu können die ihre Macht erhält
Alle Bürger werden ständig durch die wiederholte Parole
Der Große Bruder sieht dich - Big Brother is watching you
An die dauernde Überwachung erinnert um gehorsam
Zu bleiben wie das Absurde alltäglich zu machen
Die Hauptfigur Winston Smith arbeitet im
Ministerium für Wahrheit und ist damit beschäftigt
Alte Zeitungsberichte und damit das Geschichtsbild
An die gerade herrschende Parteilinie anzupassen
Obwohl er zur Äußeren Partei gehört lehnt Smith
Das totalitäre System ab und führt heimlich Tagebuch
Über seine verbotenen Gefühle dabei wird Julia die
Auch Parteimitglied ist seine Geliebte und Mitwisserin
Nun versucht Smith mit einer Untergrundbewegung
In Kontakt zu treten um den Widerstand zu organisieren
Dabei findet er in O’Brien scheinbar einen gleichgesinnten
Als Helfer und Mitkämpfer was jedoch täuschte
Dieser ist ein noch fanatischeres Mitglied der Inneren Partei
Der auf ihn angesetzt war und Smith schließlich verhaftet
Unter der Folter im Ministerium bricht er dann zusammen
Verrät Julia damit seine Liebe und seine Individualität
Nach dem totalen Zusammenbruch wird Smith einer
Gehirnwäsche unterzogen nach der er sich endlich
Frei und glücklich fühlt in seiner neu entdeckten
Großen Liebe zum Großen Bruder
Während seiner Umerziehung wird Smith von O’Brien
Das metaphysische Geheimnis der Partei enthüllt
Die Macht über Menschen als Selbstzweck womit die
Macht der Partei nur der Ausübung von Macht dient
Winston Smith erkennt nach der Gehirnwäsche dass er
Von seiner Auflehnung gegen die Gemeinschaft geheilt ist
Hat die Vision seiner eigenen Hinrichtung bekennt öffentlich
Liebe zum Großen Bruder und die Kugel dringt in sein Hirn
Ob die der US-Moral genügende Selbstzensur sozialer
Netzwerke in denen sich Menschen autoritär gegängelt
Dennoch freiwillig tummeln um sich Nichtigkeiten meist
Dabei gut überwacht mitzuteilen 1984 gleicht fragt sich
Noch gibt sich der Staat der längst wie wir von Snowden
Wissen total überwacht und Propaganda interaktiv betreibt
Als demokratisch und rechtsstaatlich wie real dies auch
Immer sein soll noch angesichts totalter Geistesmacht
Können wir angesichts der Infiltration mit amerikanischem
Denken durch das Netz überhaupt noch unterscheiden
Was freies Denken ist und wo wir angepasst gesteuert
Werkzeuge des Staatsapparats sind im Verborgenen
Kritisches Denken ist der letzte Rest an Freiheit
Der uns im Facebook-Google-Universum noch bleibt
Das sich selbst zensierend uns christlich erziehen will
Statt Freiheit nur Sauberkeit und Spaß uns bietet
jens tuengerthal 8.6.2016
Dienstag, 7. Juni 2016
Liebesabsolutismus
Lieben wir halb ist es gar nicht
Darum taugt Liebe nur absolut
jens tuengerthal 7.6.2016
Kulturgeschichten 0248
Brückentag
Am 7. Juni 1905 gründete sich
In Dresden die Künstlergruppe
Von Expressionisten die Brücke mit
Kirchner Bleyl Schmidt-Rotluff Heckel
Passt eine Gruppe zu denen die
Mit der Geschichte brechen wollen
Um ihren starken Ausdruck zu finden
Im je einzelnen Gefühl
Künstler sind Individualisten
Arbeiten für sich um genial dann
Aus dem Nichts etwas zu schöpfen
Was berührt und Dauer hat
So das Bild des Künstlers
Das diese selber gern kultivieren
Auf irgendwann Entdeckung hoffend
Wenn sie nicht vergessen werden
Kunst wird oft als solche erst
Von der Nachwelt erkannt wie
Gewürdigt bis dahin leidet sie als
Unverstandener Solitär vor sich hin
Manchmal in der Hoffnung doch noch
Zu Lebzeiten groß raus zu kommen
Was häufiger Traum ins Nichts bleibt
Dennoch behalten manche ihre Form
Andere suchen ähnlich Denkende die
Als Künstlergruppe Gedanken teilen
Sich gegenseitig befeuern wie in dem
Immer einsamen Ringen stärken
Die Künstlergruppe die sich auch KG
Noch nannte bestand zunächst aus 4
Architekturstudenten die damit zu den
Wegbereitern des Expressionismus wurde
Später kamen noch Max Pechstein sowie
Emil Nolde dazu der Name jedoch geht
Noch auf Karl Schmidt-Rotluff zurück
Wobei unklar blieb was er bedeutete
Nüchterne bezogen es auf die vielen Brücken
Die in Dresden immer wieder Motiv waren
Andere sahen es als Metapher zum Uferwechsel
Einige sahen Nietzsches Zarathustra darin
Danach seien sie Brücken über die dereinst
Höhere schreiten mögen auf dem Weg hinüber
Zumindest war das Wort vielschichtig konnte
Zum anderen Ufer führen ohne Programm zu sein
Den Brückemalern waren auch psychische Momente
Besonders wichtig und der darin vermutete Kern
Der Dinge dabei wollten sie ihre Mitmenschen
Aufrütteln und beunruhigen über das was sie sahen
Im Gründungsjahr wussten sie noch lange nicht
Wo es hingehen sollte dafür um so mehr wovon
Sie weg wollten dazu verfasste Kirchner ein Programm
Das am 9. Oktober 1906 präsentiert wurde
Das auch in Dresden als Handzettel verteilte Programm lautete also:
"Mit dem Glauben an Entwicklung, an eine neue Generation der Schaffenden wie der Geniessenden rufen wir alle Jugend zusammen. Und als Jugend, die die Zukunft trägt, wollen wir uns Arm- und Lebensfreiheit verschaffen gegenüber den wohlangesessenen, älteren Kräften. Jeder gehört zu uns, der unmittelbar und unverfälscht wiedergibt, was ihn zum Schaffen drängt.“
Trotz dieser Weite und Offenheit war
Ein einheitlicher Gruppenstil erklärtes
Ziel der KG Brücke deren wesentliches
Merkmal starke farbliche Kontraste sind
Dazu kam der Verzicht auf Details wie
Der holzschnittartige Charakter der Malerei
Die zu kantigen Formen und um so kühnerer
Raumgestaltung dabei führte
Bald mieteten sie sich ehemalige Läden als
Lager und Atelier in Dresdens Friedrichstadt an
Ihre je Freundinnen wurden ihre Aktmodelle
Sie lasen Nietzsche Arno Holz Walt Whitman
Diese erste Phase war wohl sehr produktiv
Jedoch blieb wenig davon noch erhalten
Da Heckel meist alte Bilder übermalte
Schmidt-Rotluff frühe Arbeiten vernichtete
Die Gruppe erweiterte sich sodann auch um
Passivmitglieder die nur finanziell beitrugen
Oder wie die Kunsthistorikerin Rosa Schapire
Werkverzeichnisse erstellte sich allem widmete
Als Pechstein für einen Auftrag gen Berlin zog
Vereinbarten sie gemeinsames Malen am See
Bei Moritzburg mit verschiedenen Aktmodellen
Was den einheitlichen Stil wieder weiter prägte
Die Berliner Secession lehnte die Bilder
Von Pechstein ab was die Gründung der
Neuen Secession zur Folge hatte der die Brücke
Mitglieder beitraten was zunächst ein Reinfall war
Ende 1911 zogen auch die übrigen Brücke Mitglieder
Gen Berlin um mehr Kontakt zu Sammlern wie zu
Händlern zu bekommen ein aufgeschlosseneneres
Publikum als in Sachsen noch zu finden
Das Leben in der Großstadt beeinflusste die Künstler
Nachhaltig und sie lernten neue Formen kennen
Gemeinsam mit dem Blauen Reiter stellten sie
In der Galerie Goltz in München aus
Kurz danach kam es zum Ausschluss von Pechstein
Da er ohne Erlaubnis der anderen in der Secession
Ausgestellt hatte wobei alle in finanzieller Not waren
Die Gruppe trat aus der Neuen Secession aus
Als Kirchner 1912 in der Chronik sich selbst als wahres
Einziges Genie darstellte kam es zum Streit mit den übrigen
Er beschuldigte die übrigen Mitglieder in Kritiken unter
Pseudonym beim ihm noch abgeschaut zu haben
Kirchner zog sich nach dem Streit immer weiter zurück
Im Mai 1913 beschlossen die noch übrigen sodann
Die Auflösung der Gruppe von der sich Kirchner als er
Jahre später die Chronik veröffentlichte distanzierte
Die ersten Themen der Brücke waren Stadtleben
Zirkus und Varieté Mensch in Bewegung Akte wie
Landschaften wozu sie in den Jahren zahlreiche
Ausflüge teils gemeinsam noch unternahmen
Im Durchgangsraum der Leipziger Kunsthalle fand 1905
Die erste Brücke Ausstellung statt 1906 in Braunschweig
In Dresden selbst wurde im September 1906 erstmals
In der Lampenfabrik gemeinsam ausgestellt
Bei dieser ersten Ausstellung wurde wie es sich gehört
Ein Akt von der Polizei vorab verboten womit die Gruppe
Ihren kleinen Skandal schon hatte und damit Presse
Dennoch wurde die Ausstellung kein Erfolg
Die Dresdner reagierten größtenteils ablehnend
Nannten die Künstler Hottentotten im Frack
Dafür gab es in den Folgejahren teils erfolgreiche
Wanderausstellungen in ganz Deutschland
Großes Vorbild der Brückemaler war van Gogh
Vor allem hinsichtlich Pinselführung und Farben
Auch Paul Gauguin beeinflusste die Gruppe mit
Seinen Bildern aus Tahiti 1906 in Dresden gezeigt
Viele Anregungen erhielte sie aus dem Dresdner
Kupferstichkabinett namentlich für Kirchner war
Albrecht Dürer ein Pfadfinder der Gestaltung auch
Afrikanische Kunst aus dem Völkerkundemuseum wirkte
In der Weimarer Republik erlangten ehemalige Mitglieder
Große Popularität und beeinflussten auch den Film
Nach 1933 galt der Expressionismus als Entartete Kunst
In der Ausstellung dazu war die Hälfte von Brückemalern
Nach dem Krieg machte 1957 der Oldenburger Kunstverein
Eine für die Brücke bahnbrechende Ausstellung und 1967
Eröffnete das Brücke Museum in Berlin auf Anregung von
Schmidt-Rottluff mit 400 Gemälden und tausenden Zeichnungen
Die Brücke genießt neben dem Blauen Reiter heute unter
Kunstkennern den Ruf Deutschlands bedeutendster Beitrag
An der Weltkunst des 20. Jahrhunderts zu sein auch wenn
Dies wie alle Urteile in der Kunst immer nur relativ gültig ist
Wird Kunst nur bedeutend wenn sie zunächst aneckt
Alte Tabus bricht und ein neues Sehen eröffnet oder
Sind längst alle Grenzen überschritten kann Kunst heute
Frei um das Schöne in hässlicher Welt ringen
Der Gegensatz zwischen Welt und Kunst ist nötig
Damit diese vordenken kann und sich solitär stellt
Als Gegensatz zu den Gewohnheiten die schnell
Blind werden für das was ist
Das ganz Weltliche der Eitelkeit zeigt aber auch
Einer Künstlergruppe die heute als ganz groß gilt
Die Grenzen menschlicher Fähigkeiten und ihrer
Bedürfnisse auf in denen wir zu oft fest stecken
Ob Künstler damit besser für sich bleiben
Oder als Gruppe erst die größte Kraft haben
Wird sich nie für alle beantworten lassen
Zumindest ist es ein Weg zu geballter Kraft
Bräuchte es nicht für das neue Jahrtausend
Wieder den Mut sich unter einer Idee wie
Einem Motto zu finden um gemeinsam dann
Grenzen zu erkunden und zu überschreiten
Statt nur nach dem Markt zu schielen vielleicht
Noch einmal die große Linie zu denken wagen
Die als ganzer Stil alle Ebenen umfasst wie die
Gesellschaft ästhetisch wie sozial prägen hilft
Der Geburtstag der Brücke sollte Mut machen
In den Künsten gemeinsam aufzubrechen um
Den großen Wurf zu wagen eines gemeinsam
Erstrittenen künstlerischen Weges für morgen
jens tuengerthal 7.6.2016
Gauckgang
Gauck kam ungeplant inmitten
Geht aber genau rechtzeitig
Fraglich nur wer kommen soll
jens tuengerthal 6.6.2016
Montag, 6. Juni 2016
Kulturgeschichten 0247
Harry Graf Kessler ist zurück in Berlin
In einer so liebe- wie geistvoll gestalteten
Ausstellung im Liebermannhaus direkt
Am Pariser Platz nahe seinem Adlon
Als Flaneur durch die Moderne wird
Uns ein vielfältiger Mann vorgestellt
Der letztlich an Deutschland scheiterte
Dem er nach dem Reichstagsbrand entfloh
Ein offener Geist und Europäer der sich
Als Weltbürger lieber sah und Förderer
Der Kunst der er in Büchern noch den
Schönsten Rahmen gab in Weimar
Wer inmitten der Großstadt unerwartet
In ein anderes Leben einzutauchen wagt
Wird einen neuen Blick auf die Moderne
Und wie sie begann bekommen können
Seine Tagebücher machten ihn berühmt
Die er nie veröffentlichen wollte zuerst
In denen er ein Bild seiner Zeit malte
An der er teilnahm und die er prägte
War er wirklich ein Flaneur oder Dandy
Eher Künstler oder Kunstvermittler
Ist sein Leben Kunstwerk schon genug
Was bleibt von Harry Graf Kessler
Wann ist einer ein Flaneur fragt sich
Mancher Flaneur und schon im Zweifel
Verliert das Sein seine Leichtigkeit die
Den Flaneur sonst schweben lässt
Dabei ist der Flaneur nichts
Als ein Mensch der im Spazierengehen
Schaut genießt planlos umherschweift
Er flaniert eben genüsslich durchs Leben
Der Flaneur lässt sich durch die Menge treiben
Schwimmt mit dem Strom aus dem er grüßt
Beobachtet meist intellektuell die Massen
Gewinnt Gedanken aus kleinen Beobachtungen
Der Flaneur ist ein Dandy der zugleich sich
Genügt wie aus dem Um-sich-schauen Lust
Gewinnt in der Bewegung der Großstadt ohne
Eile im Strom lebt Lebenskunst als solche ist
Harry Clemens Ulrich Kessler der so bürgerlich
Geboren mit dreizehn zum Grafen wurde war
Ein Flaneur der die Welt in seinen Tagebüchern
Beschrieb und immer wieder mitprägte auch
Ob Graf Kessler dies wurde weil Harry ein Sohn
Des Kaisers war und dieser dessen Frau die er
Auf der Weltausstellung zu Paris kennenlernte
Mehr als gern mochte ist nicht ganz gewiss
Harry Kesslers Mutter zumindest das ist sicher
War die Irin Alice Harriet Blosse-Lynch die noch
In Bombay geboren wurde als es zu Britannien
Beides gehörte blieb dem Kaiser lebenslang nah
Die Gräfin Kessler ergo Alice Harriet Blosse-Lynch
Galt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit
Sie bezauberte mit Geist so sehr wie mit ihrem Anblick
Wurde von ihrem Sohn liebevoll immer verehrt
Das Kessler nach dieser Mutter mehr den Männern
Zuneigte irgendwann seine Homosexualität entdeckte
Die er der Zeit gemäß noch streng geheim hielt
Verwundert bei diesem Kunstsinnigen eher wenig
In England Frankreich und Deutschland wuchs
Der junge Harry auf der in mehreren Kulturen
Erzogen als Diplomat und Reisender immer wieder
Auch alle Grenzen überschritt die andere sahen
So sah sich der kluge Kopf immer als einen Teil
Einer europäischen Gesellschaft der er als Schüler
Zwischen Internaten in Paris und Ascot wechselte
Um auf dem Hamburger Johanneum Abitur zu machen
Schnell wurde der einjährig Freiwillige danach bei
Den Ulanen zum Rittmeister der Reserve erhoben
Studierte sodann in Bonn und Leipzig Jura
Wie im Anschluss noch Kunstgeschichte
So arbeitete er früh in Berlin in der Kunstzeitschrift Pan
In der manch berühmter Kopf selbst veröffentlichte
Übernahm in dieser Tradition schon 1906 die Leitung
Des Weimarer Museums für Kunst und Kunstgewerbe
Er wollte das Ausstellungskonzept modernisieren
Einen kulturellen Reformversuch wagen für den
Er in Berlin oder München keine Möglichkeit mehr sah
Stieß aber auf reaktionären Widerstand immer wieder
Nebenbei gab er mit dem Insel Verlag noch eine große
Goethe Ausgabe heraus strebte danach Bücher als
Gesamtkunstwerk zu gestalten indem er Inhalt und Form
Künstlerisch abstimmte in seiner Cranach-Presse
Kesslers Pläne der Kulturreform reichten bis zum Theater
Für das er ein Reformkonzept entwickelte bei dem ihm
Unter anderen Max Reinhardt unterstützte der es umsetzte
Womit am Berliner Theater Kesslers Ideen lebten
Mit dem Mustertheater wollte Kessler eine neue Institution
Etablieren wobei Henry van der Velde den Theaterneubau
Entwerfen sollte die neue Moderne nach Weimar zu holen
Geplant war was an völkischem Widerstand scheiterte
Bereits 1903 gründete Kessler den Deutschen Künstlerbund
Dem Edvard Munch Johannes R. Becher Detlev von Liliencron
Wie die Maler der Brücke angehörten dennoch führte 1906 ein
Ausstellungsskandal dazu Kessler seiner Ämter zu entheben
Als maßgeblicher Mitautor des Rosenkavaliers widmete ihm
Hugo von Hoffmansthal diese Komödie die ihm so viel verdanke
So war Kessler an vielen Orten präsent und korrespondierte
Mit allen Größen seiner Zeit in Europa als kluger Kopf
Während des 1. Weltkrieges arbeitete Harry Kessler für die
Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes unter anderem doch
Entwickelte er auf diesem Wege bereits Friedenspläne mit
Frankreich und England als sie noch im Graben gegenüber lagen
Ab November 1918 war Kessler Gesandter in Warschau
Im just unabhängig gewordenen Polen doch musste er bald
Wieder zurück ins Reich nach Abbruch der Beziehungen
Nun plante er ab 1919 einen Völkerbund als Lösung
Der Staatenbund sollte über den Welthandel zusammenfinden
Sein Zweck war die Vermeidung neuer Kriege wie Sicherung
Der Menschenrechte wofür der Handel ein guter Anlass dem
Bankierssohn logisch war der immer liberal dachte
Dennoch patriotisch der Weimarer Republik verbunden
War er Mitglied im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold
Wie der eher linksliberalen DDP die heute leider fehlt
In der er mit Walter Rathenau befreundet noch war
Kessler war regelmäßiger Gast des SeSiSo-Clubs
Zu Berlin der sich liberalem politischem Denken auch
Widmete und freie Geister vereinte deren viele später
Im Widerstand gegen die Nazist vernetzt waren
Bis 1933 gab Kessler noch gleich einem Aufschrei
Die Zeitschrift Das Freie Wort heraus um jedoch
Nach der sogenannten Machtergreifung doch zu
Resignieren und nach Paris zu emigrieren
Von Paris ging es noch Mallorca von dort in die
Provence wo er 1937 vor dem Einfall der Deutschen
Noch inzwischen völlig verarmt verstarb und der Welt
Dafür 10.000 Seiten Tagebuch in 57 Bänden hinterließ
Er schuf in seinem Verlag der Cranach Presse
Zu Weimar einige der schönsten Bücher seiner Zeit
Die weit über ihn hinausreichen und scheiterte doch
Auch dabei an den Zwängen der Weltwirtschaft
Ein ganzheitliches Kunstkonzept für Weimar hätte
Den Ort Goethes Schillers und Nietzsches wieder
In die Zeit geholt und wurde als zu mordern abgelehnt
Ohne diesen Vordenker kein Bauhaus in Weimar
Deutschland wandte sich den Nationalsozialisten zu
Kessler wandte sich infolge von Deutschland ab
Das Deutsche Reich ging im Krieg endgültig unter
Der Flaneur Kessler findet endlich eine neue Blüte
Sich mit Kessler und seinem Scheitern an Deutschland
Über dessen Enge sein großer Geist weit hinausreichte
Heute auseinanderzusetzen öffnet den Blick in Zeiten
In denen Vereinfacher wieder zu laut werden
jens tuengerthal 6.6.2016
Sonntag, 5. Juni 2016
Kulturgeschichten 0246
Wann fing die Zeit an
Mit dem ersten der sie maß
Oder im ersten Atom um dessen
Kern Elektronen wechselnd rotieren
In Quanten als Welle oder Teilchen
Sehr dynamisch dabei unbeschreiblich
Unser Leben ist im Kern wie ganz konkret
Beschränkt seiner Natur nach auch darum
Wohl ist der Traum vom ewigen Leben
So alt wie die Menschheit die ungern
Nur aufgibt was sie liebt und doch weiß
Alles ist endlich und vergänglich immer
Ob wir erst in der Zeit sind und diese
Also Bedingung unseres Seins ist oder
Unser Sein zeitlos ist wir uns nur um zu
Verstehen den Schranken der Zeit wohl
Unterwerfen als sei sie dessen Maßstab
Entscheidet über unsere Sicht auf das
Was wir Leben nennen für gewöhnlich
Am 5. Juni 8498 vor Christus begann
Nach einer Berechnung der berühmte
Maya Kalender der uns auch über den
Immer noch nicht Untergang informierte
Dieser war der am weitesten entwickelte
Der mesoamerikanischen Ureinwohner
Für rituelle wie zivile Zwecke zugleich
Nutzten die Mayas sich ergänzende
Kalender mit einer Tageszählung im
Zwanzigersystem das sich um die 20
Dreht die der Summe von Zehen wie
Fingern entspricht oder beiden Seiten
Unserer Hände also in der Natur ihren
Wiederkehrenden Spiegel findet
Der rituelle hieß Tzolkin Kalender
Der zivile dafür Haab Kalender
Die Kombination beider wiederholen
Sich nach einer 52 Jahre dauernden
Kalenderrunde wobei das Haab ein
Sonnenkalender ist ohne Bindung
An die Mondphasen an die dafür
Der Tzolkin sich ewig bindet
Darüber welchen astronomischen oder
Auch mystischen Ideen dies komplexe
System folgt gibt es schon zahlreiche
Spekulationen die solche bleiben werden
Mangels irgendwelch präziser Quellen
Vermutlich war es Naturbeobachtung
Im Anfang wie so oft auf der Welt
Große Aufregung in der Esoterik-Szene
Löste der vorhergesagte Weltuntergang
Für den 21. oder 23. Dezember 2012 aus
Was jedoch nach Ansicht der Mayaforschung
Wie üblich völliger Unsinn war hatten doch
Die Mayas längst weit über diesen Endtag
Im Batun Zyklus hinausgerechnet in beide
Richtungen von Anfang und Ende
So waren Thronjubiläen bereits eingeplant
Für das Jahr 4772 unserer Zeitrechnung
So sagen die ältesten gefundenen Maya Kalender
Voraus es würde noch 7000 Jahre weiter gehen
Mit unserer Erde und alles wäre so wie bisher
Wo sie sich für sich die ausgerottet wurden
So offensichtlich irrten wie im übrigen wohl
Denn was bleibt schon wie es ist
Interessant ist was von den verschiedenen
Versuchen die Zeit zu messen blieb wie sie
Sich ähneln an allen Orten wo sie sich dann
Wiederum unterscheiden und wohin es geht
Warum das Zwanzigersystem sich verbreitete
Was in unserer Natur liegt und wie manche
Grenzen der Zeit immer wieder überwinden
Wie es uns selbst gelingt für Momente
Wenn der dichtende Geheimrat Goethe sprach
Oh Augenblick du bist so schön verweile doch
Sprach er ein zutiefst menschliches Gefühl an
In dem sich bis heute Menschen auf aller Welt
Egal wie sie zählen oder die Welt sehen finden
Weil wir halten wollen was uns schön scheint
Wie im Gegenzug überwinden wovor uns graust
Die moderne Physik hat uns gelehrt wie sehr
Nicht nur der Raum an der Zeit hängt sondern
Auch die Zeit am Raum und wie wir weniger
Altern je näher an Lichtgeschwindigkeit wir uns
Durch die Welt der Teilchen bewegen sogar seit
Einstein wissen dass es eine Verwandlung der
Materie in Energie gibt im E=mc² wie also
Logisch Zeit auch negativ werden kann was
Die uns fest scheinenden Koordinaten unserer
Existenz infrage stellte weil alles relativ ist
So beeinflussen wir wohl die Zeit auch als
Beobachter die sich durch die Zeit bewegen
Was uns als nur Gefühl schien ward bestätigt
Es kommt mehr darauf an wie wir uns der Zeit
Widmen als wie sie angeblich objektiv sein soll
Ist die Objektivität nur eine Illusion die jeder
Der berechnend und betrachtet mit verändert
Fragt sich folglich was wirklich ist und warum
Es eine Wirklichkeit geben soll wie wirklich sie
Am Ende ist und ob es ein Ende überhaupt gibt
Zumindest ist die Konstellation unserer Atome
In der wir uns für individuell halten wohl klar
Beschränkt warum es klug scheint sich mehr
Der Lust und dem Vergnügen zu widmen im
Also beschränkten Rahmen als sich spekulativ
Auf ein Jenseits zu verlassen das ungewiss
Immer bleibt und nichts als Glaube noch ist
Was ich nicht weiß geht mich nichts an
So hielt es Lukrez mit dem Tod wofür er
Empfahl was ist um so mehr zu genießen
Da wir nie wissen was und ob noch etwas
Kommt aber sicher sein können dafür der
Vergnügen die wir schon genossen hier
Warum sich Götter sollte es sie je geben
Wovon ich nichts weiß um uns kümmern
Sollten habe ich nie verstanden und schien
Immer mir schon eine Illusion des Menschen
Wo und womit ich glücklich bin dagegen
Merke ich sehr wohl und danach zu streben
Scheint mir das einzig Vernünftige auch so
Vom Gefühl her was manche dialektisch
Immer noch zum Verstand sehen und so
Lehrt der Blick auf die Zeit mich allein
Sie mir zu nehmen um zu genießen
Was sonst bliebe mir im Leben das
Keinen Sinn braucht und hat als die Lust
Die wir in ihm gemeinsam genossen
jens tuengerthal 5.6.2016
Samstag, 4. Juni 2016
Kulturgeschichten 0245
Die armen Weber.
Im düstern Auge keine Thräne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
„Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch!
Wir weben! Wir weben!
„Ein Fluch dem Gotte, dem blinden, dem tauben,
Zu dem wir gebetet mit kindlichem Glauben;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt.
Wir weben! Wir weben!
„Ein Fluch dem König’, dem König’ der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der uns den letzten Groschen erpreßt,
Und uns wie Hunde erschießen läßt!
Wir weben! Wir weben!
„Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Lüg’ und Schande,
Wo nur Verwesung und Todtengeruch –
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch!
Wir weben! Wir weben!
Heinrich Heine
Weberaufständig
Worüber der größte Düsseldorfer in Paris dichtete
Tief im Westen hatte noch seinerzeit den Osten
Aufgewühlt doch was hatte es mit den Webern
Einst auf sich und wohin führte es wo stehen wir
Wenn die ganz unten aufstehen
Wird denen ganz oben mulmig
Ob sie die Verhältnisse ändern
In denen sie sich gut einrichteten
Während einige ganz oben immer
Mächtiger und reicher werden in einer
Virtuellen Welt voller Werbepräsenzen
Arbeiten viele unten dafür immer mehr
Wie lange es noch dauern wird bis sich
Die Mehrheit derer mit ganz wenig
Gegen die winzige Minderheit derer
Mit ganz viel wehrt bleibt fraglich
Auch ob dies gerecht sein muss
Vom Grund des Habens abhängt
Oder es nur um Soll und Haben geht
Verliert sich in der Vielfalt unklar
Die Unklarheit in der Vielfalt aber
Auf dem Markt an dem theoretisch
Jeder Erfolg haben könnte zumindest
Macht Widerstand heute so uneinig
Am 4. Juni 1844 kam es im schlesischen
Eulergebirge zu einem Weberaufstand
Der das politische Geschehen in Preußen
Wie im ganzen Reich im Vormärz prägte
Der Weberaufstände gab es einige noch
Im Reich deren erster bekannter der Kölner
Von 1369 bis 1371 wohl war und deren viele
Unbekanntere im 18. und 19. Jahrhundert
Sie waren ein vorindustrieller Widerstand
Bei dem sowohl die Zünfte wie auch die
Hausgewerbetreibenden noch aufstanden
Meist jedoch unpolitische Hungerrevolten
Der schlesische Weberaufstand von 1844
War weder der erste im Eulergebirge noch
Der heftigste gar wichtiger war dagegen die
Diesmal Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit
Er wurde in vielen Publikationen breit
Diskutiert war das Thema seiner Zeit
Die durch ihn politisiert wurde bis die
Aufstände in der Revolution mündeten
Schlesien erst 1742 von Preußen annektiert
Nach Friedrichs erstem Schlesischen Krieg
Warum die Bauernbefreiung dort weitgehend
Unvollständig noch blieb die Herren mächtig
Noch ⅔ der Schlesier waren einem Grundherren
Unterworfen dem sie Feudalabgaben schuldeten
Doch ging es den dort Baumwollwebern besser
Als den andernorts hungernden Leinwebern
Am 3. Juni 1844 hatten sich 20 Weber getroffen
Um den Widerstand gegen die dort Fabrikanten
Zu beraten worauf sie das Spottlied Blutgericht
Singend zur Firma Gebrüder Zwanziger zogen
Die Zwanzigers ließen den kleinen Trupp sodann
Von ihren Dienern mit Steinen und Knüppeln vertreiben
Einer wurde schon vom Ortspolizisten verhaftet
Was Anlass für den nächsten Protestzug gab
Am 4. Juni zog also dieser Protestzug mit allen
Heimwebern vereint die Freilassung zu erreichen
Jedoch blieben alle Verhandlungen ergebnislos
Worauf wütende Menge Zwanzigers Haus stürmte
Am nächsten Tag konnten sich einige Fabrikanten
Durch Geldzahlung Brot und Speck noch freikaufen
Anwesen verhasster Fabrikanten wurden verwüstet
Darauf griff preußisches Militär ein zu stoppen
Elf Weber wurden erschossen 24 weitere verletzt
Dies schürte die Wut und es wurde geplündert
Zunächst wichen die Einheiten darauf zurück
Doch am 6. Juni kam Verstärkung gerade noch
Der Aufstand ward endgültig niedergeschlagen
Zahlreiche Weber kamen lange in Haft womit
Die Familien völlig verarmten oder wurden
Zur Erniedrigung öffentlich noch ausgepeitscht
Es lag hier weder eine reine Hungerrevolte
Noch ein Maschinensturm als Klassenkampf
Vor sondern eine frühindustrielle Arbeiterunruh
Denen es noch besser ging als anderen dort
Der Aufstand der kurz und erfolglos nur war
Für alle die sich an ihm beteiligten setzte doch
Den revolutionären Geist in den Köpfen in Gang
Der so nötig war nach dem Wiener Kongress
Während Deutschland wohlig biedermeierte
Noch ohne Bionade aber mit viel Desinteresse
Der Besitzenden für das Leben der Ärmsten
Standen diese kurz auf und zeigten ihre Wut
Noch entfaltete es sich nicht als Macht die
Eine Revolution im Lande tragen konnte
Doch vier Jahre später wurde es zumindest
Versucht auf Berliner Barrikaden zu zwingen
Heute bauen nur noch Autonome Barrikaden
Die alle Besitzenden nerven voll Unverständnis
Im biedermerkel Zeitalter mit Bionade anstatt
Der Deutschen liebste deutsche Limonade
Der Aufstand ist wenig angesagt gerade
Wir helfen lieber freiwillig den Flüchtlingen
Engagieren uns sozial und enstpannen im
Cluburlaub in der Türkei vor Kinderleichen
Die werden am Morgen still eingesammelt
Damit keiner die Urlauber damit stört die
Dort sich wohlverdiente Ruhe gönnen wollen
Wer sollte sich wehren wo alle so gut sind
Weberaufstände drohen in Deutschland kaum
Es sind die Menschen zu sehr mit Wohlstand
Beschäftigt als dass sie kritisch noch dächten
Über die Zustände und ihre Rolle dabei
Alle sind ja irgendwie beteiligt am System
Von dem sie profitieren warum keiner dies
Was ihn füttert aber arm hält verrät doch
Fragt sich warum Satte aufstehen sollten
jens tuengerthal 4.6.2016
Freitag, 3. Juni 2016
Kulturgeschichten 0244
Im Osten geht die Sonne wieder auf
Nachdem sie im Westen unterging
Was sie erst konnte nachdem sie
Zuvor im Osten der Welt aufging
Manche fragen sich ob der eine
Aufgang oder der andre Untergang
Schlechter oder besser ist im
Vergleich konträrer Systeme
Die Erde ist eine irgendwie Kugel
Wo Osten und Westen liegen ist
Also eine bloße Festlegung warum
Sie ausspielen Unsinn immer ist
Die Konfrontation mit Russland treibt näher
An die militärische Auseinandersetzung
Es droht nach dem Ende des Kalten Krieges
Wieder ein gefährlich heißer ostwestlich
Der Westen ist sich sicher wer der Böse ist
Nur Putin sucht und provoziert den Konflikt
Der Osten sieht es umgekehrt und fühlt sich
Lange schon vom Westen provoziert
Nach Ende des Kalten Krieges zerfiel
Das Reich im Osten die UDSSR in viele
Teils ängstlich divergente Teile bald
Während Russland als riesiger Kern blieb
Größer als die USA aber ökonomisch völlig
Unterentwickelt nur reich an natürlichen
Bodenschätzen vor allem im Stolz verletzt
Ringt der Osten um Rolle und Bedeutung
In einer Welt die von Wirtschaft regiert wird
Zählt nichts anderes mehr warum dagegen
Was vorher Wert hatte wertlos nur noch ist
So fühlen sich die Beteiligten entsprechend
Wer sich als Verlierer unterdrückt sieht
Wird um Ehre und Bedeutung kämpfen
In dieser Situation befindet sich die Welt
Gerade gefährlich nah gerade am Abgrund
Dabei wissen beide Seiten einen Krieg
Könnte keiner gewinnen wäre nur aller
Atomarer Untergang in der Vernichtung
Des Planeten im Kampf um Vorherrschaft
Es ist also Unsinn sich ostwestlich zu streiten
Dennoch passiert es immer wieder obwohl
Es schon vor über 55 Jahren Versuche gab
Diesen Unsinn zu ändern geht er weiter
Im Rahmen der Initiative friedliche Koexistenz
Trafen sich am 3. Juni 1961 der US Präsident
John F. Kennedy und der sowjetische Staatschef
Nikita Chruschtschow in Wien zu Gesprächen
Der Begriff friedliche Koexistenz besagte dass
Die Entscheidung zwischen den beiden Systemen
Kapitalismus und Kommunismus im friedlichen
Wettbewerb und ohne Krieg fallen soll
Erstmals wurde der Begriff 1922 auf der Konferenz
Von Genua vom Leiter der sowjetischen Delegation
Dem Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten
Verwandt um Kooperation künftig zu ermöglichen
Volkskommissar Tschitscherin erkannte an dass
Wirtschaftliche Zusammenarbeit für Wiederaufbau
Nötig ist und darum eine parallele Koexistenz
Zwischen alter und neuer Ordnung möglich sei
Chruschtschow wiederholte diesen Grundsatz
Der friedlichen Koexistenz sich auf Lenin dabei
Berufend als Grundsatz sowjetischer Außenpolitik
Gerichtet auf Zusammenarbeit mit allen Ländern
Die UDSSR verhielt sich so lange kooperativ
Wie das nukleare Rüstungsgleichgewicht zwischen
Ost und West noch nicht hergestellt worden war
Dabei wurde weiter für den Sozialismus gekämpft
Für Chruschtschow ging es im Kern um die
Koexistenz zweier entgegengesetzter Systeme
Um Krieg als Mittel der Streitlösung abzuwenden
Dabei sollte letztlich der Sozialismus siegen
An dem Programm wurde auch an allen folgenden
Parteitagen der KPsSU bis 1981 festgehalten
Insbesondere galt dies für die Entspanungspolitik
Des Friedensprogramms von Leonid Breschnew
Mit dem Ende des Ostblocks nach Gorbatschow
Wie dem ökonomischen Scheitern des Sozialismus
Nach 1989 hatte sich die Theorie erledigt folglich
Sahen sich die USA und ihr System als Sieger
Die absprachewidrige Ausdehnung der NATO
Immer weiter gen Osten ohne zugleich Russland
Als gleichwertigen Partner zu integrieren führte
Logisch zu einer brisanten Konfrontation dort
Die Länder des ehemaligen Ostblocks wünschten
Sich aus Angst vor der russischen Atommacht
Wie militärischen Überlegenheit nun die NATO
Als Schutzmacht der Freiheit in ihren Ländern
Russland drohte mit dem Verlust der Krim die
Seit Katharina der Großen russisch schon war
Seinen einzig sicher eisfreien Hafen zu verlieren
Der Zugang zum Mittelmeer stand auf dem Spiel
Unklar blieb warum nicht der faktische Sieger
Die Demokratie mit westlichem Kapitalismus
Russland die Hand in die NATO reichte anstatt
Den Konflikt in der Ukraine zu eskalieren
Der Sturz der russlandfreundlichen Oligarchen
Durch die russlandfeindlichen brachte niemand
Mehr Freiheit irgendwo noch bringt es mehr
Frieden in der Welt warum das Ziel fraglich bleibt
Die friedliche Koexistenz ist ein Anfang gewesen
Auch begründet durch sowjetische Unterlegenheit
Größe bewiesen die Überlegenen bemühten sie
Sich endlich mehr darum statt Stärke zu zeigen
Über mehr Koexistenz nachzudenken statt
Das dumme teure Spiel der Abschreckung
Wieder zu spielen wäre wohl klüger denn
Wer weit nach Osten geht landet im Westen
jens tuengerthal 3.6.2016
Kulturgeschichten 0243
Die Liebe ist eine Insel
Auf der sich die Liebenden
Selig miteinander finden
Auch wenn das Meer um sie
Wild tost haben sie dort Schutz
Wer Bücher liebt hat immer
Seine Insel für sich dabei
Geborgen vom rauhen Alltag
Muss der Leser nur aufschlagen
Um auf der Buchstabeninsel zu sein
So ist die gebundene Insel ein Ort
Des Rückzugs wie der Findung
Durch ihre Schönheit immer auch
Ein kleines Paradies dem Leser
Der auf ihr irgendwie ankommt
Am 12. Mai 1912 erschienen die ersten
12 Bände der Insel-Bibliothek aus dem
Insel Verlag die bis heute besteht und
In bezaubernder Schönheit der Kunst im Buch
Einen Raum als Insel für sich gibt
Der Insel Verlag ging 1901 aus der zuvor
Gegründeten Literatur und Kunstzeitschrift
Die Insel hervor und hatte seinen Sitz
Ursprünglich in Leipzig und seit 2010 in Berlin
Nachdem er zuvor in Frankfurt residierte
Zusammen mit dem Klassiker Verlag gehört
Die Insel zum Suhrkamp Verlag und ist ein
Ästhetisches Herzstück der Bücherwelt
Das durch die schöne Ausstattung glänzt
Den billigen Massenprodukten trotzt
Noch immer ist das Signet des Verlages
Das zweimastige Segelschiff das von
Peter Behrens einst entworfen wurde
Schon bei der Zeitschrift wurde viel Wert
Auf die schöne Ausstattung gelegt
So wurden von Beginn an Illustratoren
Wie Heinrich Vogeler gewonnen und so
Gehörte ein Gedichtband von ihm auch
Zu den ersten Bänden der Bibliothek
Er illustrierte auch den Hoffmansthal Band
Groß wurde der Verlag unter Anton Kippenberg
Der ihn ab 1906 alleine leitete und mit seiner
Frau Katharina zu einer ästhetischen Größe
Von Leipzig aus in die Welt wachsen ließ
Schwerpunkt des Verlages war zunächst
Goethe der in verschiedenen Ausstattungen
Auch aufwendig ausgestatteter Bücher
Teils als Faksimiles herausgegeben wurde
Ab 1909 auch der günstigere Volksgoethe
Neben Goethe wurde Rilke zum wichtigsten
Autor des Hauses wobei Kippenberg sämtliche
Rechte an bisherigen Werken des Dichters erwarb
Neben Zeitgenossen wie Stefan Zweig wurden
Immer Werke der Weltliteratur herausgegeben
Der erste große Erfolg des Verlages wurden
Die Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht
Es ging immer um werkadäquate Ausgaben
Von ganz exklusiv bis gut und günstig dabei war
Kippenberg stets an der Gestaltung beteiligt
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die
Verfemten Autoren wie Stefan Zweig verboten
Das Programm streng kontrolliert und nach dem
Krieg erfolgte auch im Verlag die Teilung in einen
Leipziger und einen zunächst in Wiesbaden
Die Kooperation beider Verlagsteile wurde nach
Dem Bau der Mauer erheblich erschwert doch
Bis zur Wiedervereinigung noch fortgesetzt
Auch als die Insel 1963 zu Suhrkamp kam
Der Suhrkamp Verleger Siegfried Unseld
Übernahm selbst die Leitung des Verlages
Brachte dem Verlag neuen Aufschwung
Auch mit der Gründung des Tochter
Deutscher Klassiker Verlag 1981
Im Jahre 2009/10 wurde die Literaturwelt
Von Ulla Unseld-Berkéwiz vom Umzug
Nach Berlin überrascht wo der Verlag seitdem
Nahe dem Helmholtzplatz im ehemaligen
Finanzamt residiert in der Pappelallee
Damit befindet sich der Verlag bei
Dem ehemaligen Zentrum der freien
Literatur in der DDR dem LSD-Kiez
Ist direkt unter den Dichtern angekommen
Schöpfer und Verleger treffen sich im Café
Die Insel Bücherei ist zur bekanntesten Reihe
Des Verlages geworden und längst Kultobjekt
Vieler Sammler die mit den Bänden gerne ihre
Bibliotheken schmücken deren bunter wie
Vielfältig oft schönster Teil sie werden
Zunächst wurden kleinere Werke der Lyrik
Prosa wie Essayistik klassischer Autoren
Herausgegeben zu denen später auch
Kunst und Naturdarstellungen innig traten
Hohe Buchästhethik zu moderatem Preisen
Die Bände sind durch farbige Musterpapiere
Alle verschieden und doch durch ihre Rücken
Weitgehend einheitlich gestaltet und wurden so
Trotz aller Krisen zum dauerhaften Erfolg bist
Es erschienen bis 2015 bereits 1600 Bände
Band Nummer 1 wurde die bereits 1899 entstandene
Prosadichtung Weise von Liebe und Tod des
Cornets Christoph Rilke und der mit 10.000 aufgelegte
Band musste sofort nachgedruckt werden
Bis zum Ende des 1. Weltkrieges 1918 waren
Bereits 241 erfolgreiche Titel erschienen
Der Bandpreis stieg von 50 Pfennig für Nr.1
Bis auf 1400 Mark 1923 in der Inflationszeit
Sogar bis auf absurde 825 Milliarden Mark
Der national-konservative Kippenberg versuchte
Sich ab 1933 weitgehend der Politik zu entziehen
Musste jedoch auch jüdische Autoren aus dem
Programm des Verlages nehmen die auf der
Schwarzen Liste des Börsenvereins standen
Nach dem Krieg gab es die Leipziger Reihe
Wie die später bei Suhrkamp in Frankfurt
Trotz aller kulturpolitischen Differenzen
Bildete die Reihe eine Brücke bis 1990
Mit der Wiedervereinigung ein Haus entstand
Jenseits aller Verlagsgeschichte ist die Insel
Für viele noch immer ein Hort der Schönheit
Den sie in ihren Sammlungen pflegen gern
Verschenken oder als Lektüre auch auf dem
Nachttisch liebevoll liegen haben noch
Sie ist ein Stück deutscher Buchgeschichte
Inhaltlich auch Literaturgeschichte und die
Wohl größte Sammlung umfasst inzwischen
Bereits über 20.000 Bände und wächst weiter
Es ist eine Insel der Schönheit im Alltag
Wer Bücher liebt wie mit ihnen lebt wird
Sich gern auf die Insel wieder zurückziehen
Um in den Buchststabenwelten zu träumen
So wurde Stefan Zweigs Idee als Buch eine
Eigene literarische Welt voller Schönheit
jens tuengerthal 3.6.2016
Donnerstag, 2. Juni 2016
Kulturgeschichten 0242
Könige von Gottes Gnaden passen
Nicht mehr in unsere Zeit irgendwie
Sind eine historische Anekdote die
Mit demokratisch republikanischem
Denken schwer zu vereinbaren ist
Dennoch gibt es sie und ihre Länder
Sind nicht weniger demokratisch
Wie wir in Schweden Norwegen den
Niederlanden oder Dänemark sehen
Und gerade auch in Großbritannien
So sind Könige in Demokratien eine
Traditionelle Form der Repräsentation
Die zwar nichts ins System passt aber
Für viele ein Stück Identität doch sind
Heute hat die Monarchin Jubiläum
Die am längsten auf ihrem Thron sitzt
Am 2. Juni 1953 wurde Elisabeth I. in
Westminster Abbey in London gekrönt
Es leben viel mehr Menschen für die
Elisabeth immer Königin war als solche
Die noch älter sind als sie bereits ist
Eine Jahrhundertkönigin quasi
Denke daran wie meine Großmutter
Die auch bei der Krönung dabei war
Erzählte wie sie diese als kleines Kind
Im Nachbargarten noch spielen sah
Die Mädchen aus ihrem Pensionat
Hatten wohl manchmal mit der kleinen
Prinzessin gespielt die nebenan war
Warum immer sie später dabei war
Es gab schon ein elisabethianisches
Zeitalter in England unter der ersten
Elisabeth noch die bis Victoria noch
Am längsten regiert hatte von allen
Victoria löste dann an Thronzeit
Elisabeth II. ab die heute noch regiert
Wenn sie auch eher repräsentiert
Keine politische Meinung haben darf
Ist dies ohne parteiische Meinung sein
Mit den wechselnden Premiers nur reden
Auch das besondere einer Königin
Die über allem für alle noch steht
Kein gewählter oder gekürter Präsident
Kommt aus dem Nichts sondern immer
Schrieb er vorher Geschichte noch doch
Auch ein Monarch hat eine solche immer
Elizabeth Alexandra Mary aus dem Hause
Windsor ist die konstitutionelle Monarchin
Von 16 als Commonwealth Realms noch
Vereinigten sonst souveränen Staaten
Zugleich ist sie Oberhaupt des 53 Staaten
Umfassenden Commonwealth of Nations
Sowie weltliches Oberhaupt der anglikanischen
Church of England der Staatskirche Englands
Aus Gewohnheitsrecht ist sie seit Jahrhunderten
Quasi parlamentarische Monarchin und stand
Bei ihrer Geburt erst an dritter Stelle der Thronfolge
Als ihr Onkel abdankte folgte sie ihrem Vater
Sie hat während des 2. Weltkrieges in der
Frauenabteilung des britischen Heeres gearbeitet
Sie heiratete Prinz von Griechenland und Dänemark
Mit dem sie gemeinsam vier Kinder hat
Nach dem Tod ihres Vaters bestieg sie bereits
Am 6. Februar 1953 den Thron vier Monate
Vor ihrer Krönung in Westminster Abbey die
Als erste live im Fernsehen übertragen wurde
Während ihrer Amtszeit variierte die Zahl
Der Commonwealth Realms da einige der
Staaten unabhängig zu Republiken wurden
Die Entkolonialisierung war dabei bedeutend
An politischen Krisen erlebte sie den Kalten Krieg
Die Nordirland Krise wie den Falkland Krieg
Im annus horribilis 1992 ließen sich zwei ihrer
Kinder scheiden und Schloss Windsor brannte
Nach einer harten Krise ihrer Rolle
Nach dem Tod von Prinzessin Diana 1997
Brach ihr Ansehen zunächst ein weil sie
Politisch korrekt nicht Trauer flaggte
Ihr wurde zu kühle Distanz vorgeworfen
Die jedoch ihrem Amt nur gemäß ist
Sie hat keine politische Meinung zu äußern
Auch wenn Thatcher sie für Labour nah hielt
Durch eine einfühlsame Rede 5 Tage nach
Dem Tod der Ex-Frau von Prinz Charles
Gewann sie die Herzen der Briten wieder
Sie hat weit über 90% Zustimmung im Land
Sie ist ein Stück England und repräsentiert
Auch in hohem Alter noch ihr Land voller
Verantwortung und hat sich noch nie
Zu einem Ausbruch hinreißen lassen
Auch in der Diskussion um den Brexit
Wird sie sich nicht zu Wort melden
Wie es ihre Pflicht als Monarchin ist
Sie repräsentiert alle Briten darum
Jenseits der Regenbogenpresse
Die sich zu gern auf alle Details
Aus Königshäusern stürzt fragt sich
Wie gut eine unparteiische Spitze tut
Jenseits allen politischen Streits eine
Person zur Integration zu haben der
Vom Regierungschef zu berichten ist
Kann einen hohen Wert darstellen
Das politische Gefühl der Identität
Ist ein schwer logisch fassbares Ding
Logisch spricht wenig für Könige heute
Real erwiesen sie sich oft als Anker
In Spanien ebnete der König einst
Den Weg zurück zur Demokratie
Angesichts dessen scheinen doch
Manche persönliche Mängel kleiner
Ob es der Welt besser täter wenn
Es nur Republiken gäbe ist unklar
Vielleicht ist ein wenig davon auch
Gut für das Gleichgewicht innen
Zumindest eine Monarchin wie die
Längst diamantene Queen Elizabeth II.
Tut England und gut und ihre Art
Des Umgangs mit Merkel hebt beide
Es ist bei diesem Gedenken der Krönung
Völlig egal dass die Königin privat Pferde
Wie Corgis liebt und eine rührende längst
Urgroßmutter sein soll mit viel Humor
Auch ob manche ihr Verhalten als zu steif
Empfinden kann dahinstehen sie handelt
Pflichtbewusst und absolut korrekt wie es
Allein ihre Lebensaufgabe ist
Diese lebenslange Korrektheit mit der
Sie ihre Meinungen und Launen immer
Hinter ihrer Rolle und dem Amt noch
Zurückstellte verdient Bewunderung
Darin vielleicht gleich sie auch Merkel
Die zwar noch parteipolitisch agiert
Aber dennoch sehr pflichtbewusst ist
Was dem Amt Würde gibt und gut tut
Anläßlich des Jubiläums der Krönung
Darüber nachzudenken wie wichtig es
Im politischen Gezänk ist eine neutrale
Stimme zu haben täte der Republik gut
jens tuengerthal 2.6.2016
Mittwoch, 1. Juni 2016
Kulturgeschichten 0241
Machen uns Gesetze erst frei
Oder sind sie ewige Bedingung
Unserer Unfreiheit weil immer
Ein beschränkender Rahmen
Was ist die Bedingung der Freiheit
Ist es gerade bedingungslos zu sein
Oder nehmen wir sie überhaupt erst
Beschränkt wahr weil alles Grenzen hat
Es haben sich wohl die Bedingungen
Gewandelt unter denen wir frei uns fühlen
War es einst die Bewegungsfreiheit noch
Ist es vielen viel mehr freies W-Lan heute
Dennoch suchen viele noch die Freiheit
In der Wildnis wo sie sich ungebunden
Fühlen von den Regeln des Alltags
Machen was sie wollen wie sie meinen
Damit die Wildnis so wild bleibt für alle
Gibt es natürlich genaue Regeln wie
Sich wer dort zu verhalten hat denn
Natürlich wollen nicht alle das gleiche
So wünscht sich der Berliner gern
Einsamen Ostseestrand aber bitte
Mit Netzempfang um den Nachbarn
In der Großstadt Bilder zu schicken
Wenn die Funknetze nun krank machen
Oder Handywellen wider Erwarten doch
Krebs erregen den sie wachsen lassen
Wer ist am Ende dafür verantwortlich
So wie wir erwarten dass wer etwas
Gefährliches tut dafür Verantwortung
Übernimmt so wollen wir Sicherheit
Für unsere Freiheit lieber haben
Was ist der Rahmen für Sicherheit
Wo bleibt die Freiheit neben ihr
Wie wirken Gesetze dabei für was
Sind alte Fragen der Menschheit
Die Römer schrieben ihr Recht auf
Es galt das römische Recht lange
Nicht nur im ihm folgenden Reich
Sondern wirkte in ganz Europa
Wo Konflikte nicht mit Gewalt
Wie lange durch Fehden noch
Geklärt werden sollten braucht
Es einen rechtlichen Rahmen
So gab es lange ein Fehdeverbot
Schon Karl der Große regte es an
Karl V. kämpfte noch um die Umsetzung
Später ging es um Rechtssicherheit
Ein Gesetz für alle das auch klar
Die Freiheit regelt für jeden kann so
Dem Recht des Stärkeren vorbeugen
Mehr Freiheit schaffen als ohne war
Diese Absicht verfolgte auch Friedrich II.
Als er mit der Arbeit am Landrecht begann
Das am 1. Juni 1794 unter seinem Neffen
Friedrich Wilhelm II. in Kraft trat
Das Preußische Allgemeine Landrecht
Versuchte erstmals die Rechtsordnung
Als Ganzes in einem Gesetzeswerk für
Alle fraglichen Bereiche zu erfassen
Friedrich der Große wollte ein klares
Wie eindeutiges Recht und war dabei
Vom Müller-Arnold-Fall geprägt warum
Er die Macht der Juristen begrenzte
Der Müller Arnold hatte eine Wassermühle
Der durch den gersdorffschen Karpfenteich
Das Wasser abgegraben wurde weshalb er
Sich weigerte für die Mühle ohne Wasser
Weiter Erbpacht zu zahlen wozu ihn aber
Ein Gericht verurteilte nach geltendem Recht
Worüber er sich nach zweiter Instanz
Bei Friedrich persönlich noch beschwerte
Was dieser nutzte selbst einzugreifen
Die beteiligten Richter zu Festungshaft
Zu verurteilen und den Müller dafür
Entschädigen zu lassen weil er das Urteil
Als ungerecht empfand was zwar sehr
Menschlich klingt aber gegen geltendes
Recht verstieß ein wilkürlicher Eingriff
Eines absolutistischen Herrschers war
Sich dessen bewusst begnadigte er
Die Richter bald wieder und nutzte
Die Gelegenheit sich endlich an das
Vorhaben seines Großvaters Friedrich I.
Zu machen ein Gesetzbuch zu schreiben
Zunächst verfügte Friedrich II. ein
Analogieverbot um so den Rechtsmißbrauch
Durch die Juristen zu verhindern es sollte
Nur noch der Wortlaut ausgelegt werden
Das ALR sollte für jedermann verständlich
Nachlesbar sein damit ein jeder sein Recht
Finden könne wie es geschrieben steht
Es keine Wilkür mehr gäbe
Zunächst 1792 fertiggestellt wurde es dann
Nochmal überarbeitet und nahm so auf
Die Bedenken der preußischen Eliten mehr
Rücksicht denen es zu freiheitlich war
Viele freiheitliche und vernunftrechtliche
Bestimmungen wurden wieder gestrichen
So etwa auch die Wohlfahrt als Staatszweck
Die Friedrich aufgeklärt unbedingt wollte
Das ALR regelte alle Rechtsbereiche vom
Zivilrecht Lehnsrecht Ständerecht Gemeinderecht
Staatsrecht Kirchenrecht Polizeirecht Strafrecht
Strafvollzugsrecht in über 19.000 Vorschriften
Es sollte jeden einzelnen Fall regeln und war
So gesehen ein großer Fortschritt auch der
Vorrang des Naturrechts darin war wichtig
Wie der keine Strafe ohne Gesetz Grundsatz
Der Entwurf des ALR verkündete noch eine
Selbstbeschränkung der Monarchie doch war
Dies am Ende nicht mehr enthalten so wenig
Wie eine Beschränkung der Privilegien
Der Grund für die Verfassung des ALR war
Der Fall des Müller Arnold wie die Furcht
Friedrichs vor der Bamten Wilkür die er
Durch seine eigene anstatt ersetzte
Ähnlich ging es dem preußischen ALR
Das den Wilkürschutz am Ende doch
Weitgehend aushebelte und so wurde
Was gut gedacht war nur mäßig gemacht
Doch der Aufopferungsgedanke aus § 74 ALR
Wurde bis heute Gewohnheitsrecht wonach
Der Staat in Eigentum eingreifen darf doch
Zugleich dafür nach § 75 ALR ersatzpflichtig ist
Nur 17 Jahre später schufen sich auch die
Österreicher am 1. Juni 1811 gültig ab 1812
Ein Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch
Was bis heute als älstestes noch gültig ist
Bürgerliches Recht heißt es regelt nur
Die privaten Rechte und Pflichten der
Bürger unter sich nach § 1 ABGB womit
Es dem Deutschen ein A voraus hat
Die Vorarbeit dazu leisteten bereits
Der Codex Theresianus sowie das
Josephinische Gesetzbuch wie konkret
Das Westgalizische Gesetzbuch von 1797
So kamen die Österreicher wohl etwas
Später als die Preußen die schon immer
Schnell schossen besonders in Königgrätz
Aber hielten länger als das ALR noch
Die Preußen wollten alles in einem regeln
Genau kodifiziert für jeden Einzelfall wovon
Nichts heute übrig blieb die Österreicher
Blieben zivil und haben es immer noch
Recht beschränkt die Freiheit und gibt sie
Es ist der Kompromiss den es braucht
Das Zusammenleben friedlich zu ordnen
Aber bleibt ein schlechter Kompromiss
Besser vertrauten die Bürger der Vernunft
Als nur dem Recht das schnell vor Gericht
Im Streit endet weil es eben auslegbar ist
Nur gilt was formal beweisbar auch war
Gericht und Gerechtigkeit klingt nur seltsam
Ähnlich wovon sich besser keiner mehr
Täuschen lassen sollte da Recht an sich
Einfach gilt als Selbstzweck der Ordnung
Gesetze sind nicht einfach gut sondern
Meist nur ein schlechter Kompromiss
Doch schlimmer wäre nur was ohne sie
Unter den ihm Unterworfenen los wäre
So schafft das Recht keine Gerechtigkeit
Sondern nichts als eine Rechtsordnung
Doch ist diese meist besser noch als das
Recht des Stärkeren was hieße Gewalt
Der Rechtsstaat bringt keine Gerechtigkeit
Er bietet nur das Recht anstatt zur Lösung
Wenn sonst nur der Stärkere immer siegte
Ist also ein schlechter fairer Kompromiss
jens tuengerthal 1.6.2016
Alles was ich liebte
Habe alles was ich liebte
Verloren
Meine Tochter
Meine Verlobte
Meine Geliebte
Zugleich
Es bleibt nicht viel
Was soll ich sagen
Es ist wie es ist
Alles geht irgendwann
Manchmal ist es viel
Wenn alles auf einmal
Einfach weg ist
Vielleicht ist das die
Quantendynamik der Fälle
Wenn sich häuft was weh tut
Es unerträglich eigentlich ist
Sich fragt wozu das ganze
Vermutlich ist es nichts
Als einfach das Leben
Mal lässt es uns lächeln
Dann würden wir heulen
Wenn wir es noch könnten
Es bleibt nichts als die Leere
Und das Herz das weiter
Schlägt als hätte es nichts
Besseres zu tun
Tag und Nacht
Wie schön so spürbar ganz
Zu leben und zu leiden
So weiß ich zumindest
Warum es noch schlägt
Dies verfluchte Herz
Rauchen wir eine
Morgen geht die Sonne
Auch wieder auf
Vermutlich auch für mich
Wenn das Herz noch
Immer weiter schlägt
Auch so gebrochen
jens tuengerthal 1.6.2016
Seepicknick
Ein Picknick am See ist alles was
Es zum Glück braucht steigerbar
Nur durch Liebe Bücher Sonne
jens tuengerthal 1.6.2016
Dienstag, 31. Mai 2016
Kulturgeschichten 0240
Wenn ein König stirbt
Folgen die Kinder
So sie noch leben
Zumindest Familie
Irgendwie auch wenn
Ohne Kinder wie der
Der jetzt dem Vater folgte
Am 31. Mai 1740 folgte Friedrich II.
Seinem Vater Friedrich Wilhem I. auf
Den Thron Preußens nach dessen Tod
Der Philosoph aus Rheinsberg der sich
Mit schönen Geistern umgab musizierte
Voltaire zu Gast hatte war nach langem
Kampf mit seinem Vater der vorher bis
Zur Hinrichtung seines Freundes Katte
Geführt hatte und den Künstler in ihm
Brach sollte die Aufklärung endlich
Nach Preußen bringen hofften seine
Freunde wie alle die unter dem Vater
Noch in soldatischer Enge sehr litten
Friedrich war vier Jahre zuvor 1736
Noch als Kronprinz mit seiner Gemahlin
Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern
Die er drei Jahre zuvor auf Wunsch seines
Vaters wie des Kaisers ihres Schwagers
Der Preußen so an Österreich binden wollte
Erst nach Widerstand geheiratet hatte
Nach Rheinsberg gezogen wo er wohl
Die schönste Zeit seines Lebens noch
Verbrachte gelegentlich sogar seine
Ungeliebte Gattin des Nacht besucht
Allerdings immer ohne Folgen
Ob die Kinderlosigkeit an Friedrichs
Vielfach gemutmaßter Homosexualität lag
Oder an dem Tripper den er sich wohl vorher
Noch einfing ist viel gemutmaßt worden
Möglich ist auch dass Friedrich es so wollte
Er tat was er tun musste und seine Frau nicht
Verstieß die immer ungeliebt aber solidarisch
Zu ihm stand auch wenn nie nach Sanssouci
Von ihm eingeladen und nach Rheinsberg
Nie wieder als Gattin behandelt wurde
Der Vollzug dieser Ehe wohl nie stattfand
In Rheinsberg komponierte Friedrich noch
Seine erste Sinfonie und schrieb mit Voltaire
Dem Vordenker der Aufklärung aus Paris
Schrieb selbst den Antimachiavell einen
Tugendkatalog des aufgeklärten Monarchen
An dem ihn später manche noch maßen
Scharte einen Kreis gebildeter äterer Männer
Um sich mit denen er musizierte wie auch
Philosophierte führte einen Musenhof
Als erste Maßnahme nach der Thronbesteigung
Die noch ganz im Sinne der Aufklärung war
Schaffte er die Folter ab und sagte darum also
Lieber sollen zwanzig Schuldige freigesprochen
Werden als ein Unschuldiger geopfert werden
Außer für Landesverrat und Majestätsbeleidigung
Wurde so die Folter per Edikt abgeschafft
Auch bedürfe es zur Verurteilung keiner Folter mehr
Sofern genug klare Indizien vorlägen was den
Strafprozess grundsätzlich aufklärerisch änderte
Seine viel zitierte Toleranz in Fragen der Religion
Galt nur für seinen Spott über diese weniger
Gegenüber den Juden denen er bloß noch
Die Möglichkeit gab sich Schutzbriefe zu kaufen
Den mit Schlesien dazugekommenen Katholiken
Baute er zwar einen Dom als Zeichen seiner
Offenheit stellte ihn jedoch dezent in die Ecke
Das jeder solle nach seiner Facon selig werden
Galt nur in real begrenztem Umfang war aber
Dennoch ein erster Aufbruch zur Freiheit
Wie sie dem Geist der Aufklärung entsprach
Friedrich zeigte er sich schnell neuen Formen
Der Wirtschaft gegenüber aufgeschlossen
Ordnete so bereits 1742 die Anpflanzung von
Maulbeerbäumen zur Seidenraupenzucht an
Um nicht von Exporten abhängifg zu sein
Auch die Einführung der Kartoffel gehört
Später zu diesen aufklärerisch innovativen
Projekten seiner Regierungszeit wie manches
Im erst nach dem Siebenjährigen Krieg gebauten
Neuen Palais in Potsdam das die Ökonomie
Wieder in Schwung brachte auch wenn er
Diesen Protzbau nie selbst nutzte
Der Alte wie der junge Fritz zogen immer
Sanssouci sein Schloß am Weinberg vor
Zumindest im Sommer wenn der leichte Bau
Beheizbar war und scharte dort die Männer
Und ganz wenigen Frauen um sich deren
Geist er als hervorragend schätzte
Kurz nach Regierungsantritt gab er seinem
Minister Podewill den Befehl die Zensur für
Den nichtpolitischen Teil der Zeitungen sofort
Aufzuheben womit Preußen die erste Monarchie
In ganz Europa war die zumindest eine
Beschränkte Pressefreiheit einführte
Zusätzlich durfte sich jeder brieflich oder sogar
Persönlich an den König wenden womit er
Auswüchse des Feudalsystems kontrollieren wollte
Real war es eine Form des Absolutismus
In dem der König seinen Beamten zugunsten
Der Schwächeren vorab misstrauten und hatte
Oft wenig mit rechtsstaatlicher Entscheidung zu tun
Mehr dafür mit Launen des Monarchen
Schon sechs Monate nach der heute gedachten
Thronbesteigung begann Friedrich den ersten
Schlesischen Krieg dem noch zwei folgten dessen
Auslöser keinewegs Streitigkeiten über einen
Behaupteten Besitz waren sondern schlicht der
Tod von Kaiser Karl VI. dem seine Tochter
Maria Theresia nach der pragmatischen Sanktion
Gefolgt war was Österreich teuer erkaufte
Die Großmacht spürbar schwächte
Friedrich die Gelegenheit zur Eroberung gab
Mit der er Preußen in den Kreis der
Großmächte Europas erst kämpfte
Beinahe wäre Preußen dabei untergegangen
Als es nahezu gegen ganz Europa wie das
Reich kämpfen musste und egal ob es nun das
Mirakel des Hauses Brandenburg war was hier
Im letzten Moment rettete oder der Tod der Zarin
Der mit Peter ein Verehrer Friedrichs folgte
Dessen Gattin die ihren Mann bald beseitigte
Eine Freundin seines Bruders war was ihm
Wie Preußen wohl Krone und Hintern rettete
Er hat drei Kriege begonnen wobei er die
Letzten beiden aus taktischer Vorsicht eher
Denn aus Eroberungswille begann bleibt
Doch der Vertragsbruch gegenüber der
Österreichischen Herrscherin Maria Theresia
Die später mit der Zarin und der Pompadour
Alles daran setzte diesen Preußen noch
Zu schlagen der eigentlich nur ein
Kurfürst in ihrem Reich für sie war
Der Aufklärer auf dem Thron begann mit
Mutigen Reformen gegen die Folter wie
Kurz danach einem Angriffskrieg gegen
Einen geschwächten Gegner der sein Land
Fast in den Untergang stürzte und tausende
Menschen über Jahre tötete nur um sich
Als Großmacht zu profilieren weil sich eben
Gerade die Gelegenheit günstig bot
Viele waren entsetzt was der Kronprinz
Den sie aus Rheinsberg kannten als König
Plötzlich tat kaum noch alte Freunde kannte
Oft bitter ironisch wurde und wohl auch
Voltaire so lange quälte bis dieser seinen
Abschied wütend nahm was manches
Über beider Verhältnis wohl verrät
Egal ob stimmt was Friedrich behauptete
Dass Voltaire ihn betrog und bestahl
Es bestieg am 31. Mai 1740 mit 28 ein
Als Kronprinz gebrochener den Thron
Der durch seinen Wagemut wie sein
Glück zu einem Großen wurde was
Zeigt manches an Größe ist immer Sage
Dennoch war Friedrich der Große der
Später der Alte Fritz wurde ein vielfach
Hochbegabter Mann der sein Genie
Nicht frei leben konnte und dafür
Im Krieg alles riskierte und er wurde
Derjenige der Preußen groß machte
Alles was folgte dort stand nur noch
In seinem Schatten bis 1918
Der König ist keiner der Anbetung
Oder vorbehaltlose Bewunderung
Weiter verdient sondern einer der
Immer auch kritisch zu sehen ist
In seiner Neigung zum Spiel auch
Mit Menschen um Länder
Der aber der erste Aufklärer auch
Auf dem Thron war und vieles
Was folgte erst anstieß dabei ist
Für die Betrachtung des Herrschers
Wie des Menschen Friedrich seine
Sexuelle Neigung scheinbar doch
Unwichtiger als es vielen schien
Musik und Literatur wie Philosophie
Prägten den Autor und Komponisten
Unter den Königen mehr als vieles
Warum das Thema auch ruhig
Am Ende offen bleiben kann
Wie die letzte Frage was wohl
Größe wirklich ausmacht
jens tuengerthal 31.5.2016
Liebesparadox
Liebe ist etwas seltsames
Immer irgendwie paradox
Wo wir sie halten flieht sie
Lassen wir sie fliegen
Kommt sie noch näher
Was wäre da nur vernünftig
Wer betont einfach zu sein
Ist bestimmt höchst komplex
Wer zwei liebt hat keinen
Ist nirgendwo wirklich
Wer doppelt geliebt wird
Bleibt am Ende eher einsam
Glück liegt eher im Kleinen
Worauf es real ankommt
Ist als Gefühl nicht greifbar
So staune ich noch
Ohne zu wissen was ist
Ahne nur dunkel wie es endet
Will es lieber nicht wissen
Genieße was ist
Was bliebe sonst
jens tuengerthal 31.5.2016
Sandalsocke
Am deutschen Wesen soll die Welt genesen
Hieß es einst bevor Sandalenträger kamen
Nun reservieren sie nur noch Handtücher
jens tuengerthal 31.5.2016
Montag, 30. Mai 2016
Kulturgeschichten 0239
Noch immer windet sich die Partei
Die nur Nachfolgeorganisation der
SED zunächst war um nicht alle
Gelder an den Westen zu verlieren
Wie Gysi es ganz offen zugab
Sich erst PDS nannte ein bloßes
Reaktionäres Ostphänomen war
Bis sie sich medienwirksam in die
Linke umbenannte und dabei ein
Ehemaliger SPD Vorsitzender sogar
Den stalinistischen Flügel ehelichte
Zu sagen was die DDR rechtlich war
War die DDR ein Unrechtsstaat
Oder ein Rechtsstaat nach dem
Eben sozialistischen Modell das
Nur andere Prioritäten setzte
Schließt dies den Rechtsstaat aus
Hat die Geschichte nicht gezeigt
Welch totalitärer Staat einst jenseits
Der Mauer entstand und unterging
Als der Protest zu laut wurde wie
Die östliche Unterstützung schwand
Zählt für das was war der Schein
Oder die realsozialistische Wirklichkeit
Kommt es auf den Einzelnen noch an
Wenn die Partei von Moskau dirigiert
Nur scheinbar selbständig regiert
Ändert positive Erinnerung im einzelnen
Etwas an der Bewertung als Ganzes
Wie wichtig war der rechtliche Rahmen
Am 30. Mai nahm der 3. Deutsche Volkskongress
Die erste Verfassung der DDR an wobei der
Entwurf vom Deutschen Volksrat einstimmig
Gebilligt und den Delegierten überwiesen
Worden war nun am 7. Oktober in Kraft trat
Es folgten noch drei weitere Verfassungen die
Das System des Sozialismus unter Herrschaft
Der SED durch Verschleierung konsolidierte
Doch schon die erste Verfassung die logisch
Den geteilten Weg zwischen der SBZ und
Den Westaliierten Zonen zementierte zeigte
Wesen und Kern des späteren Staates der
Sich unter Leitung der UDSSR weiter vom
Ideal westlicher Demokratie entfernte
Sogar Gewaltenteilung schlicht negierte
Die Verfassungen der DDR bekannten sich
Zu Bürgerrechten und demokratischer Ordnung
Somit nie die Verfassungswirklichkeit im eben
Totalitären Staat widerspiegelten andererseits
Trotz wilkürlicher Auslegung zur Legitimation
Waren sie die Grundfesten des Staates der
Sich nach sowjetischem Vorbild gründen sollte
Die SED die aus der Zwangsvereinigung von
KPD und SPD unter Führung der KPD 1946
Entstanden war wurde von der sowjetischen
Militäradministration 1946 noch beauftragt ihr
Konzept zur Übernahme der Führungsrolle
In Deutschland bald zu konkretisieren
Schon zwei Wochen später kam der erste
Entwurf für eine Verfassung der dann ersten
Demokratischen deutschen Republik welcher
Welcher von Wilhelm Pieck Otto Grotewohl
Wie Walter Ulbricht und Max Flechner von
Dem Juristen Karl Polack erstellt wurde
Neben der scheinbaren Anlehnung an die
Vorige Weimarer Verfassung wurden schon
Sozialistische Ideen realisiert wie die eben
Volkssouveränität und Gewalteneinheit
Doch stets noch unter Vorbehalt damit
Eine Staatsgründung auch für das
Bürgerliche Lager akzeptabel war
Zur Vertretung deutscher Interessen was
Für die SED die sowjetische Postion war
Veranstaltete sie unter Protest der CDU
Einen Volkskongress für Einheit und
Gerechten Frieden in echtem DDR-Deutsch
Dieser demokratisch nicht legitimierte
Konvent setzte sich so zusammen dass
Sich die SED durch einen undurchsichtigen
Modus die absolute Mehrheit sichern konnte
Es diente offiziell der Herstellung künftiger
Staatlicher Einheit real aber wurde es
Längst zum Organ des eigenen Staates
Nachdem im Februar 1948 in London
Der Entschluss zur Gründung der BRD
Aus den Westzonen fiel konstituierte sich
In Ost-Berlin der 2. Deutsche Volkskongress
Dessen Zusammensetzung zuvor erwartbar
Vom Politbüro der SED in ihrem Interesse
Besetzt worden war mit 2000 Delegierten
Die aus ihrer Mitte 400 Mitglieder in den
Volksrat wählen wollten auch dabei kam
Die SED mithilfe ihrer Massenorganisationen
Wieder auf die absolute Mehrheit der Stimmen
Es galt bei der Arbeit weiterhin die von Ulbricht
Bereits 1945 herausgegebene Doktrin es müsse
Demokratisch aussehen aber sie müssten alles
Immer in der Hand haben so wurde auch die
Entschädigungslose Enteignung aller vorher
Großgrundbesitzer beschlossen wie zugleich
Jede Privatschule in der DDR verboten
Bis der Entwurf vom Volkskongress beschlossen
Der Bevölkerung zur Diskussion vorgelegt wurde
Wobei die gleichzeitige Arbeit des westlichen
Parlamentarischen Rates der später die BRD
Mit ihrem Grundgesetz gebar was heute gilt
Als volksverräterische Machenschaften eines
Fremdbestimmten Vasallenstaates stigmatisiert
Wurden um von eigenen Mängeln möglichst
Laut abzulenken mit üblicher Propaganda
Woran wieder zu sehen ist es war nicht
Alles schlecht in der DDR nur die Sprache
War es nahezu immer in ideologischer Enge
Es gab in Summa 15.000 Einsendungen zur
Diskussion aus den Kommunen die sodann
Auf 30 Kritikpunkte zusammengefasst wurden
Doch brach die SED-Führung die Aktion dann
Plötzlich ab und berief nach dreieinhalb Monaten
Pause den Verfassungsausschuss wieder ein
So entstand ein Verfassungsentwurf der sich
Scheinbar am Rechtsstaat und der vorherigen
Weimarer Verfassung anlehnte um bürgerliche
Kreise zu beruhigen auf den aber gerade was
Staatsaufbau Gewaltenteilung Rechtsprechung
Betraf die SED entscheidenden Einfluss nahm
Der Volksrat bestätigte den Entwurf einhellig
Nahm sogleich mit dem parlamentarischen Rat
Der zu Bonn tagte Verbindung auf der jedoch
Den Rat nur als Instrument der sowjetischen
Machtpolitik sah und jede Zusammenarbeit
Daran wie dabei ablehnte womit die noch
Erstrebte Einheitslösung aufgegeben wurde
Für die dann favorisierte Teilstaatslösung
Zur Inkraftsetzung des Verfassungsentwurfs
Wurde der Dritte Deutsche Volkskongress
Einberufen für den erstmals eine Einheitsliste
Mit vorgegebenem Verhältnis der Parteien
Auf dieser Liste die nur noch abgelehnt
Oder bejaht werden konnte was die SED
Die nächsten 40 Jahre so Wahl nannte
Als dieser dann am 30. Mai die Verfassung
Einhellig sozialistisch annahm war aber
Schon den Weg vorzeichnete den dieser
Eben totalitäre Staat später nahm
Erschreckend ist wie sehr die Verteidiger
Des Sozialismus bis heute Verantwortung
Für den Unrechtsstaat DDR leugnen mit
Dem Argument es sei ja auch vieles völlig
Rechtsstaatlich gewesen denen endlich
Deutlich gesagt werden sollte auch die
Nürnberger Rassegesetze kamen den
Prinzipien des Rechtsstaates entsprechend
Zustande warum es später auch die
Radbruchsche Formel brauchte um die
Täter des NS-Unrechts zu bestrafen
Die für Mauerschützen reanimiert wurde
Ob es richtig ist sich gegen diese Regime
Die anscheinend rechtsstaatlich arbeiten
Aber real ihre Ideologie totalitär nur weiter
Durchsetzen wollen unter Berufung auf
Das Naturrecht zu wehren scheint so
Doch fragwürdig weil es bedeutet dass
Der Anspruch des Staates zu strafen
Über die Prinzipien der Strafe noch
Gestellt werden können was jeder
Staatlichen Handlung die Legitimation
Dauerhaft logisch nehmen wird
Es konnten die NS-Täter nur damit
Teilweise bestraft werden wenn es
Rechtsstaatlich sein sollte da ihr
Handeln zur Tatzeit legitim war
Gleiches gilt für die Mauerschützen
Doch sollten sich im Lichte der
Verfassung der DDR wie ihrem nur
Anschein von Rechtsstaat nicht
Lieber gefragt werden ob es nun
Wichtiger ist zu strafen oder den
Rechtsstaat rechtsstatlich zu lassen
Wer ohne Recht straft raubt damit
Dem Prinzip die Grundlage dafür
Genügt auch kein nur erfundenes
Naturrecht der Staat wird damit
Zum Unrechtsstaat den er doch
Auf diese Weise nur verurteilte
So stößt der Rechtsstaat auf Grenzen
Bei Mauerschützen wie bei Tätern hinter
Tätern die staatlich legitimiert handeln
Ob es nun schlimmer ist wenn der Staat
Hier die Prinzipien seines Strafens verrät
Nur um strafen zu können oder lieber
Aus Prinzip auf Strafe verzichtet wird
Stellte die weitere Frage nach dem
Je Sinn von Strafe wie der immer
Anmaßung hinter diesem Rechtsinstitut
Es sind noch viele Fragen zu stellen
Bevor hier entschieden werden sollte
Lange wurde es aus eher moralischen
Gründen anders gemacht was aber
Nur zum ideologisch umgekehrten
Gesinnungsstrafrecht führte
Es wird Zeit sich beim Urteil auch
Auf Kant zu besinnen um nicht
Die Prinzipien zu verraten die
Dabei verteidigt werden sollen
jens tuengerthal 30.5.2016
Lebensballance
Im Gleichgewicht auf der Suche nach Glück
Was in der Natur liegt wo sie eins sind
jens tuengerthal 29.5.2016
Sonntag, 29. Mai 2016
SuperGAULand
Oder sagt er nur was Leute denken
Perfide spielt der AfD mit Rassismus
jens tuengerthal 29.4.2016
Kulturgeschichten 0238
Byzantion war eine griechische Stadt
Bekannter auch als Byzanz wurde sie
Um 600 vor Christus am Ausgang des
Bosporus gegründet auf einer Halbinsel
An Marmarameer und Goldenem Horn
Wurde dies zauberhafte Byzanz schon
Zwischen 326 und 330 von römischen
Kaiser Konstantin I. zum neuen Rom
Gemacht und damit zur Hauptstadt
Seines Reiches die nach ihm lange
Konstantinopel noch hieß bis dann
Am 29. Mai 1453 von den Türken
Erobert Hauptstadt ihres osmanischen
Reiches wurde das mancher heute
In Ankara gern reanimierte als Ziel
Damit ging das byzantinische Reich
Mit seiner reichen griechischen Kultur
Die auch mit primitiverer christlicher Sekte
Noch kultivierter war als die Anatolen
Die sich nun dort breit machten weil es
So schön ist wo es eng zugeht
Zwischen Land und Meer
Beim Wohnen wie beim Analverkehr
Heute heißt die Stadt Istanbul
Ist eine Stadt im Reich des Sultan
Der Erdogan gerne wäre und bleibt
Doch so reich und bunt trotz des
Just herrschenden primitiven Islam
Und so hat jede Generation Herrscher
Der Stadt zwischen Mittelmeer und
Schwarzem Meer ihren Stempel
Wieder aufgedrückt auf ihre Art
Wer meint das sei es gewesen
Istanbul hieße und bleibe so
Weil der Islam nicht zurückweicht
Sollte bedenken die Stadt steht
Dort unter wechselnder Herrschaft
Seit über 2600 Jahren von denen
Der Islam nur knappe 550 Jahre
Dort sein Unwesen trieb und so wird
Auch diese absurde totalitäre Sekte
Nahe dem Zentrum von Europas
Humanismus aus Griechenland
Vergehen und der Vernunft weichen
Die über 2000 Jahre dort wichtiger
War wie die guten Geschäfte mit den
Schiffen an der Meerenge
Byzanz ist Teil Europas wie auch
Damaskus zu unserer Kultur noch
Lange dazugehört wie Jerusalem
Oder die Bibliothek von Alexandria
Da wird die islamische Sekte noch
Ein wenig zucken die nächsten Jahre
Wie es so ist bei sterbenden Hunden
Doch ist der Intelligenzquozient nicht
So unterschiedlich verteilt unter uns
Dass anzunehmen wäre es ginge
Einfach so weiter wie bisher denn
Irgendwann merkt jeder es geht
Auch ohne wie in Amerika oder nur
Nach Laune und was Freiheit heißt
In der keiner sagt was wem Glück ist
Wer möchte dass die Welt wieder
Griechischer und also philosophischer
Freier und glücklicher wird sollte
Das Ideal der Freiheit wie des Atheismus
Verbreiten statt die Idioten zu bestaunen
Die von Göttern und Propheten erzählen
Um Angst zu verbreiten und Macht
In deren Namen auszuüben denn
Götter gibt es nur solange wir es wollen
Bei den Griechen konnten atheistische
Atomisten neben Aristoteles leben
Epikur sich mit Pythagoras verstehen
Auch wenn jener keine Götter kannte
Dieser sich für einen halben hielt auch
Wenn sie über 200 Jahre auseinander
Noch lagen stammen beide aus Samos
War Epikur mit seinem Hedonismus
Als dem freien Streben nach Lust
Allen Gläubigen die sich knechten
Für erfundene höhere Ideale immer
Ein Graus während Pythagoras nach
Erstellung logischer Mathematik einen
Aberglauben mit sich als Zentrum fand
Begründete Epikur in seinem Garten
Den Kepos in den er Menschen aus
Allen Schichten aufnahm auch Sklaven
Auf das sie Männer und Frauen dort
Als bis zu 200 Schüler frei lebten
In einem geschützen Raum der Freiheit
Mit nicht mehr an Bedürfnis für ihn als
Brot Wasser und ein wenig Käse
Was bewahrenswert ist an Traditionen
Im Denken wie im Leben sollte uns
Ein Leitstern sein in dunklen Zeiten
In denen der Aberglaube den klaren
Blick verstellt so manchen denn gegen
Islamismus hilft kein Kreuzzug der nur
Das gleiche Mittel aus anderer Zeit ist
Sondern Aufklärung und viel lachen
Machen wir uns über die Götter lustig
Zeigen wir denen in gerade Istanbul
Wieder was Lebenslust in Europa ist
Auch ohne Götter wenn es so gefällt
Der Untergang des Aberglaubens
Beginnt in den Köpfen und ist immer
Der Aufgang der Freiheit damit
Ein Epikur entschied nicht ob es
Götter gibt oder nicht sie gingen
Ihn nur nichts an weil welcher
Narr muss einer sein der glaubte
Gäbe es Allmächtige würden sie
Sich um uns auch nur kümmern
Warum es für uns alle nach ihm
Darum geht so lustvoll wie gut
Zu leben und zu tun was gefällt
Möge Byzanz wie ich es nenne
Weil auch Konstantin schon sehr
Dem Aberglauben verfiel an jenen
Gott der sich angeblich kümmere
Wieder eine freie philosophische
Stadt werden die Türken selbst
Sich befreien und den Sultan
Diesen anatolischen Pascha
Mit weniger Intellekt als Stolz
Lieber zum Teufel schicken
Wo gleich und gleich sich gern
Gesellt im Kindertheater
Die Antwort auf die Kriege
Im Irak oder Syrien ist immer
Eine philosophische denn es gibt
Nur ein Leben das wir möglichst
Glücklich verbringen wollen
Alles übrige ist nur Aberglaube
Der Fall Konstantinopels war
Für viele der Anfang vom dann
Untergang des Abendlandes bis
Zu den Türken vor Wien die
Mühsam noch der Baden Max
Mit anderen in die Flucht schlug
Den die Pegiden mit ihren Brüdern
Aus den Kohorten des AfD stets
Als Vision voller Angst besingen
Höre ich diese Idioten in Sachsen
Wie anderswo im Land laut schreien
Schiene der Untergang verlockender
Als völkischen Rassismus noch weiter
Unter den Deutschen zu kultivieren
Es fehlte der Welt rein gar nichts
Ginge Sachsen mit den Pegiden unter
Doch wird sich nichts ändern wohl
Solange ich ihnen nur sage wie dumm
Sie sind und wie sehr sie Erdogan eher
Gleichen als der Kultur des Abendlandes
Deren Schande sie sind weil sie nie
Verstanden was sie verteidigen wollen
Religion halten wir nicht mit Zäunen
Oder Schwertern auf sondern nur
Mit dem kühlen Florett des Verstandes
Der den Unsinn schlicht offenbart
Es ist der Geist der Aufklärung den es
Dringender als je braucht um sich aus
Der Sklaverei der Vorurteile zu befreien
Glücklich friedlich miteinander zu leben
Keine Kreuzzüge mehr sondern endlich
Deren Gegenteil beleuchten wir lieber
Die arabische Finsternis mit der Fackel
Der Aufklärung damit die Araber selbst
Ihren Aberglauben endlich vergessen
Wenn dann die Türkei im Denken
Wieder laiszistisch ist und aufgeklärt
Kann sie gern nach Europa kommen
Wird der Orient endlich atheistisch
Wie aufgeklärt wer in Mekka oder
Jerusalem beten will macht sich eher
Öffentlich lächerlich als Massen noch
Dazu zu bewegen weil diese lieber
Möglichst nackt am Strand liegen
Es geht im Leben um nichts als Lust
Keine Sache hat Bedeutung als der
Genuss dieser kurzen Zeit die bleibt
Was uns daran hindert vergessen wir
Lieber heute als morgen und was
Braucht es als einen Garten voller
Freunde ein Brot ein Käse einen Wein
Wie einen Krug mit Wasser es hat sich
Seit 2300 Jahren nichts geändert
Byzanz bleibt Byzanz bleibt Byzanz
Genießen wir lieber auf griechisch
Die Lust die Liebe und das Leben
jens tuengerthal 29.5.2016
Sarahtorte
Sarah hat eine Torte abbekommen
Weil sie in Sachen Asyl Zweifel ließ
Am Ende war sie blau mit braun statt rot
jens tuengerthal 29.5.2016