Manche Menschen meinen
Sie würden schöner wenn
Sie sich Tinte unter die Haut
Spritzen lassen oder glauben
Durch diesen Akt aktueller
Massenmode würden sie
Ganz individuell unverwechselbar
Gäben sich eine persönliche
Note am Rande der Lächerlichkeit
Das mag jeder tun wie es
Gerade gefällt auch wenn
Wir wissen oder auch nicht
So ganz genau wissen wie
Schädlich und gefährlich dies
Irgendwann wird in uns ist es
Doch wunderbar wenn sie sich
So zu einem Kunstwerk machen
Für ein Leben lang was nur nie
Aus der Form geraten darf um
Nicht was ist nur noch lächerlich
Scheinen zu lassen aber vielleicht
Ist auch dieser Akt der kollektiven
Verunstaltung mit allen Folgen
Der beste Beweis dafür wie
Wenig ernst wir uns noch nehmen
So gesehen bleibt es zwar
Immer noch hässlich aber ist
Zumindest amüsant für alle
So wird es ein sozialer Akt
Sich zum Amüsement anderer
Zu machen auch wenn es
Kunst sein soll darf diese doch
Gerne komisch sein
jt 5.10.14
Sonntag, 5. Oktober 2014
Tatoounsinn
Kohlraunen
Nun raunt Kohl wieder
Aus den Grüften seiner
Erinnerung via Tonband
Das Merkel nicht konnte
Zumindest nicht mit
Messer und Gabel essen
Und Wulff ein feiger Verräter
Wer wundert sich und warum
Nur sind diese Nichtigkeiten
Eines älteren Herren
Dem Spiegel einen Titel wert
Vermutlich weil geliebte Feinde
Nicht verloren geglaubt werden
Der eine wurde verraten
Die andere kann es nun
Es ist egal
jt 5.10.14
Asylterrorismus
Wer aus Angst flieht
Aus dem Krieg der tötet
Wird nicht töten wollen
Wer die Angst ausnutzt
Um den Flüchtlingen die
Zuflucht zu verderben
Weiter zu töten ist ehrlich
Krieg ist nicht nur dort
Aber nicht hier
Krieg ist grenzenlos
Wir lassen uns den Frieden
Aus Rache rauben
Für nicht unsren Krieg
jt 5.10.14
Nun hat der großartige Geheimdienst der früher einmal Demokratie USA herausgefunden, dass wer hier nun, vertrieben von IS und den Bomben der Koalition, womöglich auch ein Terrorist sein kann, sogar wohl geplant sein soll, da sie mit diesen Terroristen bei uns einschleusen wollten, um den Krieg in unsere friedlichen Länder zu tragen, den wir blutig nur dort unten eigentlich führen wollten, warum dies Drama vielen Angst macht. Wer will schon Krieg vor der eigenen Haustür
Angst vor den Asylanten, die womöglich Terroristen sind, in formal verlogenem Gutdeutsch nun Asylbewerber heißen, was es eigentlich noch schlimmer macht, da sie sich ja nur mühsam bewerben, ihnen nichts mehr zusteht, ist damit Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen, die lieber niemand auch in Not helfen wollen, aus Angst selbst wie üblich zu kurz zu kommen. So gefährdet diese Meldung mehr den Frieden im Land, als es welche Terroristen auch immer sonst täten.
Zumindest wissen wir nun, dass die ängstlichen eher impotent sind und sich darum hoffentlich nicht so zahlreich fortpflanzen, was die Hoffnung nähren könnte, dass irgendwann diese Dumnmheit ausstirbt. Doch ist dies vermutlich sehr gewagt, denn real sind vermutlich viele, die sich fortpflanzen noch dümmer und die Zeugungsfähigkeit hängt leider nicht am IQ.
Die Verbreitung solcher Informationen durch einen Geheimdienst ist nicht Aufklärung sondern Propaganda, die Misstrauen sät, wer dies hinnimmt, wehrt sich nicht dagegen zum Opfer der Terroristen zu werden, da gibt es keine Sicherheit, nirgends und nie, sondern wird zum Opfer und Akteur der der Propaganda, die diesen Krieg treibt.
Krieg ist kein Zufall. Dieser Krieg ist gewollt und wir wären naiv, zu glauben, ein Krieg beschränke sich noch irgendwo. Wer Krieg beginnt, oder fördert, Waffen liefert und davon gut lebt, darf damit rechnen, dass sie in Form von Bomben zurückkehren, irgendwann und eigentlich wird die Welt damit wohl ein Stück gerechter. Wir bekommen wieder, was wir Jahrzehnte gesät haben und das ist schlimm aber global gesehen vermutlich gut so, da es ausgleicht, was wir vorher anderen antaten, stellvertretend. Es wird auch uns an den Hals gehen, was uns nun die Luft nehmen kann und schleunigst noch mehr Maßnahmen zur Sicherheit und Überwachung ergreifen lassen kann, die was uns ausmachte und einmal stark machte, unsere Freiheit, endgültig zu verkaufen.
Dann haben nicht die Terroristen gesiegt, sondern die Geheimdienste, die diese Kriege seit Jahrzehnten führen und nutzen, ihre Macht auszubauen. Es kann sein, dass mich morgen ein arabischer Terrorist aus Syrien oder dem Irak mitten in Berlin in die Luft sprengt. Dann ist das so, denke ich und nur vorher sollte ich so leben als sei es der letzte Tag, lieben und genießen, es ändert sich ohnehin nichts. Nur Angst macht mir keiner und die Lust am Leben nimmt mir niemand.
jt 5.10.14
Sex in Berlin XVIII
Sex ist das Ergebnis von Kommunikation zwischen den Geschlechtern, ob nun des gleichen, verschiedener oder multipler Varianten davon. Er ist so spannend, weil die Kommunikation immer wieder so schwierig ist, sich nicht einfach zur Sache verständigt wird, sondern lange um diese herum geredet wird, auf dem Drahtseil gespannt zwischen Gefühl und Lust.
Ob dem Sex etwas fehlte, wenn wir uns dazu einfach vertändigten, klar auf das Ziel gerichtet ist die eine Frage, die manche für sich verneinen würden und dabei auf Prostitution oder die Lust nur um der Lust willen schauen, andere aber immer bejahen würden, die ohne die Anbindung an das Gefühl, keine erotische Spannung entstehen lassen können.
Außer im Fall der Prostitution klappt die Verständigung selten zielgerichtet sondern nimmt immer Umwege, fühlen wir uns, wenn einer daraus ausbricht eher vor den Kopf gestoßen, soweit wir eine romantische Neigung haben noch mehr. Denke ich an meine Liebhaberinnen, kann ich zumindest für mich sicher sagen, ohne die Idee eines Gefühls füreinander, ist die Sache als bloßer Akt langweilig und interessiert mich nicht mehr. Purer Sex hinterlässt einen irgendwie faden Nachgeschmack, warum die auch verbale Zärtlichkeit drumherum doch wesentlich wichtiger sein kann, als sie uns im Akt an sich erscheint, wo wir nur noch körperlicih getrieben, uns umeinander bemühen, mehr tun, als wir oft wollen.
Manchmal bedarf es auch nicht mehr vieler Worte, weil alles spürbar ist und die Kommunikation bereits nonverbal so klar war, dass im Ergebnis nur Sex noch der nächste Schritt zueinander sein kann. Manche ziehen auch dann noch den Eierlauf mit verbundenen Augen vor in der irrigen Überzeugung, dies könnte ihnen gut tun, gäbe einander mehr Wert, auch wenn dies selten so vor sich zugegeben wird, sondern meist eher die besten Ausredenmodelle ausgesucht werden, sein Verhalten entgegen der eigenen Natur, die ja wollte, aber sich nicht verschenken will oder was immer hier als Ausrede taugt.
Viele Fälle scheitern an diesem einfachen Hindernis, was sich am liebsten in verschlossener Kommunikation ausdrückt, die gerne das Gegenteil von dem sagt, was sie meint, warum die Verständigung zwischen denen, die sagen, was sie meinen und jenen, die sich nur verdeckt offenbaren immer schwierig bleibt. Warum besonders Frauen, die betonen, ihnen sei Ehrlichkeit am wichtigsten, dazu neigen genau so sich verständigen zu wollen, also eigentlich, ehrlich gesagt, alles tun, Kommunikation zu verhindern, ist eines der großen Rätsel.
Spannend wäre hier die Frage, ob dies aus der Natur der Frau oder dem sozialen Kontext resultiert. Viel spricht dafür, dass es nur die Anpassung an Erwartungen und gesellschaftliche Regeln ist, die dies hervorbringt. Sie will ja, eigentlich, aber sie kann ja nicht so wollen, oder es ihm so sagen, weil sie meint, was wir haben, wäre uninteressant und spannend würde nur, was wir nicht bekommen. Weiß nicht, wie oft ich diesen Satz von Frauen schon zur Rechtfertigung eigentlich absurden Verhaltens gehört habe, denke auch lieber nicht darüber nach.
Nach meiner beschränkten Erfahrung und über was mehr soll ich reden, als was ich kenne, passen sich auch Männer gut in diesen eigentlich von Frauen diktierten Konsens ein, wonach Frau nur reizvoll ist, wenn sie schwer zu erringen ist oder scheint, während was leicht und willig vor uns liegt, schnell jeden Reiz verliert. Auch ich funktioniere immer wieder so, sogar wenn ich es mir bewusst mache und das Gegenteil behaupte - denn Frau hat ihren Reiz auch daraus, dass wir sie erringen müssen. Welch atavistisches Schauspiel, fern jeder egalitären Beziehung, spielen wir da?
Scheinbar funktioniert das Spiel umgekehrt genauso - am interessantesten wirke ich dann auf Frauen, wenn ich entweder glücklich liiert bin oder mich sonst nicht sonderlich interessiert gebe, während ich am schnellsten scheiterte, wo ich mich bemühte und alles gab, um ihr Herz zu erringen und dies auch so offen ihr sagte. Scheinbar fehlte dann die Spannung, die sich uns einander unter Aufhebung aller Zweifel der Verständigung lustvoll hingeben lässt.
Es gibt seltene Ausnahmen, wo die Verständigung auf die je Lust auf der Ebene des Gefühls schon so innig ist, dass es keiner anderen Verrenkungen mehr bedarf, einander zu reizen. Dennoch gilt wohl immer, interessant sind wir, wenn wir uns nicht füreinander interessieren und nichts vor allem beabsichtigen - uninteressant werden wir, wo wir die Absicht aussprechen, auch wo wir sie in einen großen Wattebausch des Gefühls packen.
Erinnere mich in diesem Zusammenhang an verschiedene Fälle, wo das Gefühl vorab schon sehr innig war, der letzte Schritt zum Vollzug aber meinerseits ausgebremst wurde, auch aus dem guten Willen, dem Gefühl mehr Raum zu geben und dann das ganze von Frau abgebrochen wurde, weil sich die Situation und damit die Spannung in ihr verflüchtigten. Wenn Mann dann noch oder doch will, ist das scheitern in nahezu allen Fällen, außer es besteht bereits eine große emotionale Abhängigkeit, vorprogrammiert. Kenne keinen anderen Fall, lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen, was ich ganz leichtfertig so sage, weil ich ohnehin davon überzeugt bin, dass dies nicht geschehen wird.
Weiß vom Hörensagen, dass Männer dies untereinander eher nicht betreiben, aber auch dort gibt es auf emotionaler Ebene ähnliche Spielchen nur der Sex wird untereinander wohl auch direkter kommuniziert nach meiner geringen Erfahrung dabei. Frauen sagen, so sie Frauen lieben, gerne, dies sei reine Gefühlssache und es gäbe da eine Nähe und Verständigung, die mit Männern nie erreicht werden könne, was auch für den Sex gelte, auch wenn sie dennoch Männer mal oder dauernd vorziehen, sagten sie es mir so. Damit ist nicht klar, ob das Spiel untereinander genauso gespielt wird.
Die rein soziale Notwendigkeit entfiele hier und dennoch wird die untereinander oft in noch stärkeren Maße imitiert. Eine der Parteien spielt die Männerrolle und eine die dann eher Frauenrolle, was auch amüsant in Anbetracht der Tatsache ist, dass die Mehrheit der Heteros sich gerade bemüht, diese Rollen hinter sich zu lassen in der Meinung der Umgang miteinander würde damit gerechter und besser, die Verständigung leichter.
Sofern aber diese Muster, die auch homosexuelle Paare wiederholen, in teilweise sogar potenzierter Version, aber in unserer Natur lägen, wäre der Versuch, sie zu überwindern ein paradoxer und wir balancierten nur durch uns wesensfremde Rollen aneinander vorbei und könnten nur der Natur und unseren eben auch Trieben, geeint mit dem nicht vollständig logisch zu definierenden Gefühl, dankbar sein, dass sie ein Zusammenkommen auch wider diese widrigen Umstände immer wieder realisiert.
Wenn es aber in unserer Natur liegt, uns eben zu suchen und zu finden, wenn es passt, wäre alle Kommunikation überflüssig eigentlich. Was wir spielerisch für den logischen Anfang halten und mal mehr genießen, manchmal auch nur erdulden, wäre eine nur soziale Bedingung, auf unsere Natur gesetzt und ihr entgegengestellt, auch wenn wir uns gerne sagen, ohne diesen Kontext kein Gefühl und ohne Gefühl kein schöner Sex.
Um so mehr ich darüber nachdenke, wo ich triebhaft meiner Natur folge, wo ich sie diszipliniere um des Kontextes willen, um so weniger kann ich sagen, was wann ist. Oft hat es von allem etwas und ist nichts isoliert existent. Wir treffen im sozialen Kontext aufeinander, auch in sozialen Netzwerken, die darum ein solcher Tummeplatz der Liebenden sind. Wir meinen uns davon durch die Einmaligkeit des Gefühls wieder zu isolieren, einen neuen sozialen Kontext zusammen zu bilden und irgendwo dabei rutscht dann auch die Lust aufeinander dazwischen.
Frage mich also, ob es mich freier machte, wenn ich den ganzen Vorgang des sich Verliebens neurologisch verstünde, logisch als Teil meiner Natur, die auf Arterhaltung gerichtet ist und der ein sozialer Kontext gut tut und habe inzwischen das Gefühl, es kann dahinstehen, vielleicht kann auch beides nebeneinander existieren - unsere Natur die aus der Fülle von Gründen schöpft, wie das Gefühl, das uns so groß und schön scheint, dass es in keine Schublade passt.
Schön wäre es, wenn wir uns darüber verständigen könnten, was uns sichtbar schwer fällt, weil es uns manche Salti ersparte, die immer eine hohe innere Verletzungsgefahr bergen. Zu gewinnen gäbe es das Glück der Harmonie von dem, was wir für unser Gefühl halten, mit unserer Vernunft und Natur, warum das schwierige Experiment der Verständigung gewagt werden sollte, sofern es eine Chance hat, so schlecht auch die Aussichten sind.
Sex ist auch am Ende immer Kommunikation, nur ist es selten das Ergebnis von dem, was wir eine vernünftige Kommunikation nennen, sondern passiert meist nur trotzdem.
jt 5.10.14
Frauen(ohn)macht
Frauen sind die mächtigsten Wesen
Wenn sie sich ihrer Macht bewusst
Ihre Ohnmacht gezielt einsetzen um
Wo sie nicht mit mehr Kraft siegen
Durch Unpäßlichkeit herrschen ob
Nun dabei oder überhaupt es ist
Das Mittel die Machtlosigkeit zur
Herrschenden Macht zu machen
Sie sehen sich kritischer als Mann je
Doch herrschen sie nur wo sie
Spielen manche lassen sich auch
Gern beherrschen und suchen sich
Darum immer welche die ihnen
Nicht gut tun denn es wäre naiv
Zu glauben Mann steuerte hier
Etwas außer er lässt sie warten
Wenn sie wartet kann sich das
Immer Spiel in Liebe verwandeln
Auch wenn es eine Frage der Macht
Immer bleibt manchmal nur glauben wir
Es wäre anders aber zu nichts anderem
Wurde die Corsage erfunden
Denn die Ohnmacht ist die Macht
Wie die Zeit warten zu lassen
Wer zu spät kommt hat gewonnen
Die Liebe gleicht der Politik völlig
Macht macht sexy und verführt
Frau herrscht außer sie will leiden
Gerüchteweise meinen manche auch
Bei ihnen sei alles ganz anders
Weiß nicht wer sich mehr belügt
jt 5.10.14
Samstag, 4. Oktober 2014
Sex Vaticanum
250 ältere Herren treffen sich
Um zu Rom zwei Wochen lang
Über Sex zu reden ohne davon
Zumindest der Theorie nach
Bis jetzt eine Ahung zu haben
Sie verlassen sich auf Studien
Wie ihren Glauben der sie schon
Dorthin geleitet hat wo sie sind
Die Vereinsvorsitzendenversammlung
Desjenigen Vereins auf der Welt
Der die größe Zahl von Mißbrauch
An Kindern und Abhängigen hat
Absolut wie relativ schon lange
Die den Sex tabuisiert
Abtreibung bestraft
Neigung verbietet
Schön dass sie nun darüber reden
Hinterher haben sie darüber geredet
Fraglich ob sich je was ändert
Was wohl bleibt wenn der Sex
Plötzlich evangelisch wird in Rom
Ob die Kirche dann ausstirbt
jt 4.10.14
Herbstblöße
Im Herbst fallen die Blätter
Die Bäume entblößen sich
Es wird nun kühler im Land
Die vorher noch halbnackten
Verhüllen sich mehr als je
Nur manchmal noch
Für verzauberte Momente
Erhaschen wir den Blick
Auf nur Natur uns an ihr
Zu freuen wie sie ist
Das darunter auch im Licht
Des Herbst würdigen können
Verschönert den Blick auf
Was ist und gibt dem weniger
Mehr wenn die Blätter fallen
jt 4.10.14
Einheitsjahrmarkt
Vom Brandenburger Tor dem Ende
Von dem was einmal Berlin war bevor
Die westlichen Vororte eingemeindet
Bis zur Siegessäule der Erinnerung an
Preußens einstige Größe die nun nur
Noch historisch kulturell interessiert
Aber zumindest im ehemals Westen
Feiert Berlin seine Einheit mit einem
Jahrmarkt der nicht mehr ist als ein
Eben solcher auch wenn manchmal
Sogar ein Orchester spielt aus
Irgendwo in Deutschland
Die Stimmung wie eben auf einem
Jahrmarkt ausgelassen fröhlich
Ein wenig trunken zwischen den
Losbuden und dem Bungeejumping
Begrenzt durch ein Riesenrad
Viel zu essen wie zu trinken inmitten
Dann steht da noch beim heute mal
RTL Radio Kollwitz Ruferin gen Osten
Keiner hört sie im Jahrmarktgetümmel
Nun sind wir eins und feiern es wie
Eben einen austauschbares Fest
Die Buden könnten überall stehen
Gab keine Statistik wer dort alles
Meint die DDR sein ein Unrechtsstaat
Wer ihr nachtrauert und wer trinkt
Weil er nirgendwo eine Heimat fand
Ist ja auch egal inzwischen
Hier kann jeder feiern und hin
Mancher ist es schon
Weiß nicht was es mit Deutschland
Zu tun hatte aber ist auch egal
Feiern wir schön was wir
Noch lange nicht sind
Weil wir uns zu oft einfach
Nicht verstehen
jt 4.10,14
Datenzufall
Wir haben ein Grundgesetz
Das unsere Daten schützt
Zumindest theoretisch sollte
Es diese schützen soweit wir
Deutsche Staatsbürger sind
Aber eben nur theoretisch
Lange schon ahnen wir dass
Die NSA sich ohnehin nimmt
Was ihr gefällt und warum wir
Die USA noch als unsre Freunde
Behandeln scheint rätselhaft
Nun aber wissen wir sie müssen
Sich gar nicht heimlich bemühen
Der BND gibt ihnen ganz offiziell
Diese Daten und unser Staat nickt
Es ab wofür Steinmeier damals
Schon verantwortlich zeichnete
Dafür ist er jetzt Außenminister
Es ist nichts anders als wir alle
Schon lange ahnten nur ist es nun
Offiziell wir werden verkauft
Um der Sicherheit wegen die nie
Eine war sondern nur mehr Macht
Für Staaten die immer mehr Krieg
Beginnen auf der Welt und sich
Dann verwundert geben wenn die
Von unseren Waffen getroffenen
Sich auf ihre Art wehren
Dumm ist nun nur dass es doch
Raus gekommen ist aber keine
Sorge dient ja nur unsrer Sicherheit
Das Grundgesetz können wir nun
Auch lieber abschaffen wäre sicher
Billiger als diese ständigen Lügen
jt 4.10.14
Kopf um Kopf
Es rollen wieder Köpfe im Irak
Die Opfer der Bomben werden
Mit getöteten Gefangenen nun
Gleichmäßig vergolten es gilt
Auge um Auge
Zahn um Zahn
Steht schon in der Bibel
Muss also doch gut sein
Oder dürfen Unschuldige nie sterben
Ist wer tötet ein Mörder
Zumindest die mit falscher Gesinnung
Oder sollen die Bomben gar nicht töten
Sind die Opfer nur kolateral nebenbei
Rechneten wir biblisch noch
Auge um Auge
Zahn um Zahn
Hätte ISIS noch viel zu tun
Bis ihre Brüder alle gerächt
Erstaunlich wie sich der Westen
Der Sturm seit Jahren sät
Über etwas Wind aufregt
Sterben tun wir alle
Die Geköpften hätten wir alle
Freikaufen können für weniger
Als uns der Krieg täglich kostet
Aber Leben hat ja keinen Wert
Wenn es um Prinzipien geht
Wie Auge um Auge
Oder Zahn um Zahn
jt 4.10.14
Vettelbeute
In der Formel 1 gilt ein Ehrenwort
Bis nach dem nächsten Rennen
Danach wird neu entschieden
Ob zwei eine Zukunft haben
Miteinander und überhaupt
Der mehrfache Weltmeister
Sebastian Vettel hat gewartet
Eine Saison verpasst bis er
Verstand Red Bull hat keine
Zukunft und bringt keine Ehre
Schumacher sagte das schon
Lange zuvor und es wird sich
Zeigen ob es wieder eine
Deutsch-Italienische Liebe wird
Ob jemand gegen Mercedes
Noch an kann kommende Saison
Wird es Überraschungen geben
Oder wieder dauern und wann
Werden sich die Fans abwenden
Vom Weltmeister ohne Titel
Ob Vettel noch die fette Beute ist
Scheint fraglich zumindest
Solange sie noch Benzin verbrennen
Ist es idiotisch zumindest sich
Überhaupt damit zu beschäftigen
Darum ist nun auch genug
jt 4.10.14
Liebeseinheit
Zweit Staaten sollen einer sein
Dabei dominiert einer und sagt
Welche Geschichte nun gut gilt
Damit werden die Taten eines
Der beiden kriminell seine noch
Legitimen Spione werden Täter
Die des anderen bleiben Helden
Soweit sie sich nicht haben dabei
Erwischen lassen warum es nie
Eine Einheit gab sondern nur
Eine Übernahme eines bisher
Konkurrenten zu Bedingungen
Des bisher Gegners was sich
Just wieder im Diskurs um den
Unrechtsstaat DDR zeigt wie
In den dabei bemühten immer
Mehr Superlativen der eher
Ahnungslosen Wessis die nie
Verstanden haben was dort war
Für manche verloren ging weil
Sie ja groß wurden mit der Angst
Vor dem Bösen im Osten was wir
Alle fürchten mussten um es
Im Notfall entschlossen noch
Zu bekämpfen als ständen sich
Feinde gegenüber nicht Brüder
Die Brüder und Schwestern die
Aus dem Osten kamen haben viel
Bewegt und sind weit gekommen
Der Westen stellt nur wieder neue
Forderungen und macht die Vita
Derer die lieben wollen was sie
Lange taten und dem sie dienten
Lächerlich als Unrechtsstaat ohne
Wert denn der Schrecken der
Erinnerung dabei geht es nur darum
Sich gegenseitig mehr zu würdigen
Um weniger Sieger zu sein als
Sie es gerade wieder beweisen
Unstrittig ist was im einzelnen noch
Unrecht war aber es ist dies der
Dogmatismus der Kalten Krieger
Die sich um jeden Preis durchsetzen
Es fehlt an Liebe bei dieser Einheit
Darum macht sie nicht glücklich
Neiden die Wessis noch immer den
Ossis den Soli den beide zahlen
Ohne Liebe wird die Diskussion
Um den Unrechtsstaat geführt
Warum sie lieblos im Ergebnis ist
Wer nicht begreift um was es geht
Wie viel der Osten leistete um
Anzukommen im gemeinsamen Land
Wie wenig der Westen dagegen überhaupt
Sollte nun lieber sein Maul halten
Damit die Liebe ein wenig Raum findet
Wenn es nicht mehr um Herrschaft
Wie Verurteilung geht hat auch die
Liebe eine Chance in der Einheit
Aber ob das die Rechthaber begreifen
Denen es nur darum geht etwas noch
Abzuhaken und nun als den Unrechtsstaat
Ohne zu fragen wozu und für wen
Was bin ich froh zu keiner Partei mehr
Zu gehören denn dies ist wahrhaft
Peinlich für mein Land das sich nur
Im Recht haben übertrifft aber die
Liebe verloren hat nebenbei
So werden wir erst eins wenn
Alle Erinnerung der Besiegten
Vernichtet und ausgestorben ist
Es fehlt an Liebe dazwischen
Schade drum aber mehr gibt es wohl
Zu Deutschland nicht mehr zu sagen
jt 3.10,14
Freitag, 3. Oktober 2014
Einheitsdenken
Wir sprechen eine Sprache
Auch wenn nicht mal das so
Eigentlich und wirklich bedacht
Haben viele Gewohnheiten
Angenommen die uns trennen
Waren mal eins sind nun eins
Nachdem länger zwei als sich
Die meisten die schon waren
Noch erinnern können denn
Was davor war war ja wert
Dass es zu Grunde ging
So sind wir zwei längst
Eins nach dem Modell von einem
Damit nur eins bleibt muss eins
Untergehen weil es um Herrschaft
Ging der Systeme wie des Glücks
Viele fragen sich inzwischen ob sie
Hier oder dort glücklicher waren
Wieder was kein gutes Zeugnis
Für das Zusammenwachsen ist
Unabhängig vom Ergebnis dann
Weil das Unverständnis wächst
Füreinander und überhaupt
Statt eins zu werden wollen wir
Lieber klar entscheiden dass eins
Unrecht war und bleibt während
Das andere gut sein soll
Wer so etwas voneinander fordert
Sich an der Geschichte lieber
Ergeht als die Zukunft zu gestalten
Ist noch weit entfernt davon
Je beieinander anzukommen
Es fragt sich wer die Idioten wohl
Dahinter sind die solch einen
Kleingeistigen Streit fordern
Da fällt auf es sind einfach nur
Unsere Repräsentanten
Die keiner mehr braucht in der also
Uneinheitlichen Postdemokratie
Wir sind nun eins und werdens
So doch nie AMEN
jt 3.10.14
Sex in Berlin XVII
Die Nacht vor dem freitäglichen Einheitsfeiertag nutzen viele der Berliner und noch mehr vermutlich ihrer Gäste, um sich der Lust hinzugeben, zusammen zu feiern und gut gefüllt sind noch die Bars um den Platz auch um die zweite Stunde des neuen Tages wie deren Gäste. Besonders vor der Stadtkind Bar tummeln sich heute viele sehr angeregt umeinander während drinnen bei weit offenen Fenstern in dieser milden Oktobernacht zu Hits der 80er getanzt wird und fast surreal wirken die Klänge, die so auf die Straße schallen, alles sonst übertönen, Gespräche zum sich anbrüllen fast schon machen und noch schallt nur das Echo der Feier um den Platz, nur die griechische Bar und die kleine neben ihr haben noch genug eigene Lautstärke einen Moment nichts von den anderen zu hören.
Solche Parties wie jene im Stadtkind dort gelten immer als guter Ort der Suche, um einander zu finden. Entsprechend angeregt sind die Teilnehmer miteinander und das Geheimnis ihrer Zugehörigkeit zur Gruppe der Gäste bildet ein eigenes Band zwischen ihnen - sie sind vertraut miteinander und zugleich fremd ihrer Umgebung, die in den geschlossenen Kreis eindringt. Der Flaneur läuft auf dem Bürgersteig mitten durch eine Party und ist so Gast, da mitten unter ihnen und Fremder zugleich. Beobachtet einen Moment die dort, erntet das Lächeln eines Herren, der als Dritter bei einer Dame steht, die schon zwei Herren alleine unterhält mit beiden Armen und der Musik angepasster Lautstärke in ihrer Stimme, die ein wenig schrill ist. Wonderbra erhoben streckt sie ihre Brust den beiden aufmerksamen Zuhörern entgegen, eine Hand in die Hüfte gestemmt, eine in erläuternder Bewegung. Dem Herren, der den Beobachter lachend bemerkte ebenfalls zulachend, liegt viel Zwinkern über die engagierte Ernsthaftigkeit dieser radschlagenden Pfauin und beide fragen sich, was sie wohl damit bezweckt und ob sich einer der beiden anderen, ihrem Sermon beugt, um Zugriff auf die Welt unter dem Wonderbra zu erhalten, was angesichts der Engagements sicher noch dauern wird. Auch wenn sich der Herr fragt, wohin es wohl führt, ob mehr Nähe da abgesehen von der nicht unattraktiven Fassade noch reizvoll wäre, oder wie lange er sie wohl küssen müsste, um das Übermaß der Worte auf eine erträgliche Menge zu reduzieren, der Lust Raum zu geben.
Wir werden es nicht erfahren, auch wenn das Ende absehbar ist, entweder sie wird bis Kuss und Zugriff konkret werden, immer weiter reden, es sei denn der Alkohol erschöpft sie irgendwann zuvor noch, was allerdings die reale Gefahr birgt, dass sie dann sogleich ganz müde wird und sofort schlafen will oder, ganz im Gegensatz zu vorheriger verbaler Ausgelassenheit, die Schüchterne gibt und ganz gegen die Natur der Teilnehmer als unberührbare Unschuld sich gibt.
Wie auch immer es am Ende ausgeht, denkt der Flaneur im Vorübergehen, weiß warum ich lieber einen Bogen um betrunkene Frauen inzwischen mache, auch wenn es manche löst und locker macht, wachst Du selten oder nie erfreut daneben auf, lohnt es sich nicht, anderes zu erwarten, eher macht der Alkohol ehrlich und wenn diese Ehrlichkeit ganz im Gegensatz zum sonstigen Wesen steht, stimmt auch etwas nicht. Wer nüchtern weniger reizvoll ist, sollte betrunken nicht so scheinen, als lohnte es sich. Warum soviele in den Rausch fliehen, um einander zu wollen, oder entspannt genug zu sein, dies wollen voreinander zuzugeben, ist mir ein Rätsel, dabei ist Sex doch im vollen Bewusstsein seiner Kräfte am schönsten und was sonst sollten wir wollen?
jt 3.10.14
Wahre Liebe
Die wahre Liebe ist ein ziemlich
Großes Wort und doch eine so
Präsente Sehnsucht bei vielen
Die sie erhoffen wie bei denen
Die zumindest zeitweise meinen
Sie nun gefunden zu haben
Angekommen sind beieinander
Statistiken darüber wieviele es
Auch in einem Jahr noch sind
Sind doof und zerstören nur
Alle Träume von denen wir
Auch leben in unserer Suche
Nach Liebe die immer nur
Die wahre Liebe sein kann
Was auch sonst wäre würdig
Davon noch zu träumen
Meine wahre Liebe ist da
Meist irgendwo um mich
Ziemlich eingebunden
Nur von ihren Küssen träumen
Ist mir Glück genug
Nichts mehr begehre ich
Und schlage so verliebt
Das mir nächste Buch auf
jt 2.10.14
Donnerstag, 2. Oktober 2014
Bahnsicherheit
Die Bahn wird mit Sicherheit bald
Mal wieder unpünktlich sein wenn
Überhaupt was geht denn mit der
Bahn kommt nur an wer damit auch
Fährt wenn sie denn fährt und nicht
Lieber streikt so fragt sich warum
Die Lokführer nicht bald durch nie
Streikende Automaten ersetzt werden
Denn warum sollte auf der Schiene
Nicht gehen was auf der Straße
Gerade beginnt kein Problem
Wird Siemens sagen wird gemacht
Dann sind unsere Lokführer nicht
Nur keine Beamten mehr sondern
Auch noch überflüssig manchmal
Nur fragt sich welcher Gewinn es
Für wen ist wenn privatisiert wird
Um Menschen überflüssig zu machen
Darum allen viel Geduld die nun
Werden warten müssen vielleicht
Helfen ja gute Bücher derzeit
In gewonnener Lebenszeit
Sonst müssten wir ja jetzt
Woanders sein und wenn wir
Es eben nicht sind ist das so
Die Bahn fährt immer
Außer manchmal
jt 2.10.14
Terroreximport
Deutschland hat jahrelang Terror
Exportiert denn wir sind ja auch
Der Exportweltmeiser es gibt
Nichts was wir nicht könnten
Außer manche Hochdeutsch
Auch von Integration wurde
Wenig verstanden wie wohl
Von Geheimdiensten die sich
Nur selbst berauschten am
Neuen Bürgerbelauschen
Darum haben wir die Radikalen
Einfach weggeschickt weil
Wer will so jemand schon
Bei sich haben und zur
Integration oder Überwachung
Fehlen Wille und Mittel
Was die da tun geht uns ja
Nichts an will es scheinen
Vogel Strauß Politik hat wenig
Mit der Heimat dieses Tieres
Noch zu tun als mehr mit der
Typisch deutschen Haltung
Die da hofft verschon mein
Haus St. Florian zünd andre an
Doch der Terror ist immer ein
Export-Import-Geschäft
Er kommt zuverlässig wieder
Wer etwas ändern will wird
Es nicht durch Kennzeichnung
Derer erreichen die wir für
Gefährlich halten denn die
Attentäter prahlen selten vorab
Hier wollen wir sie nicht haben
Guantanamo ist relativ voll
Putin soll noch Kapazitäten
In sibirischen Lagern haben
Vielleicht sollten wir uns nun
Wieder vertragen denn der
Kampf um unsere Sicherheit
Hat Priorität vor allem auch
Beim Terror der immer alles
Legitimation der früher mal
Rechtsstaaten es ist einfach
Unglaublich wie naiv wir in eine
Diktatur stolpern aus Angst
Die kräftig geschürt wird
Wer auf der Welt Krieg führt
Muss sich nicht wundern wenn
Auch Zuhause die Leute sterben
So einfach ist das mit dem Terror
Will nur keiner wissen leider
jt 2.10.14
Ebolahysterie
Die Ebolahysterie ist ausgebrochen
Wir fürchten uns vor Afrika und das
Kinderspiel wer hat Angst vorm
Schwarzen Mann wird plötzlich
Zur Realität im Hinterkopf
Was mindestens so gefährlich ist
Wie die Islamhysterie an der noch
Viele zugleich erkrankt sind
Womit der Angst vor dem Fremden
Wieder viel Raum geboten wird
Dabei sollten wir uns bewusst sein
Es sind bisher etwas über 3000
Menschen daran gestorben
An der Grippe sterben allein hier
In Deutschland jährlich über 20.000
Weltweite sind es hunderttausende
Angst war noch nie ein guter Ratgeber
jt 2.10.14
Sex in Berlin XVI
Es gibt Abende an denen liegt der Sex in der milden Luft, welche die noch relativ leicht für den 1. Oktober bekleideten umspielt. So sehen sich die Fremden im Vorübergehen an und jeder spürt, hier genügten wenige Worte, damit etwas passiert, beide sich in die lustvolle Spannung fallen lassen, die eben in der Luft liegt.
Überhaupt, die Berliner Luft, schon in Schlagern besungen und doch so oft kaum den Namen wert, da stickig oder verraucht, voller Staub und dem üblichen Dreck einer Millionenmetropole, der eher Sorge um die eigenen Poren macht, als ein eingeatmeter Lustgewinn noch zu sein. In Nächten wie dieser aber, wo es schon abkühlt aber noch mild bleibt, streichelt sie uns zärtlicher als Hände es könnten und ersetzt die nur geträumten beim Gang um den Platz mühelos.
Eine Luft voller Lust, erwartungsvolle Blicke, Hoffnung und Sehnsucht schwirren durch herbstliche Milde und so spiegelt schöner Herbst schönsten Frühling nur nicht als vorsichtiges noch werden des jungfräulichen Jahres, sondern als gereifte Zeit, die Erfahrung des Sommers schon im Rücken, weit über diesen hinaus ein nochmal glänzen in den Farben der Blätter, die langsam die Bäume entblößen. Noch nicht nackt und schutzlos wie im Winter, der sich nach Schnee als milder Decke sehnt, sondern eben noch nicht vergangen und doch auch nicht mehr Sommer, etwas nachdenklicher vielleicht, nicht aufgewühlt oder erdrückt von der Hitze sondern einfach da mit der Erinnerung der Lieben des Jahres.
Sich im Herbst finden und diesen gemeinsam genießen, muss wohl das schönste Glück sein, was ich mir vorstellen kann, als Kind des Herbstes vielleicht naheliegend und doch scheint mir gerade die Liebe im wie zum Herbst, diejenige jenseits der vierzig, die nichts mehr an neuen Erfahrungen um der Erfahrung wegen sucht, sondern genießt, was ist, wie es kommt. Es ist die reife Liebe, die auch eine Lust kennt, wie wir sie vorher nie erlebten, weil die Reife und Ruhe sie zu würdigen, fehlte.
Sich an kleinen Details freuen und sich auf sie konzentrieren, um nicht den frischen Körper zu erwarten, der noch stets neue Blüten sucht, wie sie die Lust an so vielfältigen Punkten und in so unterschiedlichen Varianten offenbart, sondern sich an den gereiften wie erfahrenen Liebsten zu freuen, für die auch die Nähe ein Glück des Moments ist, weil sie nicht Rekorde oder Ziele erreichen müssen, sondern einfach genießen können.
Die Lust im Herbst muss sich nicht mehr überschlagen, um Rekorde zu brechen, die eigenen oder die der anderen, mit denen noch so lange konkurriert wird, wer im Frühling am schönsten blüht, im Sommer seine Triebe am höchsten schießen lässt, um gleich den größten Bäumen über die anderen hinaus zu wachsen. Es ist mehr dieses um sich schauen, sich an der Schönheit erfreuen, die einfach da ist, auch der schon fallenden Blätter, der kleinen Falten wie der Versuche noch den Anschein des Frühlings zu wecken, die der Herbst mit seinen milden Farben und Temperaturen gar nicht mehr braucht, weil er sich mit der Mischung aus Erinnerung an die Leidenschaft des Jahres wie der eigenen Schönheit, die noch einmal blüht, nicht mehr beweisen muss.
So sehe ich beim Gang um den Platz noch junge Paare, die ein wenig Sommer oder Frühling spielen, weil es ihnen entspricht, die aber von der reifen Schönheit wenig merken, weil sie noch viel zu sehr von der keimenden Leidenschaft gefressen werden, die den Blick auf bloße Lust lenkt und Schönheit kaum sieht. Welch Genuß daran vorbei zu gehen, ihnen ihre Lust zu gönnen, im Wissen die eigene ist eine andere, muss sich niemandem mehr beweisen und kann genießen, was ist, wenn es da ist. In dem Moment ist sie nicht weniger leidenschaftlich als die des Frühlings und strebt zum gleichen Ziel des Höhepunktes, aber sie kann es in Ruhe genüßlich tun, verzögern und warten, braucht es nicht einfach, um sich zu befriedigen sondern genießt das Ganze umfassender.
Kann auch die Stimmung als Sex genießen ohne mehr zu erleben als einen Blick, der mehr sagte als der viele schnelle Sex, den leidenschaftliche Junge sich in solchen Nächten noch in vielen dunklen Ecken suchen, hat Zeit und nimmt sie sich. Geht vorbei, erwidert ein Lächeln und denkt sich, es wird irgendwann wieder da sein, heute genügt der Gedanke und der Genuß sich von der Luft streicheln zu lassen, um den Herbst zu würdigen und nicht Frühling zu spielen anstatt.
Einfach für sich bleiben und genießen, wie schön es ist, dass so viel Lust in der Luft liegt, zu wissen, welche Wege sie nehmen könnte, ohne sie darum einzig gehen zu wollen, sondern die Stimmung zu genießen, ist ein viel größeres Glück, scheint mir gerade als das erfolgreiche Wechselspiel mit erreichtem Ziel der Befriedigung und so sich im Herbst Zeit zu lassen, um zu genießen, was ist, ohne mehr zu erwarten, würdigt die Lust des Moments, ohne sie erobern zu müssen - sie ist ja da und wird schon kommen, wenn es passt.
Rede ich mir nun die real existierende Einsamkeit schön, um nicht zu leiden, fragt sich ein wenig selbstkritisch der Autor beim Versuch zu genießen, was ist, fragt sich nur, was die Schönheit einer Herbstbacht für sich je ersetzen könnte, oder vermutlich fragt es sich nicht, wenn es da ist, macht aber was nicht ist für sich schöner und so gesehen, könnte alles obige genauso geistige Onanie sein wie gefühlte Wirklichkeit, fraglich nur, ob sie geteilt schöner wäre, oder frage ich lieber nicht, weil es nichts an dem ändert, was ist und es ja selten für uns darauf ankommt, wie es ist, sondern viel mehr, wie es uns scheint und wir uns dabei fühlen, warum es in manchen Nächten einfach besser ist, für sich zu bleiben.
jt 2.10.14
Lusttemperatur
Freitagabend und die Luft ist mild
Warm geradezu für gerade Oktober
Es fühlt sich an als wollte der Sommer
Zum Abschied noch einmal winken
Wie er uns heute aus himmelblau
Warmes Licht schenkte schon in den
Milden Farben des Herbstes aber
Doch zugleich so schön an was
Gerade ging noch erinnernd
Stieg mit der Temperatur auch
Die Lust in den Cafés um den Platz
Die nun in der Nacht ihr Ziel sucht
Bevor sie spähen verkleiden sie sich
Noch so für die Nacht dass es keiner
Bemerkt und sie doch bemerkt werden
Auffällig unauffällig möglichst ungezwungen
Bloß nicht zurechtgemacht und doch sehr
Wandeln sie auf dem Grad der nach
Lust und Anerkennung sucht
Wieviel mehr noch steigt die Temperatur
Im Unsichtbaren wo sie sich insgeheim
Untendrunter verführerisch verkleideten
Nur im Gedanken der eventuellen
Entdeckung durch den von dem
Bis jetzt nur geträumt und der immer
Geleugnet würde da es ihn ja sowenig
Gibt wie sie umgekehrt und der doch
Im für sich sich im unsichtbaren gerade
Besonders schön machen angelegt ist
Wie sie in ihm beim schnellen Blick
Noch in den Spiegel bevor es raus geht
Die gestiegene Lusttemperatur wirkt
Von innen heraus bewegen sich
Unsere Teilchen schneller als wäre
Die Unruhe der Lust ein Spiegel
Dessen was sich atomar findet
Im Kleinsten wie im uns Größten
Wachsen wir über uns hinaus
Allein das Wissen um dies Gefühl
Ist ein Genuß in den Gesichtern
Der erwartungsvollen zu lesen
Mögen sie es genießen
Was auch kommt
jt 1.10.14
Mittwoch, 1. Oktober 2014
Geheimdienstschläfrigkeit
Wieder zeigen sich die Geheimdienste
Die immer mehr Rechte fordern als nur
Unfähig und überflüssig vom Secret Service
In den USA die den Präsidenten nicht so
Schützen wie sie es sollten einen Fehler
Nach dem anderen zugeben müssen von
Denen andere erfuhren die es offenbarten
Bis zum Bundesamt für Verfassungsschutz
Das lange vorher von der NSU erfuhr ohne
Irgendetwas in Bewegung zu setzen zur
Aufklärung oder Ergreifung der gefährlichen
Terroristen die viel zu viele Menschen töteten
Beide arbeiten im Verborgenen und unterliegen
Trotz riesiger Budgets keinerlei Kontrolle
Durch unabhängige Institutionen unterliegen
Weil ihre Arbeit ja geheim ist und so hat sich
Von NSA bis BND ein Staat im Staat
Entwickelt der sich als weitgehend unfähig
Erweist wenn es darauf ankommt nur kostet
Sie dienen nur der möglichst weitgehenden
Kontrolle aller Bürger ohne ausreichend
Dafür kontrolliert zu werden die hier nur
Dem Kanzleramt untersteht in den USA
Direkt dem Präsidenten und sich alle
Kritik von außen weitgehend verbietet
Keine Auskunft in Ausschüssen gibt
Sondern höchtamtlich verschleiert
Diese Dienste sind das Ende der
Demokratie wie der Freiheit warum
Wir sie dringend auflösen müssen
Bürger steht auf gegen diese verlogene
Sicherheit die es nicht gibt und stürmt
Diese Ämter veröffentlicht ihre Arbeit
Beendet diesen Prozess der unsere
Freiheit zerstört die einmal verloren
Nicht leicht wieder zu gewinnen ist
Keine Demokratie der Welt braucht
Heute einen Geheimdienst denn wir
Führen offen Krieg gegen jene die
Wir als Terroristen fürchten statt
Eine friedliche Lösung zu suchen
Auf die Barrikaden Bürger sonst
Ist die Freiheit verloren wir brauchen
Geheimdienste nicht und diese
Völlig unfähigen Organisationen
Schon gar nicht denken wir daran
Es ist unser Staat wir haben die
Macht nur Stellvertretern geliehen
Wo sie versagen müssen wir uns
Die Freiheit nehmen das zu zerstören
Was die Demokratie sonst vernichtet
Es ist höchste Zeit
jt 1.10.14
Kimkannnicht
Kim kann keine großen Sprüinge
Mehr machen da beide Gelenke
Dazu die Sprunggelenke eben
Gebrochen sind vom vielen
Inspizieren nun kann Kim nur
Ganz langsam kleine Sprünge
Noch machen bis Kim wieder
Heile ist sonst nichts
Manche haben auch Mitleid
jt 1.10.14
Beamtenarmee
Die Bundeswehr ist nur eine
Beamtenarmee nichts sonst
Sie macht Meldung wenn was
Nicht funktioniert und arbeitet
Mit deutscher Präzision wenn
Sie überhaupt zum arbeiten
Mal kommt weil alles funktionniert
Meist arbeitet sie weniger
Als im Krieg wo es keine Pause
Nach TÜV gibt warum die
Deutschen Beamtenkrieger
Unten im wilden Kurdistan
Nun ershöpft sind nur ob sie
Noch einer ernst nimmt ist
Eine andere Frage die sich
Lieber keiner stellt beruhigend
Nur eine Armee die schon beim
Einsatz Ermüdungserscheinungen
Zeigt ist eher nicht einsatzfähig
Lösen wir sie lieber auf bevor
Noch einer der Beamten kaputt geht
Im Dienst wird es noch teurer
jt 1.10.14
Allianzaufstieg
Ein Minister der Lobbypolitik für die
Private Krankenversicherung betrieb
Ist schon schlimm genug gewesen
Aber die bis dato nur Vetternwirtschaft
Der FDP wurde ja konsequent dann
Abgewählt weil diese Verflechtung
Vom Wähler übel genommen wurde
Darum wird nun auch der ehemalige
Minister Vorstand bei der Allianz die
Kontakte gut genug sind
Er sich als Lobbyist bewährt hat
Was immer belohnt wird irgendwie
Mit 38 in den Vorstand für ein Lächeln
Es wird Zeit diesen Übergang streng
Gesetzlich zu regeln um solche
Interessenkollision zu vermeiden
Was Bahr tat war legitim für ihn
Es ist ein Denken was verbreitet ist
Hier muss strenger getrennt werden
Eine wirklich liberale Partei würde
Solche Vetternwirtschaft als schädlich
Für den freien Markt geißeln
Der überflüssige Verein für nur
Vetternwirtschaft und Patronage
Ist nunmehr restlos entbehrlich
Fürchte ich denn normal darf
So etwas nie sein im Land
Also keine amtsnahe Tätigkeit
Für mindestens 5 Jahre
jt 1.10.14
Unter Feuer
Die Bundeswehr scheint ein Killer
Erwürgt viele vielversprechende
Politische Karieren mit dem Chaos
Das in ihr herrscht und mit dem sich
Ein System durch Mängel an allen
Rächt die etwas ändern wollen
Ursula von der Leyen war zu eifrig
Wollte zuviel zugleich als sie die
Truppe zum attraktiven Arbeitgeber
Machte und sie ins Feuer schickte
Nun hat sie alles zugleich nur leider
Funktionert plötzlich nichts mehr
Streikt die Truppe unausdrücklich
Sägte am Stuhl der Truppenmutti
Die zu gern mit Frontbildern glänzte
Zeigte uns allen was von ihr noch
Zu halten ist und erhofft sich intern
Diese Frau loszuwerden die viel
Zuviel Wirbel im Laden macht
Hofft die Mängel führen nur zu
Neuanschaffungen denkt sie könne
Die Ministerin wie jedes Ministerium
Seine Minister aussitzt wo die sich
Nicht integrieren in die Abläufe
Es wird nun zum Kampf kommen
Da werden Köpfe rollen um den
Bendlerblock und es ist ungewiss
Wer es überhaupt überlebt
Klüger wäre es diese lächerlichen
Nationalen Armeen abszuschaffen
Keiner braucht so etwas wie entbehrlich
Sie sind zeigt sich jetzt denn auch
Wenn die Oberkommandierende
Sicher auch kritisch zu sehen ist
Hier stehen bewaffnete Beamte
Gegen die Politik und es wird sich
Endlich zeigen wer regiert oder ob
Wir nicht besser auf diesen teuren
Überflüssigen Unsinn schlicht nur
Verzichten künftig den keiner braucht
Internationalisieren wir endlich alle
Konflikte und geben Bürgergeld
Lieber sinnvoll aus als für eine
Bundeswehr die nicht funktioniert
Weil sie es nicht will
jt 1.10.14
Sex in Berlin XV
Wie sieht die Realit des Sex in der Stadt aus, die sich für sexy hält und auch von vielen Menschen in aller Welt für eine der sexiesten Städte der Welt gehalten wird?
Nicht viel anders als überall wird die enttäuschende Antwort lauten, denn die Berliner selbst, die trotz vieler Touristen, die in diesem Urlaubsstatus logisch mehr Sex haben, haben nicht mehr Sex als alle übrigen. Vielleicht sogar weniger, denn viele überleben nur irgendwie hier, was der Lust nicht unbedingt zuträglich ist und in den morgendlich gefüllten U-Bahnen, Straßen- und S-Bahnen wird nicht mehr gelächelt als an anderen Orten, wenn auch nicht ganz so verschlossen wie in Paris und noch bemühe ich mich gelegentlich, ein wenig die Quote zu heben, bin mir allerdings bewusst, wie wenig einer unter Millionen bewirken kann.
Berlin hat vermutlich unter den hier berufstätigen wie unter den nicht wenigen Untätigen auch nicht mehr Sex miteinander als etwa Wuppertal oder Seligenstadt im Durchschnitt - es wirkt nur mehr, weil es in der geballten Menge der Millionen, die für jede Leidenschaft einen Club haben und in der es auch an Bordellen noch nicht mangelt, dahingestellt was dies mit gutem Sex überhaupt zutun haben kann.
Habe ja nur meine geringen Erfahrungen aus denen ich schließen kann, was hinter den Vorhängen passiert, aber es scheint nicht aufregender als in anderen Ecken zu sein und unter den Bewohnern herrscht nur auch gegenüber dem außergewöhnlichen eine gewisse Gelassenheit, weil es sich ja so wohl für einen Weltstädter gehört und was wären wir eigentlich noch immer piefigen Berliner, die nur viele Dörfer in ihren Kiezen bewohnen, lieber als weltstädtisch und ein wenig mondän in der Wirkung und darum ist alles locker und wenig besonders. Logisch bemühen sich infolge alle einander im außergewöhnlichen noch zu übertreffen, auch wenn sich im näheren Gespräch feststellen lässt, egal ob sie sich am Wochenende oder auch mal so in Lack und Leder zwängen, die Peitsche schwingen oder gefesselt sind - im Grunde sind sie alle auch gerne kleine Reinickendorfer oder Pankower oder eher lieber verschwiegen Marzahner mit Kleingarten und so unterhalten sie sich nur mit zu beeindruckenden Zuhörern viel über Sex, untereinander geht es auch bei den regelmäßgien Besuchern der heißesten Clubs und Etablissements um wenig anderes als bei denen im Karnickelzuchtverein oder in der Laube mit Gärtchen.
Wir hier, wenn ich mit meinen nur 14 Jahren hier überhaupt mal wir sagen darf, nicht immer nur ein Zugereister bleibe, was auch Recht ist, dann beobachtet sich besser als mit voller Teilnahme, aber egal, sind im Alltag weniger auf Sex bedacht als viele Besucher vermuten und vermutlich passiert auch nicht mehr und die große Geschichte um das Paar in der U-Bahn hat eher Marketinggründe als einen realen Bezug, vermutlich waren es sogar Touristen.
Kann von keinen wilden und ultimativen Sex Erfahrungen mit der Berlinerin erzählen - so leicht sind die Eingeborenen ja auch nicht kennenzulernen und wer ist das schon noch in Kiezen, die einen Austausch von 80% und mehr hatten - könnte eher das Gegenteil berichten, aber lasse es lieber, da solche Auswahl doch immer eher zufällig und beschränkt ist, schweige also lieber und beobachte und es fällt mir eher weniger unter den Eingeborenen auf, als an anderen Orten.
Bei den Zugereisten und Touristen mag das anders sein, da sie viele sind, könnte der Anschein täuschen, aber es kann auch dahinstehen, wo viele sind, gibt es eben auch häufiger Sex und hier sind ja immer so einige unterwegs. Gemessen an der Zahl kan ich mit Sicherheit für mich sagen, der Sex mit Touristen oder Zugereisten ist ungefähr zehnmal häufiger, aber diese Aussage ist ohne jeden statistischen Wert, denn wo kämen wir hin, wenn wir nun meinten der meiste und heißeste Sex in Deutschland käme aus Hamburg oder Kiel - was eben absurd ist und bleibt, vermutlich durch ernsthafte Studien schnell widerlegt werden könnte. Von den Geschichten, die mir zu Ohren kamen, soll sogar das Schwaben Mekka Stuttgart eine höchst leidenschaftliche und variantenreiche Stadt in der Beziehung sein, aber vermutlich stammt das auch nur aus dem beschränkten Horizont derer, die dort eben nicht arbeiteten, sondern sich zu häufigerem Sex eignenden Art und Weise befanden.
Will ja nicht sagen, die Berliner hätten weniger Sex oder seien prüde, wie käme ich dazu, nie wollten sie das und bemühen sich gern das Gegenteil zu beweisen aber in eben diesem Bemühen unterscheiden sie sich von den anderen, die nicht ständig alles tun müssen, cool zu bleiben und nicht beeindrucken, auch wenn sie im Ergebnis weder cool sind, noch viel daraus wird. So heißt ja Berliner Schnauze auch viel davor, um das nix dahinter zu kaschieren und ich persönlich habe nie langweiligeres erlebt als die Berlinerin, die sich viel um nichts ziert, aber das ist nur ein winziger Ausschnitt ohne Anspruch auf irgendwie Verbindlichkeit. Lustig nur, wie gut dies Bild zu dem passt, was Fontane schon vor hundert Jahren von den Märkern zeichnete, die er großmäulig für nichts nannte, solange sie sich für das wenige loben könnten, sein sie zufrieden mit der Welt und täten dies gern, was bis heute passt. Aber sicher hat auch die Berlinerin den wilden und ausgelassenen Sex, den sie für ihre Stadt für total normal hält, nur ich weiß halt nicht wann und wo.
Hierbei ist auch zwischen West und Ost zu unterscheiden. Auch wenn sich beide im viel Lärm um nichts wenig unterscheiden, zumindest in der kleinem Gruppe, die Fontane und ich kennenlernten, passiert im Osten zumindest etwas. Wie die Frauen, die in der DDR geprägt wurden, überhaupt ein natürlicheres Verhältnis zur Sexualität und ihrer Freude daran haben, was allerdings bei der typischen Berlinerin nur zur sachlichen Abhandlung mit gewohnter Selbstgewissheit führt, nicht jedoch zu mehr Sinnlichkeit. Von dieser weiß ich auch nach vierzehn Jahren in Berlin nicht, ob die Berlinerin weiß, wie sie geschrieben wird oder wie sie vor sich buchstabiert werden sollte, um sie zur Realität zu machen.
Nun, langer Rede kurzer Sinn, von innen betrachtet scheint mir Berlin weniger Sexy als andere Städte, die ich aber eben auch als Tourist nur wenn betrachte und damit immer großzügiger - vermutlich ist dies auch eine immer persönliche Sicht der Dinge. Manche sind der Überzeugung Köln sei, besonders im Karneval die erotischste Stadt in Deutschland, mir vergeht schon der Gedanke daran, wenn ich die Eingeborenen in ihrer selbstgerechten Art davon reden höre. So geht es mir noch mehr mit den Münchnern, auch wenn ich mit den Damen von aus beiden Orten, umgekehrt positive Erfahrungen gemacht habe und es darum eher auf meine Abneigung gegen diese Oktoberfeststimmung zurückführe während umgekehrt, das,sich angemacht fühlen, wenn eine Norddeutsche nur den Mund aufmacht, auch persönlich geprägt sein kann.
Manche fühlen sich vom sächsischen oder thüringischen abgestoßen, mag die Sprecherin auch noch so schön sein, da bin ich erstaunlich genug viel toleranter als gegenüber denen aus der Kurpfalz, auch wenn ich lange dort lebte und teils schönste Erfahrungen machte, so dass es scheinen könnte, als bestünde doch kein Zusammenhang zwischen regionalem Dialekt und Sinnlichkeit. Andererseits vergeht mir alles, wenn ich eine im saarländischen Singsang schwätzen höre, was meines Wissens keinen persönlichen Bezug zur Biografie hat.
Auch wenn ich weiß und jeder es lesen kann, wie sehr Goethe hessisch babbelte, scheint mir doch starker Dialekt der sinnlichen Nähe oft eher hinderlich. Andererseits gibt es unerklärliche Auslöser, die umgekehrt wirken. Schwäbisch ist mir eigentlich fremd, die Sueben ein Stamm, zu dem ich keine innere Beziehung habe und dennoch wirkt deren Melodie sinnlicher als die um Heidelberg gesprochene auf mich, wo ich immerhin 14 Jahre lebte und manch schöne Erinnerung an Lust und Liebe dort habe. Oder vielleicht liegt es mir so fern weil und nicht obwohl.
Manche fühlen sich durch exotische Frauen oder Männer angezogen, ich nicht, eher im Gegenteil. Meine Mutter ist, wie ich auch, in Bremen geboren, der dortige Klang löst bei mir schönste sinnliche Empfindungen aus, obwohl ich keinerlei ödipale Neigung habe, dort nur mein erstes Jahr verbrachte und später nur noch Besucher in den Ferien war. Vielleicht ist letzteres auch Grund genug, dass ich nur hören muss, eine Frau kommt aus Bremen, um mit den Hufen zu scharren. Vernünftige Gründe dafür kann ich leider nicht anführen, auch wenn es mir ganz objektiv scheint, dass die Hanseatin die anziehendste Frau ist, oder die Friesin ganz logisch, ohne dafür übermäßig viel praktische Erfahrung anführen zu können.
Berlin und Heidelberg, wo ich den größten Teil meines Lebens verbrachte, scheint mir von Wesen und Dialekt her am wenigsten anziehend, was wirken könnte, als läge mir der sinnliche Genuss lieber fern, was nun wirklich nicht so ist. Meine längste Beziehung führte ich mit einer in München geborenen Norddeutschen, einer überaus sinnlichen Frau, zumindest wenn ihr danach war und vermutlich noch mehr, wo keine Beziehung besteht.
Habe noch keinen gültigen Schluss auf das Wesen der Erotik ziehen können. Nicht mal beim Typ bin ich mir noch sicher. Während ganz früher meine Sandkastenliebe Katja das Ideal einer Frau darstellte, war es danach, auch von Thomas Mann geprägt, die blonde Norddeutsche und ob nun Lübeck oder Bremen war dabei weniger wichtig.
Eigentlich zählt ja nur der Geist, für das was verbindet, dachte ich ab vierzig und ahnte es mit manchmal schlechtem Gewissen schon vorher, eigentlich - was immer noch blieb von dem, was den Geist ausmacht. So neigte ich mich zeitweise bevorzugt Buchhändlerinnen und Bibliothekarinnen zu, bis ich feststellte, die Verwalter der geliebten Geister müssen diesen nicht notwendig tragen und haben, bei aller Liebe, eine oft sachliche Beziehung zum Buch und weniger zu seinem Inhalt, jede Ausnahme bestätigt die Regel.
Seit ich aufgehört habe, mir Gedanken über Typen zu machen und genieße, wie es eben kommt, hat sich die Bandbreite des möglichen Genusses erhöht und dennoch folge ich noch der immer Neigung, die Haarfarbe ist mir relativ egal, solange , die Bildung und der Hintergrund relativ in Beziehung zur Erscheinung wichtiger.
Warum mir die kulturell verschlafenen Städtchen im Norden reizvoller erscheinen in Fragen der Sinnlichkeit ihrer Bewohner, weiß ich nicht. Zumindest muss ich bemerken, mein Urteil über Sex in Berlin hat ziemlich wenig sachliches Fundament, auch die Sehnsucht nach denen aus dem Norden hat dies nicht, wie so vieles und so überleben wir weiter, wo wir gerade sind und sehnen uns danach, was uns fern liegt, dahingestellt, ob dies sinnvoll ist, könnte es die einzig realistische Basis für Verse zum Thema sein. Kapituliere also vor den Worten, beuge mich der Neigung und werde in entsprechender einfach weiter machen, wer weiß schon heute, was sich morgen findet.
jt 1.10.14