Samstag, 6. Februar 2021

Benennung


Benennung

Mit Alphonse Karr heute wieder
Mit der Reise in meinen Garten
Eine schöne Zeit auf dem Diwan
Zugebracht während er in diesem
Brief an seinem Schreibtisch saß
Den Regen im Garten beobachtete
Sich über die Wissenschaft dabei
Spöttisch amüsierte die Pflanzen
Nach Gattungen beschreibt für
Die sie sodann ohne auf Farbe
Oder Duft zu achten mit seltsamen
Lateinischen Namen klassifiziert
Die für ihn so tot klingen wie jene
Sprache des untergegangenen
Weltreichs aus Rom aber nie
Ein Gefühl für Blumen entwickelte
Warum er zwar Lenné noch lobt
Ansonsten die Botanik als völlig
Fremd im Garten betrachtet mit
Ihrer nur wissenschaftlichen Sicht
Wo Leben wirklich tobt wobei er
Auf die Wissenschaft erst kam
Nach einer Betrachtung der Spiele
Wie Leidenschaften die für jede
Generation andere wären warum
Die Pausen mit freiem Spiel in
Der Schule für ihn die wichtigsten
Zeiten wären weil Kinder da täten
Was sie wollten und so plädiert er
Dafür doch jedem Alter seine Spiele
Wie Beschäftigungen zu lassen
Damit sie es mit Lust auch täten
Was mir wenn ich gerade meine
Tochter im Abitur beobachte sehr
Sinnvoll erscheint denn was alles
An Wissenschaft wird in uns hinein
Gestopft ohne einen Nutzen als
Die anschließende Verstopfung
Wie die damit bewiesene Disziplin
Die uns zu angepasst funktionierenden
Wesen ohne Leidenschaften macht
Womit manche zwar gut funktionieren
Viele sich aber nur frustrieren wie
Ihre Begabung unter Anpassung nur
Vergraben die uns zu Robotern macht
Was nicht erstrebenswert sein kann
So hat jede Generation ihre Spiele
Besser wir ließen sie damit glücklich
Sein statt Interesse für unsere just
Ideale zu erwarten mit denen auch
So viele Eltern gerne ihre Kinder
Beglücken wollen aus ihrer Sicht
Was im Ergebnis dann zu einem
Lehrplan führt bei dem Erwachsene
Entscheiden was und wie Kinder
Lernen sollen gut zu leben wo ein
Umdenken spannend wäre wie
Vieles infrage stellte was uns als
Gewohnt nur normal erscheint
Denn nur Begeisterung wie auch
Teilnahme lassen gut lernen
Während Druck nur funktionieren lässt
Wie revolutionär Alphonse Karr da
Im 19. Jahrhundert schon dachte
Wie weit sind wir mit Pisa davon
Wo ein normiertes System von mal
Wieder Erbsenzählern unser Leben
In der Phase der Entwicklung stört
Um Vergleichbarkeit zu schaffen wo
Der Einzelne zuerst zählen sollte
Vielleicht sollten die Kultusminister
Lieber mehr Karr lesen statt noch
Lehrpläne machen zu wollen denn
Am besten wird was alleine wächst
Der französische Garten des Barock
Scheint ein Witz uns heute in seiner
Anmaßung Natur zu domestizieren
Der englische Garten scheint uns
Viel natürlicher aber unsere Schulen
Funktionieren noch wie im Mittelalter
Die Kinder werden beschnitten um
Nach Norm zu wachsen statt sie
Dort gedeihen zu lassen wo und wie
Es ihnen am ehesten entspricht
Jede Generation sorge dabei für
Ihr Vergnügen auf ihre Art was
Besser passt als die normierte
Kategorisierung die selten nur
Zu Kindern passen kann wie es
Jungen Menschen schwer fällt
Sich an den Freuden der Alten
Zu erfreuen denen wiederum
Deren Lust absurd vorkommt
Aber jeder kann im großen Garten
Seinen besten Platz sich suchen
Es könnte lustvoll schön werden

jens tuengerthal 6.2.21

Passantenfreiheit


Passantenfreiheit

Als ich geboren wurde war Bremen
Noch die alte Hansestadt aber nicht
Mehr in der Hand der Pfeffersäcke
Allein es regierten Sozialdemokraten
Die gerne alles umkehren wollten
Bis ihre Reformer alte Säcke waren
Die ihre Traditionen pflegten über
Linke Positionen höflich lächelten
Wie die Freunde meines Großvaters
Die sich im Club zu Bremen trafen
Unter dem Schütting dem Haus der
Der Kaufleute in Bremen das unter
Hanseaten große Bedeutung hatte
Die über die Sozen nur lächelten
Auch diese Zeit ginge vorbei
Hier nächtigten die Gäste noch als
An ein Parkhotel keiner dachte was
Anderer Traditionsort wurde wie so
Vieles in dieser Stadt traditionell ist
Während Berlin gern ungebunden
Mit allen Traditionen noch bricht
Aber eigene doch gerne pflegt wie
Die Hugenotten etwa im KadeWe
Aber Berlin ist nicht umsonst die
Stadt der Flaneure gewesen die
Hier bis heute mit Franz Hessel
Oder Walter Benjamin durch die
Straßen ziehen und dabei staunen
Wie unberührt in der Großstadt
Bleiben kann wer nur beobachtet
Zwar dabei immer auch verdächtig
Als Eckensteher Nannte schon
Traditionelle Kultfigur auch die
Sprichwörtlich wurde was zum
Kern nach langem Vorspiel führt
Was ja sehr reizvoll sein kann
Von Zeit zu Zeit auch miteinander
Der Freiheit des Passanten der
Unberührt vorübergeht ohne sich
Von Geschichten einnehmen zu
Was aber den Flaneur auch erst
Interessant macht jenseits der
Üblichen Schemen der Damen
Die auf Schuhe oder Schlüssel
Der Herren gern schauen um
Deren Mehrwert zu taxieren welcher
Damit messbar wie vergleichbar wird
Weil was heute Beziehung genannt
Gemeinhin die Ehe auch nichts
Als kirchlich gesegnete Prostitution
Damit Hingabe für Hergabe bloß ist
Die Menschen mit Erfahrung langweilt
Warum das Desinteresse als letztes
Dialektisches Spiel der daran armen
Klassenlosen Gesellschaft die heute
Als vermeintlich gerecht herrscht
Uns noch übrigblieb was aber
Zugegeben relativ erbärmlich ist
Denn egalitär ist auch nur egal
Zumindest zu Anfang des Wortes
Und dennoch schrecklich gut bei
Damen aller Klassen funktioniert
Die jedes Bemühen zurückweisen
Um sich zurückgewiesen dafür zu
Gern um reizvolle Eroberung erst
Bemühen weil der Mensch wie offen
Oder vernünftig er auch sein will
In der Begattung ein Tier bleibt was
Auf Reflexe stets reagiert warum wer
Sich um Frauen liebevoll kümmert
Immer sicher vor ihnen sein kann
Während wer sie arrogant kühl
Mit Herablassung behandelt dafür
Allein schon begehrt und geliebt wird
Was sich seit Adam und Eva nie
Änderte und bis zum letzten Menschen
Gewohnheit der schlichten Zweibeiner
Bleibt die wir dann Gefühl nennen
Was eben irrational wäre auch wenn
Es jedem der denkt berechenbar ist
So hat der Passant große Freiheiten
Weil er nichts will und nur beobachtet
Jedoch muss er sich bewusst sein
Damit Gegenstand der Aufmerksamkeit
Aller gelangweilten Damen zu werden
Außer er beobachtet sie worauf sie
Meinen spielen zu dürfen aber
Wer dies um der Sache willen ignoriert
Lebt zumindest als Passant frei wie
Hessel oder Benjamin es taten in
Berlin was mit seiner Ignoranz die
Mit sich allein beschäftigt ist sich
Als Quartier der Flaneure eignet
Ob auch der Damen wegen hier als
Beteiligter nicht neutral dahingestellt

jens tuengerthal 6.2.21

Sektenkinder


Sektenkinder

Endlich richtet sich die Politik
Klar gegen Klitorektomie wie
Andere Formen der weiblichen
Genitalverstümmelung die Frauen
Ewiges Leiden statt Lust bescheren
Wie gut und nötig war dies lange
Doch darf dies erst der Anfang sein
Es braucht ein Verbot für alle Sekten
Auch wenn sie sich Kirche oder gar
Weltreligion nennen auf Kinder
Irgendeinen Zugriff zu haben
Keine Beschneidung keine Taufe
Keine Toleranz gegenüber den
Atavistischen Riten stattdessen
Ein Aufwachsen frei von allem
Aberglaube nach den Werten der
Aufklärung die Globalisierung 
Dringender brauchen als alles
Laizismus ist bitter nötig um
Die Menschheit zu befreien damit
Diese moralisch handeln statt nur
Gehorsam gegenüber erfundenen
Göttern weiter zu leben denn
Auch wenn etwa evangelische Kirchen
In westlichen Ländern in die Demokratie
Fanden positive ethische Werte heute
Vertreten von Bonhoeffer geprägt sind
Eher humanistisch denken heute bleibt
Dies die Ausnahme weltweit bedarf es
Einer klaren Position dazu was heute
Heisst keine Religion mehr für Kinder
Keine Beschneidung oder Taufe alle
Teilnahme an religiösen Ritualen muss
Erwachsenen vorbehalten bleiben
Jeder Aberglaube ist Privatsache
Wenn wir dies konsequent endlich tun
Die Kirchen aus den Schulen verbannen
Können wir über andere Kulturen richten
Dies ist nötig und höchste Zeit aber wer
Den Laizismus nicht konsequent lebt
Ist moralisch unglaubwürdig wie uns
Die Vertreter Roms immer zeigen
Schützt Mädchen und Frauen endlich
Bestraft dies unmenschliche Tun aber
Schafft wenn ihr es tut auch die allein
Glaubwürdige Basis dafür damit die
Menschheit endlich begreift alle Moral
Ist menschlich oder wertlos

jens tuengerthal 6.2.21

Leseraumzeit


Leseraumzeit

Reise lesend jeden Tag durch
Raum und Zeit warum reale
Reisen uninteressant störend
Wurden und Lesezeit rauben
Was das kostbarste mir ist
Sehen wir von hypothetischen
Zärtlichkeiten einmal ab die
Wie die Liebe in den Zeiten
Von Corona nachrangig sind
Was die Physik erst langsam
Begreift ist dem Leser immer
Ein leichtes weil unser Geist
Keine Grenzen kennt was ihn
Das nur so ganz nebenbei
Auch von gelebter Liebe die
Gewöhnlich an Erwartungen
Im enttäuscht geteilten Alltag
Erstickt unterscheidet warum
Leser grenzenlos glücklich sein
Können was im Leben sonst
An der Natur schon scheitert
Die unser begrenztes Leben
Mit seinen begrenzten Fähigkeiten
In natürliche Schranken weist die
Jede Erwartung enttäuschen was
Wiederum der Liebe auch gleicht
Außer der zu den Büchern die
Lesend erfüllend glücklich macht
Weil sie grenzenlose Welten öffnet
Die erfüllen was geschrieben steht
Muss mich nicht auf Lichtgeschwindigkeit
Beschleunigen um der Zeit lesend
Ein Schnippchen zu schlagen
Sondern nur neben mich greifen
War heute in Palästina etwa um
1400 vor der Zeitenwende sofern
Die Zeit der Handlung der biblischen
Legende um Joseph und seine Brüder
Dabei zählt und nicht die Entstehung
Der Sage was etwa um 400 vor war
Oder die Niederschrift des Romans
Von Thomas Mann im Exil teils noch
In der Schweiz und später Kalifornien
Begonnen noch in München was von
Berlin schon sehr weit weg liegt quasi
In einer anderen bayerischen Welt
Wie von Lübeck wie Toni Buddenbrook
Einst erfahren musste dort ehelich
Zeitweise gestrandet in fremder Welt
Von Palästina ging es ins Weimar der
Goethezeit also ein Sprung von mal
Eben 3000 Jahren wie 3500km bis
Hebron der im Bücherstapel links
Vom Diwan übereinander lag was
Die Relativitätstheorie zwar bestätigt
Aber weniger Mühe macht weil die
Masse beider Bücher nicht auf
Lichtgeschwindigkeit beschleunigt
Werden muss ihre Energie lesend
Für sich zu entdecken danach noch
Ein wenig nach Petersburg was da
Revolutionär Leningrad hieß  von
Deutschen belagert wurde während
Ein russischer Gefangener Eier 
In der Stadt finden soll was abstrus
Klingt aber Russland gut beschreibt
Dann wieder aus den 40ern zurück
In den 30jährigen Krieg mit dem
Humorvollen Simplicissimus der
Durch Deutschland streunt zuletzt
Ein Kloster unweit Hannover bewachte
Dann mit dem Taxi durchs Berlin der
Wilden 20er mit einem Russen welcher
Vor der Revolution floh zuvor noch
Literaturwissenschaftler war aber das
Leben wie den Charakter der Berliner
So treffend beschreibt als wäre es
Heute in dieser geistlosen Stadt die
Gerne groß tut aber sich in ihren
Vielen Dörfern gern für wichtig hält
Den anderen lieber sagt wie es ist
Großmäulig frech vor allem was
Im Wechsel zum feinen Geist von
Grete de Francesco deutlich wird
Die im nächsten Band wieder der
Anderen Bibliothek die Macht des
Charlatans historisch aus der
Alchemie der Renaissance erklärt
Um schließlich wieder voller Liebe
Mit Alphonse Karr durch seinen
Garten zu reisen und also ins
Geistige Frankreich des 19. Jahrhunderts
Noch ein wenig in den Tagebüchern
Der Brüder Goncourt gestöbert wann
Sie wo den guten Alphonse trafen
Was über Jahre mehrfach geschah
Karr gehörte eben auch dazu
Wie mit dem Glücksritter der Fürst
War von Pückler-Muskau über Gärten
Wie sein Leben gelesen womit der Tag
Genug durch Raum und Zeit ging
Der Leser warm und bequem auf
Seinem Diwan die Raumzeit ganz
Neu erlebte weil gute Lektüre zeitlos
Bleibt und glücklich macht während
Berlin um ihn im Schnee versank

jens tuengerthal 5.2.21

Freitag, 5. Februar 2021

Rosenvielfalt


Rosenvielfalt

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose
Gerne nennen wir sie Blume der Liebe
Überladen sie symbolisch ohne uns
Einen Gedanken über ihre Liebe oder
Worauf die Gabe von Rosen an Damen
Gerne zielt ihr Sexleben zu machen
Dabei ist auf einer einzigen Rose mehr
An Liebe Lust und Drama täglich los
Als wir einfältigen Menschen uns mit
Schnittblumen in der Hand vorstellen
So gibt es Milliarden von Blattläusen
Die jede stündlich 20 Kinder bekommen
Welche wiederum dann ebensoviel 
Bekommen sich also schon in wenigen
Generationen zu einem Volk entfalteten
Was alle Rosen der Welt auffräße
Wie Alphonse Karr es wunderbar in
Seiner Reise durch meinen Garten
Vorrechnet und mancher Gärtner greift
Bei diese Schilderung vor Schreck
Sich schüttelnd wohl gedanklich schon
Zur Giftspritze nicht jedoch Karr der
Seiner Zeit weit voraus einfach die
Natur im Gleichgewicht walten lässt
So kommen die von allen Kindern
Geliebten Marienkäfer angeflogen
Saugen tausende der Sauger auf
Frisst in seinem Leben Millionen
Die mit dem Rüssel im Rosenblatt
Nie zu großer Bewegung neigen
Ihr Leben gern an einem Platz
Verbringen bis sie von anderen
Als Vorspeise Hauptgang oder
Auch Dessert vernascht werden
So nähren sich auch viele Würner
Späterer Insekten in ihrer Jugend
Schon von Blattläusen womit sich
Zeigt wer viele Insekten hat muss
Um Läuse sich keine Gedanken mehr
Machen sie sind Teil der Nahrungskette
Vermehren sich zwar massenhaft aber
Nur um später Bienen oder Fliegen als
Futter vor der Verpuppung zu dienen
Ob die Natur hier grausam ist oder
Schlicht natürlich ist sei dahingestellt
Ob ein Leben mehr wert ist als andere
Fragt die Natur nicht denn Sein ist
Um im Zusammenspiel zu wachsen
Eine Kreatur begrenzt die andere
Den Blütenstaub der Rosen tragen
Geschlüpfte Bienen weiter die so
Teilhaber am Sex der Blumen sind
Wo sich in jeder Blüte schon die
Männlichen und weiblichen je nach
Art und Neigung zusammenfinden
Bei der Mehrheit der Blumen herrscht
Noch Polygamie in der Art dass wenige
Weibliche Teile einen Harem von sie
Befruchtenden männlichen um sich
Scharen wie es manch menschliche
Diva bis heute gerne tut auch wenn
Weniger entwickelte Kulturen es
Zum Skandal der anderen noch
Umgekehrt praktizierten haben die
Weiblichen Rosen einen Harem von
Männlichen Teilen die teils sogar für
Die Geliebte zu Blütenblättern werden
Was größte Hingabe für einen vorher
Nur Stengel wohl ist womit sich zeigt
Schon der Blick auf eine knospende
Rose offenbart einen tiefen Einblick
In pflanzliche Sexualität deren große
Raffinesse auch Freunde der Verkleidung
Wie des Schauspiels alt aussehen lässt
Am Ende beobachtet Karr noch eine
Ameise die den Stengel der Rose
Verwegen hinaufklettert um sich oben
An den Läusen gütlich zu tun doch
Frisst diese fleißige Arbeiterin nicht
Etwa die Blattlaus auf weit gefehlt
Sie kommt zum Nachtisch nur weil
Die Läuse nach dem Saugen eine
Süßliche Flüssigkeit aussondern die
Ameisen besonders lieben und sich
Zum Feierabend gerne gönnen was
Den naheliegenden Gedanken zu
Manchen menschlichen sexuellen
Praktiken eröffnet über die hier aber
Es geht ja nur um Rosen der Mantel
Dezenten Schweigens gehüllt sei
So mancher kostet gern Säfte die
Fließen wo keiner daran dachte
Manches Sekret wird Liebenden
Zum Nektar ihrer Lust ganz wie
Die Natur es uns an der Rose zeigt

jens tuengerthal 5.2.21

Donnerstag, 4. Februar 2021

Liebesirrgarten


Liebesirrgarten

Die Liebe ist ein großer Irrgarten
Wir folgen Wegen die paradiesisch
Scheinen bis die Realität aus dem
Schönsten Paradiesgärtlein eine
Hölle von Wüste macht in der
Wir langsam emotional verdursten
Vielleicht noch zusammen aber
Gefühlt dort längst völlig allein
Vegetieren viele in ihren Ehen
Längst lustlos meist frustriert
Weil es genau wird wie erwartet
Immer wieder erscheint uns in der
Leere der Einsamkeit eine neue
Fata Morgana als Rettung zu der
Mit immer weniger Energie noch
Geeilt wird um dann angekommen
Festzustellen es war wieder nur
Eine Luftspiegelung von der nichts
Bleibt als ein Traum in Erinnerung
Weil keine Liebe die mit jeder neuen
Enttäuschung wachsenden Erwartungen
Jemals erfüllen kann was vielleicht
Die Chance gibt die alten Träume
Aufzugeben um mit dem was ist
Irgendwie zufrieden so gut wie eben
Möglich im grauen Alltag zu überleben
Was nach den großen Versprechen
Die heilig gehaltene Liebe sich gab
Flau und wenig zunächst scheint
Bei genauerer Betrachtung dann
Im Schatten der Realität in Summa
Viel mehr Glück kontinuierlich schenken
Könnte als sicher enttäuschte Erwartung
Was am Ende zeigt der beste Weg aus
Dem Irrgarten der Liebe ist sich mit
Vernunft einen Plan zu machen der
Schneller zum Ausgang führt als im
Sturm der Gefühle loszulaufen ohne
Zu wissen wohin als zueinander
Wenn es nebenbei friedlich wie
Gelegentlich unterhaltsam sogar
Noch lustvoll werden kann ist
Alles gut so und den Rest
Spart sich lieber wer noch
Gut irgend leben will
Übrig bleibt nur der Traum
Anzukommen aber weiser
Ist wer dazu bei sich bleibt

jens tuengerthal 4.2.21

Naturwerte


Naturwerte

Wie wertvoll ist das Kleine
Was wir so gerne übersehen
Denk ich bei der Lektüre
Wieder von Alphonse Karrs
Reise in meinen Garten
Wo er von Insekten erzählt
Die sich fortpflanzen oder
Ausbrüten von Elternsorge
Derer die in Ritzen brüten
Trickreicher Vorratshaltung
Der Bienen wie noch gewitzterer
Jener Wespen die so prächtig
Scheinen dass kein Edelstein
Ihm im Vergleich genügt um
Deren Schönheit Wert zu geben
Er schwärmt für die Winzlinge
Die im Holz seines Hauses nisten
Bewundert ihr soziales Leben
Wie die Biene Vorrat sammelt
An Honig für den Nachwuchs
Den sie nie sehen wird der
Nur als gut versorgtes Ei
In einer kleinen Höhle abgelegt
Irgendwann als Wurm auf die
Welt kommt die er vom Staub
Der Blüten gestärkt erobern soll
Wäre da nicht die prächtige Wespe
Die zu faul zum sammeln ihr Ei
In die Höhle der Biene legt wie
Alphonse fein beobachtet ohne
Einen Meter vom Haus weg zu sein
Deren Wurm aber nun eine Woche
Eher zur Welt kommen wird um
Sich sodann vom Nekar den die
Biene für ihr Baby sammelte gut
Zu nähren und groß zu werden
Womit der Wurm der Biene wohl
Elendig verhungern wird was beim
Menschlichen Beobachter Mitleid erregt
Doch während die Wespe noch
Ihr Ei in der Bienenhöhle legen will
Kommt die Mutterbiene zurück
Bemerkt den gerade wehrlosen
Eindringling und prügelt sie unter
Wildem Gefauche aus dem Loch
Zerfetzt dabei ihre Flügel sogar
Wobei wie Karr beschreibt sein
Mitleid von der Biene zur Wespe
Den geprügelten Opfer wechselt
Diese geschlagene Wespe nun
Stürzt da flugunfähig tief hinab
Bleibt wie tot am Boden liegen
Die Biene musste nicht mal stechen
Flog lieber weiter Nektar für ihr Ei
Sammeln während die geprügelte
Wespe nur noch sterbend zuckte
Doch kaum verschwand die Biene
Kam oh erstaunliche Natur die
Wespe wieder zu kräften um
Sogleich das Holzhaus wieder
Hinauf zu klettern da flugunfähig
Schaffte es mit letzter Kraft noch
In die Höhle brütet dort sehr lange
Schon hört er die Biene wieder
Doch mit letzter Kraft kommt sie
Nach der Geburt wieder heraus
Bevor die andere mit frischem
Blütenstaub ihr zu nah kommt
Verschwindet sich zu erholen
Oder zu sterben wer weiss es
Während die Biene das fremde Ei
Füttert was ihrem alles wegfrisst
Wenn irgendwann geschlüpft
Karr enthält sich jeder Wertung
So ist eben die Natur und jede
Der beiden Insekten Damen
Tat auf ihre Art ihr möglichstes
Das Überleben ihrer Gattung so
Zu sichern wie es ihr entspricht
Jede hat auf ihre Art recht tut
Was ihrer Natur entspricht ob
Dann die nützliche Biene oder
Die prächtige Wespe überlebt
Hängt an vielen kleinen Zufällen
Zumindest zeigt sich wie nah
Sich schon welche Dramen
Abspielen aber wie fern uns
Manche Welten sind in denen
Mütter ihre Kinder ablegen die
Sie nie lebend sehen werden
Welche Würmer sind bevor sie
Sich verpuppend Flugwesen wie
Schmetterlinge werden was ein
Wunder der Natur auch ist für uns
Die wir nur mühsam laufen lernen
Mit viel Glück noch etwas schwimmen
Denke ich andächtig staunend
Werde die kleinen Flugwesen ob
Ihrer eigenen Lebensdramen künftig
Mit viel Respekt betrachten und wie
Klein scheint unser Liebeskummer
Gegen diesen Kampf ums Überleben
Der jeden Tag aufs neue beginnt
Wie die zerfetzte Wespe die noch
Gerade ihr Ei ablegte dessen Wurm
Dem Ei der Biene wenn deren kein
Frühchen wird alles wegfrisst sich am
Teich von Geburt und Prügelei erholt
Auf einem Seerosenblatt vielleicht
Oder schöner zumindest zu sterben
Was griechisch Euthanasie heißt
Von der schnellen Zunge des Frosch
Aus dieser Welt gerafft wird wäre dann
Nicht ungerechter als ihr Kuckucksei
So fragt sich wohl mancher der das
Naheliegende beobachtet ob nicht
Die Bewertung das Problem ist weil
Natur einfach ist wie es ihr entspricht

jens tuengerthal 4.2.21

Coronasophie XXVIII


Freiheitsfrage

Welche Einschränkung der Freiheit
Ist ethisch gerechtfertigt wann muss
Der Staat diese wieder aufheben
Debattierte der Ethikrat was eine
Philosophisch wie staatstheoretisch
Enorm wichtige Frage ist die über
Die Zulässigkeit von Maßnahmen
Entscheidet welche der Staat seinen
Bürgern schon seit Monaten zumutet
Die Ethik ist stets ein weites Feld
Ohne klare Normen bildet sie aber
Dennoch die Grundlage aller
Entscheidungen im Rechtsstaat
Welche nicht nur normativ korrekt
Sein müssen sondern auch gerecht
Empfunden werden sollen von denen
An die sich die Regeln richten und so
Ist die Ethik als Grundlage nur schwer
Fassbar aber doch Basis dessen was
Gerechtigkeit als eher transzendenter
Begriff ohne klare Grenzen sein soll
Ihre Sichtweisen sind damit im Ergebnis
Viel wichtiger als alle Gesetze auch
Wenn sie zunächst keine Auswirkung
Auf das konkrete staatliche Handeln
Haben ist die Stellungnahme des
Ethikrates zumal unter einer Kanzlerin
Die selbst Naturwissenschaftlerin ist
Von großer Bedeutung für die Zukunft
Des staatlichen Handelns in der Krise
So war deren heutige Stellungnahme
Viel wichtiger als das ewige Quartettspiel
Der Kanzlerin mit den Landesfürstinnen
Weil es hierbei um die vernünftige Basis
Künftigen Handelns ging als Maßstab
Einer glaubwürdigen Politik die auch
Eine Spaltung der Gesellschaft langfristig
Überwinden helfen kann damit wieder
Die Mitte stärkt welche stets die Basis
Gedeihlichen Miteinanders in einer
Demokratie nur sein kann aber trotz
Ethisch moralischer Offenheit gab es
Klarheit in ganz wichtigen Fragen
So ist die Beschränkung der Rechte
Auch von Geimpften noch solange
Gerechtfertigt bis wir sicher wissen
Ob diese andere anstecken können
So die Gefahr für eine Überlastung
Des Gesundheitssystems fortsetzen
Oder nicht was logisch und richtig
An dieser Stelle erscheint jedoch
Nichts über künftige Antworten sagt
Doch klar den Unsinn von Privilegien
Zurückweist welche manche fürchten
Dies steht nicht zur Diskussion je
Sondern allein ob eine Einschränkung
Noch gerechtfertigt sein kann oder
Freiheit und Gerechtigkeits wegen
Wieder aufzuheben ist wenn nicht
Wie sie auch die Aufhebung einiger
Beschränkungen für Geimpfte in den
Pflegeheimen fordern die besonders
Schwerer als die Allgemeinheit bisher
Zum Schutz aller belastet wurden
Sie urteilten wie sie betonten dabei
Vorläufig nach jetzigem Wissen
Mehr ginge ohnehin nie nach
Aller Vernunft insofern gelte wenn
Nachweisbar keine Gefahr mehr
Von Geimpften ausginge diese auch
Keine Beschränkung ihrer Freiheiten
Mehr hinnehmen müssen was klar
Logisch und gerecht erscheint ob
Diese Frage sich noch stellt oder
Durch vorige Durchimpfung der
Bevölkerung Erledigung eintritt
Wurde nicht mehr geklärt aber
Die Hoffnung geäußert dass sich
So manche Probleme von allein
Erledigen könnten zu denen noch
Nichts entschieden werden musste
Aber mehr als klar angedeutet wurde
Die Freiheit privater Unternehmen
Geimpfte zu privilegieren war ihnen
Selbstverständlich und so wird der
Markt manches alleine regeln
Es bleibt beim Vorrang des Schutzes
Von Leben da dies irrversibel ist
Vor der zeitweisen Beschränkung
Damit könnte jede weitere Diskussion
An dieser Stelle entbehrlich sein
Wären alle schon mündig im Sinne
Der kantschen Aufklärung doch
Bis dahin ist noch ein weiter Weg
Die Stellungnahme des Ethikrates
Könnte Unfreien beim Verstehen helfen
Was Freiheit in der Demokratie heisst

jens tuengerthal 4.2.21

Mittwoch, 3. Februar 2021

Jahreszeitenreisen


Jahreszeitenreisen

Manche reisen noch gerne
Um im Winter im Norden
Sommer im Süden zu erleben
Nehmen Unbequemes auf sich
Um das Gegenteil des Gewohnten
Als Erlebnis zu haben statt sich
Am Wechsel vor Ort als Reise
Durch das Jahr zu erfreuen
Wo alles der Natur entsprechend
Als immer wieder Wunder zu uns kommt Manche hetzen durch die Welt um
Das Gegenteil des Gewohnten noch
Zu erleben während ich mich lieber
Auf eine Bank im Park setze
Direkt bei mir vor der Tür als
Nächster mir Garten wenn es
Das Wetter erlaubt wo nicht warte ich
Weil nicht ich hinterherlaufe
Noch irgendwohin müsste
Sondern warte bis es kommt
Natur bietet alle Formen im
Auf und ab der Jahreszeiten
Von denen ich keine mehr
Oder weniger gern mag sondern
Jede entsprechend genieße weil
Mehr als Dasein nicht möglich ist
So kommt die Abwechslung ganz
Natürlich zu mir und ich kann sie
Genießen wenn sie hier passt
Reise das ganze Jahr durch die
Jahreszeiten und ihre Veränderungen
Ohne je den Ort zu verlassen
Erlebe ich viel mehr als die
Irgendwohin Reisenden die immer
Nur oberflächlich sich bewegen
Während wer bleibt mehr sieht
Weil Schönheit sich langsam erst
Offenbart mit Ruhe und Geduld
Weil sie wo echt von Innen kommt
Was nur sieht wer sich Zeit nimmt
Das Jahr im Wechsel der Zeiten
Beobachtend zu durchreisen

jens tuengerthal 3.2.21

Liebesalter


Liebesalter

Welches ist das richtige Alter
Für die Liebe um sie ganz zu
Genießen wo wird es mehr
Was immer weniger zugleich
Potenz und Lust nehmen bei
Männern meist im Alter ab
Aufgrund unserer physischen
Konstellation wogegen uns
Viagra helfen kann auch wenn
Der hormonelle Steifhalter nur
Den Anschein nie die Sache
Ändert was vielen genügt
Sich ewig jung zu fühlen
Als käme es darauf noch
In der Liebe an die vielmehr
Immer passende Stufen hat
Wo wir finden können was
Passt und dauerhaft trägt
Hatte meist ältere Frauen
Als Partnerinnen egal ob dies
Auf frühe Reife oder das
Gegenteil hindeutet nur einmal
Eine 25 Jahre jüngere als quasi
Ausreißer der schmerzhaft war
In vielem unverständlich scheint
Mit Abstand betrachtet doch
Lehrt das Gegenteil den Kern
Zu verstehen und schätzen
Ist mir inzwischen klar geworden
Wir alle durchlaufen Lebensalter
Was keine Neuigkeit noch wäre
Denen wir entsprechend lieben
Warum große Differenz sich meist
Fern im Kern bleibt trotz aller
Liebesmühen nicht ankommen
Weil Verständnis füreinander fehlt
Während Jugend sich ständig
Beweisen muss und Grenzen
Sucht wie überschreitet hat Alter
Mehr Freude am Ankommen um
Nicht mehr suchen zu müssen
Einfach da zu bleiben was aber
Aufgrund eingefahrener Gewohnheiten
Zunehmend schwerer fällt und so
Stellt uns jede Epoche in der wir
Lieben vor neue Aufgaben um
Genießen zu können was ist
Als bräuchte die Liebe Hindernisse
Um zu voller Größe zu erblühen
Bleibe also ewig unreif wie dann
Überrascht was dennoch passiert
Hatte das Glück viel zu erleben
In den ersten 50 Jahren bis jetzt
Die Liebe hat mich umhergetrieben
Nun wäre Zeit davon zu erzählen
Ob dann die Liebe im Leben weniger
Raum einnimmt oder sich findet
Weil zur Ruhe gekommen weiss ich
Nicht und lasse mich überraschen
Weil die Liebe in jedem Alter ganz
Anders kommt und fasziniert aber
Was ist schon sicher außer dass
Alles sich immer ändert besonders
Wo wir meinen es könnte nun
Für immer so bleiben kommt ganz
Sicher eine Überraschung die
Gegen alle Konstanz spricht
So bleibe ich nun gespannt
Auf die nächsten Liebesalter

jens tuengerthal 3.2.21

Altersunreife


Altersunreife

Werde ich je reif und weise sein
Oder immer ahnungslos bleiben
Fragte ich mich früher nie wirklich
Alles ging seinen Gang doch
In jeder Epoche des Lebens die
Mit natürlicher Sicherheit kommt
Sind wir wieder unreif solange
Bis sie schon zu Ende und wir
Mit scheinbarer Weisheit über
Die Vergangenheit sprechen
Als Teenie wollte ich gerne
Erwachsen sein um endlich
Volle Verantwortung zu haben
Alles allein zu entscheiden
Als ich dies durfte war vieles
Langweilig oder zu viel noch
Verunglückte mit 17 tödlich ohne
Etwas davon zu erinnern als das
Nichts mehr war was gut so ist
Angst vor dem Tod ganz nahm
Vater wollte ich erst werden
Wenn alles gesichert ist was
Eine der größten Illusionen wohl
Da nichts je sicher sein kann
Alles sich beständig wandelt
Dann wurde ich es einfach mit
Gerade 30 und könnte nun wohl
Zumindest theoretisch Großvater
Schon werden das Kind ist groß
Erwachsen und die Mutter überholt
Doch alles bleibt in Wandlung
Wie ich mit 40 erfuhr als eine
Dekade Partnerschaft endete
Unerfreulich wie meistens ein
Ende für die Beteligten alle ging
Das Leben neu und anders weiter
Liebte ich mehr als je zuvor
Lernte erst was wirklich möglich
Als ich dachte es könnte enden
Mit 50 nochmal zum Werther wurde
Dem Ende näher als dem Anfang
Weil Leben sich ständig wandelt
Weiss nicht was noch kommt
Bin völlig unvorbereitet auf alles
Möchte nur genießen was ist
Gerne mit Sehnsucht ankommen
Zumindest wieder für Momente
Die sich nach Ewigkeit anfühlen
Komme was wolle denke ich so
Unreif wie immer und frage mich
Mit Alphonse Karr der wieder zu
Diesen Gedanken anregte mit der
Reise in meinen Garten ob wir je
Heute die sind die wir gestern noch
Waren und warum fast alle Menschen
Nicht verstehen zu sterben sondern
Unreif verfaulen wie manche Früchte
Sich mit Angst vor dem Tod grämen
Aberglaube dazu noch erfinden dabei
Geht uns der Tod wie schon Epikur
Vor über 2200 Jahren lehrte nichts an
Da wir nie gleichzeitig irgendwo sind
Lehne mich zurück und staune über
Den Genuss der Gelassenheit die
Nichts mehr erwartet aber dafür
Was ist mehr genießen will und sich
Dabei in Ruhe Zeit lässt noch weil
Irgendwie alles schon war nichts
Aufgeregter Anstrengung wert wäre
Aber manches immer noch wieder
Überraschend lustvoll schön wird
Wo ich es am wenigsten erwarte
Ahnungslos wie ein Kleinkind noch
In dieser neuen Lebensepoche
Staune ich was alles passiert ohne
In die Ferne zu schweifen wird das
Glück beizeiten schon ankommen

jens tuengerthal 3.2.21

Naturreichtum


Naturreichtum

Wie reich ist die Natur die sich
Immer wieder neu schafft um in
Schönster üppiger Form zur je
Jahreszeit neu wiederzukehren
Las gerade bei Alphonse Karr
Von seinem Teppich den er
Im gleichen Jahr kaufte für ein
Vielfaches des Preises in dem
Er seinen Rasen säte doch
Während der Teppich inzwischen
Geflickt und abgenutzt ist wird
Der Rasen jedes Jahr schöner
Bietet eine bunte Vielfalt an
Blüten durch das Jahr bis er
Sich im verborgenen erholt
Unter Eis und Schnee dann
Die Natur erholt und heilt sich
Auch wenn ein gepflegter Garten
Ein menschliches Werk bleibt
Ist was in ihm wächst Natur
Die Menschen nur imitieren
Das gelingt manchmal gut
Oft genug leider weniger
Wenn wir um etwas zu haben
Mehr zerstören als erhalten
Die Bedingungen unseres Seins
Durch die Art wie wir leben
Kaputt machen was wir sind
Um etwas zu imitieren was
Die Natur uns so bietet sich
Selbst dabei ständig erneuernd
Der Teppich von Karr imitierte
Ranken und Pflanzen sehr gut
War wunderschön bis er sich
Mit der Zeit eben ablief während
Der Rasen immer schöner wurde
Vielleicht wäre es gut mehr noch
Von der Natur zu lernen statt sie
Nachmachen oder verbessern
Zu wollen aber nicht können
Täten dann mehr was unserer
Natur entspricht statt sie im
Überflüssigen Kampf besiegen
Zu wollen wären wir dann mehr
In Frieden mit dem was ist

jens tuengerthal 3.2.21

Dienstag, 2. Februar 2021

Sichtfreiheit


Sichtfreiheit

Was wir sehen halten wir
Für wirklich es ist ja sichtbar
Was da ist wird so greifbar
Wie damit verfügbar als
Offensichtliche Wirklichkeit
So führen wir den Anscheinsbeweis
Des Lebens jenseits aller Illusionen
Entsprechend der sichtbaren Vielfalt
Glauben wir es gäbe unendliche
Optionen sein Glück zu machen
Verspielen schnell was ist weil
Nichts bleibt wie es war wird alles
Austauschbar und jeder ersetzbar
Sich einmalig dagegen zu stellen
Wird schnell lebensgefährlich weil
Im Wechsel alles verloren geht was
Vorher Grund gab den es ohnehin
Nie braucht um nur zu sein solange
Wir freie Sicht haben bleibt uns
Die ewige Abwechslung erhalten
Es scheint alles so offensichtlich
Leben wird wie Fernsehen zum
Spurlosen Konsum der Bilder

jens tuengerthal 2.2.21?

Liebeslangsam


Liebeslangsam

Bin gerne schnell und klar
Sage was ich fühle dabei
Braucht Liebe viel Zeit
Wie oft schon irrte ich
Im Gefühlsurwald umher
Ohne zu wissen wohin
Was eben noch sicher
Für die Einigkeit schien
Verlor sich im Nichts
Mal ging ich dann sie
Am längsten blieb noch
Was langsam kam um
Zu bleiben während die
Wildesten Stürme oft
Spurlos verschwanden
Nichts als Narben in mir
Hinterließen die immer
Wieder wo nicht achtsam
Aufbrechen und bluten
Bin vorsichtig geworden
Immer noch stürmisch
Wo Annäherung gefragt
Riten der Männlichkeit
Sind stets nur Fassade
Genieße es langsamer
Auch wenn ungeduldig
Haben alle Verletzungen
Dahin zurückgeführt was
Unter der Schale stets blieb
Die große Sehnsucht nach
Der Liebe ohne Ende die
Ganz langsam kommt
Um zu bleiben

jens tuengerthal 1.2.21

Montag, 1. Februar 2021

Coronasophie XXVII


Ueber allen Gipfeln
Ist Ruh',
In allen Wipfeln
Spürest Du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.

Johann Wolfgang v. Goethe

Impfgipfelchen

Goethe lesen hilft auch in Zeiten
Der Pandemie weiter als Ungeduld
Sich des immer nahen Endes noch
Bewusst zu sein bringt weiter dabei
Die Geduld zu behalten auch wenn
Manche gern Unruhe verbreiten
Das Impfgipfelchen ging zu Ende
Es gab keine Überraschungen aber
Die Bundesregierung hält Wort
Bis zum Ende des 2. Quartals allen
Die wollen ein Impfangebot zu machen
Was am Ende wohl sportlich wird
Aber vermutlich klappen könnte
Um noch ein Gedränge zu vermeiden
Zumindest jetzt dauert es noch etwas
Die SPD die Spahn und Merkel dafür
Öffentlich angriff erfuhr bloß was alle
Vorher schon wussten es dauert noch
Ob die gelassene Kanzlerin sich nun
Zurücklehnen kann weil alles getan
Wird die Zukunft erst zeigen weil es
Wie alles im Leben manchmal dauert
Es wird also weitergehen wie bisher
Noch ist große Vorsicht geboten
Aber bis Ende des Sommers dürfte
Die Pandemie bewältigt worden sein
Sofern nicht neue Varianten kommen
So bekommen wir Lebenszeit noch
Geschenkt um weiter Geduld zu üben
Das noch etwas Innehalten kostet alle
Geld und Nerven aber wenn es hilft
Leben zu retten lohnt es sich doch
Sehe das Warten auf die Impfung
Als Geduldsprobe wie eine Form
Der Mediation bei der wir uns nun
In Ruhe beweisen können einzig
Fraglich ob die SPD nun merkt
Das Geschrei schadete nur ihr
Weil die Naturwissenschaftlerin
Merkel bisher immer richtig lag
Wie ein Buddha es aussitzen kann
Opposition und Kampf gegen sie
Außer unter Populisten niemals
Zielführend sein wird aber gut
Dass wir darüber geredet haben
Bleiben wir vorsichtig geduldig
Damit weniger ruhen müssen
Ohne je wieder aufzustehen
Braucht es noch Monate was
Gemessen am Leben doch
Wenig immer noch ist
Wartet nur bald ist
Alles wieder gut

jens tuengerthal 1.2.21