Freitag, 15. August 2025

Ventilator

Ventilator

Der Ventilator
Öffnet Tore kühlerer
Träume wehend leicht

jens tuengerthal 15.8.25


Sommerende

Sommerende

Der letzte heiße
Sommertag soll heute sein
Denke ich dankbar

jens tuengerthal 15.8.25

Frauengeschmack II

Frauengeschmack II

Schlicht ist die männliche Lust
In guten Jahren noch stellt sich
Das Glied wohl vorwitzig auf der
Höhepunkt fließt sichtbar aus uns

Mehr an Veränderung gibt es nicht
Als Schwellung und Erektion die
Im besten aller Fälle noch geteilt 
Der Mann bleibt einfach schlicht

Bunt variantenreich wie von tausend
Unerfindlichen Gründen abhängig
Dagegen die weibliche Lust wie ihr
Jedesmal irgendwie anderer Leib

Wie wunderbar ist der Körper einer Frau
Welch Glück ihn einmal nah zu haben
Ihren Linien und Rundungen zu folgen 
Um in ihrer Mitte irgendwann zungig

Versinken zu dürfen als Perlentaucher
Ihrer Lust diese ihr zu bereiten wie 
Selige Befriedigung zu schenken
Denn was für ein Wunder öffnet sich

Dir wenn einmal deine Zunge
Zwischen ihre Lippen tief taucht
Wo du jeden Tag auf eine neue
Andere Entdeckungsreise gehst 

Zyklisch ändert sich ihr Geschmack
Wie die Konsistenz des Sekrets so
Ist der Eisprung zu schmecken wie
Seine Nähe oder Ferne fühlbar

Blutige Tage zu schmecken ist
Offensichtlich wie einfach doch
Der ganze Lauf des Zyklus verändert
Weibliche Lust wie die Reaktion 

Geschmack Konsistenz und Wesen
Ihrer Lust so erspüren zu können
Ist wie ein funktionierendes GPS 
Auf der weiblichen Körperkarte

Du hast wenn du aufmerksam bist
Nicht 365 Tage die gleiche Frau
Sondern mindestens ebenso viele
Verschiedene im Jahr dabei die

Die Auswirkung der Psyche oder
Zufälliger sonstiger Launen noch 
Zur Veränderung der Reaktion
In ihrer angebeteten Mitte sogleich

Das kennt auch zumindest der etwas
Ältere Mann der die Launen seiner
Standfestigkeit kennenlernt doch bei
Frau potenziert das die Natur noch

Spannend ist auch wie jenes klare
Sekret das bei Stimulation zum
Höhepunkt abgesondert werden kann
Sich in Geschmack und Konsistenz

Fast gar nicht verändert nach meiner
Zugegeben geringen Erfahrung von
Nicht einmal tausend Frauen bisher
Was statistisch kaum zählen kann

Wichtig aber und wissenschaftlich
Inzwischen auch bestätigt ist neben
Der überlegenen weiblichen Potenz
Die ständige Veränderung und die

Folgen dieses großen Reichtums 
An Varianten der Erregung wie den
Folgen für die Fruchtbarkeit womit 
Sex zum Vergnügen wieder wird

Frauen können wenn sie wollen
Eher immer und immer wieder
Mann kann froh über einmal sein 
Ist danach meist völlig erschöpft 

Doch Mann kann zumindest lernen
Ihren Zyklus genau zu erschmecken
Wie nach der Konsistenz des Sekrets
Zu erfühlen angemessen zu berühren 

Was gerne weibliche Launen genannt
Die schlichtem Mann unerklärlich sind
Ist häufiger vernünftiger Spiegel ihrer
Natur die schmeckbar wie fühlbar ist

Die natürlich völlig überlegene
Weibliche Potenz erkennen wie
Bescheiden zu würdigen hilft 
Beiden sich passend zu genießen

Eine Frau richtig zu erschmecken
Ist die hohe Kunst der Lust wie das
Natürlichste Verhütungsmittel dem
Zu folgen beide beglücken kann 

Sich auf die Natur der Frau zu
Verlassen wie ihr zu folgen macht
Beim Sex glücklicher als alles andere
Schon die Übung ist ein Vergnügen 

Weiß nicht ob wir Frauen damit als
Männer je verstehen können was ich
Lieber erstmal keinem zutraue aber
Zumindest den Körper besser lesen

jens tuengerthal 15.8 25

Liebesende

Liebesende

Irgendwann endet die Zeit
Der Liebe dachte ich schon 
Als ich noch glücklich liebte 
Weil nichts ewig dauert nur
Manches überdauert uns 
Wenn wir mal Glück haben
Rechzeitig sterben und
Mit der Liebe und so aber
Besser nicht damit rechnen
Nun ist es vorbei merke ich
Erwarte nichts mehr und
War ja auch genug irgendwie
Erhoffe mir keine mehr
Noch nicht mal Lust 
Auf online Dating
Bleibt mehr Zeit
Zum lesen und dichten
Über das Ende der Liebe
Was vorher klar war aber
Dann doch ein Loch im
Nichts mehr hinterlässt
Vermutlich normal

jens tuengerthal 15.8.25


Donnerstag, 14. August 2025

Lektürentagebuch 14.8.25

Lektürentagebuch 14.8.25

Der Filocolo von Giovanni Boccaccio hat
Sich schnell großer Beliebtheit erfreut
Es gab wohl einige Abschriften des
Werkes bevor ab 1467 gedruckt wurde 

Habe nun das Vorwort beendet auch
Wenn ich heute Nacht noch über der
Letzten Seite einschlief ist das kein
Zeichen dass es je langweilig war

Von Filocolo entstanden bis 1550 sogar
55 Abschriften und er wurde in dann 
Elf Auflagen gedruckt dabei war er 
Eines der ersten volkssprachlichen Werke

Vom Decameron gab es zunächst nur
Zwei Auflagen was zeigt zunächst war
Der Filocolo deutlich beliebter noch der
Konsequent lateinische Namen verwendet

Die astrologischen Teile werden wie zu
Lebzeiten Boccaccios noch nach dem
Julianischen Kalender beurteilt dabei ist
Filocolo der Auftakt italienischer Literatur

Es ist ein Roman über das Wesen der
Liebe und die Leserinnen können dort
Erkennen weder die ersten noch die
Letzten Opfer dieser geworden zu sein

So ist der Roman einerseits Unterhaltung
Des bewusst auch weiblichen Publikums
Andererseits auch durch das Thema ein
Ratgeber in allen Liebesdingen dazu

Diese Worte Boccaccios zeigen dass 
Er auch männliche Leser locken wollte
Was vor 600 Jahren wie heute noch mit
Einem Ratgeber am besten funktionierte

Für die Leserinnen wird auf das ganz
Authentische emotionale Erlebnis noch
Stärker gesetzt während die Herren gern
Einen Ratgeber mit Mehrwert lasen

Vielleicht sind diese kleinen Hinweise
Des Autors zur Vermarktung ein klares
Zeichen der Mensch änderte sich nie
Nur die Umstände wandeln sich etwas 

Ob daraus schon gefolgert werden kann
Dass sich auch die Verhältnisse zwischen
Den Geschlechtern nie wirklich ändern
Wäre hier vielleicht zu weit gehend

Doch wird diese These durch die Natur
In der sich seit Hunderttausend Jahren
Nichts am Mensch änderte jenseits des Geschlechterkampfes wohl bestätigt


Vom großen Roman des 14. Jahrhunderts
Zu einem der größten des 19. der dafür
Zu Beginn der 20. erschien also den
Buddenbrooks von Thomas Mann

Im 7. Kapitel bekommen wir die erst 
41 jährige Therese Weichbrodt als eine
Uneitle Dame jenseits der Zeit vorgestellt
Die gut wie sechzig oder siebzig schien

Sie sprach exakt und weitgehend ohne
Dialekt nur die Vokale sprach sie eigen 
So klang die Butter eher nach Botter 
Ihren kläfenden Hund Bobby rief sie

Dafür als Babby wenn eine Schülerin
Einen Fehler machte hieß es dafür
Kind sei nicht sa domm als Kind noch
Nannte sie sich Sesemi und blieb dabei

So durften die besseren Schülerinnen
Wie auch Toni sie gleich nennen womit
Besser sich klar auf die Verhältnisse der
Herkunft bezog ein Adelsprädikat war

Ihre ältere Schwester Madame Kethelsen
Hieß dagegen Nelly und war mittellose
Witwe von 48 Jahren die bei ihrer kleinen
Schwester ein Zimmerchen bewohnte

Sie kleidete sich so ähnlich wie Sesemi
War aber groß und schlank auch keine
Lehrerin sondern einfach nur gutmütig
Spielte eine Schülerin einen Streich so

Lachte Nelly herzlich darüber bis ihre
Schwester sie mit einem strengen
Nally zur Ordnung rief die gute Nelly
Sei niemals auf Zweifel gestoßen 

Entsprechend herablassend behandelte
Die doppelt kleine Schwester sie gerne
Zur Begrüßung von Tony hatte Sesemi
Ihren Bischof einen Punsch gemacht

Sesemi Weichbrodt die so bucklig war
Dass sie nicht viel höher als ein Tisch kam
Saß am Kopfende der Tafel immer auf
Zwei Sofakissen und beaufsichtigte alles

Tony hatte ihren Platz bekommen zwischen
Armgard von Schilling der Tochter eines 
Gutsbesitzers aus Mecklenburg und
Gerda Arnoldsen die aus Amsterdam kam

Gerda war eine elegante Erscheinung mit
Dunkelrotem Haar und braunen Augen
Mit Hilfe von Sesemis Bischoff kamen
Sie sich näher und befreundeten sich

Wir erfahren von den Albträumen der
Französischen Lehrerin die um Hülfe
Dann ruft und dass Gerda Geige spielt
Ihr Vater ihr eine Stradivari versprach

Dagegen war Tony wie die meisten
Buddenbrooks eher unmusikalisch
Armgard von Schilling erzählte dafür
Von den Kühen bei sich Zuhause

Armgard hatte als Adelige gleich den
Größten Eindruck auf Tony gemacht
Auch wenn ihre Familie vornehmer war
Glühte Tony vor Bewunderung für Armgard

Diese Armgard dagegen mit ihrem dicken
Blonden Zopf wusste ihren Adel nichtmal
Wirklich zu schätzen und sprach breiten
Mecklenburger Dialekt noch dazu

Vornehm dagegen war die eher aparte
Gerda Arnoldsen alles an ihr war es
Auch ihre elfenbeinernen Accessoires
Zur Toilette aus Paris waren dies

Die drei Mädchen wurden Freundinnen
Bewohnten den gleichen Schlafsaal
Gingen in die gleiche Schulklasse und
Plauderten vor dem Einschlafen

Wer wen heiraten sollte von was
Welche von ihnen träumte wie Gerda
Von Duos mit ihrem Vater schwärmte
Nicht unbedingt heiraten wollte

Für Armgard und Tony dagegen war
Dies ihr natürliches Ziel und Tony
Besucht Armgard auf dem Gut ihres 
Vaters in Nordwestmecklenburg

Daneben verbrachte die junge Tony 
Ihre Ferien in Travemünde wo die
Familie an der Table d’hôte speiste 
Wie auf dem Gut Ungnade noch

Letzterer Familienbesitz der Buddenbrooks
Machte seinem Namen alle Ehre und
Brachte eher nichts ein aber war ein
Wunderbarer Ferienaufenthalt für Tony

Dieser kurze Einblick in die Welt der
Tony die ins Pensionat kam nach
Verschiedenen kleinen Vorfällen
Ist wunderbar schön geplaudert

So treffend werden auch die Charaktere
Ihrer Freundinnen beschrieben die mit
Kleinen Bemerkungen sich offenbaren
Was besonders die kluge Gerda zeigt


Hans Castorp spaziert weiter durch die
Kalte Luft was hier gerade unvorstellbar
Im Zauberberg mit Settembrini und Naphta
Wie Ferge und Wehsal die eher lauschen 

Während der Humanist und der Jesuit
Über das Wesen der Krankheit stritten
Wobei Settembrini sich über die Seele
Lustig noch machte dafür aber den 

Menschlichen Körper als wahren Tempel
Gottes feierte worauf Naphta diesen als
Bloßen Vorhang vor der Ewigkeit erklärte
Worauf Settembrini ihm untersagte das

Wort Menschheit weiter zu gebrauchen
Sie hatten Hans Castorp zwischen sich 
Wandten sich direkt an diesen um die
Thesen des Gegners zurückzuweisen

Durch Anregungen von Ferge und Wehsal
Kamen Themen wie die Feuerbestattung
Oder die körperliche Züchtigung gar Folter 
Auf und wurden heiß debattiert

Settembrini lehnte natürlich alle solchen 
Körperlichen Strafen der Menschenwürde
Wegen entschieden ab während Naphta
Sie rechtfertigte weil allein der Geist zähle 

Von der Krankheit und dem gequälten 
Körper kommen sie auf den Tod und da 
Setzt sich Settembrini mit starken 
Argumenten für die Feuerbestattung ein

Dem widerspricht Naphta natürlich worauf
Die Diskussion auf die Folter kommt die
Naphta als ein Produkt der Vernunft 
Bezeichnet im Inquisitionsprozeß

Sie diene dem Erweis der Wahrheit
Was Settembrini mit guten Argumenten
Im humanistischen Geist widerlegt
Worauf Hans Castorp nach der

Berechtigung der Todesstrafe fragt
Was die nächste Diskussion entzündet 
Doch an dieser Stelle verlasse ich den
Spaziergang aufgrund der Uhrzeit

Es ist philosophisch spannend wie
Thomas Mann hier zwischen seinen 
Figuren Settembrini und Naphta den 
Diskurs um die Moral führen lässt

Schon aus der eigenen Geschichte
Dem Freimaurer Settembrini so nah
Wie dem Katholiken Naphta mit der
Neigung zur Mystik fern lese ich hier

Es ist auf dem Spaziergang wieder
Ein Siegel der geistigen Geschichte
Europas sichtbar geworden die so
Aktuell wieder geworden ist

Sowohl die USA wie Russland haben
In jüngster Zeit taktisch gefoltert und
Wenden die Todesstrafe noch an töten 
Ihre Gegner teilweise ohne Prozess

Die Macht die mit dem Tod spielt 
Hat jede Legitimation verloren warum
Beides Unrechtsstaaten sind die USA 
Unter Trump folgt da Russland nun

Der Verteidiger des Lebens der
Humanist Settembrini steht für die
Prinzipien des aufgeklärten Europa
Das viele Feinde in der Welt hat

Der Zauberberg wirft Fragen auf
Die für die menschliche Gesellschaft
Immer aktuell und wichtig bleiben 
Seine Lektüre schärft das Bewusstsein

jens tuengerthal 14.8.25

Hitzschlager

Hitzschlager

Glühend heiß sind diese Tage
Ohne Liebe nur vom Wetter
Das unsre Natur überfordert
Warum Ruhe angesagt ist

Bei der Hitze wenig tun
Wenn es schwindelt
Schnell in den Schatten 
Nichts muss jetzt noch sein 

Der Hitzschlager spielt sich
Nach der alten Melodie von
Spiel mir das Lied vom Tod
Diesem noch mal vorzubeugen 

Seid nun alle bitte vorsichtig
Weniger ist gerade mehr
Macht nur das allernötigste
Hitzetage sollten Feiertage sein 

jens tuengerthal 14.8.25

Wechselläuten

Wechselläuten

Der Bundeskanzler sieht nach 100 Tagen
Den politischen Wechsel eingeläutet 
Muss ihm da völlig zustimmen
Nie war ein Kanzler nach so
Kurzer Zeit so unbeliebt
Nie scheiterte eine Koalition so
Krachend mehrfach wie diese
Nie waren radiale Kräfte je so
Mächtig in Deutschland 
Nie machte eine Koalition so
Hohe Schulden ohne Perspektive
Das ist sicher ein politischer Wechsel
Fraglich nur ob den irgendwer wollte

jens tuengerthal 14.8.26

Liebesfalle

Liebesfalle

Liebe fesselt gern
Voller Glückseligkeit uns
Mit schöner Hoffnung

jens tuengerthal 14.8.25

Parteilos

Parteilos

Keiner Partei mehr
Anzugehören schenkt mir
Täglich Wahlfreiheit

jens tuengerthal 14.8.25

Linkshändertag

Linkshändertag

Habe gestern den
Linkshändertag ganz verpasst
Bleibe es dennoch

Erbe der Mutter
Andersrum denken macht das
Leben kompliziert

Feiere jeden
Überlebten Tag lieber 
Von allen Seiten

jens tuengerthal 14.8.25

Frauengeschmack

Frauengeschmack

Denke sehnsüchtig lustvoll daran
Wie meine Zunge deinen Rücken
Wirbel für Wirbel hinab wandert 
Tief in die erste Teilung taucht
Um dich intensiv zu schmecken
Wo du dich ihrem züngeln öffnest 
Doch während sich dein Becken 
Schon ihr entgegenhebt als ich
Von hinten mich anschlich nur
Die Zunge statt Handgepäck 
Für die Lustreise über dich 
Bei der ich all deine Kontinente
Küssend erforsche um so
Zumindest zu wissen wie
Deine Nähe mir schmeckt
Wandere ich schon weiter
Nach dem ersten Tauchgang
In deine dunklen Gänge um
Zu deinem Fundament so 
Zärtlich dir die Füße noch
Küssend zu gelangen dann
Innenseiten deiner Schenkel
Zart schleckend nur auf
Einen Zungenschlag am
Venushügel zu verweilen vor
Anderen Höhlen deine höchsten
Hügel mir zu erlecken die schon
Wogend auf die Wellen der Lust
Warten die Zunge und Zähne
Ihr an der Grenze schenken
Bis ich endlich den vielleicht
Noch bewaldeten oder schon
Modisch kahl geschlagenen
Immer noch mons veneris
Erklimme von dort mit einem
Sprung in deine feuchten Höhlen
Zunge voran tauche um
Wieder aufgetaucht aus der
Schönsten Höhle der Welt die
Ihr Ursprung nach Courbet ist
Zum Perlentaucher des Glücks
Werden zu dürfen der dir dort
Unten schönste Gipfel erleckt
Hole kurz Luft und denke ach 
Wie wundervoll wäre das jetzt
Dir so nah sein zu dürfen das 
Alles mehr schon eins wäre

jens tuengerthal 14.5.25

Liebesgewissheit

Liebesgewissheit

Kann es Sicherheit geben mit etwas
So unsicheren wie einem Gefühl
Noch dazu einer Frau gegenüber 
Die völlig unberechenbar ist oder
Sind das eher die Männer und
Frauen immer verlässlich außer
Es reizt sie noch etwas anderes
Also doch wieder wie die Männer
Was die Frage wohl egal macht
Sind all die anderen Reize nicht
Teil unserer logischen Natur die
Schlicht funktioniert wie sie ist
Aber nichts mit Liebe zu tun hat
Die doch so ein geistiges Ding ist
Aber irgendwie auch nicht weil
Durch Hormone gesteuert die
Logisch funktionieren aber nur
Selten vernünftiger machen
Was zumindest sicher scheint
Vermutlich kommt es auch
Dabei darauf an welche wie
Liebe derer ich mir wirklich
Ganz sicher gewesen bin
Noch schneller verschwand
Im Nichts verlorener Lieben 
Nur wenn ich mir sicher bin
Es wäre so oder so mit der
Liebe kann ich sicher sein
Dass es meist anders kommt
Dann gibt es einfach keine
Gewissheit im Gefühl je
Unklar nur ob das dann
Eine Art Gewissheit ist
Und so bleibt am Ende
In der Liebe alles unsicher

jens tuengerthal 14.8.25

Mittwoch, 13. August 2025

Lektürentagebuch 13.8.25

Lektürentagebuch 13.8.25

Zuerst habe ich heute über 300 Seiten
Des Gedichtbandes Korrektur gelesen
Der bald erscheinen soll worauf sich
Die Leserinnen hoffentlich freuen

In zwei Flaneure in Berlin verfasst von
Gerd Rüdiger Erdmann geht es in dem
Kapitel Tauentzienstraße um diese was
Nahe lag und was Franz Hessel darüber

Wie über die Berlinerinnen dort schrieb
Die mit ihren fliegenden Schultern aus
Dem guten Jahrgang 1910 dort crawlen
Wie Hessel den zu eiligen Gang nennt 

Während andere noch Brustschwimmen
Kraulten diese jungen Schönen viel zu
Eilig durch die Straßen sie sollten besser
Flanieren lernen das ginge dort gut

Mit Kurfürstendamm und Tauentzienstraße
Hätte Berlin zwei ideale Boulevards auf 
Denen die Berlinerin flanieren üben könnte
Auch wenn es ihrem Wesen ganz fremd ist

Diese beiden Straßen haben darum nach
Hessel eine hohe Kulturmission sie sollen
Die Berlinerin zur Gelassenheit wie zum
Irgendwann eleganten Gang erziehen

Wie Franz Hessel gerne schrieb ist auch
Diese kleine Spitze gegen die immer eilige
Berlinerin die ständig wichtiges zu tun hat
Ganz liebevoll verpackt gebracht hat es

Bis heute leider nichts die Berlinerin ist
Ständig eilig unterwegs um bloß nichts
Zu verpassen in der unruhigen Stadt
Sie können mit uns Flaneuren üben

Was ihrem Gang wie ihrer Eleganz
Gut täte damit ihre Schönheit besser
Wirken ließe uns Flaneure sehr freute
Leider haben sie keine Zeit für sowas


Unter der Überschrift Aperitif der Liebe 
Geht es im Buch von Helen Hessel 
Der schnellen Berlinerin die aus Paris
Schreibt weiter um sie und ihre Rückkehr

Zum Schreiben 1924 ermuntert von 
Großmann der ihr einige Artikel anbietet
Unter Aufzeichnungen ohne Philosophie
Sollten diese dann erscheinen

Ihnen lag Helens Reise nach Paris
Wie ihre wachsende Vertrautheit mit
Der Stadt zugrunde der erste war der
Pariser Bilderbogen in dem sie zur

Flâneuse wurde vielleicht auch unter
Einfluss ihres Mannes Franz beschreibt
In spröden Ton wie sie durch Pariser
Straßen wandert und was sie beobachtet

Persönlich anteilnehmend werden ihre
Texte sobald es um Mode geht sie wird
Von den Kleidern wie hypnotisiert wird
So zur mitfühlenden Teilnehmerin

Hier bezeugt Helen bereits das Talent
Was sie später Karriere als die große
Modereporterin der Frankfurter Zeitung 
Werden ließ noch braucht sie Beifall

Großmann nennt ihre Pariser Stücke
Entzückend nun war ihr Ehrgeiz zum
Schreiben erwacht mit dem sie sich
Über die Trennung von Roché tröstete

Sie sucht noch nach Wegen mit denen
Ein dauerhaftes Leben mit Roché in 
Paris selbständig finanzierbar wird
Worauf sie sich einen Bob schneidet

Im Oktober 1924 bekommt sie das 
Angebot der Frankfurt Zeitung als
Modekorrespondentin nach Paris
Zu gehen was sie sofort annahm

Von ihrem Freund Paul Huldschinsky
Einem bekannten Architekten den sie
Hülle nannte wurde sie in die Berliner
Modeszene wo nötig eingeführt 

Von Rochés Mutter ließ sie sich die
Vogue und Fémina schicken während
Roché selbst ihr Mode Zeitungen aus
New York schicken sollte die in waren

Ihre Hymne auf die Mode lobte auch
Franz Hessel sehr und wollte sie in 
Seiner Zeitung Vers und Prosa drucken 
Helen wollte lieber Geld damit verdienen

Schon Mitte 1925 war sie davon überzeugt
Den idealen Beruf gefunden zu haben sie
Überlegt ständig wie sie mehr verdient
Franz lobt dabei ihre Artikel häufig

Sie träumt immer von einem Film
Wie einem Theaterstück vielleicht
Auch einen Roman war aber meist
Zu unruhig für mehr als kurze Stücke

Nach dem Krieg schrieb sie noch
Ein Drehbuch und ein Theaterstück
Über den Widerstand aber beide
Brachten keine großen Erfolge

Eine vielfältig spannende Frau
Die ihr Leben immer wieder wenn
Gerade nötig ganz neu entwarf 
Als ginge ihr Sein mit der Mode 

jens tuengerthal 13.8.25

Sommerlust

Sommerlust

Die gerade heißen Tage verführen
Dazu sich so leicht wie nur möglich
Anzuziehen was in Konsequenz viel
Körperliche Reize uns überall zeigt

Darf ich als schlichter Mann bei der
Runde um den Platz mich noch am
Anblick der luftig bekleideten Damen
Freuen oder sollte ich wegsehen

Einige können den Blick auf ihre
Sichtbaren Formen als sexistisch
Empfinden was mit ganz fern liegt
Es ist bloße Freude an der Natur

Andere wiederum könnten das
Wegsehen als Kränkung empfinden 
Spielen sie doch ganz bewusst mit
Allem was ihnen die Natur gab

Der Flaneur genießt nach seiner Natur
Den Anblick ohne mehr zu wollen als
Sich an der weiblichen Natur zu freuen
Aber reduziert das die Damen zu sehr

Was ist noch gerade zulässig und wo
Ist schon der Blick anzüglich weil er
Leicht alles sehen könnte was sonst
So gut verborgen wird überlege ich

Auf keinen Fall möchte ich die Damen
In irgendeiner Weise beschämen
Nur teilnahmsvolle Freude zeigen
Als machte ich ihnen ein Kompliment

Fürchte aber es wird egal was ich
Nun entscheide einigen nicht recht sein
Während andere sich noch mehr erhoffen
Was der nur Beobachter nicht leisten kann

Weil ich es ohnehin nie für alle richtig
Machen kann fragt sich ob ich dann 
Zumindest eines richtig machen sollte
Oder alles ignoriere und tue was ich will

Insofern ich aber keine Dame erzürnen
Noch Probleme schaffen möchte bleibt
Der richtige Weg hier fraglich denn nur
Wegsehen wäre gegen meine Natur

Am einfachsten ist es wohl in seiner
Bibliothek auf dem Diwan zu bleiben
Draußen ist es ohnehin zu warm nur
Schade um die Schönheit wäre es

jens tuengerthal 13.8.25

Gazarosinenbomber

Gazarosinenbomber

Deutschland ist gerne hilfsbereit 
Das ist eine positive Entwicklung
In Erinnerung an die amerikanischen
Rosinenbomber nach dem Krieg
Wurden 192 Tonnen Hilfsgüter 
Durch die Bundeswehr inzwischen
Über Gaza abgeworfen um so
Die hungernde Bevölkerung dort
Mit dem nötigsten zu versorgen
Auch wenn diese Hilfe wieder
Vollständig in den Händen der
Dort noch regierenden Hamas
Landen wird beruhigt doch das
Deutsche Gewissen zumindest
Etwas getan zu haben damit
Dort endlich Frieden wieder
Herrscht und die Terroristen
Siegreich bleiben werden
Israel keine Waffen mehr geliefert
Die dort einsetzbar sind
Somit ist die Hilfsaktion der
Deutschen Bundeswehr ein
Doppelter Sieg für die Hamas
Spannend wie die Regierung Merz
Bedingungslose Solidarität auslegt 

jens tuengerthal 13.8.25