Mittwoch, 15. Mai 2024

Wassertrinker

Wassertrinker

Wasser zu trinken
Rettet an manchen Tagen
Unser Gleichgewicht

jens tuengerthal 15.5.24

Bürgerliebe

Bürgerliebe

Wie liebt der Bürger heute nach dem
Ende der bürgerlichen Gesellschaft
Deren Abgesang Thomas Mann schon
So genial in den Buddenbrooks anstimmte

Anders als sein Bruder Heinrich der im
Untertan nur böse verspottet zeichnete
Thomas freundlich mit Liebe die um ihr
Ende weiß aber lächelnd untergeht

Taugt die Ehe noch als Modell für eine
Zukunft die Geschlechtergrenzen wie
Konventionen zunehmend aufhebt
Bleibt die Familie ihre Keimzelle

Ist die Ehe für alle eine Antwort
Oder die Fortsetzung des Falschen
Unter neuen Vorzeichen die nur
Alles in einen Rahmen presst

Kommt weiter eine Mehrheit aus
Familien und wächst dort nach einem
Konventionellen Modell auf oder sind
Zwischenformen heute eher normal

Wo bleibt die Liebe nach dem Ende
Ihrer institutionalisierten Form in der
Ehe und Familie die nicht mehr in
Das Leben der meisten passen

Keine wahre Liebe im falschen Gefühl
Dachte Walter Benjamin den Adorno bei
Der Auslegung der Wahlverwandtschaften
Goethes voller Zweifel selbst voraus

Ehe und Familie sind Formen eines
Nomadischen Wüstenvolkes welche
Durch die jüdische Sekte Christentum
Bis heute weltweit herrschend wurden

Ist die Begrenzung der Natur in der Form
Von Treue und Monogamie je natürlich
Für uns Menschen gewesen oder nie
Wohin strebt unser Wesen davon befreit

Zwischen Mythos im Gefühl das noch
An höhere Fügung zu gerne glaubt
Und kritischer Vernunft die dies einst
Normierte klafft eine Leerstelle

Der Ordnung und der Macht wegen
Haben wir Gefühl und Natur in ein
Immer untaugliches Korsett gezwängt
Aus dem unser Bild der Liebe wuchs

Schon die Germanen hatten Tacitus
Zufolge innovativere Lebensformen
Wie damit Arten die Liebe zu leben
Als christliche Sekten bis heute

Gleiches gilt für alle monotheistischen
Sekten mit ihrem so chauvinistischen
Menschenbild was Frauen unterdrückt
Um das Erbe männlich zu halten

Die Befreiung des Gefühls als Macht
Welche über die Liebe alles bestimmt
In der Romantik verschob den Blick
Auf Ehe und Familie ganz radikal

Die vorher Versorgungsgeinschaft
Als Struktur dauerhafter Sicherheit
Wurde an irrationale Gefühle gehängt
Was logisch unzuverlässig wurde

Welche Form könnte in Zukunft die
Bürgerliche Ehe ersetzen um dafür
Kontinuität und Zuverlässigkeit als
Eigenschaften der Bürger zu bieten

Wie liebt der bürgerliche Anarchist
Der die Ehe als Ende der Liebe sieht
Auf der Suche nach freieren Formen
Die zu gewohnten Ritualen passen

Frage es mich immer wieder neu
Suche Wege die mir entsprechen
Probiere und scheitere dabei auch
An der Allmacht der Konventionen

Mit konservativen Traditionen noch
Aufgewachsen diesen entwachsen
Von bürgerlicher Liebe träumend im
Bionade Biedermeier bleibt alles offen

Viermal verlobt aber nie verheiratet
Von der einen träumend die auch
Den anarchistischen Künstler liebt
Mit gleichen Konventionen aufwuchs

Weiß nicht wie Bürger heute lieben
Noch was diese genau sind wonach
Sich Klassenzugehörigkeit bemisst
Es um Formen oder Inhalte geht

Bin ich ein als Bürger verkleideter
Anarchist oder bürgerlicher Anarch
Wer kann damit etwas anfangen
Was mich aus der Familie prägte

Achte sehr auf Tischmanieren
Von der Mutter dazu dressiert
Finde es so lächerlich wie nötig
Wie als Dichter Sprache wichtig

Beim falschen Dativ oder wenn
Es auf Arbeit geht laufe ich weg
Lebe auf dem Gebiet des einst
Arbeiter und Bauern Staates

Eigentum ist der Beginn der
Sklaverei wie Ausdruck von
Bürgerlicher Freiheit die der
Staat unbedingt schützen soll

Will auf keinen Fall heiraten
Aber träume heimlich davon
Habe Geliebte statt Beziehungen
Und will doch nur die eine noch

Vielleicht genug Widerspruch auch
Als Bürger nie Gefahr zu laufen
Von einer als Gatte ganz gewollt
Je zu werden denke ich laut

Pflege nur heimlich noch die
Sehnsucht nach dem Traum
Der für Momente wirklich wird bis
Es in bürgerliche Bahnen kommt

So wurde die Liebe der Bürger die
Real nur Gewohnheitsliebe ist
Ohne jeden echten Grund zur nur
Traditionspflege der Staatsbürger

jens tuengerthal 15.5.24

Innovationsmut

Innovationsmut

Wieviel Mut braucht innovatives Denken
Was kann es alles dafür bewegen wenn
Gegen alle Gewohnheit neues anders
Gewagt wird um so einfach umzudenken

Wer es wagt anders zu sein wie dies
Mit allen Konsequenzen zu Ende zu
Denken entdeckt ein Universum in sich
Das größer ist als alles was wir kennen

Klimawandel wie beschränkte Ressourcen
Machen ein weiter so unmöglich dennoch
Wagen wenige es zu Ende zu denken
Suchen lieber Gründe nichts zu ändern

Wir müssen weniger werden wie uns
Verantwortlich im Umgang zeigen um
Leben hier erhalten zu können statt
Immer weiter immer mehr zu zerstören

Die Ökonomien dürfen nicht mehr den
Alten Fetisch Wachstum anbeten
Es braucht neue bessere Wege um
Weiter gut auf Erden leben zu können

Wer Innovationsmut hat wagt es alle
Gewohnheiten infrage zu stellen um
Sie auf Tauglichkeit für die Zukunft
Ohne alle Bedenken zu prüfen

Was braucht es für ein gutes Leben
Lehrte nicht schon Epikur das etwas
Brot Wasser Wein und ein Garten 
Zum Glück vollkommen genügen

Aus weniger mehr zu machen wie
Mit minimalen Ressourcen ohne
Schaden zu leben macht zufrieden
Dies sollte unser höchstes Ziel sein

Schrumpfen wir uns wieder gesund
Pflanzen wir überall Bäume statt noch
Neue Straßen bauen zu wollen denn
Reisen hat keine Zukunft mehr

Wer aus weniger mehr machen will
Damit gut versorgt sein soll wird
Alte Pfade verlassen müssen wie
Glück und Erfolg neu definieren

Wagen wir mit allen Gewohnheiten
Auch im Denken zu brechen um mit
Weniger glücklicher uns zu fühlen so
Befreit konzentriert zu leben

Gönnen wir uns den Luxus weniger
Ballast mitzuschleppen um befreit
Von allem mit viel Zeit verantwortlich
Wie damit aufgeklärt mündig zu leben

Dinge die ein Leben lang halten als
Luxus der Zufriedenheit schenkt wie
Ein sesshaft zufriedenes Leben nach
Art der Hobbits bescheiden zu führen

Es gibt unendlich viele Wege um sich
Innovativ vom Konsum weg zu einem
Konzentrierten Luxus des weniger
Mit viel mehr Zufriedenheit zu bewegen

Wagen wir endlich die Entdeckung der
Langsamkeit als Luxus lustvoll mehr in
Ruhe einfach zu genießen um so mit
Weniger mehr vom Leben zu haben

Es könnte wirklich lohnend sein dem
Innovationsmut bedenkenlos in eine
Ganz neue Richtung zu folgen wie
Ganz nebenbei die Welt zu retten

jens tuengerthal 15.424

Parkpicknick

Parkpicknick

Wie wunderbar ist das Leben
Mit gutem Rheingauer Riesling
Ein Picknick im Park auf dem
Helmholtzplatz vor meiner Tür
In der warmen Abendsonne in
Schöner Gesellschaft gemeinsam
Genießen zu können denke ich
Dazu Baguette Käse Salat wie
Erdbeeren als Süßigkeiten ist
Für alle Sinne gut gesorgt
Dankbar dafür wie für den hier
Genuss der Natur im Frühling
Die keine weiteren Gründe
Braucht um glücklich zu machen
Freut sich der Dichter an der
So nahen Schönheit im Park
Und dichtet glücklich darüber
Auf seinem Diwan nun der
Sonne in sich nachspürend
Umgeben von seinen liebsten
Büchern vollkommen zufrieden

jens tuengerthal 14.5.24

Dienstag, 14. Mai 2024

Lustlehren 056

Lustlehren 056

Weniger ist mehr in ganz vielem
Doch nie hätte ich dem beim Sex
Zugestimmt bis ich merkte wie
Ewig freie Auswahl den Wert
Der Lust als solche relativiert

Wer immer mit den Schönsten kann
Kann irgendwann nicht mehr weil auch
Der schönste Traum der Lust seinen
Vorher Reiz so wieder verliert was
Schade um der Sache wegen ist

Habe diese Erfahrung unabhängig
Von männlichen Problemen mit der
Prostata und anderem gemacht wie
Festgestellt dass eine Erektion im
Kopf zuerst steht wie stehen bleibt

In wie vielen Ehen wird der Sex öde
Nicht nur weil wir uns kennen was
Es geübt schöner machen könnte
Sondern eher infolge der Verfügbarkeit
Was einander gehört reizt weniger

Sich mehr aufeinander konzentrieren
Um was ist mehr zu genießen kann
Aus weniger Abwechslung viel mehr
An Lust die reizvoller miteinander wird
Machen was den Versuch lohnt

Um Sex egal wie zu haben gibt es
Seiten für Menschen die zu gerne
Diese Sehnsucht lustvoll stillen auch
Käuflich und in Clubs ist alles zu haben
Was Mensch sich nur ausdenken kann

Lebe mitten in Berlin wo Sex überall
Hörbar manchmal auch sichtbar
Stattfindet und gefeiert wird dabei
Wie auf dem Jahrmarkt der Lust
Wo alles in der Masse sich verliert

Was alle überall tun können wie jeder
Bekommen kann verliert seinen Wert
Wird infolge der Inflation eher egal was
Für eine der schönsten Sachen die
Wir miteinander tun können schade ist

Durch konsequente Konzentration wie
Ein bewusstes weniger der Sache
Wieder mehr Wert zu geben tut gut
Vielleicht sollten wir es wagen um
Mehr dabei voneinander zu haben

Liebe schönen Sex sehr doch wird
Dieser weniger etwas besonderes
Was die Lust miteinander feiert wo
Es sich in täglicher Konkurrenz noch
Am Markt am liebsten überbieten will

Konkurrenzlos schöner Sex ist der
Gipfel der Lust dieser braucht nichts
Als zwei Körper die beieinander sind
Was nur wenigen dabei noch gelingt
Die lieber mehr als Kick stets wollen

Sich auf das miteinander konzentrieren
Weniger erreichen wollen dafür mehr
Das was ist zu genießen ist die Kunst
Die lange in Erinnerung bleibt vögeln
Können alle guten Sex haben wenige

Reduktion als Übung für ein lustvolles
Mehr an Genuss könnte alle vorher nur
Versuche von Nähe weit übertreffen
Weil es im Kopf beginnt wie dort das
Wunder groß werden lässt

jens tuengerthal 14.5.24

Denkonsequenz

Denkonsequenz

Wenn ich etwas tue hat dies
Konsequenzen die ich besser
Mitbedenke wenn ich nicht zum
Unfrei überraschten Opfer dieser
Werden sondern frei bleiben will

So ich meine Blumen nicht gieße
Werden sie natürlich vertrocknen
Wo ich zu viel gieße ersaufen sie
Tun wie Nichtstun haben damit
Sichtbare Konsequenzen hier

Wenn ich stets so handeln will
Dass mein Handeln allgemeines
Gesetz für jedermann sein kann
Hat dies Konsequenzen für mich
Die ich kaum je alle erfassen kann

Wer dennoch etwas tun will ohne
Jede Folge bedenken zu können
Wird etwas riskieren müssen was
Unerwünschte Folgen haben kann
Wie uns damit in Konflikte bringt

Genau damit leben wir täglich
Versuchen Kompromisse zu finden
Weichen vielfach Konsequenzen aus
Hören vorher einfach auf zu denken
Nicht inkonsequent zu wirken

Besonders deutlich wird dies beim
Klimaschutz wie in der Politik dabei
Wissen wir was nötig wäre kennen
Die Konsequenzen aber ignorieren
Sie mit erschreckender Konsequenz

Die Konsequenzen trägt dann die
Schwer zu fassende Allgemeinheit
Wie alle Opfer unserer Inkonsequenz
Deren Zahl mit dem Klimawandel
Als Konsequenz unseres Handelns steigt

Dächten wir dabei konsequent wäre
Jeder Täter der anders handelt was
Durch Komplexität relativiert wird
Warum alles Konsequenzen hat für
Die sich keiner verantwortlich fühlt

Inkonsequenz entmündigt uns
Was wir billigend in kauf nehmen
Keine unbequemen Konsequenzen
Tragen zu müssen weil für die Folgen
Keiner persönlich haften muss

Handelten wir konsequent nach dem
Kategorischen Imperativ wie damit
Aufgeklärt aus der Unmündigkeit
Befreit müssten wir mehr tun als
Unserer Bequemlichkeit entspricht

Dies liegt nicht an einem Mangel
An Verstand weil längst alle auch
Begreifen können welche Konsequenzen
Unser Lebensstil für die Welt hat
Dennoch ignorieren wir dies

In Konsequenz müssten wir ganz
Dringend weniger werden also die
Zahl der Geburten reduzieren das
Fliegen verbieten mehr Bäume pflanzen
Unseren Lebensstil komplett umstellen

Aus Trägheit gepaart mit Ignoranz
Machen alle weiter und verschieben
Die Verantwortung immer weiter weil
Keiner die Konsequenzen tragen will
Vererben wir die Probleme einfach

Dies gilt für den Klimawandel so sehr
Wie für angehäufte Schulden oder
Verschleppte Investitionen die allein
Der Banken Macht am Markt stärken
Statt für gerechten Ausgleich zu sorgen

Wie noch jemand mit gutem Gewissen
Gegen alle Vernunft so leben kann
Bleibt unklar aber da ungeahndet
Der bequemste Weg der Verantwortung
Einfach auf die Masse verschiebt

Es bräuchte wollten wir in Freiheit wie
Damit mündig leben dringend mehr
Konsequenz was alle lieber ignorieren
Lieber unfrei weitermachen wie gewohnt
Weil alles andere Denken erforderte

Einfache konsequente Antworten wären
Kein Wachstum mehr von Menschheit
Wirtschaft und Verkehr dafür nur für
Wälder und ungestörte Natur was
Kaum einer auszusprechen wagt

Unser Denken ist in Strukturen noch
Gefangen die diesen Weg ablehnen
Alle wollen dabei gewinnen ohne zu
Merken wie der Markt sie versklavt
Der die Göttin Wachstum anbetet

Diese Inkosequenz wird tödlich sein
Für immer mehr Menschen was das
Problem auch irgendwie löst ohne
Etwas tun zu müssen wie weiter
Unfrei und unmündig zu leben

Halte nichts von autoritären Strafen
Wenn die Menschheit zu dumm ist
Wider besseres Wissen Konsequenzen
Aus ihrem Handeln zu ziehen wird sie
Sich konsequent zugrunde richten

Dumm daran ist nur dass dann auch
Keiner mehr Verantwortung übernimmt
Wie damit frei und mündig handelt
Sondern nur die Folgen erträgt
Die wir besser verhindert hätten

Wer vorher anfängt konsequent zu
Denken hat noch die Chance sich
Aus der Unmündigkeit zu befreien
Wie es besser zu machen für sich
Was alleine nur folgenlos bleibt

So bleibt am Ende unklar ob sich
Konsequenz gegen die Masse
Der Ignoranten lohnt und wenn ja
Für wen und warum ob nicht ein
Schnelles Ende für alle besser wäre

jens tuengerthal 14.5.24

Lustmotor

Lustmotor

Lustvolles Leben
Bleibt schönster Daseinsantrieb
Einfach genießen

jens tuengerthal 14.5.24

Liebesdauer

Liebesdauer

Bei Liebe bleiben
Gäbe einander eine
Aussicht auf Dauer

jens tuengerthal 14.5.24

Weniger

Weniger

Weniger werden
Ist eine Perspektive
Nur ohne Wachstum

jens tuengerthal 14.5.24

Klimakonsequenz

Klimakonsequenz

Fehler beim Klima
Haben Konsequenzen für
Generationen

jens tuengerthal 14.5.24

Liebesverklärung

Liebesverklärung

Nüchtern betrachtet ist die Liebe
Ein unvernünftiger Unsinn der
Den Verstand trübt wie verblödet
Allein emotionalen Mehrwert schafft

Doch was bliebe ohne diesen noch
Im auf Effektivität getrimmten Leben
Was ließe so tiefes Glück spüren
Schenkte schönste Zufriedenheit

Kenne nichts was der Psyche die
Aus vielen Gründen verzweifelt so
Gut tut wie eine Perspektive gibt
Wo real nur Dunkelheit herrscht

Doch kalkuliere ich mal nüchtern
Alle Tage die ich an der Liebe litt
Gegen jene die mir gut taten wird
Die Neigung zur Verklärung deutlich

Wie gut täuscht uns die Erinnerung
Welche das Grauen gern vergisst
Um schöne Momente zu verklären
Die real immer Ausnahme blieben

Doch das Grundgefühl zu lieben
Die Sehnsucht anzukommen um
Beieinander glücklich da zu sein
Ist ein Geschenk das Zweifel nimmt

Was kann je so glücklich machen
Wie zu lieben und geliebt zu werden
Überlege ich und wüsste nichts das
Annähernd dies erreichen könnte

Auch der immer Liebeskummer
Wie alles Leiden in Verzweiflung
Was an den Rande des Lebens
Immer wieder brachte ist nichts

Verglichen mit dem Hochgefühl
Das erfüllte Liebe schenken kann
Was in allem einfach gut tut
Wie Leben traumhaft schön macht

Vermutlich verkläre ich damit die
Liebe und blende alle Vernunft aus
Ignoriere schlechte Erfahrungen
Doch fühlt es sich wunderbar an

Was gut tut ist gut könnte genug
Rechtfertigung der Verklärung sein
Zumal fraglich noch bliebe wem sie
Als Unvernunft je schadete

Aus der Verblendung erwachen wir
Ernüchtert ohne am Ende ganz allein
Bis dahin hilft es so zu genießen als
Sei es diesmal für die Ewigkeit

Zwar kennt die Natur nichts ewiges
Ist alles Seins sterblich wie nur dann
Unendlich nicht mehr doch fühlt sich
Der Traum wunderbar genug an

Weiter zu lieben als gäbe es dieses
Große Gefühl jemals wirklich wäre
Es nicht nur ein Aberglaube der auf
Dünnem Eis unvernünftig baut

Was keine gute Perspektive hätte
Realistisch betrachtet warum mich
Die Vernunft am schönsten Glück
Hinderte verklärte ich dieses nicht

So ist die Liebesverklärung quasi
Ein Liebesretter der den Glauben
An Glücksgefühle noch stärkt die
Das Leben real schöner machen

Halte nüchtern wenig von solcher
Verklärung außer in der Liebe die
Dadurch gerettet wird und was
Bliebe vom Leben uns ohne

jens tuengerthal 13.5.24

Rousseaugefühlig

Rousseaugefühlig

Rousseau steht für ein Gefühl
Der Philosoph Autor Komponist
War ein vielfältiges Genie dessen
Volonté générale wurde zum
Fundament der Revolution die
In Frankreich 11 Jahre nach seinem
Tod ausbrach und wurde während
Der Zeit des Terreur von den dann
Diktatoren um Robespierre benutzt

Er war mit den Enzyklopädisten eng
Befreundet besonders Diderot wie
Zeitweise auch Holbach und anderen
Gehört auch zu den Autoren der
Enzyklopädie von Diderot die auch
Namentlich von d’Alembert als einem
Der Redakteure war der jedoch mehr
Seinen Titel als revolutionären Geist
Zu dem Jahrhundertwerk beitrug
Wie ihn die Atheisten um Diderot
Wie Baron Holbach in ihren Beiträgen
Immer wieder verborgen zeigten

Gleichzeitig stand sein Ruf nach einem
Zurück zur Natur den die Romantiker
Mit Freude aufnahmen eher für das
Gegenteil der Philosophie der Aufklärung
Wie sein pädagogisches Bedürfnis auch
In seinem Roman Èmile deutlich wurde
Den viele Generationen noch verehrten
Bis heute gefühlvoll geliebt wird

Sozial schwieriger Einzelgänger überwarf
Sich der geborene Genfer bald mit den
Philosophen im Salon Holbach hielt sich
Aber später noch seinen Besuch bei
Diderot in der Bastille zugute die er
Zu Fuß aufsuchte was er als Heldentat
Des Widerstands gerne darstellte

Spannend ist wie ganze Generationen
Rousseau mit viel Gefühl verehrten wie
Für was diese Verehrung tatsächlich stand
Die auf einem großen Gefühl aufbaute was
Von Freiheit und Gemeinschaft träumte
Gerne übersah wie gut sein Denken auch
Zu den brutalen Taten des Terreur passte
Was sich bis heute noch findet gerade
In seinem zurück zur Natur was zum
Schlachtruf vieler wurde die nichts mit
Freiheit und Aufklärung zu tun hatten

Auch Kant gab sich als Bewunderer
Von Rousseau den er zugleich in seinem
Denken konsequent in vielem widerlegte
Was die Grundlagen der Freiheit wie der
Verantwortung des einzelnen betrifft

Folgte der große Denker der Aufklärung
Hier einer Mode oder gar einem Gefühl
Was mit Freiheit und Revolution so diskret
Sympathisieren konnte auch wenn er
Vielfach das genaue Gegenteil vertrat

Der vielfältig geniale Philosoph wie auch
Musiker der an seiner Inkontinenz so litt
Dass er aus Angst sogar lieber seine
Karriere als Komponist bei Hofe aufgab
Brachte den volonté générale in einem
Artikel zur politischen Ökonomie auch
In die Enzyklopädie ein und war damit
Geistiger Vater der Revolution 

In seinem Werk Du contrat social
Thematisierte er den Gesellschaftsvertrag 
Der zur Grundlage der Demokratietheorie
Bis in die Gegenwart noch wurde was
Rousseau auch für heutige Schüler noch
Aktuell zum Thema machte die sich auch
Vielfach vom zurück zur Natur angezogen
Fühlen wie Rousseau viel Gefühl ist

Sehe die große Bedeutung Rousseaus
Für Demokratie und Pädagogik auch
Bedenke dabei wie dieser dagegen
Die Überzeugung vertrat alle Kinder
Sollten in Heimen großgezogen werden
Seine Geliebten dann zwang ihre
Gemeinsamen Kinder abzugeben
Also familiär real eher asozial war

Was schlüssig zur totalitären Auslegung
Seiner Lehre im Terreur passte den er
Nicht mehr erlebte da 1778 verstorben
Warum ihm viele Generationen auch
Mit gutem Gefühl folgen konnten wie
Den Schlachtruf zurück zur Natur als
Revolutionär populär auch machte

Was immer Kant wirklich über den
Philosophen Rousseau dachte
Dessen Denken er vielfach widerlegte
Folgte er ausdrücklich dem Gefühl
Was mit Philosophie wenig zu tun hat
Eher eine allgemeine Stimmung ist
Aber gut zu Rousseau passte der eine
Größere emotionale als philosophische
Wirkung hatte weil es dem Zeitgeist
Entsprach wie dezent revolutionär
Auch war Rousseau zu verehren

Dies fällt umso leichter wenn die
Eigene Ethik die von der Freiheit
Des Gewissens ausgeht damit für
Eine Befreiung aus Unmündigkeit
Durch kritisches Denken steht
Statt ein zurück zur Natur zu fordern
Sollte der Fortschritt durch Vernunft
Wie kritisches Denken erreicht werden

Das Prinzip der Aufklärung die auf den
Verstand wie kritisches Denken setzt
Um die triebhafte Natur zu überwinden
Wirklich moralisch zu handeln ist nie
Ein zurück sondern immer ein voran
Das Freiheit durch Vernunft erobert
Auf Bildung und Zivilisation setzt
Das Gegenteil von Rousseau will
Was immer dieser wirklich wollte

Dennoch konnte Kant revolutionär
Aus dem Gefühl für Rousseau sein
Eine Sympathie damit zeigen die er
Als preußischer Professor besser
Öffentlich sonst vermied und so
Blieb er Rousseaugefühlig als
Mensch der kritisch dachte auch
Wenn er als Philosoph klar auf
Fortschritt durch Bildung setzte
Statt auf zurück zur Natur diese
Verantwortlich zivilisieren wollte

Vielleicht täte es der Demokratie
Besser auf Kant zu bauen um
Vernünftig zu bleiben wie damit
Nachhaltig zu funktionieren statt
Dem Rousseaugefühl zu folgen
Um lieber aufgeklärt vernünftig
Vorwärts zum Einklang mit der
Missbrauchten Natur zu gelangen
Was ein größerer Fortschritt wäre
Als ein gefühliges zurück je ist
Doch begeistert vom Gefühl her
Rousseau leichter und mehr
Warum das Gefühl für Rousseau
In allen Generationen weiterlebt

jens tuengerthal 13.5.24

Montag, 13. Mai 2024

Lustlehren 055

Lustlehren 055

Wenn es ein Rezept für guten
Sex gibt ist es lass dich überraschen
Genieße was kommt und sei dabei
Im Moment egal wie es dann geht

Weniger wichtig als was geschieht
Ist die emotionale Verbindung die
Auch eine bloße Knutscherei mit
Etwas Fummeln himmlisch machen

Während auch wildester Sex dir
Langweilig wird wenn es nur noch
Eine erwartete Wiederholung ist
Die verglichen wie nichts scheint

Nicht was und wie du es tust ist
Für das Gefühl das allein unsere
Erinnerung bestimmt entscheidend
Sondern wie du dich dabei fühlst

Nannte es den Gipfel des Glücks
Wenn zwei zusammen Kommen
Durch die Lust am Sex sich die
Geteilten Höhepunkte schenken

Doch auch dieser schönste Moment
Kann gewöhnlich werden wie egal
Nur noch abgehackter Standard
Der die Erwartungen halt erfüllt

Wogegen eher langweiliger Sex
Der sich lange ziert wie mühsam
Nur nahe kommt galaktisch wird
Wenn als Überraschung genossen

Während das tollste Abenteuer durch
Immer enttäuschte Erwartungen zur
Bloß erledigten Nebensache wird die
Keine erotische Bedeutung mehr hat

Erinnere mich an ganz verschiedene
Erotische Begegnungen die mal als
Schönster Traum im Kopf mir blieben
Dann austauschbar vergessen wurden

Was weder an Technik noch an Tempo
Dabei lag sonder allein aus unserer
Haltung zueinander dabei resultierte
Egal ob mit oder ohne Liebe dabei

Kann mit einer Partnerin oder Geliebten
Auch beim hundertsten mal noch den
Sex als überraschendes Wunder genießen
Oder mich erwartungsgemäß langweilen

Die Langeweile beginnt schon beim
Allerersten mal dann was zumindest
Da neu noch aufregend sein könnte
Doch nur Erwartungen erfüllen will

Konkurrenzlos geil wird der Sex dann
Wenn er unverglichen bleibt wie sich
Als solcher ganz genießt statt dabei
Irgend besser sein zu wollen

Was wirklich gut ist braucht keine
Vergleiche mehr sondern ruht dabei
Tief in sich genießt was ist wie es ist
Dann war es wirklich unvergleichlich

Um so mehr Begegnungen du hattest
Desto größer ist die Gefahr sich in
Erfahrungen und Gewohnheiten nur
Zu flüchten es reizvoll noch zu finden

Das große Wunder das Sex uns ewig
Als wunderbar erinnern lässt ist nicht
Die Technik beim Steckspiel noch die
Schönheit oder Jugend der anderen

Wunderbar macht es die Überraschung
Einander so nah zu kommen wie dies
Als Glück genießen zu können auch
Noch beim hundertsten mal wie neu

Das ist nicht wirklich und doch real
Findet im Kopf eher statt als im Bett
Aber macht es dort ganz großartig
Es lohnt sich überraschend mehr

jens tuengerthal 13.5.24

Moraluntauglich

Moraluntauglich

Was kann eine Moral begründen
Wie handele ich gut und fühle mich
Infolge besser weil nur Wert hat was
Dauerhaft gut tut oder ist das egal

Nach Kant ist der moralische Maßstab
Der kategorische Imperativ nach dem
Gut handelt wer einem allgemeinen Gesetz
Das für jeden gelten kann dabei folgt

Einzig tauglicher Maßstab dafür ist das
Aus der Unmündigkeit befreite Gewissen
Was dann sittlich autonom entscheidet wo
Es keinen Vorurteilen oder Regeln folgt

Moral kann also nur das Gewissen als
Maßstab vor sich selbst begründen dem
Folgt wer sich aufgeklärt befreite damit
Ein mündiger verantwortlicher Mensch ist

Alle Regelungen oder Gebote außer mir
Schaden dieser Mündigkeit was damit
Götter wie Gesetze moraluntauglich macht
Denen wir nur der Ordnung halber folgen

Wenn nur moralisch gut handeln kann
Wer den Ballast überkommener Moral
Durch Götter oder Gesetze überwand
Fragt sich wem dienen diese noch

Was gerne als moralische Basis der
Gesellschaft bezeichnet wird von den
Alten 10 Geboten bis zum Grundgesetz
Wäre damit ein Hindernis der Moral

Wer nur gehorcht handelt nicht sittlich
Diejenigen sind progammierte Maschinen
Ohne jeden eigenen ethischen Wert die
Nur leicht zu führen wie verführen sind

Natürlich braucht es für einen Übergang
Bis alle aufgeklärt moralisch handeln
Regelungen das Leben zu ordnen doch
Sind diese nur schlechte Kompromisse

Ihnen zu folgen soweit sie nicht dem
Gewissen widersprechen gebietet die
Vernunft vorerst doch müssen sie als
Untauglich überwunden werden

Auch wenn das Grundgesetz die
Bisher beste und freieste Verfassung
Eines Staates hier ist bleibt es nur ein
Gesetz und also gegen das Gewissen

Gleiches gilt für die erfundenen Götter
Deren Erlösungsversprechen zu gerne
An moralische Gebote gebunden wird
Welche logisch unmoralisch stets sind

Die 10 Gebote sind kein Gerüst der
Moral sondern deren Gegenteil weil
Ein erdachter Gott etwas gebietet was
Damit moralisch wertlos wird

An das umgekehrte längst gewöhnt
Halten wir staatliche Strafe etwa für
Verbrecher die anderen schadeten
Für die gerechte Quittung ihres Tuns

Dabei ist dieses autoritäre Handeln
Des Staates höchst unmoralisch
Weil es das Gewissen daran hindert
Je gut zu handeln nur Gehorsam will

Wie für einen Übergang mit den noch
Unaufgeklärt falsch handelnden besser
Umzugehen wäre ist eine andere Frage
Als was moralisch richtig und geboten

Diese Frage soll die Verwaltung klären
Wie Bürger untereinander aushandeln
Um den Frieden bestmöglich zu wahren
Sie ist für ein moralisches Urteil irrelevant

Strafe und Gesetze ersetzten die Rache
Entstanden aus der Sehnsucht nach endlich
Frieden statt Recht des Stärkeren nur der
Sich mit besseren Waffen durchsetzt

Dies ist verständlich und war zeitweise
Nicht der schlechteste Kompromiss auch
Das Unwesen der Fehden zu beenden
Dafür führen Weltmächte heute Kriege

Ob zentrierte und konzentrierte Macht
Je ein Gewinn war wäre eine Frage
Die stellen sollte wer kritisch denkt
Um machtlos moralischer zu werden

Doch egal wie ich die Notwendigkeit
Des Anfangs normierter Moral aus
Dem Kampf jeder gegen jeden noch
Beurteile bleibt sie moralisch untauglich

Normen und Regeln stärken nicht etwa
Gewissen und Moral sondern ersetzen
Diese durch dummen Gehorsam der
Ohne jeden ethischen Wert immer bleibt

Wer mündige Menschen als Bürger in
Einer Gemeinschaft sich wünscht was
Der Schutz der Würde nahelegt sollte
Die Möglichkeit dazu schaffen wollen

Seltsam genug dabei geht auch das
Strafrecht vom mündigen Täter aus
Der irgendwie vorsätzlich handelt
Sein Tun zurerechenbar zu machen

Zugleich wird durch Regelungen das
Autonome Gewissen als Maßstab
Vollständig ersetzt was uns keine
Perspektive zum Guten gibt

Der Staat wie die Religionen sind
Also vollständig moraluntauglich
Zeit diese zu überwinden um so
Zum Guten gelangen zu können

Doch ob sich wer traut seinen Kant
So konsequent zu Ende zu denken
Scheint real noch eher fraglich weil
Die Furcht vor Anarchie größer ist

Doch wie gut wäre es ehrlich zu sein
Jede Regelung schadet der Moral
Weil sie das Gewissen einschränkt
Alles Höhere ist stets moraluntauglich

Wer einen Staat mit moralischer
Handelnden Bürgern sich wünscht
Sollte die Möglichkeit dafür schaffen
Mehr Anarchie wagen ein Weg dahin

jens tuengerthal 13.5.24

Teezeit

Teezeit

Teetrinken kostet
Zeit denken Kaffeetrinker
Genieße darum

jens tuengerthal 13.5.24

Liebeslohn

Liebeslohn

Liebe lohnt sich nicht
Finanziell betrachtet wie
Das Leben ohne

jens tuengerthal 13.5.24