Montag, 13. Mai 2024

Aussichtsarm

Aussichtsarm

Ohne Aussichten
Bleiben alle Armen was
Sie immer waren

jens tuengerthal 13.5.24

Sonnenscheinbar

Sonnenscheinbar

Strahlend schön beginnt
Eine neue Woche im
Wonnemonat Mai

jens tuengerthal 13.5.24

Liebesversprechen

Liebesversprechen

Ist Liebe ein Versprechen
Oder eher ein Versprecher
Den wir getrübten Verstandes
Leichtfertig eingehen ohne
Jede Sicherheit dabei

Vollen Herzens versprechen
Wir einander ewige Liebe
Und wissen hinterher nicht
Mehr wie es dazu kam wenn
Sich das Gefühl im Nichts verlor

Haben wir uns nur versprochen
Als wir uns einander versprachen
Wird damit ein Versprechen gebrochen
Oder ein Versprecher korrigiert
Welchen Wert hatte dann was war

Liebt es sich schöner im Glauben
An ewige Liebe oder wird alles
Endlose danach zum Versprecher
Der nur der Korrektur noch bedarf
Von Ewigkeit weiter zu träumen

Offenbart die wörtliche Nähe von
Versprecher zum Versprechen wie
Wenig alles Gefühl wirklich wert
So ganz realistisch betrachtet
Bliebe wenig von der Liebe übrig

Wie viel schöner liebt es sich
Dies ignorierend weiter an die
Große Liebe zu glauben zumindest
Solange es noch Hoffnung gibt
Diesmal könnte es länger halten

Solange wir unsere Versprechen
Noch selbst ernst nehmen fehlt
Zum Versprecher der Vorsatz
Lebt die Hoffnung noch weiter
Es zumindest gut zu meinen

Wäre die Liebe wirklich unsterblich
Lebten noch alle Lieben in mir was
Es irgendwann ziemlich eng machte
Aber vielleicht vergesse ich das lieber
Ungestört in mir weiter zu lieben

Sich weniger davon versprechen
Könnte helfen sich seltener noch
Versprochen zu haben wenn was
Einander verloren ging nebenbei
Als Versprecher nur noch erscheint

Vielleicht führt es am Ende weiter
Seine Versprechen für sich zu behalten
Nichts brechen zu müssen wie infolge
Ungeplant wie nicht versprochen
Einfach beieinander zu bleiben

Was immer Liebe dann wirklich ist
Versprechen oder Versprecher
Könnte bleiben was gut tut wie
Sich verlieren was keiner versprochen
Ohne dass es jemand bemerkte

Änderte vermutlich nichts in uns
Wahrte aber gut den Anschein
Was genügen kann in der Liebe
Ohne Zweifel glücklich zu bleiben
Wer könnte mehr je wollen

jens tuengerthal 13.5.24

Sonntag, 12. Mai 2024

Weinselig

Weinselig

Am heutigen Muttertag sich schon
Zur Pasta zuhause einen ersten
Rheingauer Riesling gegönnt um
Den nächste zur blauen Stunde
In der immer späteren Dämmerung
Wie üblich vorm Crossroads bei
Selbigem Wein die Bremer Höhe
Heute wieder im Rücken in der
Ruhigen Stimmung die langsam
Vom Tag in die Nacht wandert
Denke ich an Goethe von dessen
Täglichem Liter ich lieber noch
Weit entfernt bin über das Wort
Weinselig nach wie schön die
Entspannte Stimmung hier mit
Dem feinen Riesling doch ist
Was der Bedeutung entspricht
Die rauschhaft glücklich wie
Beschwingt angeheitert ist
Dahingestellt ob dies trunkene
Glücksgefühl nur ein Schein ist
Macht der leichte Rausch die
Welt noch schöner als sie ist
Was genügt es zu genießen
Ohne gleich goethsch es sich
Literweise zu geben scheint
Die Gefahr der Droge Alkohol
Dem Dichter maßvoll genossen
Geringer ist als der Gewinn an
Gelassenheit Zufriedenheit schenkt
Was keiner wissenschaftlichen
Aber jeder emotionalen Prüfung
Konstruktivistisch standhält wie
Selig nach der Natur ohne alle
Heiligen erfüllt wie damit da
Aufgeklärt kritisch zumindest
Vernünftig sein könnte was
Genügt weinselig zu bleiben
Wie damit glücklich beim
Riesling hier zu sitzen

jens tuengerthal 12.5.24

Selbstzweck

Selbstzweck

“Nun sage ich: der Mensch und überhaupt jedes vernünftige Wesen existiert als Zweck an sich selbst, nicht bloß als Mittel zum beliebigen Gebrauche für diesen oder jenen Willen, sondern muss in allen seinen Handlungen jederzeit zugleich als Zweck betrachtet werden.”
Immanuel Kant, aus Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

Welchen Zweck hat mein Sein
Braucht es einen solchen je
Ist es sich an sich genug um
Der Freiheit genüge zu tun wie
Mensch zu bleiben der einfach
Ist was er ist ohne einen Sinn
Zweck oder Gründe zu brauchen
Als Natur die sich selbst genügt
Fragt sich wer Kant liest wie sein
Kritisches Denken reflektiert das
Verantwortung zur Freiheit als
Höchste Moral der Aufklärung
Uns erklärt die sich selbst genügt

Das Sein ist völlig sinnlos es ist
Mehr nicht und dies können wir
So sehr genießen wie möglich
Mehr ist es nie gewesen doch
Leitet Kant das epikureische
Prinzip des Seins aus Lust in
Nur scheinbarer Umkehrung
Aus der Moral hier noch ab

Welch Größe liegt darin die
Eigene Zweckfreiheit zu erkennen
Wie was bleibt zu genießen ohne
Nach Gründen darin zu fragen
Weil dem Sein genügt das es ist
Jede Bewertung jeder Zweck sind
Nur Einfärbungen hinterher die
Kein Teil meines Seins  sind

Es braucht keine Götter mehr
Um moralisch zu handeln ganz
Im Gegenteil die kantsche Ethik
Kommt ohne alles höhere aus
Allein mein Gewissen zählt um
Aufgeklärt kritisch zu entscheiden
Weil wir uns Zweck genug sind

Welch große Freiheit steckt darin
Die allen Aberglauben mit einem
Federstrich nebenbei erledigt
Denke ich voller Bewunderung
Für den Mut zu zweckfreier Moral
Die keiner Begründung bedarf
Weil es allein auf mich ankommt

Was Stirner Jahre später schrieb
In seinem Einzigen das leider auch
Sein Einziges Buch blieb aber über
Diesen ging wohl auch nichts mehr
Dass er seine Welt auf sich stellte
Findet in Kants Worten aus der
Metaphysik der Sitten wie in seiner
Definition was Aufklärung ist Ausdruck
Er war der erste deutsche Anarchist

Sich Selbstzweck genug sein wie
Jeden anderen zu negieren zeugt
Von Größe die Freiheit erst lebt
Von der andere nur träumen weil
Sie das Sein an sich genügen lässt
Beerdigen wir endlich alle Götter
Die keine Moral uns brachten
Lassen wir das Sein als Selbstzweck
Genug zum Glück uns sein

jens tuengerthal 12.5.24

Lustlehren 054


Lustlehren 054

Ab wann wird die Lust zum Sex
Müssen wir dazu schon ineinander
Gesteckt haben um uns damit ganz
Erfüllen zu können oder kommt es
Darauf an zusammen zu Kommen

Eine Auslegung sagt Sex ist erst
Wenn beide sich dabei Befriedigung
Durch den sexuellen Vorgang schenken
Wonach es auf das Ergebnis ankäme

Noch restriktiver sagen manche auch
Zu denen ich mich lange zählte bis
Beide zusammen Kommen ist es nur
Ein Vorspiel das nach Höherem strebt

Beide Anschauungen betrachten das
Ergebnis geteilter Befriedigung als
Maßstab für echten Sex was ich heute
Als etwas zu eng im Urteil ansehe

Auch wenn die Reduktion des Begriffs
Auf die allerschönsten Momente wohl
Eine Wertschätzung dieser bedeutet
Erfasst sie zu vieles nicht mehr

Wikipedia legt den Begriff viel weiter
Unabhängig von der Befriedigung aus
Die einigen nahezu nie vergönnt ist
Erfasst alle Formen der Sexualität

Dies soweit sie Äußerungen oder
Handlungen die auf die praktische
Sexualität zielen erfasst was eine
Viel größere Offenheit für sich hat

Es kann auch Sex geben der sich
Allein auf geistige Handlungen nur
Bezieht die Lust aus Worten oder
Gedanken zieht ohne sichtbar zu sein

Denke ich an die Erregung etwa
Durch Verse die sogar teils ganz
Konkrete Wirkungen bei den Musen
Die sich darauf einließen hatten

Würde ich nie leugnen Sex mit
Denen die mir Musen waren im
Geist gehabt zu haben der auch
Für beide befriedigen sein konnte

Dies kann klassisch durch Onanie
Ausgelöst durch lustvolle Worte
Wie dadurch immer weiter erregt
Im Handbetrieb geschehen

Einigen geistigeren Wesen ist es
Sogar gelegentlich vergönnt sich
Auf dieser Ebene zu befriedigen
Sich so fern ganz nah zu spüren

Was die Meisterklasse der Lust
Erreichen kann wenn schon kleine
Andeutungen genügen zu erregen
Alles andere unausgesprochen bleibt

Lustvolle oder deutliche Worte wie
Etwa ficken Schwanz oder Möse
Die gestoßen werden will können
Die Erregung weiter steigern

Finde zugegeben die Sprache der
Gosse selten erregend behandle
Lieber eine Dame als solche um
Sie in Worten zu ficken ohne es
Auszusprechen

Dabei nicht in Plattheiten gleich
Abzurutschen schlichten Pornos
Erfordert Einfühlungsvermögen
Für den gerade passenden Ton

Hier nicht zu stolpern was leicht
Zu Peinlichkeiten führen kann die
Der Lust ihre Freiheit nehmen sind
Indirekte Worte die bessere Wahl

Wenn eine Frau ausdrücklich sagt
Bitte fick mich werde ich dies im
Weiteren nicht mit Blumenranken
Noch tarnen weil es ist was es ist

Doch lecke ich immer lieber ihre
Mitte oder ihren Schoß in Versen
Als ihre Möse auszuschlecken was
Den Vorteil der Deutlichkeit hätte

Aber diese Wortwahl beim Sex
Sagt nichts wo dieser beginnt
Was die oben gestellte Frage war
Sondern über die richtige Wortwahl

Neige heute aus Erfahrung wie als
Großer Freund der Enzyklopädien
Wie der Freiheit eher zur weiten
Auslegung des Begriffes Sex

Sex kann auch das Knistern
Zwischen Unbekannten etwa
Im Konzert sein wenn beide spüren
Wie sie sich lustvoll begehren

Es kann Sex in Versen liegen
Die erregend berühren wie damit
Sexuelle Lust von Innen wecken
Tiefer kann keiner eindringen

Lust die so miteinander schwebt
Zarte Berührungen lustvoll spürt
Ohne einmal angefasst zu werden
Ist größter sexueller Zauber

Solche Erlebnisse können beide mit
Spürbar feuchter Mitte auch ganz
Real mehr erregen als mancher Fick
Beflügeln die Phantasie weiter

Wer je sich so indirekt in Gedanken
Mit Andeutungen zu größter Lust schon
Brachte surft auf höchstem sexuellen
Niveau das vollzogen werden will

Ob der schlichte körperliche Akt
Der sicher geil befriedigen kann
Wirklich wertvoller ist als geistiger
Sex zwischen Zeilen bleibt unklar

Viel mehr bewegt wer andere tief
In ihrem Inneren berührt wie dort
Der Lust Flügel verleihen kann die
Alle Grenzen fliegend überwindet

Gefahr dieses großartigen Sex ist
Welche Erwartungen er weckt die
Keine Realität so je einlöst doch
Lohnt der Wortzauber dennoch

So sage ich am Ende Sex beginnt
Im Kopf der das mehr schon spürt
Egal was wir uns noch vorspielen
Oder die Umstände eben erzwingen

Er kann dort bleibender Zauber von
Tiefer Lust und Befriedigung werden
Wer diese Ebene erreicht ist wirklich
Frei in allem beim Sex kann alles tun
Was einander gerade lustvoll gut tut

jens tuengerthal 12.5.24

Muttermacht

Muttermacht

Ohne Mutter wäre keiner da
In ihnen und durch sie erst
Wurden wir Menschen nach
Der allmächtigen Natur

So sind die Mütter der Welt
Der Ursprung allen Seins
Für das sie litten und sich
Oft lange auch opferten

Manchmal begann der Weg
Mutter zu werden auch mit
Lust und Liebe was so gut
Klingt wie sich anfühlt

Gerade zwei Monate lang
Die eigene Mutter gepflegt
Was ich als meine Pflicht sah
Überforderte mich teilweise

Etwas zu tun weil du meinst
Du kannst es technisch wie
Zeitlich bewältigen heißt nicht
Es emotional zu können

Konflikte um Rollen von
Mutter und Sohn bleiben wie
Manches schwer zu ertragen
Vermutlich für alle Beteiligten

Es dennoch getan zu haben
Weil es gerade eben nötig war
Waren einige Muttertage schon
Für dieses Jahr wohl erledigt

Freue mich nun lieber mehr
An ihrer wachsenden wieder
Selbständigkeit für hoffentlich
Noch viele gute Jahre

Denke es lachend während ich
Diese Verse für meine Mutter
Noch dichte die den Muttertag
Nie wirklich wichtig fand

Die 364 anderen Tage seien
Viel wichtiger als dieser eine
Will ihr da gar nicht widersprechen
Zumindest ausnahmsweise heute

Mit Liebe es gut zu wollen wie
Nicht mit sich zufrieden zu sein
Dabei zeigt vielleicht genug am
Muttertag statt der nur Blumen

Ohne Mutter wäre keiner von uns
Da ist es auch in Ordnung mal über
Seine Grenzen zu gehen um das
Was eben nötig war zu tun

Es mit Liebe zu tun wäre großartig
Sich darum zu bemühen genügt
Weniger darüber reden ist besser
Warum die Verse hier enden

jens tuengerthal 12.5.24

Bücherliebe

Bücherliebe

Die Bücherliebe
Ist mütterliches Erbe
Denke ich dankbar

jens tuengerthal 12.5.24

Mutterliebe

Mutterliebe

Die Mutterliebe
Sei natürlich ist Unsinn
Wessen fragt sich mehr

jens tuengerthal 12.5.24

Muttertäglich

Muttertäglich

Muttertag ist doch
Eher jeden Tag sagte
Stets meine Mutter

jens tuengerthal 12.5.24

Verwirrungsicherheit

Verwirrungsicherheit

Wenig ist sicher im Leben
Außer wie die Liebe verwirrt
Bei gleichzeitig völliger Sicherheit
Diesmal richtig zu liegen ohne je
Zu wissen wie oder warum ich

Das Herz an jene verlor
Diese nie lieben konnte
Was nie zusammen passt
Genau darum richtig ist
Was am Ende wirklich war

Versuche nicht mehr es
Irgend zu verstehen vielleicht
Genügt innere Sicherheit dabei
Dem nur Gefühl ganz zu trauen
Was völlig bodenlos bleibt

Zwischen völliger Sicherheit
Und totaler Verwirrung liegt
Die Schönheit des Moments
In dem Augenblicke verweilen
Einfach kommen um zu bleiben

So ungewiss wie die Ursachen
Sind Bestand und Fortgang der
Uns ohnehin verwirrenden Liebe
Was alles kritische Denken eher
Von vornherein ausschließt

Dennoch meiner Liebe sicher
Die auf ganz dünnem Eis steht
Keine glaubwürdigeren Beweise
Hat als das wechselhafte Gefühl
Gleicht die Liebe darin dem Leben

Immer ungewiss und unsicher
Doch mit Sicherheit das beste
Was wir haben können nicht nur
Weil es das einzige ist was bleibt
Macht die Liebe das Leben aus

Wahnsinnig ist wer darauf baut
Noch verrückter nur wer nicht
Also bin ich wohl wahnsinnig
Aber nicht ganz so verrückt
Je darauf verzichten zu wollen

jens tuengerthal 12.5.24

Samstag, 11. Mai 2024

Rheingausamstag

Rheingausamstag

Auch am Samstag wieder den
Feinen Rheingauer Riesling
Vor der Bremer Höhe genießen
Im Crossroads ist für mich ein
Vielfältiges Gefühl von Heimat
Seltsam vertraut in vielem als
Geborener Bremer ist diese
Siedlung die ein Berner Kaufmann
Für seine Angestellten vorbildlich
Errichten ließ mit kleinen Gärten
Für alle Anwohner im Innenhof der
Hier aus Klinker gebauten Blöcke
Irgendwie ziemlich hanseatisch
Dann der hier Rheingauer Riesling
Welcher an meinen Vater erinnert
Der ihn auch immer schon liebte
In meiner Kindheit dort als Arzt
Praxisvertretungen machte
Weiß nicht ob ich schon in
Der Muttermilch in Bremen
Den guten Riesling kennenlernte
So vertraut fühlt es sich an
Viel geschadet hat es wohl nicht
Hoffe ich noch etwas naiv dabei
Heutige Gesundheitsapostel wie
Gesundbeter sähen es wohl anders
Zumindest teile ich diese Liebe
Mit Goethe der sich den guten
Stoff von seiner Frau Mama
Nach Weimar senden ließ aus
Der Nachbarschaft seiner einst
Geburtsstadt Frankfurt wie nach
Glaubwürdigen Berichten täglich
Mindestens einen Liter trank
Was ich sicher nicht schaffe
Vielleicht reicht meine Dichtung
Auch nicht an den alten Meister
Ganz formlos noch heran
Wer weiß vielleicht reimte ich
Nach einem Liter auch eher
Ohne fällt es etwas schwer
Dazu noch liegt die Bar die
Mit mancher Liebesgeschichte
Inzwischen verbunden ist voll
Schöner wie trauriger Erinnerungen
Direkt am Rand meines Kiezes
Gehört die Bremer Höhe quasi
Zum erweiterten Helmholtzplatz
Denke ich und fühle mich auch
Am Samstag wie zuhause hier
Auch wenn viel weniger los ist
Vielleicht dem unsäglichen
Schlagerwettbewerb geschuldet
Der sich hier gut ignorieren lässt
So gibt es auch akustisch gute
Gründe sich hier wohl zu fühlen
Dass Thilo mir noch ohne jede
Bestellung den Riesling brachte
Macht den Abend vollkommen

jens tuengerthal 11.5.24

Wahlverwandte

Wahlverwandte

Wahlverwandte sind jene die wir uns
Wenn wir Glück haben selbst aussuchen
Darunter fällt die Ehe dieses seltsame
Paradox was das Gefühl in Gesetze formt

Goethe schrieb darüber voller Lust in
Seinen Wahlverwandtschaften wie den
Leidenschaftlich tragischen Wirren die
Aus Begegnungen folgen können

Wenn es ist wie es ist aber dann doch
Ganz ander kommt als gedacht oder
Vorher geschworen weil die Liebe ist 
Was sie ist und die Lust tut was sie will

Über Goethes Text philosophierte etwas
Später der verheiratete wie verliebte nur
Eben nicht in der Ehe Walter Benjamin
Der über die Gegensätze nachdachte

Ein Gefühl wie ein Naturereignis soll
Die Basis einen vernünftigen Bundes
Für ein ganzes Leben legen dabei
Liebe und Lust zugleich abdecken

Der dann Sex unter unseren gewählten
Verwandten gilt auch im Aberglauben
Als noch legitim zur Arterhaltung nötig
Weil Keuschheit sich nicht fortpflanzt

Die Ehe fordert das Ja Wort also eine
Juristische Willenserklärung mit großer
Bindungswirkung deren Widerruf uns
Teuer zu stehen kommen kann

Basis der Ehe sollte heute Liebe sein
Also ein irgendwie Schicksal für das
Wir eher magische Gründe suchen
Was irgendwie nicht zusammen passt

Damit haderte der fremdverliebte noch
Ehemann Walter Benjamin wie er sich
Goethes Text im Wechsel nahe fühlte
Sich fragte was unsere Natur will

In der Ehe vereinigt sich das nüchterne
Staatliche Denken von Vernunft geführt
Zur Organisation des Zusammenlebens
Mit dem größten tiefsten Gefühl

Es treffen spirituelle Elemente wie die
Intuition auf eine gute Ordnung welche
So der Gemeinschaft noch dienen soll
Dazwischen überleben wir damit

Halte die Ehe für das Ende der Liebe
Die eine staatliche Beerdigung bekommt
Groß sein muss dies auf Dauer zu überleben
Vielleicht ist es die größte Prüfung

Sich sicher sein wollen in der Liebe die
Auf Gefühl und Intuition beruht wie dazu
Einander noch Treue zu versprechen die
Natur mit Ordnung und Gefühl unterjocht

Der früher sogar gesetzliche Anspruch
Auf den Vollzug der Ehe also des Sex
Miteinander als einklagbares Recht
Zeigt die Absurdität mit aller Feinheit

Wie daraus Lust und Liebe entstehen
Sollen wie erhalten bleiben können
Ist und bleibt ein Rätsel eher erstaunt
Die Illusion des gelegentlichen Trotzdem

Geliebte auf beiden Seiten sind dann
Das Produkt verordneter Lust und Liebe
Die dem gesetzlichen Rahmen genügt
Manche Ehe überlebt sogar das noch

Spannend bleibt wie wir intuitives
Im spirituellen Bereich angesiedeltes
Wie die Liebe durch die Ehe ordnen
Wollen und uns über das Ergebnis

Bis heute noch wundern statt über
Die unvereinbaren Gegensätze mit
Vernunft und Gefühl nachzudenken
Warum Beziehungen scheitern

Wie wunderbar ist doch der Traum
Einen Menschen zu haben mit der
Das Leben geteilt werden kann die
Alles in einer mir bieten kann

Wer auf die Ehe setzt bucht eine
Reise mit allem inklusive die nur
Nie ein Cluburlaub bleibt meist an
Enttäuschten Erwartungen scheitert

Wahlverwandte schafft die Ehe uns
Verwandte suchen wir uns nicht aus
Mit denen werden wir geboren welch
Reiz kann darin liegen es zu verbinden

Eine seltsam absurde Verbindung von
Wille und Trieb gepaart mit Intuition
Welche die Größe des Gefühls noch
Durch eine Willenserklärung bestätigt

Sind Wahlverwandte uns ein Glück
Oder dunkler Schatten des Schicksals
Wohin führt uns der Weg den wir noch
Voller Gefühl beginnen dann geordnet

Ist der Versuch das Glück des einen
Augenblicks der verweilen möge mit
Der Ehe festzubinden der Strick an
Dem sich jedes Gefühl aufhängt

Will kein Recht auf eine haben je
Lieber das Glück immer genießen
Einander zu wollen ohne zu müssen
Habe alle Verlobungen wieder gelöst

Mal willentlich mal als Opfer der
Ewigen Irrungen und Wirrungen
Welche die Liebe mit uns treibt
Und bereue doch nur wenig

Lasse die Liebe gerne frei fliegen
Ohne zu wissen ob dies ihr entspricht
Setze beim Gefühl auf freien Willen
Was eine Illusion auch sein könnte

Weiß nicht ob Liebe ein Schicksal ist
Das Ja-Wort nur eine Inszenierung für
Die Illusion freien Willens der die danach
Haftung noch begründen kann

Manchmal fühlt sich Liebe eher noch
Wie Schicksal an dem ich mich schon
So schmerzhaft ausgeliefert fühlte doch
Wie gut tut es einander zu wollen

Allein dafür lohnt es sich vielleicht
Die Illusion der Freiheit in der Liebe
Gegen die Ehe aufrecht zu halten
Die Geschichte lehrte oft anderes

Was menschlicher davon ist und wo
Die nicht endende Illusion beginnt
Weiß ich nicht so genau aber das
Gefühl lieben zu wollen gefällt mir

Wer es mit mir mal aushalten sollte
Was schon ziemlich unvernünftig
Von jeder die es wollte wäre darf
Sicher sein ich will wen ich liebe

jens tuengerthal 11.5.24

Lustlehren 053

Lustlehren 053

Lust schafft Sehnsucht nach Nähe
Nie kommen wir uns körperlich je
Näher als beim Sex wo wir sogar
Danach streben uns zu vereinigen

Doch der körperliche Vorgang ist
Relativ schlicht auch wenn er durch
Geistigen Hintergrund noch deutlich
An Komplexität gewinnen kann

Sich ficken und ineinander stecken
Ist fern davon sich nah zu sein außer
Körperlich zeitweise real fühlbar
Was nah kommt bleibt tief in uns

Macht erst das Gefühl dabei den
Sex zu etwas gewollt nahen was
Schönste Erfüllung schenken kann
Wenn wir es in Harmonie finden

Wie nah kommen wir uns wenn wir
Auf Orgien oder Sex Parties wild
Durcheinander vögeln noch oder
Geht es dabei um etwas anderes

Die Geilheit aus der Masse hat für
Manche wohl ihren Reiz auch wenn
Dabei alle Intimität verloren geht die
Sich harmonisch aufeinander einstellt

Seinen Schwanz abwechselnd noch
Mit anderen in irgendein Loch stecken
Fand ich nie wirklich spannend weil der
Zauber des Sex aus Intimität resultiert

Einladungen ins Bordell waren eher
Ernüchternd zumindest weiß ich nun
Was sich nie lohnt wofür ich lieber
Dann mit mir alleine bleibe

Auch der Sex in Gruppen war meist
Eher sportlich als zärtlich wie dabei
Der ruhige Genuss danach ganz fehlt
Weil immer irgendwer noch Lust hat

Die Konkurrenz spornt sich dabei noch
Zusätzlich an was mir eher fremd ist der
Sex konkurrenzlos unvergleichlich stets
Am schönsten nur miteinander fand

Ein wilder Sommer mit drei Frauen die
Auch miteinander die Lust genossen
Hat mich von der Sehnsucht so vieler
Männer nach Gruppensex geheilt

Obwohl es wunderschöne Frauen waren
Alle Männer mich am Strand beneideten
Was mit 20 eine intensive Erfahrung war
Fehlte mir dabei ganz entscheidendes

Das Gefühl von erlöster Nähe die sich
Gegenseitig Befriedigung schenkte
Ging dabei verloren es war sportlich
Überforderte mich emotional eher

Vermutlich weil ich eine der drei als
Freundin oder Geliebte sah von der
Absicht der anderen nichts ahnte
Auch wenn es liebevoll zärtlich war

Große Nähe für viele zulassen macht
Das Besondere schnell beliebig auch
Wenn alle sich vertrauensvoll nah sind
Fehlte dabei immer die Erlösung

Wenn du täglich gen Gipfel rennst wie
Dies noch immer weiter treibst ohne
Das alle je glücklich erlöst sind fehlt
Der Moment inneren Friedens völlig

Vielleicht bin ich einfach zu langsam
Um das ständige Tempo zu genießen
Was die koksenden Models brauchten
Doch fehlt mir darin eher nichts

Natürlich können wir immer schneller
Wie weiter wilder alles ausprobieren
Doch bringt das keine Erlösung die
Geteilt das Schönste für mich ist

Die schönste Nähe findet sich für mich
Wo beide sich dabei so sehr fühlen
Dass sie ohne jede Bewegung kommen
Einfach genießen können was ist

In Varianten kann alles sein was gut tut
Wild hart zart leidenschaftlich lustvoll
Technisch oder dominant doch wer echte
Nähe spüren will sollte mehr als ficken

Was wir auch käuflich haben können wird
Nur durch geistige Nähe so zauberhaft
Dass es einmalig schön dann auch bleibt
Weil der Vorgang an sich schlicht ist

Nähe aushalten und zulassen hängt nie
An bloßem Sex den viele mal haben die
Auch gerne etwas ausprobieren doch
Bleibt was sich jenseits davon spürt

Dachte früher noch körperliche Nähe
Brächte uns irgendwie nah doch ist
Das eine gefährliche Illusion die
Scheißen mit Meditation verwechselt

War mehr als einer Frau ganz nah
Zumindest körperlich doch wenige
Berührten mich dabei noch tiefer
Wie gute Musen es für Dichter tun

Es braucht keine Vielzahl mehr
Noch den Rausch der Abwechslung
Was passt und sich gut tut dabei
Einander Befriedigung schenkt

Hat alles nur mögliche gefunden
Nie wird etwas mehr sein als das
Glück dieser nahen Vereinigung
Sollte dies so lange wie möglich

Genießen weil nichts mehr kommt
Was dem je wieder gleichen kann
Einmalig schönes so zu erinnern ist
Ein Glück auch wenn es endlich war

Das Wunder der Nähe aus einer
Vereinigung zweier Körper kann
Neue verzauberte Welte offenbaren
Oder ein neuer bloßer Fick bleiben

Wohin es wen zieht ist verschieden
Nach Neigung Erfahrung wie auch
Dem Zeitpunkt im Leben kann alles
Gerade genau gut und richtig sein

Sex muss sich nicht nah kommen
Außer für Momente körperlich ob
Sich solche Begegnungen lohnen
Möchte ich nicht beurteilen

Am erfüllendsten fand ich Sex
Immer wenn er auch mit Nähe
Nicht notwendig in Beziehungen
Verbunden war als Begegnung

Wer dabei Erlösung sucht wird
Den besten Weg für sich finden
Die sich übertreffen wollen werden
Weiter alles mögliche ausprobieren

Genieße dazu gerne große Nähe
Die schönste Erfüllung schenkt wo
Ganz aufeinander konzentriert dabei
Und in der Praxis kommt alles anders

Wohin es mit uns in der Lust geht ob
Körperliche Nähe genügt oder es die
Tiefere geistige Berührung braucht
Zu schauen bleibt lebenslanger Weg

jens tuengerthal 11.5.24

Erlesen

Erlesen

Die erlesene Welt
Wächst seitenweise weiter
Mit meinen Büchern

jens tuengerthal 11.5.24

Stundenweise

Stundenweise

Wir werden alle
Stundenweise noch etwas
Älter auch werden

jens tuengerthal 11.5.24

Friedenschance

Friedenschance 

Frieden ist eine
Chance auf ein besseres
Leben für alle

jens tuengerthal 11.5.24