Mittwoch, 17. April 2024

Entwaffnen

Entwaffnen

Es ist Krieg nebenan wie in
Viel zu vielen Ländern der Welt
Wir rüsten auf um gegen Putin
Die Freiheit zu verteidigen in
Einer Spirale der Abschreckung
Die sich immer schneller dreht

Die Aussichten auf Frieden hier
Oder im Nahen Osten sind eher
Bescheiden momentan es gibt
Nirgendwo eine Perspektiven die
Hoffnung für die Zukunft gäbe
Auch darum bewaffnen wir uns

Waffen bringen keinen Frieden
Sie können nur abschrecken
Wie den Status quo sichern um
Sich vor Angriffen zu schützen
Wieviel besser wäre es da
Alle Staaten zu entwaffnen

Bewaffneten wir nicht die Ukraine
Hätte Putin sie längst erobert
Wäre Israel nicht so gut gerüstet
Islamische Terroristen hätte die
Juden längst von da vertrieben wie
Kann ich da für Entwaffnung sein

Braucht es mehr Gleichgewicht
Des Schreckens um die Freiheit
Gegen totalitäre Ideologien noch
Verteidigen zu können oder kennt
Diese Spirale kein Ende mehr
Bis wir uns vernichtet haben

Vielleicht sollten wir vorher noch
Alle Staaten entwaffnen wie die
Waffen alle vernichten um so alle
Machtloser zu machen wie damit
In Freiheit staatenlos in Kulturen
Zu leben friedlich und glücklich

Die Entwaffnung der Staaten ist
Nur ein wirklichkeitsferner Traum
Wer gäbe schon freiwillig Macht auf
Doch solange wir uns vernichten
Können und wollen wäre jeder
Traum besser als die Realität

Manchmal lohnt es sich mehr nach
Träumen zu streben statt noch auf
Vernunft im Staat zu hoffen diese
Machtlos machen damit keiner sich
Mehr besiegen kann dafür alle in
Frieden entwaffnet leben könnten

jens tuengerthal 17.4.24

Lustlehren 029

Lustlehren 029

Höhepunkte sind der Gipfel
Beim Sex und am schönsten
Wenn gemeinsam geteilt wie
Einander beschert doch sind
Sie nur ein Teil eines so viel
Komplexeren Geschehens
Das die Reduktion auf sie
Diesem nie gerecht wird

Überhaupt werden alle Gipfel
In einer Leistungsgesellschaft
Gerne überschätzt ohne dabei
Einen Gewinn zu haben als das
Schönste schneller zu erledigen
Statt mehr davon zu haben was
Zum Ende nur bringt was doch
Bleibend noch schöner ist

Vor allem sind die Momente
Davor oft viel spannender als
Das Erschlaffen danach weil
Sie uns zu ganz aufregenden
Extremen treiben wie verführen
Grenzen einfach überwinden
Wie das Bemühen umeinander
Wundervoll fühlbar machen

Solange ich den Sex noch an
Seinem Ende maß war ich oft
Frustriert weil es nicht immer
So toll wurde wie erhofft doch
Seit ich den Moment genieße
Erwartungslos freudig dabei
Lieber schenke als nehme
Ist die Lust viel befriedigender

Während die weibliche Potenz
In der Menopause noch eher
Exponentiell zunimmt lässt die
Männliche mehr nach wenn sie
Es überhaupt noch zur alten
Standkraft wieder schafft was
Der Wunsch danach eher noch
Verhindert als ermöglicht

Gelassenheit und Freude am
Augenblick der sich beschenkt
Voller Lust zu genießen kann
Mehr als genug sein beschert
Vor allem immer Zufriedenheit
Die das ehrgeizige Vögeln der
Jüngeren oft vermissen lässt
Was immer mehr und weiter
Noch dabei kommen will

Zu schätzen und zu lieben
Was wir einander dabei alles
Geben und schenken wollen
Ist für mich Glück genug mich
Voller Zärtlichkeit daran auch
Miteinander freuen zu können

Höhepunkte werden irgendwann
Zwar nicht unwichtig und bleiben
Ein wunderbares Ereignis doch
Sind sie nur ein Teil wie damit
Auch das Ende irgendwie was
Nicht braucht wer dabei bleibt
Ohne Ende genießen kann was
Reizvoller mir heute scheint

Schnell befriedigen können wir
Uns auch alleine aber gemeinsam
Den Augenblick zu genießen ist
Die hohe Kunst der Lust die dann
Ihren Weg in schönster Form findet
Darauf zu vertrauen gibt viel mehr
Als nur auf dem Gipfel stehen

Habe früher schon häufiger beim
Bergsteigen gedacht die Momente
Davor boten teilweise eine noch
Viel schönere Aussicht waren der
Größere Genuss als der Gipfel
Der erreicht auch erledigt ist
Schnell zur Enttäuschung wird
Dann waren wir halt oben

Auch bei Büchern die ich liebe
Suche ich nicht schnell das Ende
Um diese zu erledigen sondern
Lasse mir ganz viel Zeit um in
Diesen lange leben zu können
Weil mit und in Büchern zu leben
Viel befriedigender ist als sie nur
Schnell gefesselt zu erledigen

Satz für Satz zu genießen um
Bei der Lektüre im Moment zu sein
Ähnelt der hohen Kunst beim Sex
Der nirgendwo mehr hin muss
Sich nichts mehr beweisen will
Sondern genießt was geschieht
Wie zwei sich lustvoll beschenken

Guter Sex braucht Zeit und Ruhe
Kann auch mal ganz schnell gehen
Doch das größte Wunder ist sich
Langsam aufeinander einzulassen
Wie sich in der Lust zu verlieren
Um alles aufmerksam zu genießen
Weil Sex nicht erledigt werden muss
Wie vieler lächerlicher Sport oft
Sondern zwei Menschen verbindet
Gebe diesem Kosmos gerne Raum

Je länger wir in Ruhe genießen wie
Das Wunder der Lust verzögern um
Diese genießerisch auszukosten
Desto mehr haben wir dabei davon
Weil ich kein Trophähenjäger bin
Der Frauen als solche sammelt
Sondern liebe verwöhne wie dies
Miteinander genieße finde ich am
Schönsten wenn wir alle Zeit dabei
Verlieren uns einfach gut zu tun
Es lohnt mehr als jeder Gipfel

jens tuengerthal 17.4.24

Buchheimat

Buchheimat

Wieder zuhause
Sind Büchertürme um mich
Bedruckte Heimat

Nirgendwo mehr je
Angekommen gefühlt als
In der Bibliothek

Büchermenschen sind
Seitenweise zuhause
Ohne allen Druck

jens tuengerthal 17.4.24

Liebeskontinuum

Liebeskontinuum

Wirklich gut wäre
Liebe die bleibend gut tut
Schöne Illusion

jens tuengerthal 17.4.24

Wechselwarm

Wechselwarm

Wechselwarm ist was
Von der Temperatur abhängt
Wie manche Menschen

jens tuengerthal 17.4.24

Hofgezwitscher

Hofgezwitscher

Das Hofgezwitscher
Ist nur ein Bruchteil dessen
Was am Platz vögelt

jens tuengerthal 16.4.24

Dienstag, 16. April 2024

Berlinapril

Berlinapril

Sitze bei plötzlich eisigem
Schauerwetter mit Decke
Beim Wein vorm Liebling
Am Helmholtzplatz wohin ich
Noch bei Sonnenschein lief
Aprilwetter halt nicht weiter
Der Rede wert eigentlich
Und doch immer wieder
Eine Überraschung die
Den Dichtet lächeln lässt
Was für ein Empfang für
Den ersten Wein am Platz
Denke ich und freue mich
Auf den irgendwann Mai
Vielleicht dann ohne Decken

jens tuengerthal 16.4.24

Atemtechnik

Atemtechnik

Familie ist etwas wunderbares
Auch wenn manches Erbe doch
Gut verzichtbar wäre denke ich
Wie dabei an die cholerische
Neigung aus der väterlichen Linie

In welch unangenehme Situationen
Haben mich solche Wutanfälle nicht
Früher schon manchmal gebracht
Wer eskaliert kennt keine Grenzen
Verliert sich schnell im Zorn

Dabei voller Gefühl überschreiten
Choleriker alle Grenzen ohne die
Kontrolle je wieder zu finden was
Schnell ganz tragisch enden kann
Dabei gäbe es schnelle Abhilfe

Situationen wegatmen ist das Mittel
Das immer helfen kann zumindest
Theoretisch funktioniert es immer
Praktisch steht die Kontrolle der
Anarchie der Wut entgegen

Dazwischen durch das Leben zu
Balancieren ist nicht immer einfach
Manchmal helfen Zeit und Abstand
Vernünftige Ergebnisse zu finden
Verzögerung ist am sichersten

Alles relativiert sich mit der Zeit
Auch die größte Wut verschwindet
Sich dies bewusst zu machen hilft
Ihre Lächerlichkeit zu erkennen
Was ich wegatmen kann braucht keiner

Als Raucher auf das atmen als
Mittel der Beruhigung zu schauen
In heißen Situationen Kühle zu finden
Klingt ein wenig paradox aber ist
Der sicherste Weg Land zu gewinnen

Sage es mir nüchtern immer wieder
Sich im Wahnsinn zu erinnern nicht
Nur am Alarmknopf zu drehen der
Längst überdreht wurde sondern
Besser in Ruhe durchzuatmen

Meist klappt es erstaunlich gut
Sofern die Emotionen dabei unter
Relativer Kontrolle noch sind also
Weder Liebe noch Hass regieren
Keiner mich direkt angreift

Die Atemtechnik die schon vorab
Den totalen Wahnsinn überwindet
Völlige Gelassenheit zu schenken
Suche ich noch beim Wattepusten
Manchmal etwas kurzatmig dabei

Die relative Lächerlichkeit von allem
Sich bewusst zu machen hilft mehr
Als vielleicht berechtigte Aufregung
Sich nicht zu sehr aufzuregen um
Eigene Grenzen noch zu finden

Darüber zu dichten könnte helfen
Es tiefer in mir festzuschreiben
Denke ich und suche so zugleich
Zugang und Abstand von mir
Wie dem Erbe der Familie

jens tuengerthal 16.4.24


Lustlehren 028

Lustlehren 028

Wie kreiere ich eine erotische
Stimmung oder Situation ist
Vielen die gerne lustvoll wollen
Ganz wichtig und geht meist
Schief wie alle Absicht beim Sex

Natürlich ist sinnliche Wäsche
Kerzenlicht oder ähnliches der
Stimmung selten abträglich doch
Lässt die Absicht in Kombination
MIt Erwartung viel mehr scheitern

Schönsten Sex hatte ich häufiger
Planlos als unbedingt gewollt was
Zumindest für mich als Mann gilt
Der es für möglich hält dass dies
Bei Frauen ganz anders ist

Für geilen Sex ist eine entspannte
Situation wichtiger als jede noch so
Gut gemeinte Inszenierung denke ich
Damit die Natur ihre Wege finden kann
Auf denen wir uns so schnell verirren

Es ist schön und auch gut Sex zu wollen
Darüber zu reden ist der beste Weg um
Es gemeinsam genießen zu können das
Theater drumherum hängt an so vielen
Zufällen dass hier das Risiko überwiegt

Wer sich viel Mühe gibt den anderen
Oder die andere sinnlich zu verführen
Mit egal wie magischen Momenten die
Entstehen und nicht inszenierbar sind
Riskiert immer eine Enttäuschung

Wer weiß schon was genau wie wirkt
Warum wer in welcher Stimmung ist
Solches Genie traue ich mir nie zu
Wenn war es wohl eher Zufall genau
Den richtigen Ton getroffen zu haben

Wann immer ich etwas beabsichtigte
Erreichte ich eher das Gegenteil
Wenn doch etwas nur weil sie auch
Das gleiche ohnehin wollte was die
Inszenierung überflüssig machte

Es ist völlig in Ordnung Lust zu haben
Wie darüber entspannt zu reden was
Verführerischer meist ist als jede sonst
Erotische Inszenierung die eher nur als
Scharfmacher taugt nie dabei wirkt

Strümpfe und schöne Wäsche machen
Vermutlich die meisten Männer heiß
Funktioniert fast immer doch ist es oft
Mit einer Summe von Erwartungen
Verknüpft dass es bald enttäuscht

Sich im Gespräch heiß reden tut gut
Dezent über Sex plaudern wie dies
Unaufdringlich zu tun statt gleich
Zupacken zu wollen hilft weiter
Gerade wenn letzteres gewollt ist

Auch wenn beide es gerne wollen
Erreicht wer zu schnell stürmt oft
Eher das genaue Gegenteil außer
Beide wollen es nur schnell tun
Ohne lange darüber zu reden

Nur Sex kann auch reizvoll sein
Manche träumen genau davon
Doch müssen dann Tempo wie
Sonst hormonelle Parameter
Zufällig genau übereinstimmen

Sich auf solche Zufälle zu verlassen
Ist so riskant wie erotische Planung
Die eine Stimmung inszenieren soll
Welche aus einem Gefühl entsteht
Das immer zuerst da sein muss

Weil Gefühle wie Gedanken eben
Im Kopf entstehen verlasse ich mich
Lieber auf Worte als Verführung die
Im Gespräch die Situation erkunden
Statt etwas unbedingt zu wollen

Wer über Sex redet wie dabei mit
Komplimenten die passen wie auch
Vertrauensbildender Zuneigung noch
Kommuniziert kommt sich viel näher
Als alle sonstigen Bemühungen

Kann mir nicht wirklich vorstellen
Was Frau an Mann heiß macht
Muss es auch nicht wissen aber
Genieße eine sinnliche Stimmung
Die sich berührend weiter reizt

Wer etwas mit jemand anderem
Erotisch will sollte sich diese
Absicht aus dem Kopf schlafen
Genießen zu können was kommt
Wie es der jeweils Natur entspricht

Es gibt nie nur den einen Weg
Vor allem sichtbare Absichten
Die schlecht nur getarnt werden
Bewirken bei Menschen mit Geist
Häufig eher das Gegenteil

Wenn es nicht passt weil die
Zufällige Stimmung anders ist
Wäre die klare Absicht blamiert
Fühlte sich zumindest schlecht
Weil irgendwie zurückgewiesen

Wer in der Situation ist wie die
Andere dort abholt wo sie ist
Wird immer mehr erreichen als
Wer seinen Schwanz schlicht
Groß vor Geilheit auf den Tisch legt

Zwar kann auch dies manchmal
Genügen für eine schnelle Lust
Heiß genug machen alles sonst
Zu vergessen für Momente doch
Wo nicht ist der Schaden zu groß

Quasi nackt oder sein Geschlecht
Wie seine Geilheit demonstrativ
Vor sich hertragend sind wir viel
Verletzlicher als etwas distanziert
Was sich von alleine dabei ändert

Wer alles plant und genau will gibt
Dem anderen keine Chance eine
Eigene Lust zu entwickeln was eher
Schade und nicht zielführend ist
Soll doch deren Lust erwachen

Wer wirklich genießen will sollte
Gemeinsam wollen wie genießen
Was die Lust uns dabei schenkt
Weil keiner wirklich Hellseher ist
Noch je alles wissen kann dabei

Empfiehlt es sich darüber dabei
Wie auf dem Weg zu reden ohne
Innerlich eine Absicht zu verfolgen
Die gemeinsam wachsen muss um
Geteilt gemeinsam glücklich zu machen

Weniger wollen und mehr zulassen
Was sein kann und alleine kommt
Führt weiter als jede Absicht der
Sich nur manche dennoch unterwerfen
Weil sie eigentlich das gleiche wollen

Es braucht keinerlei genau geplante
Verführung wenn sich beide dabei
Frei wollen können und wo nicht ist
Jede Inszenierung nur peinlich noch
Was wir beiden besser ersparen

Ob diese Feststellung aus Erfahrung
Für Frauen genauso gilt wie für Männer
Kann ich als nur Mann nicht beurteilen
Zumindest handeln viele auch anders
Weiß nicht ob es glücklicher macht

Halte Verführung für eher unfrei
Finde es schöner sich frei zu finden
Weil es nicht um Siege in Schlachten
Dabei geht sondern um Lust wie das
Gefühl dabei miteinander

Das klappt weder nach Plan noch
Mit einer genauen Strategie sondern
Schlicht offen und natürlich darüber
Redend wie es sich gut anfühlt was
Die Basis guten Sex stets sein sollte

Sich dafür die Zeit nehmen statt nur
Eine schnelle Nummer schieben zu
Wollen ist empfehlenswerter noch
Wie im Ergebnis meist befriedigender
Was schön war wiederholt sich auch

jens tuengerthal 16.4.24

Ankommen

Ankommen

Ankommen tut gut
Zuerst bei sich um danach
Zusammen zu sein

jens tuengerthal 16.4.24

Geistesliebe

Geistesliebe

Nichts kommt so nah wie
Verwandte Geister sich tief
Berühren können

Kein Finger rührt je
An nur gefühlte Orte
Geister spüren sie

Geister gibt es nicht
Leider war keine näher
Als jene gedacht

jens tuengerthal 16.4.24

Bibliotheksgeister

Bibliotheksgeister

Eine Bibliothek
Als Wohnsitz vieler Geister
Bindet die Liebe

jens tuengerthal 16.4.24

Ruhegenuss

Ruhegenuss

Welch ein Genuß ist
Einfach Ruhe zu haben
Seine ganz für sich

jens tuengerthal 16.4.24

Montag, 15. April 2024

Rückkehr

Rückkehr

Rückkehr ist etwas seltsames
Die Orte die wir verließen sind
Fast unverändert und doch ist
Die gewohnte Welt seltsam fremd

Was ich lange schon kenne wie
Seit vielen Jahren meinen Kiez ist
Ist wie immer und doch anders
Als sei ein anderer zurückgekehrt

Bin nach zwei Monaten von einer
Reise ins Universum der Pflege
Nach Beinbruch meiner Mutter
Auf meinen Diwan zurückgekehrt

War eben bei richtigem Berliner
Aprilwetter im Hagel einkaufen
Habe schon alles ausgepackt
Den grünen Vanille Tee gemacht

Alles ist so wie ich es liebe
Nur der elektrische Kamin
Flackert noch nicht was
Im Frühling verzeihlich ist

Es ist wenn du als sesshafter
Mensch acht Wochen fern von
Deiner Bibliothek wie deinem Kiez
Den du nicht verlässt bist seltsam

Nahezu nichts hat sich verändert
Alles ist noch wie es war als ich
Im Winter noch gen Süden reiste
Nur in mir hat sich viel gewandelt

An eigene Grenzen zu kommen
Bei der häuslichen Pflege wie erst
Überfordert dann genervt mit noch
Kleinen Nebenkriegsschauplätzen

Habe viel auch über mich gelernt
So gesehen hat die unfreiwillige
Reise gebildet auch wenn ich eher
Nie reise war es so gut wie nötig

Wie schön hab ich es hier in der
Kleinen Bibliothek auf dem Diwan
Mit allem um mich was ich liebe
Wohin immer Liebe mich verführt

Im Notfall dringend weg für Monate
Zurückgekehrt und wieder zuhause
Einfach da wo ich hingehöre nicht
Nur tätiger Gast irgendwie bin

Rückkehr ist eine spannende wie
Vielfältige Erfahrung die mich nun
Mit Liebe und Ruhe erfüllt weil ich
Wieder da bin wo ich hingehöre

Fühle mich ein wenig wie ein Baum
Der zurück in seinen Bücherwald
Wieder mit seinen Wurzeln dabei
Verbunden hier zu sich findet

Es waren nur zwei Monate und die
Reise führte nur 650km gen Südwesten
Doch war es ein anderes Universum
In dem ich vor vielen Jahren aufwuchs

Eltern pflegen ist nicht einfach wie
Mutter und Sohn zwei Monate lang
Immer in hörweite also ganz nah
Viel Risikopotential in sich hat

Vielleicht sollten Profis dies tun
Sich bestimmte Erfahrungen zu
Ersparen weil es unmöglich ist
Dies konfliktfrei zu schaffen

Es dennoch geschafft zu haben
Macht zufrieden irgendwie auch
Wenn nicht alles perfekt war ist
Nach der Rückkehr alles gut

jens tuengerthal 15.4.24

Freiheitschance

Freiheitschance

Freiheit birgt immer eine Gefahr
Wo alles möglich ist machen wir
Uns auch schnell schnell vieles
Unmöglich wie ohne dann jede
Perspektive infolge weil wir die
Freie Wahl vorher hatten auch
Den Untergang zu kalkulieren

Spannend wäre ob Freiheit daher
Eher eine Chance ist oder die
Gefahr immer noch überwiegt
Es besser wäre zur Sicherheit
Auf viele Freiheiten zu verzichten
Wie Staaten es seit 9/11 immer
Mehr weltweit versuchen mit
Oder ohne gute Gründe dafür

Insofern Freiheit als die des
Gewissens nötig zur sittlichen
Autonomie ist welche erst uns
Befreite und aufklärte scheint
Die Frage relativ müßig wie
Eine damit unkalkulierbare
Hoffnung auf Mündigkeit
Infolge höchst attraktiv
Um als Mensch zu leben

Wir können die Freiheit als
Natürliche Notwendigkeit sowohl
Psychologisch wie neurologisch
Negieren durch das erfundene
Unterbewusstsein ersetzen wie
Uns medizinischer Sklaverei der
Alternativlosigkeit unterwerfen
Dann wäre auch die geistige
Gesundheit das kostbarere Gut
Was es zu verteidigen gälte auch
Zum Preis der dann Unfreiheit

Es steht uns aber genauso frei
Sie unwiderlegbar anzunehmen
Als höchstes Gut was konstitutionell
Für unser Sein ist das also nicht
Von Ärzten oder den Gläubigen
Des Unterbewusstseins noch je
Beschränkt werden dürfte wie
Dessen Verteidigung über allem
Steht weil ohne sie nichts bliebe

Die Annahme von Freiheit ist
Zusätzlich die Chance die
Menschen zu moralischem
Verhalten mit Gewissensfreiheit
Zu bringen was den Versuch
Allein schon wert wäre diese
Vorrangig anzunehmen weil
Sie die Chance gibt dass
Alles nochmal gut geht

Ganz nebenbei steht noch
Unser Grundgesetz auf den
Füßen der Freiheit die es dort
Endlich zu verteidigen gilt um
Unsere Verfassung die sowohl
Von Freiheit wie von Mündigkeit
Des Einzelnen ausgeht zu verteidigen
Es lohnt also vielfältig der Freiheit
Eine große Chance zu geben

jens tuengerthal 15.4.24

Heimreise

Heimreise

Bin auf dem Heimweg nach Berlin
Aus der früher Heimat in die heute
Die mittlerweile die längste wurde
In der ich je gelebt habe nur nie
Heimatgefühle in mir auslöste

Geboren in Bremen noch im
Schönsten Norden des Landes
Aufgewachsen in Frankfurt
Abitur und studiert in Heidelberg
Seit 2000 nun in Berlin

Sitze im Flixzug der praktisch
Von Walldorf bis Berlin fährt
Nach 8 Wochen Mutterpflege
Heim in die eigene Wohnung
Zur eigenen Bibliothek sonst
Bindet außer Frauen immer
Wieder vorübergehend nichts
An egal welchen Ort mich

Könnte dort leben wo meine
Bücher trocken und sicher stehen
Spreche dialektfrei hochdeutsch
Könnte überall sein wo Raum
Für Kultur sich findet aber
Heimat sind für mich Bücher
Mit denen ich irgendwo lebe

Bin darum völlig heimatlos wie
Nur in Büchern zuhause und
Lese mich geborgen irgendwo
Fühlen zu können und so ist
Diese Heimat für mich überall
Wo meine Bücher stehen
Wie ich mich lesend niederlasse
Ungestört in Bücherwelten lebend
Als Leser der dies genießt

Die Heimreise ist eine und keine
Weg von der Familie in die Freiheit
Um sich vom Bücherturm wieder
Fesseln zu lassen am Platz um
Den die Gedanken bald wieder
Kreisen wenn dann zurück am
Helmholtzplatz in Berlin den ich
Nur im Notfall noch verlasse
Ohne eine Heimat zu haben

jens tuengerthal 15.4.24