Sonntag, 10. Mai 2026

Lektürentagebuch 10.5.26

Lektürentagebuch 10.5.26

Nochmals Zeit und imaginierte Zeit
Heißt das Kapitel in Ghost Stories 
Von Siri Hustvedt in denen ein Bild
Von Miles ihrem Enkel auf dem

Schoss von Sophie Thema ist
Auf dem Paul im März 2024 noch
Vor dem Todesurteil zu sehen ist
Beim Schreiben der Briefe an Miles

Für sie ist es nun zuerst ein Bild
Von Paul und sie erinnert sich wie
Wunderbar er schwärmen konnte 
Sie immer die Schönste für ihn war

Wie sie mit Sophie nach seinem Tod
Darüber spricht und sich fragt wer 
Sie beide jetzt so vollkommen findet
Sie das wohl selber nun tun müssen

Aber weiß doch auch dies ist nun
Für immer verloren und so wird die
Geschichte vom Brief von Pauls 
Lektorin die ihn so unschuldig nannte

In einer lyrischen Mail für sie zum
Gedankenanstoß über seine große 
Unschuld nachzudenken die sie nie
So genannt hätte aber plötzlich sieht

Wie er voller Begeisterung noch für 
Sie Sophie und Spencer Ostrander
Den Mann von Sophie schwärmte
Auch dessen Familie hoch lobte 

Er war wohl wie mein Vater und ich
Früher noch ein echter Euphoriker
Der sich voller Gefühl begeisterte
Ohne jeden Arg schwärmen konnte

Dieser Ausdruck seiner Liebe die
Eben bedingungslos war ist es
Was ihr gefühlt am meisten fehlt 
Zugleich noch immer erfüllt

Wie sie dieses große Gefühl des 
Glücks im Schatten seiner Liebe
Gelebt zu haben weiterleben lässt 
Macht Ghost Stories so zärtlich schön

Es ist nicht nur Erinnerung an einen 
Toten sondern vielmehr das Denkmal
Einer großen weil bedingungslosen
Liebe was wunderschön dabei bleibt


In den Buddenbrooks kommt es zum
Lange erwarteten Eklat zwischen
Thomas und Christian bei dem der
Ältere den jüngeren zusammenfaltet 

Tom war gerade nach dem zweiten
Frühstück vom Lesezirkel für Herren
Zurückgekehrt und kochte merklich
Vor lauter angestauter Wut noch

Als sein Bruder Christian gemütlich
Am frühen Nachmittag schon aus dem
Club pfeifend den Stock schwingend
Ins Kontor kommt und Tom ihn nun

In den Garten bittet und ihn dort für
Die Aussage bei Licht besehen sei 
Doch jeder Kaufmann ein Ganove
Autoritär zusammenfaltet was der

Bruder zunächst gewohnt gelassen 
Erträgt weil es doch nur ein Scherz
Gewesen sei der aber meint Tom 
Der Ehre des Hauses schadete

Der korrekte verheiratete Kaufmann
Regt sich über den Spaßvogel der
Sich und die Firma damit lächerlich
Machte immer mehr auf und warf

Am Höhepunkt Christian hinaus
Worauf dieser endlich empört auch
Widerworte gab so müsse er sich
Nicht behandeln lassen er ginge 

Nun kann sich Tom wieder beruhigen
Schlägt vor Christian sollte sich mit
Seinem Erbteil in einer Hamburger
Firma einkaufen was auch geschieht

Zum Abschied von Christian am
Bahnhof kommen alle Herren aus 
Dem Club und ihm wird ein Orden 
Vom Bordell am Hafen verliehen

So endet eine Situation die für 
Tom unerträglich geworden war
Seinen Wünschen und Plänen gemäß
Nachdem auch Christian sich empörte

Hier fragt sich der Leser natürlich wie
Nah hier der da noch nicht Konflikt der
Brüder Heinrich und Thomas lag der
In den Bekenntnissen Ausdruck fand

Dabei schrieb Thomas Buddenbrooks
Während Heinrich den Untertan noch
Gemeinsam in Rom da schrieb was 
Fragt wer hier was unterdrückt

Weiter geht es im Zauberberg mit dem
Gespräch von Settembrini und Hans
Castorp bei dem Thomas Mann schon
Im Namen Castor und Pollux vereinte

Was ein deutliches Zeichen seines
Feinen immer wieder urkomischen
Humors ist in dem heute manche
Biografien nur noch den verklemmten

Schwulen sehen wollen als sei es
Das bedeutendste Merkmal so kluger 
Wie gebildeter Literatur wohin der
Autor seinen Schwanz stecken will

Dafür den tiefgründigen Humor der
Viel von Selbstironie hat verkennen
Ein spätes Coming-out eines eher
Verklemmten Spießers zu entdecken

Gerade in diesem Gespräch mit dem
Italiener Settembrini zeigt sich der
Witzig kluge Kopf Manns in der Art
Der Argumentation der Protagonisten 

Während Settembrini argumentiert er
Verkehrte wohl noch nicht in Kreisen 
Von Schauspielern von denen auch
Manche die Könige perfekt spielten

Aber persönlich völlige Versager sein 
Ohne alle königliche Würde dabei was
Den stotternden Mynheer Peeperkorn 
Als nur Narren bloßstellen möchte

Worauf Hans wieder in eine so kluge
Wie humorvolle Apologie für den
Holländer wie sein eigenes natürlich
Anderes Wesen philosophisch gerät 

So mag der andere inhaltlich ein 
Schwätzer sein der dennoch die
Menge seiner Anhänger um sich
Versammle auch mit nur Floskeln

Auch sei sein eigenes Blut weniger
Hitzig als das des Italieners warum
Er auch in Fragen der Liebe oder
Konkurrenz keine Leidenschaft zeige

Hierauf weiß der Aufklärer nun mit
Kritischer Vernunft nichts mehr zu
Sagen ohne selbst überführt zu
Werden weil Hans so klug war

So findet auch Settembrini zu einem
Versöhnlichen Ende des Disput ohne 
Sich oder die Aufklärung zu verraten
Streitet dafür erneut danach mit

Seinem Opponenten Naphta über den
Revolutionären oder reaktionären 
Charakter der Religion im Wesen 
Was wieder amüsant werden dürfte


Doch verlassen ich Davos an dieser
Stelle um lieber nach Ägypten noch
Auf einige Seiten weiter bei Mann zu
Joseph und seine Brüder zu reisen

Im Kapitel die Bedrohung geht es um
Das was die Geschichte berichtet als
Die der biblische Text gemeint ist 
Nach dem das Weib des Potiphar 

Die hier Mut gehießene weiter in ihn 
Drang er solle doch endlich bei ihr
Schlafen was mit natürlich meint 
Wonach ihr Schoss wohl schreit 

Sie drängt also danach er möge
Nun endlich in sie eindringen 
Um mit ihr eins zu werden was 
Sie immer deutlicher wünscht

Er gab ihr also Gelegenheit was 
Natürlich ist weil sie die Herrin war
Was wie Mann humorvoll erläutert
Ein weiblicher Herr natürlich wäre

Sie konnte ihn befehlen wie sie es
Gerade wollte und ihr gefiel nur 
Sie zu begehren zu befehlen gelang
Auch der ägyptischen Herrin nicht

Außerdem hatte er ihr versprochen
Sie in dieser Angelegenheit so gut
Zu trösten wie er nur könne auch aus
Schlechtem Gewissen dabei noch

Vor allem aber sah er es als Auftrag
Zur Verteidigung seines Gottes gegen
Die ägyptischen an warum er alles
Wagte wie sich der Gefahr aussetzte

Dazu kamen vermutet man mit Humor
Wie Lebenserfahrung noch Neugier
Mit Leichtsinn der ihn die Lage noch
Weiter genießen ließ trotz Gefahr 

Dabei provozierte sie ihn immer weiter
Wenn sie sich schon liebten und im
Geheimen sahen könnten sie dieses 
Gefühl genauso gut vollziehen

Wenn er sich dieser Logik mit Treue 
Entzog begann sie ihm mit seiner 
Schwachen Männlichkeit zu necken
Was sie natürlich nicht glaubte

Im Gegenteil wollte sie doch nur
Endlich diese Männlichkeit inmitten
Ihrer erhitzten wohl feuchten Lenden
Spüren ihn so nur mehr reizen

Sich dem immer wieder gegen alle
Vernunft auszusetzen war zumindest
Ein riskantes Spiel von Joseph was 
Den Wagemut vorwerfbar macht

So umkreist Mann langsam den 
Gipfel der Angelegenheit den die
Bibel nur sehr kurz abhandelt dabei
Geht es um nichts als geilen Sex

Sie verspricht ihm solchen und als
Er auch diesem Angebot widersteht
Erklärt die ältere Frau ihn für impotent 
Um das Gegenteil ihr zu beweisen

Wer je mit Damen zu diesem Thema
Mit Mitteln der Vernunft argumentierte
Wird wissen wie bescheiden längst 
Die Aussichten von Joseph wurden 

jens tuengerthal 10.5.26

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