Samstag, 18. Juli 2026

Moralgebot

Moralgebot 

Gebietet Moral was gut ist
Sind gut und böse jemals
Maßstab nötigen Handelns
Oder nur Wunschvorstellung

Ist die Einhaltung von Gesetzen
Durch diejenigen die sie erlassen 
Gebot ihrer Glaubwürdigkeit oder
Muss kein Schild dahin wo es zeigt

Herr Spahn der Fraktionsvorsitzende
Mit dem schönen Vornamen könnte
Ein hässliches Ende nehmen weil er
Gesetze zur Fortpflanzung umging

Mit seinem Mann ein Kind zu wollen
Was eine andere austrägt weil es
Männern unmöglich ist schwanger
Zu werden scheint noch natürlich 

Es entspricht dem konservativen
Familienbild Kinder zu bekommen
Eine Familie als Ehepaar zu gründen
Scheint nicht weiter unmoralisch 

Ob es keine Kinder mehr braucht
Wir weniger werden müssen steht
Hierbei nicht zur Diskussion auch
Wenn die Frage wohl nötig wäre

Die spannende Frage ist hier ob
Eine Umgehung deutscher Gesetze 
Durch ein Organ der Legislative was 
Ein Fraktionsvorsitzender de facto ist 

Moralisch verwerflich ist oder die
Lächerlichkeit des Rechts offenbart
Dessen Geltungsgrund infrage stellt
Ein Akt echter Befreiung nun ist

Sollte Spahn der schon als großer
Verschwender von Milliarden bekannt
Wurde zu Corona Zeiten ansonsten
Gerne auch Peter Thiel trifft einen 

Der autoritären amerikanischen 
Milliardäre mit faschistischer Neigung 
Im Aberglauben der vom Antichristen
Ernsthaft immer noch träumt büßen

Gewinnt die CDU Glaubwürdigkeit
Wieder die Merz mit viel Gejammer
Schon lange verspielte wenn sie nun
Ihr schwules Aushängeschild bestraft

Würde das viele ihrer konservativen
Heimat vertriebene vermutlich freuen 
Weil es nicht ins Stadtbild passt wenn
Zwei Männer ein Kind bekommen was

Natürlich keiner mehr laut sagt weil 
Diskriminierung potentielle Wähler 
Verdrängt statt AfD Wähler zu holen
Die das Thema ja zu gut kennen

Wen sollte es freuen wenn ein Spahn 
Aus moralischen Gründen statt aus
Eigener Verantwortung gehen muss 
Überlege ich und finde es ekelhaft 

Legal illegal scheißegal ist ein
Gutes anarchistisches Motto aber
Außergewöhnlich bei Konservativen
Die genau davor stets warnen

Statt Rechtsextremismus endlich
Konsequent zu bekämpfen wird ein
Gefährlicher Linksextremismus noch
Erfunden nicht antifaschistisch zu sein 

Ob die CDU den kleinen Kriminellen 
Spahn weiter beschäftigt ist bei dem
Bundeskanzler schon relativ egal
Leider nur stärkt es die AfD weiter

Wer Verantwortung für die Demokratie
Zeigen wollte träte nun zurück alle die
Nichts tun stärken sie Verdrossenheit 
Schlichter Gemüter die AfD wählen 

Wenn Spahn von sich aus ginge
Zeigte die Merz Truppe Größe wie
Moralische Integrität die ihr real
Völlig fehlt was ist da zu wünschen

Fragt sich der Beobachter der von
Links auf den schwarzbraunen Sumpf
Schaut und sich fragt was braucht es
Noch rechte Moral zu erledigen

Nun trat er von sich aus zurück aus
Gründen die Konservativen gefallen
Weil die Familie ihm wichtiger ist was
Für Merz ein Problem erstmal löst

Ob der erzwungene Rücktritt zu mehr
Glaubwürdigkeit führt ist noch offen
Politisch betrachtet ganz wunderbar
Moralisch gesehen eher so naja

jens tuengerthal 18.7.26

Nachtruhe

Nachtruhe

Nach fast drei Stunden in der Bar
Gegen drei wieder auf dem Diwan 
In nächtlicher Ruhe in der Bibliothek 
Angekommen genieße ich die Stille
Sogar bei offenem Fenster ist es
Im Hinterhof schläfrig ruhig was
Ein angenehmer Gegensatz ist
Der das Innere Gleichgewicht 
Schnell wieder herstellt denke ich
Dankbar für den Rückzugsort
Es ist schön als Flaneur die
Menschen dort zu beobachten
So am Leben der anderen etwas
Für einen Moment teilzuhaben
Doch wie schön ist es dann
Ganz in Ruhe bei sich zu sein
In Bücherwelten zu versinken 
Den eigenen Gedanken zu folgen
Worte in Verse zu gießen
Bei sich angekommen zu sein
Statt ständig andere zu hören 
Frage mich in der Nacht wie es
Menschen aushalten immer
Von Gerede umgeben zu sein
In ewiger Unruhe zu leben
Aber weiß doch wie viele es
Nur schwer mit sich allein aushalten
Was ich paradiesisch finde ist für
Die Mehrheit ein Horror den sie
Nur schlafend mühsam ertragen
Ist die Nachtruhe die allen gut tut
Um Kraft zu schöpfen und sich
Für den Tag zu erholen nun das
Normale und beste oder die nur
Ausnahme vom unruhigen Leben
Was für mich das schönste ist
Bleibt für sie lästige Unterbrechung
Dessen was für sie Sein ausmacht
Während die Ruhe mir viel schenkt
Fürchten sie etwas zu verpassen
Vielleicht bin ich ein Eremit der
Mitten in Berlin zurückgezogen lebt
Kann es jederzeit hier beobachten
Wenn ich vor die Tür gehe aber 
Lebe richtig auf wenn für mich 
Bin damit vollkommen glücklich
Während andere andere brauchen
Um Zufriedenheit zu finden nachts
Nur Kraft für den Tag schöpfen 
Scheint mir die Ruhe das eigentliche
Was das Tor zu geistigen Welten
In der Ruhe der Nacht mir öffnet
Vermutlich bin ich etwas verrückt
Weil das andere als normal gilt
Was mich wahnsinnig machte
Aber wie gut wenn beides so
Nebeneinander sein kann und
Sich auf seine Art lässt denke ich
Und genieße die Nachtruhe
In Gedanken versunken

jens tuengerthal 18.7.26

Sommerregen

Sommerregen

Ein stundenlanger Sommerregen
Der schon nach Unwetter klang 
Lässt das Leben der Natur wie
Neu aufblühen und tut so gut
Noch trieft Berlin vor Nässe
Langsam verlaufen sich die
Riesigen Pfützen wie schön
Fühlt sich die abgekühlte Nacht an
Nach staubig heißen Tagen
Kannst du wieder ganz tief 
Durchatmen als ob das Leben
Wieder neu beginnt nach
Dem großen Regen

jens tuengerthal 18.7.26

Nachregenriesling

Nachregenriiesling

Nach dem großen Regen in Berlin
Der über Stunden anhaltend fiel
Noch mit Schirm zum Crossroads
Gelaufen im Pfützenslalom dabei

Tino Selma und Martha begrüßt
Sogleich von Selma den Riesling
Gebracht bekommen während
Tino mit Martha am Tisch plaudert

Einige sitzen noch draußen unter
Dem tropfenden Schirm während
Es in der Flaneurloge trocken ist
Nimmt die Nacht ihren ruhigen Lauf

Zwischendurch tanzt noch Martha 
Hier vorbei und besucht die oberen
Örtlichkeiten während draußen die
Wagen durch Pfützen spritzen

Die Musik ist sehr ruhig klingt fast 
Folkartig und passt zur Stimmung
Nach dem endlich großen Regen
Der alles weiter fließen lässt 

jens tuengerthal 18.7.26

Freitag, 17. Juli 2026

Lektürentagebuch 17.7.26

Lektürentagebuch 17.7.26

In Erinnerungen eines Europäers 
Schreibt Harry Graf Kessler wieder
So schwärmerisch über seine Mutter
Dass schlichte Heten hier nur staunen

Zwar war Alice Gräfin Kessler ganz
Ohne Frage eine besondere Frau
So schön wie begabt doch was will
Ihr Sohn damit uns Lesern erzählen

Geht es ihm um sich der sich ein
Denkmal mit der Verehrung setzt
Kämpft er für Gerechtigkeit für die
Immer verkannte Mutter dabei

Im Gegenteil er verstärkt nur was
Die Zahl ihrer Neider schon zeigte
Betont dass offensichtliche noch
Durch fast aufdringliche Superlative 

Natürlich sollen wir nichts als Gutes 
Über die Toten sagen wozu schon 
Die alten Römer uns passende
Sprüche überliefert auch haben 

Doch als der für Sohn so liebevolle
Erinnerungen an seine Mutter verfasst
Ist die 1844 in Bombay geborene 
Alice bereits über elf Jahre tot

Der sonst treffende Betrachter der
Zustände kämpft für die Ehre wie
Das Ansehen seiner Mutter als
Ginge es um sein Ansehen dabei

Zu dieser Zeit als Flüchtling wieder
In Frankreich lebend ohne das einst
Riesige väterliche Vermögen noch
Schafft er ein verklärtes Heiligenbild

Kessler der sprachlich so scharf wie
Treffend auch schießen konnte noch
Erfahrung aus der Politik hat will 
Seiner Mutter ein Denkmal errichten

In diesem Kapitel berichtet er von 
Ihrer Reaktion auf Hass und die
Öffentliche Polarisierung die sie sich
Lieber der Kunst zuwenden ließ

Ihre Freundschaft mit dem Autor 
Barcey d’Aurevilly ein Monarchist
Wie leidenschaftlicher Katholik
Der gern Sünder charakterisiert 

Sie beschreibt ihn dabei sehr treffend
Als etwas aus der Zeit gefallen und
Wie es über seine Gönnerin zum
Kontakt mit ihr schließlich kam

Ihre Abneigung gegen die Katzen
Mit denen der bettelarme Poet noch
Zusammenlebte was sie hinderte den
Eigenwilligen Mann je zu besuchen

Stattdessen kam er natürlich zu ihr
Spielte rührend mit der Schwester
Sah aus wie ein Adler mit einer
Dazu ganz speziellen Aura noch

Im Kreise der rauchenden Katzen 
Schrieb er seine Meisterwerke die er
Ihr gerne mit rotgoldener Tinte auf
Klebrig romantische Art widmete 

Ausführlich erzählt er dann vom 
Theater das in Paris eine Rolle
Spielte wie in Deutschland die
Hausmusik als Teil der Kultur

Natürlich spielen sie in so einem
Privaten Theater in einem der
Salons dann Ibsens Nora und
Selbstverständlich spielt Alice sie 

Die Geschichte wie dann noch
Henryk Ibsen persönlich zu einer
Vorstellung geladen wird erst nicht 
Will und dann doch zusagt ist mal 

Wieder nett geplaudert von Harry 
Das macht er mit nonchalance quasi
Nebenbei ganz wunderbar auch wenn
Das Mama-Spiel hier noch weitergeht 

Ibsen der erst ablehnend auf die
Laientruppe reagierte kam dann doch
Natürlich glänzte Alice bei der dort
Tarantella alles erwartungsgemäß 

Was Ibsen dazu sagt und ob es
Einen persönlichen Kontakt gab
Bleibt an dieser Stelle noch offen 
Vielleicht wird auf vergessen gesetzt

Wenn nichts dabei war gab es nie
Einen Grund Ibsen zu erwähnen
Außer der Autor betreibt hier ein
Plakatives name dropping wieder

Stattdessen wird das großartige
Talent der Mutter gelobt die als
Laie sich ganz einfühlen konnte 
Mit größter Leidenschaft spielte

jens tuengerthal 17.7.26


Vormerz

Vormerz

Vor Merz ging es uns schlecht
Unter Mutti jammerten auch alle
Die nun als Heilige verklärt wird 
Aber es gab keinen Kanzler der
Sauertöpfisch als Sauerländer 
Alle ermahnte weil er immer
Schon mehr tat als alle auch
Wenn keiner sieht was hat
Der Kanzler immer Recht
Unser Golfspieler mit dem
Normalen Privatflieger der
Genau weiß wie es auch
Alleinerziehenden geht die 
Einfach mehr arbeiten sollen 
Statt in Wimbledon rumzuhängen
Stellt euch doch alle nicht so an 
Der Bundeskanzler ist ein Vorbild
Leistet auch im Rentenalter nichts
Aber jammert für Millionen wie
Schwer es einer wie er hätte 
Was ging es uns doch schlecht
Vor Merz schon aber welch 
Wunderbarer Grund zum jammern
Regiert Deutschland nach dem
Vormerz bis heute denn zwar
Geht schlimmer immer aber
Schlechter wurden wir nie
Von staatlicher Gier behandelt

jens tuengerthal 17.7.26

Jammerland

Jammerland

Deutschland ist jämmerlich
Lautes Jammern gehört hier
Zum Geschäft und wer nicht
Ordentlich klagt dem geht's
Wohl zu gut was hier nicht
Sein darf auf Dauer weil es
Ungerecht wäre wenn wer 
Mehr Grund zu klagen fände
Merz hat das verstanden
Ihm geht es darum auch
Am allerschlechtesten denn 
Natürlich hat er es am schwersten
Nun muss er auch noch die
Transatlantische Leihmutterschaft
Für seinen schon schwierigen
Schwulen Spahn verteidigen
Mit guten alten Werten einfach
Die Grenzen dicht machen für
Alle die es schwerer haben
Was ja am deutschen Wesen
Rüttelte ohne Aussicht auf das
Jammertal in dem das Volk was
Als faul beschimpft wurde vom
Ruckizuckiflugkanzler noch so
Gerne mit Selbstmitleid steckt
Der fliegt lieber zum großen 
Antiantifa Kongress beim großen
Bruder überm großen Teich der
Im Neofaschismus schon ankam 
Statt hiesige Jünger Putins die
Jammerossis mehrheitlich sind
Zu bekämpfen versteht er Trump
Und schaut dazwischen Tennis
In Wimbledon weil wir alle es
Am schwersten doch haben 
In Deutschland dem Jammerland

jens tuengerthal 17.7.26

Nachtnackt

Nachtnackt

Ob im Dunkeln so gut munkeln ist
Könnte mit dem weniger was wir 
Da anhaben enger zusammenhängen
Als unausgezogen eingeschlafene
Auf schmalerer Couch merken
So entstünde des Nachts wohl
Mancher wunderbarer Akt den 
Nur leider keiner sieht weil es
Nachts zwar vielleicht auch
Kälter als draußen ist aber
Gewiss keiner genau sieht
Wie scharf wir bei Licht wären 
Doch hat die natürliche nächtliche 
Unschärferelation im Alter doch
Entscheidende Vorteile auch weil
Das Dunkel die Phantasie füllt 
Die immer noch ansehnlich ist 
Wie nicht so genau hinschaut
Was teilweise auch besser tut
Nachts nackt zu sein hat also
Noch unsichtbare Vorteile die
Sich auch ohne voll entfalten

jens tuengerthal 17.7.26

Nachtmahl

Nachtmahl

Das Nachtmahl ist selten nur 
Wirklich eines das in der Nacht
Also nach Mitternacht genossen
Sondern für viele das Abendbrot

Ob dies nach dem Abendrot erst ist
Das die Nacht für manche schon
Einläutet die auch mit den Hühnern
Wieder aufstehen weil sie müssen 

Wird sich mancher wohl fragen 
Beginne das Spätstück meist noch
Vor Mitternacht aber lasse es gern
Bis spät in die Nacht dauern was

Für andere schon früh am Morgen
Ob also dann spätes Spätstück
Zugleich frühes Frühstück wird 
Jedenfalls nach Mitternacht bleibt

Fraglich aber betrifft nur Genießer
Die auch eine Mitternachtssuppe
Noch zu schätzen wissen wie sie
Auf manchen Festen noch gereicht

Wenn mein geliebtes Spätstück ab 
Mitternacht zum Frühstück würde 
Fragt sich was sich dann änderte
Solange wir es egal wie genießen

Gewöhnlich stärkt das Frühstück
Für den kommenden Tag während
Spätstück vor der Nachtruhe die
Am Vormittag endet erst kommt

Sollte es für manche dabei gewisse
Zeitliche Überschneidungen geben
Kann es  inhaltlich dahinstehen da ich
Das gleiche egal wann esse 

Es empfiehlt sich jedoch vor der 
Nachtruhe nach dem Nachtmahl noch
Eine Nachtrunde einzulegen somit
Mögliche Nachtmahr zu vermeiden

Vom Winde verweht lassen sonst
Nachts abgehende Winde alles
Besser ertragen schenken so die
Größtmögliche Gelassenheit auch

Am Tag sieht es dann schon wieder
Völlig anders aus und ist dennoch das
Gleiche mit Tee Toast Haferflocken 
Wie Sandwich am Ende ist alles gut 

jens tuengerthal 17.6.26

Donnerstag, 16. Juli 2026

Lektürentagebuch 16.7.26

Lektürentagebuch 16.7.26

Schon in den frühen Morgenstunden
Mit Harry Graf Kessler und seinen 
Erinnerungen eines Europäers auf
Dem Diwan begonnen in Paris 

Hier erzählt er von der sich bereits
Wandelnden nationalen Stimmung
Unter der seine Mutter noch mehr
Zu leiden hatte als sonst schon

Die stolzen Franzosen stellten sich
Den räuberischen Deutschen die
Ihnen ihr Elsass Lothringen nahmen 
Mit starkem Gefühl klar entgegen

Seine Mutter war wie der alte Adel
Noch postnational und wie gerne
Schrieb ich hier schon gäbe es
Hoffnung diese Missgeburt wieder

Loszuwerden welche die Nation 
Die sich in Frankreich so gerne noch
Für Grande hält aber noch scheint
Die Menschheit zu unterentwickelt 

Schon vorher von neidischen Weibern
Mit Lästerei und Misstrauen bedacht
Bekam dies im neuen Nationalismus 
Eine hässliche neue Variante noch

Dazu die ewigen schlichten Männer
Die ihr nachstellten und sie auf ihr
Schönes Äußeres reduzierten aber
Ihr selten auch Verstand zutrauten

Unter diesen auch der spätere
Reichskanzler Bernhard Bülow
Der sich als Attaché in Paris bald
Anbiederte und sie anmachte

Die Abwesenheit ihres Mannes gleich
Nutzte noch zudringlicher zu werden
Als sie sich daraufhin Rat von einem
Frommen englischen Onkel holte 

Riet der ihr nur sie solle doch bitte
Ihr langes blondes Haar abschneiden 
Wie in Sack und Asche gehen so
Hätte sie den Versuch provoziert

Er erbittet Bülows Adresse die sie
Ihm leichtsinnigerweise noch gab 
Schickt ihm darauf fromme Traktate 
Wie zu allen Zeiten war Frau in Not

Allein auf sich gestellt und Bülow
Rächte sich bitterlich durch die
Behauptung sie hätte eine Liaison
Mit einem französischen General

Der auch spät gegrafte und gefürstete
Bülow der bei Harrys Mutter Alice
Nicht landen konnte behauptete ihr
Mann setze sie gewinnbringend ein 

Es lohnt dazu noch mehr über den
Vater und die politischen Intrigen der
Zeit zu lesen auch das Gerücht 
Harry sei von Wilhelm stammt wohl

Vom beleidigten Bülow der angeblich
Mit Weisung aus Berlin auf Alice dort
Angesetzt worden war und berichtete 
Das Misstrauen der Mutter hatte also

Gute Gründe und Alice litt wie alle
Schönen und noch dazu begabten 
Jungen Frauen am Neid anderer
Was mir als Mann unvorstellbar

Doch froh bin ich nicht mehr zu
Wissen oder mich dafür auch nur 
Zu interessieren was bestimmte 
Kreise noch über mich reden 

Sobald es einen Hof gibt und also
Persönlichkeiten ein Amt erben ist
Dieser widerliche Tratsch normal
Der manche Leben zerstörte

Auch darum ist dieser Tratsch über
Affären und Titel so wichtig was 
Auch immer Anlass der späteren
Nobilitierungen war weckten sie Neid

Sich aus allem raushalten ist meist
Die klügste Taktik bei Intrigen die 
Nie ein höheres Ziel als Macht zu
Sichern auf unsaubere Art dabei

Verständlich verteidigt hier Harry
Seine Familie gegen die Intrigen
Wie Gerüchte die Bülow verbreitete
Wie dieser wirklich war bleibt unklar

Es gibt zumindest gute Gründe nie 
Einer Partei anzugehören was eine
Gute Tradition meiner Familie auch ist 
Wie ekelhaft es wird ist sehr deutlich


Im Kapitel Goldene Knöpfe erläutert
Stephen Greenblatt in seinem Buch
Dunkle Renaissance die englische 
Klassengesellschaft am Beispiel

Der wenigen Aufsteiger und wie
Gering ihre Chancen waren etwas
Zu werden außer Pfarrer oder noch
Seltener mal Universitätsprofessor

Dies wird an Beispielen erläutert
Die den Blick für die Verhältnisse
Wie ihre Enge zu der Zeit öffnen
Fragt nach den Aussichten die

Ein Schustersohn wie Christopher
Marlowe im noch elisabethianischen 
England hatte die Grenzen etwa der
Eigenen Herkunft zu überwinden

Hierbei bringt Greenblatt Beispiele
Wie Marlowe diese Unterschiede in 
Seinen Stücken das Massaker vom
Paris und Doktor Faustus thematisiert

Deutlich wird mir dabei auch dass 
Unser Urdeutsches Drama der Faust
Eine Story von Marlowe zuerst ist
Die Goethe nur gut deutsch gemacht

Ist das faustische Element einsamer 
Grübler einfach international wie die 
Standesprobleme sich überall ähneln
Wo Menschen Macht ausüben noch

Deutlich zeigt Greenblatt dass ein
System von Stipendien das nur zum
Pfarramt niederen Ranges oder mit
Glück zur Professur führte frustrierte


Dem Thema Mobilität widmet sich
Romedio Schmitz-Esser in Um 1500
Der Europa zur Zeit von Albrecht 
Dürer zu beschreiben versucht

Die Zeichnung von Dürer zeigt Schiffe
Im Hafen von Antwerpen der einer
Der wichtigsten der Epoche Dürer 
War 1520 mit seiner Frau zusammen 

In die Niederlande gereist schon seine
Gesellenreise hatte ihn an den 
Oberrhein geführt er war in Italien wie
Normal war solche Mobilität damals

Wird vom Autor hier gefragt und er 
Führt dazu zwei Theorien an die sich
Eher widersprechen aber beide zu
Extrem wird vermutet auch sein

Die Antwort ist tiefgehend und sagt
Es gab zwar im Mittelalter weniger
Mobilität aber immer auch und teils
In großen Netzwerken organisiert

Immer wieder bezieht er sich dabei
Auch auf die Reisen von Dürer ob
Nach Italien an den Oberheim oder
Wie 1520 in die Niederlande

Es gab die abhängigen an die Scholle 
Gebundenen Bauern die nicht reisten 
Der Adel reiste immer für Ehen Kriege
Zum Vergnügen für die Diplomatie

Reisen waren riskant aber konnten 
Auch hohen Gewinn bringen und
Lohnten wohl meistens warum sie
Per Schiff Pferd oder zu Fuß gingen

Schiff war die schnellste Form dabei
Pferde waren schneller als zu Fuß
20 Kilometer am Tag waren viel der
Zustand der Wege unterschiedlich

Das zersplitterte Reich hatte ständig
Zollstellen die zusätzlich aufhielten 
Darum brauche es Passierscheine 
Als Vorläufer heutiger Ausweise dabei

Schon die Familie Dürer die aus
Ungarn nach Nürnberg kam hatte
Mobilität bewiesen daneben gab es
Die Pilgerfahrten gern in Gruppen 

Die Formen der Mobilität hier an der
Schwelle vom Mittelalter zur
Renaissance waren unterschiedlich
Aber es gab sie notwendig immer

jens tuengerthal 16.7.26