Montag, 20. Juli 2026

Lektürentagebuch 20.7.26

Lektürentagebuch 20.7.26

Mit Begeisterung weiter gelesen von
Harry Graf Kessler in seinen feinen 
Erinnerungen eines Europäers über 
Seine Schulzeit in Ascot und die dort

Erziehung zum Gentleman wie ihn 
Das britische Weltreich brauchte um
Zusammenzuhalten zu funktionieren 
Auf Dauer bestand auch zu haben

Noch in der Nacht weiter vom dann
Tragischen Ende in Paris gelesen
Das ihm einen Nervenkrankheit mit
Möglicher Lebensgefahr bescherte 

Harry hatte was er von seinem Lehrer
Über dessen eifersüchtige Frau erfuhr
Den anderen Mitschülern erzählt um
So deren Verständnis zu erhöhen

Diese aber nutzten es um der Frau
Mithilfe ihrer Schwestern den Brief
Einer angeblichen Liebhaberin als
Fälschung zukommen zu lassen

Daraufhin erhängte sich aber die Frau
Wie der Hilfslehrer infolge gleich noch
Neben ihr was ein tragisches Ende
Für alle Beteiligten so wurde

Der Arzt prophezeite jedenfalls den
Eltern noch ein Jahr in Paris würde 
Harry nicht überleben und so kam
Der zarte junge Knabe nach England

Ascot wo er mit Winston Churchill
Wie vielen anderen später bekannten 
Gentleman als Knabe zur Schule
Ging war schrecklich und schön 

Es gab große Freiheit und ein Leben
Mit der Natur des Parks der in die
Wälder von Windsor überging also
Das Jagdrevier des Königs 

Sie lernten in der Natur zu leben
Wie zugleich Griechisch und Latein 
Lesen und reden er schildert es mit
Viel Liebe für das Engagement

Der junge Pastor der das Internat
Gründete und dort auch lebte hatte
Freude an Verfolgungsjagden in der
Wilden Natur und ließ dabei Freiheit

Zugleich gab es strenge Prügel nur
Er war davon er weiß auch nicht
Warum ausgenommen meint aber
Er vermutet eine Intervention der

Eltern weil er sich sonst vermutlich
Gleich umgebracht hätte was er so
Nur einmal versuchte als er meinte
Seine Mutter liebe ihn nicht mehr

Darüber schreibt er ähnlich locker
Wie Franz Hessel oder im Stile des
Gentleman der auch über sich nun
Lachen und locker plaudern kann

Das Handwerk des Todes ist hier
Komplexer als an anderen Orten der
Welt dahingestellt ob das schon
Leben rettet oder nur verschiebt

Harry gelang es nicht und nach
Einem ersten Boxkampf bei dem er
Sofort k.o. ging fand er auch Freunde
Wie seinen eigenen Weg dort

Mit viel Respekt auch vor den teils 
Eigenwilligen Methoden die echte 
Gentleman aus den Knaben formen 
Sollten spricht Harry dabei über

So hätte diese Schule und die Jahre
Dort ihn mehr geformt als jede andere
Schule die er vorher und danach noch
Besuchte sie wäre eine ganz wichtige

Säule des Empire auch gewesen
Auch das Auspeitschen oder Prügel
Auf den nackten Hintern findet er nicht
Weiter pervers sondern zeitgemäß 

Wobei als davon nicht betroffener 
Sich leicht urteilen lässt während
Betroffene wie Churchill es ein
Pervers sadistisches Spiel nannten 

Irgendwann gründet er noch mit
Kameraden eine Zeitung für die
Sie Werbekunden einwarben um 
Sie günstig verkaufen zu können

Er spricht mit viel Respekt von
Dem auch brutalen Lehrer der 
Wie er schreibt wohl auch Knaben
Besonders griechisch liebte 

Vielleicht brachte die eigene
Neigung ihm dem Lehrer nah
Ersparte die sonst übliche Prügel
Zumindest habe er dort profitiert 

Wunderbar plaudert er noch von
Einem Zusammentreffen mit der
Legendären Queen Victoria die
Mit Familie eine Parade noch im

Park von Windsor Castle abnahm
Wie wenig ihn das beeindruckte
Der joviale Nähe des Kaisers schon
Von Zuhause aus gut kannte 

Schön aber erzählt Harry hier von
Der Königin ganz in schwarz mit
Tochter und Schwiegertochter in 
Der Kutsche die später Kaiserin

Für 90 Tage in Deutschland wurde 
Deren Mann Prinz Friedrich da noch
Wie die Söhne der Queen ritten dabei
Neben der Kutsche noch her

Wie die Prinzessinnen in der letzten
Kutsche nach Russland heiraten dort
Tragisch in der Revolution umkamen
Die keiner damals ahnen konnte 

Er sah dort das Empire was sich nach
Europa in alle Häuser verzweigte vor
Sich in der Kutsche vorbeifahren aber
Sah es gelassen wie ein Gentleman

Das ist schöne Plauderei über die
Erziehung zum Gentleman wie sie
Das Empire brauchte das heute auch
Längst schon Geschichte wurde 

jens tuengerthal 20.7.26

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