Mittwoch, 20. Mai 2026

Lektürentagebuch 20.5.26

Lektürentagebuch 20.5.26

Wieder einen Brief von Paul Auster
An seinen Enkel Miles gelesen den
Siri Hustvedt in ihre Ghost Stories 
Eingereiht hat er ist vom März 2024

Eindrucksvoll und mitfühlend erzählt
Der Großvater Paul seinem Enkel wie
Seine Mutter Sophie in der Schule die
Erfahrung von Mobbing machte 

Natürlich als guter Papi ergreift er 
Dabei die Partie von Sophie und
Versucht zu erklären wie es dazu
Gekommen war was leider normal ist

In der schwierigen Zeit der Pubertät
Sophie war 13 bis 14 als sie diese
Erfahrung der Ausgrenzung durch
Andere Kinder erfahren musste

Paul schreibt er bereut zu lange
Mit dem nötigen Schulwechsel
Gewartet zu haben und das Sophie 
Noch ein Jahr länger ertragen musste

Aus seiner Sicht war Sophie gemobbt
Worden weil sie die Partei von denen
Ergriff die ausgegrenzt wurden und 
Wie sie darum plötzlich alleine war

Erzählt von zwei Freundinnen die
Ihr noch blieben aber einfühlsam
Wie schrecklich es für Sophie dort
Gewesen sein muss bis zum Ende 

Der erste Schultag an der neuen
Schule war ausgerechnet der
Berühmte 11. September 2001
An dem sie erstmals alleine fuhr 

Dabei musste sie genau unter dem
World Trade Center durchfahren 
Eine Stunde später schlug dann
Das erste Flugzeug dort ein 

Paul erzählt wie Siri und er den
Tag des Schreckens in New York 
Erlebten und dass es eine Stunde
Dauerte bis sie Nachricht erhielten 

Dass es Sophie gut ginge die Kinder
Waren alle evakuiert worden konnten 
Aber weil alles gesperrt war nicht
Wieder nach Hause zurückfahren

Michael Naumann hätte ihn an
Diesem denkwürdigen Tag noch
Angerufen und um einen Artikel
Aus seiner Sicht gebeten 

Dieser fiel ihm schwer aber er 
Schrieb ihn und schob ihn in 
Den längeren Brief ein damit das
Erlebnis dem Enkel zu verdeutlichen

Wie er nach einem erneuten Anruf
Von Michael Naumann dann diesem
Oder einer Stenotypistin den Artikel
Am Telefon diktierte weil nichts ging

So ist dieser Brief sehr emotional
Weckt auch die eigenen Erinnerungen
An die traumatischen Ereignisse
Von denen Sophie also Miles Mutter

Zunächst nicht so viel mitbekam
Später erst wäre ihr der Schrecken
Der Ereignisse bewusst geworden 
Sie hätte dann lange bitterlich geweint

Dabei nennt Paul die Zahl der Toten 
Es waren weit über 3000 Menschen
Erzählt eine persönliche schreckliche
Geschichte von Bekannten im Turm 

Wie sie noch vor dem Einsturz mit
Angehörigen telefonierten warum
Dies Ereignis als Angriff auf die
USA der erste seit 1812 so eine

Traumatische Erfahrung für viele
In New York und den Staaten war
Wobei er sich auf die Ereignisse in
Seiner Stadt völlig beschränkt 

Wie schildere ich meinem noch
Ungeborenen Enkel ein solches
Traumatisches Ereignis was dazu
Noch an einem wichtigen Tag war

Der erste Schultag für Sophie an 
Ihrer neuen Schule das erste mal
Den Weg mit der U-Bahn alleine
Gefahren und das am 11. September

Erinnere mich wie ich es erlebte
Allein in der Wohnung noch am
Kollwitzplatz sah ich den zweiten
Flieger live in das Gebäude krachen

Ahnte als Feuerwehrmann was dies
Bei einem vollgetankten Flugzeug
Bedeuten würde doch das Grauen
Übertraf alles nur vorstellbare Elend

Menschen sprangen aus Fenstern
Weil sie keine Chance hatten mehr
Dem Inferno zu entkommen das
Dieser Anschlag verursacht hatte

Die Terroristen hatten zivile Flugzeuge
Zu tödlichen Waffen und Bomben
Gemacht und alle fürchteten was
Noch drohte und kommen würde 

Paul Auster hat hier für seinen
Enkel ein historisch wichtiges
Ereignis fühlbar gemacht das
Er selbst miterleben musste

Beschreibt die Stunden danach
In denen sie von der Welt wie 
Abgeschnitten waren und welche
Wirkung dieser Tag auf sie hatte 

Er hält sich mit der politischen
Bewertung der Ereignisse völlig
Zurück um dafür dass eigene
Erleben gefühlvoll zu schildern

Ihr Erleben in ihrem Haus nahe dem
Central Park wo sie auch aus einigen 
Räumen die Türme brennend sahen
Wie der Rauch durchs Haus zog

Der Wind wehte den widerlichen
Gestank von Feuer und Leichen 
Die darin verbrannten in jeden 
Winkel ihres Hauses schreibt Paul

Ein Text der die Ereignisse nochmal
Spürbar werden lässt von einem der
Voller Angst auch um ihre Tochter
Das ganze noch miterlebt hat

Erinnere mich genau an den Tag
Noch war die Tochter nicht geboren 
Ihre hochschwangere Mutter kam
An diesem Tag mit dem Zug

Enthalte mich auch aus Respekt
Vor diesem Bericht an einen Enkel
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Nach dieser traurigen Erinnerung 
Habe ich noch als Gegenpol den
16. Brief gelesen von Gilbert White
In der Erkundung von Selborne 

Der Brief vom 30. März 1768 an
Thomas Pennant Esquire handelt
Von verschiedenen Tieren und
Pflanzen und ihrer Wirkung

Er beginnt mit dem Bericht über
Ein Mauswiesel das angeblich von
Einigen gesehen wurde aber bisher
Seien diese nicht sehr verlässlich 

Der Bericht von milchweißen Küken
Von Raben die dessen Kutscher den
White darum Trottel nennt tötete noch
Bevor sie flügge waren ist rührend

Er selbst hat sie später an die
Stallwand genagelt gesehen bei
Dem Gentleman der ihr Brüten
Interessiert beobachtet hatte

Ein Schäfer meint weiße Lerchen
Gesehen zu haben aber White ist
Überzeugt dass es sich dabei um
Eine Schneeammer eher handelte 

Erzählt dann von einem gefangenen 
Bunten Dompfaffmännchen das mit
Den Jahren ganz schwarz wurde 
Durch die Ernährung mit Hanfsamen 

Vom gefleckten Aronstab berichtet er
Dass dessen brennend scharfe 
Wurzeln von Drosseln ausgegraben
Als Delikatesse genossen werden

Auch wie er einen kleinen Vogel
Im Februar sah und beobachtete der
Vermutlich ein Zilpzalp war auf den er
Nur halbherzig schoss und verfehlte

Beim Triel wundert er sich dass er
Für selten gehalten wird er käme
In allen Jagdgebieten hier vor zeterte
Den ganzen Sommer und brüte noch

Bis in den September hinein auf den
Höher gelegenen Feldern und Weiden
Ernährten sich von Würmern wie von 
Kröten und Fröschen was sie nachts

Machen wüsste er nicht zu sagen
Jenseits aller Mutmaßungen über
Triel Nachtclubs bietet er an ihm
Ein Exemplar seiner Maus zu senden

Zu dieser merkt er humorvoll an dass 
Linneeus also Linnées sie vermutlich
Mus minimus taufen würde was den
Typisch feinen Witz wieder zeigt

jens tuengerthal 20.5.26

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